(19)
(11)EP 3 323 131 B1

(12)EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45)Hinweis auf die Patenterteilung:
17.06.2020  Patentblatt  2020/25

(21)Anmeldenummer: 16748065.6

(22)Anmeldetag:  13.07.2016
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01C 7/12(2006.01)
H01T 1/14(2006.01)
H01H 9/32(2006.01)
H02H 9/04(2006.01)
H01H 37/76(2006.01)
(86)Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2016/066580
(87)Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2017/009355 (19.01.2017 Gazette  2017/03)

(54)

VARISTOR MIT EINER ABTRENNVORRICHTUNG

VARISTOR WITH SEPARATING DEVICE

VARISTOR AVEC SEPARATEUR


(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30)Priorität: 13.07.2015 DE 102015213050

(43)Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.05.2018  Patentblatt  2018/21

(73)Patentinhaber: Phoenix Contact GmbH & Co. KG
32825 Blomberg (DE)

(72)Erfinder:
  • DURTH, Rainer
    32805 Horn-Bad Meinberg (DE)

(74)Vertreter: RCD Patent Giesen, Schmelcher & Griebel Patentwanwälte PartG mbB 
Kaiserstraße 100
52134 Herzogenrath
52134 Herzogenrath (DE)


(56)Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 1 077 452
WO-A1-2013/034769
JP-A- H02 267 902
US-A1- 2001 055 187
EP-A2- 2 284 857
DE-A1-102013 006 052
JP-A- H09 134 809
  
      
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Varistor mit einer Abtrennvorrichtung. Solcher Varistor ist aus JP H02 267902 A bekannt.

    [0002] Aus dem Stand der Technik ist bekannt, dass Überspannungsableiter, und insbesondere Varistoren, auf Grund der hohen Energieeinträge einer nicht zu vernachlässigenden Alterung (auch als Degradierung bekannt) unterliegen. Dabei kann festgestellt werden, dass unterschiedliche Faktoren einen Einfluss auf die Alterung haben. Insbesondere haben jedoch die vorherrschenden Umgebungsbedingungen als auch die Zahl, die Häufigkeit und die Stärke von Energieeinträgen einen Einfluss auf die Alterung. Mit zunehmender Alterung treten beispielsweise Leckströme auf, die zu einer (kontinuierlichen) Erwärmung des Überspannungsableiters führen.

    [0003] Zum Schutz der Überspannungsableiter als auch umgebender Einrichtungen werden daher häufig thermische Abtrennvorrichtungen eingesetzt, bei denen der Überspannungsableiter mittels eines Federsystems elektrisch kontaktiert wird, wobei das Federsystem verlötet an den Überspannungsableiter mit einem thermisch erweichbaren Lot oder Kleber befestigt wird. Tritt nun eine unzulässige Erwärmung auf, wird das Lot oder der Kleber weich, so dass die im Federsystem gespeicherte Energie den unmittelbaren elektrischen Kontakt zum Überspannungsableiter löst.

    [0004] Allerdings gibt es Fehlerfälle, bei denen bereits ein starker Stromfluss (Fehlerstrom oder Leckstrom) eingesetzt hat. In diesen Fällen wird es - insbesondere bei Gleichspannungsnetzen (DC-Netzen)- sehr schwierig einen Lichtbogen, der beim Auftrennen entsteht, zu unterbrechen und somit den Stromfluss abzutrennen. Lichtbögen weisen auf Grund der Ausbildung eines Plasmas eine sehr geringe Leitfähigkeit auf. In solchen Fällen tritt entweder eine gefährliche, weil unkontrollierte, Zerstörung des Überspannungsableiters auf, oder aber eine vorgeschaltete Sicherung wird ausgelöst, sodass nun aber nicht nur der Überspannungsableiter sondern auch die eigentliche zu schützenden Geräte vom Netz getrennt sind. Dis führt zu nicht unerheblichen und kostenträchtigen Stillstandzeiten.

    [0005] Aus dem Stand der Technik sind daher zahlreiche Vorrichtungen bekannt, die das Löschen des Lichtbogens durch Einschieben von isolierenden Schutzelementen lösen.

    [0006] Dabei soll unmittelbar eine erhöhte Isolationsstrecke erzeugt werden, um die Bildung und die Auswirkungen von Lichtbögen an der (auftrennenden) Kontaktstelle zu unterbinden.

    [0007] Ein wesentlicher Nachteil dieses Systems ist es, dass die schlagartige Unterbrechung des bereits fließenden Leckstromes zu einem starken Anstieg der Spannung an der Kontaktstelle selbst führt. Hierdurch wird die Isolation des Systems hoch belastet, so dass es zu Überschlägen kommen kann und dadurch das gesamte System wiederum versagt. Ursache hierfür ist die magnetische Energie, die zum Zeitpunkt der Auftrennung durch den bereits fließenden Strom im elektrischen Netz gespeichert ist. Diese in den Zuleitungen gespeicherte Energie muss zwingend abgebaut werden. Je schneller also der Strom unterbrochen wird, umso stärker steigt die Spannung an der Trennstelle an.

    [0008] Daher sind die Anforderungen an diese Vorrichtungen extrem hoch, sodass diese nur mit hohem Designaufwand entwickelt werden können und zudem kostenträchtig in Bezug auf Materialien und Herstellung sind. Weiterhin ist festzustellen, dass die bisherigen Vorrichtungen zu einer erheblichen Vergrößerung der Bauvolumina führen, wohingegen der Markt eine zunehmende Miniaturisierung verlangt.

    [0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen verbesserten und kostengünstigen Varistor mit einer Abtrennvorrichtung bereitzustellen, der einen Nachteil oder mehrere Nachteile aus dem Stand der Technik vermeidet.

    [0010] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben bzw. in der Beschreibung beschrieben.

    [0011] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegende Zeichnung anhand bevorzugter Ausführungsformen näher erläutert.

    [0012] Es zeigen
    Fig. 1
    eine schematische Schnitt-Darstellung einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
    Fig. 2
    eine schematische Schnitt-Darstellung einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,
    Fig. 3
    eine schematische Schnitt-Darstellung einer dritten Ausführungsform der Erfindung,
    Fig. 4
    eine schematische Schnitt-Darstellung einer vierten Ausführungsform der Erfindung, und
    Fig. 5
    eine schematische Schnitt-Darstellung der vierten Ausführungsform der Erfindung in einem ausgelösten Zustand.


    [0013] Nachstehend wird Bezug auf die Figuren genommen werden, wobei gleiche Referenzzeichen für gleiche Elemente stehen, so dass Elemente, die in Zusammenhang mit einer Figur beschrieben wurden, nicht notwendigerweise nochmals beschrieben werden.

    [0014] In den Figuren ist ein Varistor 1 mit einer Abtrennvorrichtung A gezeigt. Der Varistor weist zumindest einen ersten Anschluss 2 und ein zweiten Anschluss 3 auf.

    [0015] Die Abtrennvorrichtung A ist so gestaltet, dass sie in einem Fehlerfall den Stromfluss durch den Varistor 1 unterbrechen kann. Dabei ist Fehlerfall allgemein zu verstehen und kann sowohl eine thermische Überlastung durch Leckströme als auch durch hohe Fehlerströme umfassen.

    [0016] Hierzu weist die Abtrennvorrichtung A einen Anschlusskontakt 5 auf. Der Anschlusskontakt 5 stellt einen elektrischen Kontakt zu einem ersten Anschluss 2 des Varistors 1 her.

    [0017] Der elektrische Kontakt ist durch eine thermisch erweichbare Halteeinrichtung 4 gesichert, sodass der Anschlusskontakt 5 im normalen Betriebsfall elektrisch leitend mit dem ersten Anschluss 2 des Varistors verbunden bleibt.

    [0018] Weiterhin weist die Abtrennvorrichtung A weiterhin ein Ablösemittel 6 auf, das mittels eines Kraftspeichers 7 im normalen Betriebsfall vorgespannt ist. Beispielsweise kann hierzu ein Kraftspeicherauflager 8 am Varistor 1 oder an einem (nicht dargestellten) Gehäuse um den Varistor und / oder die Abtrennvorrichtung oder einem anderen Element der Abtrennvorrichtung A vorgesehen sein.

    [0019] In einem Fehlerfall erhitzt sich der Varistor 1 und / oder die Halteeinrichtung 4 und / oder andere Bauteile in thermischer Nachbarschaft, wodurch die thermische erweichbare Halteeinrichtung mittelbar und / oder unmittelbar so weit erwärmt wird, dass die thermisch erweichbare Halteeinrichtung 4 erweicht. Dann wird vermittels des Kraftspeichers 7 der Anschlusskontakt 5 von dem ersten Anschluss 2 des Varistors 1 mechanisch mit Hilfe des Ablösemittels 6 getrennt.

    [0020] Um Lichtbögen weitestgehend zu vermeiden ist nunmehr aber die Abtrennvorrichtung / das Ablösemittel 6 resistiv ausgeführt. Dies führt im Ergebnis dazu, dass ein noch fließender Strom durch den Varistor 1 auf ungefährliche Werte begrenzt wird und zugleich die Bildung von Lichtbögen verhindert wird.

    [0021] Besonders einfach kann dies erreicht werde, wenn das Ablösemittel 6 die Trennung durch ein mechanisches Zwischenschieben zwischen den ersten Anschluss 2 und den Anschlusskontakt 5 erreicht und anschließend dauerhaft mit dem ersten Anschluss 2 und / oder dem Anschlusskontakt 5 in mechanischem und gegebenenfalls auch elektrischem Kontakt verbleibt.

    [0022] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die äußere Form des Ablösemittels 6 zumindest abschnittsweise keilförmig, so dass das Einschieben (und eventuelles Trennen) besonders einfach ist.

    [0023] Ohne Beschränkung der Allgemeinheit können unterschiedliche Materialien für das Ablösemittel verwendet werden. Besonders einfach und kostengünstig bei guten elektrischen und mechanischen Eigenschaften können jedoch Werkstoffe aus Kunststoff und / oder Keramik zum Einsatz kommen. Diese können selbst über eine entsprechende elektrische Leitfähigkeit inhärent oder durch Füllung mit elektrisch leitenden Stoffen verfügen und alternativ oder zusätzlich mit einer elektrisch leitfähigen Oberfläche ausgestattet sein.

    [0024] Insbesondere kann z.B. durch eine Ausgestaltung, wie sie in den Figuren 2 bis 5 gezeigt ist, erreicht werden, dass der elektrische Widerstand, der auf einen Stromfluss ausgeübt wird, abhängig vom relativen Weg des Ablösemittels 6 in Bezug zum ersten Anschluss 2 des Varistors 1 und / oder dem Anschlusskontakt 5 ist. Wird nämlich das Ablösemittel 6 weiter eingeschoben (wie z.B. in Figur 5 gezeigt), so muss der Strom über den Anschlusskontakt 5 hin zum ersten Anschluss 2 einen längeren resistiven Weg über das Ablösemittel 6 zurücklegen als in einem Zustand direkt beim Ablösen. D.h. mit dem Verschiebeweg kann der Widerstand (kontinuierlich) geändert werden, wodurch wirkungsvoll z.B. am Anfang eine geringer Widerstand zur Verfügung steht, so dass zunächst ein Lichtbogen vermieden wird, um anschließend den Widerstand so zu erhöhen, dass der Strom auf ungefährliche Größen beschränkt werden kann.

    [0025] Dabei kann z.B. wie in den Figuren 2 bis 5 gezeigt entweder ein (keilförmiger) Spalt 9 verbleiben oder alternativ kann der (keilförmige) Spalt 9 durch einen entsprechend ausgebildeten elektrisch isolierenden Abschnitt ausgefüllt sein. Dies kann z.B. zur Erzielung verbesserter elektrischer und / oder mechanischer Eigenschaften vorteilhaft sein.

    [0026] D.h. das Ablösemittel 6 weist einen Abschnitt 9 oder mehrere Abschnitte 9 auf, die sich abschnittsweise quer zur in den Figuren gestrichelt dargestellten Verbindungslinie zwischen dem Kontakt 2 und dem Anschlusskontakt 5 erstrecken, und die einen niedrigeren Leitwert aufweisen als andere Abschnitte des Ablösemittels, sodass der elektrische Widerstand des Ablösemittels 6 abhängig vom relativen Stromweg sich ändert.

    [0027] In Ausführungsformen, wie sie in den Figuren 3 bis 5 dargestellt sind, kann zudem vorgesehen sein, dass die Abtrennvorrichtung A weiterhin ein elektrisches Abtrennmittel 10 aufweist, das den Anschlusskontakt 5 von dem Anschluss 2 des Varistors 1 elektrisch trennt, nachdem zunächst ein resistiv behinderter Stromfluss im Fehlerfall erreicht wurde. D.h. in Figur 5, die einen ausgelösten Zustand der Abtrennvorrichtung A zeigt, ist der Stromfluss nun nicht mehr möglich, da nunmehr der isolierende Keil 10 zwischen den Anschlusskontakt 5 und das ansonsten resistive Ablösemittel 6 geschoben ist.

    [0028] Ohne Beschränkung der Allgemeinheit der Erfindung kann die erweichbare Halteeinrichtung 4 ein elektrisch leitfähiges Lot oder einen elektrisch leitfähiger Kleber aufweisen.

    [0029] In einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Ablösemittel 6 weiterhin einen weiteren elektrischen Kontakt 11 aufweist, wobei der weitere elektrische Kontakt 11 so angeordnet ist, dass in Bezug auf den ersten Kontakt 2 und den Anschlusskontakt 5 mit dem resistiven Material des Ablösemittels 6 ein Spannungsteiler zur Verfügung gestellt wird.

    [0030] Innerhalb des Ablösemittels 6, das im Wesentlichen quer zur Stromflussrichtung angeordnet ist, bildet nunmehr der obere Teil des Ablösemittels 6 zwischen dem weiteren elektrischen Kontakt 11 und dem Anschlusskontakt 5 einen ersten Widerstand und zwischen dem ersten Anschluss 2 und dem weiteren elektrischen Kontakt 11 einen zweiten Widerstand. Somit steht an dem weiteren elektrischen Kontakt 11 ein Spannungsteiler zur Verfügung, so dass (z.B. auch nach dem Auslösen im Fehlerfall) eine Spannung an dem zusätzlichen Kontakt 11 zur Verfügung steht, die für weitere Funktionen wie Analyse und Signalisierung genutzt werden kann. In der Ausführungsform der Figuren 3 bis 5 ist dieser Spannungsteiler jedoch nur so lange von Relevanz, bis der Anschlusskontakt 5 von dem Anschluss 2 des Varistors 1 mittels des elektrischen Abtrennmittels 10 elektrisch getrennt wurde. D.h. in diesem Fall kann z.B. das Nichtanliegen einer Spannung am weiteren elektrischen Kontakt 11 als Zeichen der Abtrennung genutzt werden.

    [0031] Ohne Beschränkung der Allgemeinheit der Erfindung kann das resistive Verhalten des Ablösemittels 6 unterschiedlicher Natur sein. Insbesondere kann es neben einem linearen resistiven Verhalten auch ein nichtlineares resistives Verhalten aufweisen, beispielsweise kann das Ablösemittel 6 eine Varistor-artige Kennlinie oder eine Temperatur-abhängige Kennlinie, z.B. die eines PTC-Widerstandes, aufweisen.

    [0032] D.h. die Erfindung schlägt vor die im Netz noch gespeicherte Energie nunmehr über einen gewissen Zeitraum abzubauen. Hierzu wird die Trennstelle nicht schlagartig von elektrisch leitend in einen hochohmigen Fall geändert, sondern die Erfindung lässt für einen gewissen Zeitraum, der durch die Zeit für die Verschiebung des Ablösemittels 6 bestimmbar ist, zu, dass weiterhin ein Strom fließt, wobei nun aber kein Lichtbogen mehr entsteht.

    [0033] Durch eine geeignete Gestaltung, z.B. durch den Einsatz geeigneter Werkstoffe, wie z.B. resistive Kunststoffe, kann ein geeigneter Widerstand auch in einem umgebenden Gehäuse, bzw. in und durch innen-liegende Gehäuse- oder mechanische Fixierkomponenten gebildet werden. Hierbei kann die notwendige elektrische Kontaktierung insbesondere auch durch Umspritzen von spannungsführenden Teilen mit resistiven Kunstoffen erfolgen.

    [0034] Besonders Vorteilhaft ist es, wenn sich der Widerstand zwischen dem Anschlusskontakt 5 und dem ersten Anschluss 2 während der Trennung ändert, z.B. beginnend mit einem niedrigen Widerstand hin zu einem hohen Widerstand. Dieses kann z.B. durch Gleitkontakte oder durch Schieber realisiert werden. Dabei kann sichergestellt werden, dass gleichzeitig mit dem Öffnen der Trennstelle die ohmsche Kontaktierung wirkt, und somit der fließende Strom ohmsch begrenzt wird. Hierdurch kann die magnetische Energie abgebaut werden, so dass es nicht wie bei herkömmlichen Einrichtungen zu einem starken Anstieg der Spannung an der Trennstelle kommen kann.

    [0035] Je nach Ausführungsform wird dabei nur eine Begrenzung (Figur 1 und 2) des Stromes auf einen ungefährlichen Wert oder aber auch eine komplette Abtrennung (Figuren 3 bis 5) zur Verfügung gestellt.

    [0036] Besonders vorteilhaft kann im Falle der Figuren 3 bis 5 der Widerstand bzw. der Widerstandsverlauf so gewählt sein, dass zum Zeitpunkt des Auftrennens mittels des Abtrennmittels 10 der Stromfluss bereits so weit reduziert ist, dass nunmehr eine Auftrennung ohne die Gefahr eines Lichtbogens bereitgestellt werden kann.

    [0037] Mittels der Erfindung ist es somit möglich den Varistor 1 (oder auch andere Überspannungsableiter wie z.B. Funkenstecken oder TVS-Dioden) in einen sicheren Zustand zu überführen ohne jedoch die Sicherheit und den weiteren Betrieb einer durch den Überspannungsableiter geschützten Anlage zu gefährden. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird der Designaufwand verringert und zugleich geringe Bauvolumina ermöglicht.
    Bezugszeichenliste
    Varistor 1
    Erster Anschluss 2
    Zweiter Anschluss 3
    Halteeinrichtung 4
    Anschlusskontakt 5
    Ablösemittel 6
    Kraftspeicher 7
    Kraftspeicherauflager 8
    Abschnitt 9
    Elektrisches Abtrennmittel 10
    Weiter elektrischer Kontakt 11
    Abtrennvorrichtung A



    Ansprüche

    1. Varistor (1) mit einer Abtrennvorrichtung (A), wobei die Abtrennvorrichtung (A) in einem Fehlerfall den Stromfluss durch den Varistor (1) unterbrechen kann, wobei die Abtrennvorrichtung (A) einen Anschlusskontakt (5) aufweist, der einen elektrischen Kontakt zu einem ersten Anschluss (2) des Varistors (1) herstellt, wobei der elektrische Kontakt durch eine thermisch erweichbare Halteeinrichtung (4) gesichert ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennvorrichtung (A) weiterhin ein Ablösemittel (6) aufweist, das mittels eines Kraftspeichers (7) vorgespannt ist, und das in einem Fehlerfall, wenn die thermisch erweichbare Halteeinrichtung (4) erweicht, den Anschlusskontakt (5) von dem ersten Anschluss (2) des Varistors (1) mechanisch trennt, wobei das Ablösemittel (6) resistiv ausgeführt ist, um den Strom durch den Varistor (1) zu begrenzen und Lichtbögen zu vermeiden.
     
    2. Varistor (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablösemittel (6) die Trennung durch ein mechanisches Zwischenschieben erreicht und dabei in dauerhaftem elektrischen Kontakt mit dem ersten Anschluss (2) und / oder dem Anschlusskontakt (5) bleibt.
     
    3. Varistor (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Form des Ablösemittels (6) zumindest abschnittsweise keilförmig ist.
     
    4. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablösemittel (6) Kunststoff und / oder Keramik aufweist.
     
    5. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Widerstand, der auf einen Stromfluss ausgeübt wird, abhängig ist vom relativen Weg des Ablösemittels (6) in Bezug zum ersten Anschluss (2) des Varistors (1) und / oder dem Anschlusskontakt (5).
     
    6. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablösemittel (6) einen oder mehrere Abschnitte (9) aufweist, die sich abschnittsweise quer zur Verbindungslinie zwischen dem ersten Kontakt (2) und dem Anschlusskontakt (5) erstrecken und die einen niedrigeren Leitwert aufweisen als andere Abschnitte, sodass der elektrische Widerstand des Ablösemittels (6) abhängig vom relativen Stromweg sich ändert.
     
    7. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennvorrichtung (A) weiterhin ein elektrisches Abtrennmittel (10) aufweist, das den Anschlusskontakt (5) von dem ersten Anschluss (2) des Varistors (1) elektrisch trennt, nachdem zunächst ein resistiv behinderter Stromfluss im Fehlerfall erreicht wurde.
     
    8. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erweichbare Halteeinrichtung (4) ein elektrisch leitfähiges Lot oder einen elektrisch leitfähiger Kleber aufweist.
     
    9. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablösemittel (6) weiterhin einen weiteren elektrischen Kontakt (11) aufweist, wobei der weitere elektrische Kontakt (11) so angeordnet ist, dass in Bezug auf den ersten Anschluss (2) und den Anschlusskontakt (5) mit dem resistiven Material des Ablösemittels (6) ein Spannungsteiler zur Verfügung gestellt wird.
     
    10. Varistor (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ablösemittel (6) ein nichtlineares resistives Verhalten aufweist.
     


    Claims

    1. A varistor (1) with an isolating arrester (A), wherein the isolating arrester (A) is configured to interrupt the flow of current through the varistor (1) in the event of a fault, wherein the isolating arrester (A) has a terminal contact (5) that establishes an electrical contact to a first contact (2) of the varistor (1), wherein the electrical contact is protected by a thermally softenable holding device (4), wherein the isolating arrester (A) also has a detachment means (6) which is biased by means of an energy accumulator (7) and which, in the event of a fault, if the thermally softenable holding device (4) softens, mechanically disconnects the terminal contact (5) from the first contact (2) of the varistor (1), and wherein the detachment means (6) is resistive in order to limit the current through the varistor (1) and prevent electrical arcs.
     
    2. The varistor (1) as set forth in claim 1, characterized in that the detachment means (6) achieves the disconnection through mechanical interpositioning and, in doing so, remains in permanent electrical contact with the first contact (2) and/or the terminal contact (5).
     
    3. The varistor (1) as set forth in claim 1 or 2, characterized in that the external shape of the detachment means (6) is wedge-like at least in sections.
     
    4. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the detachment means (6) comprises plastic and/or ceramic.
     
    5. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the electrical resistance that is exerted on a current flow is dependent on the relative path of the detachment means (6) in relation to the first contact (2) of the varistor (1) and/or the terminal contact (5).
     
    6. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the detachment means (6) comprise one or more sections that extend in part transversely to the connecting line between the first contact (2) and the terminal contact (5) and have a lower conductance than other portions, so that the electrical resistance of the detachment means (6) changes in accordance with the relative current path.
     
    7. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the isolating arrester (A) also has an electrical disconnection means (10) that electrically disconnects the terminal contact (5) from the contact (2) of the varistor (1) after a resistively impeded current flow has initially been reached in the event of a fault.
     
    8. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the softenable holding device (4) comprises an electrically conductive solder or an electrically conductive adhesive.
     
    9. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the detachment means (A) also has an additional electrical contact (11), with the additional electrical contact (11) being arranged such that a voltage divider is made available in relation to the first contact (2) and the terminal contact (5) with the resistive material of the detachment means (6).
     
    10. The varistor (1) as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the detachment means (6) comprise a nonlinear resistive behavior.
     


    Revendications

    1. Varistor (1) pourvu d'un dispositif de déconnexion (A), dans un cas de défaut, le dispositif de déconnexion (A) étant susceptible d'interrompre le flux de courant électrique à travers le varistor (1), le dispositif de déconnexion (A) comportant un contact à borne (5), qui établit un contact électrique sur une première borne (2) du varistor (1), le contact électrique étant bloqué par un système de retenue (4) thermiquement ramollissable, caractérisé en ce que le dispositif de déconnexion (A) comporte par ailleurs un moyen de désolidarisation (6), qui est contraint au moyen d'un accumulateur d'énergie (7) et en ce que dans un cas de défaut, lorsque le système de retenue (4) thermiquement ramollissable ramollit, déconnecte mécaniquement le contact à borne (5) de la première borne (2) du varistor (1), le moyen de désolidarisation (6) étant réalisé en version résistive, pour limiter le courant électrique à travers le varistor (1) et pour éviter des arcs électriques.
     
    2. Varistor (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le moyen de désolidarisation (6) atteint la déconnexion par un intercalage mécanique et reste de ce fait en contact électrique durable avec la première borne (2) et / ou le contact à borne (5).
     
    3. Varistor (1) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la forme extérieure du moyen de désolidarisation (6) est cunéiforme au moins par endroits.
     
    4. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen de désolidarisation (6) comporte de la matière plastique et / ou de la céramique.
     
    5. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la résistance électrique qui est exercée sur un flux de courant électrique est dépendante du chemin relatif du moyen de désolidarisation (6) en rapport à la première borne (2) du varistor (1) et / ou au contact à borne (5).
     
    6. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen de désolidarisation (6) comporte un ou plusieurs segments (9), qui par endroits s'étendent à la transversale de la ligne de liaison entre le premier contact (2) et le contact à borne (5) et qui font preuve d'une conductance plus faible que d'autres segments, de telle sorte que la résistance électrique du moyen de désolidarisation (6) varie en fonction du chemin de courant relatif.
     
    7. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de déconnexion (A) comporte par ailleurs un moyen de déconnexion (10) électrique, qui déconnecte électriquement le contact à borne (5) de la première borne (2) du varistor (1), une fois que dans un premier temps, un flux de courant résistivement empêché ait été atteint en cas de défaut.
     
    8. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système de retenue (4) ramollissable comporte une soudure conductrice d'électricité ou un agent adhésif conducteur d'électricité.
     
    9. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen de désolidarisation (6) comporte par ailleurs un contact électrique (11) supplémentaire, le contact électrique (11) supplémentaire étant placé de telle sorte, qu'en rapport à la première borne (2) et au contact à borne (5) pourvu de la matière résistive du moyen de désolidarisation (6), un diviseur de tension soit mis à disposition.
     
    10. Varistor (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen de désolidarisation (6) fait preuve d'un comportement résistif non linéaire.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente