(19)
(11)EP 3 254 056 B1

(12)EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45)Hinweis auf die Patenterteilung:
26.06.2019  Patentblatt  2019/26

(21)Anmeldenummer: 16702698.8

(22)Anmeldetag:  01.02.2016
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F42D 1/045(2006.01)
F42D 5/00(2006.01)
F42C 15/42(2006.01)
(86)Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2016/052051
(87)Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2016/124534 (11.08.2016 Gazette  2016/32)

(54)

VERFAHREN ZUM GEZIELTEN, AUTOMATISCHEN AKTIVIEREN ODER DEAKTIVIEREN VON SPRENG- ODER BRANDVORRICHTUNGEN

METHOD FOR CONTROLLED AUTOMATIC ACTIVATION OR DEACTIVATION OF EXPLOSIVE DEVICES

PROCÉDÉ PERMETTANT L'ACTIVATION OU LA DÉSACTIVATION AUTOMATIQUE CIBLÉE D'ENGINS EXPLOSIFS


(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30)Priorität: 02.02.2015 DE 102015001295
09.04.2015 DE 102015004681
18.12.2015 DE 102015016529

(43)Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.12.2017  Patentblatt  2017/50

(73)Patentinhaber: FOG GmbH
14542 Werder/Leest (DE)

(72)Erfinder:
  • GIEHLE, Andreas
    14542 Werder/OT Leest (DE)

(74)Vertreter: Kruspig, Volkmar 
Meissner Bolte Patentanwälte Rechtsanwälte Partnerschaft mbB Postfach 86 06 24
81633 München
81633 München (DE)


(56)Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 2 071 274
US-A- 4 934 269
WO-A1-2006/086843
US-A1- 2004 112 238
  
      
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gezielten, automatischen Aktivieren oder Deaktivieren von Spreng- oder Brandvorrichtungen mit mindestens einer in der Spreng- oder Brandvorrichtung enthaltenen, elektrisch auslösbaren Zündkapsel, wobei an oder in dem Zündkapselkörper ein Ultraschall-, Niederfrequenz- und/oder Hochfrequenzempfänger und eine Einheit zur Bereitstellung eines elektrischen Zündimpulses vorgesehen sind, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Aus der DE 10 2012 021 754 A1 ist eine Zerstörungseinheit sowie ein Verfahren zur Unbrauchbarmachung einer Schusswaffe vorbekannt. Die Zerstörungseinheit umfasst vorzugsweise einen Füllsatz mit einem oder mehreren Stoffen, der bei Aktivierung der Zerstörungseinheit in Füllmaterial umgesetzt wird. Darüber hinaus kann ein Anzündsatz vorgesehen sein, der thermische Energie erzeugt, die einem Treibsatz zu dessen Aktivierung zugeführt wird.

    [0003] Bei einer Ausbildung der Lehre nach DE 10 2012 021 754 A1 umfasst die Schusswaffe eine elektrisch und/oder elektronische Komponente und eine dieser zugeordneten Zerstörungsladung. Eine diesbezügliche Steuerung weist einen Empfangsteil auf, der in der Lage ist, drahtlose Informationen zu verarbeiten. Anhand diesbezüglicher Informationen kann ein Aktivieren der Zerstörungseinheiten ausgelöst werden.

    [0004] Die Steuerung der Schusswaffe erfolgt derart, dass nur unter bestimmten Bedingungen, z.B. in oder außerhalb vorbestimmter geografischer Bereiche und/oder in vorbestimmten Richtungen von autorisierten Personen eine Schussabgabe möglich ist. Darüber hinaus kann die Zerstörungseinheit zeitabhängig aktiviert werden. So besteht die Möglichkeit zu prüfen, ob eine vorbestimmte Zeit abgelaufen ist. Im positiven Fall wird die Zerstörungseinheit aktiviert.

    [0005] Bei dem Verfahren zum Sichern von Patronen für Schusswaffen nach DE 102 57 901 B4 ist die jeweilige Patrone durch Übermitteln von Daten entsicherbar. Diesbezüglich erfolgt zunächst ein Auslesen einer Patronenkennung, die Bestimmung eines Patronenpassworts auf Basis der Patronenkennung und ein Übermitteln des Patronenpassworts an die Patrone. Die Patrone lässt nur dann eine Zündung zu, wenn das richtige Passwort ermittelt wurde. Für das Ausführen der Bestimmung des Patronenpassworts und/oder für die korrekte Bestimmung des Patronenpassworts sind Benutzer-, Waffen- und/oder Umgebungsdaten erforderlich.

    [0006] Bekannt ist darüber hinaus ein Verfahren zur Installation und zum Überwachen eines Sperrsystems gemäß DE 100 45 354 A1, wobei das Sperrsystem Waffen umfasst, die für eine vorgegebene Zeit geschärft in ihren Wirkungsbereich eindringende Fahrzeuge selbsttätig bekämpfen können.

    [0007] Um zu verhindern, dass die betreffenden Waffen verschleppt werden, ohne dass der Verlust bemerkt wird, ist nach DE 100 45 354 A1 vorgeschlagen worden, dass der durch die Waffen zu sperrende Bereich des entsprechenden Geländes unter ständiger Beobachtung durch einen Beobachter steht, wobei die Meldungen des Beobachters an eine Leitstelle übermittelt und dort ausgewertet werden. Das Ergebnis der Auswertung einer Beobachtung ist ein Kriterium dafür, welche der Waffen mit Hilfe der in der Leitstelle bereitgehalten Adressen, gebildet durch den jeweiligen Identifizierungscode und den jeweiligen Koordinaten der Position der Waffen, angesprochen wird zum Schärfen, Zünden oder zum Rückgängigmachen eines Schärfebefehls.

    [0008] Weiterhin ist aus der WO 2006/086843 A1 ein Sprengverfahren und eine Vorrichtung mit verringertem Risiko von versehentlichem oder unrechtmäßigem Gebrauch bekannt, wobei die Vorrichtung gemäß vorgegebener Parameter aktiviert oder deaktiviert wird. Zu diesen Parametern können beispielsweise Ort und Zeitpunkt der Sprengung gehören.

    [0009] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, ein weiterentwickeltes Verfahren zum gezielten, automatischen Aktivieren oder Deaktivieren von Spreng- oder Brandvorrichtungen mit mindestens einer in der Spreng-oder Brandvorrichtung enthaltenen elektrisch auslösbaren Zündkapsel anzugeben, wobei das Verfahren zu einer erhöhten Sicherheit bei der Handhabung von Spreng- oder Brandvorrichtungen führt, insbesondere mit dem Ziel, eine nicht bestimmungsgemäße Anwendung mit höchster Wahrscheinlichkeit auszuschließen, so dass letztendlich nur autorisierte Personen unter definierten Bedingungen in der Lage sind, die Spreng- oder Brandvorrichtung bestimmungsgemäß einzusetzen.

    [0010] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch ein Verfahren zum gezielten, automatischen Aktivieren oder Deaktivieren von Spreng- oder Brandvorrichtungen mit mindestens einer in der Spreng- oder Brandvorrichtung enthaltenen, elektrisch auslösbaren Zündkapsel, wobei an oder in dem Zündkapselkörper ein Empfänger und eine Einheit zur Bereitstellung eines elektrischen Zündimpulses vorgesehen sind, gemäß der Lehre des Patentanspruchs 1.

    [0011] Bei der Spreng- oder Brandvorrichtung handelt es sich um klassische Vorrichtungen, deren Bestimmungszweck ohne weiteres erkennbar ist, aber auch um sogenannte unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtungen. Die Spreng- oder Brandvorrichtungen können verschossen werden, aber auch selbsthaftend ausgebildet sein.

    [0012] Erfindungsgemäß besitzt die Einheit zur Bereitstellung des elektrischen Zündimpulses eine spezielle Schnittstelle, um in Abhängigkeit von einem Positionssignal ein Auslösen der Zündkapsel freizugeben oder aber zu sperren, wobei das Freigeben oder Sperren prioritär bezüglich eines vom z.B. hochfrequenten Empfängers ermittelten bzw. diesem übermittelten Zündbefehl ist.

    [0013] Weiterhin erfolgt die Bereitstellung des Positionssignals von einer Empfangseinrichtung, welche eine Positionsbestimmung mittels GPS, Glonass oder dergleichen satellitengestützten Systemen ermöglicht, wobei grundsätzlich ein Auslösen der Zündkapsel gesperrt ist oder bleibt, bis ein vorgegebenes Territorium im Sinne eines Aufenthaltsorts der entsprechenden Spreng- oder Brandvorrichtung erreicht ist oder wieder erreicht wird.

    [0014] Bei einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist mittels eines integrierten Hochfrequenzsenders die jeweilige Position der Spreng- oder Brandvorrichtung bestimmbar. Hierbei kann es sich um einen Sender im GSM- oder UMTS- bzw. LTE-Frequenzbereich handeln. Im einfachsten Fall wird eine Sendeeinheit analog derjenigen eines Mobilfunkgeräts eingesetzt.

    [0015] Im vorgenannten Sinn kann die Positionsbestimmung ergänzend oder alternativ über die Auswertung von Funkzellen üblicher Mobilfunkbetreiber erfolgen.

    [0016] Bei einer Ausführungsform der Erfindung findet ein Vernetzen der ermittelten Positionsdaten einerseits aus GPS-Signalen und andererseits aus einem GSM-oder UMTS-Netz statt.

    [0017] Wird beispielsweise der Hochfrequenzempfänger der Spreng- oder Brandvorrichtung über die Schnittstelle nach Erkennen eines vorbestimmten, positiv definierten Territoriums freigeschalten, erfolgt eine laufende Überwachung auf mögliche Positionsveränderungen oder aber auch auf ein Unterdrücken oder Wegbleiben von GPS-, GSM- und/oder UMTS-Signalen. Tritt dieser Fall über einen vorgegebenen oder vorgebbaren Zeitraum ein, wird die Spreng- oder Brandvorrichtung gesperrt. Alle diesbezüglich relevanten Daten werden intern in einem geschützten Speicher abgelegt, um eine spätere Nachverfolgung von Ereignissen zu ermöglichen.

    [0018] Insofern erfolgt beim Verlassen oder Erreichen eines programmierbaren Territoriums eine nicht reversible Beeinflussung der Einheit zur Bereitstellung des elektrischen Zündimpulses, insbesondere erfolgt deren Abschalten oder eine bevorzugt elektrische Zerstörung. Dies kann auch mit einer Zeitsteuerung verbunden sein.

    [0019] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden leitfähige oder grundsätzlich als Strahler geeignete Bauteile oder Elemente der Spreng- oder Brandvorrichtung, der Zündkapsel und/oder von vorhandenen Umhausungen als getarnte Antennen verwendet.

    [0020] Erfindungsgemäß wird über eine Magnetfeldsensorik bei erkannter Positionsveränderung das System zum automatischen Aktivieren oder Deaktivieren in Betriebsbereitschaft, insbesondere Empfangsbereitschaft gesetzt. Diesbezüglich erfolgt also ein Umschalten von einem sogenannten Sleep-Modus in einen Aktiv-Modus.

    [0021] Jedes erfindungsgemäße System verfügt über eine dieses System eineindeutig kennzeichnende Adresse zum Ansprechen der Einheit zur Bereitstellung des elektrischen Zündimpulses. Hierdurch ist sichergestellt, dass mittels der Adressierung, die üblicherweise kodiert erfolgt, nur bestimmte Spreng- oder Brandvorrichtungen von bestimmten Nutzerkreisen aktivierbar und damit einsetzbar sind.

    [0022] Dabei können bestimmte Adressenbereiche mit einer zusätzlichen Subadresse verknüpft werden, die eine Gültigkeit der Basisadressierung nur dann erlaubt, wenn ein bestimmtes Territorium erreicht ist oder verlassen wurde.

    [0023] Zusätzlich können in jedem System topografische Daten verschiedener Territorien abgespeichert werden, quasi im Sinne einer zwei- oder bevorzugt dreidimensionalen Landkarte, wobei die aktuell empfangenen Positionsimpulse auf Plausibilität zu den abgespeicherten Daten geprüft werden.

