(19)
(11)EP 1 019 571 B1

(12)EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45)Hinweis auf die Patenterteilung:
11.12.2002  Patentblatt  2002/50

(21)Anmeldenummer: 98954218.8

(22)Anmeldetag:  24.09.1998
(51)Int. Kl.7D03C 1/00
(86)Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE9802/844
(87)Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9901/8272 (15.04.1999 Gazette  1999/15)

(54)

STEUERUNG FÜR DEN ELEKTROMOTOR EINER VORRICHTUNG ZUM BILDEN EINER DREHERKANTE

CONTROL MECHANISM FOR THE ELECTROMOTOR OF A DEVICE FOR FORMING A LENO EDGE

COMMANDE POUR LE MOTEUR ELECTRIQUE D'UN DISPOSITIF SERVANT A FORMER UNE LISIERE A POINT DE GAZE


(84)Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI NL PT

(30)Priorität: 04.10.1997 DE 19743872

(43)Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.07.2000  Patentblatt  2000/29

(73)Patentinhaber: KLÖCKER-ENTWICKLUNGS-GMBH
46325 Borken-Weseke (DE)

(72)Erfinder:
  • SCHWEMMLEIN, Christoph
    D-46325 Borken-Weseke (DE)
  • HOCKEMEYER, Kurt
    D-46325 Borken-Weseke (DE)

(74)Vertreter: Walther, Robert, Dipl.-Ing. 
Patentanwälte Walther, Walther & Hinz, Heimradstrasse 2
34130 Kassel
34130 Kassel (DE)


(56)Entgegenhaltungen: : 
WO-A-94/29502
WO-A-97/24479
US-A- 5 524 678
WO-A-96/38608
DE-C- 4 405 776
  
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 015, no. 227 (C-0839), 10. Juni 1991 -& JP 03 069627 A (TOYOTA AUTOM LOOM WORKS LTD), 26. März 1991
  • DATABASE WPI Section Ch, Week 8830 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class F03, AN 88-209223 XP002098845 -& JP 63 145446 A (TSUDAKOMA IND CO LTD) , 17. Juni 1988
  
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante für eine Webmaschine mit Webschäften gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 und 2.

[0002] Aus der JP-369 627 ist ein Planetendreher bekannt. Hierbei handelt es sich um eine Vorrichtung, bei der die Planetenräder die Garnspulen tragen, mithin die Garnspulen mitgedreht werden. Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist derart, dass die Planetenräder entsprechend dem Drehwinkel der Webschäfte geführt werden. Das heißt, dass ein solcher Planetendreher eine entsprechend der Drehwinkelbewegung der Webschäfte korrespondierende kontinuierliche Drehbewegung ausführt, also jedem Drehwinkel des Planetendrehers ein entsprechender Drehwinkel der Webschäfte zugeordnet wird.

[0003] Ein derartiger Planetendreher arbeitet unabhängig vom Antrieb der Webschäfte, was ermöglicht, den Planetendreher in Bezug auf den Drehwinkel den Webschäften vorauseilen bzw. nacheilen zu lassen; allerdings orientiert sich die Bewegung des Planetendrehers immer an der Schaftbewegung.

[0004] Eine Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante ist beispielsweise aus der DE 44 05 776 C 1 bekannt. Hierbei ist ein elektrisch ansteuerbarer Stellmotor vorgesehen, der eine Dreherscheibe antreibt, wobei die Dreherscheibe den Läufer des elektrisch ansteuerbaren Stellmotors bildet. Die Dreherscheibe selbst besitzt mindestens zwei Führungselemente für die Dreherfäden, wobei durch Verdrehung der Dreherfäden um den Schußfaden die Dreherkante gebildet wird.

[0005] Darüber hinaus ist aus der WO 97/24479 eine Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante bekannt, wobei der Rotor eines Elektromotors Arme zur Führung von Dreherfäden aufweist. Auch hierbei erfolgt die Bildung der Dreherkante durch Verdrehen der durch die Arme geführten Dreherfäden um den Schußfaden herum.

[0006] Diesen beiden bekannten Vorrichtungen ist gemein, daß zur Erstellung der Dreherkante ein Elektromotor vorgesehen ist, der zu jedem Zeitpunkt synchron zu der Bewegung der Webschäfte läuft. Allerdings kann dieser Elektromotor durchaus phasenversetzt zu der Bewegung der Webschäfte angetrieben sein, um beispielsweise ein frühzeitiges Abbinden des Schußfadens zu ermöglichen. Im eigentlichen Sinn erfolgt aber immer eine Orientierung der Bewegung des Rotors des Elektromotors an der Schaftbewegung. Hieraus wird deutlich, daß zur Durchführung dieses beschriebenen synchronen Laufes der Dreherkantenvorrichtung mit der Bewegung der Webschäfte kontinuierlich Daten, insbesondere von der Antriebswelle der Webmaschine zu der Dreherkantenvorrichtung übermittelt werden müssen, um eben den vorab beschriebenen synchronen Lauf des Elektromotors der Dreherkantenvorrichtung mit der Webmaschine bzw. mit der Bewegung der Webschäfte zu bewerkstelligen. Insofern ist auch vorgesehen, daß der Elektromotor beispielsweise über eine sogenannte elektrische Welle mit dem Antrieb der Webmschine gekoppelt ist. Das heißt nicht, daß bei der bekannten Vorrichtung die Steuerung der Dreherkantenvorrichtung webschaftabhängig ist; vielmehr ist die Steuerung und entsprechend die Rotationsbewegung des Rotors des Elektromotors der Dreherkantenvorrichtung webschaftunabhängig, weil eine unmittelbare mechanische Kupplung zwischen Webschäften und Dreherkantenvorrichtung nicht vorgesehen ist. Dennoch ist, wie bereits ausgeführt, die Dreherkantenvorrichtung mit der Webmaschine insofern gekuppelt, als die Bewegung der Dreherkantenvorrichtung, das heißt des Rotors des Elektromotors synchron zu der Bewegung der Antriebswelle der Webmaschine bzw. entsprechend zu der Bewegung der Webschäfte verläuft.

[0007] Es hat sich nun allerdings herausgestellt, daß für die Bildung einer Dreherkante es völlig gleich ist, ob der Rotor des Elektromotors der Dreherkantenvorrichtung exakt und zu jedem Zeitpunkt synchron zu der Bewegung der Webmaschine - sprich der Antriebswelle bzw. den Webschäften der Webmaschine - läuft oder nicht. Wesentlich ist vielmehr ausschließlich, daß zu Beginn des Schußeintrages durch die Dreherkantenvorrichtung auch die beiden Dreherfäden sich in Fachöffnung befinden, und nach Abschluß des Schußeintrages die Dreherfäden in die Geschlossenfachstellung übergehen. Das heißt, es kommt ausschließlich darauf an, daß die jeweilige Endstellung, d. h. "Fach offen" bzw. "Fach geschlossen" durch die Dreherkantenvorrichtung spätestens dann erreicht wird, wenn die Webschäfte eine entsprechende Stellung einnehmen. Hieraus folgt, daß ein für jeden Zeitpunkt synchroner Bewegungsablauf zwischen der Bewegung des Rotors des Elektromotors mit der Bewegung der Webschäfte überhaupt nicht erforderlich ist.

[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit der der Elektromotor einer Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante derart angesteuert werden kann, daß die Abbindung zwar unabhängig von der Bewegung der Webschäfte erfolgt, aber dennoch in dem Zeitraum zwischen Fachoffen- und Fachgeschlossenstellung der Schäfte.

[0009] Die Aufgabe wird nach einer ersten Variante entsprechend dadurch gelöst, daß der Steuerung des Elektromotors einen Startimpuls zu dem Zeitpunkt geliefert wird, zu dem von der Webmaschine der Beginn der Fachöffnung bzw. der Beginn des Schließens des Faches erfolgt. Eine andere Variante zur Lösung der Aufgabe besteht darin, die Steuerung des Elektromotors von dem Schußfadeneintrag abhängig zu gestalten. Insofern ist nach der zweiten Variante vorgesehen, daß der Steuerung des Elektromotors ein Startimpuls zu dem Zeitpunkt geliefert wird, zu dem der Eintrag des Schußfadens beginnt, bzw, der Schußeintrag beendet ist. In beiden Fällen ist allerdings erforderlich, daß die Rotationsgeschwindigkeit des Rotors des Elektromotors zum Öffnen und Schließen des Faches höher ist, als die Geschwindigkeit der Webschäfte zum Öffnen und Schließen des Faches. Der Vorteil dieser Steuerung liegt darin begründet, daß diese wesentlich einfacher im Aufbau und somit preisgünstiger ist, da nur wenige Parameter, nämlich genau zwei Parameter erforderlich sind, um die Vorrichtung zum Bilden der Dreherkante zu steuern. Insofern arbeitet diese Dreherkantenvorrichtung auch wesentlich störungsfreier, als eine mit der bekannten Steuerung.

[0010] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend beispielhaft näher erläutert.
Figur 1
zeigt schematisch die erfindungsgemäße Vorrichtung in Bezug auf ihre Stellung zum Gewebe, wobei die Schäfte und das Riet wegen der besseren Übersicht weggelassen sind;
Figur 2
zeigt eine schematische Darstellung des Verlaufs des Weges der Webschäfte bzw. Rotation des Rotors des Elektromotors der Dreherkantenvorrichtung über die Zeit.


[0011] Zum besseren Verständnis der Vorrichtung sei zunächst noch einmal erläutert, wie die Dreherkantenvorrichtung arbeitet; diesbezüglich wird insbesondere auch auf den Offenbarungsgehalt gemäß der WO 97/24479 Bezug genommen.

[0012] Bei der in Figur 1 dargestellten Vorrichtung 1 ist ein insgesamt mit 10 bezeichneter Elektromotor vorgesehen, der zur Führung der Dreherfäden 20, 30 eine zentrische Bohrung 11 besitzt. Bei der dargestellten Ausführungsform, bei der die Rotationsachse quer zu den Kettfäden 40, d. h. im wesentlichen parallel zu den Schußfäden 50 verläuft, sind zwei Armpaare 60, 70 vorgesehen. Denkbar ist allerdings auch, daß die Vorrichtung mit nur einem Armpaar 60 arbeitet, das gewebeseitig am Rotor des Elektromotors angeordnet ist. Diese Armpaare sind ähnlich wie Propellerflügel ausgebildet und an dem Rotor angeordnet. Jedes Armpaar 60, 70 besteht aus zwei propellerflügelartig ausgebildeten Armen 61, 62 bzw. 71, 72. Die beiden Armpaare 60, 70 verlaufen parallel zueinander und sind am jeweils stirnseitigen Ende des Rotors des Elektromotors 10 befestigt, wie sich dies aus der Figur 1 deutlich erkennen läßt. Die Arme 61, 62 bzw. 71, 72 sind endseitig hakenförmig gebogen ausgebildet und weisen im Bereich der hakenförmigen Biegung die Ösen 73, 74 bzw. 63, 64 auf. Diese Ösen dienen der Durchführung der Dreherfäden 20, 30, die von den Garnspulen 80, 90 abgezogen werden. Bei Rotation der Armpaare 60, 70 und hier insbesondere des Armpaares 60, entsteht im Bereich des Gewebes die Volldreherkante 100. Im Bereich der Zuführung der Dreherfäden 20, 30 von den Garnspulen 80, 90 erfolgt ebenfalls eine Verdrillung der Fäden (bei 110), die dadurch wieder aufgehoben wird, daß die Drehrichtung des Rotors nach einer bestimmten Anzahl Umdrehungen in einer Richtung umgekehrt wird. Das heißt, daß der Rotor des Elektromotors vorwärts und rückwärts läuft. Eine Entdrillung der Dreherkante 100 wird hierbei dadurch vermieden, daß zwischen den Dreherfäden die Schußfäden 50 einliegen.

[0013] Aus Figur 2 ergibt sich der Bewegungsablauf zum einen der Webschäfte über die Zeit, und zum anderen des Rotors des Elektromotors der Dreherkantenvorrichtung ebenfalls über die Zeit. Hieraus wird erkennbar, daß zu dem Zeitpunkt, zu dem die Webschäfte schlußendlich offen sind, bereits der Rotor die Dreherfäden in Fachoffenstellung hält. Des weiteren ergibt sich aus dem Kurvenverlauf, daß der Rotor des Elektromotors in der Lage ist, das Fach wesentlich länger offen zu halten, als die Webschäfte. Insofern kann die erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem kleineren Fach arbeiten und kann, was ebenfalls wesentlich ist, besonders weit vorne, nämlich zwischen den Schäften unmittelbar am Riet montiert werden. Auch wird durch derartiges langes Offenhalten des Faches den speziellen Anforderungen von Greiferwebmaschinen insofern Rechnung getragen, als der Zeitraum für den Greifer zum Verbleib im Fach länger wird.

[0014] Der Vorteil einer derartigen Steuerung besteht darin, daß diese wesentlich einfacher zu bewerkstelligen ist, da wesentlich weniger Steuersignale verarbeitet werden müssen, weil keine elektrische Welle oder elektrische Kurvenscheibe mit viel regelungstechnischem Aufwand nachgebildet werden muß. Das heißt, daß eine derartige Steuerung auch wesentlich preiswerter in der Herstellung ist. Ebenfalls zeigt sich, daß eine derartige Steuerung weniger anfällig ist. Zudem kommt diese Art der Ansteuerung der Verwendung von einfachen und damit preiswerten Schrittmotoren sehr entgegen.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante für eine Webmaschine mit Webschäften , mit einem Elektromotor mit einem Rotor, der zwei Führungselemente für die Dreherfäden besitzt, wobei der Elektromotor durch eine Steuerung ansteuerbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerung des Elektromotors ein Startimpuls zu dem Zeitpunkt geliefert wird, zu dem von der Webmaschine der Beginn der Fachöffnung bzw. der Beginn des Schließens des Faches erfolgt.
 
2. Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante für eine Webmaschine mit Webschäften, mit einem Elektromotor mit einem Rotor, der zwei Führungselemente für die Dreherfäden besitzt, wobei der Elektromotor durch eine Steuerung ansteuerbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerung des Elektromotors ein Startimpuls zu dem Zeitpunkt geliefert wird, zu dem der Eintrag des Schußfadens beginnt bzw. der Schußeintrag beendet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rotationsgeschwindigkeit des Rotors des Elektromotors zum Öffnen und Schließen des Faches größer ist, als die Geschwindigkeit der Webschäfte zum Öffnen und Schließen des Faches.
 


Claims

1. Device for producing a leno selvedge for a loom with heald frames, with an electric motor with a rotor, which has two guide elements for the doup ends, whereby the electric motor may be driven by a control system,
characterized in that the control system of the electric motor is given a pilot pulse at the very moment when the loom is starting to open or to close the shed.
 
2. Device for producing a leno selvedge for a loom with heald frames, with an electric motor with a rotor, which has two guide elements for the doup ends, whereby the electric motor may be driven by a control system,
characterized in that the control system of the electric motor is given a pilot pulse at the very moment when the insertion of the weft thread is starting or when the weft insertion has been accomplished.
 
3. Device according to claim 1 or claim 2,
characterized in that the rotational speed of the electric motor's rotor used to open and close the shed is higher than the speed with which the heald frames open and close the shed.
 


Revendications

1. Dispositif destiné à la formation d'une lisière au point de gaze pour une machine à tisser à lames, avec un moteur électrique pourvu d'un rotor muni de deux éléments guide-fil pour les fils de tour, le moteur électrique étant destiné à être commandé par une commande,
caractérisé en ce que
une impulsion pilote est fournie à la commande du moteur électrique à l'instant où la machine à tisser commence à ouvrir la foule voire à la refermer.
 
2. Dispositif destiné à la formation d'une lisière au point de gaze pour une machine à tisser à lames, avec un moteur électrique pourvu d'un rotor muni de deux éléments guide-fil pour les fils de tour, le moteur électrique étant destiné à être commandé par une commande,
caractérisé en ce que
une impulsion pilote est fournie à la commande du moteur électrique à l'instant où commence ou termine l'insertion du fil de trame.
 
3. Dispositif selon la revendication 1 ou la revendication 2,
caractérisé en ce que
la vitesse de rotation du rotor du moteur électrique pour ouvrir et fermer la foule est supérieure à la vitesse avec laquelle les lames ouvrent et ferment la foule.
 




Zeichnung