(19)
(11)EP 3 561 280 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
30.10.2019  Patentblatt  2019/44

(21)Anmeldenummer: 18400011.5

(22)Anmeldetag:  24.04.2018
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F02M 1/16(2006.01)
F02M 17/04(2006.01)
F02M 1/10(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: Andreas Stihl AG & Co. KG
71336 Waiblingen (DE)

(72)Erfinder:
  • KÜHNLE, Philipp
    71336 Waiblingen (DE)
  • GEYER, Klaus
    71560 Sulzbach (DE)
  • GRETHER, Michael
    71334 Waiblingen (DE)

(74)Vertreter: Reinhardt, Annette et al
Patentanwälte Dipl.Ing. W. Jackisch & Partner mbB Menzelstraße 40
70192 Stuttgart
70192 Stuttgart (DE)

  


(54)VERGASER UND VERBRENNUNGSMOTOR MIT EINEM VERGASER


(57) Ein Vergaser zur Zufuhr von Kraftstoff/Luft-Gemisch zu einem Verbrennungsmotor (1) besitzt eine Kraftstoffpumpe (15), eine von einem Bediener zu betätigende Förderpumpe (28) sowie eine Anreicherungseinrichtung (29). Der Vergaser (9) weist mindestens eine Kraftstoffkammer (23) auf, in die die Kraftstoffpumpe (15) Kraftstoff fördert. Aus der mindestens einen Kraftstoffkammer (23) wird im Betrieb Kraftstoff in einen in dem Vergaser (9) ausgebildeten Ansaugkanalabschnitt (10) zugeführt. Die Förderpumpe (28) ist zur Förderung von Kraftstoff aus der Kraftstoffkammer (23) ausgebildet. Die Anreicherungseinrichtung (29) weist eine Anreicherungskammer (30) auf und ist zur Zufuhr von Kraftstoff aus der Anreicherungskammer (30) zu dem Verbrennungsmotor (1) ausgebildet. Es ist vorgesehen, dass die Anreicherungskammer (30) ein veränderliches Volumen aufweist und dass die Förderpumpe (28) und die Anreicherungseinrichtung (29) derart gekoppelt sind, dass eine Betätigung der Förderpumpe (28) zu einer Veränderung des Volumens der Anreicherungskammer (30) führt. Für einen Verbrennungsmotor mit einem Vergaser (9) ist vorgesehen, dass die Anreicherungskammer (30) mit einem Kurbelgehauseinnenraum (8) des Verbrennungsmotors (1) strömungsverbunden ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Vergaser der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung sowie einen Verbrennungsmotor mit einem Vergaser.

[0002] Aus der JP 2003-254162 A ist ein Vergaser bekannt, der eine Kraftstoffpumpe, eine vom Bediener zu betätigende Förderpumpe sowie eine Anreicherungseinrichtung umfasst. Die Anreicherungseinrichtung dient dazu, während dem Start eine erhöhte Menge an Kraftstoff in den Ansaugkanal zuzuführen. Die Anreicherungseinrichtung umfasst ein elektromagnetisch betätigtes Ventil, das die Strömungsverbindung in den Ansaugkanal schließt, sobald nach dem Starten eine vorgegebene Kraftstoffmenge über die Anreicherungseinrichtung zugeführt wurde.

[0003] Aus der US 7,210,441 B1 geht ein Vergaser hervor, der eine Kraftstoffpumpe, eine vom Bediener zu betätigende Förderpumpe, nämlich einen Purger, sowie eine Anreicherungseinrichtung, nämlich einen Primer, aufweist. Die über den Primer in den Ansaugkanal zuzuführende Kraftstoffmenge wird aus dem vom Purger in den Kraftstofftank zurückgeförderten Kraftstoff entnommen.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Vergaser der gattungsgemäßen Art zu schaffen, der einen einfachen Aufbau besitzt und bei dem über die Anreicherungseinrichtung eine definierte Menge an Kraftstoff einem Verbrennungsmotor zugeführt werden kann. Eine weitere Aufgabe der Erfindung liegt darin, einen Verbrennungsmotor anzugeben, mit dem das Starten erleichtert ist.

[0005] Diese Aufgabe wird bezüglich des Vergasers durch einen Vergaser mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bezüglich des Verbrennungsmotors wird die Aufgabe durch einen Verbrennungsmotor mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst.

[0006] Es ist vorgesehen, dass der Vergaser eine Kraftstoffpumpe aufweist. Die Kraftstoffpumpe ist die Pumpe, die im Betrieb Kraftstoff zu dem Verbrennungsmotor zuführt. Die Kraftstoffpumpe liefert vorteilhaft bei laufendem Verbrennungsmotor den für den Betrieb notwendigen Kraftstoff. Die Kraftstoffpumpe kann vorteilhaft vom schwankenden Druck in einem Kurbelgehäuseinnenraum des Verbrennungsmotors angetrieben werden. Der Vergaser weist vorteilhaft eine von einem Bediener zu betätigende Förderpumpe auf. Die Förderpumpe ist vorteilhaft ein sogenannter Purger. Die Förderpumpe dient insbesondere dazu, vor dem Starten des Verbrennungsmotors das Kraftstoffsystem manuell mit Kraftstoff zu fluten und Gasblasen oder dergleichen aus dem Kraftstoffsystem zu entfernen. Die Förderpumpe ist vorteilhaft so angeordnet, dass die Förderpumpe Kraftstoff aus einer Kraftstoffkammer des Vergasers in einen Kraftstofftank fördert. Aus der mindestens einen Kraftstoffkammer wird im Betrieb Kraftstoff in einen in dem Vergaser ausgebildeten Ansaugkanalabschnitt zugeführt. Die Kraftstoffkammer des Vergasers ist insbesondere eine Kraftstoffkammer, aus der eine oder mehrere Kraftstofföffnungen des Vergasers gespeist werden.

[0007] Der Vergaser weist außerdem eine Anreicherungseinrichtung auf. Die Anreicherungseinrichtung umfasst insbesondere eine von der Förderpumpe separate Anreicherungspumpe. Die Anreicherungseinrichtung weist eine Anreicherungskammer auf. Die Anreicherungseinrichtung ist zur Zufuhr von Kraftstoff aus der Anreicherungskammer zu dem Verbrennungsmotor ausgebildet. Die Anreicherungseinrichtung ist insbesondere ein Primer. Um die Zufuhr eines konstruktiv vorbestimmten Volumens von Kraftstoff aus der Anreicherungseinrichtung zu dem Verbrennungsmotor zu ermöglichen, ist vorteilhaft vorgesehen, dass die Anreicherungskammer ein veränderliches Volumen aufweist. Vorzugsweise sind die Förderpumpe und die Anreicherungseinrichtung derart gekoppelt, dass eine Betätigung der Förderpumpe zu einer Veränderung des Volumens der Anreicherungskammer führt. Die Betätigung der Förderpumpe führt demnach auch zu einer Pumpbewegung an der Anreicherungskammer. Die Änderung des Volumens der Anreicherungskammer gibt vorteilhaft das dem Verbrennungsmotor zuzuführende Kraftstoffvolumen vor. Bei jedem vollständigen Pumpenhub der Förderpumpe kann demnach ein definiertes Volumen von Kraftstoff über die Anreicherungseinrichtung zu dem Verbrennungsmotor gefördert werden, sobald das Kraftstoffsystem vollständig geflutet ist. Bei einer vollständigen Betätigung der Förderpumpe wird ein vollständiger Pumpenhub der Förderpumpe ausgeführt. Die Förderpumpe kann insbesondere ein Purger mit einem elastischen Pumpenbalg sein. Eine vollständige Betätigung der Förderpumpe ist insbesondere eine Betätigung des Pumpenbalgs bis zu einem Anschlag. Die Anzahl der mit der Förderpumpe auszuführenden Pumpenhübe ist üblicherweise vorgegeben, beispielsweise über eine Betriebsanleitung oder dergleichen. Dadurch ist die über die Anreicherungseinrichtung zugeführte Kraftstoffmenge vordefiniert, und es kann sichergestellt werden, dass eine ausreichende Kraftstoffmenge für ein Starten des Verbrennungsmotors zum Verbrennungsmotor zugeführt wird. Vorteilhaft wird durch die Förderpumpe und die Anreicherungseinrichtung gleichzeitig das Kraftstoffsystem geflutet und eine vordefinierte Menge Kraftstoff dem Verbrennungsmotor, insbesondere einem Ansaugkanal zugeführt.

[0008] Die Förderpumpe besitzt vorteilhaft eine Förderkammer. Die Förderkammer ist in vorteilhafter Gestaltung teilweise von einem elastischen Pumpenbalg begrenzt, der vom Bediener zu betätigen ist. Die Förderkammer und die Anreicherungskammer sind vorteilhaft voneinander getrennte Kammern.

[0009] Vorteilhaft führt eine vollständige Betätigung der Förderpumpe aus dem unbetätigten Zustand der Förderpumpe zu einer Verringerung des Volumens der Anreicherungskammer um ein konstruktiv vorgegebenes Volumen. Bei jeder vollständigen Betätigung der Förderpumpe vom unbetätigten Zustand in den maximal betätigten Zustand wird, wenn die Anreicherungskammer vollständig mit Kraftstoff gefüllt ist, das gleiche Kraftstoffvolumen aus der Anreicherungskammer abgegeben. Bei teilweise leerer Anreicherungskammer, insbesondere nach der ersten Befüllung des Kraftstofftanks, kann das abgegebene Kraftstoffvolumen entsprechend geringer sein oder es wird zunächst nur Luft gefördert, bis die Anreicherungskammer vollständig mit Kraftstoff geflutet ist.

[0010] Die Anreicherungskammer ist in vorteilhafter Gestaltung von einem beweglichen Element begrenzt, beispielsweise von einem beweglichen Stempel oder einer elastischen Membran. Die Förderpumpe umfasst vorzugsweise ein elastisches Element, insbesondere einen Pumpenbalg, wobei die Bewegung des beweglichen Elements über ein Koppelement an die Bewegung des elastischen Elements gekoppelt ist. Das Koppelelement ist insbesondere ein starres Koppelelement wie beispielsweise eine Koppelstange oder dergleichen.

[0011] In vorteilhafter alternativer Gestaltung ist vorgesehen, dass die Förderpumpe und die Anreicherungseinrichtung hydraulisch miteinander gekoppelt sind. Die hydraulische Kopplung ist vorteilhaft so gestaltet, dass eine Betätigung der Förderpumpe zu einer Veränderung des Volumens der Anreicherungskammer führt.

[0012] In weiterer alternativer Gestaltung kann vorgesehen sein, dass die Anreicherungseinrichtung und die Förderpumpe elektrisch miteinander gekoppelt sind. Die elektrische Kopplung ist vorteilhaft so gestaltet, dass eine Betätigung der Förderpumpe zu einer Veränderung des Volumens der Anreicherungskammer führt.

[0013] In vorteilhafter Gestaltung ist vorgesehen, dass die Anreicherungskammer der Förderpumpe vorgeschaltet ist. Die Anreicherungskammer ist demnach bezogen auf eine Strömungsrichtung zu einem Kraftstofftank stromauf der Förderpumpe angeordnet. In anderen Worten wird bei einer Betätigung der Förderpumpe zuerst das Volumen der Anreicherungskammer mit Kraftstoff gefüllt und anschließend das Volumen der Förderpumpe. Das Befüllen der Anreicherungspumpe und der Förderpumpe wird beim Loslassen eines elastischen Elements wie eines Pumpenbalgs durch einen Unterdruck in einer Kraftstoffleitung bewirkt. Vorteilhaft ist das elastische Element durchsichtig gestaltet. Vorteilhaft kann der Bediener durch das durchsichtige elastische Element kontrollieren, ob noch Gasblasen im Kraftstoffsystem vorhanden sind. Dadurch, dass die Anreicherungskammer der Förderpumpe vorgeschaltet ist, ist sichergestellt, dass auch die Anreicherungskammer vollständig geflutet ist und Gasblasen vollständig entfernt sind, wenn an der Förderpumpe keine Gasblasen mehr auftreten. Vorteilhaft ist in der Strömungsverbindung von der Anreicherungskammer zu der Förderpumpe ein erstes Rückschlagventil angeordnet. Das erste Rückschlagventil stellt sicher, dass bei einer Betätigung der Förderpumpe kein Kraftstoff aus der Förderkammer zurück in die Anreicherungskammer strömen kann.

[0014] In vorteilhafter Gestaltung ist vorgesehen, dass die Anreicherungseinrichtung den Kraftstoff für den Verbrennungsmotor aus der Anreicherungskammer in eine Verbindungsleitung, insbesondere in eine Kraftstoffleitung fördert. Die Verbindungsleitung ist vorteilhaft zur Verbindung mit einem Kurbelgehäuse des Verbrennungsmotors vorgesehen. Die Verbindungsleitung mündet dabei insbesondere in eine gasführende Leitung, die einen Ansaugkanal des Verbrennungsmotors mit einem Kurbelgehäuseinnenraum des Verbrennungsmotors verbindet. Durch die Zufuhr des Kraftstoffs in eine gasführende Leitung kann gewährleistet werden, dass auch geringe Mengen von Kraftstoff zuverlässig zum Kurbelgehäuseinnenraum transportiert werden, da die durch die gasführende Leitung strömende Luft auch geringe Mengen von Kraftstoff zum Kurbelgehäuseinnenraum mitnimmt. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Leitungsweg zwischen der Anreicherungskammer und dem Kurbelgehäuseinnenraum vergleichsweise lang ist.

[0015] Bevorzugt ist in der Verbindungsleitung ein zweites Rückschlagventil angeordnet. Das zweite Rückschlagventil verhindert, dass Kraftstoff oder Luft in die Anreicherungskammer angesaugt werden können. Der Öffnungsdruck des zweiten Rückschlagventils ist dabei vorteilhaft kleiner als der Öffnungsdruck des ersten Rückschlagventils. Dadurch wird sichergestellt, dass Kraftstoff in die Verbindungsleitung gefördert wird.

[0016] Vorteilhaft ist die Förderpumpe im Leitungsweg bezogen auf die Strömungsrichtung hinter der Kraftstoffkammer angeordnet. Die angegebene Strömungsrichtung bezieht sich dabei auf einen Saughub der Förderpumpe. Die Förderpumpe ist demnach stromab der Kraftstoffkammer angeordnet. Die Förderpumpe ist der Kraftstoffkammer bezogen auf die Strömungsrichtung nachgeschaltet. Die Anreicherungskammer ist im Leitungsweg bezogen auf die Strömungsrichtung vorteilhaft hinter der Kraftstoffkammer angeordnet. Die Anreicherungskammer befindet sich demnach stromab der Kraftstoffkammer. Die Anreicherungskammer ist in alternativer Gestaltung vorteilhaft im Leitungsweg bezogen auf die Strömungsrichtung vor der Kraftstoffkammer angeordnet. Bei dieser Gestaltung ist die Anreicherungskammer demnach stromauf der Kraftstoffkammer angeordnet. Ist die Anreicherungskammer im Leitungsweg stromauf der Kraftstoffkammer angeordnet, so wird die Anreicherungskammer beim Betätigen der Förderpumpe durch den Bediener noch vor der Kraftstoffkammer geflutet. Dadurch wird bereits nach wenigen Pumphüben der Förderpumpe Kraftstoff über die Anreicherungskammer zum Verbrennungsmotor gefördert. Die Kraftstoffkammer ist vorteilhaft eine Regelkammer des Vergasers.

[0017] Die Kraftstoffpumpe besitzt vorteilhaft eine Pumpenkammer, die insbesondere bezogen auf die Strömungsrichtung vor der Kraftstoffkammer des Vergasers angeordnet ist. Die Kraftstoffkammer ist insbesondere eine Regelkammer des Vergasers. Die Anreicherungskammer kann bezogen auf die Strömungsrichtung vorteilhaft vor der Pumpenkammer oder hinter der Kraftstoffkammer angeordnet sein. Pumpenkammer und Kraftstoffkammer sind bezogen auf die Strömungsrichtung vorteilhaft unmittelbar aufeinander folgend angeordnet und nur durch ein Ventil voneinander getrennt.

[0018] Vorteilhaft besitzt der Vergaser zwei Anschlüsse zur Verbindung mit dem Kraftstofftank. In einer Strömungsverbindung des Vergasers von dem einen Anschluss, der insbesondere für den Kraftstoffzufluss zum Vergaser vorgesehen ist, zu dem anderen Anschluss, der insbesondere für den Kraftstoffabfluss vorgesehen ist, sind die Anreicherungskammer, die Förderkammer und die Kraftstoffkammer angeordnet. Beide Anschlüsse sind dabei mit dem Kraftstofftank verbunden, wobei über einen Anschluss Kraftstoff angesaugt wird und über den anderen Anschluss Kraftstoff zurück in den Kraftstofftank fließt. Die Förderkammer ist bezogen auf die Strömungsrichtung nachgeschaltet zur Anreicherungskammer angeordnet, also stromab der Anreicherungskammer angeordnet, so dass Kraftstoff aus dem Kraftstofftank zunächst in die Anreicherungskammer und dann in die Förderkammer gelangt. Die Kraftstoffkammer und die Pumpenkammer können der Anreicherungskammer nachgeschaltet oder vorgeschaltet sein, also stromab oder stromauf der Anreicherungskammer angeordnet sein.