    [0024] Diese Plausibilitätsprüfung kann laufend erfolgen, z.B. bei einem Transportweg der betreffenden Vorrichtungen von einem Ort A zu einem entfernten Ort B.

    [0025] Ergibt die interne Überprüfung empfangener Positionssignale Unstimmigkeiten bezogen auf abgespeicherte kartografische bzw. topografische Daten, erfolgt eine Systemsperrung oder Systemzerstörung.

    [0026] Zum Zweck der Plausibilitätsprüfung können ergänzend klimatische Daten mittels einer diesbezüglichen Sensorik bestimmt und herangezogen werden, wobei zusätzlich im System Mittel zum Empfang von Zeitzeichen-Signalen ausgebildet sind.

    [0027] Die Plausibilitätsprüfung umfasst diesbezüglich eine ergänzende Analyse von Zeitzonen und/oder Klimazonen, wobei überprüft wird, ob relevante Positionssignale zu erwarteten Daten in Sachen Klimazone und/oder Zeitzone sich als passfähig und stimmig erweisen. Bezüglich der Klimadaten können Luftdruck, Umgebungstemperatur und/oder Luftfeuchtigkeit bestimmt werden. Bei einer Unterwasseranwendung wird als Prüfparameter der Wasserdruck genutzt.

    [0028] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch Anwendung finden in Einrichtungen zum realitätsnahen Training des Entschärfens von unkonventionellen Spreng- oder Brandvorrichtungen mit einer oder mehreren beliebig ausgeführten simulierten Spreng- oder Brandvorrichtungen sowie mindestens einer in der Spreng- oder Brandvorrichtung enthaltenen elektrischen Zündkapsel, wobei die Zündkapsel in ihrem Kapselkörper einen Hochfrequenzsender aufweist und der Zustand am elektrischen Eingang der Zündkapsel laufend überwacht und bei signifikanten Veränderungen vom Hochfrequenzsender ein redundantes und kodiertes Signal erzeugt wird, welches über eine Antenne abgestrahlt und dieses abgestrahlte Signal mittels eines zugehörigen Empfängers ausgewertet wird.

    [0029] Der zugehörige Empfänger ist in der Lage, jede der verbauten Zündkapseln bei Aktivieren dieser zu selektieren und ein Auslösen der jeweiligen Zündkapsel optisch und/oder akustisch darzustellen. Der Hochfrequenzsender strahlt dabei kodierte Signale auch dergestalt ab, dass von einem Trainer erkannt werden kann, ob die simulierte unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung aufgenommen und damit bewegt bzw. transportiert wird.

    [0030] Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind Mittel vorgesehen, die in der Lage sind, Manipulationen an der Umverpackung bzw. einer Einhausung von Spreng-oder Brandvorrichtungen zu erkennen. Diese Mittel können sowohl auf das Entfernen, aber auch das zusätzliche Umhüllen und ein Erkennen dieser Handlungen gerichtet sein. Beispielsweise kann eine Umverpackung einen Sicherheitsstreifen, auch nach Art eines Transponders, umfassen, bei dessen Zerstörung eine Registrierung erfolgt. Dabei besteht die Möglichkeit, dass Teile der Umverpackung als Antennenstrahler eines Transponders wirken oder aber Bestandteile eines Schwingkreises eines Transponders sind, wobei Manipulationen an der Umverpackung zu einer Veränderung der Eigenschaften des Antennenstrahlers und/oder eines diesbezüglichen Schwingkreises führen. Diese Änderungen der Eigenschaften sind detektierbar und lösen ein Signal aus. Auch wenn womöglich die Spreng- oder Brandvorrichtung zur Beeinflussung der beschriebenen erfindungsgemäßen Funktionen mit einer abschirmenden Umhüllung, z.B. aus einer leitfähigen Folie versehen ist, bewirkt dies eine Veränderung von dielektrischen Eigenschaften, welche registriert werden und beispielsweise bewirken, dass ein Auslösen der Zündkapsel dauerhaft gesperrt bleibt.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum gezielten, automatischen Aktivieren oder Deaktivieren von Spreng- oder Brandvorrichtungen mit mindestens einer in der Spreng- oder Brandvorrichtung enthaltenen, elektrisch auslösbaren Zündkapsel, wobei an oder in dem Zündkapselkörper ein Ultraschall-, Niederfrequenz- und/oder Hochfrequenzempfänger und eine Einheit zur Bereitstellung eines elektrischen Zündimpulses vorgesehen sind,
    wobei die Einheit zur Bereitstellung des elektrischen Zündimpulses über eine Schnittstelle verfügt, um in Abhängigkeit von einem Positionssignal ein Auslösen der Zündkapsel freizugeben oder zu sperren und das Freigeben oder Sperren prioritär bezüglich eines vom Empfänger ermittelten Zündbefehls ist, weiterhin eine Bereitstellung des Positionssignals von einer Empfangseinrichtung erfolgt, welche eine Positionsbestimmung mittels GPS, Glonass oder dergleichen satellitengestützten Systems ermöglicht, wobei grundsätzlich ein Auslösen der Zündkapsel gesperrt ist oder bleibt, bis ein vorgegebenes Territorium erreicht ist oder wieder erreicht wird,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    mittels einer Magnetfeldsensorik bei erkannter Positionsveränderung das System zum automatischen Aktivieren oder Deaktivieren in Betriebsbereitschaft, insbesondere Empfangsbereitschaft gesetzt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    mittels eines integrierten Senders die jeweilige Position der Spreng- oder Brandvorrichtung ermittelbar ist.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Positionsbestimmung ergänzend oder alternativ über die Auswertung von Funkzellen üblicher Mobilfunkbetreiber erfolgt.
     
    4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    beim Verlassen oder Erreichen eines programmierbaren Territoriums eine nicht reversible Beeinflussung der Einheit zur Bereitstellung des elektrischen Zündimpulses, insbesondere deren Abschalten oder Zerstörung erfolgt.
     
    5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    leitfähige Bauteile oder Elemente der Spreng- oder Brandvorrichtung, der Zündkapsel und/oder von Umhausungen als getarnte Antennenstrahler verwendet werden.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    jedes System über eine dieses eineindeutig kennzeichnende Adresse zum Ansprechen der Einheit zur Bereitstellung des elektrischen Zündimpulses verfügt.
     
    7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 6,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    in jedem System topografische Daten verschiedener Territorien abgespeichert sind, wobei die aktuell empfangenen Positionssignale auf Plausibilität zu den abgespeicherten topografischen Daten geprüft werden, wobei im Falle einer Unterwasseranwendung zur Plausibilitätsprüfung der anliegende Wasserdruck herangezogen wird.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    zum Zweck der Plausibilitätsprüfung ergänzend klimatische Daten mittels einer Sensorik bestimmt und herangezogen werden.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    das System Mittel zum Empfang von Zeitzeichen-Signalen aufweist.
     


    Claims

    1. A method for controlled automatic activation or deactivation of explosive devices comprising at least one electrically triggerable ignition capsule contained in the explosive device, wherein an ultrasound, low-frequency and/or high-frequency receiver and a unit for providing an electrical ignition pulse are provided on or in the ignition capsule body,
    wherein the unit for providing the electrical ignition pulse has an interface in order to enable or disable a triggering of the ignition pulse in accordance with a position signal, wherein the enabling or disabling takes precedence over an ignition command obtained by the receiver, furthermore, the position signal is provided by a receiving apparatus which allows position determination by means of GPS, Glonass or similar satellite-based systems, wherein triggering of the ignition capsule is basically or remains basically disabled until a predetermined territory is reached or reached again,
    characterized in that
    the system for automatic activation or deactivation is set into operational readiness, in particular readiness for reception by means of magnetic field sensor technology when a change of position is identified.
     
    2. The method according to claim 1,
    characterized in that
    the respective position of the explosive device may be determined by means of an integrated transmitter.
     
    3. The method according to claim 1 or 2,
    characterized in that
    the position determination is performed in addition or as an alternative via the evaluation of radio cells of usual mobile providers.
     
    4. The method according to anyone of the preceding claims,
    characterized in that,
    with leaving or reaching a programmable territory, a non-reversible influencing of the unit for providing the electrical ignition pulse, in particular the switch-off or destruction thereof takes place.
     
    5. The method according to anyone of the preceding claims,
    characterized in that
    conductive components or elements of the explosive device, the ignition capsule and/or of enclosures are used as camouflaged antenna emitters.
     
    6. The method according to claim 1,
    characterized in that
    each system has an address uniquely identifying it for addressing the unit for providing the electrical ignition pulse.
     
    7. The method according to claim 1 or 6,
    characterized in that
    topographical data of various territories is stored in each system, wherein the currently received position signals are checked for plausibility with respect to the stored topographical data, wherein the applied water pressure is used for the plausibility check in case of an underwater application.
     
    8. The method according to claim 1,
    characterized in that
    in addition, climatic data is determined by means of sensor technology and used for the purpose of the plausibility check.
     
    9. The method according to claim 7 or 8,
    characterized in that
    the system comprises means for receiving time signals.
     


    Revendications

    1. Procédé pour l'activation ou la désactivation automatique ciblée d'engins explosifs ou incendiaires, comprenant au moins un détonateur à déclenchement électrique contenu dans l'engin explosif ou incendiaire, dans lequel, il est prévu dans ou sur le corps de détonateur un récepteur à ultrasons, infrasons et/ou à haute fréquence et une unité pour l'application d'une impulsion d'allumage électrique,
    dans lequel l'unité pour l'application de l'impulsion d'allumage électrique dispose d'une interface afin de libérer ou de bloquer un déclenchement du détonateur en fonction d'un signal de position et la libération où le blocage est prioritaire à l'égard d'un ordre d'allumage déterminé par le récepteur, et une mise à disposition du signal de position a lieu depuis un système récepteur qui permet une détermination de position au moyen du système GPS, GLONASS ou d'un système similaire à base de satellites, et un déclenchement du détonateur est fondamentalement bloqué ou demeure bloqué jusqu'à ce qu'un territoire prédéterminé soit atteint ou soit à nouveau atteint,
    caractérisé en ce que
    au moyen d'un système capteur de champ magnétique, lors de modifications reconnues de position, le système pour l'activation ou la désactivation automatique est mis en disponibilité de service, en particulier en disponibilité de réception.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la position respective de l'engin explosif ou incendiaire et susceptible d'être déterminée au moyen d'un émetteur intégré.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
    caractérisé en ce que, en complément ou en variante, la détermination de position a lieu via l'évaluation de cellules de radiotéléphonie de serveurs de radiotéléphonie mobile classique.
     
    4. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que lors de la sortie ou de l'atteinte d'un territoire programmable, il se produit une influence non réversible de l'unité pour appliquer l'impulsion d'allumage électrique, en particulier sa mise à l'arrêt ou sa destruction.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que des composants ou des éléments conducteurs de l'engin explosif ou incendiaire, du détonateur et/ou de leurs enveloppes sont utilisés à titre d'éléments rayonnants d'antenne camouflés.
     
    6. Procédé selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que chaque système dispose d'une adresse caractéristique univoque pour s'adresser à l'unité pour appliquer l'impulsion d'allumage électrique.
     
    7. Procédé selon la revendication 1 ou 6,
    caractérisé en ce que des données topographiques concernant divers territoires sont mémorisés dans chaque système, et les signaux de position actuellement reçus sont contrôlés quant à la plausibilité avec les données topographiques mémorisées, et dans le cas d'une application sous-marine, la pression d'eau régnante est exploitée pour le contrôle de plausibilité.
     
    8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé
    caractérisé en ce que dans le but de contrôler la plausibilité, on détermine en complément des données climatiques au moyen d'un système de capteurs et on les exploite.
     
    9. Procédé selon la revendication 7 ou 8,
    caractérisé en ce que le système comprend des moyens pour la réception de signaux de marquage temporel.
     






    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente