(19)
(11)EP 3 491 971 B1

(12)EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45)Hinweis auf die Patenterteilung:
22.07.2020  Patentblatt  2020/30

(21)Anmeldenummer: 18199702.4

(22)Anmeldetag:  10.10.2018
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47B 88/969(2017.01)

(54)

SCHUBLADENEINSATZ

DRAWER INSERT

INSERT DE TIROIR


(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30)Priorität: 29.11.2017 DE 202017107234 U

(43)Veröffentlichungstag der Anmeldung:
05.06.2019  Patentblatt  2019/23

(73)Patentinhaber: Agoform GmbH
32584 Löhne NRW (DE)

(72)Erfinder:
  • Ottensmeyer, Jan
    32052 Herford NRW (DE)

(74)Vertreter: Ter Meer Steinmeister & Partner 
Patentanwälte mbB Artur-Ladebeck-Strasse 51
33617 Bielefeld
33617 Bielefeld (DE)


(56)Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 2 476 341
DE-A1- 19 535 328
DE-U1-202012 003 483
DE-A1- 3 535 332
DE-U1- 20 301 475
US-A- 5 037 165
  
      
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schubladeneinsatz.

    [0002] Schubladeneinsätze sind in vielfältigen Ausführungsformen bekannt. Sie werden beispielsweise in Einbauküchen zur Lagerung von Besteck und anderen Küchenutensilien in den Schubladen verwendet. Aus diesem Grund hat sich auch der Ausdruck "Besteckeinsatz" für diese Art von Schubladeneinsatz durchgesetzt, wenngleich ihre Verwendung nicht an Besteck im engeren Sinn gebunden ist. Im Folgenden soll vereinfachend nur auf eine Verwendung für Besteck Bezug genommen werden.

    [0003] Bekannt sind Schubladeneinsätze, die vollständig aus Kunststoff hergestellt sind. Diese müssten eine gewisse Formstabilität aufweisen und werden daher aus relativ harten Kunststoffen gefertigt, was Nachteile im Benutzungskomfort mit sich bringt. Die Besteckteile verursachen beim Einlegen in solche Schubladeneinsätze aus harten Kunststoffen unangenehme Geräusche, ebenso wie beim Ausziehen und Einschieben der Schublade, bei welchem die einliegenden Teile im Einsatz herumrutschen können. Die haptische Anmutung lässt zu wünschen übrig. Zudem ist häufig eine ansprechendere optische Gestaltung der Schubladeneinsätze erwünscht, als es mit Einsätzen möglich ist, die vollständig aus Kunststoff bestehen.

    [0004] Bekannt sind daher auch Schubladeneinsätze aus Holz, die zwar optisch ansprechender sind, in denen jedoch die aufgenommenen Teile ebenso leicht herumrutschen können. Zudem lässt die Fertigung in diesem Fall nur eingeschränkte Möglichkeiten bezüglich der Ausgestaltung der Einsätze.

    [0005] Ebenfalls bekannt sind Schubladeneinsätze aus Holz mit einem Innenteil aus Kunststoff oder anderen Materialien, die durch eine bestimmte Formgebung die oben genannten Probleme lösen sollen, darin aber nicht erfolgreich sind oder sich durch eine aufwändige Fertigung auszeichnen.

    [0006] Die Dokumente DE 195 35 328 A1 und DE 203 01 475 U1 zeigen solche Einsätze aus Holz oder Kunststoffen. Hierbei erzeugt Herumrutschen der einliegenden Teile unter anderem weiterhin einen Zusammenstoß mit den Seitenwänden des Einsatzes, wodurch haptische und akustische Nachteile entstehen.

    [0007] Eine ähnliche Lösung offenbart DE 20 2012 003 483 U1, bei dem in den Einsatz ein Innenteil eingesetzt wird. Auch hier ist eine Verringerung des Geräuschpegels oder eine einfache Fertigung des Einsatzes nicht gegeben. Eine weitere gattungsgemäße Lösung ist aus DE 35 35 332 A1 bekannt.

    [0008] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schubladeneinsatz der eingangs genannten Art zu schaffen, der optisch und haptisch ansprechend gestaltet ist, Vorteile in der Benutzung und zudem vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

    [0009] Diese Aufgabe wird durch einen Schubladeneinsatz mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

    [0010] Der erfindungsgemäße Schubladeneinsatz umfasst einen äußeren Rahmen, der aus einem Holzwerkstoff hergestellt ist, und einen Innenteil, der in den Rahmen eingesetzt ist. Der Innenteil umfasst eine trogförmige Aufnahme für die aufzunehmenden Gegenstände, also insbesondere Besteckteil. Er besteht aus einem flexiblen Kunststoffmaterial.

    [0011] Während der Rahmen den Schubladeneinsatz die notwendige Stabilität gibt, kann das Kunststoffmaterial, aus welchem der Innenteil gefertigt ist, zumindest so weich und flexibel sein, dass die Gegenstände weich einliegen und auch bei einer Bewegung der Schublade keine harten Rück- oder Anstoßgeräusche verursachen. Flexible Kunststoffe haben überdies den Vorteil einer angenehmeren haptischen Anmutung im Gebrauch. Der Innenteil lässt sich sehr vielfältig ausgestalten, während dieses Kriterium bei der Gestaltung des äußeren Rahmens keine große Rolle spielt. Dieser kann in sehr einfacher Weise aus geraden Holzleisten zusammengesetzt sein, in welche der Innenteil eingesetzt wird.

    [0012] Vorzugsweise ist das flexible Kunststoffmaterial ein synthetischer Kautschuk.

    [0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das flexible Kunststoffmaterial ein thermoplastischer Elastomer.

    [0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das flexible Kunststoffmaterial ein thermoplastisches Polyurethan.

    [0015] Weiter vorzugsweise ist der Holzwerkstoff Massivholz.

    [0016] Erfindungsgemäß ist der Rahmen rechteckig und weist senkrechte Seitenwände auf, an deren Oberkanten oder Innenseiten der Innenteil mit seinen äußeren Rändern befestigt ist.

    [0017] Erfindungsgemäß sind die Innenseiten der Seitenwände mit Nuten versehen, in welche die äußeren Ränder des Innenteils eingesetzt sind.

    [0018] Weiter vorzugsweise ist der Innenteil lösbar in den Rahmen eingesetzt.

    [0019] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
    Fig. 1
    ist eine Draufsicht auf eine Ausführungsform eines Schubladeneinsatzes;
    Fig. 2
    ist ein senkrechter nicht erfindungsgemäßer Querschnitt durch den Schubladeneinsatz aus Fig. 1; und
    Fig. 3
    ist ein senkrechter Teilschnitt durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schubladeneinsatzes.


    [0020] Der Schubladeneinsatz 10 in Fig. 1 umfasst einen äußeren Rahmen 12 und einen Innenteil 14, der eine trogförmige Aufnahme 16 für Gegenstände aufweist, also beispielsweise für Besteckteile, Küchenutensilien oder dergleichen. Der Rahmen 12 und der Innenteil 14 bestehen aus unterschiedlichen Materialien, die in getrennten Arbeitsgängen gefertigt und anschließend ineinander eingesetzt werden, um den dargestellten Schubladeneinsatz 10 zu bilden.

    [0021] Der Rahmen 12 besteht aus einem Holzwerkstoff, nämlich im vorliegenden Fall Massivholz. Im Einzelnen ist der Rahmen aus geraden Leisten 18, 20, 22, 24 zusammengesetzt, die in der hier dargestellten Ausführungsform an ihren Enden auf Gehrung geschnitten und miteinander verleimt sind. Denkbar sind doch auch andere Verbindungsmöglichkeiten, die dem Fachmann an sich bekannt sind und daher hier nicht näher ausgeführt werden sollen. Sehr verbreitet ist beispielsweise eine Verbindung der Enden der Leisten 18, 20, 22, 24 durch eine Zahnverzinkung mit ineinander greifenden Zähnen. Da die Teile des Rahmens, nämlich die Leisten 18, 20, 22, 24 sehr einfach gestaltet und leicht herzustellen sind, lässt sich aus ihnen leicht ein rechteckiger Rahmen 12 aufbauen, der den Schubladeneinsatz 10 die notwendige Formstabilität verleiht.

    [0022] Der Innenteil 14 besteht aus einem flexiblen Kunststoffmaterial, wie beispielsweise einem synthetischen Kautschuk oder einem thermoplastischen Elastomer, insbesondere einem thermoplastischen Polyurethan. Da die äußere Formstabilität des Schubladeneinsatzes 10 durch den Rahmen 12 gewährleistet wird, kann der Innenteil 14 in sich verformbar sein und auch eine gewisse Elastizität aufweisen. Die Flexibilität des Kunststoffmaterials bedingt auch eine weichere Anmutung, die zu einer angenehmeren Haptik führt. Darüber hinaus bieten sich Vorteile in der Verwendung, da die in der trogförmigen Aufnahme 16 einliegenden Teile beim Verrutschen innerhalb der Aufnahme 16 keine lauten und unangenehmen Geräusche mehr verursachen, wie es bei herkömmlichen Schubladeneinsätzen aus harten Materialien häufig der Fall ist.

    [0023] In dem senkrechten nicht erfindungsgemäßen Schnitt in Fig. 2 ist erkennbar, dass der Rahmen 12 durch senkrechte äußere Seitenwände begrenzt wird, die durch die Leisten 20, 24 gebildet werden. Bei der vorliegenden Form sind die Leisten 20, 24 an ihren Oberkanten 26 profiliert, nämlich mit einer stufenförmigen inneren Ausfräsung, in welche der Innenteil 14 mit seinem umlaufenden äußeren Rand 28 eingelegt ist. Die Größen von Rahmen 12 und Innenteil 14 können auch so aufeinander abgestimmt sein, dass der Innenteil 14 leicht in den Rahmen 12 von oben eingedrückt werden muss, um den Schubladeneinsatz 10 zu bilden. Auf diese Weise bilden Rahmen 12 und Innenteil 14 eine Einheit, die sich im Gebrauch des Schubladeneinsatzes 10 nicht ohne weiteres voneinander löst. Denkbar ist allerdings, dass der Innenteil 14 aus dem Rahmen 12 durch leichten Druck von unten herausgelöst werden kann, beispielsweise gegen einen anders gestalteten Innenteil ausgetauscht werden kann. Der Schubladeneinsatz 10 stellt damit eine modulare Lösung mit auswechselbarem Innenteil 14 dar.

    [0024] Gemäß einer weiteren, hier nicht dargestellten Ausführungsform kann der Rand 28 des Innenteils 14 ebenfalls zum Eingriff in die Oberkanten 26 des Rahmens 12 profiliert sein. Denkbar ist beispielsweise die Ausgestaltung des Randes 28 den Innenteils 14 mit einem Harpunensteg oder dergleichen, der in eine entsprechende Nut an der Oberkante 26 des Rahmens 12 eingedrückt wird.

    [0025] Fig. 3 zeigt einen Teilschnitt durch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schubladeneinsatzes 100, bei welcher der Rahmen 112 aus Leisten 120 zusammengesetzt ist, die an ihren Innenseiten in der Nähe ihrer Oberkanten 126 Nuten 130 aufweisen, die parallel zu den Oberkanten 126 verlaufen. Diese Nuten 130 nehmen den Rand 128 des Innenteils 114 auf. Aufgrund der Flexibilität des Materials des Innenteils 114 kann dessen Rand 128 leicht in die Nuten 130 eingedrückt werden und zum Auswechseln des Innenteils 114 auch wieder daraus gelöst werden.


    Ansprüche

    1. Schubladeneinsatz (10), mit einem Rahmen (12, 112) aus einem Holzwerkstoff und einem Innenteil (14, 114) mit einer trogförmigen Aufnahme (16) für Gegenstände, der in den Rahmen (12, 112) eingesetzt ist und aus einem flexiblen Kunststoffmaterial besteht, wobei der Rahmen (12, 112) rechteckig ist und senkrechte Seitenwände (18, 20, 22, 24; 120) aufweist, wobei an den Innenseiten der Seitenwände (18, 20, 22, 24; 120) der Innenteil (14, 114) mit seinen äußeren Rändern (28, 128) befestigt ist und wobei die Innenseiten der Seitenwände (120) in der Nähe ihrer Oberkanten (126) mit parallel zu den Oberkanten verlaufenden Nuten (130) versehen sind, in welche die äußeren Ränder (128) des Innenteils (114) eingesetzt sind..
     
    2. Schubladeneinsatz gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kunststoffmaterial ein synthetischer Kautschuk ist.
     
    3. Schubladeneinsatz gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kunststoffmaterial ein thermoplastischer Elastomer ist.
     
    4. Schubladeneinsatz gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das flexible Kunststoffmaterial ein thermoplastisches Polyurethan ist.
     
    5. Schubladeneinsatz gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzwerkstoff Massivholz ist.
     
    6. Schubladeneinsatz gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenteil (14, 114) lösbar in den Rahmen (12, 112) eingesetzt ist.
     


    Claims

    1. Drawer insert (10) with a frame (12, 112) made of a wood-based material and an inner part (14, 114) with a trough-shaped compartment (16) for objects, which is inserted into frame (12, 112) and is made from a flexible plastic material, with frame (12, 112) being rectangular and having vertical side walls (18, 20, 22, 24; 120), with the inner part (14, 114) being attached to the inner sides of the side walls (18, 20, 22, 24; 120) by its outer edges (28, 128) and with the inner sides of the side walls (120) being provided in the vicinity of their top edges (126) with grooves (130) running parallel to the top edges, into which the outer edges (128) of the inner part (114) are inserted.
     
    2. Drawer insert according to claim 1, characterised in that the flexible plastic material is a synthetic rubber.
     
    3. Drawer insert according to claim 1, characterised in that the flexible plastic material is a thermoplastic elastomer.
     
    4. Drawer insert according to claim 3, characterised in that the flexible plastic material is a thermoplastic polyurethane.
     
    5. Drawer insert according to one of the previous claims, characterised in that the wood-based material is solid wood.
     
    6. Drawer insert of one of the previous claims, characterised in that the inner part (14, 114) is removably inserted in the frame (12, 112).
     


    Revendications

    1. Insert de tiroir (10), ayant un cadre (12, 112) en matériau à base de bois et une partie intérieure (14, 114) avec un logement en forme de bac (16) pour des objets, qui est inséré dans le cadre (12, 112) et est constitué d'une matière plastique souple, dans lequel le cadre (12, 112) est rectangulaire et comporte des parois latérales perpendiculaires (18, 20, 22, 24 ; 120), dans lequel la partie intérieure (14, 114) est fixée au moyen de ses bords extérieurs (28, 128) au niveau des faces intérieures des parois latérales (18, 20, 22, 24 ; 120) et dans lequel les faces intérieures des parois latérales (120) sont munies, près de leurs rebords supérieurs (126), de rainures (130) s'étendant parallèlement aux rebords supérieurs, rainures dans lesquelles sont insérés les bords extérieurs (128) de la partie intérieure (114).
     
    2. Insert de tiroir selon la revendication 1, caractérisé en ce que la matière plastique souple est un caoutchouc synthétique.
     
    3. Insert de tiroir selon la revendication 1, caractérisé en ce que la matière plastique souple est un élastomère thermoplastique.
     
    4. Insert de tiroir selon la revendication 3, caractérisé en ce que la matière plastique souple est un polyuréthane thermoplastique.
     
    5. Insert de tiroir selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau à base de bois est un bois massif.
     
    6. Insert de tiroir selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la partie intérieure (14, 114) est insérée dans le cadre (12, 112) de manière amovible.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente