(19)
(11)EP 2 801 694 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
12.11.2014  Patentblatt  2014/46

(21)Anmeldenummer: 13166713.1

(22)Anmeldetag:  06.05.2013
(51)Int. Kl.: 
E21B 33/035  (2006.01)
E21B 33/06  (2006.01)
E21B 33/064  (2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71)Anmelder: Röhm, Valentin
80637 München (DE)

(72)Erfinder:
  • Röhm, Valentin
    80637 München (DE)

(74)Vertreter: Fischer, Ernst 
Pateris Patentanwälte Partnerschaft Altheimer Eck 13
80331 München
80331 München (DE)

 
Bemerkungen:
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
 


(54)Auffangeinrichtung für ein Bohrloch einer Fluidquelle


(57) Die erfindugnsgemäße Auffangeinrichtung für ein Loch (5) einer Fluidquelle, weist eine Grundplatte (6), die über dem Loch (5) verankerbar ist und eine Grundplattenöffnung (9) aufweist, durch die Fluid aus dem Loch (5) strömbar ist, ein Trichter (10), der mit seiner großen Öffnung (11) an der Grundplatte (6) und über die Grundplattenöffnung (9) gestülpt befestigt ist, so dass die kleine Öffnung (15) des Trichters (10) der Grundplattenöffnung (9) abgewandt angeordnet ist, ein Steigrohr (2), das mit seinem einen Längsende (3) an der kleinen Trichteröffnung (15) positionierbar ist, und mindestens zwei Schieber (17) auf, die an der Trichterinnenseite (16) entlang der Trichterachse längsverschiebbar gelagert und einander gegenüberliegend angeordnet sind, dass, wenn die Fluidquelle im Normalzustand ist, die Schieber (17) im Passivzustand sind und dabei innerhalb des Trichters (10) um die Grundplattenöffnung (9) herum angeordnet sind, und, wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem das Fluid unkontrolliert aus dem Loch (5) austritt, die Schieber (17) im Aktivzustand aus dem Trichter (10) durch die kleine Öffnung (15) durch Längsverschieben herausgeführt sind und das Längsende (3) des Steigrohrs (2) umgreifen, wodurch aus der Grundplattenöffnung (9) strömendes Fluid via die Schieber (17) auffangbar und via das Steigrohr (2) ableitbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Auffangeinrichtung für ein Bohrloch einer Fluidquelle.

[0002] In einer Erdöl- und/oder Erdgaslagerstätte liegt Erdöl und/oder Erdgas in einer Blase im Boden eingelagert vor. Häufig befindet sich die Blase unter einem gas- und/oder flüssigkeitsdichten Deckgebirge, wodurch in der Blase ein hoher Druck herrscht. Zum Fördern des in der Blase eingelagerten Erdöls und/oder Erdgases ist es bekannt in dem Deckgebirge eine Bohrung anzubringen, durch die ein Zugang zu der Blase hergestellt wird. Zur Kompensation des hohen Drucks in der Blase wird während der Bohrung eine Bohrflüssigkeit mit einer hohen Dichte in das Bohrloch eingefüllt. Die sich dadurch ergebende Flüssigkeitssäule erzeugt einen hydrostatischen Gegendruck, wodurch ein unkontrolliertes Austreten von Erdöl und/oder Erdgas aus der Blase unterbunden ist. Jedoch kann es beim Bohren und bei der späteren Förderung zu unerwarteten Druckanstiegen in der Blase kommen. Wenn der Lagerstättendruck größer wird als der Gegendruck der Bohrflüssigkeit, kann Erdöl und/oder Erdgas in das Bohrloch eindringen, wobei das Erdöl und/oder das Erdgas die Bohrlochflüssigkeit in Richtung zur Erdoberfläche hin verdrängt und schließlich selbst als Ausbruch die Oberfläche erreicht. Um einen derartigen Ausbruch zu verhindern oder zumindest einzudämmen, muss das Bohrloch schnell verschlossen werden. Hierzu ist es bekannt an dem Bohrlochmund einen Bohrlochverschluss anzubringen. Der Bohrlochverschluss ist an dem Bohrloch montiert und fest in dem Boden verankert. Der Bohrlochverschluss weist eine Reihe von kombinierten Absperreinrichtungen auf, die direkt über dem Bohrloch montiert sind.

[0003] Gelingt es nicht mit dem Bohrlochverschluss den Ausbruch von Erdöl und/oder Erdgas zu stoppen, gelangt Erdöl und/oder Erdgas unkontrolliert an die Erdoberfläche. Das dadurch aus dem Bohrloch austretende Erdgas und/oder Erdöl steht einer Förderung nicht mehr zur Verfügung, wodurch ein wirtschaftlicher Schaden entsteht. Vielmehr wiegt jedoch der Umstand, dass vor allem beim Ausfluss von großen Mengen an Erdöl und/oder Erdgas eine starke Umweltverschmutzung einhergeht, die beträchtliche ökologische Schäden nach sich zieht.

[0004] Bisher werden Bohrlöcher lediglich mit dem Bohrlochverschluss versehen, wobei bei dessen Versagen eine Havarie eintreten kann. Insbesondere bei Bohrlöchern in der Tiefsee ist es schwierig in großen Tiefen den Bohrlochverschluss zu montieren und noch schwieriger im Havariefall das Bohrloch wieder zu verschließen.

[0005] Aufgabe der Erfindung ist es eine Auffangeinrichtung für ein Bohrloch einer Fluidquelle, ein Verfahren zum Absichern des Bohrlochs mit der Auffangeinrichtung und eine Verwendung der Auffangeinrichtung zum Absichern des Bohrlochs zu schaffen, wobei das Bohrloch mit der Auffangeinrichtung neben einer herkömmlichen Einrichtung redundant absicherbar ist.

[0006] Die erfindungsgemäße Auffangeinrichtung für ein Loch einer Fluidquelle weist eine Grundplatte, die über dem Loch verankerbar ist und eine Grundplattenöffnung aufweist, durch die Fluid aus dem Loch strömbar ist, einen Trichter, der mit seiner großen Öffnung an der Grundplatte und über die Grundplattenöffnung gestülpt befestigt ist, so dass die kleine Öffnung des Trichters der Grundplattenöffnung abgewandt angeordnet ist, ein Steigrohr, das mit seinem einen Längsende an der kleinen Trichteröffnung positionierbar ist, und mindestens zwei Schieber auf, die an der Trichterinnenseite entlang der Trichterachse längsverschiebbar gelagert und einander gegenüberliegend angeordnet sind, dass, wenn die Fluidquelle im Normalzustand ist, die Schieber im Passivzustand und dabei innerhalb des Trichters um die Grundplattenöffnung herum angeordnet sind, und, wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem das Fluid unkontrolliert aus dem Loch austritt, die Schieber im Aktivzustand aus dem Trichter durch die kleine Öffnung durch Längsverschieben herausgeführt sind und das Längsende des Steigrohrs umgreifen, wodurch aus der Grundplattenöffnung strömendes Fluid via die Schieber auffangbar und via das Steigrohr ableitbar ist. Mit der Grundplatte ist die Auffangeinrichtung an dem Loch anbringbar, ohne dass eventuell bereits vorhandene Fördereinrichtungen und Absperrarmaturen abgebaut werden müssen. Der Trichter und die Schieber können vorteilhaft derart dickwandig ausgeführt sein, dass sie dem Druck des aus dem Loch austretenden Fluids standhalten können.

[0007] Die Grundplatte zusammen mit dem Trichter ist bevorzugt zweiteilig bestehend aus zwei Hälften ausgeführt. Zum Montieren der Grundplatte und des Trichters am Loch wird jede Hälfte beidseitig des Lochs am Boden platziert und dann werden die beiden Hälften zusammengeführt, wodurch die Grundplatte und der Trichter gebildet werden sowie die Grundplattenöffnung über dem Loch angeordnet ist. Dadurch kann die Auffangeinrichtung an das Loch auch dann montiert werden, wenn die Fluidquelle sich bereits im Havariezustand befindet. Dabei kann die Auffangeinrichtung mit ihrer geteilten Grundplatte und ihrem geteilten Trichter quasi im Windschatten des ausströmenden Fluids seitlich an das Loch herangebracht werden, so dass die Montage der beiden Hälften in derjenigen Zone bewerkstelligt wird, die von dem ausströmenden Fluid am wenigstens beeinträchtigt ist.

[0008] Es ist bevorzugt, dass die Schieber im Aktivzustand in Umfangsrichtung seitlich aneinanderliegen, wodurch von den Schiebern das Längsende des Steigrohrs gegenüber dem Trichter abgedichtet ist. Die Schieber weisen bevorzugt eine der Trichterinnenseite zugewandte Schiebergleitfläche, die parallel zur Trichterinnenseite ist, und der Schiebergleitfläche abgewandt eine Schieberklemmfläche auf, die parallel zur Trichterachse ist. Bevorzugtermaßen erstrecken sich die Schieber in der Aktivstellung von der Trichterinnenseite hin zum Außenende des Längsendes des Steigrohrs, wodurch der Radialabstand zwischen der Trichterinnenseite und der Außenseite des Längsendes in der Aktivstellung überbrückt ist. Im Aktivzustand stehen die Schiebergleitfläche mit der Trichterinnenseite und die Schieberklemmfläche mit dem Längsende des Steigrohrs in Berührkontakt. Dadurch entsteht zwischen der Trichterinnenseite und der Schiebergleitfläche sowie zwischen der Schieberklemmfläche und dem Steigrohr jeweils eine Dichtfläche, durch die ein Austreten von Fluid von innerhalb des Trichters nach außerhalb des Trichters unterbunden ist.

[0009] Es ist bevorzugt, dass die Auffangeinrichtung eine Antriebseinheit aufweist, mit der die Schieber von der Passivstellung in die Aktivstellung entlang der Trichterinnenseite zum Längsverschieben antreibbar sind. Die Antriebseinheit weist bevorzugt einen Linearantrieb auf, insbesondere einen Schneckenradantrieb oder einen Hydraulikstempel oder einen Schrittmotor. Es ist bevorzugt, dass die Antriebseinheit einen Seilzug aufweist, der an jedem Schieber angreift. Der Seilzug weist bevorzugt ein Hauptseil und für jeden Schieber jeweils ein Zugseil auf, wobei die Zugseile das Hauptseil mit den Schiebern koppeln. Das Hauptseil ist bevorzugt innerhalb des Steigrohrs angeordnet und die Zugseile erstrecken sich am Längsende aus dem Steigrohr heraus zu den Schiebern. Es ist auch möglich sowohl den Linearantrieb als auch den Seilzug vorzusehen, so dass redundante Antriebseinheiten zum Verschieben der Schieber vorliegen.

[0010] Es ist bevorzugt, dass jeder Schieber eine Flanke aufweist, die der Grundplatte zugewandt und quer zur Achse des Trichters angeordnet ist, so dass Fluid, das aus dem Loch in das Steigrohr strömt, die Schieber in Richtung weg von der Grundplatte mitreißt. Dadurch kann sich die Auffangeinrichtung im Havariezustand vorteilhaft selbst verschließen. Jeder Schieber weist bevorzugt eine Arretiervorrichtung auf, mittels der das Längsverschieben der Schieber unterdrückt werden kann und das Längsverschieben der Schieber erst ermöglicht werden kann, wenn das Steigrohr mit seinem Längsende an der kleinen Öffnung des Trichters positioniert ist. Die Arretiervorrichtung kann beispielsweise von einem fernsteuerbaren Riegel gebildet sein.

[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Absichern eines Lochs einer Fluidquelle weist folgende Schritte auf: Verankern der Auffangeinrichtung am Boden der Fluidquelle, wobei Fluid durch die Grundplattenöffnung strömbar ist, wobei die Schieber im Passivzustand sind; wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem Fluid unkontrolliert aus dem Loch austritt, bringen der Schieber in den Aktivzustand, wobei die Schieber an der Trichterinnenseite zum Längsende des Steigrohrs hin längsverschoben werden, so dass der Abstand zwischen dem Trichter und dem Steigrohr fluiddicht überbrückt ist. Erfindungsgemäß wird die Auffangeinrichtung zum Absichern eines Bohrlochs einer Erdöl- und/oder Erdgasquelle verwendet. Hierbei ist es bevorzugt, dass mit der Auffangeinrichtung eine an dem Bohrloch bereits installierte Förderapparatur nachgerüstet wird.

[0012] Die Montage der erfindungsgemäßen Auffangvorrichtung kann bereits beim Erschließen der Fluidquelle von Beginn an montiert werden, wobei beispielsweise ein Bohrlochverschluss zusammen mit der Auffangvorrichtung montiert wird. Es ist ebenso denkbar, die erfindungsgemäße Auffangvorrichtung zu einem späteren Zeitpunkt zu montieren, um das Loch mit der erfindungsgemäßen Auffangvorrichtung nachzurüsten. Es ist ebenso möglich, die erfindungsgemäße Auffangvorrichtung an das Loch erst dann zu montieren, sobald das Loch in den Havariezustand geraten ist.

[0013] Im Folgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Auffangeinrichtung anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform im Passivzustand und mit einem offenen Trichter,

Figur 2 eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform beim Verschieben der Schieber und mit dem offenen Trichter,

Figur 3 eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform im Aktivzustand und mit dem offenen Trichter,

Figur 4 eine Längsschnittansicht durch die Ausführungsform im Passivzustand und mit einer Fluidquelle,

Figur 5 eine Längsschnittansicht durch die Ausführungsform beim Verschieben der Schieber und mit der Fluidquelle,

Figur 6 eine Längsschnittansicht durch die Ausführungsform im Aktivzustand und mit der Fluidquelle,

Figur 7 eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform im Passivzustand und mit dem geschlossenen Trichter,

Figur 8 eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform beim Verschieben der Schieber und mit dem geschlossenen Trichter,

Figur 9 eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform im Aktivzustand und mit dem geschlossenen Trichter, sowie

Figur 10 eine perspektivische Ansicht eines Schiebers.



[0014] Wie es aus Fig. 1 bis 9 ersichtlich ist, weist eine Auffangeinrichtung 1 eine kreisförmige Grundplatte 6 auf. Die Grundplatte 6 weist in ihrer Mitte eine ebenfalls kreisförmige Grundplattenöffnung 9 auf, so dass die Grundplatte 6 radial sowohl einen Außenrand 7 als auch einen Innenrand 8 aufweist. Die Grundplatte 6 ist unmittelbar auf einem Erdboden 4 angeordnet und in diesem verankert. In dem Erdboden 4 ist ein Loch 5 eingebracht, wobei die Grundplatte 6 dabei derart über dem Loch 5 angeordnet ist, dass ein Fluid aus dem Loch 5 durch die Grundplattenöffnung 9 austreten kann. Die Auffangeinrichtung 1 weist weiterhin einen kegelstumpfförmigen Trichter 10 auf, dessen große Öffnung 11 dem Loch 5 zugewandt und dessen kleine Öffnung 15 dem Loch 5 abgewandt ist. Der Trichter 10 weist an seiner großen Öffnung 11 einen Flansch 12 auf, mittels dem der Trichter 10 an der Grundplatte 6 derart befestigt ist, dass die Grundplattenöffnung 9 innerhalb des Trichters 10 angeordnet ist. Der Flansch 12 ist dabei mit Schraubenverbindungen 13 an der Grundplatte 6 befestigt, wobei es jedoch ebenfalls möglich ist, dass der Flansch 12 mit der Grundplatte 6 zu verschweißt ist. Zwischen dem Flansch 12 und der Grundplatte 6 ist eine Dichtfläche ausgebildet, so dass ein Austreten des Fluids zwischen dem Flansch 12 und der Grundplatte 6 unterbunden ist.

[0015] Die Auffangeinrichtung 1 weist ein Steigrohr 2 mit einem kreisförmigen Querschnitt auf, wobei das untere Längsende 3 des Steigrohrs 2 durch die kleine Öffnung 15 in den Trichter 10 eingeführt ist. Die Auffangeinrichtung 1 weist weiterhin vier Schieber 17 auf, die innerhalb des Trichters 10 jeweils paarweise gegenüberliegend angeordnet sind. Prinzipiell ist es möglich, die Erfindung mit einer beliebigen Anzahl Schieber 17, jedoch mindestens zwei Schieber 17, auszuführen, wobei auch eine ungerade Anzahl an Schiebern 17 denkbar ist. Die Schieber 17 weisen radial außen eine Schiebergleitfläche 21 auf, die parallel zu der Trichterinnenseite 16 des Trichters 10 ausgebildet ist. Radial innen weisen die Schieber 17 eine Schieberklemmfläche 22 auf, die parallel zu der Trichterachse ist.

[0016] Die Schieber 17 sind in dem Trichter 10 derart verschiebbar gelagert, dass der Verschiebeweg der Schieber 17 sowohl eine Komponente parallel zur Trichterachse als auch senkrecht zur Trichterachse hat. Dazu weist der Trichter 10 für jeden Schieber 17 mindestens eine an der Trichterinnenseite 16 angebrachte Gleitschiene 18 auf, die in eine entsprechende Aussparung in der Schiebergleitfläche 21 des Schiebers 17 eingeführt ist, so dass der Schieber 17 entlang der Trichterinnenseite 16 verschiebbar ist. Die Gleitschiene 18 und die Aussparung in der Schiebergleitfläche 21 können beispielsweise schwalbenschwanzförmig ausgebildet sein.

[0017] Im Normalzustand der Fluidquelle befinden sich die Schieber 17 im Passivzustand, der in Figuren 1, 4 und 7 dargestellt ist. Im Passivzustand sind die Schieber 17 um die Grundplattenöffnung 9 herum angeordnet und liegen mit ihren Schieberunterseiten 19 zumindest teilweise auf der Grundplatte 6 auf. Wenn nun ein Havariezustand eintritt, bei dem das Fluid unkontrolliert aus dem Loch 5 austritt, werden die Schieber 17 durch die kleine Öffnung 15 durch Längsverschieben aus dem Trichter 10 herausgeführt. Figuren 2, 5 und 8 zeigen die Schieber 17 auf dem Weg in den Aktivzustand. Die Schieber 17 im Aktivzustand sind in Figuren 3, 6 und 9 dargestellt. In dem Aktivzustand liegen die Schieber 17 in Umfangsrichtung seitlich aneinander, wodurch die Schieberklemmflächen 22 aller Schieber 17 eine zylindrische Fläche bilden, innerhalb derer das Längsende 3 des Steigrohrs 2 angeordnet ist. Die Schieberklemmflächen 22 umgreifen und klemmen das Längsende 3 des Steigrohrs 2 derart ein, dass zwischen den Schiebern 17 und dem Steigrohr 2 eine Dichtfläche gebildet ist, so dass kein Fluid zwischen den Schiebern 17 und dem Steigrohr 2 austreten kann. Indem die Schieber 17 in Umfangsrichtung seitlich aneinanderliegen, kann ebenfalls kein Fluid zwischen den Schiebern 17 austreten.

[0018] Die Abmessungen des Trichters 10 und der Schieber 17 sind dabei derart gewählt, dass in der Aktivstellung die Schieber 17 sich von der Trichterinnenseite 16 bis zur Außenseite des Längsendes 3 des Steigrohrs 2 erstrecken, wodurch der Radialabstand zwischen der Trichterinnenseite 16 und der Außenseite des Längsendes 3 überbrückt ist. Zwischen der Schiebergleitfläche 21 und der Trichterinnenseite 16 ist somit eine weitere Dichtfläche ausgebildet, wodurch kein Fluid zwischen dem Schieber 17 und der Trichterinnenseite 16 austreten kann. Somit ist vorteilhaft sichergestellt, dass im Havariezustand Fluid nur via das Steigrohr 2 aus dem Trichter 10 austreten kann und somit kontrolliert aufgefangen werden kann.

[0019] Wie es aus Figur 10 ersichtlich ist, ist im unteren Bereich des Schiebers 17 eine Aussparung 23 angeordnet, so dass der Schieber 17 eine Flanke 29 aufweist, die der Grundplattenöffnung 9 zugewandt und im Wesentlichen senkrecht zur Trichterachse angeordnet ist. Das Fluid, das im Havariezustand aus dem Loch 5 strömt, prallt gegen die Flanke 29, so dass der Schieber 17 von dem Fluid in Richtung weg von der Grundplatte 6 mitgerissen wird. Somit kann sich im Havariezustand die Auffangeinrichtung 1 vorteilhaft selbst verschließen oder zumindest die zum Antreiben der Schieber 17 erforderliche Kraft kann verringert werden.

[0020] In der Aussparung 23 ist eine vertikal ausgebildete Rippe 24 angeordnet, in die eine Öse 25 eingebracht ist. In Figuren 1 bis 9 ist dargestellt, dass in jede Öse 25 jedes Schiebers 17 ein Zugseil 26 fest angebracht ist. Jedes der Zugseile 26 ist mittels eines Knotens 28 mit einem Hauptseil 27 verbunden. Das Hauptseil 27 ist durch das Steigrohr 2 nach außerhalb des Trichters 10 geführt. Die Schieber 17 können somit durch ein Ziehen des Hauptseils 27 von dem Passivzustand in den Aktivzustand gebracht werden.
Bezugszeichenliste
1 Auffangeinrichtung
2 Steigrohr
3 unteres Längsende des Steigrohrs
4 Erdboden
5 Lochöffnung
6 Grundplatte
7 Außenrand der Grundplatte
8 Innenrand der Grundplatte
9 Grundplattenöffnung
10 Trichter
11 große Öffnung
12 Flansch
13 Schraubenverbindung
14 Oberes Längsende des Trichters
15 kleine Öffnung
16 Trichterinnenseite
17 Schieber
18 Gleitschiene
19 Schieberunterseite
20 Schieberoberseite
21 Schiebergleitfläche
22 Schieberklemmfläche
23 Aussparung
24 Rippe
25 Öse
26 Zugseil
27 Hauptseil
28 Knoten
29 Flanke



Ansprüche

1. Auffangeinrichtung für ein Loch (5) einer Fluidquelle, mit einer Grundplatte (6), die über dem Loch (5) verankerbar ist und eine Grundplattenöffnung (9) aufweist, durch die Fluid aus dem Loch (5) strömbar ist, einem Trichter (10), der mit seiner großen Öffnung (11) an der Grundplatte (6) und über die Grundplattenöffnung (9) gestülpt befestigt ist, so dass die kleine Öffnung (15) des Trichters (10) der Grundplattenöffnung (9) abgewandt angeordnet ist, einem Steigrohr (2), das mit seinem einen Längsende (3) an der kleinen Trichteröffnung (15) positionierbar ist, und mindestens zwei Schieber (17), die an der Trichterinnenseite (16) entlang der Trichterachse längsverschiebbar gelagert und einander gegenüberliegend angeordnet sind, dass, wenn die Fluidquelle im Normalzustand ist, die Schieber (17) im Passivzustand sind und dabei innerhalb des Trichters (10) um die Grundplattenöffnung (9) herum angeordnet sind, und, wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem das Fluid unkontrolliert aus dem Loch (5) austritt, die Schieber (17) im Aktivzustand aus dem Trichter (10) durch die kleine Öffnung (15) durch Längsverschieben herausgeführt sind und das Längsende (3) des Steigrohrs (2) umgreifen, wodurch aus der Grundplattenöffnung (9) strömendes Fluid via die Schieber (17) auffangbar und via das Steigrohr (2) ableitbar ist.
 
2. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 1, wobei die Schieber (17) im Aktivzustand in Umfangsrichtung seitlich aneinander liegen, wodurch von den Schiebern (17) das Längsende (3) des Steigrohrs (2) gegenüber dem Trichter (10) abgedichtet ist.
 
3. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Schieber (17) eine der Trichterinnenseite (16) zugewandte Schiebergleitfläche (21), die parallel zur Trichterinnenseite (16) ist, und der Schiebergleitfläche (21) abgewandt eine Schieberklemmfläche (22) aufweist, die parallel zur Trichterachse ist.
 
4. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 3, wobei die Schieber (17) in der Aktivstellung von der Trichterinnenseite (16) zur Außenseite des Längsendes (3) des Steigrohrs (2) hin sich erstrecken, wodurch der Radialabstand zwischen der Trichterinnenseite (16) und der Außenseite des Längsendes (3) in der Aktivstellung überbrückt ist.
 
5. Auffangeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Auffangeinrichtung (1) eine Antriebseinheit aufweist, mit der die Schieber (17) von der Passivstellung in die Aktivstellung entlang der Trichterinnenseite (16) zum Längsverschieben antreibbar sind.
 
6. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 5, wobei die Antriebseinheit einen Linearantrieb aufweist, insbesondere ein Schneckenradantrieb oder ein Hydraulikstempel oder ein Schrittmotor.
 
7. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 5, wobei die Antriebseinheit einen Seilzug (25 bis 27) aufweist, der an jedem Schieber (17) angreift.
 
8. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 7, wobei der Seilzug ein Hauptseil (27) und für jeden Schieber (17) ein Zugseil (16) aufweist, wobei die Zugseile (26) das Hauptseil (27) mit den Schiebern (17) koppeln.
 
9. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 8, wobei das Hauptseil (17) innerhalb des Steigrohrs (2) angeordnet ist und die Zugseile (16) am Längsende (3) aus dem Steigrohr (2) heraus zu den Schiebern (17) sich erstrecken.
 
10. Auffangeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei jeder Schieber (17) eine Flanke (29) aufweist, die der Grundplattenöffnung (9) zugewandt und quer zur Achse des Trichters (10) angeordnet ist, so dass Fluid, das aus dem Loch (5) in das Steigrohr (2) strömt, die Schieber (17) in Richtung weg von der Grundplatte (6) mitreißt.
 
11. Verfahren zum Absichern eines Lochs einer Fluidquelle, mit den Schritten:

Verankern einer Auffangeinrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 am Boden einer Fluidquelle, wobei Fluid durch die Grundplattenöffnung (9) strömbar ist, wobei die Schieber (17) im Passivzustand sind;

Wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem Fluid unkontrolliert aus dem Loch (5) austritt, Bringen der Schieber (17) in den Aktivzustand, wobei die Schieber (17) an der Trichterinnenseite (16) zum Längsende des Steigrohrs (2) hin längsverschoben werden, so dass der Abstand zwischen dem Trichter (10) und dem Steigrohr (2) fluiddicht überbrückt ist.


 
12. Verwenden einer Auffangeinrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 zum Absichern eines Bohrlochs einer Erdöl-und/oder Erdgasquelle.
 
13. Verwenden der Auffangeinrichtung (1) gemäß Anspruch 12, wobei mit der Auffangeinrichtung (1) eine an dem Bohrloch bereits installierte Förderapparatur nachgerüstet wird.
 


Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.


1. Auffangeinrichtung für ein Loch (5) einer Fluidquelle, mit einer Grundplatte (6), die über dem Loch (5) verankerbar ist und eine Grundplattenöffnung (9) aufweist, durch die Fluid aus dem Loch (5) strömbar ist, einem Trichter (10), der mit seiner großen Öffnung (11) an der Grundplatte (6) und über die Grundplattenöffnung (9) gestülpt befestigt ist, so dass die kleine Öffnung (15) des Trichters (10) der Grundplattenöffnung (9) abgewandt angeordnet ist, einem Steigrohr (2), das mit seinem einen Längsende (3) an der kleinen Trichteröffnung (15) positionierbar ist, und mindestens zwei Schieber (17), die an der Trichterinnenseite (16) entlang der Trichterachse derart längsverschiebbar gelagert und einander gegenüberliegend angeordnet sind, dass, wenn die Fluidquelle im Normalzustand ist, die Schieber (17) im Passivzustand sind und dabei innerhalb des Trichters (10) um die Grundplattenöffnung (9) herum angeordnet sind, und, wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem das Fluid unkontrolliert aus dem Loch (5) austritt, die Schieber (17) im Aktivzustand aus dem Trichter (10) durch die kleine Öffnung (15) durch Längsverschieben herausgeführt sind und das Längsende (3) des Steigrohrs (2) umgreifen, wodurch aus der Grundplattenöffnung (9) strömendes Fluid via die Schieber (17) auffangbar und via das Steigrohr (2) ableitbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Schieber (17) eine Flanke (29) aufweist, die der Grundplattenöffnung (9) zugewandt und quer zur Achse des Trichters (10) angeordnet ist, so dass Fluid, das aus dem Loch (5) in das Steigrohr (2) strömt, die Schieber (17) in Richtung weg von der Grundplatte (6) mitreißt.
 
2. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 1, wobei die Schieber (17) im Aktivzustand in Umfangsrichtung seitlich aneinander liegen, wodurch von den Schiebern (17) das Längsende (3) des Steigrohrs (2) gegenüber dem Trichter (10) abgedichtet ist.
 
3. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei die Schieber (17) eine der Trichterinnenseite (16) zugewandte Schiebergleitfläche (21), die parallel zur Trichterinnenseite (16) ist, und der Schiebergleitfläche (21) abgewandt eine Schieberklemmfläche (22) aufweist, die parallel zur Trichterachse ist.
 
4. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 3, wobei die Schieber (17) in der Aktivstellung von der Trichterinnenseite (16) zur Außenseite des Längsendes (3) des Steigrohrs (2) hin sich erstrecken, wodurch der Radialabstand zwischen der Trichterinnenseite (16) und der Außenseite des Längsendes (3) in der Aktivstellung überbrückt ist.
 
5. Auffangeinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Auffangeinrichtung (1) eine Antriebseinheit aufweist, mit der die Schieber (17) von der Passivstellung in die Aktivstellung entlang der Trichterinnenseite (16) zum Längsverschieben antreibbar sind.
 
6. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 5, wobei die Antriebseinheit einen Linearantrieb aufweist, insbesondere ein Schneckenradantrieb oder ein Hydraulikstempel oder ein Schrittmotor.
 
7. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 5, wobei die Antriebseinheit einen Seilzug (25 bis 27) aufweist, der an jedem Schieber (17) angreift.
 
8. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 7, wobei der Seilzug ein Hauptseil (27) und für jeden Schieber (17) ein Zugseil (16) aufweist, wobei die Zugseile (26) das Hauptseil (27) mit den Schiebern (17) koppeln.
 
9. Auffangeinrichtung gemäß Anspruch 8, wobei das Hauptseil (17) innerhalb des Steigrohrs (2) angeordnet ist und die Zugseile (16) am Längsende (3) aus dem Steigrohr (2) heraus zu den Schiebern (17) sich erstrecken.
 
10. Verfahren zum Absichern eines Lochs einer Fluidquelle, mit den Schritten:

Verankern einer Auffangeinrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 am Boden einer Fluidquelle, wobei Fluid durch die Grundplattenöffnung (9) strömbar ist, wobei die Schieber (17) im Passivzustand sind;

Wenn die Fluidquelle im Havariezustand ist, bei dem Fluid unkontrolliert aus dem Loch (5) austritt, Bringen der Schieber (17) in den Aktivzustand, wobei die Schieber (17) an der Trichterinnenseite (16) zum Längsende des Steigrohrs (2) hin längsverschoben werden, so dass der Abstand zwischen dem Trichter (10) und dem Steigrohr (2) fluiddicht überbrückt ist.


 
11. Verwenden einer Auffangeinrichtung (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 zum Absichern eines Bohrlochs einer Erdöl- und/oder Erdgasquelle.
 
12. Verwenden der Auffangeinrichtung (1) gemäß Anspruch 11, wobei mit der Auffangeinrichtung (1) eine an dem Bohrloch bereits installierte Förderapparatur nachgerüstet wird.
 




Zeichnung