(19)
(11)EP 3 578 835 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
11.12.2019  Patentblatt  2019/50

(21)Anmeldenummer: 18175689.1

(22)Anmeldetag:  04.06.2018
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F16B 25/00(2006.01)
F16B 35/04(2006.01)
F16B 5/02(2006.01)
F16B 25/10(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: SFS Intec Holding AG
9435 Heerbrugg (CH)

(72)Erfinder:
  • MAIR, Roland
    6840 Götzis (AT)
  • BACHMANN, Oliver
    9443 Widnau (CH)
  • ANDERSAG, Markus
    6890 Lustenau (AT)

  


(54)FASSADENPLATTENSCHRAUBE UND BEFESTIGUNGSANORDNUNG HIERMIT


(57) Eine Fassadenplattenschraube zur optimierten Befestigung von Fassadenplattenelementen an einer Unterkonstruktion weist einen Kopf mit sehr grossem Durchmesser auf, einen anschliessenden, im wesentlichen zylinderförmigen, entlang einer zentralen Längsachse (A) ausgedehnten Schaftabschnitt (22) und einem anschliessenden Spitzenbereich (23); wobei der Schaftabschnitt (22) wiederum, vom Kopf aus betrachtet, eine gewindefreien Unterkopfabschnitt (24), einen Anschlagbund (25) und einen Gewindeabschnitt (28) umfasst.
Das Gewinde in einem ersten Teilbereich (26) des Gewindeabschnitts (28) anschliessend an den Anschlagbund (25) weist einen Aussendurchmesser Dr auf, welcher im Vergleich zu dem Gewinde in einem zweiten Teilbereich (27) mit Aussendurchmesser Dn über mehrere Gewindegänge geschwächt ist, so dass gilt Dr < Dn. Dieser Gewindeabschnitt 26 erlaubt ein kontrolliertes Überdrehen der Fassadenplattenschraube im Einsatz.
Eine entsprechende Befestigungsanordnung umfasst eine Fassadenplatte, eine Unterkonstruktion zur Lastableitung an eine Gebäudeoberfläche und eine erfindungsgemässe Fassadenplattenschraube.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einer Fassadenplattenschraube mit verbesserten Montageeigenschaften sowie einer Fassadenbefestigungsanordnung mit einer solchen Fassadenplattenschraube.

HINTERGRUND



[0002] Im Nachfolgenden sei mit Fassadenplattenschraube eine Schraube definiert, die spezifisch für die Befestigung von Platten bzw. plattenförmigen Bauteilen (Fassadenplatten) an einer metallischen Unterkonstruktion ausgelegt ist, wobei die Materialstärke der Unterkonstruktion am Befestigungspunkt nur wenige Millimeter beträgt. Die Anwendung sei dabei nicht auf vertikale Befestigungsanordnungen und Fassaden eingeschränkt. Der Begriff Platte, Fassadenplatte bzw. plattenförmiges Bauteil bezieht sich auf alle im Wesentlichen flächig ausgedehnten Verkleidungselemente, welche nicht notwendigerweise homogene Stärke aufweisen müssen. Solche Fassadenplatten können mit einer Vielzahl von Materialien hergestellt werden, e.g. aus Faserzement, Kunststoff, Metall, Holz bzw. in Sandwichbauweise aus solchen Materialien.

[0003] Die Fassadenplatten werden üblicherweise auf einer Unterkonstruktion befestigt, welche die Fassadenplatte in Position vor der statisch tragenden Gebäudewand hält. Die Unterkonstruktion muss in der Lage sein, das Gewicht der Fassadenplatten, auftretende Windlasten und auch die unterschiedliche thermische Ausdehnung aufzunehmen.

[0004] Eine grundsätzliche Forderung an die Fassadenplattenbefestigung ist, dass sie neben dem Eigengewicht der Fassadenplatte auch auf die Platte einwirkende äussere Kräfte in die Unterkonstruktion ableiten kann. Windsog und Winddruck wie auch durch Sonnenstrahlung verursachte Dehnungsspannungen müssen über die Befestigungspunkte abgeleitet werden. Üblicherweise wird daher eine Unterkonstruktion mit Metall-Profilelementen ausgeführt. Als Kompromiss aus statischen Bedürfnissen und Kosten wird üblicherweise am Befestigungspunkt eine Materialstärke von 2 bis 6.5mm aus Aluminium bzw. 0.9 bis 2.5mm aus Stahl verwendet, für den beschriebenen Anwendungsfall von plattenförmigen Fassadenelementen mit 8-14mm Stärke.

[0005] Grundsätzlich ist es wichtig, dass Schrauben zur Fassadenplattenbefestigung ein hohes Rückdrehmoment besitzen, weil eine sich lockernde Schraube zu Vibrationen, Klappergeräuschen bzw. dem Herabfallen von Fassadenplatten führen könnte.

STAND DER TECHNIK



[0006] Es sind im Stand der Technik verschiedene Lösungen zur Fassadenplattenbefestigung bekannt. Bei unsichtbaren Konstruktionen sind die Befestigungspunkte bzw. -elemente allein auf der Rückseite angebracht und damit nach Montage für den Betrachter nicht sichtbar. Montage, Wartung und Reparatur sind allerdings aufwändig.

[0007] Bei sichtbaren Befestigungen können Nietverbindungen, insbesondere Blindnietverbindungen und Schraubverbindungen (auch in Kombination mit Klebehalterungen) eingesetzt werden. Dabei sind in den meisten Fällen die Fassadenplattenelemente vorgebohrt, um den Aufwand auf der Baustelle gering zu halten und um ein einheitliches Bild der Fassade zu gewährleisten. Diese Vorbohrungen sind vergleichsweise gross dimensioniert, um den Fassadenplattenelementen bei thermischer Ausdehnung ein Ausweichen in der Verlegeebene relativ zum Befestigungspunkt zu erlauben. Andererseits bieten solche Durchbohrungen der Fassadenplatte, die deutlich grösser als der Nenndurchmesser der verwendeten Schraube sind, der Schraube beim Setzvorgang praktisch keine Führung.

[0008] Bei Schraubverbindungen werden vielfach Selbstbohrschrauben eingesetzt, welche kein Vorbohren in der Unterkonstruktion erfordern. Diese Selbstbohrschrauben können als Bimetall-Schrauben gefertigt werden mit einem Kopf und Schaft aus Edelstahl und einer angeschweissten Bohrspitze aus hartem C-Stahl. Das Setzen von Selbstbohrschrauben verlangt ein sehr sauberes Verarbeiten, weil die Korrektur einer falsch gesetzten Schraube, z. B. durch schräges oder nicht zentrisches Einbohren, nur aufwändig korrigierbar ist.

[0009] Selbstbohrende Schrauben können aber auch einstückig in Edelstahl gefertigt werden zur Verwendung auf Aluminium-Unterkonstruktionen. In solchen Fällen ist die Spitze der Schraube häufig mit einem Konus ausgestattet mit einem Konuswinkel von 25°-45°, was in Verbindung mit einem an die Spitze vorgezogenen Gewinde üblicherweise ausreicht, um ohne Vorbohren Aluminium bis zu 2.5 mm Stärke zu durchdringen

[0010] Vor diesem Hintergrund erscheint es zwar nicht rationell, Vorbohrungen an der Unterkonstruktion vor Ort auf der Baustelle vorzunehmen, weil damit (Vor-)Bohrvorgang und Verschraubung zwei getrennte Arbeitsvorgänge werden. Bei teuren Fassadenmaterialien bzw. bei geforderter besonders hoher Verarbeitungsqualität und überdurchschnittlicher Belastbarkeit jedes einzelnen Befestigungspunktes hat die Trennung jedoch auch Vorteile.

[0011] Zum Vorbohren der Unterkonstruktion kann eine Bohrlehre verwendet werden, die die vorgefertigten Durchbohrungen der Fassadenplatte als Führung verwendet: z.B. eine am Bohrgerät angebrachte, zum Bohrer konzentrische Hülse, deren Aussendurchmesser mit dem Durchmesser der Fassadenplattenbohrung übereinstimmt. Dadurch werden die Löcher in der Unterkonstruktion exakt konzentrisch zur Fassadenplatte ausgerichtet und das Schraubenbild an der Fassade präziser. Ferner kann auf selbstbohrende BiMet-Schrauben verzichtet werden, selbstfurchende Schrauben, bevorzugt Edelstahlschrauben genügen.

[0012] Wie erwähnt, ist beim sichtbaren Befestigen der Fassadenplattenelemente grosse Sorgfalt nötig und von daher sind strukturelle Massnahmen, die den Befestigungsvorgang sicherer machen, stets gefordert.

[0013] Häufig werden beim Setzen von Schrauben motorisch angetriebene Setzgeräte wie z. B. Akkuschrauber verwendet. Einfacher und in Anschaffung und Handhabung günstiger als diese sind sogenannte Tangentialschlagschrauber oder Impulsschrauber. Allerdings ist es bei diesen Setzgeräten schwieriger, über eine Drehmomentbegrenzung den Abschluss des Setzvorgangs zu definieren. Eine Schraube gemäss Stand der Technik wird den Eindrehvorgang beenden, wenn der Kopf an der Bauteiloberfläche anschlägt und so das notwendige Drehmoment die Leistung des Setzgerätes übersteigt. Allerdings kann, je nach Setzbedingungen, es auch dazu kommen, dass das Gewinde der Schraube ausreisst oder das Gewinde in der Unterkonstruktion versagt. Dann würde die Schraube überdrehen und erreicht nicht mehr die geforderten Haltekräfte. Es kann aber auch durch die Einwirkung der Kopfunterseite zu Beschädigungen an der Fassadenplatte kommen - Farbabplatzer, Kratzer in der Oberfläche, Abrieb von Korrosionsschutz.

[0014] Bisher schon wurde dieser Effekt vermieden, indem die Fassadenplattenschrauben einen separaten Anschlagbund auf dem Schraubenschaft unterhalb des eigentlichen Schraubenkopfes erhielten. Der Abstand zwischen der Schraubenkopfunterseite und dem Anschlagbund (Unterseite) entspricht der Dicke des zu montierenden Fassadenplattenelementes plus einer Toleranz von einigen Millimetern. Diese Toleranz wird im montierten Zustand von einem Dämpfungselement aus Schaumstoff ausgenutzt, das zwischen der Unterseite der Fassadenplatte und der Unterkonstruktion angeordnet wird. Beim Setzen dieser Fassadenplattenschraube wird die Setztiefe also von dem zusätzlichen Anschlagbund definiert, der an der Unterkonstruktion anschlägt und nicht vom Schraubenkopf.

[0015] Wie in Figur 1 gezeigt, wird dieser Anschlagbund im Durchmesser immer kleiner ausgeführt werden als der Schraubenkopf, muss aber dennoch stabil genug sein, um das Drehmoment des Setzwerkzeugs aufzunehmen in dem Moment, wo der Anschlagbund seine Sollposition erreicht.

[0016] Ein massiver Anschlagbund lässt sich jedoch nur durch ein Aufstauchen des Schraubenrohlings bei der Herstellung erreichen, erfordert also einen weiteren Verfahrensschritt. Zudem muss das Material für den massiven Anschlagbund vorhanden sein, erhöht also den Materialaufwand zusätzlich.

[0017] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Fassadenplattenschraube bzw. eine Befestigungsanordnung für Fassadenplatten zu beschreiben, welche weniger Herstellschritte erfordert, sicher in der Handhabung ist, keine Änderung der gewohnten Verarbeitung am Bau nötig macht und mit einer Vielzahl von Setzgeräten einsetzbar ist und darüber hinaus wirtschaftlich herzustellen ist.

BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG



[0018] Diese Aufgabe wird durch eine Fassadenplattenschraube gemäss Anspruch 1 gelöst. Eine Befestigungsanordnung ist ab Anspruch 10 beschrieben. Die Unteransprüche beziehen sich auf weitere Varianten und Ausführungsbeispiele.

[0019] Eine Fassadenplattenschraube 20 weist einen grundsätzlichen Aufbau auf mit: einem Kopf 21, einem anschliessenden, im wesentlichen zylinderförmigen, entlang einer zentralen Längsachse A ausgedehnten Schaftabschnitt 22 und einem anschliessenden Spitzenbereich 23. Der Schaftabschnitt 22 lässt sich wiederum, vom Kopf aus betrachtet, unterteilen in einen gewindefreien Unterkopfabschnitt 24, einen Anschlagbund 25 und einen Gewindeabschnitt 28. Der Gewindeabschnitt 28 wiederum lässt sich untergliedern in einen ersten Teilbereich 26, der anschliessend an den Anschlagbund 25 angeordnet ist und einen Aussendurchmesser Dr aufweist und einen anschliessenden Teilbereich 27 mit Aussendurchmesser Dn. Der erste Teilbereich 26 ist im Vergleich zu dem Gewinde im zweiten Teilbereich 27 über mehrere Gewindegänge geschwächt, so dass gilt Dr < Dn. Mit Schwächung ist dabei eine Schwächung des Durchmesser gemeint (bevorzugte Lösung) statt (alternativ) einer proportionale Verkleinerung eines Gewindezuges oder einer Schwächung der Gewindebreite durch beispielsweise steilere Gewindeflanken.

[0020] Technisch betrachtet wird durch diese Gewindeschwächung erreicht, dass der Eingriff der Fassadenplattenschraube in die Unterkonstruktion am Befestigungspunkt verringert wird und beim Anschlagen der Schraube am Anschlagbund die Schraube kontrolliert überdrehen kann. Dadurch wird einerseits eine Rückdrehsicherheit erzielt, gleichzeitig stellen die verbleibenden, geschwächten Gewindegänge noch Halteflächen zur Verfügung. Das geschwächte Gewinde erlaubt eine bessere, verbleibende Klemmung als ein gewindefreier Abschnitt und das Material der Unterkonstruktion wird beim Überdrehen weniger beansprucht.

[0021] Bevorzugt wird man das Gewinde von Gewindeabschnitt 26 (geschwächt) ununterbrochen in Gewindeabschnitt 27 übergehen lassen, mit anderen Worten, der gesamte Gewindeabschnitt 28 kann durch entsprechende Auslegung des Werkzeuges in einem Arbeitsgang hergestellt werden. Ganz besonders bevorzugt wird die Steigung im gesamten Gewindeabschnitt 28 gleich gross gewählt, da dies zusätzlich einfach in der Herstellung ist.

[0022] Eine weitere Erleichterung bei der Montage wird erzielt, wenn das Gewinde der Fassadenplattenschraube im Gewindeabschnitt 28 mehrgängig, insbesondere zweigängig ausgeführt ist. Die hohe Steigung ergibt einerseits eine hohe Setzgeschwindigkeit; durch die doppelte Ausführung des Gewindeganges erfolgt weiterhin eine bessere Lastübertragung in die Unterkonstruktion und ein stabileres Einformverhalten beim Setzen.

[0023] Es hat sich gezeigt, dass eine Schwächung zwischen 10% und 30% des Nominaldurchmessers (Aussendurchmesser) Dn des Gewindes im Abschnitt 27 ausreicht. Alternativ ausgedrückt, wenn der geschwächte Durchmesser Dr in Relation zu Dn gesetzt wird, Dr = a Dn wird a Werte zwischen 0.7 und 0.9 (jeweils einschliesslich) einnehmen.

[0024] Ganz besonders bevorzugt wird diese Schwächung des Gewindedurchmessers im Bereich 26 unterhalb des Anschlagbundes 25 als achsparallele Abtragung der Gewindespitzen 29 realisiert. Das Gewinde trägt damit statt eines Gewindekammes oder einer Gewindespitze im besagten Bereich ein (im Wesentliches) ebenes Plateau, wobei das Plateau parallel zur Mittenachse A ausgerichtet ist.

[0025] Weiterhin wird eine erfindungsgemässe Fassadenplattenschraube einen speziell dimensionierten Anschlagbund 25 aufweisen. Dessen Durchmesser Db ist grösser als Dn (Gewindedurchmesser im Abschnitt 27). Mathematisch formuliert soll gelten Db = b Dn, wobei b Werte zwischen 1.07 und 1.24, bevorzugt zwischen 1.1 und 1.2 einnehmen kann (jeweils einschliesslich). Der Anschlagbund wird also das Gewinde nur zwischen 7% und 24%, bevorzugt zwischen 10% bis 20% überragen.

[0026] Ferner bevorzugt ist der Anschlagbund (25) auch sehr schmal ausgeführt. Seine axiale Ausdehnung, also in Schaftorientierung betrachtet, wird weniger als 1mm betragen, bevorzugt zwischen 0.5 bis 0.8mm.

[0027] Diese sehr schmale Ausführung reicht völlig überraschend aus, um die Funktion als Anschlagbund in Verbindung mit dem geschwächten Gewinde im Abschnitt 26 zu erreichen. Wie erwähnt, wird durch das Ermöglichen des Überdrehens im Abschnitt 26 das abzufangende Drehmoment bereits verringert. Daher reicht der schmale Bund aus. Durch seine schlanke Ausführung ist er zusätzlich in der Lage sich in gewissem Masse an die Unterkonstruktion anzuformen und geht dadurch einen besseren Kraftschluss ein als ein massiver Anschlag. Als dritter Vorteil kommt hinzu, dass dieser schmale Anschlussbund nicht durch Aufstauchen hergestellt werden muss, sondern sich als Gewindeabschluss realisieren lässt und somit bei der Gewindeformung im selben Werkzeug vorgesehen werden kann.

[0028] In einer Ausführung, in einem Anwendungsfall liessen sich so der Anschlagbund 25, radial betrachtet, so auslegen, dass die Gewindespitzen im Gewindeabschnitt 27 um weniger als 1 mm überragt werden, bei einem Dn von 5,8mm.

[0029] Eine Fassadenplattenschraube gemäss Erfindung kann im Spitzenbereich 23 eine selbstbohrende, eine selbstfurchende oder eine Bohrspitze aufweisen. Die Verwendung richtet sich dabei in erster Linie nach dem Material der Unterkonstruktion, in der Regel 2 bis 6.5mm bei Aluminium bzw. 0.9 bis 2.5mm bei Stahl.

[0030] Der Einsatz einer solchen erfindungsgemässen Fassadenplattenschraube erfolgt in einer Befestigungsanordnung, welche eine (bereits erwähnte) Unterkonstruktion, eine Fassadenplatte sowie eine Fassadenplattenschraube umfasst. Bevorzugt wird die Unterkonstruktion als Metallkonstruktion ausgeführt. Die tragenden Elemente können aus Metallrohren, - profilen bzw. -bauteilen erfolgen. Die Zahl der Befestigungspunkte wird sich am Gewicht und der Grösse der Fassadenelemente, an Windlastberechnungen (abhängig von Lage und Höhe eines Gebäudes) sowie an der geforderten Ästhetik orientieren. Üblicherweise wird bei den meisten Anwendungen am Befestigungspunkt eine Materialstärke von 2 bis 6.5mm bei Aluminium bzw. 0.9 bis 2.5mm bei Stahl gewählt.

[0031] Die Fassadenplatten sind sehr häufig ausgeführt in Kunststoff, Metall, Faserzement, Isolationsmaterialien oder aus einem Verbund einer oder mehrerer solcher Materialien. Die beschriebene Fassadenplattenschraube ist Teil eines aufeinander abgestimmten Systems. Dabei wird die axiale Länge / Ausdehnung des Unterkopfabschnitts 24 so gewählt, dass dafür gilt: Stärke der Fassadenplatte plus 2-4mm. Diese 2-4mm ergänzender Zwischenraum werden bei der Montage ausgefüllt durch eine dämpfende, isolierende, reibungsmindernde und/oder klebende Zwischenschicht zwischen der Unterkonstruktion und der Fassadenplatte.

[0032] Insbesondere kann die Zwischenschicht (24) als ein Schaumstoffband, ein Klebeband, ein Dämmfilz bzw. als Kunststofflage ausgeführt sein.

KURZBEZEICHNUNG DER FIGUREN



[0033] 

Figur 1 zeigt eine Fassadenplattenschraube gemäss Stand der Technik

Figur 2 zeigt eine Fassadenplattenschraube gemäss der Erfindung


BESCHREIBUNG DER FIGUREN



[0034] In Figur 1 ist eine Fassadenplatteschraube 10 mit ihren wichtigsten Bestandteilen gezeigt. Sie besitzt einen im Durchmesser gross dimensionierten Kopf 11, dessen Durchmesser üblicherweise so gewählt wird, dass eine Abdeckung des Bohrloches gewährleistet ist, das in der Fassadenplatte vorgesehen wird. Dieses Bohrloch wird standardmässig grösser gewählt als der Nenndurchmesser der Schraube um selbst im befestigten Zustand der Fassadenplatte seitliches Spiel zu geben. Dadurch können Unterschiede der thermischen Ausdehnung zwischen Unterkonstruktion und Fassadenplatte ausgeglichen werden. Daher muss der Kopf 11 üblicherweise deutlich überdimensioniert werden.

[0035] An den Kopf schliesst sich ein gewindefreier Unterkopfabschnitt 12 an und ein Anschlagbund 13. Dessen Wirkung ist im Abschnitt "Stand der Technik" oben bereits beschrieben worden. Daran anschliessend, vom Kopf abgewandt in Richtung Spitze gesehen, schliesst sich ein Gewindeabschnitt 14 an, der in eine Spitze 15 übergeht. Das Gewinde wird üblicherweise zumindest teilweise auf der Spitze fortgeführt. Es gibt im Stand der Technik viele bekannte Auslegungsarten von Spitzen, die hier gezeigte ist nur exemplarisch dargestellt.

[0036] Figur 2 zeigt im direkten Vergleich eine erfindungsgemässe Fassadenplattenschraube 20. Sie weist einen Kopf 21 auf, dessen Dimensionierung dieselben Anforderungen erfüllen muss wie das Design gemäss Stand der Technik. An den Kopf 21 schliesst sich ein im wesentlichen zylindrischer Schaft 22 an mit einem anschliessenden bzw. die Schraube abschliessenden Spitzenbereich 23. Alle drei weisen eine gemeinsame, zentrale Mittenachse A auf.

[0037] Der Schaftabschnitt 22 setzt sich zusammen aus einem gewindefreien Unterkopfabschnitt 24 im Anschluss an die Unterseite des Schraubenkopfes 21, einem Anschlagbund 25 mit erfindungsgemässer Auslegung und einem Gewindeabschnitt 28. Dieser wiederum ist unterteilt in einen Abschnitt 26 mit geschwächtem Gewinde 29 und einem Abschnitt 27 mit üblicher Gewindeauslegung. Das Gewinde im Abschnitt 27 weist einen nominellen Durchmesser Dn auf, wie in Figur 2 gezeigt. Das geschwächte Gewinde 29 hat einen Durchmesser Dr < Dn. Der Anschlagbund 25 hat einen Durchmesser Db, so dass insgesamt gilt Db > Dn > Dr.

[0038] Die Schraubenspitze im Spitzenbereich 23 ist hier wieder exemplarisch als selbstfurchende Ausführung gezeigt, dies ist jedoch nicht limitierend zu verstehen.

[0039] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger, jedoch technisch sinnvoller bzw. vorteilhafter Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein. Eine nicht-explizite Darstellung oder Beschreibung einer Kombination von Merkmalen bedeutet nicht, dass eine solche Kombination ausgeschlossen ist.


Ansprüche

1. Fassadenplattenschraube (20) mit einem Kopf (21), einem anschliessenden, im wesentlichen zylinderförmigen, entlang einer zentralen Längsachse (A) ausgedehnten Schaftabschnitt (22) und einem anschliessenden Spitzenbereich (23); wobei der Schaftabschnitt (22) wiederum, vom Kopf aus betrachtet, umfasst:

- eine gewindefreien Unterkopfabschnitt (24),

- einen Anschlagbund (25) und

- einen Gewindeabschnitt (28)

dadurch gekennzeichnet, dass
das Gewinde in einem ersten Teilbereich (26) des Gewindeabschnitts (28) anschliessend an den Anschlagbund (25) einen Aussendurchmesser Dr aufweist, welcher im Vergleich zu dem Gewinde in einem zweiten Teilbereich (27) mit Aussendurchmesser Dn über mehrere Gewindegänge geschwächt ist, so dass gilt Dr < Dn.
 
2. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde von Gewindeabschnitt (26) ununterbrochen in Gewindeabschnitt (27) übergeht
 
3. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 und/oder2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steigung im gesamten Gewindeabschnitt (28) gleich gross ist.
 
4. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde im Gewindeabschnitt (28) mehrgängig, insbesondere zweigängig ausgeführt ist.
 
5. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass gilt Dr = a Dn wobei a Werte zwischen 0.7 und 0.9 (jeweils einschliesslich) einnehmen kann.
 
6. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächung durch achsparallele Abtragung der Gewindespitzen (29) erzielt wird.
 
7. Fassadenplattenschraube (30) nach Anspruch 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagbund (25) einen Durchmesser Db aufweist für den gilt: Db = b Dn, wobei b Werte zwischen 1.07 und 1.24, bevorzugt zwischen 1.1 und 1.2 einnehmen kann (jeweils einschliesslich).
 
8. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagbund (25) eine axiale Ausdehnung von weniger als 1mm aufweist, bevorzugt zwischen 0.5 bis 0.8mm.
 
9. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagbund (25), radial betrachtet, die Gewindespitzen im Gewindeabschnitt (27) um weniger als 1mm überragt.
 
10. Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Spitzenbereich (23) eine selbstbohrende, eine selbstfurchende oder eine Bohrspitze ist.
 
11. Befestigungsanordnung umfassend eine Unterkonstruktion, eine Fassadenplatte sowie eine Fassadenplattenschraube (20) nach Anspruch 1 - 10.
 
12. Befestigungsanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkonstruktion eine Metallkonstruktion ist und am Befestigungspunkt eine Materialstärke von 2 bis 6.5mm aus Aluminium bzw. 0.9 bis 2.5mm aus Stahl aufweist
 
13. Befestigungsanordnung nach Anspruch 11 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassadenplatte aus Kunststoff, Metall, Faserzement, Isolationsmaterialien oder aus einem Verbund einer oder mehrerer solcher Materialien besteht.
 
14. Befestigungsanordnung nach Anspruch 11 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterkopfabschnitt (24) eine Ausdehnung in axialer Richtung aufweist, die sich als Stärke der Fassadenplatte plus 2-4mm ergibt.
 
15. Befestigungsanordnung (20) nach Anspruch 11 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Unterkonstruktion und der Fassadenplatte eine dämpfende, isolierende, reibungsmindernde und/oder klebende Zwischenschicht angebracht ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht