(19)
(11)EP 3 501 744 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
26.06.2019  Patentblatt  2019/26

(21)Anmeldenummer: 18210481.0

(22)Anmeldetag:  05.12.2018
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25B 23/14(2006.01)
E21C 35/19(2006.01)
B25B 27/04(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30)Priorität: 20.12.2017 DE 102017130800

(71)Anmelder: Wirtgen GmbH
53578 Windhagen (DE)

(72)Erfinder:
  • BERNING, Christian
    53909 Zülpich (DE)
  • BRÜCK, Matthias
    53721 Siegburg (DE)
  • SCHWALBACH, Lothar
    53567 Asbach (DE)
  • BARIMANI, Cyrus
    53639 Königswinter (DE)

(74)Vertreter: Herrmann, Jochen 
Patentanwalt European Patent Attorney Königstrasse 30
70173 Stuttgart
70173 Stuttgart (DE)

  


(54)WERKZEUG FÜR DIE MONTAGE EINES MEISSELS AN UND/ODER DIE DEMONTAGE EINES MEISSELS VON EINEM MEISSELHALTERSYSTEM EINER FRÄSMASCHINE


(57) Die Erfindung betrifft ein Werkzeug für die Montage eines Meißels an und/oder die Demontage eines Meißels von einem Meißelhaltersystem einer Fräsmaschine, insbesondere einer Straßenfräsmaschine, mit zumindest einem Auslöser, mit dem eine Montage und/oder eine Demontage eines Meißels ausgelöst wird. Dabei ist es vorgesehen, dass das Werkzeug eine Erfassungseinrichtung mit zumindest einer Zähleinrichtung aufweist und dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgelegt ist, eine Anzahl von mit dem Werkzeug demontierten Meißeln und/oder eine Anzahl von mit dem Werkzeug montierten Meißeln zu erfassen.
Die Erfindung betrifft auch ein entsprechendes Meißelhaltersystem sowie ein Verfahren zur Verschleißüberwachung.
Mit dem Werkzeug und dem Meißelhaltersystem werden einem Benutzer zusätzliche Informationen über durchgeführte Meißelwechsel zur Verfügung gestellt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug für die Montage eines Meißels an und/oder die Demontage eines Meißels von einem Meißelhaltersystem einer Fräsmaschine, insbesondere einer Straßenfräsmaschine, mit zumindest einem Auslöser, mit dem eine Montage und/oder eine Demontage eines Meißels ausgelöst wird.

[0002] Die Erfindung betrifft auch ein Meißelhaltersystem für eine Fräsmaschine, insbesondere eine Straßenfräsmaschine, mit zumindest einer Meißelaufnahme zur lösbaren Befestigung zumindest eines Meißels an einer Fräswalze der Fräsmaschine.

[0003] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Verschleißüberwachung von Meißeln und/oder von austauschbaren Meißelhaltern an Meißelhaltersystemen einer Fräswalze einer Fräsmaschine, insbesondere einer Straßenfräsmaschine, wobei zum Austausch der Meißel die Meißel mit Hilfe eines Werkzeuges von den Meißelhaltersystemen demontiert werden und/oder wobei die Meißel mit Hilfe des Werkzeuges an den Meißelhaltersystemen montiert werden und wobei das Verschleißverhalten der Meißel und/oder der austauschbaren Meißelhalter an Hand der Anzahl der ausgetauschten Meißel und/oder der Anzahl der ausgetauschten austauschbaren Meißelhalter bestimmt wird.

[0004] Zum Abtragen von Bodenmaterial, beispielsweise zu Erneuerung von Straßen oder im Tagebergbau, werden Bodenbearbeitungsmaschinen eingesetzt, welche den Untergrund abfräsen. Die Bodenbearbeitungsmaschinen weisen dazu jeweils eine rotierende Fräswalze auf, an deren Oberfläche Meißel angeordnet sind. Die Meißel sind als Verschleißteile austauschbar mit einem Fräswalzenrohr der Fräswalze verbunden. Dazu ist es bekannt, an dem Fräswalzenrohr Meißelhaltersysteme zu befestigen, von welchen die Meißel lösbar gehalten sind. Die Meißelhaltersysteme weisen zur Aufnahme der Meißel jeweils einen Meißelhalter auf. Diese können unmittelbar mit dem Fräswalzenrohr verbunden, beispielsweise daran angeschweißt, sein. Es ist auch bekannt, jeweils eine Basishalterung an dem Walzenrohr zu befestigen und den Meißelhalter daran lösbar zu halten. Bei einem solchen eine Basishalterung und einen Meißelhalter aufweisenden Meißelhaltersystem kann ein verschlissener Meißel aus dem Meißelhalter und ein verschlissener Meißelhalter aus der Basishalterung entnommen und ersetzt werden.

[0005] Für den Ausbau der Meißel aus den Meißelhaltern sind gesonderte Werkzeuge bekannt. Ein solches Werkzeug ist in der DE 10 2008 025 071 A1 beschrieben. Ein Stellglied des Werkzeugs, welches an seinem freien Ende einen Austreibdorn trägt, ist verstellbar an einem Basisteil des Werkzeuges gehalten. Das Stellglied ist mittelbar oder unmittelbar an einem Zylinder-Kolbensystem oder an einer elektromotorischen Einheit angekoppelt. Dieses / diese drückt nach Betätigung eines Auslösers das stirnseitige Ende des Austreibdorns gegen eine Stützfläche, welche den endseitigen Abschluss eines in der Meißelaufnahme des Meißelhalters gehaltenen Meißelschaftes bildet. Der Meißel kann als Rundschaftmeißel ausgebildet sein, wobei der Meißelschaft mittels einer Spannhülse um seine Längsachse drehbar, aber axial blockiert, in der Meißelaufnahme gehalten ist. Durch den Druck des Austreibdorns auf das Ende des Meißelschaftes wird der Meißel aus dem Meißelhalter gedrückt. Das Werkzeug ist dazu mit seinem Basisteil an dem Meißelhalter bzw. an einer zwischen einem Meißelkopf und einem Ansatz des Meißelhalters angeordneten Verschleißschutzscheibe gegengelagert.

[0006] Die DE 10 2007 030 640 B3 offenbart ein Werkzeug für die Montage und Demontage eines Meißels an einem Meißelhalter. Das Werkzeug weist ein Stellglied auf, das mittels einer Stelleinheit, die bidirektional kraftbetätigbar ist, in zwei gegenläufige Richtungen verstellt werden kann. Dem Stellglied ist ein Abdrückabschnitt und im Abstand zu diesem ein Einziehabschnitt zugeordnet. Die Stelleinheit kann in einer Ausbuchtung an einem Basisteil eines Meißelhaltersystems, von dem ein Meißelhalter gehalten ist, eingelegt werden. Dabei ist es auch möglich, dass das Basisteil und der Meißelhalter als Baueinheit einteilig zusammengefasst sind. Das Stellglied liegt in Ausschubrichtung mit dem Abdrückabschnitt an einem zylindrischen Stützteil, welches den dem Meißelkopf abgewandten Abschluss eines Meißelschaftes eines Rundschaftmeißels bildet, an. Der Einziehabschnitt umfasst das zylindrische Stützteil und greift dabei in eine zwischen dem zylindrischen Stützteil und dem Meißelschaft gebildete Nut ein. Mittels des Abdrückabschnitts kann somit eine Kraft in Auswurfrichtung auf den Meißel übertragen werden, während durch den Eingriff des Einziehabschnittes in die Nut eine Kraft in Einzugsrichtung des Meißels eingeleitet werden kann. Die Stelleinheit ist hydraulisch betrieben. Dazu ist sie an eine batteriebetriebene Hydraulikeinheit angekoppelt. Durch entsprechende Ansteuerung kann die Stelleinheit und das mit ihr verbundene Stellglied verstellt und damit ein Meißel ausgeworfen bzw. in die Meißelaufnahme des Meißelhalters eingezogen werden.

[0007] Aus der Schrift US 2015/0300165 A1 ist eine Fräswalze bekannt, deren lösbar befestigten Fräswerkzeuge (Meißel) jeweils mit einem Transponder (RFID) bestückt sind. Die Transponder enthalten Daten, die eine eindeutige Identifizierung der jeweiligen Fräswerkzeuge ermöglicht. Der Fräsmaschine ist ein Lesegerät zugeordnet, welches die in den Transponder hinterlegten Informationen ausliest und an einen Computer weiterleitet. Dieser vergleicht die empfangenen mit in einem Speicher hinterlegten Daten. Bei einer Abweichung der Daten wird von einem Verlust eines jeweiligen Fräswerkzeuges ausgegangen. Eine Fräsmaschine kann so jederzeit die Anzahl der vorliegenden Fräswerkzeuge bestimmen.

[0008] Die US 2017/0011564 A1 beschreibt ein Überwachungssystem für Meißel einer Fräswalze. Jedem Meißel ist zumindest ein Transmitter, beispielsweise in Form eines RFID-Transmitters, zugeordnet. Der Transmitter steht in Funkverbindung mit einem an der Fräsmaschine angeordneten Empfänger und über diesen mit einem Auswertesystem. Bei Ausbleiben eines Signals eines Transmitters erkennt das Auswertesystem den Verlust oder einen unzulässigen Verschleiß eines Meißels. Zur Verschleißerkennung ist der zumindest eine Transmitter innerhalb des Meißels bzw. des Meißelkopfes angeordnet. Bei fortgeschrittenem Verschleiß des Meißels wird der Transmitter freigelegt und zerstört.

[0009] Aus der DE 10 2016 113 251 A1 sind eine Fräsmaschine, eine Fräswalze für eine solche Fräsmaschine sowie ein Verfahren zum Betrieb der Fräsmaschine bekannt. Der Fräsmaschine ist ein Mittel zur Bestimmung eines charakteristischen Merkmals der Fräswalze zugeordnet. Anhand dieses charakteristischen Merkmals wird ein einzustellender Wert und/oder ein Einstellbereich für zumindest einen Maschinenparameter der Fräsmaschine vorgegeben. Anhand des charakteristischen Merkmals können beispielsweise der Typ der Fräswalze und damit die Fräsaufgabe bestimmt werden. Ein charakteristisches Merkmal kann beispielsweise durch eine Kennzeichnung der Fräswalze gegeben sein. Eine solche Kennzeichnung kann in einem aktiven oder passiven Transponder gespeichert sein. Die Kennzeichnung bzw. der Transponder kann in oder an einem Fräswalzenrohr, einem Werkzeughalter oder einem Fräswerkzeug angeordnet sein.

[0010] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Werkzeug für die Montage und/oder Demontage eines Meißels an einem Meißelhaltersystem einer Fräswalze zu schaffen, welches einem Benutzer verbesserte Informationen zur Verschleißermittlung bietet.

