(19)
(11)EP 3 013 435 B1

(12)EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45)Hinweis auf die Patenterteilung:
29.07.2020  Patentblatt  2020/31

(21)Anmeldenummer: 14735890.7

(22)Anmeldetag:  26.06.2014
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A62B 35/00(2006.01)
(86)Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2014/063543
(87)Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2014/207116 (31.12.2014 Gazette  2014/53)

(54)

BAUTEIL ZUM ANBRINGEN AN EINEM AUFFANGGURT

COMPONENT FOR FITTING TO A SAFETY HARNESS

COMPOSANT DESTINÉ À ÊTRE FIXÉ À UN HARNAIS ANTICHUTE


(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30)Priorität: 26.06.2013 DE 102013010662

(43)Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.05.2016  Patentblatt  2016/18

(73)Patentinhaber: EINHAUS, Marco
82234 Wessling (DE)

(72)Erfinder:
  • EINHAUS, Sonja
    82234 Wessling (DE)

(74)Vertreter: Dilg, Haeusler, Schindelmann Patentanwaltsgesellschaft mbH 
Leonrodstraße 58
80636 München
80636 München (DE)


(56)Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 557 198
DE-U1-202011 052 479
US-A1- 2005 045 420
WO-A1-2008/080997
GB-A- 2 489 417
US-A1- 2005 086 914
  
      
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Bauteil zum Anbringen an einem Auffang-oder Haltegurt für einen menschlichen Benutzer, einen Auffanggurt, ein Verfahren zum Herstellen eines Bauteils zum Anbringen an einem Auffanggurt, ein Verfahren zum Herstellen eines Auffanggurts und verschiedene Verwendungen.

    [0002] In der WO 2008/080997 A1 wird ein Auffanggurt für einen menschlichen Körper beschrieben, welcher an zumindest einem der Beingurte des Auffanggurts eine Aussparung aufweist, die derart angeordnet ist, dass die vena femoralis zumindest teilweise freigehalten wird.

    [0003] In der US 2005/0045420 A1 wird ein Auffanggurt offenbart. Bei dem Auffanggurt ist an zumindest einem Beingurt jeweils zumindest ein in der Leistenzone angeordnetes Polsterkissen bereitgestellt. Mit dem zumindest einen Polsterkissen soll die Verletzungsgefahr verringert werden, welche von einem auf die Leiste einwirkenden Fallstoß herrühren kann. Zur besseren Anpassung an die Leistenzone weist das zumindest eine Polsterkissen mittig zumindest ein Filmscharnier auf.

    [0004] In der FR 2 937 254 wird ein Sitz- bzw. Auffanggurt offenbart, welcher zusätzlich eine aufblasbare Hose aufweist, die zwischen dem Auffanggurt und der Person angeordnet ist. Die aufblasbare Hose verteilt den Aufprall des Sturzes in den Auffanggurt auf eine größere Fläche.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine konstruktiv einfache Maßnahme bereitzustellen, einen Auffang- oder Haltegurt für einen menschlichen Benutzer zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvenen auszugestalten, wenn der Benutzer, der den Auffang- oder Haltegurt angelegt hat, in den Auffang- oder Haltegurt fällt oder darin hängt.

    [0006] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Weitere Ausführungsbeispiele sind in den abhängigen Ansprüchen gezeigt.

    [0007] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist ein Bauteil bereitgestellt, welches eine Trägerstruktur aufweist und zwei in einem derartigen Abstand voneinander an der Trägerstruktur angebrachte Beingurtpolster, dass ein zwischen den beiden Beingurtpolstern verbleibender Abschnitt der Trägerstruktur im an dem Auffang- oder Haltegurt angebrachten Zustand des Bauteils die Oberschenkelvene des Benutzers zumindest teilweise freihält, wenn der Benutzer den Auffang- oder Haltegurt angelegt hat, insbesondere wenn er in den Auffang-oder Haltegurt fällt oder darin hängt. Der Abschnitt ist beingurtpolsterfrei oder der Abschnitt weist ein, aus flexiblem Material bestehendes weiteres Beingurtpolster mit einer geringeren Dicke senkrecht zur Erstreckungsrichtung der Trägerstruktur als die beiden Beingurtpolster in dem Bereich, in dem sie an das weitere Beingurtpolster angrenzen, auf oder der Abschnitt weist ein, aus flexiblen Material bestehendes weiteres Beingurtpolster auf, dessen flexibles Material weicher ist als das benachbarte Material der Beingurtpolster. Das Bauteil weist eine an der Trägerstruktur angebrachte oder anbringbare lösbare Befestigungseinrichtung zum lösbaren Befestigen des Bauteils an dem Auffang-oder Haltegurt auf. Die beiden Beingurtpolster sind derart keilförmig ausgebildet, dass deren Stirnflächen einander unter Bildung des zwischen den beiden Beingurtpolstern verbleibenden Abschnitts dazwischen gegenüberliegen.

    [0008] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Auffanggurt, insbesondere ein Hüftgurt oder Brust- und Hüftgurt, für einen menschlichen Benutzer bereitgestellt, wobei der Auffanggurt zwei Beingurte für zwei menschliche Beine des Benutzers und zumindest ein Bauteil mit den oben beschriebenen Merkmalen aufweist, das an zumindest einem der Beingurte im Bereich des Beckens des Benutzers lösbar angebracht oder unlösbar fixiert und so positioniert ist, dass an dem zwischen den beiden Beingurtpolstern verbleibendem Abschnitt des zumindest einen Bauteils die Oberschenkelvene des Benutzers zumindest teilweise freigehalten ist, wenn der Benutzer den Auffanggurt angelegt hat.

    [0009] Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Herstellen eines Bauteils zum Anbringen an einem Auffanggurt für einen menschlichen Benutzer zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene des Benutzers bereitgestellt, wobei bei dem Verfahren eine Trägerstruktur bereitgestellt wird, zwei (insbesondere kissenförmige) Beingurtpolster in einem derartigen Abstand voneinander an der Trägerstruktur angebracht werden, dass ein zwischen den beiden Beingurtpolstern verbleibender Abschnitt der Trägerstruktur im an dem Auffanggurt angebrachten Zustand des Bauteils die Oberschenkelvene des Benutzers zumindest teilweise freihält, wenn der Benutzer den Auffanggurt angelegt hat. Der Abschnitt ist beingurtpolsterfrei oder der Abschnitt weist ein, aus flexiblem Material bestehendes weiteres Beingurtpolster mit einer geringeren Dicke senkrecht zur Erstreckungsrichtung der Trägerstruktur als die beiden Beingurtpolster in dem Bereich, in dem sie an das weitere Beingurtpolster angrenzen, auf oder der Abschnitt weist ein, aus flexiblen Material bestehendes weiteres Beingurtpolster auf, dessen flexibles Material weicher ist als das benachbarte Material der Beingurtpolster. Bei dem Verfahren wird ferner eine lösbare Befestigungseinrichtung an der Trägerstruktur zum lösbaren Befestigen des Bauteils an dem Auffanggurt angebracht oder eine an der Trägerstruktur anbringbare lösbare Befestigungseinrichtung bereitgestellt. Die beiden Beingurtpolster sind derart keilförmig ausgebildet, dass deren Stirnflächen einander unter Bildung des zwischen den beiden Beingurtpolstern verbleibenden Abschnitts dazwischen gegenüberliegen.

    [0010] Gemäß noch einem anderen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen eines Auffanggurts für einen menschlichen Benutzer geschaffen, wobei bei dem Verfahren zumindest ein Bauteil mit einem Verfahren mit den oben beschriebenen Merkmalen hergestellt wird, zwei Beingurte für zwei menschliche Beine des Benutzers bereitgestellt werden, das zumindest eine Bauteils an zumindest einem der Beingurte im Bereich des Beckens des Benutzers derart lösbar angebracht oder unlösbar fixiert wird, dass an dem zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibendem Abschnitt des zumindest einen Bauteils die Oberschenkelvene des Benutzers zumindest teilweise freigehalten ist, wenn der Benutzer den Auffanggurt angelegt hat.

    [0011] Gemäß noch einem anderen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird zumindest ein Bauteil mit den oben beschriebenen Merkmalen zum Nachrüsten eines bestehenden Auffanggurts mit zwei Beingurten für zwei menschliche Beine eines Benutzers derart verwendet, dass im nachgerüsteten Zustand an dem zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibendemAbschnitt des zumindest einen Bauteils die Oberschenkelvene (vena femoralis) des Benutzers zumindest teilweise freigehalten ist, wenn der Benutzer den mit dem zumindest einen Bauteil nachgerüsteten Auffanggurt trägt.

    [0012] Gemäß noch einem anderen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird zumindest ein Bauteil mit den oben beschriebenen Merkmalen für den Arbeitsschutz, für den Bau, für Montagearbeiten, für medizintechnische Anwendungen, zum Klettern, zum Sportklettern, für Fallschirme, für Rettungsexpeditionen, für Silobefahranlagen, für Bergungsarbeiten oder in der Weltraumtechnik verwendet.

    [0013] Die Gestaltung des Bauteils gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Beingurtpolster eine (insbesondere temporäre, zum Beispiel nur unter Druckbelastung vorhandene, oder dauerhafte, zum Beispiel stets und auch im kraftfreien Zustand vorhandene) Aussparung auf einer lösbaren Trägerstruktur aufweisen, die derart angeordnet ist, die Oberschenkelvene (vena femoralis) zumindest teilweise freizuhalten.

    [0014] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Bauteil als ein zumindest teilweise von dem Auffanggurt separates Teil ausgebildet, welches mit Hilfe der an der Trägerstruktur angebrachten oder anbringbaren Befestigungseinrichtung an einem fast beliebigen Auffang- und Haltegurt für menschliche Benutzer lösbar angebracht werden kann. Dies ermöglicht es, dass mit dem erfindungsgemäßen Bauteil schon bestehende Auffang- und Haltegurte nachträglich oder auch zusätzlich mit der Vorrichtung ausgestattet werden können. Dies hat den Vorteil, dass Auffang- und Haltegurte kostengünstig mit zumindest einem Bauteil zum zumindest teilweisen Aussparen der Beinvene nachgerüstet werden können und nicht ein vollständig neuer Auffang- und Haltegurt hergestellt werden muss. Dies verbessert den Schutz von Benutzern konventioneller Gurte vor einem oft tödlich endenden orthostatischen Schock beim Fallen in einen Gurt und erhöht bei geringem Aufwand die Betriebssicherheit von Auffang- und Haltegurten. Außerdem hat es sich aus herstellungstechnischen Gründen als stark bevorzugt erwiesen, den Femoralvenenschutz getrennt vom Auffanggurt fertigen zu können. Dadurch ist es auch möglich, zum Beispiel mittels Verschiebens des Bauteils entlang eines Beingurts des Auffanggurts, den mit dem Bauteil ausgestatteten Auffanggurt auch auf anatomische Besonderheiten eines jeweiligen Benutzers und/oder hinsichtlich einer gewünschten Anwendung anpassbar zu machen.

    [0015] Im Weiteren werden zusätzliche exemplarische Ausführungsbeispiele des Bauteils, des Auffanggurts, der Verfahren und der Verwendungen beschrieben.

    [0016] Gemäß einer Ausgestaltung ist die Befestigungseinrichtung fest an der Trägerstruktur befestigt und somit unlösbar an dieser angebracht. Dies hat den Vorteil, dass ein Benutzer nur ein einstückiges Bauteil handhaben muss.

    [0017] Alternativ ist es auch möglich, die Befestigungseinrichtung getrennt bzw. trennbar von der Trägerstruktur vorzusehen, d.h. das Bauteil mehrstückig auszubilden. Zum Beispiel kann die Befestigungseinrichtung als getrennte Schlaufe ausgebildet sein, die unter Spannung um die Trägerstruktur und einen Beingurt herumgeführt wird, um das Bauteil an dem Auffanggurt zu befestigen. Es liegt ebenfalls im Rahmen der Erfindung, dass die Befestigungseinrichtung an dem Auffanggurt vorgesehen bzw. daran angebracht ist und dann erst beim Ausbilden der lösbaren Befestigung an der Trägerstruktur angebracht wird.

    [0018] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Trägerstruktur im Bereich des Abschnitts zumindest teilweise mit insbesondere flexiblem Material (zum Beispiel mit einem weiteren Beingurtpolster) bedeckt sein, das zumindest unter Druckbelastung (insbesondere durch den Benutzer, wenn der Benutzer den Auffanggurt angelegt hat, weiter insbesondere wenn dieser mit angelegtem Auffanggurt einen Fallsturz erleidet) eine Aussparung zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene bildet. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist der Abschnitt somit nicht beingurtpolsterfrei.

    [0019] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann das flexible Material weicher sein als das Material der Beingurtpolster derart, dass das flexible Material unter Druckbelastung, insbesondere nur unter Druckbelastung, die Aussparung zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene freilässt. Gemäß einer solchen Ausgestaltung, für die Figur 6 ein Beispiel zeigt, ist der Abschnitt zwischen den beiden Beingurtpolstern somit mit einem nachgiebigen Material belegt, das schon bei kleinen Kräften nachgibt und dadurch die Oberflächenvene freihält.

    [0020] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann das insbesondere flexible Material derart ausgebildet sein, dass es selbst ohne Druckbelastung zwischen den Beingurtpolstern die Aussparung zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene freilässt. Somit befindet sich gemäß dieser Ausgestaltung zwar Material auf der Trägerstruktur, dieses Material hat aber eine geringere Dicke als angrenzende Bereiche der Beingurtpolster.

    [0021] Optional kann der Abschnitt zwischen den beiden Beingurtpolstern beingurtpolsterfrei sein, das heißt keinerlei Beingurtpolster aufweisen. Alternativ dazu ist es möglich, die mittige Aussparung mit etwas Material auszustatten, welches zum Beispiel dünner und/oder weicher ist als benachbartes Material der Beingurtpolster, aber immer noch die Femoralvene freihält.

    [0022] Außer lösbar kann das Bauteil (bzw. dessen Polster) auch verschiebbar und/oder justierbar sein. Die Verschiebbarkeit und/oder Justierbarkeit kann auch dann ermöglicht sein, wenn das Bauteil an dem Auffanggurt montiert ist.

    [0023] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Trägerstruktur ein elastischer und/oder flexibler Trägerstreifen sein. Der Trägerstreifen kann flexibel oder biegfähig sein und sich so der Anatomie eines Benutzers anpassen, ohne dass dadurch dessen Fähigkeit, die Oberschenkelvene freizuhalten, eingeschränkt wird.

    [0024] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Trägerstruktur aus Kunststoff hergestellt sein, insbesondere aus einer Polyethylen-Polypropylen-Mischung. Auf diese Weise kann die Trägerstruktur kostengünstig gefertigt werden. Die Konfiguration der Trägerstruktur als Kunststoffstreifen gewährleistet eine hohe Robustheit und eine hohe Lebensdauer sowie ein geringes Gewicht des Bauteils.

    [0025] Gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Trägerstruktur als textiles steifes Band (zum Beispiel Gurtband) ausgebildet sein.

    [0026] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Trägerstruktur eine erste Hauptoberfläche haben, an der die beiden Beingurtpolster erhaben über der Trägerstruktur hervorstehen, und eine der ersten Hauptoberfläche gegenüberliegende zweite Hauptoberfläche haben, an der die lösbare Befestigungseinrichtung so angebracht ist, dass wenn die zweite Hauptoberfläche an einem Beingurt des Auffanggurts anliegt, der Beingurt von der Befestigungseinrichtung lösbar befestigend umschlossen wird. Die zweite Hauptoberfläche kann flächig oder eben ausgebildet sein, und kann dadurch vollflächig an einem Beingurt des Auffanggurts anliegen.

    [0027] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann zumindest in dem (insbesondere beingurtpolsterfreien) Abschnitt die Trägerstruktur eine Breite in einem Bereich zwischen 30 mm und 60 mm, insbesondere zwischen 40 mm und 50 mm, haben. Diese Breite ist hoch genug, um die Funktion des Freihaltens der Oberschenkelvene zu begünstigen, wenn der Benutzer den Auffanggurt angelegt hat und einen Fall erleidet. Gleichzeitig ist diese Breite klein genug, um das Bauteil kompakt und leichtgewichtig zu halten.

    [0028] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der insbesondere beingurtpolsterfreie Abschnitt der Trägerstruktur in Abstandsrichtung eine Länge in einem Bereich zwischen 50 mm und 150 mm, insbesondere in einem Bereich zwischen 70 mm und 90 mm haben. Durch Vorsehen einer Aussparung, einer Vertiefung bzw. eines lokal weicheren (im Verhältnis zu den Beingurtpolstern) Bereichs der genannten Dimensionen kann ein Freihalten der Oberschenkelvene erreicht werden.

    [0029] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Trägerstruktur im Bereich des insbesondere beingurtpolsterfreien Abschnitts gegenüber angrenzenden Abschnitten in Breitenrichtung lokal verschmälert sein, an welchen angrenzenden Abschnitten die Beingurtpolster angebracht sind. Dadurch kann eine materialsparende und -arme Ausgestaltung erreicht werden, die im Bereich der lokalen Verschmälerung auch ein hohes Grad an Flexibilität und somit Anpassungsfähigkeit an anatomische Besonderheiten eines Benutzers aufweist. Angrenzend an diesen lokal verschmälerten Bereich sind die beiden Beingurtpolster, welche eine angelegte Last über einen größeren Flächenbereich verteilen und somit einem Benutzer ein angenehmes Tragegefühl vermitteln.

    [0030] Die keilförmige Ausbildung der beiden Beingurtpolster kann dergestalt realisiert sein, dass sich die Höhe der Beingurtpolster in Richtung hin zu dem zwischen den beiden Beingurtpolstern angeordneten Abschnitt mit einer gleichbleibenden oder sich verändernden Steigung erhöht und dann mit einer betragsmäßig größeren Steigung abfällt und an dieser Stelle in den insbesondere beingurtpolsterfreien Abschnitt mündet. Diese keilförmige Ausbildung der beiden Beingurtpolster gewährleistet einen angenehmen Tragekomfort und erlaubt zudem besonders zuverlässig ein Freihalten der Femoralvene bei einem plötzlichen Fallereignis.

    [0031] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können die beiden Beingurtpolster aus einem elastischen und/oder flexiblen Material, insbesondere aus Gel und/oder Schaumstoff, ausgebildet sein, wobei weiter insbesondere eines der beiden Beingurtpolster aus Gel und das andere der beiden Beingurtpolster aus Schaumstoff ausgebildet ist. Das Ausgestalten eines Beingurtpolsters aus Gel hat den Vorteil einer besonders guten Anpassungsfähigkeit an den Körper eines Benutzers, ohne dass sich (aufgrund der weitgehenden Inkompressibilität von Gelen) das Gesamtvolumen eines Beingurtpolsters ändert. Das Ausgestalten eines Beingurtpolsters aus Schaumstoff erlaubt es dagegen, unter Belastung eine gezielte Dämpfungs- bzw. Kompressionsfunktion durch die Kompressibilität des Schaumstoffs zu implementieren.

    [0032] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können die beiden Beingurtpolster als mehrlagige Schichtstruktur ausgebildet sein. Deren Schichten können insbesondere umso weicher sein, je weiter sie von der Trägerstruktur entfernt sind. Mit einer Realisierung eines Beingurtpolsters aus mehreren Lagen gleicher oder unterschiedlicher Materialien (zum Beispiel Schaumstoff) ist es möglich, das Beingurtpolster bzw. dessen textilummantelten Kern aus mehreren Bereichen gleicher oder unterschiedlicher Dimension zu bilden und somit eine lokal variierende Dicke bzw. eine lokal variierende Festigkeit zu erreichen.

    [0033] Alternativ können die beiden Beingurtpolster auch einteilig, zum Beispiel als Spritzteil oder Schäumteil, ausgebildet sein. Die erlaubt eine kostengünstige Fertigung.

    [0034] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Befestigungseinrichtung mindestens zwei Paare von Befestigungslaschen aufweisen, wobei jedes Paar von Befestigungslaschen zum Ausbilden einer lösbaren Verbindung zusammenwirkende Befestigungselemente aufweist. Anschaulich können die Laschen ganz oder teilweise um den Beingurt herum geführt werden und dann wieder an dem Beingurt lösbar befestigt werden. Dadurch ist ein für einen Benutzer unkompliziert und intuitiv handhabbares Bauteil geschaffen, das gleichzeitig zuverlässig an dem Auffanggurt befestigbar ist. Alternativ oder ergänzend zu Befestigungslaschen können auch Befestigungsschlaufen vorgesehen werden.

    [0035] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können die Befestigungselemente aus einer Gruppe ausgewählt sein, die besteht aus Klettverschlusselementen, Magnetelementen, Klebstoffelementen und mechanischen Verriegelungselementen. Derartige Befestigungselemente sind kostengünstig fertigbar und erlauben trotzdem eine fehlerrobuste Befestigung des Bauteils an einem Auffanggurt.

    [0036] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann das Bauteil eine Einfassstruktur aufweisen, welche die Trägerstruktur ringförmig einfasst, und an der die beiden Beingurtpolster und die Befestigungseinrichtung befestigt sind. Eine solche Einfassstruktur oder Einfassung kann zum Beispiel aus einem Textilmaterial, Kunststoff oder Gummi gefertigt werden und etwaige scharfe Kanten der Trägerstruktur bedecken, um die Betriebssicherheit zu erhöhen. Auch kann eine solche Einfassstruktur die Trägerstruktur vor Abnutzung infolge mechanischer Einflüsse schützen.

    [0037] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann die Einfassstruktur aus Stoff ausgebildet sein, der mit mindestens einer der Trägerstruktur, der Beingurtpolster und der Befestigungseinrichtung vernäht oder verklebt ist. Dies erlaubt eine kostengünstige Fertigung der Einfassstruktur.

    [0038] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann eine Länge des Bauteils zwischen 20 cm und 40 cm, insbesondere zwischen 25 cm und 35 cm, sein. Dadurch kann das Bauteil kompakt und leichtgewichtig ausgebildet werden und trotzdem eine ausreichend große Körperkontaktfläche aufweisen, um die bei einem Sturz auftretenden Kräfte ohne Auftreten von schmerzhaften Kraftspitzen über einen ausreichend großen Flächenbereich des Körpers des Benutzers hinweg zu verteilen.

    [0039] Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel kann eine Einfassstruktur auch weggelassen werden. Dadurch kann das Bauteil besonders kostengünstig und leichtgewichtig gefertigt werden.

    [0040] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel können die Beingurtpolster kissenförmig ausgebildet sein. Die Beingurtpolster können demzufolge unter mechanischer Belastung eine gewisse Nachgiebigkeit zeigen und somit eine mechanische Dämpfungsfunktion bereitstellen. Die kissenförmigen Beingurtpolster können darüber hinaus über einen zweidimensionalen Flächenbereich in kraftverteilendem Wirkkontakt mit dem Körper des Benutzers stehen.

    [0041] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel kann der Auffanggurt ausgebildet sein, einen Blutfluss durch die Oberschenkelvene selbst dann aufrechtzuerhalten, wenn der Benutzer den Auffanggurt angelegt hat und in den Auffanggurt fällt. Dadurch kann, wenn der Benutzer einen Sturz erleidet, der Benutzer wirksam vor einem unter Umständen lebensbedrohlichen orthostatischen Schock geschützt werden.

    [0042] Im Folgenden werden exemplarische Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung mit Verweis auf die folgenden Figuren detailliert beschrieben.

    Figur 1 zeigt einen Auffanggurt gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

    Figur 2 zeigt ein Bauteil zum Anbringen an einem Auffang- oder Haltegurt gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

    Figur 3 zeigt eine andere Ansicht des Bauteils gemäß Figur 2.

    Figur 4 zeigt noch eine andere Ansicht des Bauteils gemäß Figur 2.

    Figur 5 zeigt eine Querschnittsansicht eines Bauteils gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

    Figur 6 zeigt eine Querschnittsansicht eines Bauteils gemäß noch einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

    Figur 7 zeigt eine Querschnittsansicht eines nicht erfindungszugehörigen Bauteils.



    [0043] Gleiche oder ähnliche Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen Bezugsziffern versehen.

    [0044] Figur 1 zeigt einen Auffanggurt 102 gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

    [0045] Der Auffanggurt 102 kann wie gezeigt als Hüftgurt oder alternativ als Brust- und Hüftgurt für einen menschlichen Benutzer 104 ausgebildet sein. Der Auffanggurt 102 weist zwei Beingurte 116 für zwei menschliche Beine 118 des Benutzers 104 auf. Ferner weist der Auffanggurt 102 im gezeigten Ausführungsbeispiel ein Bauteil 100 auf, das an einem der Beingurte 116 im Bereich des Beckens des Benutzers 104 lösbar angebracht ist. Anders ausgedrückt kann das Bauteil 100 aufgrund dessen lösbarer Befestigbarkeit von dem Auffanggurt 102 abgenommen werden oder daran vorübergehend befestigt werden. Das Bauteil 100 ist ferner so konfiguriert, dass ein Benutzer 104 das Bauteil 100 entlang des Beingurts 116 verschieben kann, um es auf die anatomischen Verhältnisse des Benutzers 104 hin anzupassen bzw. es benutzerdefiniert zu justieren.

    [0046] Obwohl dies in der Figur nicht gezeigt ist, ist es auch möglich, das Bauteil 100 unlösbar an dem Beingurt 116 zu fixieren. Dies kann zum Beispiel durch Vernähen, Vernieten oder dauerhaftes bzw. unlösbares Verkleben erfolgen. In einem solchen Fall kann das Bauteil 100 zum Beispiel zunächst mittels einer lösbaren Befestigungseinrichtung 114 (zum Beispiel ein Klettverschluss) provisorisch lösbar an dem Auffanggurt 102 befestigt bzw. vorbefestigt werden. Danach kann das so lösbar an dem Auffanggurt 102 befestigte Bauteil 100 zunächst zum Zwecke einer Justage entlang des Auffanggurts 102 an eine gewünschte Position (die insbesondere das Freihalten der Oberschenkelvene 106 gewährleisten soll) verschoben werden und sodann dauerhaft und (ohne Zerstörung) unlösbar an dem Auffanggurt 102 befestigt werden, zum Beispiel durch Vernähen oder Verkleben. Auf diese Weise kann ein Ausrüsten bzw. Nachrüsten eines Auffanggurts 102 erfolgen, um den Auffanggurt 102 mit einem Schutzmechanismus gegen ein unerwünschtes Zudrücken der Oberschenkelvene 106 des Benutzers 104 beim Tragen des Auffanggurts 102 auszustatten.

    [0047] Sowohl im Falle des lösbaren Anbringens als auch im Falle des unlösbaren Fixierens kann das Bauteil 100 so an dem Auffanggurt 102 positioniert werden, dass an einem im gezeigten Ausführungsbeispiel beingurtpolsterfreien Abschnitt 112 des Bauteils 100 zwischen zwei Beingurtpolstern 110 die Oberschenkelvene 106 des Benutzers 104 freigehalten ist, wenn der Benutzer 104 den Auffanggurt 102 angelegt hat. Der Auffanggurt 102 ist insbesondere ausgebildet, einen Blutfluss durch die Oberschenkelvene 106 selbst dann aufrechtzuerhalten, wenn der Benutzer 104 den Auffanggurt 102 angelegt hat und selbst dann, wenn der Benutzer 104 in den Auffanggurt 102 fällt.

    [0048] Das Bauteil 100 ist also zum Anbringen an dem Auffanggurt 102 zum Freihalten der Oberschenkelvene 106 des Benutzers 104 ausgebildet. Das Bauteil 100 weist eine Trägerstruktur 108 auf und hat die zwei in einem derartigen Abstand voneinander an der Trägerstruktur 108 angebrachten Beingurtpolster 110, dass der zwischen den beiden Beingurtpolstern 110 verbleibende beingurtpolsterfreie Abschnitt 112 der Trägerstruktur 108 im an dem Auffanggurt 102 angebrachten Zustand des Bauteils 100 die Oberschenkelvene 106 des Benutzers 104 freihält, wenn der Benutzer 104 den Auffanggurt 102 angelegt hat. Ferner ist an der Trägerstruktur 108 die lösbare Befestigungseinrichtung 114 zum lösbaren Befestigen des Bauteils 100 an dem Auffanggurt 102 angebracht.

    [0049] Figur 2 zeigt eine Draufsicht eines Bauteils 100 zum Anbringen an einem Auffang-oder Haltegurt 102 (nicht gezeigt in Figur 2, zum Beispiel an dem Auffanggurt 102 gemäß Figur 1) gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.

    [0050] Die Trägerstruktur 108 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein elastischer bzw. flexibler Trägerstreifen aus Kunststoff, zum Beispiel aus einer Polyethylen-Polypropylen-Mischung. Die Trägerstruktur 108 hat eine erste Hauptoberfläche 200, an der die beiden kissenförmigen Beingurtpolster 110 erhaben über die Trägerstruktur 108 hervorstehen. An einer der ersten Hauptoberfläche 200 gegenüberliegenden zweiten Hauptoberfläche 300 (im Detail in Figur 3 und Figur 4 zu erkennen) ist die lösbare Befestigungseinrichtung 114 (ebenfalls im Detail in Figur 3 und Figur 4 zu erkennen) so angebracht, dass wenn die zweite Hauptoberfläche 300 an einem Beingurt 116 des Auffanggurts 102 kontaktbehaftet anliegt, der Beingurt 116 von der Befestigungseinrichtung 114 lösbar befestigend umschlossen wird. In dem hier beingurtpolsterfreien Abschnitt 112 hat die Trägerstruktur 108 eine Breite B in einem Bereich zwischen 30 mm und 60 mm. Der Abschnitt 112 der Trägerstruktur 108 hat in Abstandsrichtung zwischen den Beingurtpolstern 110 eine Länge L in einem Bereich zwischen 50 mm und 150 mm. Eine gesamte Länge D des Bauteils 100 (entlang einer - im an dem Auffanggurt 106 montierten Zustand des Bauteils 100 - Erstreckungsrichtung des Beingurts 116) beträgt zwischen 20 cm und 40 cm.

    [0051] Die Trägerstruktur 108 ist im Bereich des Abschnitts 112 gegenüber angrenzenden Abschnitten in Breitenrichtung lokal verschmälert (d.h. weist eine Einschnürung auf), an welchen angrenzenden Abschnitten die Beingurtpolster 110 angebracht sind. Die beiden Beingurtpolster 110 sind derart keilförmig (eine solche Keilform ist zum Beispiel in Figur 5 besonders gut zu erkennen) ausgebildet, dass deren Stirnflächen 202 einander unter Bildung des beingurtpolsterfreien Abschnitts 112 dazwischen gegenüberliegen. Die beiden Beingurtpolster 110 sind aus einem elastischen oder flexiblen Material, hier Schaumstoff, ausgebildet.

    [0052] Das Bauteil 100 weist ferner eine Einfassstruktur 204 auf, welche die Trägerstruktur 108 ringförmig bzw. vollumfänglich einfasst und umgibt, und an der die beiden Beingurtpolster 110 und die Befestigungseinrichtung 114 befestigt sind. Die Einfassstruktur 204 kann aus Textilstoff ausgebildet sein, der mit der Trägerstruktur 108 und den Beingurtpolstern 110 vernäht oder verklebt sein kann.

    [0053] Figur 3 zeigt eine Unteransicht des Bauteils 100 gemäß Figur 2, gemäß welcher die Befestigungseinrichtungen 114 (allerdings ohne dazwischen angebrachtem Beingurt 116) in einen Verschlusszustand gebracht sind. Wenn ein in Figur 3 nicht gezeigter Beingurt 116 zwischen der Trägerstruktur 108 und zusammenwirkenden Befestigungslaschen 302, 304 (mit Klettverschlussfunktion) der Befestigungseinrichtungen 114 angebracht ist und die Befestigungslaschen 302, 304 in den gezeigten Verschlusszustand gebracht sind, ist das Bauteil 100 an dem Auffanggurt 102 lösbar befestigt. Figur 4 zeigt eine andere Unteransicht des Bauteils 100 gemäß Figur 2 und Figur 3, bei dem die Befestigungslaschen 302, 304 in einen Öffnungszustand gebracht sind, in dem sich das Bauteil 100 von einem in Figur 4 nicht gezeigten Beingurt 116 lösen bzw. abnehmen lässt.

    [0054] Die Befestigungseinrichtung 114 des Bauteils 100 weist im gezeigten Ausführungsbeispiel drei Paare von Befestigungslaschen 302, 304 auf, wobei jedes Paar von Befestigungslaschen 302, 304 zum Ausbilden einer lösbaren Verbindung zusammenwirkende Befestigungselemente 306, 308 aufweist. Die Befestigungselemente 306, 308 können als Klettverschlusselemente mit Haken bzw. Schlaufen gebildet sein.

    [0055] Figur 5 zeigt eine Querschnittsansicht eines Bauteils 100 gemäß einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

    [0056] Gemäß Figur 5 ist auch in dem Abschnitt 112 ein aus flexiblem Material ausgebildetes Beingurtpolster 500 vorgesehen, das eine geringere Dicke senkrecht zur Erstreckungsrichtung der Trägerstruktur 108 aufweist als die beiden Beingurtpolster 110 in dem Bereich, in dem sie an das Beingurtpolster 500 angrenzen. Dadurch ist im Bereich des Beingurtpolsters 500 eine Aussparung 502 gebildet, die zum Freihalten der Femoralvene dient. Das Beingurtpolster 500 kann dabei aus demselben Material hergestellt sein wie die Beingurtpolster 110. Es ist sogar möglich, dass das Beingurtpolster 500 und die Beingurtpolster 110 einstückig ausgebildet sind, insbesondere aus einem zusammenhängenden Stück Schaumstoff.

    [0057] Gemäß Figur 5 ist die Befestigungseinrichtung 114 durch zwei Paare von zusammenwirkenden Klettverschlusselementen gebildet.

    [0058] Figur 6 zeigt eine Querschnittsansicht eines Bauteils 100 gemäß noch einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.

    [0059] Im Unterschied zu dem Bauteil 100 gemäß Figur 5 ist bei dem Bauteil 100 gemäß Figur 6 das aus flexiblem Material ausgebildete Beingurtpolster 500 zwischen den Beingurtpolstern 110 so ausgebildet, dass dessen Höhe in einem Bereich direkt angrenzend an die Beingurtpolster 110 identisch zu den dortigen Höhen der beiden Beingurtpolster 110 ist, so dass eine mechanisch kontinuierliche Struktur mit einem stetigen, sprungfreien Höhenprofil geschaffen ist. Dadurch, dass gemäß Figur 6 das Beingurtpolster 500 aus einem weicheren Material gebildet ist als die Beingurtpolster 110, welches Material schon bei geringer mechanischer Belastung nachgibt, dient das Beingurtpolster 500 ebenfalls zum Freihalten der Femoralvene, insbesondere unter mechanischer Belastung (wie im Falle eines Sturzes oder Falls).

    [0060] Gemäß Figur 6 ist die Befestigungseinrichtung 114 durch eine lösbar und reversibel mit einem Beingurt 116 verbindbare Klebstoffschicht gebildet.

    [0061] Figur 7 zeigt eine Querschnittsansicht eines Bauteils 100.

    [0062] Gemäß Figur 7 sind die beiden Beingurtpolster 110 als mehrlagige Schichtstruktur ausgebildet, wobei deren Schichten umso weicher sind, je weiter sie von der Trägerstruktur 108 entfernt sind. Anders ausgedrückt weist eine jeweilige erste Schicht 700, die direkt auf der Trägerstruktur 108 aufgebracht ist, eine größere Erstreckung in Längsrichtung der Trägerstruktur 108 und eine größere Härte als eine jeweilige zweite Schicht 702 auf, die auf der jeweiligen ersten Schicht 700 und somit in einem Abstand zu der Trägerstruktur 108 angeordnet ist. Durch die Auswahl der Härten und der Dimensionen der einzelnen Schichten 700, 702 können die mechanischen Eigenschaften der Beingurtpolster 100 für eine jeweilige Applikation passend eingestellt werden.

    [0063] Gemäß Figur 7 ist die Befestigungseinrichtung 114 durch zwei jeweils zusammenwirkende Paare von Befestigungslaschen 302, 304 gebildet. Die Befestigung der Befestigungslaschen 302, 304 aneinander erfolgt wie bei einem Gürtel.

    [0064] Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass "aufweisend" keine anderen Elemente oder Schritte ausschließt und "eine" oder "ein" keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.

    Bezugszeichenliste



    [0065] 

    100 Bauteil

    102 Auffang- oder Haltegurt

    104 menschlicher Benutzer

    106 Oberschenkelvene (Vena femoralis)

    108 Trägerstruktur

    110 Beingurtpolster

    112 beingurtpolsterfreier Abschnitt

    114 lösbare Befestigungseinrichtung

    116 Beingurt

    118 menschliches Bein

    200 erste Hauptoberfläche

    202 Stirnfläche

    204 Einfassstruktur

    300 zweite Hauptoberfläche

    302,304 Paar von Befestigungslaschen

    306,308 Befestigungselemente

    (B) Breite

    (L) Länge

    (D) Länge des Bauteils




    Ansprüche

    1. Bauteil (100) zum Anbringen an einem Auffanggurt (102) für einen menschlichen Benutzer (104) zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104), wobei das Bauteil (100) aufweist:

    eine Trägerstruktur (108);

    zwei in einem derartigen Abstand voneinander an der Trägerstruktur (108) angebrachte Beingurtpolster (110), dass ein zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibender Abschnitt (112) der Trägerstruktur (108) im an dem Auffanggurt (102) angebrachten Zustand des Bauteils (100) die Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104) zumindest teilweise freihält, wenn der Benutzer (104) den Auffanggurt (102) angelegt hat,

    wobei der Abschnitt (112) beingurtpolsterfrei ist, oder

    wobei der Abschnitt (112) ein, aus flexiblem Material bestehendes weiteres Beingurtpolster (500) mit einer geringeren Dicke senkrecht zur Erstreckungsrichtung der Trägerstruktur (108) als die beiden Beingurtpolster (110) in dem Bereich, in dem sie an das weitere Beingurtpolster (500) angrenzen, aufweist, oder

    wobei der Abschnitt (112) ein, aus flexiblem Material bestehendes weiteres Beingurtpolster (500) aufweist, dessen flexibles Material weicher ist als das benachbarte Material der Beingurtpolster (110);

    eine an der Trägerstruktur (108) angebrachte oder anbringbare lösbare Befestigungseinrichtung (114) zum lösbaren Befestigen des Bauteils (100) an dem Auffanggurt (102),

    wobei die beiden Beingurtpolster (110) derart keilförmig ausgebildet sind, dass deren Stirnflächen (202) einander unter Bildung des zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibenden Abschnitts (112) dazwischen gegenüberliegen.


     
    2. Bauteil (100) nach Anspruch 1, wobei die Trägerstruktur (108) ein elastischer Trägerstreifen und/oder ein flexibler Trägerstreifen ist.
     
    3. Bauteil (100) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Trägerstruktur (108) aus Kunststoff hergestellt ist, insbesondere aus einer Polyethylen-Polypropylen-Mischung, oder als textiles steifes Band.
     
    4. Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Trägerstruktur (108) eine erste Hauptoberfläche (200) hat, an der die beiden Beingurtpolster (110) erhaben über der Trägerstruktur (108) hervorstehen, und eine der ersten Hauptoberfläche (200) gegenüberliegende zweite Hauptoberfläche (300) hat, an der die lösbare Befestigungseinrichtung (114) so angebracht ist, dass wenn die zweite Hauptoberfläche (300) an einem Beingurt (116) des Auffanggurts (102) anliegt, der Beingurt (116) von der Befestigungseinrichtung (114) lösbar befestigend umschlossen wird, und/oder
    wobei zumindest in dem zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibendem Abschnitt (112) die Trägerstruktur (108) eine Breite (B) in einem Bereich zwischen 30 mm und 60 mm, insbesondere zwischen 40 mm und 50 mm hat, und/oder
    wobei der zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibende Abschnitt (112) der Trägerstruktur (108) in Abstandsrichtung eine Länge (L) in einem Bereich zwischen 50 mm und 150 mm, insbesondere in einem Bereich zwischen 70 mm und 90 mm hat.
     
    5. Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Trägerstruktur (108) im Bereich des zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibenden Abschnitts (112) gegenüber angrenzenden Abschnitten in Breitenrichtung lokal verschmälert ist, an welchen angrenzenden Abschnitten die Beingurtpolster (110) angebracht sind.
     
    6. Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die beiden Beingurtpolster (110) aus einem elastischen Material, insbesondere aus Gel und/oder Schaumstoff, ausgebildet sind, wobei weiter insbesondere eines der beiden Beingurtpolster (110) aus Gel und das andere der beiden Beingurtpolster (110) aus Schaumstoff ausgebildet ist, und/oder
    wobei die beiden Beingurtpolster (110) als mehrlagige Schichtstruktur ausgebildet sind, insbesondere mit Schichten, die umso weicher sind, je weiter sie von der Trägerstruktur (108) entfernt sind.
     
    7. Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Befestigungseinrichtung (114) mindestens zwei Paare von Befestigungsschlaufen oder Befestigungslaschen (302, 304) aufweist, wobei jedes Paar von Befestigungsschlaufen oder Befestigungslaschen (302, 304) zum Ausbilden einer lösbaren Verbindung zusammenwirkende Befestigungselemente (306, 308) aufweist,
    wobei insbesondere die Befestigungselemente (306, 308) aus einer Gruppe ausgewählt sind, die besteht aus Klettverschlusselementen, Magnetelementen, Klebstoffelementen und mechanischen Verriegelungselementen.
     
    8. Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, aufweisend eine Einfassstruktur (204), welche die Trägerstruktur (108) ringförmig einfasst, und an der die beiden Beingurtpolster (110) und die Befestigungseinrichtung (114) befestigt sind,
    wobei insbesondere die Einfassstruktur (204) aus Stoff ausgebildet ist, der mit mindestens einer der Trägerstruktur (108), der Beingurtpolster (110) und der Befestigungseinrichtung (114) vernäht oder verklebt ist, und/oder wobei eine Länge (D) des Bauteils (100) zwischen 20 cm und 40 cm, insbesondere zwischen 25 cm und 35 cm, ist, und/oder
    wobei die Beingurtpolster (110) kissenförmig ausgebildet sind, und/oder wobei die Trägerstruktur (108) im Bereich des Abschnitts (112) zumindest teilweise mit, insbesondere flexiblem, Material (500) bedeckt ist, das, zumindest unter Druckbelastung, eine Aussparung zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene (106) bildet,
    wobei insbesondere das flexible Material (500) weicher ist als das Material der Beingurtpolster (110) derart, dass das flexible Material (500) unter Druckbelastung, insbesondere nur unter Druckbelastung, die Aussparung zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene (106) freilässt,
    wobei das flexible Material (500) insbesondere derart ausgebildet ist, dass es selbst ohne Druckbelastung zwischen den Beingurtpolstern (110) die Aussparung zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene (106) freilässt.
     
    9. Auffanggurt (102), insbesondere Hüftgurt oder Brust- und Hüftgurt, für einen menschlichen Benutzer (104), wobei der Auffanggurt (102) aufweist:

    zwei Beingurte (116) für zwei menschliche Beine (118) des Benutzers (104) ;

    zumindest ein Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, das an zumindest einem der Beingurte (116) im Bereich des Beckens des Benutzers (104) lösbar angebracht oder unlösbar fixiert und so positioniert ist, dass an dem zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibendem Abschnitt (112) des zumindest einen Bauteils (100) die Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104) zumindest teilweise freigehalten ist, wenn der Benutzer (104) den Auffanggurt (102) angelegt hat.


     
    10. Auffanggurt (102) nach Anspruch 9, wobei der Auffanggurt (102) ausgebildet ist, einen Blutfluss durch die Oberschenkelvene (106) selbst dann aufrechtzuerhalten, wenn der Benutzer (104) den Auffanggurt (102) angelegt hat und in den Auffanggurt (102) fällt.
     
    11. Verfahren zum Herstellen eines Bauteils (100) zum Anbringen an einem Auffanggurt (102) für einen menschlichen Benutzer (104) zum zumindest teilweisen Freihalten der Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104), wobei das Verfahren aufweist:

    Bereitstellen einer Trägerstruktur (108);

    Anbringen von zwei, insbesondere kissenförmigen, Beingurtpolstern (110) in einem derartigen Abstand voneinander an der Trägerstruktur (108), dass ein zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibender Abschnitt (112) der Trägerstruktur (108) im an dem Auffanggurt (102) angebrachten Zustand des Bauteils (100) die Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104) zumindest teilweise freihält, wenn der Benutzer (104) den Auffanggurt (102) angelegt hat,

    wobei der Abschnitt (112) beingurtpolsterfrei ist, oder

    wobei der Abschnitt (112) ein, aus flexiblem Material bestehendes weiteres Beingurtpolster (500) mit einer geringeren Dicke senkrecht zur Erstreckungsrichtung der Trägerstruktur (108) als die beiden Beingurtpolster (110) in dem Bereich, in dem sie an das weitere Beingurtpolster (500) angrenzen, aufweist, oder

    wobei der Abschnitt (112) ein, aus flexiblem Material bestehendes weiteres Beingurtpolster (500) aufweist, dessen flexibles Material weicher ist als das benachbarte Material der Beingurtpolster (110);

    Anbringen einer lösbaren Befestigungseinrichtung (114) an der Trägerstruktur (108) oder Vorsehen einer an der Trägerstruktur (108) anbringbaren lösbaren Befestigungseinrichtung (114) zum lösbaren Befestigen des Bauteils (100) an dem Auffanggurt (102),

    wobei die beiden Beingurtpolster (110) derart keilförmig ausgebildet sind, dass deren Stirnflächen (202) einander unter Bildung des zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibenden Abschnitts (112) dazwischen gegenüberliegen.


     
    12. Verfahren zum Herstellen eines Auffanggurts (102) für einen menschlichen Benutzer (104), wobei das Verfahren aufweist:

    Herstellen zumindest eines Bauteils (100) mit einem Verfahren nach Anspruch 11;

    Ausbilden von zwei Beingurten (116) für zwei menschliche Beine (118) des Benutzers (104);

    lösbares Anbringen oder unlösbares Fixieren des zumindest einen Bauteils (100) an zumindest einem der Beingurte (116) im Bereich des Beckens des Benutzers (104) derart, dass an dem zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibendem Abschnitt (112) des zumindest einen Bauteils (100) die Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104) zumindest teilweise freigehalten ist, wenn der Benutzer (104) den Auffanggurt (102) angelegt hat.


     
    13. Verwendung von zumindest einem Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zum Nachrüsten eines bestehenden Auffanggurts (102) mit zwei Beingurten (116) für zwei menschliche Beine (118) eines Benutzers (104) derart, dass im nachgerüsteten Zustand an dem zwischen den beiden Beingurtpolstern (110) verbleibendem Abschnitt (112) des zumindest einen Bauteils (100) die Oberschenkelvene (106) des Benutzers (104) zumindest teilweise freigehalten ist, wenn der Benutzer (104) den mit dem zumindest einen Bauteil (100) nachgerüsteten Auffanggurt (102) trägt.
     
    14. Verwendung von zumindest einem Bauteil (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 oder eines Auffanggurts (102) nach Anspruch 9 oder 10 für den Arbeitsschutz, für den Bau, für Montagearbeiten, für medizintechnische Anwendungen, zum Klettern, zum Sportklettern, für Fallschirme, für Rettungsexpeditionen, für Silobefahranlagen, für Bergungsarbeiten oder in der Weltraumtechnik.
     


    Claims

    1. Component (100) for attaching to a safety harness (102) for a human user (104) for at least partially keeping free the femoral vein (106) of the user (104), wherein the component (100) comprises:

    a carrier structure (108);

    two leg strap pads (110) attached to the carrier structure (108) at such a distance to each other, that a portion (112) of the carrier structure (108) remaining between both leg strap pads (110), in a state of the component (100) being attached to the safety harness (102), keeps free the femoral vein (106) of the user (104) at least partially, when the user (104) has put on the safety harness (102),

    wherein the portion (112) is free of leg strap pads, or

    wherein the portion (112) comprises a further leg strap pad (500) made of flexible material, with less thickness perpendicular to the direction of extension of the carrier structure (108) than both leg strap pads (110) in the part, in which they are adjacent to the further leg strap pad (500), or

    wherein the portion (112) comprises a further leg strap pad (500) made of flexible material, whose flexible material is softer than the material of the neighboring leg strap pad (110);

    a detachable fixing mechanism (114) which is attached to or attachable to the carrier structure (108) for detachably fixing the component (100) to the safety harness (102),

    wherein both leg strap pads (110) are formed in such a tapered manner, that their front faces (202) are opposing each other while forming in between the portion (112) that remains between both leg strap pads (110).


     
    2. Component (100) according to claim 1, wherein the carrier structure (108) is an elastic carrier strip and/or a flexible carrier strip.
     
    3. Component (100) according to claim 1 or 2, wherein the carrier structure (108) is made of a plastic, in particular of a polyethylene-polypropylene-mixture, or as textile stiff band.
     
    4. Component (100) according to one of the claims 1 to 3, wherein the carrier structure (108) has a first main surface (200), at which both leg strap pads (110) project beyond the carrier structure (108), and a second main surface (300) opposing the first main surface (200), to which second main surface (300) there is attached the detachable fixing mechanism (114) in such a manner, that when the second main surface (300) abutts against a leg strap (116) of the safety harness (102), the leg strap (116) is fixingly enclosed in a manner detachable from the fixing mechanism (114), and/or
    wherein at least in the portion (112) that remains between both leg strap pads (110) the carrier structure (108) has a width (B) in a range between 30 mm and 60 mm, in particular between 40 mm and 50 mm, and/or
    wherein the portion (112) of the carrier structure (108), which portion remains between both leg strap pads (110), has in the direction of distance a length (L) in a range between 50 mm and 150 mm, in particular in a range between 70 mm and 90 mm.
     
    5. Component (100) according to one of the claims 1 to 4, wherein the carrier structure (108) is with respect to adjacent portions narrowed locally in the direction of the width in the portion (112) that remains between both leg strap pads (110), at which adjacent portions the leg strap pads (110) are attached.
     
    6. Component (100) according to one of the claims 1 to 5, wherein both leg strap pads (110) are formed from an elastic material, in particular from gel and/or foam material, wherein further in particular one of the two leg strap pads (110) is formed from gel and the other one of the two leg strap pads (110) is formed from foam material, and/or
    wherein both leg strap pads (110) are formed as multi-layered layer structure, in particular with layer, which are softer the more distanced they are from the carrier structure (108).
     
    7. Component (100) according to one of the claims 1 to 6, wherein the fixing mechanism (114) comprises at least two pairs of fixing loops or fixing flaps (302, 304), wherein each pair of fixing loops or fixing flaps (302, 304) comprises fixing elements (306, 308), interacting for forming a detachable connection,
    wherein in particular the fixing elements (306, 308) are chosen from a group consisting of hook-and-loop fastener elements, magnetic elements, adhesive elements, and mechanical interlocking elements.
     
    8. Component (100) according to one of the claims 1 to 7, comprising a surrounding structure (204), which surrounds the carrier structure (108) in a circular manner, and to which the two leg strap pads (110) and the fixing mechanism (114) are attached,
    wherein in particular the surrounding structure (204) is formed from textile, which is glued to or sewed with at least one of the carrier structure (108), the leg strap pad (110) and the fixing mechanism (114), and/or
    wherein a length (D) of the component (100) is between 20 cm and 40 cm, in particular between 25 cm and 35 cm, and/or
    wherein the leg strap pads (110) are formed cushion-like, and/or
    wherein the carrier structure (108) is covered in the portion (112) at least partially with, in particular flexible, material (500), which, at least under pressure load, forms a recess for at least partially keeping free the femoral vein (106),
    wherein in particular the flexible material (500) is softer than the material of the leg strap pads (110) in such a way, that the flexible material (500) under pressure load, in particular only under pressure load, leaves open the recess for at least partially keeping free the femoral vein (106),
    wherein the flexible material (500) is formed in particular in such a way, that it leaves open the recess for at least partially keeping free the femoral vein (106) even without pressure load between the leg strap pads (110).
     
    9. Safety harness (102), in particular hip strap or chest and hip strap, for a human user (104), wherein the safety harness (102) comprises:

    two leg straps (116) for two human legs (118) of the user (104);

    at least one component (100) according to one of the claims 1 to 8, which is detachably attached to or non-detachably fixed to at least one of the leg straps (116) in a region of the pelvis of the user (104), and positioned in such a way, that at the portion (112) that remains between both leg strap pads (110) of the at least one component (100), the femoral vein (106) of the user (104) is at least partially kept free, when the user (104) has put on the safety harness (102).


     
    10. Safety harness (102) according to claim 9, wherein the safety harness (102) is formed to maintain a blood flow through the femoral vein (106) even when the user (104) has put on the safety harness (102) and falls into the safety harness (102).
     
    11. Method for manufacturing a component (100) for attaching to a safety harness (102) for a human user (104) for at least partially keeping free the femoral vein (106) of the user (104), wherein the method comprises:

    providing a carrier structure (108);

    attaching two, in particular cushion-like, leg strap pads (110) in such a distance to each other to the carrier structure (108), that a portion (112) of the carrier structure (108) remaining between both leg strap pads (110), in a state of the component (100) being attached to the safety harness (102), keeps free the femoral vein (106) of the user (104) at least partially, when the user (104) has put on the safety harness (102),

    wherein the portion (112) is free of leg strap pads, or

    wherein the portion (112) comprises a further leg strap pad (500) made of flexible material, with less thickness perpendicular to the direction of extension of the carrier structure (108) than both leg strap pads (110) in the part, in which they are adjacent to the further leg strap pad (500), or

    wherein the portion (112) comprises a further leg strap pad (500) made of flexible material, whose flexible material is softer than the material of the neighboring leg strap pad (110);

    attaching a detachable fixing mechanism (114) to the carrier structure (108) or providing a detachable fixing mechanism (114) which is attachable to the carrier structure (108) for detachably fixing the component (100) to the safety harness (102),

    wherein the two leg strap pads (110) are formed in such a tapered manner, that their front faces (202) are opposing each other while forming in between the portion (112) that remains between both leg strap pads (110).


     
    12. Method for manufacturing a safety harness (102) for a human user (104), wherein the method comprises:

    manufacturing at least one component (100) with a method according to claim 11;

    forming two leg straps (116) for two human legs (118) of the user (104);

    detachably fixing or non-detachably fixing the at least one component (100) to at least one of the leg straps (116) in the region of the pelvis of the user (104) in such a way, that at the portion (112) that remains between both leg strap pads (110) of the at least one component (100), the femoral vein (106) of the user (104) is at least partially kept free, when the user (104) has put on the safety harness (102).


     
    13. Use of at least one component (100) according to one of the claims 1 to 8 for retrofitting a present safety harness (102) with two leg straps (116) for two human legs (118) of a user (104) in such a way, that in the retrofitted state at the portion (112) that remains between both leg strap pads (110) of the at least one component (100), the femoral vein (106) of the user (104) is at least partially kept free, when the user (104) has put on the safety harness (102) which has been retrofitted with the at least one component (100).
     
    14. Use of at least one component (100) according to one of the claims 1 to 8 or of a safety harness (102) according to claims 9 or 10 for work safety, for construction, for installation work, for medical-engineering applications, for climbing, for sport climbing, for parachutes, for rescue expeditions, for silo service lifts, for salvage work, or in space technology.
     


    Revendications

    1. Composant (100) destiné à être fixé à un harnais antichute (102) pour un utilisateur humain (104) afin de laisser libre au moins en partie la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104), le composant (100) comprenant :

    une structure de support (108) ;

    deux coussinets (110) de sangle de jambe fixés à la structure de support (108) à une distance telle l'un de l'autre qu'une portion (112) de la structure de support (108) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe maintient au moins partiellement la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104) libre lorsque le composant (100) est fixé au harnais antichute (102) et que l'utilisateur (104) porte le harnais antichute (102),

    la portion (112) étant libre de coussinets de sangle de jambe, ou

    la portion (112) étant un autre coussinet (500) de sangle de jambe fait en un matériau flexible, dont l'épaisseur, perpendiculairement à la direction d'extension de la structure de support (108), est inférieure à celle des deux coussinets (110) de sangle de jambe dans la zone dans laquelle ils sont adjacents à l'autre coussinet (500) de sangle de jambe, ou

    la portion (112) présentant un autre coussinet (500) de sangle de jambe fait en un matériau flexible, dont le matériau flexible est plus souple que le matériau adjacent des coussinets (110) de sangle de jambe ;

    un dispositif de fixation amovible (114) étant fixé ou apte à être fixé à la structure de support (108) pour fixer le composant (100) au harnais antichute (102) de manière amovible,

    les deux coussinets (110) de sangle de jambe étant en forme de coin de telle sorte que leurs faces d'extrémité (202) se trouvent en face l'une de l'autre, pour former la portion (112) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe.


     
    2. Composant (100) selon la revendication 1, dans lequel la structure de support (108) est une bande de support élastique et/ou une bande de support flexible.
     
    3. Composant (100) selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans lequel la structure de support (108) est en matière plastique, en particulier en un mélange de polyéthylène et de polypropylène, ou sous forme d'une bande textile rigide.
     
    4. Composant (100) selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel la structure de support (108) présente une première surface principale (200) depuis laquelle les deux coussinets (110) de sangle de jambe font saillie en relief au-dessus de la structure de support (108), et présente une deuxième surface principale (300) opposée à la première surface principale (200), à laquelle le dispositif de fixation détachable (114) est fixé de telle manière que, lorsque la deuxième surface principale (300) vient en butée contre une sangle de jambe (116) du harnais antichute (102), la sangle de jambe (116) est entourée par le dispositif de fixation (114) de manière détachable, et/ou la structure de support (108) présentant, au moins dans la portion (112) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe, une largeur (B) située dans une gamme allant de 30 mm à 60 mm, en particulier allant de 40 mm à 50 mm, et/ou
    la portion (112) de la structure de support (108) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe présente une longueur (L) selon la direction de ladite distance, qui est comprise dans une gamme allant de 50 mm à 150 mm, en particulier dans une gamme allant de 70 mm à 90 mm.
     
    5. Composant (100) selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel la structure de support (108), dans la zone de la portion (112) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe, est localement rétrécie dans le sens de la largeur par rapport aux portions adjacentes auxquelles les coussinets (110) de sangle de jambe sont fixés.
     
    6. Composant (100) selon l'une des revendications 1 à 5, dans lequel les deux coussinets (110) de sangle de jambe sont constitués d'un matériau élastique, en particulier de gel et/ou de mousse, l'un des deux coussinets (110) de sangle de jambe étant en particulier constitué de gel et l'autre des deux coussinets (110) de sangle de jambe étant constitué de mousse, et/ou les deux coussinets (110) de sangle de jambe sont constitués d'une structure multicouche, en particulier avec des couches qui sont d'autant plus souples qu'elles sont éloignées de la structure de support (108).
     
    7. Composant (100) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, dans lequel le dispositif de fixation (114) comprend au moins deux paires de boucles de fixation ou de languettes de fixation (302, 304), chaque paire de boucles de fixation ou de languettes de fixation (302, 304) comprenant des éléments de fixation coopérants (306, 308) pour former une liaison libérable, les éléments de fixation (306, 308) étant en particulier choisis dans un groupe constitué d'éléments de fixation à crochets et boucles, d'éléments magnétiques, d'éléments adhésifs et d'éléments de verrouillage mécaniques.
     
    8. Composant (100) selon l'une des revendications 1 à 7, comprenant une structure de bordure (204) qui délimite la structure de support (108) selon une forme en anneau et à laquelle sont fixés les deux coussinets (110) de sangle de jambe et le dispositif de fixation (114),
    la structure de bordure (204) étant en particulier formée d'un matériau qui est cousu ou collé à au moins l'un parmi la structure de support (108), les coussinets (110) de sangle de jambe et le dispositif de fixation (114), et/ou une longueur (D) du composant (100) étant comprise entre 20 cm et 40 cm, en particulier entre 25 cm et 35 cm, et/ou
    les coussinets (110) de sangle de jambe étant en forme de coussin, et/ou la structure de support (108) étant au moins partiellement recouverte dans la zone de la portion (112) par un matériau (500), notamment souple, qui, au moins sous une charge de compression, forme un évidement pour maintenir au moins partiellement libre la veine fémorale (106),
    le matériau flexible (500) étant en particulier plus souple que le matériau des coussinets (110) de sangle de jambe, de telle sorte que le matériau flexible (500), sous une charge de compression, en particulier uniquement sous une charge de compression, laisse exister, de façon libre, l'évidement permettant de maintenir au moins partiellement libre la veine fémorale (106),
    le matériau flexible (500) étant notamment conçu de telle sorte que, même sans charge de compression entre les coussinets (110) de sangle de jambe, il laisse exister, de façon libre, l'évidement permettant de maintenir au moins partiellement libre la veine fémorale (106).
     
    9. Harnais antichute (102), en particulier un harnais de hanche ou un harnais thoracique et de hanche, pour un utilisateur humain (104), le harnais antichute (102) présentant :

    deux sangles de jambes (116) pour deux jambes (118) de l'utilisateur (104) ;

    au moins un composant (100) selon l'une des revendications 1 à 8, qui est fixé de manière détachable ou non détachable à au moins une des sangles de jambe (116) dans la zone du bassin de l'utilisateur (104) et qui est positionné de telle sorte que, sur la portion (112) dudit au moins un composant (100) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe, la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104) est au moins partiellement maintenue libre lorsque l'utilisateur (104) porte le harnais antichute (102).


     
    10. Harnais antichute (102) selon la revendication 9, dans lequel le harnais antichute (102) est adapté pour maintenir un flux sanguin à travers la veine fémorale (106) même si l'utilisateur (104) a mis le harnais antichute (102) et qu'il tombe dans le harnais antichute (102).
     
    11. Procédé de fabrication d'un composant (100) destiné à être fixé à un harnais antichute (102) pour un utilisateur humain (104) afin de laisser libre au moins partiellement la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104), le procédé comprenant :

    le fait de fournir une structure de support (108) ;

    le fait de fixer deux coussinets (110) de sangle de jambe, en particulier en forme de coussin, à la structure de support (108) à une distance telle l'un de l'autre qu'une portion (112) de la structure de support (108) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe maintient au moins partiellement libre la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104) lorsque le composant (100) est fixé au harnais antichute (102) et que l'utilisateur (104) porte le harnais antichute (102),

    la portion (112) étant libre de coussinets de sangle de jambe, ou

    la portion (112) présentant un autre coussinet (500) de sangle de jambe en matériau flexible, dont l'épaisseur, perpendiculairement à la direction d'extension de la structure de support (108), est inférieure à celle des deux coussinets (110) de sangle de jambe dans la zone dans laquelle ils sont adjacents à l'autre coussinet (500) de sangle de jambe, ou

    la portion (112) présentant un autre coussinet (500) de sangle de jambe en matériau flexible, dont le matériau flexible est plus souple que le matériau adjacent des coussinets (110) de sangle de jambe ;

    le fait de fixer un dispositif de fixation détachable (114) à la structure de support (108) ou prévoir un dispositif de fixation détachable (114) apte à être fixé à la structure de support (108) pour fixer de manière détachable le composant (100) au harnais antichute (102),

    les deux coussinets (110) de sangle de jambe étant en forme de coin de telle sorte que leurs faces d'extrémité (202) se trouvent en face l'une de l'autre, pour former la portion (112) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe.


     
    12. Procédé de fabrication d'un harnais (102) pour un utilisateur humain (104), le procédé comprenant :

    le fait de fabriquer au moins un composant (100) par un procédé selon la revendication 11 ;

    le fait de former deux sangles de jambes (116) pour deux jambes (118) de l'utilisateur (104) ;

    le fait de fixer de manière détachable ou de fixer de manière non détachable ledit au moins un composant (100) à au moins une des sangles de jambe (116) dans la zone du bassin de l'utilisateur (104) de telle sorte que, au niveau de la portion (112) dudit au moins un composant (100) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe, la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104) soit maintenue au moins partiellement libre lorsque l'utilisateur (104) porte le harnais antichute (102).


     
    13. Utilisation d'au moins un composant (100) selon l'une des revendications 1 à 8 pour équiper de manière adéquate un harnais antichute (102) ayant deux sangles de jambes (116) pour deux jambes (118) d'un utilisateur (104), de sorte que, à l'état de montage dudit au moins un composant (100) sur la portion (112) restant entre les deux coussinets (110) de sangle de jambe, la veine fémorale (106) de l'utilisateur (104) soit au moins partiellement maintenue libre lorsque l'utilisateur (104) porte le harnais antichute (102) équipé dudit au moins un composant (100).
     
    14. Utilisation d'au moins un composant (100) selon l'une des revendications 1 à 8 ou d'un harnais antichute (102) selon la revendication 9 ou la revendication 10 pour la sécurité au travail, pour la construction, pour des travaux de montage, pour des applications médico-techniques, pour de l'escalade, pour de l'escalade sportive, pour des parachutes, pour des expéditions de sauvetage, pour des systèmes d'accès à des silos, pour des travaux de sauvetage ou dans la technologie spatiale.
     




    Zeichnung




















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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