(19)
(11)EP 3 536 868 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
11.09.2019  Patentblatt  2019/37

(21)Anmeldenummer: 18000886.4

(22)Anmeldetag:  12.11.2018
(51)Int. Kl.: 
E04B 1/68  (2006.01)
E06B 1/62  (2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30)Priorität: 09.03.2018 DE 102018001918

(71)Anmelder: K.L. Kaschier- und Laminier GmbH
48455 Bad Bentheim-Gildehaus (DE)

(72)Erfinder:
  • Wehninck, Rembert Schulze
    82327 Tutzing (DE)

(74)Vertreter: Cohausz Hannig Borkowski Wißgott 
Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Schumannstrasse 97-99
40237 Düsseldorf
40237 Düsseldorf (DE)

  


(54)DICHTBAND FÜR BAUWERKE


(57) Die Erfindung betrifft ein Dichtband zum Abdichten von Fugen und Zwischenräumen von Bauwerken, wobei das Dichtband eine Dichtmasse und/oder eine Klebstoffmasse aufweist, wobei zum Erwärmen und damit Aktivieren der Dichtmasse und/oder der Klebstoffmasse das Dichtband und / oder die Klebstoffmasse mindestens einen stromdurchflossene Heizleiter aufweist, die sich über die Länge des Dichtbandes erstreckt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Dichtband zum Abdichten von Fugen und Zwischenräumen von Bauwerken, wobei das Dichtband eine Dichtmasse und/oder eine Klebstoffmasse aufweist.

[0002] Es sind Dichtbänder für Bauwerksfugen bekannt, die einen elastischen, rückstellfähigen Schaumstoff aufweisen und die mit dem komprimierten Schaumstoff in die Fugen eingelegt werden. Hierbei wird eine Rückstellung des Schaumstoffs in die expandierte Fassung durch Wärmezufuhr erreicht. Bei diesen Dichtbändern nimmt der expandierte Zustand des Schaumstoffs nach einiger Zeit ab, so dass die Dichtheit nachlässt.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Dichtband der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass die Dichtheit über Jahrzehnte bestehen bleibt.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zum Erwärmen und damit Aktivieren der Dichtmasse und/oder der Klebstoffmasse das Dichtband und / oder die Klebstoffmasse mindestens einen stromdurchflossenen Heizleiter aufweist, der sich über die Länge des Dichtbandes erstreckt. Hierbei ist von Bedeutung, dass das Material der Dichtmasse und/oder der Klebstoffmasse durch die Wärmezufuhr fließfähig wird und/oder sich ausdehnt.

[0005] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass das Material des Dichtbandes und / oder der Klebstoffmasse selber den Heizleiter bildet.

[0006] Bei diesem Dichtband erzeugt die Wärmezufuhr durch die Heizleiter eine Ausdehnung und insbesondere ein Fließen der Dicht- oder Klebstoffmasse, so dass die Dicht- oder Klebstoffmasse in Hohlräumen und Ritzen der Bauwerksfugen gelangt und eine optimale Abdichtung der Fuge über Jahrzehnte erreicht. Hierbei wird bei einfacher Herstellung eine hohe Funktionssicherheit über lange Zeit erzielt.

[0007] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass die Heizleiter in oder auf einer bandförmigen Heizfolie angeordnet sind. Dabei ist die Heizfolie von einem bandförmigen Trägermaterial des Dichtbandes gestützt. Ferner wird vorgeschlagen, dass an oder in den Heizleitern oder der Heizfolie die Dichtmasse und/oder die Klebstoffmasse anliegt.

[0008] Ein einfaches und sicheres Befestigen des Dichtbandes in der Bauwerksfuge wird dadurch erreicht, dass an mindestens einer Außenfläche ein Selbstklebemittel angeordnet ist. Die Dichteigenschaften werden noch verbessert, wenn die Dichtmasse und/oder Klebstoffmasse mit Heizleitern auf beiden Seitenflächen des Trägermaterials angeordnet ist.

[0009] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen in Querschnitten dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1
eine erste Ausführung mit einer aktivierbaren Dichtmassen- oder Klebstoffmassenschicht,
Fig. 2
eine zweite Ausführung mit zwei aktivierbaren Dichtmassen- oder Klebstoffmassenschichten und einem Heizleiter,
Fig. 3
eine dritte Ausführung mit zwei Heizleitern.


[0010] Das Dichtband 1 weist ein Trägermaterial 2 auf, das von einer Kunststofffolie, Metallfolie oder einem Textil gebildet ist. Auf einer Seitenfläche des Trägermaterials ist eine Dichtmasse oder Klebstoffmasse 3 angeklebt, in der draht- oder folienförmige Heizleiter 4 angeordnet sind. Auf der zweiten Seitenfläche des Trägermaterials 2 ist ein Selbstklebemittel 5 aufgebracht, durch das das Dichtband 1 sicher und mit geringem Arbeitsaufwand in der Fuge befestigt wird.

[0011] Sobald das Dichtband in seiner endgültigen Lage sich in der Bauwerksfuge befindet, wird an die Heizleiter 4 eine elektrische Spannung angelegt, so dass der durch die Heizleiter fließende Strom die Heizleiter und die Dichtmasse/Klebstoffmasse 3 erwärmt, so dass die Dichtmasse/Klebstoffmasse sich ausdehnt insbesondere zu fließen beginnt und die verbleibenden Hohlräume und Ritzen der Fuge ausfüllt.

[0012] Die in Fig. 2 dargestellte Ausführung unterscheidet sich von der nach Fig. 1 dadurch, dass die Dichtmasse/Klebstoffmasse 3 mit Heizleitern 4 zu beiden Seiten des Trägermaterials 2 angeordnet ist und damit noch mehr Masse zum Abdichten zur Verfügung steht.

[0013] In beiden Ausführungsbeispielen sind die Heizleiter 4 innerhalb der Dicht- oder Klebstoffmasse 3 angeordnet. Die Heizleiter können aber auch auf einer Seitenfläche insbesondere zwischen der Masse 3 und dem Trägermaterial 2 angeordnet sein und hierbei vorzugsweise in oder auf einer Kunststofffolie befestigt sein.

[0014] Statt mehrerer Heizleiter 4 kann auch nur ein Heizleiter in der Dicht- oder Klebstoffmasse angeordnet sein. Alternativ kann auch das Material der Dicht- oder Klebstoffmasse selber als Heizleiter aufgrund seines elektrischen Widerstandes wirken, so dass in solchen Fällen zusätzliche Heizleiter in Form von Heizdrähten oder Heizfolien nicht erforderlich sind.


Ansprüche

1. Dichtband zum Abdichten von Fugen und Zwischenräumen von Bauwerken, wobei das Dichtband eine Dichtmasse und/oder eine Klebstoffmasse aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erwärmen und damit Aktivieren der Dichtmasse und/oder der Klebstoffmasse (3) das Dichtband und / oder die Klebstoffmasse mindestens einen stromdurchflossene Heizleiter (4) aufweist, die sich über die Länge des Dichtbandes erstreckt.
 
2. Dichtband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Dichtbandes und / oder der Klebstoffmasse (3) selber den Heizleiter bildet.
 
3. Dichtband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Heizleiter (4) innerhalb oder seitlich des Dichtbandes und / oder der Klebstoffmasse (3) angeordnet sind.
 
4. Dichtband nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Dichtmasse und/oder der Klebstoffmasse (3) durch die Wärmezufuhr fließfähig wird und/oder sich ausdehnt.
 
5. Dichtband nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizleiter (4) in oder auf einer bandförmigen Heizfolie angeordnet sind.
 
6. Dichtband nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizfolie von einem bandförmigen Trägermaterial (2) des Dichtbandes gestützt ist.
 
7. Dichtband nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an oder in den Heizleitern (4) oder der Heizfolie die Dichtmasse und/oder die Klebstoffmasse (3) angeordnet ist.
 
8. Dichtband nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Außenfläche ein Selbstklebemittel (5) angeordnet ist.
 
9. Dichtband nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmasse und/oder Klebstoffmasse (3) mit Heizleitern (4) auf beiden Seitenflächen des Trägermaterials angeordnet ist.
 
10. Dichtband nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Heizleiter (4) draht- oder folienförmig sind.
 




Zeichnung