(19)
(11)EP 1 568 443 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
31.08.2005  Patentblatt  2005/35

(21)Anmeldenummer: 05001871.2

(22)Anmeldetag:  29.01.2005
(51)Int. Kl.7B24D 15/08, B24B 3/54
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(30)Priorität: 21.02.2004 DE 202004002773 U
30.04.2004 DE 202004006957 U

(71)Anmelder: Flügel CSS GmbH & Co. KG
42699 Solingen (DE)

(72)Erfinder:
  • Fierus, Udo
    51381 Leverkusen (DE)
  • Fierus, Gerd
    51519 Odenthal (DE)

(74)Vertreter: Stenger, Watzke & Ring 
Kaiser-Friedrich-Ring 70
40547 Düsseldorf
40547 Düsseldorf (DE)

 
Bemerkungen:
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86 (2) EPÜ.
 


(54)Messerschärfer


(57) Die Erfindung betrifft einen Messerschärfer für Haushaltsmesser oder dergleichen. Um einen Messerschärfer zu schaffen, der einerseits fest auf einem Untergrund stehend zum Schärfen verwendet werden kann, ohne daß er zusätzlich gehalten werden muß, und der andererseits hinsichtlich Produktion und Montage mit geringem wirtschaftlichen Aufwand herstellbar ist, wird mit der Erfindung vorgeschlagen, ein Messerschärfer mit einem Gehäuse, welches eine als Standfläche ausgebildete Oberfläche aufweist, und wenigstens einem langgestreckten, im wesentlichen zylindrischen Schleifkörper aus Keramik, der mit wenigstens einem Teil seiner Oberfläche an der der Standfläche gegenüberliegenden Oberfläche des Gehäuses freiliegend am Gehäuse angeordnet ist, wobei die Standfläche in zu einer Längsmittellinie des Schleifkörpers rechtwinklig liegenden Richtung breit ausgebildet und der Schleifkörper in Bezug auf eine Projektion der Standfläche in einem mittleren Bereich positioniert ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Messerschärfer für Haushaltsmesser oder dergleichen.

[0002] Messerschärfer sind in unterschiedlicher Ausführungsform und Wirkungsweise bekannt. Beispielsweise sind Messerschärfer bekannt, welche im wesentlichen dem klassischen Wetzstahl entsprechen. Dieser umfaßt einen Handgriff und einen in diesen eingesteckten Schleifstab aus Stahl oder Keramik. Der Handgriff kann mit einem Handschutz versehen sein, damit auch ungeübte Personen einen Verletzungsschutz vorfinden.

[0003] Auch sind Messerschärfer bekannt, die als Standgeräte auf einer Arbeitsplatte oder dergleichen stehen. Diese müssen üblicherweise mit einer Hand festgehalten werden, während mit der anderen Hand die Schneide des zu schärfenden Messers an Schleifkörpern, z. B. aus Stahl oder keramischen Werkstoffen, mit mehr oder weniger Druck vorbeigestrichen wird.

[0004] Vorbekannte Messerschärfer haben den Nachteil, daß sie sehr ungern benutzt werden, da die Verletzungsangst sehr groß ist. Wetzstähle werden darüber hinaus wegen ihres waffen- oder werkzeugähnlichen Charakters häufig abgelehnt.

[0005] Weiterhin sind Messerschärfer hinsichtlich ihrer designseitigen Gestaltung sehr unvariabel und in sämtlichen Fällen hinsichtlich der Produktion, Montage und Handhabung sehr aufwendig. Bezüglich der Produktion werden einerseits die Schleifkörper, andererseits die aufnehmenden Griffe, Gehäuse und dergleichen nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgebildet. Dabei verbleibt wenig Raum für Variabilität im Design. Wirtschaftlich betrachtet müssen die aufnehmenden Griffe, Gehäuse und dergleichen an die funktionale Auslegung der Schleifkörper angepaßt werden.

[0006] Ausgehend vom vorbeschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Messerschärfer zu schaffen, der einerseits fest auf einem Untergrund stehend zum schärfen verwendet werden kann, ohne daß er zusätzlich gehalten werden muß. Darüber hinaus soll der Messerschärfer hinsichtlich seiner äußeren Formgebung und seines Designs äußerst variabel und schließlich hinsichtlich Produktion und Montage mit geringem wirtschaftlichen Aufwand herstellbar sein.

[0007] Zur technischen Lösung dieser Aufgabe wird ein Messerschärfer mit den Merkmalen des Anspruches 1 vorgeschlagen.

[0008] Der erfindungsgemäße Messerschärfer zeichnet sich dadurch aus, daß ein Gehäuse mit einer im Vergleich zum Schleifkörper breiten Standfläche und einer einfachen Schleifkörperaufnahme ausgebildet wird. Dies kann beispielsweise ein Kunststoffspritzteil sein, welches auch einstückig ausgebildet sein kann.

[0009] Als Schleifkörper kommen im wesentlichen zylindrische Keramikstäbe in Betracht, welche gemäß einem vorteilhaften Vorschlag der Erfindung auch hohlzylindrisch sein können.

[0010] Die Aufnahme der Schleifkörper an der der Standfläche gegenüberliegenden Oberfläche erfolgt derart, daß diese in Bezug auf eine Projektion der vergleichsweise breiten Standfläche in deren mittleren Bereich angeordnet sind. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß ein über die Schleifkörperoberfläche bewegtes Messer nicht zu einem Umkippen des Messerschärfers führt.

[0011] Die Aufnahme der Schleifkörper kann auf unterschiedliche einfache Weise erfolgen. Beispielsweise können federnde Haltearme ausgebildet sein, zwischen welche die im wesentlichen zylindrischen Schleifkörper eingesteckt werden, vorzugsweise mit ihren Endbereichen.

[0012] Auch können Aufnahmen im Gehäuse ausgebildet sein, beispielsweise Bohrungen oder dergleichen, in welche die Schleifkörper mit ihren Endbereichen einsteckbar sind. In vorteilhafter Weise erfolgt die Lagerung der Schleifkörper in den Aufnahmen derart, daß die Schleifkörper zumindest geringfügig beweglich sind. In diesem Fall werden die Schleifkörper von unten durch Federmittel unterstützt. Dies hat den Vorteil, daß mittels eines Messers auf den Schleifkörper aufgebrachter Druck teilweise aufgenommen wird, andererseits die Schleifkörper immer in einer oberen Position gehalten sind. Dies ergibt eine flexible Anpassung, so daß die Schleifkörper immer an z. B. konkaven oder konvexen Schneidengeometrien anliegen.

[0013] In vorteilhafter Weise sind die im wesentlichen zylindrischen Schleifkörper drehbar, so daß nicht immer die gleichen Oberflächenbereiche zum Messerschärfen verwendet werden. Dabei versteht es sich von selbst, daß ein Drehen der Schleifkörper während des Schleifens durch das Messer auszuschließen ist. Ein Drehen erfolgt beispielsweise per Hand, durch die Anordnung von entsprechenden Bedienelementen oder dergleichen.

[0014] Auf einfachste Weise hergestellt umfaßt der Messerschärfer ein einstückig ausgebildetes Kunststoffspritzgehäuse mit oben herausstehenden Haltearmen und einem eingesetzten zylindrischen Schleifkörper.

[0015] Dem gegenüber kann eine aufwendigere Bauform zwei oder drei oder mehr parallel zueinander angeordnete Schleifkörper aufweisen, die praktisch eine Schleiffläche bereitstellen. In diesem Fall muß die Standfläche gegenüber der Schleifkörperoberfläche nicht zu breit ausgebildet sein, da hier die Kippmomente über die Flächenauflage aufgenommen werden. Sogar rechteckige Gehäuse sind geeignet. Diese Ausführungsform ist unabhängig von der vorbeschriebenen Ausführungsform mit breiter Standfläche und einem Schleifkörper für sich erfinderisch und abhängig schutzfähig. Es handelt sich um einen Messerschärfer, bei welchem die die Schleifkörper tragende Oberfläche und die Standfläche im wesentlichen gleich sind, das Gehäuse also im wesentlichen eine Quaderform hat. Durch die zwei, drei oder mehr parallelen Schleifkörper wird beim Schleifen der Druck flächig aufgenommen und ein Kippen des Messerschärfers verhindert.

[0016] Mit der Erfindung werden mit geringem wirtschaftlichen Aufwand herstellbare, einhändig anwendbare und hinsichtlich der designseitigen Gestaltung höchst variable Messerschärfer bereitgestellt.

[0017] In vorteilhafter Weise können Abdeckkappen vorgesehen sein, um die liegenden Oberflächen der Schleifkörper abzudecken.

[0018] Beim Schleifvorgang wird das Messer mit der Schneide einhändig, bei größeren Messern zur besseren Führung auch unter Zuhilfenahme der zweiten Hand, in einem Winkel von z. B. 20° von beiden Seiten über den Schleifkörper gestrichen. Damit der Schleifkörper nicht einseitig verschleißt, sondern auf seinem ganzen Umfang zu nutzen ist, kann er bei Bedarf manuell weiter gedreht werden.

[0019] Aufgrund der Einfachheit ist bei diesem Schärfverfahren davon auszugehen, dass Fehlbedienung und dadurch mögliche Verletzungsgefahren weitgehend ausgeschlossen sind.

[0020] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen:
Fig. 1
in Perspektive der Messerschärfer mit abgenommener Abdeckkappe im Gebrauchszustand,
Fig. 2
zur Hälfte längsgeschnitten in Seitenansicht das Gehäuse des Messerschärfers,
Fig. 3
einen Querschnitt nach der Linie III-III in Fig. 2,
Fig. 4
zur Hälfte längsgeschnitten die Abdeckkappe des Messerschärfers,
Fig. 5
einen Querschnitt durch die Abdeckkappe nach der Linie V-V in Fig. 4,
Fig. 6
die Draufsicht der Abdeckkappe,
Fig. 7
in Perspektive den erfindungsgemäßen Messerschärfer in einer zweiten Ausführungsform, gemäß welcher der Messerschärfer über drei Schleifkörper verfügt,
Fig. 8
den Messerschärfer nach Fig. 7 in einer Draufsicht,
Fig. 9
den Messerschärfer nach Fig. 7 in einer Seitenansicht,
Fig. 10
den Messerschärfer nach Fig. 7 in einer geschnittenen Seitenansicht,
Fig. 11
den Messerschärfer nach Fig. 7 in einer geschnittenen Längsansicht und
Fig. 12
den Messerschärfer in einer dritten Ausführungsform in einer Seitenansicht.


[0021] Der dargestellte Messerschärfer besteht im wesentlichen aus einem einstückig aus Kunststoff gespritzten Gehäuse 1 mit einer großen Standfläche, einem Schleifkörper 2 aus Keramik und einer Abdeckkappe 3, die in Fig. 1 abgenommen dargestellt ist, so daß der Messerschärfer gebrauchsfertig auf einem Tisch oder einer sonstigen Arbeitsplatte steht.

[0022] Fig. 2 zeigt halb im Längsschnitt das Gehäuse 1 alleine. Es weist an beiden Schmalseiten einstückig angeformte Haltearme 4 auf, zwischen denen der Schleifkörper 2, wie in Fig. 1 dargestellt, leicht eingeklemmt ist. Der Schleifkörper 2 ist ein keramischer Hohlzylinder, wobei in die Enden desselben kurze Zapfen 5 der Haltearme 4, die etwas federnd nachgiebig sind, so eingreifen, daß der Schleifkörper 2 mit etwas Reibung an den Haltearmen 4 anliegt, aber bei Bedarf von Hand gedreht werden kann, um eine andere Umfangsstelle desselben zum Schärfen von Haushaltsmessern oder dergleichen zu benutzen, wenn die vorher benutzte Umfangsstelle durch Schleifabrieb verschmutzt sein sollte. Der Schleifkörper 2 läßt sich jedoch einfach reinigen. Um ein Durchbrechen des Schleifkörpers 2 bei Gebrauch zu verhindern, liegt er auf einer vom Gehäuse 1 gebildeten V-förmigen Auflage 6 auf. Die Stand- und Rutschfestigkeit des Schärfgerätes wird durch Antirutsch-Standfüße 7, zum Beispiel aus Kautschuk, gewährleistet, die in Bohrungen von an den vier Ecke des Gehäuses 1 vorgesehenen Ansätzen 8 eingesetzt werden und in den Fig. 2 und 3 in Sprengdarstellung wiedergegeben sind. Im eingesetzten Zustand stehen die Antirutsch-Standfüße 6 etwas nach unten aus den Ansätzen 8 des Gehäuses 1 vor, um einen sicheren Stand desselben zu gewährleisten.

[0023] Die Fig. 4 bis 6 zeigen die Abdeckkappe 3 in verschiedenen Ansichten bzw. Schnitten. Die Abdeckkappe 3 ist der Form des Messerschärfers angepaßt, wie man sich anhand von Fig. 1 leicht vorstellen kann, wenn die Abdeckkappe 3 auf das Gehäuse 1 über den Schleifkörper 2 aufgesetzt wird. An den Enden ist die Abdeckkappe mit den Haltearmen 4 entsprechenden Ausnehmungen 9 versehen und weist vier Steckzapfen 10 auf (Fig. 4 und 5), die paarweise beim Aufsetzen der Abdeckkappe 3 in Durchbrüche 11 des Gehäuses 1 in der Nähe der Haltearme 4 eingreifen. Bei aufgesetzter Abdeckkappe 3 ist der Schleifkörper 2 geschützt untergebracht und nicht sichtbar.

[0024] Der ganze Messerschärfer, der beispielsweise eine Grundfläche von etwa 128 x 80 mm und eine Höhe von etwa 45 mm hat, braucht wenig Platz und ist daher raumsparend unterzubringen, kann aber auch bei Nichtgebrauch sichtbar aufgestellt werden, da er ein ansprechendes äußeres Erscheinungsbild hat.

[0025] Die Fign. 7 bis 11 zeigen den erfindungsgemäßen Messerschärfer in einer zweiten Ausführungsform. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach den Fign. 1 bis 6 verfügt der erfindungsgemäße Messerschärfer gemäß der Ausführungsform nach den Fign. 7 bis 11 über drei Schleifkörper 2, die parallel nebeneinander angeordnet sind. Bei den Schleifkörpern 2 handelt es sich vorzugsweise um keramische Zylinder oder auch Hohlzylinder, die, wie vorstehend anhand der Fign. 1 bis 6 beschrieben, drehbar gelagert am Gehäuse 1 angeordnet sind.

[0026] Zwecks Vergrößerung der Standfläche sind gemäß dem Ausführungsbeispiel nach den Fign. 7 bis 11 seitlich des Gehäuses 1 Gehäuseteile 12 angeordnet. Gehäuse 1 und Gehäuseteile 12 können einstückig ausgebildet sein. Auch können die Gehäuseteile 12 als separate Bauteile ausgebildet sein, die mit dem Gehäuse 1 verbunden, beispielsweise verklebt oder verschraubt sind. In Längsrichtung 18 weisen die Gehäuseteile 12 eine Längserstreckung auf, die im wesentlichen der der Schleifkörper 2 entspricht. Es versteht sich jedoch von selbst, daß die Gehäuseteile 12 auch eine größere oder kleinere Erstreckung in Längsrichtung 18 aufweisen können. Von Bedeutung ist allein, daß durch die zusätzliche Anordnung der Gehäuseteile 12 die Gesamtstandfläche des Messerschärfers vergrößert wird. In der beispielhaften Ausgestaltung nach den Fign. 7 bis 11 ist die der Standfläche gegenüberliegende Oberseite der Gehäuseteile 12 gekrümmt ausgebildet. Auch diese Ausgestaltungsform ist nur beispielhaft genannt, denn versteht sich von selbst, daß auch andere Oberflächengestaltungen bezüglich der Gehäuseteile 12 gewählt werden können.

[0027] Die durch die zusätzliche Anordnung der Gehäuseteile 12 erreichte Vergrößerung der Standfläche des Messerschärfers kann insbesondere den Fign. 8 und 9 entnommen werden. Erreicht wird durch die Anordnung der Gehäuseteile 12 insbesondere eine Standflächenvergrößerung in einer quer zur Längserstreckung 18 liegenden Richtung. Die Vergrößerung der Standfläche des Messerschärfers trägt insbesondere dem Umstand Rechnung, daß ein zu schärfendes Schneidwerkzeug, beispielsweise ein Messer, eine Schere oder dergleichen, in einer quer zur Längserstreckung 18 des Messerschärfers liegenden Richtung über die Schleifkörper 2 geführt wird. Erreicht wird durch die Gehäuseteile 12 mithin eine verbesserte Standfähigkeit des Messerschärfers insbesondere mit Blick auf die bei einer bestimmungsgemäßen Verwendung des Messerschärfers auftretenden Kraftbeaufschlagungen quer zur Längserstreckung 18.

[0028] Wie insbesondere den Fign. 10 und 11 entnommen werden kann, werden die drei Schleifkörper 2 von einem innerhalb des Gehäuses 1 angeordneten Halteelement 15 getragen. Das Halteelement 15 weist jeweils endseitig Ausnehmungen 16 auf, in welche Druckfedern 14, vorzugsweise in Form von Schraubenfedern, eingesetzt sind. Die Federn 14 ihrerseits tragen die Schleifkörper 2, wobei diese infolge der Druckkraftbeaufschlagung durch die Federn 14 gegen die Unterseite des Gehäuses 1 gedrückt werden. Das Gehäuse 1 weist eine obere Ausnehmung auf, durch welche hindurch die Schleifkörper 2 bereichsweise herausragen, wie insbesondere Fig. 10 entnommen werden kann. Gemäß vorbeschriebener Ausbildung stützen sich die Schleifkörper 2 mithin einerseits am Gehäuse 1 und andererseits an den Federn 14 ab. Bedingt durch diese Ausgestaltung werden die Schleifkörper 2 lagesicher im Gehäuse 1 fixiert.

[0029] Die Federkraft der Federn 14 ist derart ausgebildet, daß sich die Schleifkörper 2 nicht mitdrehen, wenn ein zu schleifendes Messer über die Schleifkörper 2 gezogen wird. Bei Bedarf können die Schleifkörper 2 manuelle, das heißt von Hand weitergedreht werden, was die Möglichkeit schafft, die Schleifkörper 2 hinsichtlich ihres gesamten Umfangs zu nutzen. Zu diesem Zweck sind die Federn 14 hinsichtlich ihrer Federkraft derart ausgebildet, daß die Schleifkörper 2 entgegen der Federkraft von Hand leicht nach unten, das heißt in Richtung auf das Gehäuse 1 gedrückt und anschließend um ihre Längsachse verdreht werden können.

[0030] Für eine lagesichere Anordnung der Schleifkörper 2 verfügt das Gehäuse 1 über seitlich angeordnete Fortsätze 17, wie insbesondere Fig. 11 entnommen werden kann. Diese Fortsätze 17 sorgen dafür, daß die Schleifkörper 2 in Längsrichtung 18 sicher gelagert und abgestützt sind. Ein unbeabsichtigtes Verschieben der Schleifkörper 2 in Längsrichtung 18 ist durch die Fortsätze 17 verhindert.

[0031] Für eine lagesichere Anordnung der Schleifkörper 2 in einer quer zur Längserstreckung 18 liegenden Richtung dienen die Abstandshalter 13, wie sie den Fign. 8 und 10 entnommen werden können. Die Abstandshalter 13 sorgen dafür, daß die Schleifkörper 2 in Querrichtung einen stets gleichen Abstand voneinander aufweisen.

[0032] Zudem dienen die Abstandshalter 13 als Gegenlager. Wie insbesondere Fig. 10 entnommen werden kann, sind die Abstandshalter 13 hinsichtlich ihres in Höhenrichtung oberen Endes verbreitert ausgebildet und in ihrer Kontur an die Zylinderform der Schleifkörper 2 angepaßt. Im montierten Zustand des Messerschärfers werden die Schleifkörper 2 infolge der auf sie einwirkenden Federkraft gegen das obere Ende der Abstandshalter 13 gedrückt, wodurch eine lagesichere Fixierung der Schleifkörper 2 gewährleistet ist. Dabei wird, wie insbesondere Fig. 10 entnommen werden kann, der mittlere Schleifkörper 2 links- wie rechtsseitig an die dort jeweils angeordneten Abstandshalter 13 gedrückt. Sowohl der linke als auch der rechte Schleifkörper 2 werden einerseits an das Gehäuse 1 und andererseits an den auf der anderen Seite des jeweiligen Schleifkörpers 2 angeordneten Abstandshalter 13 gepreßt. Die Abstandshalter 13 erfüllen, wie vorstehend beschrieben, zwei Funktionen. Zum einen stützen sie die Schleifkörper 2 in Höhenrichtung, das heißt entgegen der wirkenden Federkraft ab, zum anderen beabstanden sie die Schleifkörper 2 in Querrichtung voneinander. Dabei können die Abstandshalter 13 einstückig mit dem Gehäuse 1 ausgebildet sein oder aber als separate Teile mit dem Gehäuse 1 verschraubt, verklebt, verschweißt oder sonstwie verbunden sein.

[0033] Zwecks Montage des erfindungsgemäßen Messerschärfers gemäß Ausführungsbeispiel nach den Fign. 7 bis 11 werden zunächst die Schleifkörper 2 in das Gehäuse 1 von unten eingesetzt. Zweckmäßigerweise wird zu diesem Zweck das Gehäuse 1 kopfseitig nach unten gehalten, so daß die Schleifkörper 2 infolge ihrer Gewichtskraft lagesicher von den Abstandshaltern 13 und dem gehäuseseitigen Randbereich gehalten werden. Alsdann wird von unten in das Gehäuse 1 das Halteelement 1 5 eingesteckt, wobei sich in den Ausnehmungen 16 die Federn 14 befinden. Das Halteelement 1 5 verrastet mit dem Gehäuse 1 in seiner bestimmungsgemäßen Lage, in welcher die Schleifkörper 2 auf den Federn 14 aufliegen und durch diese infolge der durch die Federn 14 bewirkten Druckkraftbeaufschlagung gegen die Abstandshalter 13 bzw. den gehäuseseitigen Rand gedrückt werden. Ist das Halteelement 15 in das Gehäuse 1 eingesetzt, so kann dieses umgedreht und für eine bestimmungsgemäße Verwendung auf einer Unterlage abgestellt werden.

[0034] Das Ausführungsbeispiel gemäß den Fign. 7 bis 11 zeigt die Verwendung von insgesamt drei Schleifkörpern 2. Es versteht sich von selbst, daß die vorbeschriebene Konstruktion auch zur Anordnung von mehr als nur drei Schleifkörpern 2 genutzt werden kann. Auch ist die Anordnung von weniger als drei Schleifkörpern 2 möglich.

[0035] Wie in Fig. 7 dargestellt, erfolgt die gehäuseseitige Abstützung der federbelasteten Schleifkörper 2 gehäuserandseitig mittels einstückig am Gehäuse 1 ausgebildeten Fortsätzen 19. Es versteht sich von selbst, daß diese Ausgestaltung nur beispielhaft zu verstehen ist, denn können auch andere Konstruktionen gewählt werden, wie z. B. die Ausbildung einer sich über die gesamte Länge in Längsrichtung 18 erstreckenden Leiste. Entscheidend ist allein, daß die Schleifkörper 2 durch die infolge der Federn 14 aufgebrachten Federkraft gegen entsprechende Gegenlager gedrückt werden, wodurch die Schleifkörper 2 lagesicher in ihrer Position fixiert sind.

[0036] Fig. 12 zeigt in einer Seitenansicht eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Messerschärfers. Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 12 gleicht im wesentlichen demjenigen nach Fig. 9, wobei im Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 der mittlere der drei Schleifkörper 2 etwas weiter aus dem Gehäuse 1 herausragt als die beiden anderen Schleifkörper 2, das heißt als der in Fig. 12 linke und rechte Schleifkörper 2. Eine solch unterschiedliche Höhenanordnung der Schleifkörper 2 unterstützt in vorteilhafter Weise den Vorgang des Schärfens eines Messers, eines Schneidwerkzeuges oder dergleichen, wenn dieses mit seiner zu schärfenden Klinge auf den im Vergleich zu den beiden anderen Schleifkörpern 2 erhöht angeordneten Schleifkörper 2 aufgesetzt und über diesen in Richtung eines der beiden anderen, in Höhenrichtung niedriger angeordneten Schleifkörper 2 gezogen wird. In einer alternativen Ausgestaltungsform kann es auch vorgesehen sein, die einzelnen Schleifkörper 2 in ihrer relativen Höhenlage zueinander auf unterschiedlichen Niveaus anzuordnen, so zum Beispiel in der Form, daß eine treppenartige Ausgestaltung entsteht. Kommen mehr als drei Schleifkörper 2 zum Einsatz, beispielsweise vier, so kann auch vorgesehen sein, daß die beiden mittleren Schleifkörper 2 im Verhältnis zu den äußeren beiden Schleifkörpern 2 in erhöhter Position angeordnet sind.

[0037] Für alle vorbeschriebenen Ausführungsbeispiele gilt im übrigen, daß die eingesetzten Schleifkörper 2 voneinander unterschiedliche Oberflächen aufweisen können. So kann insbesondere vorgesehen sein, daß sich die Oberflächen der Schleifkörper 2 hinsichtlich ihrer Rauhheit, ihres Materials, ihrer Abriebfestigkeit und dergleichen unterscheiden. So kann beispielsweise mit Blick auf die in den Fign. 9 und 12 dargestellten Ausführungsbeispiele vorgesehen sein, daß der mittlere Schleifkörper 2 eine grobkörnigere und damit rauhere Oberfläche als die beiden benachbarten Schleifkörper 2 aufweist. Zudem ist denkbar, daß ein Schleifkörper 2 in Längsrichtung unterschiedliche Oberflächenbereiche mit jeweils unterschiedlichen Oberflächeneigenschaften aufweist.

[0038] Die in den Fign. 1 bis 11 gezeigten Ausführungsbeispiele sind nicht maßstabsgetreu dargestellt.

Bezugszeichenliste



[0039] 
1
Gehäuse
2
Schleifkörper
3
Abdeckkappe
4
Haltearme
5
Zapfen
6
Auflage
7
Antirutsch-Standfüße
8
Ansätze
9
Ausnehmung
10
Steckzapfen
11
Durchbruch
12
Gehäuseteil
13
Abstandshalter
14
Feder
15
Halteelement
16
Ausnehmung
17
Fortsatz
18
Längsrichtung
19
Fortsatz



Ansprüche

1. Messerschärfer mit einem Gehäuse, welches eine als Standfläche ausgebildete Oberfläche aufweist, und wenigstens einem langgestreckten, im wesentlichen zylindrischen Schleifkörper aus Keramik, der mit wenigstens einem Teil seiner Oberfläche an der der Standfläche gegenüberliegenden Oberfläche des Gehäuses freiliegend am Gehäuse angeordnet ist, wobei die Standfläche in zu einer Längsmittellinie des Schleifkörpers rechtwinklig liegenden Richtung breit ausgebildet und der Schleifkörper in Bezug auf eine Projektion der Standfläche in einem mittleren Bereich positioniert ist.
 
2. Messerschärfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Schleifkörper drehbar gelagert ist.
 
3. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse ein Spritzguß-Kunststoffgehäuse ist.
 
4. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der Standfläche zumindest an den Ecken Antirutsch-Standfüße angeordnet sind.
 
5. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Schleifkörper zwischen am Gehäuse ausgebildeten Haltearmen angeordnet ist.
 
6. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schleifkörper auf einer gehäuseseitigen Auflage aufgelegt ist.
 
7. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Schleifkörper endseitig jeweils in eine gehäuseseitige Aufnahme eingesetzt ist.
 
8. Messerschärfer nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schleifkörper in der Aufnahme beweglich angeordnet und durch Federmittel in Richtung äußerer Oberfläche gedrückt ist.
 
9. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß drei Schleifkörper aus Keramik im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind.
 
10. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifkörper durch eine abnehmbare Abdeckkappe abgedeckt sind.
 
11. Messerschärfer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckkappe mit Steckzapfen in Gehäusedurchbrüche einsteckbar ist.
 
12. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schleifkörper hohlzylindrisch ausgebildet ist.
 


Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.


1. Messerschärfer mit einem Gehäuse (1), welches eine als Standfläche ausgebildete Oberfläche aufweist, und mit drei langgestreckten, zylindrischen Schleifkörpern (2) aus Keramik, die im wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind, wobei die Schleifkörper (2) mit wenigstens einem Teil ihrer jeweiligen Oberfläche an der der Standfläche gegenüberliegenden Oberfläche des Gehäuses (1) freiliegend am Gehäuse (1) angeordnet sind, wobei die Standfläche in zu einer Längsmittellinie der Schleifkörper (2) rechtwinklig liegenden Richtung breit ausgebildet ist und die Schleifkörper (2) in Bezug auf eine Projektion der Standfläche in einem mittleren Bereich positioniert sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mittlere der drei Schleifkörper (2) unter Zwischenordnung von Abstandshaltern (13) zu den beiden anderen Schleifkörpern (2) beabstandet angeordnet ist.
 
2. Messerschärfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandshalter (13) hinsichtlich ihres in Höhenrichtung oberen Endes verbreitert ausgebildet sind und in ihrer Kontur an die Zylinderform der Schleifkörper (2) angepaßt sind.
 
3. Messerschärfer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die drei Schleifkörper (2) in ihrer relativen Höhenlage zueinander auf unterschiedlichen Niveaus angeordnet sind.
 
4. Messerschärfer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der mittlere der drei Schleifkörper (2) etwas weiter aus dem Gehäuse (1) herausragt als die beiden anderen Schleifkörper (2).
 
5. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die drei Schleifkörper (2) voneinander unterschiedliche Oberflächen aufweisen.
 
6. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die drei Schleifkörper (2) von einem innerhalb des Gehäuses (1) angeordneten Halteelement (15) getragen sind.
 
7. Messerschärfer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Halteelement (15) endseitig Ausnehmungen (16) aufweist, in welche Druckfedern (14) eingesetzt sind.
 
8. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) hierzu seitlich angeordnete Gehäuseteile (12) trägt.
 
9. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die der Standfläche gegenüberliegende Oberseite der Gehäuseteile (12) gekrümmt ausgebildet ist.
 
10. Messerschärfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse über seitlich angeordnete Fortsätze (17) verfügt.
 




Zeichnung