[0019] Für einen Verbrennungsmotor mit Vergaser ist vorteilhaft vorgesehen, dass die Anreicherungskammer mit einem Kurbelgehäuseinnenraum des Verbrennungsmotors strömungsverbunden ist. Bevorzugt wird der Kraftstoff aus der Anreicherungskammer dem Kurbelgehäuseinnenraum unmittelbar zugeführt. Bevorzugt wird der Kraftstoff aus der Anreicherungskammer dem Kurbelgehäuseinnenraum direkt zugeführt. Mit anderen Worten wird der Kraftstoff nicht über einen Ansaugkanal des Verbrennungsmotors zugeführt. Eine Zufuhr von Kraftstoff aus der Anreicherungskammer in einen Ansaugkanal des Verbrennungsmotors ist bevorzugt nicht vorgesehen. Im Strömungsweg von der Anreicherungskammer zu dem Kurbelgehäuseinnenraum ist vorteilhaft ein Schaltventil angeordnet. Über das Schaltventil kann der zusätzlich über die Anreicherungskammer zugeführte Kraftstoff abgeschaltet werden, um beispielsweise bei warmem Motor ein Überfetten des Verbrennungsmotors zu vermeiden.

[0020] In bevorzugter Gestaltung ist das Schaltventil temperaturbetätigt. Wird ein Warmstart mit dem Verbrennungsmotor durchgeführt, ist vorteilhaft vorgesehen, dass das Schaltventil geschlossen ist, so dass kein zusätzlicher Kraftstoff aus der Anreicherungskammer in den Kurbelgehäuseinnenraum zugeführt wird. In bevorzugter Gestaltung ist das Schaltventil unmittelbar am Kurbelgehäuse angeordnet. Dadurch kann am Schaltventil selbst die Temperatur des Kurbelgehäuses erfasst und in Abhängigkeit der Temperatur des Kurbelgehäuses das Schaltventil betätigt werden. Eine vorteilhafte, einfache Gestaltung ergibt sich, wenn das Schaltventil ein temperaturbetätigtes Ventil ist.

[0021] Das Schaltventil umfasst in bevorzugter Gestaltung ein Bimetall. Auch eine andere Gestaltung des Schaltventils kann jedoch vorteilhaft sein.

[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 bis 3
schematische Darstellungen von Ausführungsvarianten eines Verbrennungsmotors mit einem Kraftstoffsystem, wobei das Kraftstoffsystem einen Vergaser umfasst.


[0023] Fig. 1 zeigt schematisch einen Verbrennungsmotor 1. Der Verbrennungsmotor 1 ist vorteilhaft ein gemischgeschmierter Motor, insbesondere ein Zweitaktmotor oder ein gemischgeschmierter Viertaktmotor. Der Verbrennungsmotor 1 besitzt einen Zylinder 2, in dem ein Brennraum 3 ausgebildet ist. Der Brennraum 3 ist von einem Kolben 5 begrenzt, der im Zylinder 2 hin- und hergehend gelagert ist. Der Kolben 5 treibt über ein nicht gezeigtes Pleuel eine Kurbelwelle 6 rotierend an. Die Kurbelwelle 6 ist in einem Kurbelgehäuse 4 des Verbrennungsmotors 1 um eine Drehachse 7 drehbar gelagert. Das Kurbelgehäuse 4 besitzt einen Kurbelgehäuseinnenraum 8, in dem die Kurbelwelle 6 rotiert.

[0024] Der Verbrennungsmotor 1 besitzt ein Kraftstoffsystem 26, das einen Kraftstofftank 27 sowie einen Vergaser 9 umfasst. Der Vergaser 9 weist eine Kraftstoffpumpe 15 auf, die im Betrieb Kraftstoff in einen im Vergaser 9 ausgebildeten Ansaugkanalabschnitt 10 zuführt. Vorzugsweise münden in den Ansaugkanalabschnitt 10 eine Hauptkraftstofföffnung 12 sowie Nebenkraftstofföffnungen 14, über die der Kraftstoff im Betrieb in den Ansaugkanalabschnitt 10 zugeführt wird. Die Hauptkraftstofföffnung 12 ist im Bereich eines Venturis 11 im Ansaugkanalabschnitt 10 angeordnet. Stromab der Hauptkraftstofföffnung 12 ist ein Drosselelement, im Ausführungsbeispiel eine Drosselklappe 13, angeordnet. Der Ansaugkanalabschnitt 10 ist Teil eines Ansaugkanals 40, der in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 mündet.

[0025] Der Vergaser 9 weist eine Förderpumpe 28 sowie eine Anreicherungseinrichtung 29 auf. Die Anreicherungseinrichtung 29 ist im Ausführungsbeispiel als Anreicherungspumpe ausgebildet. Die Anreicherungseinrichtung 29 sowie die Förderpumpe 28 sind vorteilhaft in einem Gehäuse 59 des Vergasers 9 angeordnet. Die Anreicherungseinrichtung 29 und die Förderpumpe 28 sind zur besseren Übersicht in der Darstellung außerhalb des Vergasers 9 dargestellt.

[0026] Die Kraftstoffpumpe 15 saugt über eine Kraftstoffleitung 52, von der in Fig. 1 schematisch nur ein Abschnitt dargestellt ist, Kraftstoff aus dem Kraftstofftank 27 an. Die Kraftstoffleitung 52 ist hierzu mit dem Kraftstofftank 27 verbunden, wie in Fig. 1 schematisch mit gestrichelter Linie dargestellt ist. Der Vergaser 9 weist im Ausführungsbeispiel zwei Anschlüsse für Kraftstoffleitungen auf, nämlich einen schematisch dargestellten Kraftstoffeinlass 57 sowie einen schematisch dargestellten Kraftstoffauslass 58. Die Kraftstoffleitung 52 ist am Kraftstoffeinlass 57 angeschlossen. Die Kraftstoffpumpe 15 ist im Ausführungsbeispiel als Membranpumpe ausgebildet und wird vom schwankenden Druck im Kurbelgehäuseinnenraum 8 angetrieben. Die Kraftstoffpumpe 15 besitzt ein Einlassventil 19 sowie ein Auslassventil 20, die im Ausführungsbeispiel als Rückschlagventile ausgebildet sind. In Strömungsrichtung 60 zwischen dem Einlassventil 19 und dem Auslassventil 20 liegt eine Pumpenkammer 18. Die Pumpenkammer 18 ist von einer Pumpenmembran 16 begrenzt. Die Pumpenmembran 16 trennt die Pumpenkammer 18 von einer Impulskammer 17. Die Impulskammer 17 ist über eine Impulsleitung 21 mit dem Kurbelgehäuseinnenraum 8 verbunden. Der sich im Betrieb einstellende, schwankende Druck im Kurbelgehäuseinnenraum 8 führt zu Auslenkungen der Pumpenmembran 16, die dadurch den Kraftstoff über das Einlassventil 19 ansaugt und über das Auslassventil 20 aus der Pumpenkammer 18 fördert.

[0027] In einer Strömungsrichtung 60 des Kraftstoffs vom Kraftstofftank 27 zum Ansaugkanalabschnitt 10 ist stromab der Kraftstoffpumpe 15 ein Regelventil 22 angeordnet.

[0028] Das Regelventil 22 ist an eine Regelmembran 24 gekoppelt und wird in Abhängigkeit der Position der Regelmembran 24 geöffnet oder geschlossen. Die Regelmembran 24 trennt eine Kraftstoffkammer 23, die die Regelkammer des Vergasers 9 bildet, von einer Kompensationskammer 25. Die Kompensationskammer 25 ist luftgefüllt und kann geschlossen oder mit der Umgebung oder dem Reinraum eines Luftfilters, über den Verbrennungsluft in den Ansaugkanal 40 angesaugt wird, verbunden sein. Sinkt der Druck in der Kraftstoffkammer 23, so öffnet das Regelventil 22 und von der Kraftstoffpumpe 15 geförderter Kraftstoff strömt in die Kraftstoffkammer 23 nach. Die Kraftstoffkammer 23 speist die Hauptkraftstofföffnung 12 sowie die Nebenkraftstofföffnungen 14.

[0029] Aus der Kraftstoffkammer 23 führt eine Kraftstoffleitung 42. Die Kraftstoffleitung 42 verbindet die Kraftstoffkammer 23 mit einer Anreicherungskammer 30 der Anreicherungseinrichtung 29. Im Strömungsweg von der Kraftstoffkammer 23 zur Anreicherungskammer 30 ist ein Rückschlagventil 43 angeordnet. Das Rückschlagventil 43 öffnet in Strömungsrichtung 60 und schließt in Gegenrichtung. Die Strömungsrichtung 60 ist von der Kraftstoffkammer 23 zur Anreicherungskammer 30 gerichtet. Die Anreicherungskammer 30 besitzt ein veränderliches Volumen. Im Ausführungsbeispiel ist die Anreicherungskammer 30 hierzu von einer Anreicherungspumpenmembran 31 begrenzt. Die Anreicherungskammer 30 kann alternativ auch in anderer Form das Volumen ändern, beispielsweise mittels einer Verstellung einer die Anreicherungskammer 30 begrenzenden Seitenwand.

[0030] Die Anreicherungskammer 30 ist im Ausführungsbeispiel über eine Verbindungsleitung 36 mit einem Kanal 38 verbunden. Auch die Verbindungsleitung 36 ist vorteilhaft eine Kraftstoffleitung. Der Kanal 38 verbindet den Ansaugkanal 40 mit dem Kurbelgehäuseinnenraum 8. In vorteilhafter Gestaltung zweigt der Kanal 38 bezogen auf die Strömungsrichtung vom Vergaser 9 zum Kurbelgehäuseinnenraum 8 stromab der Drosselklappe 13 aus dem Ansaugkanal 40 ab. Dadurch kann vermieden werden, dass der Kanal 38 die Luftmenge beeinflusst, die dem Verbrennungsmotor 1 im Leerlauf zugeführt wird. Im Leerlauf ist die Drosselklappe 13 insbesondere weitgehend oder vollständig geschlossen, und der freie Strömungsquerschnitt resultiert aus einer Öffnung in der Drosselklappe 13. In der Verbindungsleitung 36 ist ein Rückschlagventil 37 angeordnet, das in Strömungsrichtung von der Anreicherungskammer 30 zum Kurbelgehäuseinnenraum 8 öffnet. Im Kanal 38 ist in Strömungsrichtung vom Ansaugkanal 40 zum Kurbelgehäuseinnenraum 8 stromauf der Verbindungsstelle der Verbindungsleitung 36 mit dem Kanal 38 ein Rückschlagventil 39 angeordnet. Das Rückschlagventil 39 öffnet in Strömungsrichtung vom Ansaugkanal 40 zum Kurbelgehäuseinnenraum 8.

[0031] Der Kanal 38 kann vorteilhaft über ein Schaltventil 41 mit dem Kurbelgehäuseinnenraum 8 verbunden sein. Das Schaltventil 41 ist im Strömungsweg von der Anreicherungskammer 30 zu dem Kurbelgehäuseinnenraum 8 angeordnet. Im Ausführungsbeispiel ist das Schaltventil 41 unmittelbar am Kurbelgehäuse 4 angeordnet. Das Schaltventil 41 ist vorteilhaft ein temperaturbetätigtes Ventil, das bei Überschreiten einer konstruktiv vorgegebenen Temperatur schließt. Dadurch wird über den Kanal 38 nur bei niedrigen Temperaturen Kraftstoff in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 zugeführt. Auch eine andere, beispielsweise eine elektrische Betätigung des Schaltventils 41 kann jedoch vorteilhaft sein.

[0032] In vorteilhafter alternativer Ausführung kann die Anreicherungskammer 30 über eine in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnete Verbindungsleitung 66 mit dem Ansaugkanal 40 verbunden sein. Vorteilhaft ist in der Verbindungsleitung 66 ein Rückschlagventil 67 angeordnet. Vorteilhaft weist das Kraftstoffsystem 29 eine Verbindungsleitung 36 und/oder eine Verbindungsleitung 66 auf.

[0033] Im Ausführungsbeispiel ist die Anreicherungskammer 30 über eine Kraftstoffleitung 44 mit einer Förderkammer 34 der Förderpumpe 28 verbunden. In der Kraftstoffleitung 44 ist ein Rückschlagventil 45 angeordnet, das in Strömungsrichtung 60 öffnet. Die Strömungsrichtung 60 verläuft von der Anreicherungskammer 30 zur Förderkammer 34. Die Förderkammer 34 ist vorteilhaft teilweise von einem elastischen Pumpenbalg 33 begrenzt. Aus der Förderkammer 34 führt vorzugsweise eine Kraftstoffleitung 46 zum Kraftstofftank 27. In der Kraftstoffleitung 46 ist ein Rückschlagventil 47 angeordnet, das in Strömungsrichtung 60 öffnet. Die Strömungsrichtung 60 verläuft von der Förderkammer 34 zum Kraftstofftank 27. Stromab des Rückschlagventils 47 befindet sich der Kraftstoffauslass 58, der in Fig. 1 an einer schematisch dargestellten Wand des Gehäuses 59 des Vergasers 9 dargestellt ist. Der Vergaser 9 ist demnach am Kraftstoffeinlass 57 und am Kraftstoffauslass 58 mit dem Kraftstofftank 27 verbunden. Im Ausführungsbeispiel sind im Leitungsweg vom Kraftstoffeinlass 57 zum Kraftstoffauslass 58 in Strömungsrichtung 60 hintereinander die Kraftstoffpumpe 15, die Anreicherungseinrichtung 29 und die Förderpumpe 28 angeordnet. Dabei können weitere Elemente zwischengeschaltet sein wie beispielsweise die Kraftstoffkammer 23 des Vergasers 9. Im Ausführungsbeispiel ist die Kraftstoffkammer 23 des Vergasers 9 in Strömungsrichtung 60 zwischen der Kraftstoffpumpe 15 und der Anreicherungseinrichtung 29 angeordnet.

[0034] Der Pumpenbalg 33, der die Förderkammer 34 begrenzt, ist dazu vorgesehen, von einem Bediener in Richtung des Pfeils 54 betätigt zu werden. Der Pumpenbalg 33 ist vorteilhaft über ein Koppelelement 35 mit einer Anreicherungspumpenmembran 31 verbunden. Im Ausführungsbeispiel ist das Koppelelement 35 ein starres, mechanisches Koppelelement, beispielsweise eine Koppelstange aus Metall oder formstabilem Kunststoff. Bei einer Betätigung des Pumpenbalgs 33 durch einen Bediener wird die Anreicherungspumpenmembran 31 über das Koppelelement 35 vorteilhaft um den gleichen Weg ausgelenkt wie das Koppelelement 35. Dadurch wird Kraftstoff in die Verbindungsleitung 36 und über die Verbindungsleitung 36 in den Kanal 38 und/oder über die Verbindungsleitung 66 in den Ansaugkanal 40 gefördert. Der Kraftstoff wird vorteilhaft über den Kanal 38 und/oder den Ansaugkanal 40 und/oder unmittelbar in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 gefördert. In Fig. 1 ist schematisch eine Verbindungsleitung 68 eingezeichnet, über die Kraftstoff aus der Anreicherungskammer 30 unmittelbar in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 gefördert werden kann. Vorteilhaft ist in der Verbindungsleitung 68 ein Rückschlagventil 69 angeordnet. In alternativer Ausführung kann auch ein Leerweg in der Kopplung von Pumpenbalg 33 und Anreicherungspumpenmembran 31 vorgesehen sein. Dadurch ist der Weg, um den der Pumpenbalg 33 ausgelenkt wird, um den konstruktiv vorgegebenen Leerweg größer als der Weg, um den die Anreicherungspumpenmembran 31 ausgelenkt wird. Die Förderpumpe 28 und die Anreicherungspumpenmembran 31 sind so miteinander gekoppelt, dass eine vollständige Betätigung der Förderpumpe 28 aus dem unbetätigten Zustand bis in den maximal betätigten Zustand zu einer Verringerung des Volumens der Anreicherungskammer 30 um ein konstruktiv vorgegebenes Volumen führt. In der Anreicherungskammer 30 ist eine Feder 32 angeordnet, die als Rückstellfeder wirkt und, sobald der Bediener den Pumpenbalg 33 loslässt, die Anreicherungspumpenmembran 31 in ihre Ausgangsstellung zurückstellt.

[0035] Zur Zufuhr von Kraftstoff aus der Anreicherungskammer 30 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 ist vorgesehen, dass die Anreicherungskammer 30 mit dem Kurbelgehäuseinnenraum 8 verbunden ist.

[0036] Vorteilhaft kann im Strömungsweg von der Anreicherungskammer 30 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 die Verbindungsleitung 36 vorgesehen sein. Die Verbindungsleitung 36 ist im Ausführungsbeispiel eine Leitung, in der vorteilhaft ausschließlich Kraftstoff strömt. Die Verbindungsleitung 36 mündet im Ausführungsbeispiel in den Kanal 38, der den Kraftstoff aus der Verbindungsleitung 36 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 transportiert. Der Kanal 38 ist als gasführender, nämlich als luftführender oder gemischführender Kanal ausgebildet. Im Betrieb wird durch den gasführenden Kanal 38 Luft in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 gesaugt, wenn im Kurbelgehäuseinnenraum 8 ein Unterdruck herrscht. Im Ausführungsbeispiel wird die Luft aus dem Ansaugkanal 40 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 angesaugt. Der Ansaugkanal 40 mündet ebenfalls in den Kurbelgehäuseinnenraum 8, insbesondere über ein nicht dargestelltes Ventil. Bevorzugt mündet der Ansaugkanal 40 am Zylinder 2 in einen Bereich, der vom Kolben 5 überfahren ist. Das Ventil, das den Ansaugkanal 40 mit dem Kurbelgehäuseinnenraum 8 verbindet, ist vorzugsweise durch den Kolben 5 gebildet.

[0037] Insbesondere ist vorgesehen, dass der Kolben 5 bei seiner Hin- und Herbewegung eine Einlassöffnung des Ansaugkanals 40 am Zylinder 2 öffnet und schließt. Der Verbrennungsmotor 1 ist vorzugsweise ein durch den Kolben 5 schlitzgesteuerter Verbrennungsmotor.

[0038] Vor dem Start des Verbrennungsmotors 1 betätigt der Bediener üblicherweise die Förderpumpe 28. Vorteilhaft erfolgt die Betätigung der Förderpumpe 28 durch mehrmaliges Drücken des Pumpenbalgs 33 in Richtung des Pfeils 54. Dadurch wird Kraftstoff aus dem Kraftstofftank 27 über die Kraftstoffleitung 52, die Pumpenkammer 18 der Kraftstoffpumpe 15, die Kraftstoffkammer 23, die Anreicherungseinrichtung 29 und die Förderkammer 34 in den Kraftstofftank 27 gefördert und dadurch das gesamte Kraftstoffsystem 26 gespült. Über das Koppelelement 35 wird bei der Bewegung des Pumpenbalgs 33 gleichzeitig auch die Anreicherungspumpenmembran 31 betätigt und dadurch Kraftstoff aus der Anreicherungskammer 30 in die Verbindungsleitung 36 und über den Kanal 38 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 gefördert. Die Rückschlagventile 37, 39, 43, 45 und 47 stellen sicher, dass der Kraftstoff in der gewünschten Richtung strömt.

[0039] Fig. 2 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen dabei in allen Figuren einander entsprechende Elemente. Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 entspricht im Wesentlichen dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1, wobei zu Elementen, die bei beiden Ausführungsbeispielen gezeigt sind, auf die Beschreibung zu Fig. 1 verwiesen wird. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist die Anreicherungseinrichtung 29 im Strömungsweg vom Kraftstofftank 27 zur Kraftstoffpumpe 15 angeordnet. Die Anreicherungskammer 30 befindet sich demnach stromauf der Kraftstoffpumpe 15 und der Kraftstoffkammer 23. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 sind im Leitungsweg vom Kraftstoffeinlass 57 zum Kraftstoffauslass 58 in Strömungsrichtung 60 hintereinander die Anreicherungseinrichtung 29, die Kraftstoffpumpe 15 und die Förderpumpe 28 angeordnet. Dabei können weitere Elemente zwischengeschaltet sein wie beispielsweise die Kraftstoffkammer 23 des Vergasers 9. Im Ausführungsbeispiel ist die Kraftstoffkammer 23 des Vergasers 9 in Strömungsrichtung 60 zwischen der Kraftstoffpumpe 15 und der Förderpumpe 28 angeordnet. Die Anreicherungseinrichtung 29 sowie die Förderpumpe 28 sind vorteilhaft in dem Gehäuse 59 des Vergasers 9 angeordnet. Die Anreicherungskammer 30 ist über eine Kraftstoffleitung 48 mit dem Kraftstofftank 27 verbunden. Um zu vermeiden, dass Druck im Kraftstofftank 27 zu einer ungewollten Förderung von Kraftstoff in den Kanal 38 führt, ist das Rückschlagventil 37 vorteilhaft von einer nicht dargestellten Feder in Richtung auf die geschlossene Stellung vorgespannt. In der Kraftstoffleitung 48 ist ein Rückschlagventil 49 angeordnet, das in Strömungsrichtung 60 öffnet. Die Strömungsrichtung 60 verläuft vom Kraftstofftank 27 zur Anreicherungskammer 30. Zwischen dem Rückschlagventil 49 und dem Kraftstofftank 27 befindet sich der schematisch dargestellte Kraftstoffeinlass 57 des Vergasers 9. Vorteilhaft liegt die Anreicherungskammer 30 in Strömungsrichtung 60 hinter dem Kraftstoffeinlass 57 des Vergasers 9. Von der Anreicherungskammer 30 führt eine Kraftstoffleitung 56 zur Kraftstoffpumpe 15 des Vergasers 9. Die Kraftstoffkammer 23 ist über eine Kraftstoffleitung 50 mit der Förderkammer 34 der Förderpumpe 28 verbunden. In der Kraftstoffleitung 50 ist ein Rückschlagventil 51 angeordnet, das in Strömungsrichtung 60 öffnet. Die Strömungsrichtung 60 verläuft von der Kraftstoffkammer 23 zur Förderkammer 34.

[0040] In der schematischen Darstellung in Fig. 2 ist die Kraftstoffleitung 56 der besseren Übersicht halber teilweise mit gestrichelter Linie dargestellt. In der Kraftstoffleitung 46, die die Förderkammer 34 mit dem Kraftstofftank 27 verbindet, ist das Rückschlagventil 47 bezogen auf die Strömungsrichtung 60 vor dem Kraftstoffauslass 58 des Vergasers 9 angeordnet.

[0041] Die Förderpumpe 28 ist mit der Anreicherungskammer 30 über eine hydraulische Kopplung 55 gekoppelt. Verringert sich das Volumen der Förderkammer 34, so wird aufgrund der hydraulischen Kopplung 55 das Volumen der Anreicherungskammer 30 verringert.

[0042] Beispielsweise kann durch Auslenkung der Anreicherungspumpenmembran 31 das Volumen der Anreicherungskammer 30 reduziert werden. Vorteilhaft ist der Weg, um den die Anreicherungspumpenmembran 31 bei einer vollständigen Betätigung des Pumpenbalgs 33 aus dem unbetätigten Zustand bis in den vollständig betätigten Zustand ausgelenkt wird, konstruktiv vorgegeben, beispielsweise durch entsprechende Anschläge.

[0043] Fig. 3 zeigt ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist die Anreicherungseinrichtung 29 im Strömungsweg von der Kraftstoffkammer 23 zur Förderkammer 34 angeordnet. Dies entspricht der Anordnung nach Fig. 1, auf deren Beschreibung hierzu verwiesen wird. Die Förderpumpe 28 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel über eine elektrische Kopplung 65 mit der Anreicherungseinrichtung 29, bevorzugt mit der Anreicherungspumpenmembran 31, gekoppelt. Die Kopplung 65 ist vorzugsweise so ausgeführt, dass eine Betätigung des Pumpenbalgs 33 eine Verringerung des Volumens der Anreicherungskammer 30 um einen vorgegebenen Wert bewirkt.

[0044] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist die Anreicherungskammer 30 über eine Kraftstoffleitung 53 mit dem Kurbelgehäuseinnenraum 8 verbunden. Die Kraftstoffleitung 53 führt im Betrieb nur Kraftstoff und keine Luft. Die Kraftstoffleitung 53 mündet in den Kurbelgehäuseinnenraum 8. Der Kraftstoff wird dabei nicht in einen gasführenden Kanal zugeführt, sondern unmittelbar in den Kurbelgehäuseinnenraum 8. An der Mündung der Kraftstoffleitung 53 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 ist das Schaltventil 41 angeordnet. Auch beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist das Schaltventil 41 unmittelbar am Kurbelgehäuse 4 angeordnet. Bezüglich der Beschreibung der weiteren Komponenten wird auf die vorangegangenen Ausführungsbeispiele verwiesen.

[0045] Weitere vorteilhafte Ausführungen ergeben sich durch beliebige Kombination der Elemente der Ausführungsbeispiele miteinander. Insbesondere die Art der Kopplung von Förderpumpe 28 und Anreicherungseinrichtung 29 kann für jedes Ausführungsbeispiel mechanisch, insbesondere über ein starres Koppelelement 35, hydraulisch über eine hydraulische Kopplung 55 oder elektrisch über eine elektrische Kopplung 65 erfolgen. Auch andere Arten der Kopplung können vorteilhaft sein. In den Ausführungsbeispielen erfolgt die Zufuhr des Kraftstoffs aus der Anreicherungskammer 30 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8. In vorteilhafter alternativer Gestaltung kann vorgesehen sein, den Kraftstoff aus der Anreicherungskammer 30 über den Ansaugkanal 40 in den Kurbelgehäuseinnenraum 8 zuzuführen. So ist beispielsweise eine Kraftstoffförderung bei Betätigung mittels mechanischer Kopplung in den Ansaugkanal 40 denkbar, wie in Fig. 1 schematisch dargestellt.


Ansprüche

1. Vergaser zur Zufuhr von Kraftstoff/Luft-Gemisch zu einem Verbrennungsmotor (1), mit einer Kraftstoffpumpe (15), einer von einem Bediener zu betätigenden Förderpumpe (28) und einer Anreicherungseinrichtung (29), wobei der Vergaser (9) mindestens eine Kraftstoffkammer (23) aufweist, in die die Kraftstoffpumpe (15) Kraftstoff fördert, wobei aus der mindestens einen Kraftstoffkammer (23) im Betrieb Kraftstoff in einen in dem Vergaser (9) ausgebildeten Ansaugkanalabschnitt (10) zugeführt wird, wobei die Förderpumpe (28) zur Förderung von Kraftstoff aus der mindestens einen Kraftstoffkammer (23) ausgebildet ist, wobei die Anreicherungseinrichtung (29) eine Anreicherungskammer (30) aufweist, und wobei die Anreicherungseinrichtung (29) zur Zufuhr von Kraftstoff aus der Anreicherungskammer (30) zu dem Verbrennungsmotor (1) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) ein veränderliches Volumen aufweist, und dass die Förderpumpe (28) und die Anreicherungseinrichtung (29) derart gekoppelt sind, dass eine Betätigung der Förderpumpe (28) zu einer Veränderung des Volumens der Anreicherungskammer (30) führt.
 
2. Vergaser nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine vollständige Betätigung der Förderpumpe (28) aus dem unbetätigten Zustand der Förderpumpe (28) zu einer Verringerung des Volumens der Anreicherungskammer (30) um ein konstruktiv vorgegebenes Volumen führt.
 
3. Vergaser nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) von einem beweglichen Element begrenzt ist, dass die Förderpumpe (28) einen Pumpenbalg (33) umfasst, und dass die Bewegung des beweglichen Elements über ein Koppelelement (35) an die Bewegung des Pumpenbalgs (33) gekoppelt ist.
 
4. Vergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Förderpumpe (28) und die Anreicherungseinrichtung (29) hydraulisch oder elektrisch derart miteinander gekoppelt sind, dass eine Betätigung der Förderpumpe (28) zu einer Veränderung des Volumens der Anreicherungskammer (30) führt.
 
5. Vergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) der Förderpumpe (28) vorgeschaltet ist.
 
6. Vergaser nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Strömungsverbindung von der Anreicherungskammer (30) zu der Förderpumpe (28) ein erstes Rückschlagventil (45) angeordnet ist.
 
7. Vergaser nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungseinrichtung (29) den Kraftstoff für den Verbrennungsmotor (1) aus der Anreicherungskammer (30) in eine Verbindungsleitung (36) fördert, wobei die Verbindungsleitung (36) zur Verbindung mit einem Kurbelgehäuse (8) eines Verbrennungsmotors (1) vorgesehen ist.
 
8. Vergaser nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (36) ein zweites Rückschlagventil (37) angeordnet ist.
 
9. Vergaser nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungsdruck des zweiten Rückschlagventils (37) kleiner als der Öffnungsdruck des ersten Rückschlagventils (45) ist.
 
10. Vergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Förderpumpe (28) im Leitungsweg bezogen auf die Strömungsrichtung (60) hinter der Kraftstoffkammer (23) angeordnet ist.
 
11. Vergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) im Leitungsweg bezogen auf die Strömungsrichtung (60) hinter der Kraftstoffkammer (23) angeordnet ist.
 
12. Vergaser nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) im Leitungsweg bezogen auf die Strömungsrichtung (60) vor der Kraftstoffkammer (23) angeordnet ist.
 
13. Verbrennungsmotor mit einem Vergaser (9) nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) mit einem Kurbelgehäuseinnenraum (8) des Verbrennungsmotors (1) strömungsverbunden ist.
 
14. Verbrennungsmotor nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass im Strömungsweg von der Anreicherungskammer (30) zu dem Kurbelgehäuseinnenraum (8) ein Schaltventil (41) angeordnet ist.
 
15. Verbrennungsmotor nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltventil (41) temperaturbetätigt ist und insbesondere unmittelbar am Kurbelgehäuse (4) angeordnet ist.
 
16. Verbrennungsmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anreicherungskammer (30) mit einem Ansaugkanal (40) des Verbrennungsmotors (1) strömungsverbunden ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente