(19)
(11)EP 3 620 562 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
11.03.2020  Patentblatt  2020/11

(21)Anmeldenummer: 18020439.8

(22)Anmeldetag:  10.09.2018
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04B 1/26(2006.01)
A61F 13/08(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: medi GmbH & Co. KG
95448 Bayreuth (DE)

(72)Erfinder:
  • KOLB, Uwe
    94526 Metten (DE)

  


(54)GESTRICK


(57) Gestrick (1) bestehend aus zumindest einen maschenbildenden Grundstrickfaden (2) sowie zumindest einen auf den Grundstrickfaden (2) plattierten Verstärkungsfaden (3) und/ oder Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden (4), wobei der zumindest eine Grundstrickfaden (1), Verstärkungsfaden (2) und/ oder Plüschfaden (3) aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern (5) besteht, um zwischen den mehreren Fasern (5) Kanäle (6) zum Transport von Feuchtigkeit auszubilden.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Gestrick, insbesondere auf ein kompressives Gestrick, nach dem Oberbegriff des Anspruch 1.

[0002] Derartige Gestricke, vorzugsweise in Form von Kompressionsstrümpfen, finden insbesondere Einsatz im medizinischen Bereich aber auch für die Anwendung bei sportlichen Aktivitäten. Bei der Ausbildung der Gestricke als kompressive Gestricke dienen diese dazu gezielt Druck auf den Körper eines Patienten auszuüben. Der auf den Körper eines Patienten ausgeübte Druck wird als Kompression bezeichnet. Ziel bei Kompressionsstrümpfen beispielsweise ist es unter anderem ein geschädigtes Venen- und/ oder Lymphsystem eines Patienten zu entlasten. Durch den zugeführten Druck wird eine zunehmende Schwellung der Gliedmaßen vermieden, der Abtransport von venösem Blut und Lymphe verbessert und die Blutzufuhr gesteigert. Bei Einsatz von Kompressionsstrümpfen in dem Sportbereich bewirken diese eine Leistungssteigerung bzw. eine verbesserte Regeneration. Insbesondere durch die Wadenmuskulatur (Musculus gastrocnemius), welche bei jeder Aktivität von innen gegen den kompressiven Strumpf mit hoher Stützleistung drückt, werden diese Effekte erzielt.

[0003] Zur Ausbildung dieser Gestricke werden diese mittels einer Rundstrickmaschine oder mittels einer ein vorderes und ein hinteres Nadelbett aufweisenden Flachstrickmaschine flach- oder rundgestrickt. Zur Herstellung, insbesondere zur Messung und Gütesicherung, von kompressiven Arm- oder Beinstrümpfen für die medizinische Anwendung, existiert die Norm RAL-GZ 387 der Gütezeichengemeinschaft. Aus den Prüfbestimmungen der RAL kann entnommen werden, wie der Druck eines Kompressionsstrumpfes auf ein Bein zu bestimmen ist. Als Messmittel, insbesondere Kompressionsprüfgerät, wird die Prüfung am HOSY Messgerät (Institut Hohenstein) vorgeschlagen. Die Prüfung erfolgt anhand der Messung der Spannkraft in den mehreren Messpunkten, welche abhängig von der jeweiligen Dehnbarkeit des Gestricks, also abhängig von der Elastizität des Gestricks, variiert. Aus der Spannkraft wird die Kompression errechnet. D.h. je mehr Elastizität ein Gestrick in Gestrickquerrichtung aufweist, desto geringer ist die durch das Gestrick am Patienten ausgeübte Kompression. Andererseits je geringer die Elastizität des Gestrickteils ist, desto höher ist die am Patienten ausgeübte Kompression.

[0004] Aus dem Stand der Technik sind eine Vielzahl von Gestricke, insbesondere kompressive Gestricke, für den medizinischen Bereich oder für die Anwendung bei sportlichen Aktivitäten bekannt. Ein Gestrick, insbesondere in Form eines Kompressionsstrumpfes mit temperaturregulierenden Eigenschaften, welches insbesondere den Transport von Feuchtigkeit in das Gestrick berücksichtigt und verbessert, ist beispielsweise aus der DE 20 2010 013 665 U1 bekannt.

[0005] Dieser bekannte medizinische Kompressionsstrumpf wird durch einen elastischen Strickfaden gebildet, welcher eine Seele mit mehreren Umwindungen aufweist. Durch die mehreren Umwindungen werden Zwischenräume, insbesondere zwischen den mehreren Filamenten bzw. Fasern, gebildet, welche durch diese eine Sogwirkung erzeugen und somit einen Feuchtetransport bewirken. Gleichzeitig wird durch diesen bekannten Aufbau des elastischen Strickfadens und des dadurch gebildeten Gestricks die Speicherung von Feuchtigkeit in dem Faden und somit in dem Gestrick verbessert. Durch die Ausbildung von mehreren Umwindungen, speichert zumindest die innere Umwindung die Feuchtigkeit, d. h. die Feuchtigkeit wird nicht vollständig abtransportiert. Ziel dieses bekannten Gestricks ist es somit, die Feuchtigkeit in dem Gestrick zu speichern, so dass die Haut eines Trägers nicht austrocknet.

[0006] Als nachteilig der aus dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltung des Gestricks, insbesondere des zur Bildung des Gestricks verwendeten elastischen Strickfadens, erweist sich der nur sehr beschränkt mögliche Feuchtigkeitstransport durch bzw. in das Gestrick. Insbesondere bei der Ausbildung der Gestricke als Bekleidungsstücke für den Einsatz im Sportbereich ist die Notwendigkeit Feuchtigkeit von der Haut des Trägers, insbesondere von dessen Fußsohle, weg zu transportieren weitaus höher. Hier reichen die bekannten Ausgestaltungen des Strickfadens und somit des Gestricks, insbesondere mit Zwischenräumen zwischen mehreren Fasern eines Umwindegarns eines Strickfadens zur Ausbildung von Kanälen zur Feuchtigkeitsaufnahme, nicht aus, einen ausreichenden Feuchtigkeitstransport zu gewährleisten. Dies hat zur Folge, dass auch bei Verwendung der aus dem Stand der Technik bekannten Maßnahmen, insbesondere für den Sportbereich, nur ein unzureichendes Feuchtigkeitsmanagement bereitgestellt wird.

[0007] Einen weiteren Nachteil des aus dem Stand der Technik bekannten Ansatzes zur Bereitstellung eines klimaregulierenden Gestricks bildet die gute Speichermöglichkeit der Feuchtigkeit in dem Gestrick. Wie bereits zuvor erwähnt, bestehen, insbesondere bei der Verwendung der Gestricke im Sportbereich, ein weitaus höherer Bedarf an Feuchtigkeitstransport, da durch die körperlichen Anstrengungen des Trägers wesentlich mehr Feuchtigkeit produziert wird, welche von der Haut des Trägers weg in und vorzugsweise durch das Gestrick nach außen weg transportiert werden muss. Die Speicherfähigkeit der Feuchtigkeit stellt somit einen wesentlichen Nachteil dar und ist, insbesondere im Sportbereich, nicht gewünscht.

[0008] Folglich stellt somit auch die fehlende Berücksichtigung bzw. Verbesserung der Abgabe der in dem Gestrick aufgenommenen Feuchtigkeit, einen Nachteil dar. Neben der Aufnahme der Feuchtigkeit in dem Gestrick, dem Transport der Feuchtigkeit durch das Gestrick, stellt insbesondere die Abgabe dieser einen wesentlichen Bestandteil des Feuchtigkeitsmanagements eines Gestricks dar.

[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein Gestrick, insbesondere ein klimaregulierendes und vorzugsweise kompressives Gestrick, zu schaffen, welches die Nachteile aus dem Stand der Technik vermeidet, insbesondere welches die Aufnahme von Feuchtigkeit, den Feuchtigkeitstransport durch das Gestrick, sowie die Abgabe der Feuchtigkeit nach außen verbessert.

[0010] Gemäß einem Ausführungsbeispiel des, vorzugsweise kompressiven, Gestricks besteht dieses aus zumindest einen maschenbildenden Grundstrickfaden, mit vorzugsweise zumindest einen in das Gestrick eingelegten und/ oder verstrickten elastischen Schussfaden, sowie zumindest einen auf den Grundstrickfaden plattierten Verstärkungsfaden und/ oder Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden, wobei der zumindest eine Grundstrickfaden, Verstärkungsfaden und/ oder Plüschfaden aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern besteht, um zwischen den mehreren Fasern Kanäle zum Transport von Feuchtigkeit auszubilden.

[0011] Gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel des Gestricks besteht der zumindest eine maschenbildende Grundstrickfaden aus mehreren Fasern mit im Wesentlichen rundlichen Querschnitten und der zumindest eine Verstärkungsfaden aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern, wobei die zumindest zwei Fäden derart miteinander verstrickt sind, dass der Grundstrickfaden im Wesentlichen die eine Seite und der Verstärkungsfaden im Wesentlichen die andere Seite des Gestricks bildet.

[0012] Durch die Ausbildung des maschenbildenden Grundstrickfadens aus mehreren Fasern mit im Wesentlichen rundlichen Querschnitten, welche also eine sehr große Kontaktfläche des Grundstrickfadens zur Anlage an der Haut eines Trägers zur Verfügung stellen, und die Anordnung des Grundstrickfadens auf einer Seite des Gestricks, insbesondere der eines Trägers zugewandten Seite, wird eine optimale Feuchtigkeitsaufnahme durch das Gestrick gewährleistet. Der Verstärkungsfaden mit den mehreren Profilfasern, welche Kanäle zum Transport von Feuchtigkeit aufweisen, können folglich die durch das Gestrick aufgenommene Feuchtigkeit, durch deren große Oberfläche, welche durch die strukturierte Oberfläche mit Erhebungen und/ oder Vertiefungen, insbesondere in Form eines Trilobals, gebildet ist, gut von dem Grundstrickfaden aufnehmen und weiterleiten.

[0013] Gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel des Gestricks besteht der zumindest eine maschenbildende Grundstrickfaden und der zumindest eine Plüschhenkel ausbildende Plüschfaden aus mehreren Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten und der zumindest eine Verstärkungsfaden aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern, wobei die zumindest drei Fäden derart miteinander verstrickt sind, dass der Verstärkungsfaden im Wesentlichen die eine Seite und der Plüschfaden im Wesentlichen die andere Seite des Gestricks bildet.

[0014] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Gestricks besteht der zumindest eine maschenbildende Grundstrickfaden aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern und der zumindest eine Plüschfaden und/ oder Verstärkungsfaden jeweils aus mehreren Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten, wobei die zumindest zwei Fäden derart miteinander verstrickt sind, dass der Plüschfaden und/ oder Verstärkungsfaden im Wesentlichen jeweils eine Seite des Gestricks bildet

[0015] Bevorzugt erstreckt sich der Plüschfaden durch das Gestrick und tritt an beiden Seiten des Gestricks hervor, insbesondere mit dessen Plüschhenkel an der einen Seite und mit dessen Maschenfüßen an der anderen Seite. Hierdurch wird die Feuchtigkeitsaufnahme des Gestricks weiter optimiert.

[0016] Durch diesen mehrschichtigen Aufbau des Gestrickes, insbesondere durch die Ausbildung des Verstärkungsfadens mit Profilfasern, welche einen besonders guten Transport von Feuchtigkeit gewährleisten, und der Ausbildung der beiden anderen Fäden aus Fasern mit rundlichen Querschnitten, wird eine besonders gute Feuchtigkeitsregulierung, ermöglicht. Der Grundstrickfaden mit einem bevorzugt rundlichen Querschnitt weist hierbei gute Feuchtigkeitsaufnahmeeigenschaften, der Verstärkungsfaden mit bevorzugt den Profilfasern gute Feuchtigkeitsleitfähigkeiten und der Plüschfaden mit bevorzugt rundlichen Querschnitt gute Feuchtigkeitsaufnahme- und Abgabeeigenschaften auf.

[0017] Des Weiteren ist der zumindest eine Plüschfaden und/ oder der Verstärkungsfaden bevorzugt jeweils nur abschnittsweise, in Umfangsrichtung verlaufend, in das Gestrick eingebracht, so dass die feuchtigkeitsregulierende Wirkung des Gestricks nur lokal eingesetzt wird, insbesondere an Stellen in denen sie benötigt wird. In anderen Bereichen kann das Gestrick beispielsweise nur mit dem Grundstrickfaden ausgebildet sein, so dass dort ein wesentlich dünneres Gestrick vorliegt.

[0018] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist zumindest ein elastischer Schussfaden in das Gestrick eingelegt und/ oder verstrickt. Bevorzugt ist der zumindest eine Schussfaden hierbei derart mit den mehreren Fäden des Gestricks verstrickt, dass dieser in Gestrickumfangsrichtung in jedem n-ten Maschenstäbchen an einer der beiden Seiten des Gestricks hervortritt.

[0019] Bevorzugt bestehen die Fasern des maschenbildenden Grundstrickfadens, des Verstärkungsfadens und/ oder des Plüschfadens aus Kunststoff, insbesondere Polyamid, Polyester, Polypropylen oder Polyurethan. Alternativ ist es möglich, dass die Fasern mit im Wesentlichen runden Querschnitten des maschenbildenden Grundstrickfadens, des Verstärkungsfadens und/ oder des Plüschfadens aus Naturfasern, insbesondere Wolle oder Zellulose bzw. Viskose, bestehen.

[0020] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel sind die mehreren Fasern des maschenbildenden Grundstrickfadens, des Verstärkungsfadens und/ oder des Plüschfadens mit einer Garndrehung, vorzugsweise größer als 80 Touren pro Meter (T/m) besonderes bevorzugt größer als 150 Touren pro Meter (T/m), versehen. Durch diese deutlich erhöhte Beaufschlagung der Fasern mit mehr Garndrehungen kommt es, insbesondere bei den Profilfasern zu einer wesentlich besseren Ausbildung von Kanälen, da die Fasern näher zusammenrücken. Dies hat zur Folge, dass die Sogwirkung der Fasern und somit des Gestricks deutlich verbessert wird.

[0021] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel weist der zumindest eine maschenbildenden Grundstrickfaden, der elastische Schussfaden, der Verstärkungsfaden und/ oder Plüschfaden einen elastischen Fadenkern, vorzugsweise aus Elastan, auf.

[0022] Das Gestrick ist bevorzugt als Strumpf, insbesondere als Arm- oder Beinstumpf, Socke, Beinling, Armling, Legging oder Hose, Bandage, oder als ein Strickteil einer Orthese ausgebildet. Besonders bevorzugt ist es als ein kompressives Gestrickteil ausgebildet, wobei die Kompressionsstärke in Gestricklängsrichtung bevorzugt ab oder zunimmt.

[0023] Bei Ausbildung des Gestricks als Beinbekleidungsstück, insbesondere als Beinstrumpf oder Socke, ist der zumindest eine die Plüschhenkel bildenden Plüschfaden derart in dem Gestrick eingestrickt, dass dieser im getragenen Zustand des Gestricks im Bereich der Achillessehne, Ferse, Zehen und/ oder der Fußsohle an der Gestrickinnenseite angeordnet ist. Im Falle eines kompressiven Beinbekleidungsstücks, betragen die durch das Gestrickteil erzeugten kompressiven Drücke in einem Fesselbereich des Beinbekleidungsstücks bevorzugt zwischen 10 und 40 mmHg, im Wadenbereich bevorzugt zwischen 5 und 30 mmHg und in einem Mittelfußbereich bevorzugt zwischen 10 und 30 mmHg.

[0024] Das vorliegende Beinbekleidungsstück zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus.

[0025] Durch die Ausbildung des, vorzugsweise kompressiven, Gestricks mit oder ohne Schussfaden, sowie mit mehreren Strickfäden, wobei zumindest einer von diesen aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern besteht, um zwischen den mehreren Fasern Kanäle zum Transport von Feuchtigkeit auszubilden, wird ein deutlich verbesserter Feuchtetransport gewährleistet. Insbesondere die Erhebungen und Vertiefungen in den Oberflächen der mehreren Fasern bzw. Filamente bevorzugt in Kombination mit der erhöhten Garndrehung verleihen dem Faden optimale Feuchtetransporteigenschaften.

[0026] Einen weiteren Vorteil bildet die Kombination eines Fadens, bestehend aus Profilfasern, mit einem oder mehreren Fäden, welche aus Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten bestehen. Letzt genannter Faden weist eine sehr große Kontaktfläche zur Anlage an der Haut eines Trägers auf, so dass neben einer guten Leitfähigkeit durch den Faden mit Profilfasern, auch eine besonders gute Feuchtigkeitsaufnahme durch das Gestrick gewährleistet wird. Das Zusammenspiel zwischen Feuchtigkeitsaufnahme und Transport durch das Gestrick ist besonders wichtig für die klimaregulierende Ausbildung des, vorzugsweise für den Sportbereich ausgelegten, Gestricks.

[0027] Es wird ferner durch einen weiteren Faden mit Fasern, welche einen rundlichen Querschnitt aufweist, und welcher bevorzugt, gesehen vom Träger aus, an der Gestrickaußenseite angeordnet ist und hierbei eine weitere Schicht in dem mehrschichtigen Aufbau des Gestrickes bildet, eine besonders gute Feuchtigkeitsregulierung, ermöglicht. Der außenliegende Faden weist gute Feuchtigkeitsaufnahme- und Abgabeeigenschaften auf. Er nimmt die durch das Gestrick und durch die Profilfasern geleitete Feuchtigkeit gut auf und kann diese gut an das Umfeld abgeben.

[0028] Einen weiteren Vorteil der Erfindung bildet die Einarbeitung eines elastischen Schussfadens in das Gestrick, welcher neben der Verleihung von erhöhten kompressiven Eigenschaften derart in das Gestrick eingearbeitet ist, dass er besondere bevorzugt zumindest teilweise alle drei Fäden an die Haut eines Trägers drückt. Hierdurch wird ein besonders guter Kontakt zwischen den mehreren Fäden und zwischen dem Gestrick und der Haut eines Trägers sichergestellt, was dem Gestrick eine besonders hohe Feuchtigkeitsregulierung verleiht.

[0029] Einen weiteren Vorteil bildet neben der Feuchteregulierung auch die gute temperaturregulierende Wirkung des Gestricks. Durch den mehrschichtigen Aufbau und der mehreren Kanäle in den Fäden entsteht ein atmungsaktives Gestrick.

[0030] Nachfolgend wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele und in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen erläutert.

[0031] Dabei zeigt:

Figur 1 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gestricks, wobei das Gestrick als Strumpf, insbesondere als Beinstumpf, ausgebildet ist,

Figur 2 ein Maschenbild, insbesondere einen ersten Ausschnitt aus dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel des Gestricks,

Figur 3 ein Maschenbild, insbesondere einen zweiten Ausschnitt aus dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel des Gestricks,

Figur 4A einen Grundstrickfaden, Verstärkungsfaden und/ oder Plüschfaden aus mehreren miteinander versponnen Fasern, in einer vergrößerten Detailansicht, sowie

Figur 4B den Faden aus Figur 4A in einer Schnittdarstellung mit den mehreren durch die Profilfasern gebildeten Kanälen zum Transport von Feuchtigkeit.



[0032] In Figur 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gestricks 1, wobei das Gestrick 1 als Strumpf 8, insbesondere als Beinstumpf, ausgebildet ist, gezeigt. Der Strumpf 8, insbesondere Sportstrumpf, besteht aus zumindest einem ersten und zweiten bevorzugt mittels eine Rundstrickmaschine gestrickten Gestrickabschnitt 16, 17. Am oberen Ende des ersten Abschnitts 16 weist der Strumpf 8 einen zweilagigen Bund 18 auf. Die durch das Gestrick 1 erzeugten kompressiven Drücke betragen in einem Fesselbereich 13 des Beinbekleidungsstücks bevorzugt zwischen 10 und 40 mmHg, im Wadenbereich 14 zwischen 5 und 30 mmHg und in einem Mittelfußbereich 15 zwischen 10 und 30 mmHg. Die Werte werden mittels der eingangs vorgestellten Messmethodik und Messgerät, insbesondere mittels der Prüfung am HOSY Messgerät (Institut Hohenstein), gemessen.

[0033] An der Innenseite weist der Strumpf 8 eine erste Polsterung 19 auf. Die Polsterung 19 erstreckt sich hierbei bevorzugt in Umfangsrichtung gesehen nur zwischen den beiden Muskelköpfen der Wadenmuskulatur ohne diese zu überlappen. Die Polsterung 19 dient dazu eine von einem kreisförmigen Querschnitt abweichende Geometrie eines Beines auszugleichen. Ferner erstreckt sich die zumindest eine Polsterung 19, wie gezeigt, im getragenen Zustand des Strumpfes 8 zusätzlich zumindest teilweise entlang der Achillessehne 9 in Richtung Ferse 10 und überlappt die Sehne.

[0034] Des Weiteren weist der Strumpf 8 ein Fußteil auf, welches aus einem zweiten, vorzugsweise kompressiven, Gestrickteil 17, besteht. Dieses Fußteil 17 umfasst eine weitere Polsterung 20 für den Zehenbereich 11, die Ferse 10 und die Fußsohle 12. Die Polsterung 20 erstreckt sich in diesem Ausführungsbeispiel von der Sohle 12 bis in die Seiten des Fußteils 17 hinauf. Die Polsterung 20 kann auch nur in einzelnen Abschnitten der zuvor genannten Bereiche angeordnet sein.

[0035] In diesem Ausführungsbeispiel sind die mehreren Polsterungen 19 und 20 durch einen gestrickten Abschnitt in den Gestrick 1 ausgebildet, der sich bezüglich seiner Bindungsart von einem an die Polsterung 19, 20 angrenzenden Bereich der Grundgestricke 1 unterscheidet. Hierbei sind die mehreren Polsterungen 19, 20 bevorzugt als ein Plüsch, insbesondere Sandwich-Plüsch, ausgebildet. Das Gestrick 1 sowie die erste Polsterung 19 weist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel in Gestricklängsrichtung einen graduellen Kompressionsverlauf auf. Die Kompressionsstärke nimmt hierbei vom unteren Ende in Richtung der Wadenmuskulatur ab. Der graduelle Druckverlauf wird durch die Art und Weise der Einbringung des Schussfadens 7 bestimmt, insbesondere über die Anzahl von aufeinanderfolgenden Maschenreihen in den der Schussfaden 7 eingelegt ist. Alternativ ist es natürlich möglich, dass das erfindungsgemäße Gestrick 1 als Armstumpf, Socke, Bandage, oder ein Strickteil einer Orthese ausgebildet ist.

[0036] Ein Maschenbild, insbesondere ein erster Ausschnitt 21 aus dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel des Gestricks 1, ist in Figur 2 gezeigt. Das Maschenbild zeigt einen Grundstrickfaden 2, der maschenbildend über mehrere Strickreihen R1-R4 und Maschenstäbchen M1-M7 hinweg verstrickt ist, in den zumindest ein kompressionsgebender Schussfaden 7 eingelegt ist. Der hochelastische Schussfaden 7 ist in diesem Ausführungsbeispiel in jeder Maschenreihe R1-R4 eingelegt. Dies kann auch nur wahlweise in jeder beliebigen Reihe erfolgen. Des Weiteren kann dieser Faden 7 zumindest abschnittsweise in Umfangsrichtung gesehen in einer oder mehreren Reihen M1-M7 maschenbildend verstrickt sein. Neben dem Grundstrickfaden 2 und dem Schussfaden 7 zeigt das Maschenbild einen auf den Grundstrickfaden 2 plattierten Verstärkungsfaden 3. Dieser ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel in jeder Maschenreihe R1-R4 und jedem Maschenstäbchen M1-M7 vorhanden. Auch dieser Faden 3 kann nur in jeder beliebigen Maschenreihe und nur abschnittsweise in Umfangsrichtung gesehen, in das Gestrick 1 eingestrickt sein. In der Zeichnung ist der Verstärkungsfaden 3 neben dem Grundstrickfaden 2 abgebildet, dies aber nur zu Zwecke der Veranschaulichung. Gemäß der stricktechnischen Einbindung, nämlich das Plattieren des Verstärkungsfadens 3 auf den Grundstrickfaden 2, befindet sich der Verstärkungsfaden 3 im Wesentlichen vor oder hinter dem Grundstrickfaden 2, bei einer Draufsicht auf das Gestrick 1. Die Fäden 2, 3 liegen also im Gestrick 1 im Wesentlichen, also größtenteils, über- bzw. hintereinander, so dass die zumindest zwei Fäden 2, 3 derart miteinander verstrickt sind, dass der Grundstrickfaden 2 im Wesentlichen die eine Seite, bevorzugt die der Haut des Trägers zugewandten Seite, und der Verstärkungsfaden 3 im Wesentlichen die andere Seite des Gestricks 1 bildet. Gemäß der Maschenbildung sind bevorzugt jeweils die Maschenköpfe 22 und Maschenfüße 23 des Grundstrickfadens 2 und des Verstärkungsfadens 3 der Haut des Trägers zugewandt. Die Maschenschenkel 24 befinden sich im Gestrickinneren.

[0037] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist der maschenbildende Grundstrickfaden 2 aus mehreren Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten gefertigt. Hierdurch weist dieser eine besondere große Aufnahme- bzw. Kontaktfläche zu der Haut eines Trägers auf und kann so viel Feuchtigkeit aufnehmen. Der Verstärkungsfaden 3 besteht hierbei aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern, um zwischen den mehreren Fasern Kanäle zum Transport von Feuchtigkeit auszubilden. Durch das Plattieren des Verstärkungsfadens 3 auf den Grundstrickfaden 2, liegt dieser an diesem an und kann durch die mehreren Profilfasern, insbesondere durch die durch den Fadenaufbau gebildeten Kanäle in dem Faden, die Feuchtigkeit gut von dem Grundstrickfaden 2 abtransportieren. Dies geschieht durch die, durch die mehreren Kanäle erzeugte, Sogwirkung. Der Verstärkungsfaden 3 bildet hierbei im Wesentlichen die andere Seite, also die Außenseite des Gestricks 1.

[0038] Durch das Einstricken bzw. Einlegen des Schussfadens 7, insbesondere über Fang und Flottung, werden der Grundstrickfaden 2 sowie der Verstärkungsfaden 3 besonders stark an die Haut eines Trägers gedrückt, so dass ein besonders guter Kontakt zwischen den mehreren Fäden 2, 3 und zwischen dem Gestrick 1 und dem Träger zustande kommt, was zusätzlich die Funktion des Gestricks 1 verbessert. Der Schussfaden 7 tritt in Gestrickumfangsrichtung gesehen in jedem n-ten Maschenstäbchen an einer der beiden Seiten des Gestricks 1 hervor.

[0039] Die Fasern der mehreren Fäden 2, 3 bestehen in dem bevorzugten Ausführungsbeispiel bevorzugt aus Kunststoff, insbesondere Polyamid, Polyester oder Polyurethan. Alternativ ist es jedoch denkbar, dass die Fasern mit den rundlichen Faserquerschnitten aus Naturfasern, insbesondere Wolle, bestehen.

[0040] In Figur 3 ist nun ein zweiter Ausschnitt 25, in Form eines Maschenbildes, aus dem in Figur 1 gezeigten Strumpf 8, insbesondere Sportstrumpf, gezeigt. Neben dem Verstärkungsfaden 3 ist in einem Abschnitt 26 des Gestricks 1 des Weiteren, also zusätzlich im Vergleich zu Abschnitt 21, ein Plüschfaden 4 auf den Grundstrickfaden 2 plattiert. D.h. der Plüschfaden 4 ist zusätzlich zu dem Grundstrickfaden 2, dem Verstärkungsfaden 3 und dem Schussfaden 4 in das Gestrick 1 eingearbeitet. Auch dieser Faden 4 ist zu Veranschaulichungszwecken neben den mehreren Fäden abgebildet. In Wirklichkeit sind die zumindest drei Fäden 2, 3, 4 derart miteinander verstrickt, dass der Plüschfaden 4 im Wesentlichen die eine Seite des Gestricks 1, also die Innenseite des Strumpfes 8, sowie die Außenseite bildet. Der Plüsch ist hierbei nämlich als so genannter Sandwich-Plüsch ausgebildet. So erstrecken sich die Plüschhenkel 27, die an der Innenseite des Gestricks 1 angeordnet sind, sich von dieser durch das Gestrick 1 bis an dessen Außenseite. Dort treten, wie beschrieben, die Maschenfüße 28 der Plüschmaschen 29 hervor. Der Grundstrickfaden 2 sowie der Verstärkungsfaden 3 befinden sich somit zwischen den durch den Plüschfaden gebildeten Gestrickebenen. Durch diesen mehrschichtigen Aufbau des Gestricks 1, insbesondere durch die Ausbildung des Verstärkungsfadens 3 mit Profilfasern 5, welche einen besonders guten Transport von Feuchtigkeit gewährleisten, und der Ausbildung der beiden anderen Fäden 2, 4 aus Fasern mit rundlichen Querschnitten, wird eine besonders gute Feuchtigkeitsregulierung, ermöglicht. Der Grundstrickfaden 2 sowie der Plüschfaden 4, welche im Gestrick 1 der Haut eines Trägers zugewandt sind und einen im Wesentlichen rundlichen Querschnitt aufweisen, haben hierdurch gute Feuchtigkeitsaufnahmeeigenschaften. Der Verstärkungsfaden 3 mit den Profilfasern und den Transportkanälen weist gute Feuchtigkeitsleitfähigkeiten auf. Der Plüschfaden 4, welcher ebenfalls an der Gestrickaußenseite angeordnet ist, umfasst ebenfalls gute Feuchtigkeitsaufnahme- und Abgabeeigenschaften.

[0041] Die verwendeten, insbesondere zumindest teilweise hochelastischen Fäden 2, 3, 4, 7 können sich neben den unterschiedlichen Fasern, insbesondere hinsichtlich Material und Geometrie der Fasern, auch darin unterscheiden, dass diese wahlweise einen Fadenkern aufweisen. Auch die Anzahl der Fasern kann unterschiedlich sein. Ferner können die Fasern eine oder mehrere Umwindungen für einen Fadenkern bilden. Auch können es sich wahlweise um texturierte Fäden handeln.

[0042] Figur 4A zeigt nun einen als Grundstrickfaden 2, Verstärkungsfaden 3 und/ oder Plüschfaden 4 verwendbaren Faden aus mehreren miteinander versponnen Fasern, in einer vergrößerten Detailansicht. Die Fasern können einen im wesentlichen rundlichen Querschnitt aufweisen, oder als Profilfasern 5 ausgebildet sein. Als rundlicher Querschnitt werden jene Querschnitte bezeichnet, die kein Profil, also keine strukturierte Oberfläche mit Erhebungen und Vertiefungen, die Hohlräume bilden, bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise runde, ovale, im Wesentlichen Runde, nierenförmige Querschnitte. Profilfasern 5 können beispielsweise dreieckige, dreilappige, oder sternförmige Querschnitte, besonders bevorzugt in Form eines Trilobals, aufweisen. Weitere Formen sind denkbar. Weist der Faden mehrere Profilfasern 5 auf, insbesondere für die Verwendung als Verstärkungsfaden 3 in dem obigen Ausführungsbeispiel, enthält dieser vorzugsweise über 50 einzelnen Fasern, welche mit einer Garndrehung, vorzugsweise größer als 80 Touren pro Meter (T/m) besonderes bevorzugt größer als 150 Touren pro Meter, beaufschlagt sind. Hierdurch wird neben der Haltbarkeit des Fadens 3, insbesondere die Position der Fasern 5 zueinander beeinflusst. Die sogenannte Schutzdrehung mit der deutlich erhöhten Anzahl an Garndrehungen (Touren pro Meter) als üblicherweise bekannt, führt zu einem besonders guten Zusammenhalt der Fasern 5, aber auch dazu, dass die Fasern 5 deutlich enger zusammenrücken und folglich, durch die mehreren Erhebungen 30 und/ oder Vertiefungen 31 in den Profilfasern 5, zu einer wesentlich besseren Ausbildung von Kanälen 6. Dies hat zur Folge, dass die Sogwirkung der Fasern 5 und somit des Gestricks 1, durch die erhöhte Garndrehung, deutlich verbessert wird.

[0043] Die Fasern 5 können, wie zuvor beschrieben, aus Kunststoff, insbesondere Polyamid, Polyester oder Polyurethan, bestehen. Alternativ ist es denkbar, dass die Fasern, wenn sie einen im Wesentlich rundlichen Querschnitten aufweisen, aus Naturfasern, insbesondere Wolle, bestehen.

[0044] Zur besseren Veranschaulichung der durch die mehreren Profilfasern 5 gebildeten Kanäle 6 zum Transport von Feuchtigkeit zeigt nun Figur 4B den Faden 2, 3, 4 aus Figur 4A, insbesondere, wenn dieser als Faden bestehend aus mehreren Profilfasern 5 gebildet ist, in einer Schnittdarstellung mit den mehreren durch die Profilfasern 5 gebildeten Kanälen 6 zum Transport von Feuchtigkeit. Zu sehen ist, dass durch die willkürliche Anordnung der mehreren Fasern 5 zueinander sowie durch die Garndrehung die Kanäle 6 zum Transport von Feuchtigkeit entstehen. Diese werden insbesondere dadurch gebildet, dass die Oberfläche der Fasern 5 eine Struktur, nämlich Erhebungen 30 und/ oder Vertiefungen 31, beispielsweise wie gezeigt in Form eines Trilobals, aufweisen. Die entstandenen Hohlräume 6 weisen unterschiedliche Durchmesser und Querschnitte auf, je nachdem wie die benachbarten Fasern 5 aneinander liegen. Je höher die Garndrehung ist, umso besser ist der Kontakt zwischen den Fasern 5, d.h. desto mehr geschlossene Kanäle 6 entstehen. Bei einer niedrigen Garndrehung besteht die Gefahr, dass, in Umfangsrichtung gesehen, viele offene Kanäle 6 entstehen, da die Fasern 5 nicht eng genug aneinander anliegen. Die Kanäle 6 weisen schlussendlich durch die geometrische Form und der erhöhten Garndrehung eine besonders gute Sogwirkung bzw. Kapillarwirkung auf. Als nachteilig erweist sich jedoch, dass Fäden mit derartigen Profilfasern 5, auf Grund der Erhebungen 30 und/ oder Vertiefungen 31 wenig Kontaktfläche zu einer Haut eines Patienten aufweisen. Deswegen ist es besonders vorteilhaft derartige Fäden mit Fäden zu kombinieren, welche einen rundlichen Querschnitt aufweisen.

[0045] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern umfasst alle Ausführungen, die das prinzipielle, sinngemäße Funktionsprinzip der Erfindung anwenden oder beinhalten. Des Weiteren sind alle Merkmale aller beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispiele miteinander kombinierbar.


Ansprüche

1. Gestrick (1) bestehend aus zumindest einen maschenbildenden Grundstrickfaden (2) sowie zumindest einen auf den Grundstrickfaden (2) plattierten Verstärkungsfaden (3) und/ oder Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden (4), dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Grundstrickfaden (2), Verstärkungsfaden (3) und/ oder Plüschfaden (4) aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern (5) besteht, um zwischen den mehreren Profilfasern (5) Kanäle (6) zum Transport von Feuchtigkeit auszubilden.
 
2. Gestrick (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine maschenbildende Grundstrickfaden (2) aus mehreren Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten und der zumindest eine Verstärkungsfaden (3) aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern (5) besteht, wobei die zumindest zwei Fäden (2, 3) derart miteinander verstrickt sind, dass der Grundstrickfaden (2) im Wesentlichen die eine Seite und der Verstärkungsfaden (3) im Wesentlichen die andere Seite des Gestricks (1) bildet.
 
3. Gestrick (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine maschenbildende Grundstrickfaden (2) und der zumindest eine Plüschhenkel ausbildende Plüschfaden (4) aus mehreren Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten und der zumindest eine Verstärkungsfaden (3) aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern (5) besteht, wobei die zumindest drei Fäden (2, 3, 4) derart miteinander verstrickt sind, dass der Verstärkungsfaden (3) im Wesentlichen die eine Seite und der Plüschfaden (3) im Wesentlichen die andere Seite des Gestricks bildet.
 
4. Gestrick (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine maschenbildende Grundstrickfaden (2) aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern (5) und der zumindest eine Plüschfaden (4) und/ oder Verstärkungsfaden (3) jeweils aus mehreren Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten besteht, wobei die zumindest zwei Fäden (1, 3, 4) derart miteinander verstrickt sind, dass der Plüschfaden (4) und/ oder Verstärkungsfaden (3) im Wesentlichen eine Seite des Gestricks bildet.
 
5. Gestrick (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die durch den zumindest einen Plüschfaden (4) gebildeten Plüschhenkel durch das Gestrick (1) erstrecken, so dass der Plüschfaden (4) an beiden Seiten des Gestricks (1) hervortritt.
 
6. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Verstärkungsfaden (3) und/ oder der Plüschfaden (4) jeweils nur abschnittsweise, in Umfangsrichtung verlaufend, in das Gestrick (1) eingebracht sind.
 
7. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein elastischer Schussfaden (7) in das Gestrick (1) eingelegt und/ oder verstrickt ist, der vorzugsweise derart mit den mehreren Fäden (2, 3, 4) verstrickt ist, dass dieser in Gestrickumfangsrichtung in jedem n-ten Maschenstäbchen an einer der beiden Seiten des Gestricks (1) hervortritt.
 
8. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilfasern (5) des maschenbildenden Grundstrickfadens (2), des Verstärkungsfadens (3) und/ oder des Plüschfadens (4) eine strukturierte Oberfläche mit Erhebungen (30) und/ oder Vertiefungen (31), insbesondere in Form eines Trilobals, aufweisen.
 
9. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern (5) des maschenbildenden Grundstrickfadens (2), des Verstärkungsfadens (3) und/ oder des Plüschfadens (4) aus Kunststoff, insbesondere Polyamid, Polyester oder Polyurethan, bestehen.
 
10. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern mit im Wesentlich rundlichen Querschnitten des maschenbildenden Grundstrickfadens (2), des Verstärkungsfadens (3) und/ oder des Plüschfadens (4) aus Naturfasern, insbesondere Wolle, bestehen.
 
11. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Fasern (5) des maschenbildenden Grundstrickfadens (2), des Verstärkungsfadens (3) und/ oder des Plüschfadens (4) mit einer Garndrehung, vorzugsweise größer als 80 Touren pro Meter (T/m) besonderes bevorzugt größer als 150 Touren pro Meter (T/m), versehen sind.
 
12. Gestrick (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine maschenbildenden Grundstrickfaden (2), der elastische Schussfaden (7), der Verstärkungsfaden (3) und/ oder Plüschfaden (4) einen elastischen Fadenkern, vorzugsweise aus Elastan, aufweisen.
 
13. Gestrick (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick (1) ein Strumpf (8), insbesondere ein Arm- oder Beinstumpf, eine Socke, eine Bandage, oder ein Strickteil einer Orthese ist.
 
14. Gestrick (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine die Plüschhenkel bildenden Plüschfaden (4) derart in dem als Beinbekleidungsstück (8) ausgebildete Gestrick (1) eingestrickt ist, dass die Plüschhenkel im getragenen Zustand des Gestricks (1) im Bereich der Achillessehne (9), Ferse (10), Zehen (11) und/ oder der Fußsohle (12) an der Gestrickinnenseite angeordnet sind.
 
15. Gestrick (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die durch das Gestrick (1) erzeugten kompressiven Drücke in einem Fesselbereich (13) des Beinbekleidungsstücks (1) zwischen 10 und 40 mmHg, im Wadenbereich (14) zwischen 5 und 30 mmHg und in einem Mittelfußbereich (15) zwischen 10 und 30 mmHg betragen.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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