[0011] Es ist weiterhin Aufgabe der Erfindung, ein entsprechendes Meißelhaltersystem bereitzustellen.

[0012] Es ist auch eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem das Verschleißverhalten von Meißeln und Meißelhaltern einer Fräsmaschine einfach und sicher ermittelt werden kann.

[0013] Die das Werkzeug betreffende Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, dass das Werkzeug eine Erfassungseinrichtung mit zumindest einer Zähleinrichtung aufweist und dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgelegt ist, eine Anzahl von mit dem Werkzeug demontierten Meißeln und/oder eine Anzahl von mit dem Werkzeug montierten Meißeln zu erfassen. Der Maschinenführer und/oder das Wartungspersonal der Fräsmaschine wissen somit unmittelbar, wie viele Meißel an einer Fräswalze gewechselt wurden. Fehler bei der Bestimmung der Anzahl an ausgetauschten Meißeln, wie sie beim einfachen Zählen durch das Wartungspersonal auftreten können, werden so sicher vermieden. Anhand der Anzahl an demontierten und/oder montierten Meißeln kann der Maschinenführer Rückschlüsse auf das Verschleißverhalten der Meißel bei der durchgeführten Fräsaufgabe ziehen. Dies ermöglicht eine Prognose über das künftige Verschleißverhalten bei Fortführung der Fräsaufgabe. Aus dieser Prognose lassen sich beispielsweise der Bedarf an Meißeln bis zum Abschluss der Fräsaufgabe oder eine geeignete Dauer für die Wartungsintervalle ableiten. Die Zahlen zu den ausgetauschten Meißeln können zur Verwaltung des Ersatzteillagers und der zu einer Baustelle angelieferten und an der Baustelle vorgehaltenen Meißel verwendet werden. Anhand der erforderlichen Meißelwechsel können Rückschlüsse auf die Materialeigenschaften des gefrästen Untergrunds gezogen werden. Daraufhin können beispielsweise die Maschinenparameter derart angepasst werden, dass eine möglichst große Fräsleistung bei gleichzeitig möglichst geringem Verschleiß erreicht wird. Durch diese Maßnahme wird ein kostengünstiger Betrieb der Fräsmaschine ermöglicht. Unter Berücksichtigung der erfassten Anzahl ausgewechselter Meißel können die Effizienz des Maschineneinsatzes und die Kosten für den Maschineneinsatz für eine absolvierte Fräsarbeite bestimmt werden. Vorteilhaft ist die Erfassungseinrichtung an dem Werkzeug angeordnet, mit welchem die Meißel ein- bzw. ausgebaut werden. Dies ist gegenüber bekannten, an der Fräsmaschine in unmittelbarer Nähe zu der Fräswalze angeordneten Erfassungseinrichtungen vorteilhaft, da die Erfassungseinrichtung nicht den hohen mechanischen Belastungen während des Fräsprozesses ausgesetzt ist. Die Meißel sind von Meißelhaltersystemen, welche an einem Fräswalzenrohr der Fräsmaschine gelagert sind, gehalten. Dazu weist ein jeweiliges Meißelhaltersystem einen entsprechenden Meißelhalter auf, der beispielsweise eine Meißelaufnahme zur Aufnahme und lösbaren Festlegung eines Meißelschaftes umfasst. Das Werkzeug ist dazu ausgebildet, den Meißel mit seinem Meißelschaft in die Meißelaufnahme des Meißelhalters einzuführen und/oder aus dieser auszutreiben. Der Meißelhalter kann unmittelbar an dem Fräswalzenrohr festgelegt sein. Er bildet dann das Meißelhaltersystem. Es kann auch vorgesehen sein, dass ein austauschbarer Meißelhalter lösbar von einem Basisträger gehalten ist, wobei der Basisträger fest, beispielsweise über eine Schweißverbindung, mit dem Fräswalzenrohr verbunden ist. Das Meißelhaltersystem ist dann von dem austauschbaren Meißelhalter und dem Basisträger gebildet.

[0014] Eine einfache und zuverlässige Erfassung der ein- und/oder ausgebauten Meißel kann dadurch erfolgen, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgelegt ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers einen Zählerstand der Zähleinrichtung für die Anzahl an demontierten Meißeln oder für die Anzahl an montierten Meißeln um eins zu erhöhen. Die Betätigung des Auslösers stellt ein eindeutiges Signal dar, welches leicht zu erfassen ist und eindeutig einem ein- und/oder ausgebauten Meißel zugeordnet werden kann.

[0015] Entsprechend einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers zumindest eine an dem Meißelhaltersystem, an dem das Werkzeug angesetzt ist, angeordnete Kennung auszulesen und/oder dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers zumindest eine Kennung, welche an dem von dem Meißelhaltersystem, an dem das Werkzeug angesetzt ist, gehaltenen Meißel angeordnet ist, auszulesen. Die Kennung ermöglicht eine eindeutige Identifizierung eines jeweiligen Meißelhaltersystems bzw. eines Meißels. Die Kennung kann weitere Daten, beispielsweise einen Meißeltyp, eine Materialnummer des Meißels oder des Meißelhaltersystems und/oder ein Montagedatum bzw. einen Montagezeitpunkt des Meißels oder des Meißelhaltersystems beinhalten.

[0016] Alternativ zum Erhöhen des Zählers beim Betätigen des Auslösers kann auch ein Erhöhen des Zählers beim Erfassen einer Kennung erfolgen. Diese Alternativen sollen auch für sämtliche folgende Ausführungsbeispiele gelten.

[0017] Gemäß einer möglichen Erfindungsvariante kann es vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, einen als Kennung an dem Meißelhaltersystem angeordneten Datenträger, insbesondere einen elektronischen Datenträger, auszulesen. Ein elektronischer Datenträger ermöglicht die Speicherung nahezu beliebiger Daten. Diese Daten können Informationen enthalten, welche eine eindeutige Identifizierung eines jeweiligen Meißelhaltersystems und somit eines Meißels ermöglichen. An Stelle des elektronischen Datenträgers ist es auch denkbar, eine andere Form der Kennung, beispielsweise in Form eines optisch auslesbaren Datenträgers vorzusehen. Bei einem optisch auslesbaren Datenträger kann es sich beispielsweise um einen Barcode handeln. Ein solcher Barcode kann kostengünstig an dem Meißelhaltersystem angeordnet werden. Grundsätzlich ist jede Form einer maschinenlesbaren Kennzeichnung als Kennung für das Meißelhaltersystem geeignet.

[0018] Ist es vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, die Kennung berührungslos auszulesen, so ist zur Übertragung der Daten von der Kennung zu der Erfassungseinrichtung keine mechanische oder elektrische Verbindung zwischen dem Werkzeug und der Kennung erforderlich. Das Werkzeug kann damit entsprechend bekannter Werkzeuge ausgebildet und lediglich durch die Erfassungseinrichtung erweitert sein. Auch eine Nachrüstung bestehender Werkzeuge mit einer erfindungsgemäßen Erfassungseinrichtung ist denkbar.

[0019] Entsprechend einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers eine Position des Meißelhaltersystems, an dem das Werkzeug angesetzt ist, auf einer Fräswalze zu erfassen. Die Position des Meißelhaltersystems kann beispielsweise in der Kennung hinterlegt sein und entsprechend ausgelesen werden. Die Position des Meißelhaltersystems kann eine in Achsrichtung der Fräswalze verlaufende Koordinate und/oder eine in Umfangsrichtung der Fräswalze verlaufende Koordinate, beispielsweise in Form einer Winkelangabe, enthalten. Dabei kann die in Umfangsrichtung verlaufende Koordinate beispielsweise auf eine zuvor festgelegte Nulllinie bezogen sein. Die Nulllinie entspricht dann beispielsweise einer am Umfang des Fräswalzenrohrs in Richtung von dessen Drehachse verlaufenden Linie. Auch ist es denkbar, jeder möglichen Montageposition des Meißelhaltersystems eine eindeutige Positionsnummer zuzuordnen, welche eine eindeutige Identifizierung der Position eines jeweiligen Meißelhaltersystems auf der Fräswalze ermöglicht.

[0020] Vorteilhaft kann es vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung ein RFID-Lesegerät aufweist. Den Meißelhaltersystemen ist dann jeweils ein RFID-Transponder als Kennung zugeordnet. RFID-Transponder sind in großen Stückzahlen kostengünstig verfügbar. In ihnen können Daten abgespeichert werden, welche eine eindeutige Identifizierung eines Meißelhaltersystems ermöglichen. Auch können in ihnen Daten hinterlegt sein, welche die Position des jeweiligen Meißelhaltersystems auf der Fräswalze kennzeichnen. Die RFID-Transponder können als aktive oder passive RFID-Transponder ausgebildet sein. Dabei weisen passive RFID-Transponder den Vorteil auf, dass sie keine eigene Energieversorgung benötigen. Das RFID-Lesegerät ermöglicht es, die Daten der RFID-Transponder berührungslos, also ohne die Herstellung eines elektrischen oder mechanischen Kontaktes, auszulesen. Dies führt zu einer einfachen und kostengünstigen Konstruktion des Werkzeugs.

[0021] Eine schnelle und einfache Demontage und/oder Montage der Meißel kann dadurch erreicht werden, dass das Werkzeug ein Basisteil aufweist, an dem ein Stellglied mit einem Abdrückabschnitt und/oder mit einem Einziehabschnitt beweglich gelagert ist und dass das Stellglied mittelbar oder unmittelbar an einem Aktuator angekoppelt ist. Der Aktuator kann beispielsweise durch ein Zylinder-Kolbensystem oder durch eine elektromotorische Einheit gebildet sein. Der Abdrückabschnitt kann in Form eines Austreibdorns ausgebildet sein. Der Abdrückabschnitt ermöglicht das Austreiben eines Meißels aus einem Meißelhalter. Mit Hilfe des Einziehabschnitts kann ein Meißel mit seinem Meißelschaft in eine Meißelaufnahme des Meißelhalters gezogen werden. Das Basisteil ermöglicht dabei eine Festlegung des Werkzeugs an dem Meißelhaltersystem. Der Aktuator wird durch Betätigung des zumindest einen Auslösers ausgelöst. Gleichzeitig wird durch Betätigung des zumindest einen Auslösers der Zählerstand der Zähleinrichtung für die demontierten und/oder montierten Meißeln erhöht. Ist das Werkzeug beispielsweise sowohl zum Montieren als auch zum Demontieren von Meißeln ausgelegt, so können entsprechend zwei Auslöser vorgesehen sein, wobei einer eine Montagebewegung und der zweite eine Demontagebewegung des Stellgliedes auslöst. Je nachdem, welcher der Auslöser betätigt wurde, wird dann der Zählerstand der Zähleinrichtung für einen montierten oder für einen demontierten Meißel erhöht. Es ist denkbar, zwei Zähleinrichtungen vorzusehen, wovon eine die montierten und eine die demontierten Meißel zählt. Auf diese Weise kann beispielsweise erkannt werden, ob beim Meißelwechsel alle ausgetriebenen Meißel durch neue ersetzt wurden. Es ist auch denkbar, nur einen Auslöser zu verwenden, dessen Funktion zwischen der Auslösung einer Montage und einer Demontage umschaltbar ist oder der Montage und Demontage wechselweise auslöst. Bei Betätigung des Auslösers wird dann in Abhängigkeit von der gewählten Funktion der Zählerstand für demontierte oder für montiertem Meißel erhöht.

[0022] Besonders vorteilhaft kann es vorgesehen sein, dass zumindest ein Teil der Erfassungseinrichtung, insbesondere das RFID-Lesegerät, an oder in dem Stellglied oder an oder in dem Basisteil des Werkzeugs angeordnet ist. Der für die Erfassung der Kennung verantwortliche Abschnitt der Erfassungseinrichtung, beispielsweise das RFID-Lesegerät, kann so bei der Montage bzw. Demontage eines Meißels in unmittelbare Nähe einer an dem Meißelhaltersystem angeordneten Kennung, insbesondere eines an dem Meißelhaltersystem angeordneten RFID-Transponders, gebracht werden. Dies ermöglicht einen störungsfreien Datenaustausch zwischen dem RFID-Transponder und dem RFID-Lesegerät. Die von dem RFID-Transponder ausgelesenen Daten ermöglichen beispielsweise die zuvor beschriebene Bestimmung der Position des Meißelhaltersystems auf der Fräswalze. Ein Meißelwechsel kann so einem bestimmten Meißelhaltersystem und einer Position auf der Fräswalze zugeordnet werden.

[0023] Um zu vermeiden, dass eine fehlerhafte Betätigung des zumindest einen Auslösers, bei der keine Demontage und/oder Montage eines Meißels erfolgt, zu einer Veränderung der bestimmten Anzahl an demontierten und/oder montierten Meißeln führt, kann es vorgesehen sein dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, eine Betätigung des zumindest einen Auslösers ohne eine dabei erfolgte Montage oder Demontage eines Meißels zu erkennen und dann die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel nicht zu verändern und/oder dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei einer wiederholten Betätigung des zumindest einen Auslösers innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel nicht zu verändern und/oder dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei einer innerhalb eines vorgegebenen zweiten Zeitraums wiederholten Auslesung derselben Kennung die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel nicht zu verändern und/oder dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei einer Betätigung des zumindest einen Auslösers und einer nicht erfolgten Auslesung einer Kennung die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel nicht zu verändern. Erfolgen beispielsweise zwei aufeinanderfolgende Auslösevorgänge innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums, der so kurz gewählt ist, dass innerhalb des Zeitraums die Demontage und/oder Montage zweier Meißel nicht möglich ist, so wird der Zählerstand entsprechend nicht verändert. Wird ein Auslösevorgang aufeinanderfolgend an demselben Meißelhaltersystem wiederholt durchgeführt, so kann dies anhand derselben aufeinanderfolgend ausgelesenen Kennung erkannt werden. Entsprechend wird auch in diesem Fall der Zählerstand der demontierten und/oder montierten Meißel nicht verändert. Wird beim Auslösen des Werkzeugs keine Kennung ausgelesen, kann davon ausgegangen werden, dass das Werkzeug an keinem Meißelhaltersystem angesetzt ist und damit auch kein Meißel demontiert bzw. montiert wurde. Auch dann erfolgt keine Änderung des Zählerstandes der Zähleinheit. Es ist auch denkbar, dass das Werkzeug dazu ausgebildet ist, die von dem Werkzeug aufgebrachte Kraft zu erfassen. Die Erfassungseinrichtung kann dann dazu ausgebildet sein, über die Information zu der aufgebrachten Kraft darauf zu schließen, ob eine Montage oder Demontage eines Meißels erfolgt ist.

[0024] Das Meißelhaltersystem kann zweiteilig, nämlich aus einem mit der Fräswalze verbundenen Basisteil und einem darin gehaltenen, austauschbaren Meißelhalter ausgebildet sein. Ist es vorgesehen, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgelegt ist, eine an einem Basisträger des Meißelhaltersystems angeordnete Kennung und/oder eine an einem dem Basisträger zugeordneten, austauschbaren Meißelhalter angeordnete Kennung auszulesen, so kann eine Zuordnung eines austauschbaren Meißelhalters zu einem Basisträger von der Erfassungseinrichtung oder von einer Steuereinheit, auf welche die Erfassungseinrichtung die Daten überträgt, erfasst und überprüft werden. Wird bei Erfassung einer Kennung eines Meißelhalters und eines Basisträgers beispielsweise für einen Basisträger ein anderer Meißelhalter ermittelt, als für ihn in der Erfassungseinrichtung oder in der Steuereinheit hinterlegt ist, so kann auf einen gewechselten Meißelhalter geschlossen werden. Das Werkzeug ermöglicht somit auch die Erkennung und Erfassung von gewechselten Meißelhaltern.

[0025] Um einen ausgetauschten Meißelhalter zu erkennen kann es auch vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers die zumindest eine an einem Meißelhaltersystem angeordnete Kennung auszulesen und die Position des Meißelhaltersystems auf der Fräswalze zu erfassen und dass die Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, durch Vergleich der aus der Kennung ausgelesenen Daten mit in der Erfassungseinrichtung für die Position auf der Fräswalze gespeicherten Daten einen gewechselten, austauschbaren Meißelhalter an dieser Position zu erkennen. Die Kennung ist dabei vorzugsweise an dem austauschbaren Meißelhalter des Meißelhaltersystems angeordnet.

[0026] Vorteilhaft kann es vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung einen Speicher aufweist und dass in dem Speicher die aus den Kennungen ausgelesenen Daten und/oder die Zeitpunkte, an denen die jeweiligen Kennungen ausgelesen wurde, speicherbar sind und/oder dass die gespeicherten Daten und/oder Zeitpunkte einem Zählerstand der Zähleinrichtung zugeordnet sind. Die Daten können so, zusammen mit dem Zählerstand, gespeichert und an eine übergeordnete Steuereinheit übertragen werden. Die Übertragung kann beispielsweis erfolgen, nachdem alle verschlissenen Meißel einer Fräswalze ausgetauscht wurden.

[0027] Eine bevorzugte Ausgestaltungsvariante der Erfindung sieht vor, dass das Werkzeug eine drahtgebundene Schnittstelle oder eine Funkschnittstelle zur elektronischen Übertragung von Daten aufweist. Die Schnittstelle ist mit Erfassungseinrichtung verbunden oder ist Teil der Erfassungseinrichtung. Über die Schnittstelle können Daten von der Erfassungseinrichtung zu einer Steuereinheit und umgekehrt von einer Steuereinheit zu der Erfassungseinrichtung übertragen werden. Damit ist es möglich, die von dem Werkzeug erfasste Anzahl an demontierten und/oder montierten Meißeln an die Steuereinheit zu übertragen. Diese kann beispielsweise in der Fräsmaschine angeordnet sein. Die Steuereinheit kann dann die Anzahl an demontierten bzw. montierten Meißeln über eine Anzeige dem Maschinenführer anzeigen. Das Werkzeug muss so keine eigene Anzeige für die Darstellung der Anzahl getauschter Meißel aufweisen. Auch können weitere von den Kennungen auf das Werkzeug übertragene Daten, beispielsweise Positionsdaten, oder davon abgeleitete Daten über die Schnittstelle an die Steuereinheit übertragen und von dieser ausgewertet oder angezeigt werden.

[0028] Um auch Daten an die an den Meißelhaltersystemen angeordneten Kennungen übertragen zu können kann es vorgesehen sein, dass das Werkzeug und/oder die Erfassungseinrichtung eine Datenschnittstelle aufweist und dass die Datenschnittstelle dazu ausgebildet ist, Daten zu dem an dem Meißelhaltersystem als Kennung angeordneten Datenträger zu übertragen. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, einen Einbauzeitpunkt eines Meißels auf das Meißelhaltersystem zu übertragen. Dieser kann dann bei der Demontage des Meißels wieder ausgelesen und für die Bestimmung der Standzeit des Meißels verwendet werden. Auch können vor einer ersten Verwendung der Kennungen die zur Identifizierung der jeweils zugeordneten Meißelhaltersystems notwendigen Daten von dem Werkzeug auf die Kennungen übertragen werden. Es sind somit keine weiteren Geräte erforderlich, welche das Beschreiben der Kennungen ermöglichen.

[0029] Die das Meißelhaltersystem betreffende Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, dass an oder in dem Meißelhaltersystem zumindest ein berührungslos auslesbarer, elektronischer Datenträger als Kennung angeordnet ist und dass der Datenträger Informationen zur Identifizierung des Meißelhaltersystems und/oder über die Position des Meißelhaltersystems auf der Fräswalze enthält. Durch Auslesen der Datenträger der auf einer Fräswalze angeordneten Meißelhaltersysteme können diese jeweils eindeutig identifiziert werden und/oder es ist möglich, die Position eines jeweiligen Meißelhaltersystems auf der Fräswalze zu bestimmen. Dadurch kann bei einem Meißelwechsel der gewechselte Meißel einem bestimmten Meißelhaltersystem und/oder einer Position auf der Fräswalze zugeordnet werden. Auf diese Weise kann beispielsweise ermittelt werden, wie häufig ein Meißel an einem bestimmten Meißelhaltersystem gewechselt wurde. Bezogen auf eine durchgeführte Fräsleistung der Fräswalze können aus den so gewonnenen Daten Rückschlüsse auf das Verschleißverhalten der Meißel an ihrem jeweiligen Montageort auf der Fräswalze gezogen werden. Aus dem Verschleißverhalten können Prognosen für den künftigen Bedarf an Meißeln bei Fortführung der Fräsaufgabe erstellt werden. Es können Rückschlüsse auf die Materialeigenschaften des gefräßigen Untergrunds gezogen werden. Anhand dieser Informationen wird es beispielsweise ermöglicht, die Maschinenparameter der Fräsmaschine derart optimiert einzustellen, dass eine möglichst hohe Fräsleistung bei möglichst geringem Verschleiß der Meißel erreicht wird. Dadurch können die Effizienz des Maschineneinsatzes und die Kosten für den Maschineneinsatz reduziert werden. Vorteilhaft sind die Datenträger nicht in oder an den Meißeln, sondern in oder an den Meißelhaltersystemen angeordnet. Ein Datenträger wird somit nicht bei einem erforderlichen Meißelwechsel mit ausgetauscht, sondern kann entsprechend der Standzeit des Meißelhaltersystems verwendet werden. Dadurch kann die Anzahl erforderlicher Datenträger zu Überwachung des Austauschs und des Verschleißes von Meißeln gegenüber bekannten Systemen, bei denen die Datenträger in oder an den Meißeln angeordnet sind, signifikant verringert werden.

[0030] Eine lange Lebenserwartung der Datenträger kann dadurch erreicht werden, dass der Datenträger in einem vor Abrasion geschützten Bereich des Meißelhaltersystems angeordnet ist.

[0031] Entsprechend einer besonders bevorzugten Ausgestaltungsvariante der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass der Datenträger ein aktiver oder passiver RFID-Transponder ist. RFID-Transponder werden in großen Stückzahlen kostengünstig angeboten. In ihnen können Daten gespeichert werden, welche eine eindeutige Identifizierung eines Meißelhaltersystems oder dessen Position auf einer Fräswalze ermöglichen. Auch können RFID-Transponder vorgesehen werden, die ist es ermöglichen, die gespeicherten Daten nachträglich zu ändern. Passive RFID-Transponder weisen darüber hinaus den Vorteil auf, dass sie keine eigene Stromversorgung benötigen.

[0032] Vorteilhaft kann es vorgesehen sein, dass der Datenträger Informationen über den Einbauzeitpunkt eines in dem Meißelhaltersystem gehaltenen Meißels enthält. Beim Ausbau eines Meißels, welcher die Verschleißgrenze erreicht hat, kann somit die Standzeit des Meißels unter den zurückliegenden Betriebsbedingungen der Fräswalze und der Fräsmaschine festgestellt werden.

[0033] Es kann vorgesehen sein, dass das Meißelhaltersystem einen fest mit der Fräswalze verbundenen Meißelhalter aufweist und dass der zumindest eine Datenträger an oder in dem Meißelhalter angeordnet ist oder dass das Meißelhaltersystem einen fest mit der Fräswalze verbunden Basisträger und einen lösbar mit dem Basisträger verbundenen, austauschbaren Meißelhalter aufweist und dass zumindest ein Datenträger an oder in dem Basisträger und/oder an oder in dem austauschbaren Meißelhalter angeordnet ist. Bei einem, beispielsweise durch eine Schweißverbindung, fest mit der Fräswalze verbundenen Meißelhalter können die Positionsdaten des Meißelhaltersystems eindeutig dem Meißelhalter zugeordnet und in dem an oder in dem Meißelhalter angeordneten Datenträger abgespeichert werden. Bei einem zweiteiligen Meißelhaltersystem, dem ein Basisträger und ein damit austauschbar verbundener Meißelhalter zugeordnet sind, können die Positionsdaten auf der Fräswalze eindeutig dem fest mit der Fräswalze verbundenen Basisträger zugeordnet und damit in einem an dem Basisträger angeordneten Datenträger hinterlegt werden. Ein austauschbarer Meißelhalter kann zunächst an einem beliebigen Basisträger montiert werden. Weisen sowohl der austauschbare Meißelhalter als auch der Basisträger, in dem der Meißelhalter gehalten ist, einen Datenträger auf, so kann aufgrund der gespeicherten Daten eine eindeutige Zuordnung zwischen einem Basisträger und einem daran montierten, auswechselbaren Meißelhalter getroffen werden. Über diese Zuordnung ist somit auch die Position des auswechselbaren Meißelhalters auf der Fräswalze eindeutig bestimmt. Bei einem Austausch des Meißelhalters, beispielsweise aufgrund eines fortgeschrittenen Verschleißes, wird dem Basisträger ein neuer Meißelhalter mit einer neuen Kennung zugeordnet. Dies wird beim Auslesen der an dem Basisträger und dem austauschbaren Meißelhalter angeordneten Datenträger erkannt. Auf diese Weise kann der Austausch eines Meißelhalters nachgewiesen und erfasst werden. Anhand der so ermittelten Anzahl ausgetauschter Meißelhalter kann auf deren Standzeit unter den zurückliegenden Betriebsbedingungen der Fräswalze und der Fräsmaschine geschlossen werden. Dies ermöglicht eine Prognose über den künftigen Bedarf an Meißelhaltern zur Fortführung der Fräsaufgabe.

[0034] Die das Verfahren betreffende Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, dass die Anzahl der mit dem Werkzeug montierten und/oder demontierten Meißeln von einer an dem Werkzeug angeordneten Erfassungseinrichtung erfasst wird und/oder dass die Position eines mit dem Werkzeug montierten und/oder demontierten Meißels von der an dem Werkzeug angeordneten Erfassungseinrichtung erfasst wird und/oder dass die Position und eine eindeutige Identifikation eines Meißelhaltersystems, an dem ein Meißel demontiert oder montiert wird, von der Erfassungseinrichtung erfasst wird. Aus der Anzahl der montierten und/oder demontierten Meißel kann unmittelbar auf die Anzahl ausgetauschter Meißel und damit auf deren Verschleißverhalten geschlossen werden. Dabei können weitere Parameter, beispielsweise eine Verwendungsdauer der Meißel, mit berücksichtigt werden. Auch ist es möglich, die bei den durchgeführten Fräsarbeiten vorgesehenen Maschinenparameter, mit denen die Fräsmaschine betrieben wurde, oder das gefräste Material zu berücksichtigen. Wird auch die Position der Meißel bzw. der Meißelhalter auf der Fräswalze mit erfasst, so kann eine ortsaufgelöste Verschleißüberwachung erfolgen. Damit kann beispielsweise ausgewertet werden, ob in bestimmten Bereichen der Fräswalze ein erhöhter Verschleiß vorliegt. Auf einen Wechsel eines austauschbaren Meißelhalters kann geschlossen werden, wenn bei aufeinanderfolgenden Meißelwechseln an einer Position der Fräswalze ein Meißelhaltersystem mit einer anderen Identifikation nachgewiesen wird.

[0035] Eine einfache und sichere Bestimmung der Position eines ausgetauschten Meißels oder eines ausgetauschten austauschbaren Meißelhalters auf der Fräswalze kann dadurch erfolgen, dass die Position eines demontierten und/oder montierten Meißels und/oder die Position eines austauschbaren Meißelhalters, an dem ein Meißel demontiert und/oder montiert wird, durch Auslesen einer an dem Meißelhaltersystem angeordneten Kennung erfasst wird. Vorzugsweise weist die an dem Werkzeug angeordnete Erfassungseinheit Mittel auf, mit denen die Kennung selbsttätig ausgelesen werden kann.

[0036] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
in einer perspektivischen Seitenansicht eine Fräswalze mit daran befestigten Meißelhaltern,
Fig. 2
in einer schematischen seitlichen Schnittdarstellung ein einteiliges Meißelhaltersystem mit einem eingesetzten Meißel,
Fig. 3
in einer seitlichen Schnittdarstellung das in Fig. 2 gezeigte, einteilige Meißelhaltersystem mit einem angesetzten ersten Werkzeug,
Fig. 4
in einer perspektivischen Explosionsdarstellung ein zweiteilig ausgebildetes Meißelhaltersystem,
Fig. 5
in einer Seitenansicht und im Teilschnitt das in Fig. 4 gezeigte, zweiteilige Meißelhaltersystem mit einem angesetzten zweiten Werkzeug und
Fig. 6
in perspektivischer Darstellung einen Adapter des in Fig. 5 gezeigten, zweiten Werkzeugs.


[0037] Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Seitenansicht eine Fräswalze 80 einer nicht dargestellten Fräsmaschine mit daran befestigten Meißelhaltern 30. Die Meißelhalter 30 sind am äußeren Umfang eines Fräswalzenrohrs 81 der Fräswalze 80 befestigt. Sie bildeten jeweils ein Meißelhaltersystem 1. Die Meißelhalter 30 sind in dem gezeigten Ausführungsbeispiel direkt mit dem Fräswalzenrohr 81 verbunden. Dazu sind die Meißelhalter 30 an dem Fräswalzenrohr 81 angeschweißt. In den Meißelhaltern 30 sind Meißel 70 gehalten. Die Meißel 70 sind vorliegend als Rundschaftmeißel ausgebildet. Sie sind jeweils mit einem in den Fig. 3 und 5 gezeigten Meißelschaft 71 um ihre Längsachse drehbar, aber axial blockiert, in den Meißelhaltern 30 gehalten.

[0038] Je nach durchzuführender Fräsaufgabe werden unterschiedliche Fräswalzen 80 mit unterschiedlichen Anordnungen der Meißelhalter 30 sowie mit an die jeweilige Fräsaufgabe angepassten Meißeln 70 verwendet.

[0039] Die Meißel 70 unterliegen einem starken Verschleiß. Sie müssen daher regelmäßig ausgetauscht werden. Dabei richtet sich ihre Standzeit nach den Materialeigenschaften des bearbeiteten Untergrundes sowie nach den Maschinenparametern, mit denen die Fräsmaschine und damit die Fräswalze 80 betrieben werden.

[0040] Zum Austauschen der Meißel 70 können diese von den Meißelhaltern 30 gelöst und neue Meißel 70 in die Meißelhalter 30 eingesetzt werden. Dazu werden spezielle Werkzeuge 10, 90 eingesetzt, wie diese beispielhaft in den Fig. 3 und 5 gezeigt sind.

[0041] Fig. 2 zeigt in einer schematischen seitlichen Schnittdarstellung ein einteiliges Meißelhaltersystem 2 mit einem eingesetzten Meißel 70. Der Meißelhalter 30 ist mit einem konkav ausgebildeten Anlageabschnitt 31 auf eine Walzenoberfläche 82 des Fräswalzenrohrs 81 aufgesetzt und mit diesem verschweißt. Er weist dem Fräswalzenrohr 81 abgewandt eine Ausbuchtung 32 auf.

[0042] Fig. 3 zeigt in einer seitlichen Schnittdarstellung das in Fig. 2 gezeigte, einteilige Meißelhaltersystem 2 mit einem angesetzten ersten Werkzeug 90. Das erste Werkzeug 90 ist mit einem ersten Basisteil 91 in die Ausbuchtung 32 des Meißelhalters 30 eingesetzt. Das erste Basisteil 91 bildet einen Zylinder aus, in dem ein Kolben 92 geführt ist. Der Kolben 92 ist über eine erste Kolbenstange 93 mit einem ersten Stellglied 94 verbunden. Das erste Stellglied 94 bildet einen hakenförmigen Einziehabschnitt 95 und einen ersten Abdrückabschnitt 96 aus. Mit dem ersten Basisteil 91 ist ein erster Griff 97 verbunden. Der erste Griff 97 trägt eine Hydraulikeinheit 98, die über in Fig. 5 für ein zweites Werkzeug 10 gezeigte Auslöser 12.1 angesteuert werden kann. Die Hydraulikeinheit 98 ermöglicht wahlweise eine Druckbeaufschlagung des Kolbens 92 auf seinen gegenüberliegenden Flächen. Damit ist das erste Stellglied 94 bidirektional kraftbetätigbar. In der gezeigten, ausgefahrenen Stellung ist das erste Stellglied 94 bis zu einem äußeren Ende einer ersten Meißelaufnahme 33 des Meißelhalters 30 in diese eingeschoben.

[0043] Der Meißel 70 weist einen zylinderförmigen Meißelschaft 71 auf, um den eine Spannhülse 75 angeordnet ist. In seinem freien Endbereich ist eine umlaufende Einziehnut 76 in den Meißelschaft 71 eingeformt. Endseitig bildet der Meißelschaft 71 ein Zylinder-Stützteil 77 aus.

[0044] Das erste Stellglied 94 liegt mit seinem ersten Abdrückabschnitt 96 an dem Zylinder-Stützteil 77 und damit an dem freien Ende des Meißelschaftes 71 an. Es greift mit seinem Einziehabschnitt 95 in die Einziehnut 76 ein. Durch eine entsprechende Druckbeaufschlagung des Kolbens 92 wird das erste Stellglied 94 zum ersten Basisteil 91 hin und damit in die erste Meißelaufnahme 33 verstellt. Durch den Eingriff des Einziehabschnitt 95 in die Einziehnut 76 wird dabei der Meißelschaft 71 in die erste Meißelaufnahme 33 eingezogen und dort mit der Spannhülse 75 gehalten. Der Meißel 70 ist somit an dem Meißelhalter 30 montiert und das erste Werkzeug 90 kann aus der Ausbuchtung 32 entnommen werden. Zur Demontage des Meißels 70 wird das erste Werkzeug 90 wieder mit seinem ersten Basisteil 91 in die Ausbuchtung 32 eingesetzt und das erste Stellglied 94 durch eine entsprechende Druckbeaufschlagung des Kolbens 92 in die erste Meißelaufnahme 33 eingeschoben. Dabei drückt das erste Stellglied 94 mit seinem ersten Abdrückabschnitt 96 gegen das Zylinder-Stützteil 77 des Meißelschaftes 71, wodurch der Meißel 70 ausgetrieben wird.

[0045] An dem ersten Werkzeug 90 ist eine Erfassungseinrichtung 110 angeordnet. Die Erfassungseinrichtung 110 ist symbolisch durch ein Rechteck dargestellt. Der Erfassungseinrichtung 110 sind zwei Zähleinrichtungen 113 zugeordnet, wie eine solche schematisch in Fig. 6 gezeigt ist. Die Erfassungseinrichtung 110 ist dazu ausgelegt, eine Anzahl von mit dem ersten Werkzeug 90 demontierten Meißeln 70 und eine Anzahl von mit dem ersten Werkzeug 90 montierten Meißeln 70 zu erfassen. Dazu wird bei jedem demontierten Meißel 70 der Zählerstand der ersten und bei jedem montierten Meißel 70 der Zählerstand der zweiten Zähleinrichtung 113 erhöht. Dem ersten Werkzeug 90 sind außerhalb des gewählten Bildausschnittes und damit nicht dargestellt zwei Auslöser 12.1 zugeordnet, wovon einer eine Montage-Bewegung und einer eine Demontage-Bewegung des ersten Stellglieds 94 auslöst. Der Zählerstand der Zähleinrichtung 113, welche die demontierten Meißel 70 zählt, wird bei Betätigung des Auslösers 12.1, welcher die Demontage-Bewegung auslöst, erhöht. Entsprechend wird der Zählerstand der Zähleinrichtung 113, welche die montierten Meißel zählt, bei der Betätigung des Auslösers 12.1, welcher die Montage-Bewegung auslöst, erhöht. Anhand der so erfassten Anzahl ausgetauschter Meißel 70 kann das Verschleißverhalten der Meißel 70 für die durchgeführte Fräsaufgabe ermittelt werden.

[0046] Die Erfassungseinrichtung 110 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel an dem ersten Stellglied 94 des ersten Werkzeugs 90 befestigt.

[0047] Es ist jedoch auch denkbar, die Erfassungseinrichtung 110 an anderen Bauteilen des ersten Werkzeugs 90, beispielsweise an dem ersten Basisteil 91 oder in dem ersten Griff 97, anzuordnen.

[0048] Weiterhin können einzelne Baugruppen der Erfassungseinrichtung 110, wie sie beispielhaft in Fig. 6 gezeigt sind, an verschiedenen Bauteilen des ersten Werkzeugs 90 angeordnet und miteinander, vorzugsweise elektrisch, verbunden sein. So ist es denkbar, die Zähleinrichtungen 113 im ersten Griff 97 anzuordnen. Eine optional mögliche Ausleseeinheit kann dann vorteilhaft an dem ersten Stellglied 94 angeordnet sein. Sie kann jedoch auch an anderen Bauteilen des ersten Werkzeugs 90, beispielsweise an der Kolbenstange 93 oder an dem ersten Basisteil 91, vorgesehen sein. Die Ausleseeinheit ist möglichst so an dem ersten Werkzeug 90 angeordnet, dass sie sich bei an dem zweiten Meißelhaltersystem 2 angesetztem ersten Werkzeug nahe an der Kennung befindet. Vorliegend ist die Ausleseeinheit als RFID-Lesegerät 111 ausgebildet, wie sie schematisch in Fig. 6 gezeigt ist.

[0049] An dem einteiligen Meißelhaltersystem 2 und damit an dem Meißelhalter 30 ist eine ebenfalls optional mögliche Kennung angeordnet. Die Kennung ist vorliegend als erster RFID-Transponder 100 ausgebildet. Der erste RFID-Transponder 100 ist in der Darstellung schematisch als gepunktet ausgeführter Kreis dargestellt. In der Kennung sind Daten des vorliegend einteiligen Meißelhaltersystems 2 hinterlegt. Bei dem gezeigten ersten RFID-Transponder 100 als Kennung sind die Daten elektronisch gespeichert. Es können jedoch auch andere Formen von Kennungen verwendet sein, beispielsweise optisch auslesbare Kennung. Eine solche optisch auslesbare Kennung kann beispielsweise ein Barcode sein, der an dem einteiligen Meißelhaltersystem 2 angeordnet ist.

[0050] Die Kennung kann mit Hilfe der Ausleseeinheit der Erfassungseinrichtung 110, vorliegend mit einem RFID-Lesegerät, ausgelesen werden. Die in der Kennung enthaltenen Daten enthalten Informationen, welche eine eindeutige Identifizierung des ersten Meißelhaltersystems 2 ermöglichen. Ein Meißelwechsel kann anhand der ausgelesenen Daten eindeutig einem bestimmten ersten Meißelhaltersystem 2 der Fräswalze 80 zugeordnet werden. Es lässt sich auf diese Weise ermitteln, wie viele Meißelwechsel an einem bestimmten ersten Meißelhaltersystem 2 vorgenommen wurden. Daraus können Rückschlüsse auf das Verschleißverhalten der Meißel 70 an einem bestimmten ersten Meißelhaltersystem 2 getroffen werden. Vorliegend ist es vorgesehen, dass die in der Kennung hinterlegten Daten eine Position des ersten Meißelhaltersystems 2 auf der Fräswalze 80 kennzeichnen. Das Verschleißverhalten der Meißel 70 kann so ortsaufgelöst über die Fräswalze 80 bestimmt werden.

[0051] Fig. 4 zeigt in einer perspektivischen Explosionsdarstellung ein zweiteilig ausgebildetes Meißelhaltersystem 3. Dem zweiteiligen Meißelhaltersystem 3 sind ein Basisträger 50 und ein austauschbarer Meißelhalter 40 zugeordnet. Der Basisträger 50 kann mit einer unteren Anschlussseite 51 an ein in Fig. 1 gezeigtes Fräswalzenrohr 81 angelegt und mit diesem verschweißt werden. Der Basisträger 50 ist somit ortsfest und dauerhaft mit dem Fräswalzenrohr 81 verbunden. Der Basisträger 50 weist einen Grundkörper 52 auf, in den eine Steckaufnahme 53.2 als Durchbruch eingeformt ist. Seitlich der Steckaufnahme 53.2 und dem austauschbaren Meißelhalter 40 zugewandt sind Stützflächen 53.1 an dem Grundkörper 52 angeordnet. Die Stützflächen 53.1 bilden zusammen mit der Steckaufnahme 53.2 eine Meißelhalteraufnahme 53. Seitlich der Meißelhalteraufnahme 53 ist eine Gewindeaufnahme 54 in den Grundkörper 52 des Basisträgers 50 eingeformt. Die Gewindeaufnahme 54 bildet einen Durchbruch zu der Steckaufnahme 53.2. In die Gewindeaufnahme 54 kann eine Druckschraube 55 eingeschraubt werden.

[0052] Der austauschbaren Meißelhalter 40 weist einen Stützkörper 41 auf. An den Stützkörper 41 ist ein Steckansatz 44 angeformt. Der Steckansatz 44 ist in der gezeigten Montageausrichtung in Richtung zur Steckaufnahme 53.2 des Basisträgers 50 hin ausgerichtet. Er weist eine Druckschraubenaufnahme 44.1 auf welche durch eine schräg zur Längserstreckung des Steckansatzes 44 ausgerichtete Druckfläche 44.2 abgeschlossen ist. Gegenüberliegend zu dem Steckansatz 44 und seitlich versetzt zu diesem ist ein Halteabschnitt 43 einstückig mit dem Stützkörper 41 verbunden. Der Halteabschnitt 43 ist zylinderförmig ausgebildet. Er weist eine entlang seiner Mittellängsachse verlaufende, zweite Meißelaufnahme 42 auf. Die zweite Meißelaufnahme 42 ist als durch den Halteabschnitt 43 und den Stützkörper 41 geführte Bohrung ausgebildet. Dem Stützkörper 41 abgewandt ist der Halteabschnitt 43 von einer Verschleißfläche 43.1 abgeschlossen. Am äußeren Umfang des Halteabschnittes 43 sind in unterschiedlichen Abständen zu der Verschleißfläche 43.1 Verschleißmarkierungen 43.2 in die Oberfläche des Halteabschnitts 43 eingeformt.

[0053] Zur Befestigung des austauschbaren Meißelhalters 40 an dem Basisträger 50 wird der Steckansatz 44 des Meißelhalters 40 in die Steckaufnahme 53.2 des Basisträger 50 eingeschoben, bis der Stützkörper 41 mit entsprechend ausgeformten Gegenflächen an den Stützflächen 53.1 des Basisträger 50 anliegt. In dieser Position ist die Druckfläche 44.2 des Steckansatzes 44 fluchtend zu der Gewindeaufnahme 54 des Basisträgers 50 angeordnet. Beim Einschrauben der Druckschraube 55 in die Gewindeaufnahme 54 drückt diese endseitig gegen die Druckfläche 44.2. Damit ist der Steckansatz 44 in der Steckaufnahme 53.2 festgelegt. Zur Demontage des austauschbaren Meißelhalters 40 wird die Druckschraube 55 ausgeschraubt, womit der Steckansatz 44 und damit der austauschbaren Meißelhalter 40 freigegeben sind.

[0054] Erfindungsgemäß ist in oder an dem austauschbaren Meißelhalter 40 eine Kennung, vorliegend in Form eines zweiten RFID-Transponders 101, angeordnet. Der zweite RFID-Transponder 101 ist dabei schematisch durch einen gestrichelten Kreis dargestellt. Vorliegend ist der zweite RFID-Transponder 101 in einer nicht gezeigten Ausnehmung in dem Stützkörper 41 des austauschbaren Meißelhalters 40 positioniert. Es ist jedoch denkbar, den zweiten RFID-Transponder 101 in oder an dem Halteabschnitt 43 oder in oder an dem Steckansatz 44 anzuordnen.

[0055] An dem Basisträger 50 ist eine weitere Kennung, vorliegend als dritter RFID-Transponder 102, angeordnet. Auch dieser ist symbolisch durch einen gestrichelten Kreis dargestellt. Der dritte RFID-Transponder 102 ist vorliegend in einer nicht gezeigten Ausnehmung in dem Grundkörper 52 des Basisträgers 50 angeordnet. Es ist jedoch auch denkbar, den dritten RFID-Transponder 102 an einem geschützten Bereich der Oberfläche des Basisträgers 50 zu befestigen.

[0056] Der zweite und dritte RFID-Transponder 101, 102 bilden somit Kennungen des zweiteiligen Meißelhaltersystems 3, vorliegend des austauschbaren Meißelhalters 40 und des Basisträgers 50, aus. Es ist denkbar, nur eine Kennung, beispielsweise an dem austauschbaren Meißelhalter 40 oder an dem Basisträger 50, vorzusehen. In den Kennungen können Daten hinterlegt werden. Die Daten können über eine entsprechende Ausleseeinheit, vorliegend ein entsprechendes RFID-Lesegerät 111, wie es in Fig. 6 schematisch dargestellt ist, ausgelesen werden.

[0057] Die in den Fig. 3 bis 5 gezeigten RFID-Transponder 100, 101, 102 stellen berührungslos auslesbare, elektronische Datenträger dar. Sie sind vorliegend als passive RFID-Transponder 100, 101, 102 ausgeführt. Diese weisen den Vorteil auf, dass sie keine eigene Energieversorgung benötigen. Die zum Auslesen der gespeicherten Daten erforderliche Energie wird dem Funksignal des RFID-Lesegerätes 111 entnommen.

[0058] Die in den in Fig. 4 gezeigten Kennungen (zweite und dritte RFID-Transponder 101, 102) gespeicherten Daten ermöglichen eine eindeutige Identifizierung des Basisträgers 50 und des austauschbaren Meißelhalters 40. Durch Auslesen der Daten kann somit ein bestimmter, austauschbarer Meißelhalter 40 einem Basisträger 50 zugeordnet werden. Wird ein austauschbarer Meißelhalter 40 ausgewechselt, so wird dem Basisträger 50 ein neuer austauschbarer Meißelhalter 40 mit einer neuen Kennung zugeordnet. Dies kann durch Auslesen der Daten des zweiten und des dritten RFID-Transponder 101, 102 erkannt werden. Durch Auslesen der Kennungen der Basisträger 50 und der jeweils darin montierten, austauschbaren Meißelhalter 40 einer Fräswalze 80 kann somit die Anzahl ausgetauschter Meißelhalter 40 bestimmt werden. In dem dem Basisträger 50 zugeordneten dritten RFID-Transponder 102 sind Daten, welche die Position des Basisträgers 50 auf der Fräswalze 80 kennzeichnen, gespeichert. Diese Daten können eine in Umfangsrichtung der Fräswalze 80 gerichtete Koordinate, beispielsweise in Form einer Winkelangabe, und eine in Richtung der Längserstreckung der Fräswalze 80 verlaufende Koordinate beinhalten. Auch ist es denkbar, jeder möglichen Position eines Basisträgers 50 auf der Fräswalze 80 eine Positionsnummer zuzuordnen und diese in dem zweiten RFID-Transponder 101 abzuspeichern. Durch Auslesen des dritten RFID-Transponders 102 kann somit die Position des zugeordneten Basisträgers 50 auf der Fräswalze 80 eindeutig bestimmt werden. Damit können Wechsel der austauschbaren Meißelhalter 40 positionsgenau ermittelt werden. Auf diese Weise kann beispielsweise ermittelt werden, wenn an einem Basisträger 50 der austauschbare Meißelhalter 40 mehrfach getauscht wurde.

[0059] Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass erfindungsgemäß an Stelle der gezeigten RFID-Transponder 100, 101, 102 auch andere Kennungen, beispielsweise optisch auslesbare Kennungen, z.B. Barcodes, verwendet sein können. Die Ausleseeinheit ist dann zum Auslesen der verwendeten Kennungen geeignet ausgebildet.

[0060] Fig. 5 zeigt in einer Seitenansicht und im Teilschnitt das in Fig. 4 gezeigte, zweiteilige Meißelhaltersystem 3 mit einem angesetzten zweiten Werkzeug 10. Der Basisträger 50 ist mit seiner unteren Anschlussseite 51 an einem nicht gezeigten Fräswalzenrohr 81 angelegt und mit diesem verschweißt. Der Steckansatz 44 des austauschbaren Meißelhalters 40 ist in die zugeordnete Steckaufnahme 53.2 des Basisträgers 50 eingesteckt und darin durch die Druckschraube 55 gehalten. Ein Meißel 70 ist mit seinem Meißelschaft 71 teilweise in die zweite Meißelaufnahme 42 des austauschbaren Meißelhalters 40 eingesteckt. Umlaufend zu dem Meißelschaft 71 ist eine Spannhülse 75 vorgesehen. Diese presst sich gegen die Wandung der zweiten Meißelaufnahme 42 und greift in eine umlaufend in den Meißelschaft 71 eingeformte Nut ein. Dadurch ist der Meißel 70 drehbar, aber axial blockiert, in der zweiten Meißelaufnahme 42 gehalten. Gegenüberliegend zu dem Meißelschaft 71 ist eine Meißelspitze 72, vorzugsweise aus einem Hartwerkstoff, an einem Meißelkopf des Meißels 70 befestigt. Zwischen einem Meißelkopf und dem Halteabschnitt 43 des austauschbaren Meißelhalters 40 ist eine Verschleißschutzscheibe 74 angeordnet. Das freie Ende des Meißelschaftes 71 bildet eine Stützfläche 73 aus.

[0061] Das zweite Werkzeug 10 weist einen zweiten Griff 12 auf. An dem zweiten Griff 12 ist der Auslöser 12.1 angeordnet. Endseitig sind Stromkontakte 11 aus dem zweiten Griff 12 herausgeführt. Gegenüberliegend zu den Stromkontakten 11 ist der zweite Griff 12 mit einem Zylinder 13 verbunden. Der Zylinder 13 ist Teil eines Zylinder-Kolbensystems. Dieses bildet einen Aktuator zum Antrieb eines zweiten Stellgliedes 60. Es ist denkbar, anstelle des Zylinder-Kolbensystems andere Aktuatoren zu verwenden, beispielsweise elektromotorisch angetriebene Aktuatoren. Das Zylinder-Kolbensystem ist über eine zweite Kolbenstange 14 mit dem zweiten Stellglied 60 gelenkig verbunden. Beabstandet zur Ankoppelstelle der zweiten Kolbenstange 14 ist das zweite Stellglied 60 schwenkbar an einem zweiten Basisteil 21 eines Adapters 20 gelagert. Das zweite Basisteil 21 des Adapters 20 ist an den austauschbaren Meißelhalter 40 angelegt und durch einen Abdrückteil 23, welcher sich an der Verschleißschutzscheibe 74 abstützt, in seiner Position gehalten. Das zweite Stellglied 60 ist in Form eines gebogenen Hebels 61 ausgebildet. Das freie Ende des zweiten Stellgliedes 60 bildet einen zweiten Abdrückabschnitt 62 in Form eines Austreibdorns aus. Dieser ist durch einen rückseitigen Zugang in die zweite Meißelaufnahme 42 des austauschbaren Meißelhalters 40 eingeführt. Der zweite Abdrückabschnitt 62 liegt an der Stützfläche 73 des Meißelschaftes 71 des Meißels 70 an. Durch Betätigung des Auslösers 12.1 wird der in dem Zylinder 13 angeordnete Kolben ausgefahren. Diese Bewegung wird über die zweite Kolbenstange 14 auf das zweite Stellglied 60 übertragen, sodass es um seine endseitige Lagerung schwenkt. Dabei wird der zweite Abdrückabschnitt 62 gegen die Stützfläche 73 des Meißels gedrückt, wodurch der Meißelschaft 71 aus der zweiten Meißelaufnahme 42 gedrückt wird, wie dies beispielsweise aus der Schrift DE 10 2008 025 071 A1 beschrieben ist.

[0062] Dem Basisträger 50 ist der dritte RFID-Transponder 102 und dem austauschbaren Meißelhalter 40 der zweite RFID-Transponder 101 zugeordnet. Beide sind schematisch durch einen gestrichenen Kreis bzw. einen ausgefüllten Kreis dargestellt. An dem zweiten Stellglied 60 ist im Bereich des Hebels 61 die Erfassungseinrichtung 110 angeordnet, wie sie beispielhaft zu Fig. 3 beschrieben ist. Auch diese ist schematisch durch einen ausgefüllten Kreis dargestellt. Die Erfassungseinrichtung 110 ermöglicht das berührungslose Auslesen der in dem zweiten und dem dritten RFID-Transponder 101, 102 gespeicherten Daten.

[0063] Fig. 6 zeigt in perspektivischer Darstellung den Adapter 20 des in Fig. 5 gezeigten zweiten Werkzeugs 10. An dem oberen Ende des Adapters 20 ist ein Bund 15 als endseitiger Abschluss der zweiten Kolbenstange 14 zu sehen. Bei montiertem Adapter 20 steht der Bund 15 in Wirkverbindung zu dem Zylinder-Kolbensystem. Bei Betätigung des Auslösers 12.1 drückt das Zylinder-Kolbensystem auf den Bund 15, wodurch das zweite Stellglied 60 betätigt und der zweite Abdrückabschnitt 62 gegen den Meißelschaft 71 gedrückt wird. Beim Loslassen des Auslösers 12.1 wird das Zylinder-Kolbensystem zurückgestellt. Dabei wird die Kolbenstange 14 durch ein an dem Bund 15 angreifendes Federelement 22 derart zurückgestellt, dass der zweite Abdrückabschnitt 62 aus der zweiten Meißelaufnahme 42 (Fig. 5) verstellt wird. An dem zweiten Basisteil 21 des Adapters 20 ist schematisch die Erfassungseinrichtung 110 dargestellt. Dabei kann die Erfassungseinrichtung 110 vollständig oder teilweise an dem zweiten Basisteil 21 oder, wie in Fig. 5 gezeigt, an dem zweiten Stellglied 60 angeordnet sein. Die Erfassungseinrichtung 110 weist eine Zähleinrichtung 113 auf. Der Erfassungseinrichtung 110 ist weiterhin das RFID-Lesegerät 111 zugeordnet. Die Erfassungseinrichtung 110 umfasst vorliegend auch einen Speicher 114 und eine Funkschnittstelle 112.

[0064] Mit Hilfe der Erfassungseinrichtung 110 kann die Anzahl der mit dem zweiten Werkzeug 10 montierten Meißel 70 erfasst werden. Dazu wird bei Betätigung des Auslösers 12.1 ein Zählerstand der Zähleinrichtung 113 um eins erhöht. Nach Beendigung der Wartung, beispielsweise wenn alle verschlissenen Meißel 70 einer Fräswalze 80 demontiert und durch neue ersetzt wurden, kann der Zählerstand an eine übergeordnete, nicht gezeigte Steuereinheit gesendet werden. Dies erfolgt vorliegend drahtlos über die Funkschnittstelle 112. Es ist jedoch auch denkbar, die in dem Speicher 114 gespeicherten Daten kabelgebunden, beispielsweise über die in Fig. 5 gezeigten Stromkontakte 11, an die Steuereinheit zu übertragen.

[0065] Beim Betätigen des Auslösers 12.1 wird auch die an dem zweiteiligen Meißelhaltersystem 3 angeordnete Kennung bzw. werden die an dem zweiteiligen Meißelhaltersystem 3 angeordneten Kennungen ausgelesen. Die Kennungen sind vorliegend als zweite und dritte RFID-Transponder 101, 102 ausgebildet. Diese werden mit Hilfe des RFID-Lesegerätes 111 berührungslos ausgelesen. Die Daten werden in dem Speicher 114 gespeichert. Sie können, zusammen mit dem Zählerstand, über die Funkschnittstelle 112 zu der Steuereinheit übertragen werden.

[0066] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die in den Fig. 1 bis 6 dargelegten Ausführungsbeispiele. Sie kann auf beliebige andere ein- oder mehrteilige Meißelhaltersysteme 1, 2, 3 und die dazu vorgesehenen Werkzeuge 10, 90 zum Wechseln der Meißel 70 übertragen werden.

[0067] Es ist denkbar, dass der Erfassungseinrichtung 110 eine Datenschnittstelle zugeordnet ist. Die Datenschnittstelle ist in den gezeigten Ausführungsbeispielen nicht gezeigt. Die Datenschnittstelle ist dazu ausgelegt, Daten auf die an den Meißelhaltersystemen 1, 2, 3 angeordneten Kennungen zu übertragen. Damit können beispielsweise Daten zu einem eingebauten Meißel 70 oder ein Wechselzeitpunkt eines Meißels 70 auf die jeweilige Kennung übertragen werden. Diese Daten können dann beim nächsten Meißelwechsel mit ausgelesen und ausgewertet werden.

[0068] Es ist denkbar, beim Betätigen des Auslösers 12.1 den Zählerstand der Zähleinrichtung 113 nur dann zu erhöhen, wenn gleichzeitig Daten zumindest einer Kennung ausgelesen werden können. Damit ist sichergestellt, dass das Werkzeug 10, 90 beim Auslösen einer Montage bzw. Demontage an einem Meißelhaltersystem 1, 2, 3 angesetzt war. So kann ein Zählerstand der Zähleinrichtung 113 beispielsweise nur dann erhöht werden, wenn in Funkreichweite des RFID-Lesegerätes 111 ein RFID-Transponder 100, 101, 102 angeordnet ist und ausgelesen werden kann. Eine versehentliche Betätigung des Auslösers 12.1 bei nicht an dem Meißelhaltersystem 1, 2, 3 angesetztem Werkzeug 10, 90 führt somit zu keiner Erhöhung des Zählerstandes. Nachdem die Daten übertragen wurden, können der Zählerstand zurückgesetzt und/oder die gespeicherten Daten gelöscht werden.

[0069] Es ist auch denkbar, dass der Zählerstand für demontierte oder für montierte Meißel 70 erhöht wird, wenn die Erfassungseinrichtung 110 eine Kennung ausgelesen hat, ohne dass ein Auslöser 12.1 betätigt wurde. So kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass der Zählerstand erhöht wird, wenn ein an einem Meißelhalter 1, 2, 3 oder einem Meißel 70 angeordneter RFID-Transponder 100, 101, 102 in Funkreichweite eines an dem Werkzeug 10, 90 angeordneten RFID-Lesegerätes 111 der Erfassungseinrichtung 110 gelangt. Die ausgelesenen Daten können bei der Erhöhung des Zählerstandes berücksichtigt werden. So kann es vorgesehen sein, dass für eine ausgelesene Kennung der Zählerstand nur einmal innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums verändert werden kann. Dadurch wird vermieden, dass bei einem wiederholten Auslesen einer Kennung, beispielsweise wenn ein Werkzeug 10, 90 bei der Meißelmontage zweimal angesetzt werden muss, der Zählerstand um mehr als eins verändert wird.

[0070] Wie zuvor beschrieben, können in den Kennungen, vorliegend den RFID-Transpondern 100, 101, 103 Angaben zur Position des Meißelhaltersystems 1, 2, 3 auf der Fräswalze 80 und/oder zur eindeutigen Identifizierung des Meißelhaltersystems 1, 2, 3 gespeichert sein. Diese Daten werden bei Betätigung des Auslösers 12.1 durch die Erfassungseinrichtung 110 ausgelesen. Der erfolgte Meißelwechsel kann diesen Daten und damit einem bestimmten Meißelhaltersystem 1, 2, 3 auf der Fräswalze 80 zugeordnet werden. Mit Hilfe der Erfassungseinrichtung 110 kann somit die Häufigkeit, mit welcher der Meißel 70 an einem bestimmten Meißelhaltersystem 1, 2, 3 der Fräswalze 80 ausgetauscht wurde, erfasst werden. Dies kann in dem Speicher 114 abgespeichert und an die übergeordnete Steuereinheit übertragen werden. Zusätzlich kann mit der Erfassungseinrichtung 110, wie zuvor beschrieben, die Gesamtanzahl der getauschten Meißel 70 erfasst werden.

[0071] Vorteilhaft ist die Erfassungseinrichtung 110 an dem Werkzeug 10, 90 angeordnet. Es müssen demnach keine Erfassungseinrichtung 110 und beispielsweise kein RFID-Lesegerät 111 oder kein Barcode-Leser an der Fräsmaschine angeordnet werden. Dadurch sind die Erfassungseinrichtung 110 bzw. das RFID-Lesegerät 111 oder der Barcodeleser vor hoher mechanischer Belastung geschützt, wie diese im Betrieb bei einer Anordnung an der Fräsmaschine vorliegt.

[0072] Anhand der mit Hilfe des Werkzeugs 10, 90 ermittelten Anzahl ausgewechselter Meißel 70 können
  • das Verschleißverhalten der Meißel 70
  • Materialeigenschaften des gefräßigen Untergrundes
  • die Effizienz des Maschineneinsatzes
  • die Kosten für den Maschineneinsatz
für eine durchgeführte Fräsarbeit bestimmt werden. Dabei ist die Erfassung der ausgewechselten Meißel 70 mit dem erfindungsgemäßen Werkzeug 10, 90 bei geringem Aufwand kosteneffizient möglich. Mit Hilfe der Kennungen, beispielsweise in Form der gezeigten RFID-Transponder 100, 101, 102 kann zusätzlich die Position der ausgetauschten Meißel 70 mit bestimmt werden. Es kann somit das Verschleißverhalten der Meißel 70 in Abhängigkeit von ihrer Einbauposition auf der Fräswalze 80 ermittelt werden. Um dies zu ermöglichen, ist das jeweilige Meißelhaltersystem 1, 2, 3 mit zumindest einer Kennung, beispielsweise in Form eines RFID-Transponders 100, 101, 102 ausgestattet. Die Kennung kann dabei an einem Meißelhalter 30, 40 und/oder an einem Basisträger 50 des jeweiligen Meißelhaltersystems 1, 2, 3 angeordnet sein. Das Auslesen der Kennung erfolgt durch das Montage-/Demontagewerkzeug (Werkzeug 10, 90) beim montieren bzw. demontieren eines Meißels 70.

[0073] Anhand der so erfassten Daten kann eine Prognose über die Lebenserwartung der Meißel 70 erstellt werden. Dies kann bei der Planung der Wartungsintervalle und der bereitgestellten Ersatzmeißel berücksichtigt werden. Auch können die Daten für die Planung begonnener oder künftiger Fräsarbeiten verwendet werden. Die Daten können dazu vorteilhaft in Bezug auf einen jeweiligen Fräswalzentyp und/oder eine jeweilige Fräsmaschine, an denen die Daten ermittelt wurden, gespeichert werden. Weiterhin können die erfassten Daten mit weiteren Daten, beispielsweise mit einer Ausbauleistung (Fräsvolumen), mit Maschinenparametern, mit welchen die Fräsmaschine betrieben wurde, oder mit einem Einsatzort der Fräsmaschine verknüpft werden. Dies kann bereits in dem Speicher 114 oder in der externen Speichereinheit, auf welche die Daten übertragen werden, erfolgen.

[0074] Vorteilhaft sind die Kennungen lediglich an dem Meißelhaltersystem 1, 2, 3, nicht jedoch an den Meißeln 70 selbst erforderlich. Aufgrund der deutlich längeren Standzeit der Meißelhaltersysteme 1, 2, 3 gegenüber den Meißeln 70 wird nur eine vergleichsweise geringe Anzahl an Kennungen gegenüber bekannten Systemen, bei denen beispielsweise RFID-Transponder 100, 101, 103 an den Meißeln 70 befestigt sind, benötigt. Es ist jedoch auch denkbar, zusätzlich zu den Meißelhaltersystemen 1, 2, 3 auch die Meißel 70 mit Kennungen zu versehen. In diesen kann beispielsweise der Meißeltyp oder die Materialnummer des Meißels 70 gespeichert sein. Auch diese Kennungen können dann mit der an dem Werkzeug 10, 90 angeordneten Erfassungseinrichtung 110 ausgelesen werden.

[0075] Neben den Positionsdaten und Daten zur Identifizierung eines jeweiligen Meißelhaltersystems 1 können weitere Daten in der zugeordneten Kennung gespeichert werden. So kann beispielsweise eine Materialnummer oder ein Montagedatum bzw. einen Montagezeitpunkt des Meißelhaltersystems 1, 2, 3 und/oder eines Meißels 70 in der Kennung hinterlegt sein.

[0076] Entsprechend einer denkbaren, nicht gezeigten Ausführungsvariante können mehrere RFID-Lesegeräte 111 an dem Werkzeug 10, 90 angeordnet sein. Dadurch wird auch unter ungünstigen Einbausituationen ein sicheres Auslesen der Kennungen ermöglicht.

[0077] Entsprechend einer weiteren denkbaren Ausgestaltungsvariante der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass die Erfassungseinrichtung 110 dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers 12.1 eine Kennung des Meißelhaltersystems 1, 2, 3 auszulesen und mit in der Erfassungseinrichtung 110 gespeicherten Daten zu vergleichen und dass eine Demontage des Meißels 70 mit dem Werkzeug 10, 90 unterbunden wird, wenn die aus der Kennung ausgelesenen Daten nicht mit den gespeicherten Daten übereinstimmen. Das Werkzeug 10, 90 kann somit nur für den Austausch von Meißeln 70 an zuvor festgelegten Meißelhaltersystemen 1, 2, 3 verwendet werden. Ein nicht autorisierter Meißelwechsel wird unterbunden.


Ansprüche

1. Werkzeug (10, 90) für die Montage eines Meißels (70) an und/oder die Demontage eines Meißels (70) von einem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) einer Fräsmaschine, insbesondere einer Straßenfräsmaschine, mit zumindest einem Auslöser (12.1), mit dem eine Montage und/oder eine Demontage eines Meißels (70) ausgelöst wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Werkzeug (10, 90) eine Erfassungseinrichtung (110) mit zumindest einer Zähleinrichtung (113) aufweist und dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgelegt ist, eine Anzahl von mit dem Werkzeug (10, 90) demontierten Meißeln (70) und/oder eine Anzahl von mit dem Werkzeug (10, 90) montierten Meißeln (70) zu erfassen.
 
2. Werkzeug (10, 90) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgelegt ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) einen Zählerstand der Zähleinrichtung (113) für die Anzahl an demontierten Meißeln (70) oder für die Anzahl an montierten Meißeln (70) um eins zu erhöhen.
 
3. Werkzeug (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) zumindest eine an dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3), an dem das Werkzeug (10, 90) angesetzt ist, angeordnete Kennung auszulesen und/oder dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) zumindest eine Kennung, welche an dem von dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3), an dem das Werkzeug (10, 90) angesetzt ist, gehaltenen Meißel (70) angeordnet ist, auszulesen.
 
4. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, einen als Kennung an dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) angeordneten Datenträger, insbesondere einen elektronischen Datenträger auszulesen.
 
5. Werkzeug (10, 90) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, die Kennung berührungslos auszulesen.
 
6. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) eine Position des Meißelhaltersystems (1, 2, 3), an dem das Werkzeug (10, 90) angesetzt ist, auf einer Fräswalze (80) zu erfassen.
 
7. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) ein RFID-Lesegerät (111) aufweist.
 
8. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (10, 90) ein Basisteil (21, 91) aufweist, an dem ein Stellglied (60, 94) mit einem Abdrückabschnitt (62, 96) und/oder mit einem Einziehabschnitt beweglich gelagert ist und dass das Stellglied (60, 94) mittelbar oder unmittelbar an einem Aktuator angekoppelt ist.
 
9. Werkzeug (10, 90) nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Erfassungseinrichtung (110), insbesondere das RFID-Lesegerät (111), an oder in dem Stellglied (60, 94) oder an oder in dem Basisteil (21, 91) des Werkzeugs (10, 90) angeordnet ist.
 
10. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, eine Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) ohne eine dabei erfolgte Montage oder Demontage eines Meißels (70) zu erkennen und dann die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel (70) nicht zu verändern und/oder dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei einer wiederholten Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel (70) nicht zu verändern und/oder dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei einer innerhalb eines vorgegebenen zweiten Zeitraums wiederholten Auslesung derselben Kennung die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel (70) nicht zu verändern und/oder dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei einer Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) und einer nicht erfolgten Auslesung einer Kennung die Anzahl der erfassten montierten und/oder demontierten Meißel (70) nicht zu verändern.
 
11. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgelegt ist, eine an einem Basisträger (50) des Meißelhaltersystems (1, 2, 3) angeordnete Kennung und/oder eine an einem dem Basisträger (50) zugeordneten, austauschbaren Meißelhalter (40) angeordnete Kennung auszulesen.
 
12. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, bei Betätigung des zumindest einen Auslösers (12.1) die zumindest eine an einem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) angeordnete Kennung auszulesen und die Position des Meißelhaltersystems (1, 2, 3) auf der Fräswalze (80) zu erfassen und dass die Erfassungseinrichtung (110) dazu ausgebildet ist, durch Vergleich der aus der Kennung ausgelesenen Daten mit in der Erfassungseinrichtung (110) für die Position auf der Fräswalze (80) gespeicherten Daten einen gewechselten, austauschbaren Meißelhalter (40) an dieser Position zu erkennen.
 
13. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 3 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (110) einen Speicher (114) aufweist und dass in dem Speicher (114) die aus den Kennungen ausgelesenen Daten und/oder die Zeitpunkte, an denen die jeweiligen Kennungen ausgelesen wurde, speicherbar sind und/oder dass die gespeicherten Daten und/oder Zeitpunkte einem Zählerstand der Zähleinrichtung (113) zugeordnet sind.
 
14. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (10, 90) eine drahtgebundene Schnittstelle oder eine Funkschnittstelle (112) zur elektronischen Übertragung von Daten aufweist.
 
15. Werkzeug (10, 90) nach einem der Ansprüche 3 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (10, 90) und/oder die Erfassungseinrichtung (110) eine Datenschnittstelle aufweist und dass die Datenschnittstelle dazu ausgebildet ist, Daten zu dem an dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) als Kennung angeordneten Datenträger zu übertragen.
 
16. Meißelhaltersystem (1, 2, 3) für eine Fräsmaschine, insbesondere eine Straßenfräsmaschine, mit zumindest einer Meißelaufnahme (40) zur lösbaren Befestigung zumindest eines Meißels (70) an einer Fräswalze (80) der Fräsmaschine,
dadurch gekennzeichnet,
dass an oder in dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) zumindest ein berührungslos auslesbarer, elektronischer Datenträger als Kennung angeordnet ist und dass der Datenträger Informationen zur Identifizierung des Meißelhaltersystems (1, 2, 3) und/oder über die Position des Meißelhaltersystems (1, 2, 3) auf der Fräswalze (80) enthält.
 
17. Meißelhaltersystem (1, 2, 3) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenträger in einem vor Abrasion geschützten Bereich des Meißelhaltersystems (1, 2, 3) angeordnet ist.
 
18. Meißelhaltersystem (1, 2, 3) nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenträger ein aktiver oder passiver RFID-Transponder (100, 101, 102) ist.
 
19. Meißelhaltersystem (1, 2, 3) nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenträger Informationen über den Einbauzeitpunkt eines in dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) gehaltenen Meißels (70) enthält.
 
20. Meißelhaltersystem (1, 2, 3) nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Meißelhaltersystem (1, 2, 3) einen fest mit der Fräswalze (80) verbundenen Meißelhalter (30) aufweist und dass der zumindest eine Datenträger an oder in dem Meißelhalter (30) angeordnet ist oder dass das Meißelhaltersystem (1, 2, 3) einen fest mit der Fräswalze (80) verbunden Basisträger (50) und einen lösbar mit dem Basisträger (50) verbundenen, austauschbaren Meißelhalter (40) aufweist und dass zumindest ein Datenträger an oder in dem Basisträger (50) und/oder an oder in dem austauschbaren Meißelhalter (40) angeordnet ist.
 
21. Verfahren zur Verschleißüberwachung von Meißeln (70) und/oder von austauschbaren Meißelhaltern (40) an Meißelhaltersystemen (1, 2, 3) einer Fräswalze (80) einer Fräsmaschine, insbesondere einer Straßenfräsmaschine, wobei zum Austausch der Meißel (70) die Meißel (70) mit Hilfe eines Werkzeuges (10, 90) von den Meißelhaltersystemen (1, 2, 3) demontiert werden und/oder wobei die Meißel (70) mit Hilfe des Werkzeuges (10, 90) an den Meißelhaltersystemen (1, 2, 3) montiert werden und wobei das Verschleißverhalten der Meißel (70) und/oder der austauschbaren Meißelhalter (40) an Hand der Anzahl der ausgetauschten Meißel (70) und/oder der Anzahl der ausgetauschten austauschbaren Meißelhalter (40) bestimmt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzahl der mit dem Werkzeug (10, 90) montierten und/oder demontierten Meißeln (70) von einer an dem Werkzeug (10, 90) angeordneten Erfassungseinrichtung (110) erfasst wird und/oder dass die Position eines mit dem Werkzeug (10, 90) montierten und/oder demontierten Meißels (70) von der an dem Werkzeug (19, 90) angeordneten Erfassungseinrichtung (110) erfasst wird und/oder dass die Position und eine eindeutige Identifikation eines Meißelhaltersystems (1, 2, 3), an dem ein Meißel (70) demontiert oder montiert wird, von der Erfassungseinrichtung (110) erfasst wird.
 
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Position eines demontierten und/oder montierten Meißels (70) und/oder die Position eines austauschbaren Meißelhalters (40), an dem ein Meißel (70) demontiert und/oder montiert wird, durch Auslesen einer an dem Meißelhaltersystem (1, 2, 3) angeordneten Kennung erfasst wird.
 
23. Verfahren nach Anspruch 21 und 22, dadurch gekennzeichnet, dass ein Werkzeug gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15 und/oder ein Meißelhaltersystem (1, 2, 3) nach einem der Ansprüche 16 bis 20 verwendet wird.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente