(19)
(11)EP 2 151 548 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
10.02.2010  Patentblatt  2010/06

(21)Anmeldenummer: 09164653.9

(22)Anmeldetag:  06.07.2009
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F01L 1/24(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(30)Priorität: 08.08.2008 DE 102008037158

(71)Anmelder: Schaeffler KG
91074 Herzogenaurach (DE)

(72)Erfinder:
  • Schnell, Oliver
    90587 Veitsbron (DE)

  


(54)Ventiltrieb für eine Brennkraftmaschine insbesondere mit Dekompressionsbremse


(57) Vorgeschlagen ist ein Ventiltrieb (1) für eine Brennkraftmaschine insbesondere mit Dekompressionsbremse, umfassend eine Nockenwelle (5) mit einem Nocken (4), einen Kipp- (3) oder Schwinghebel zur Übertragung des Nockenhubs auf ein Gaswechselventil (11), ein den Kipp- oder Schwinghebel abstützendes Schwenklager (2) und ein im Kraftfluss zwischen dem Nocken und dem Gaswechselventil angeordnetes hydraulisches Ventilspielausgleichselement (10). Dabei sollen das Ventilspielausgleichselement stationär in der Brennkraftmaschine angeordnet sein und der Ventiltrieb weiterhin einen Sekundärhebel (7) mit einem ersten Hebelabschnitt (8) und einem zweiten Hebelabschnitt (9) umfassen, welcher Sekundärhebel zwischen den Hebelabschnitten an einer am Kipp- oder Schwinghebel ausgebildeten Hebelstütze (6) angelenkt ist, sich mit dem ersten Hebelabschnitt auf dem Ventilspielausgleichselement abstützt und mit dem zweiten Hebelabschnitt das Gaswechselventil betätigt, wobei der wirksame Hebelarm des ersten Hebelabschnitts deutlich größer als der wirksame Hebelarm des zweiten Hebelabschnitts ist.




Beschreibung

Gebiet der Erfindung



[0001] Die Erfindung betrifft einen Ventiltrieb für eine Brennkraftmaschine insbesondere mit Dekompressionsbremse. Der Ventiltrieb umfasst eine Nockenwelle mit einem Nocken, einen Kipp- oder Schwinghebel zur Übertragung des Nockenhubs auf ein Gaswechselventil, ein den Kipp- oder Schwinghebel abstützendes Schwenklager und ein im Kraftfluss zwischen dem Nocken und dem Gaswechselventil angeordnetes hydraulisches Ventilspielausgleichselement.

Hintergrund der Erfindung



[0002] Bei Ventiltrieben für Brennkraftmaschinen mit Dekompressionsbremse - üblicherweise großvolumige Dieselmotoren für den Nutzfahrzeugbereich - ist es vorgesehen, während des Motorbremsbetriebs ein oder alle Auslassventile eines Zylinders im Verlauf des Verdichtungstakts erneut zu öffnen, um die Ladungswechselarbeit zugunsten negativer Motorleistung deutlich zu erhöhen. Gegenüber der regulären Auslassventilbetätigung im Expansionstakt erfordert das erneute Auslassöffnen in Abhängigkeit von dessen Steuerzeiten deutlich höhere Ventilbetätigungskräfte, da die Auslassventile gegen den Verdichtungsdruck und mitunter gegen den Verdichtungsenddruck im Zylinder öffnen müssen.

[0003] Wie es in der als gattungsbildend betrachteten US 7,392,772 B2 vorgeschlagen ist, kann bei derartigen Ventiltrieben der Ausgleich des Ventilspiels auch mittels eines hydraulischen Ventilspielausgleichselements automatisch und stufenlos erfolgen, wobei das Ventilspielausgleichselement als Alternative zu einer das Ventilspiel mechanisch justierenden Einstellschraube zwischen dem ventilseitigen Hebelabschnitt eines dort offenbarten Kipphebels und dem Gaswechselventil angeordnet sein soll. Diese Positionierung des Ventilspielausgleichselements kann jedoch dahingehend problematisch sein, als die hohen Ventilbetätigungskräfte während des Motorbremsbetriebs ein übermäßiges Absinken des Ventilspielausgleichselements infolge Auspressens von Hydraulikmittel aus dessen Hochdruckraum bewirken. Die anschließend erforderliche Regeneration des Ventilspielausgleichselements wird zudem durch das Mehrfachöffnen des Auslassventils während einer Nockenumdrehung erschwert, da für das Nachsaugen von Hydraulikmittel in den dann expandierenden Hochdruckraum nur ein vergleichsweise kleiner hubfreier Nockenwinkel zur Verfügung steht. Eine Folge dieses Ungleichgewichts zwischen Absinken und Regeneration des Ventilspielausgleichselements kann, je nach Dauer des Motorbremsbetriebs, ein sukzessives vollständiges Zusammensinken des Ventilspielausgleichselements in seine mechanische Blockstellung sein, wobei dies mit einem sowohl in thermodynamischer Hinsicht als auch in mechanischer Hinsicht unzulässigen Abschneiden der Nockenerhebungen für den Expansionstakt und den Motorbremsbetrieb verbunden sein kann. Bezüglich der Thermodynamik seien der unzureichende Ladungswechsel aufgrund zu geringer Ventilöffnungsquerschnitte und bezüglich Mechanik die hohen Abhebe- und Aufsetzgeschwindigkeiten des Gaswechselventils infolge fehlender Nockenrampen zu nennen.

[0004] Diese Betrachtungen gelten in entsprechender Weise für den in der DE 10 2006 031 706 A1 vorgeschlagenen Ventiltrieb mit einem hydraulischen Ventilspielausgleichselement, das zwischen einem Kipphebel und dem Gaswechselventil angeordnet ist.

Aufgabe der Erfindung



[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Funktionsfähigkeit eines Ventiltriebs der eingangs genannten Art sicherzustellen. Demnach soll es auch im Falle sehr hoher Ventilbetätigungskräfte möglich sein, den Ventiltrieb mit einem hydraulischen Ventilspielausgleichselement der an sich bekannten Art zur automatischen und stufenlosen Einstellung des Ventilspiels auszustatten.

Zusammenfassung der Erfindung



[0006] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1, während vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung den Unteransprüchen entnehmbar sind. Demnach sollen das Ventilspielausgleichselement stationär in der Brennkraftmaschine angeordnet sein und der Ventiltrieb weiterhin einen Sekundärhebel mit einem ersten Hebelabschnitt und einem zweiten Hebelabschnitt umfassen. Dabei ist der Sekundärhebel zwischen den Hebelabschnitten an einer am Kipp- oder Schwinghebel ausgebildeten Hebelstütze angelenkt, stützt sich mit dem ersten Hebelabschnitt auf dem Ventilspielausgleichselement ab und betätigt mit dem zweiten Hebelabschnitt das Gaswechselventil. Der wirksame Hebelarm des ersten Hebelabschnitts ist deutlich größer als der wirksame Hebelarm des zweiten Hebelabschnitts.

[0007] Mit anderen Worten sieht die Erfindung eine Verlagerung des Ventilspielausgleichselements in der Weise vor, dass das Ventilspielausgleichselement nicht mehr - wie im eingangs zitierten Stand der Technik vorgeschlagen - mit dem Gaswechselventil mitbewegt und dessen Betätigungskräften unmittelbar ausgesetzt ist, sondern über ein Kräfte reduzierendes Hebelverhältnis stationär in den Kraftfluss zwischen Nocken und Gaswechselventil eingebunden ist.

[0008] In einer bezüglich des Hebelverhältnisses bevorzugten Konkretisierung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die wirksamen Hebelarme ein Übersetzungsverhältnis von mindestens 2:1 aufweisen. Beispielsweise würde demnach das Ventilspielausgleichselement bei einer Ventilbetätigungskraft von 15 kN und einem Übersetzungsverhältnis von 3:1 lediglich mit einer Kraft von 5 kN belastet werden.

[0009] Zur Reduzierung des Montageaufwandes sollen ferner der Kipp- oder Schwinghebel und der Sekundärhebel zu einer verliersicheren Baueinheit zusammengefasst sein. Dabei kann es sich bei der Hebelstütze um einen an Seitenwänden des Kipp- oder Schwinghebels befestigten und die Seitenwände überspannenden Gelenkbolzen handeln, der mit einem den Sekundärhebel quer durchsetzenden Gelenkauge ein Bolzengelenk bildet.

[0010] Entsprechend einem später erläuterten Ausführungsbeispiel der Erfindung soll außerdem das Schwenklager als parallel zur Nockenwelle verlaufende Achse mit einem Hydraulikmittel führenden Kanal und mit einer das Ventilspielausgleichselement aufnehmenden und an den Kanal angeschlossenen Ausnehmung ausgebildet sein. Eine besonders kompakte Ausgestaltung eines solchen Ventiltriebs ist ferner dann gegeben, wenn die Ausnehmung für das Ventilspielausgleichselement im Axialbereich eines die Achse umgreifenden Lagerauges des Kipp- oder Schwinghebels angeordnet ist, wobei das Lagerauge mit einer als Freigang für das Ventilspielausgleichselement und/oder den ersten Hebelabschnitt des Sekundärhebels dienenden Radialöffnung versehen ist. Vorzugsweise ist die Radialöffnung als in Umfangsrichtung des Lagerauges orientiertes Langloch ausgebildet. Dies kann beispielsweise dann zweckmäßig sein, wenn das Ventilspielausgleichselement durch die Radialöffnung hindurch ragt und den Kipp- oder Schwinghebel an den geraden Innenwänden der Radialöffnung in Querrichtung zur Achse führt.

[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung soll der Ventiltrieb weiterhin eine Stößelstange umfassen, die im Übertragungssinn zwischen dem zweiten Hebelabschnitt des Sekundärhebels und dem Gaswechselventil angeordnet ist. Zwecks Montagehilfe und betrieblicher Abspringsicherung für die Stößelstange soll ein ventilseitiger Endabschnitt des Kipp- oder Schwinghebels mit einer in Richtung des Gaswechselventils verlaufenden Öffnung versehen sein, durch welche die Stößelstange hindurchgeführt ist. Zudem sollen beide Enden der Stößelstange als Gelenkkopf ausgebildet sein, wobei der hebelseitige Gelenkkopf in einer am zweiten Hebelabschnitt des Sekundärhebels verlaufenden Gelenkpfanne und der ventilseitige Gelenkkopf in einer Gelenkpfanne eines das Gaswechselventil stirnseitig kontaktierenden Druckstücks aufgenommen sind.

[0012] Schließlich sollen, sofern es möglich und zweckmäßig ist, die vorgenannten Merkmale auch beliebig miteinander kombinierbar sein.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen



[0013] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den Zeichnungen, in denen ein Ausführungsbeispiel mit den für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Bauteilen und Merkmalen dargestellt ist.

[0014] Es zeigen:
Figur 1
einen Ausschnitt eines Kipphebel-Ventiltriebs in Seitenansicht;
Figur 2
den Ventiltrieb gemäß Figur 1 in Draufsicht;
Figur 3
den Schnitt I-I gemäß Figur 2;
Figur 4
den Kipphebel-Ventiltrieb gemäß Figur 1 in schematischer Gesamtdarstellung und
Figur 5
den Schnitt II-II gemäß Figur 4.

Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen



[0015] In den Figuren 1 und 2 ist ein Ventiltrieb 1 einer Brennkraftmaschine mit Dekompressionsbremse in Seitenansicht bzw. in Draufsicht offenbart. Ein auf einem Schwenklager 2 zentral abgestützter Kipphebel 3 steht einerseits mit einem Nocken 4 einer Nockenwelle 5 in Wirkverbindung und weist andererseits eine Hebelstütze 6 auf, an der ein Sekundärhebel 7 zwischen seinem ersten Hebelabschnitt 8 und seinem zweiten Hebelabschnitt 9 angelenkt ist. Der Sekundärhebel 7 stützt sich mit dem ersten Hebelabschnitt 8 auf einem hydraulischen Ventilspielausgleichselement 10 ab und betätigt mit dem zweiten Hebelabschnitt 9 ein in Schließrichtung federkraftbeaufschlagtes auslassseitiges Gaswechselventil, nachfolgend kurz als Auslassventil 11 bezeichnet.

[0016] Der Kipphebel 3 und der Sekundärhebel 7 sind zu einer verliersicheren Baueinheit zusammengefasst, indem die Hebelstütze 6 als an vorspringenden Seitenwänden 12 des Kipphebels 3 befestigter und die Seitenwände 12 überspannender Gelenkbolzen ausgebildet ist, der mit einem den Sekundärhebel 7 quer durchsetzenden Gelenkauge 13 (siehe Figur 3) ein Bolzengelenk bildet.

[0017] Bei dem Schwenklager 2 handelt es sich um eine grundsätzlich bekannte Achse, die parallel zur Nockenwelle 5 verläuft und von einem Lagerauge 14 des Kipphebels 3 unter Bildung eines Gleitlagers umgriffen wird. Der mittlere Axialbereich des Lagerauges 14 ist mit einer Radialöffnung 15 versehen, die hier als in Umfangsrichtung des Lagerauges 14 orientiertes Langloch ausgebildet ist und je nach Ausfahrstellung des Ventilspielausgleichselements 10 als Freigang für das Ventilspielausgleichselement 10 und/oder den ersten Hebelabschnitt 8 des Sekundärhebels 7 dient. Die Breite des Langlochs 15 ist zudem so bemessen, dass zum Außenumfang des Ventilspielausgleichselements 10 ein lediglich geringes Axialspiel besteht, um den Kipphebel 3 in Längsrichtung der Achse 2 in Position zu halten.

[0018] Wie es aus dem in Figur 3 gezeigten Schnitt I-I deutlich wird, ist das an sich bekannte Ventilspielausgleichselement 10 in einer Ausnehmung 16 der Achse 2 aufgenommen und wird über einen an die Schmiermittelversorgung der Brennkraftmaschine angeschlossenen und die Ausnehmung 16 schneidenden Kanal 17 mit Hydraulikmittel versorgt. Zur Druckentlastung dient eine den Grund der Ausnehmung 16 schneidende Achsbohrung 18, die zumindest in der gezeigten hubfreien Stellung des Kipphebels 3 über eine Kipphebelbohrung 19 mit der Umgebung des Kipphebels 3 kommuniziert.

[0019] Die Betätigung des Auslassventils 11 erfolgt mittels einer Stößelstange 20, die zwischen dem zweiten Hebelabschnitt 9 des Sekundärhebels 7 und dem Auslassventil 11 angeordnet ist und deren beide Enden 21, 22 als sphärischer Gelenkkopf ausgebildet sind. Dabei sind der hebelseitige Gelenkkopf 21 in einer im zweiten Hebelabschnitt 9 verlaufenden Gelenkpfanne 23 und der ventilseitige Gelenkkopf 22 in einer Gelenkpfanne 24 eines das Auslassventil 11 stirnseitig kontaktierenden Druckstücks 25 aufgenommen. Die Gelenkpfannen 23, 24 sind kalottenförmig ausgebildet.

[0020] Zur vereinfachten Montage des Ventiltriebs 1 und um ein ungewolltes Abspringen der Stößelstange 20 während des Betriebs der Brennkraftmaschine zu verhindern, ist der ventilseitige Endabschnitt des Kipphebels 3 mit einer in Richtung des Auslassventils 11 verlaufenden Öffnung 26 versehen, durch welche die Stößelstange 20 mit dem erforderlichen Betriebsspiel hindurchgeführt ist.

[0021] Bei Betrachtung des Sekundärhebels 7 in Figur 3 wird ferner deutlich, dass der wirksame Hebelarm des ersten Hebelabschnitts 8 wesentlich größer als der wirksame Hebelarm des zweiten Hebelabschnitts 9 ist, wobei die wirksamen Hebelarme im gezeigten Ausführungsbeispiel ein Übersetzungsverhältnis von etwa 3:1 aufweisen. Unter den wirksamen Hebelarmen ist jeweils der Abstand zwischen der Hebelstütze 6 und dem Kontaktpunkt zum Ventilspielausgleichselement 10 bzw. zur Stößelstange 20 zu verstehen. Aufgrund des Übersetzungsverhältnisses werden die im Kontakt zwischen dem Druckstück 25 und dem Auslassventil 11 wirksamen Ventilbetätigungskräfte in guter Näherung auf 1/3 seitens des abstützenden Ventilspielausgleichselements 10 reduziert, so dass der durch das Auspressen von Hydraulikmittel bedingte Absinkwert des Ventilspielausgleichselements 10 auch bei sehr hohen Ventilbetätigungskräften auf einem vergleichsweise geringen Niveau gehalten werden kann.

[0022] Eine schematische Gesamtdarstellung des in den vorherigen Figuren nur teilweise dargestellten Ventiltriebs 1 geht aus Figur 4 hervor. Abgesehen von der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Kipphebels 3 und des Sekundärhebels 7 sowie der Anordnung des hydraulischen Ventilspielausgleichselements 10 ist der grundsätzliche Aufbau des Ventiltriebs 1 aus der eingangs zitierten US 7,392,772 B2 bekannt und an dieser Stelle nur kurz zusammengefasst. In Draufsicht dargestellt sind die Nockenwelle 5 mit dem Nocken 4, die Achse 2, der Kipphebel 3, der Sekundärhebel 7, das Ventilspielausgleichselement 10, die Hebelstütze 6 und das Auslassventil 11.

[0023] Das eingangs erwähnte erneute Öffnen des Auslassventils 11 während des Verdichtungstakts wird durch einen separaten Bremsnocken 27 erzeugt, der mit einem als Bremshebel 28 bezeichneten weiteren Kipphebel in Wirkverbindung steht. Wie es in Zusammenschau mit dem in Figur 5 dargestellten Schnitt II-II deutlich wird, ist der Kipphebel 3 mit einem seitlichen Fortsatz 29 versehen, der den Bremshebel 28 mit einem hydraulisch betätigten Koppelkolben 30 untergreift. Lediglich während des Motorbremsbetriebs befindet sich der Koppelkolben 30 in der dargestellten ausgefahrenen Position, so dass die Schwenkbewegung des Bremshebels 28 über den Koppelkolben 30, den Kipphebel 3 und den Sekundärhebel 7 auf das Auslassventil 11 übertragen wird.

[0024] Ferner sei noch darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht nur bei einem Kipphebel, sondern auch bei einem Schwinghebel Anwendung finden kann. Die beiden Hebelarten unterscheiden sich bekanntermaßen durch die Position des Schwenklagers, wobei der Schwinghebel nicht zentral, sondern endseitig gelagert ist und dementsprechend dort der Nocken und das Gaswechselventil an demselben Hebelabschnitt verlaufen.

[0025] Schließlich sei auch darauf hingewiesen, dass die Erfindung zwar bevorzugt, jedoch nicht ausschließlich in Zusammenhang mit einer Dekompressionsbremse vorgesehen ist. Ein erfindungsgemäßer Ventiltrieb kann vielmehr auch in solchen Fällen Anwendung finden, in denen sehr hohe Ventilbetätigungskräfte zu beherrschen sind und dennoch ein hydraulischer Ventilspielausgleich vorgesehen ist.

Bezugszahlen



[0026] 
1
Ventiltrieb
2
Schwenklager / Achse
3
Kipphebel
4
Nocken
5
Nockenwelle
6
Hebelstütze
7
Sekundärhebel
8
erster Hebelabschnitt des Sekundärhebels
9
zweiter Hebelabschnitt des Sekundärhebels
10
Ventilspielausgleichselement
11
Auslassventil / Gaswechselventil
12
Seitenwand des Kipphebels
13
Gelenkauge
14
Lagerauge
15
Radialöffnung
16
Ausnehmung
17
Kanal
18
Achsbohrung
19
Kipphebelbohrung
20
Stößelstange
21
Ende der Stößelstange / hebelseitiger Gelenkkopf
22
Ende der Stößelstange / ventilseitiger Gelenkkopf
23
Gelenkpfanne des Sekundärhebels
24
Gelenkpfanne des Druckstücks
25
Druckstück
26
Öffnung des Kipphebels
27
Bremsnocken
28
Bremshebel
29
seitlicher Fortsatz
30
Koppelkolben



Ansprüche

1. Ventiltrieb (1) für eine Brennkraftmaschine insbesondere mit Dekompressionsbremse, umfassend eine Nockenwelle (5) mit einem Nocken (4), einen Kipp- (3) oder Schwinghebel zur Übertragung des Nockenhubs auf ein Gaswechselventil (11), ein den Kipp- (3) oder Schwinghebel abstützendes Schwenklager (2) und ein im Kraftfluss zwischen dem Nocken (4) und dem Gaswechselventil (11) angeordnetes hydraulisches Ventilspielausgleichselement (10), dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilspielausgleichselement (10) stationär in der Brennkraftmaschine angeordnet ist und der Ventiltrieb (1) weiterhin einen Sekundärhebel (7) mit einem ersten Hebelabschnitt (8) und einem zweiten Hebelabschnitt (9) umfasst, welcher Sekundärhebel (7) zwischen den Hebelabschnitten (8, 9) an einer am Kipp-(3) oder Schwinghebel ausgebildeten Hebelstütze (6) angelenkt ist, sich mit dem ersten Hebelabschnitt (8) auf dem Ventilspielausgleichselement (10) abstützt und mit dem zweiten Hebelabschnitt (9) das Gaswechselventil (11) betätigt, wobei der wirksame Hebelarm des ersten Hebelabschnitts (8) deutlich größer als der wirksame Hebelarm des zweiten Hebelabschnitts (9) ist.
 
2. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die wirksamen Hebelarme ein Übersetzungsverhältnis von mindestens 2:1 aufweisen.
 
3. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kipp-(3) oder Schwinghebel und der Sekundärhebel (7) zu einer verliersicheren Baueinheit zusammengefasst sind.
 
4. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Hebelstütze (6) um einen an Seitenwänden (12) des Kipp- (3) oder Schwinghebels befestigten und die Seitenwände (12) überspannenden Gelenkbolzen handelt, der mit einem den Sekundärhebel (7) quer durchsetzenden Gelenkauge (13) ein Bolzengelenk bildet.
 
5. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenklager (2) als parallel zur Nockenwelle (5) verlaufende Achse mit einem Hydraulikmittel führenden Kanal (17) und mit einer das Ventilspielausgleichselement (10) aufnehmenden und an den Kanal (17) angeschlossenen Ausnehmung (16) ausgebildet ist.
 
6. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (16) für das Ventilspielausgleichselement (10) im Axialbereich eines die Achse (2) umgreifenden Lagerauges (14) des Kipp- (3) oder Schwinghebels angeordnet ist, wobei das Lagerauge (14) mit einer als Freigang für das Ventilspielausgleichselement (10) und/oder den ersten Hebelabschnitt (8) des Sekundärhebels (7) dienenden Radialöffnung (15) versehen ist.
 
7. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Radialöffnung (15) als in Umfangsrichtung des Lagerauges (14) orientiertes Langloch ausgebildet ist.
 
8. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventiltrieb (1) weiterhin eine Stößelstange (20) umfasst, die im Übertragungssinn zwischen dem zweiten Hebelabschnitt (9) des Sekundärhebels (7) und dem Gaswechselventil (11) angeordnet ist.
 
9. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein ventilseitiger Endabschnitt des Kipp- (3) oder Schwinghebels mit einer in Richtung des Gaswechselventils (11) verlaufenden Öffnung (26) versehen ist, durch welche Öffnung (26) die Stößelstange (20) hindurchgeführt ist.
 
10. Ventiltrieb (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass beide Enden (21, 22) der Stößelstange (20) als Gelenkkopf ausgebildet sind, wobei der hebelseitige Gelenkkopf (21) in einer am zweiten Hebelabschnitt (9) des Sekundärhebels (7) verlaufenden Gelenkpfanne (23) und der ventilseitige Gelenkkopf (22) in einer Gelenkpfanne (24) eines das Gaswechselventil (11) stirnseitig kontaktierenden Druckstücks (25) aufgenommen sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente