(19)
(11)EP 3 641 087 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
22.04.2020  Patentblatt  2020/17

(21)Anmeldenummer: 19199097.7

(22)Anmeldetag:  24.09.2019
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H02H 3/17(2006.01)
H02H 1/00(2006.01)
G01R 27/18(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30)Priorität: 10.10.2018 DE 102018125004

(71)Anmelder: Bender GmbH & Co. KG
35305 Grünberg (DE)

(72)Erfinder:
  • REITZ, Julian
    35305 Grünberg (DE)

(74)Vertreter: advotec. 
Patent- und Rechtsanwälte Georg-Schlosser-Straße 6
35390 Gießen
35390 Gießen (DE)

  


(54)ELEKTRISCHE SCHALTUNGSANORDNUNG UND VERFAHREN ZUR ANKOPPLUNG EINES ISOLATIONSÜBERWACHUNGSGERÄTES AN EIN UNGEERDETES STROMVERSORGUNGSSYSTEM


(57) Die Erfindung betrifft eine elektrische Schaltungsanordnung und ein Verfahren zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes (4) an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem (2) über eine für jeden aktiven Leiter des Stromversorgungssystems wirksame, als ohmsche Widerstandsschaltung (12) ausgebildete Ankoppelimpedanz, wobei die ohmsche Widerstandsschaltung einen einstellbar veränderlichen Widerstandswert und eine Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes aufweist und als bidirektionale Kaskade, bestehend aus einer Reihenschaltung von zwei spiegelbildlich angeordneten Transistoren (16a, 16b) mit jeweils einer parallel geschalteten Diode (18a, 18b), ausgebildet ist, wobei zur Einstellung des veränderlichen Widerstandswertes eine gesteuerte Widerstandsänderung der Transistoren durch einen Regelkreis (30) erfolgt und die Abschaltfunktion zur Netzabkopplung durch Einstellen eines maximalen Widerstandswerts realisiert wird.
Fig. 2




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrische Schaltungsanordnung und ein Verfahren zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem über eine für jeden aktiven Leiter des Stromversorgungssystems wirksame, als ohmsche Widerstandsschaltung ausgebildete Ankoppelimpedanz.

[0002] Der Vorteil eines ungeerdeten Stromversorgungssystems (auch als isoliertes Netz, frz. Isolé Terre - IT-Stromversorgungssystem oder IT-Netz bezeichnet), bei welchem im Gegensatz zu einem geerdeten Stromversorgungssystem sämtliche aktiven Teile des Netzes gegenüber Erde getrennt sind, liegt darin begründet, dass das Netz bei Auftreten eines Isolationsfehlers (erster Fehler) weiter betrieben werden kann, da sich wegen des im Idealfall unendlich großen Impedanzwertes zwischen einem aktiven Leiter des Netzes und Erde kein geschlossener Stromkreis ausbilden kann.

[0003] Der Widerstand des ungeerdeten Stromversorgungssystems gegen Erde (Isolationswiderstand - im Fehlerfall auch Isolationsfehlerwiderstand oder Fehlerwiderstand) muss deshalb ständig überwacht werden, da durch einen möglichen weiteren Fehler an einem anderen aktiven Leiter (zweiter Fehler) eine Fehlerschleife entstünde und der dabei fließende Fehlerstrom in Verbindung mit einer Überstromschutzeinrichtung eine Abschaltung der Anlage mit Betriebsstillstand zur Folge hätte.

[0004] Der Einsatz eines Isolationsüberwachungsgerätes (IMD) nach der Produktnorm IEC 61557-8 zur kontinuierlichen Überwachung des Isolationswiderstands ist daher gesetzmäßig vorgeschrieben.

[0005] Die elektrische Verbindung zwischen dem Isolationsüberwachungsgerät und dem zu überwachenden ungeerdeten Stromversorgungssystem wird bei der Inbetriebnahme des IT-Netzes über eine fest vorgegebene, an die Nennspannung des IT-Netzes angepasste und meist in das Isolationsüberwachungsgerät integrierte Ankoppelimpedanz hergestellt.

[0006] Einige Isolationsüberwachungsgeräte verfügen zudem über eine Abschaltfunktion, d. h. über eine Trennvorrichtung, welche beim Zusammenschalten einzelner IT-Netze zu einem Gesamtnetz eine Entkopplung bewirken, um gegenseitige Funktionsstörungen mehrerer Isolationsüberwachungsgeräte in gekoppelten Netzen zu verhindern.

[0007] Fest vorgegebene, d. h. während des Betriebs in ihrem Widerstandswertunveränderliche, Ankoppelimpedanzen haben den Nachteil, dass eine Messbereichsumschaltung an im Betrieb befindlichen Isolationsüberwachungsgeräten nicht möglich ist.

[0008] Ebenso müssen Trennvorrichtungen in nachteiliger Weise ergänzend in Reihe zum Ankoppelpfad in die Schaltung integriert werden und erfordern durch hohe zu überbrückende Spannungsabstände einen zusätzlichen beachtlichen Platzbedarf verbunden mit zusätzlichem finanziellem Aufwand.

[0009] Dem Problem, die unterschiedlichen Anforderungen an die Ankoppelimpedanz hinsichtlich der Anpassung an das zu überwachende Stromversorgungssystem zu erfüllen, wurde bislang dadurch begegnet, dass je nach Einsatzgebiet spezielle Gerätevarianten des Isolationsüberwachungsgerätes oder eines separaten Ankoppelgerätes mit Ankoppelimpedanzen installiert werden, deren ohmsche Widerstandsschaltung unterschiedliche, aber unveränderliche (konstante) Widerstandswerteaufweisen.

[0010] Die Abschaltfunktion wird dem Stand der Technik gemäß durch eine separate Trennvorrichtung in Form von Optokopplern oder Relais realisiert, die in Reihe zu der Ankoppelimpedanz geschaltet ist.

[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine elektrische Schaltungsanordnung und ein Verfahren zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem vorzuschlagen, die hinsichtlich der Messgenauigkeit und elektrischen Anpassung sowie im Hinblick auf eine Abschaltfunktion eine schaltungstechnisch einfache, flexible und kostengünstige Realisierung ermöglichen.

[0012] Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass die ohmsche Widerstandsschaltung mit einem einstellbar veränderlichen Widerstandswert und mit einer Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes ausgeführt ist.

[0013] Der Grundgedanke der vorliegenden Erfindung beruht in vorteilhafter Weise darauf, den Nachteil der fehlenden Einstellbarkeit und der begrenzten Flexibilität der aus dem Stand der Technik bekannten Ankoppelimpedanzen, verbunden mit dem Aufwand zusätzlicher Schalter, dadurch zu beheben, dass anstelle der separaten Trennvorrichtung und der fest vorgegebenen Ankoppelimpedanz diese Ankoppelimpedanz als ohmsche Widerstandsschaltung ausgeführt wird, die einen einstellbar veränderlichen Widerstandswert aufweist und zugleich eine Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes bewirkt.

[0014] Dadurch wird während des Betriebs des Isolationsüberwachungsgerätes bei einer Veränderung der Netzeigenschaften, wie beispielsweise einer Isolationsverschlechterung, die Möglichkeit einer Erhöhung der Messgenauigkeit geschaffen, da sich das Isolationsüberwachungsgerät aufgrund der ohmschen Widerstandsschaltung mit einem einstellbar veränderlichen Widerstandswert durch entsprechende Mess- und Steueralgorithmen eigenständig an die Messumgebung anpassen kann.

[0015] Die mit dem einstellbar veränderlichen Widerstandswert kombinierte Abschaltfunktion verwirklicht eine integrierte Trennvorrichtung ohne den Aufwand von separaten Schaltern in Form von Optokopplern oder Relais, welche in Reihe zu einer nach dem Stand der Technik bekannten Ankoppelimpedanz geschaltet werden müssten.

[0016] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist die ohmsche Widerstandsschaltung als bidirektionale Kaskade, bestehend aus einer Reihenschaltung von zwei spiegelbildlich angeordneten Transistoren mit jeweils einer parallel geschalteten Diode, ausgebildet, wobei zur Einstellung des veränderlichen Widerstandswertes eine gesteuerte Widerstandsänderung der Transistoren durch einen Regelkreis erfolgt und die Abschaltfunktion zur Netzabkopplung durch Einstellen eines maximalen Widerstandswerts realisiert wird.

[0017] Diese bidirektionale Struktur kann sowohl in einem Wechselstrom-Stromversorgungssystem als auch in einem Gleichstrom-Stromversorgungssystem verwendet werden und bildet durch eine geregelte Arbeitspunktverschiebung im Kennlinienfeld der Transistoren die Funktion einer ohmschen Widerstandsschaltung mit einem in den Grenzen zwischen einem minimalen Widerstand und einem maximalen Widerstand veränderlichen Widerstandswert.

[0018] Die Abschaltfunktion wird dadurch geschaffen, dass die Transistoren vollständig zu dem maximalen Widerstandswert (R) angesteuert werden und lediglich ein vernachlässigbarer Sperrstrom fließt.

[0019] Die Ansteuerung der Transistoren erfolgt dabei mittels eines Regelkreises, über den ein vorgebbarer Soll-Widerstandswert angegeben wird.

[0020] Der Regelkreis ist dabei ein funktionaler Bestandteil der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung. Strukturell (gegenständlich) können Teile des Regelkreises, wie zum Beispiel der Regler, auf einem Mikroprozessor in dem Isolationsüberwachungsgerät implementiert sein.

[0021] Mit Vorteil weist der Regelkreis auf: einen Transformationsblock, welcher mittels eines Ist-Stroms einen vorgebbaren Soll-Widerstandswert in eine Soll-Spannung als Führungsgröße transformiert; eine Strommessung, welche einen durch die Transistor-Kaskade fließenden Transistor-Strom erfasst und skaliert als Ist-Strom in den Transformationsblock zurückführt; ein Vergleichsglied, welches die Soll-Spannung mit einer Ist-Spannung vergleicht und eine Differenzspannung als Regelabweichung bildet; eine Spannungsmessung, welche eine über der Transistor-Kaskade abfallende Transistor-Spannung erfasst und skaliert als Ist-Spannung in das Vergleichsglied zurückführt; einen Regler, der aus der Differenzspannung eine Stellgröße zur Ansteuerung einer Regelstrecke erzeugt, die durch die bidirektionale Transistor-Kaskade mit dem veränderlichen Widerstandswert als Regelgröße gebildet ist.

[0022] Die als bidirektionale Transistor-Kaskade gebildete ohmsche Widerstandsschaltung mit dem veränderlichen Widerstandswert als Regelgröße bildet die Regelstrecke des Regelkreises. Innerhalb der Regelstrecke ist der bidirektionalen Transistor-Kaskade eine Transistor-Treiberschaltung vorgeschaltet, die durch eine von einem Regler bereitgestellte Stellgröße angesteuert wird. Der Regler wiederum erzeugt diese Stellgröße aus einer Differenzspannung, die in einem Vergleichsglied erzeugt wird. Diese Differenzspannung stellt die Regelabweichung zwischen einer Soll-Spannung und einer Ist-Spannung dar, wobei eine Spannungsmessung die über der Transistor-Kaskade abfallende Transistor-Spannung erfasst und skaliert als Ist-Spannung in das Vergleichsglied zurückführt und die Soll-Spannung als Führungsgröße aus einem vorgebbaren Soll-Widerstandswert mittels eines Ist-Stroms in einem Transformationsblock abgeleitet wird.

[0023] Durch eine Strommessung wird der durch die Transistor-Kaskade fließende Transistor-Strom ermittelt und skaliert als Ist-Strom dem Transformationsblock zugeführt.

[0024] Zur Einstellung eines gewünschten Widerstandswertes wird der Schaltungsanordnung lediglich ein Soll-Wert des Widerstandswertes vorgegeben. Der gewünschte Widerstandswert stellt sich mittels der in dem Regelkreis ausgeführten Strommessung des in der Transistor-Kaskade fließenden Transistor-Stroms und der in dem Regelkreis ausgeführten Spannungsmessung der über der Transistor-Kaskade abfallenden Transistor-Spannung selbstständig ein.

[0025] Zusätzlich weist die Regelung den Vorteil auf, dass aus der Umgebung auf die Transistoren einwirkende Störeinflüsse, wie beispielsweise Temperaturänderungen, ausgeglichen werden.

[0026] Bevorzugt ist der Regler als PI-Regler ausgeführt.

[0027] Als Regler gelangt in dem Regelkreis vorzugsweise ein PI-Regler zur Anwendung, der neben seinem proportionalen Verhalten (P-Anteil) einen überlagerten Integralanteil aufweist und damit zu keiner bleibenden Regelabweichung führt.

[0028] Mit Vorteil ist ein Schutzwiderstand für jeden aktiven Leiter in Reihe zu der jeweiligen ohmschen Widerstandsschaltung geschaltet.

[0029] Für den Fehlerfall einer kurzgeschlossenen Transistor-Kaskade sind Schutzwiderstände vorgesehen.

[0030] In weiterer Ausgestaltung ist die elektrische Schaltungsanordnung als Erweiterungsmodul für das Isolationsüberwachungsgerät oder als separate bauliche Einheit ausgeführt.

[0031] Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung kann als integraler Bestandteil eines Isolationsüberwachungsgerätes ausgeführt sein, welches somit eine Anpassung des Nennspannung-Arbeitsbereiches an die Nennspannung des zu überwachenden Stromversorgungssystems ermöglicht und zugleich die Funktion einer Trennvorrichtung aufweist.

[0032] Alternativ kann die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung auch als separate bauliche Einheit ausgeführt sein, die als Ankoppelgerät zwischen das zu überwachende Stromversorgungssystem und das Isolationsüberwachungsgerät geschaltet wird.

[0033] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem über eine für jeden aktiven Leiter des Stromversorgungssystems wirksame, als ohmsche Widerstandsschaltung ausgebildete Ankoppelimpedanz, wobei ein Einstellen eines veränderlichen Widerstandswertes der ohmschen Widerstandsschaltung erfolgt und durch das Einstellen des Widerstandswertes eine Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes bewirkt werden kann.

[0034] Die zuvor beschriebene erfindungsgemäße elektrische Schaltungsanordnung beruht auf einem Verfahren zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem über eine ohmsche Widerstandsschaltung mit veränderlichem Widerstandswert und einer Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes. Insoweit treffen auch die vorgenannten technischen Wirkungen und daraus resultierenden Vorteile auf die Verfahrensmerkmale zu.

[0035] Insbesondere kann durch das erfindungsgemäße Verfahren mittels des stufenlos veränderlichen Widerstandswertes der als ohmsche Widerstandsschaltung ausführten Ankoppelimpedanz das Isolationsüberwachungsgerät an die jeweils aktuellen Netzbedingungen angepasst werden und dadurch sowohl die Einschwingzeiten bei der Isolationswiderstandsmessung verkürzt als auch die Messgenauigkeiten erhöht werden, ohne die Hardware des Isolationsüberwachungsgerätes verändern zu müssen.

[0036] Für die Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgeräts an ein zu überwachendes ungeerdetes Stromversorgungssystem wird mit der vorliegenden Erfindung eine stufenlos einstellbare Ankoppelimpedanz auf der Basis von Leistungshalbleitern geschaffen, die zugleich mit der Möglichkeit einer Abschaltfunktion (Netztrennung) kombiniert wird.

[0037] Der Regelkreis ermöglicht die Minimierung von Abweichungen zwischen Ist- und Soll-Widerstandswerten unter Berücksichtigung von Störeinflüssen.

[0038] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen, die eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand von Beispielen erläutern. Es zeigen:
Fig. 1
eine Isolationsüberwachung nach dem Stand der Technik,
Fig. 2
eine erfindungsgemäße elektrische Schaltungsanordnung mit Ankoppelimpedanz mit einem einstellbar veränderlichen Widerstandswert und
Fig. 3
einen Regelkreis der erfindungsgemäßen elektrischen Schaltungsanordnung.


[0039] Die Fig. 1 zeigt ein ungeerdetes Stromversorgungssystem 2 mit aktiven Leitern L1 und L2, an das zwischen die aktiven Leiter L1, L2 und Erde PE ein Isolationsüberwachungsgerät 4 in Reihe mit einer Trennvorrichtung 6 geschaltet ist. Das ungeerdete Stromversorgungssystem 2 ist weiterhin charakterisiert durch die Ableitkapazitäten Ce1, Ce2 gegenüber Erde PE sowie einen von dem Isolationsüberwachungsgerät 4 zu überwachenden Isolationswiderstand Rf gegen Erde PE.

[0040] Das Isolationsüberwachungsgerät 4 umfasst einen Messspannungsgenerator 5, der eine Messspannung Um erzeugt und dem ungeerdeten Stromversorgungssystem 2 überlagert. Der Messkreis schließt sich über den Isolationswiderstand Rf und führt zu einem Messstrom Im, der an einem Messwiderstand Rm einen Spannungsabfall bewirkt, aus dem in einer Auswerteeinrichtung 6 der Wert des Isolationswiderstands Rf bestimmt werden kann.

[0041] Die Auswerteeinrichtung 6 weist zur Ansteuerung der Trennvorrichtung 9 zusätzlich einen Signalausgang 7 auf, über den die Isolationsüberwachung deaktiviert werden kann.

[0042] In dem Isolationsüberwachungsgerät 4 sind weiterhin als Ankoppelimpedanz die Widerstände R1 und R2 mit fest vorgegebenen Widerstandswerten vorgesehen, um den Arbeitsbereich des Isolationsüberwachungsgerätes 4 an eine Netznennspannung des ungeerdeten Stromversorgungssystems 2 anzupassen.

[0043] In Fig. 2 ist eine erfindungsgemäße elektrische Schaltungsanordnung 10 mit der Ankoppelimpedanz als ohmsche Widerstandsschaltung 12 mit einem einstellbar veränderlichen Widerstandswert dargestellt.

[0044] In Abänderung der in Fig. 1 gezeigten und aus dem Stand der Technik bekannten, fest vorgegebenen Ankoppelwiderstände R1 und R2 weist die erfindungsgemäße elektrische Schaltungsanordnung 10 zur Ankopplung des Isolationsüberwachungsgerätes 4 als Ankoppelimpedanz für jeden aktiven Leiter L1, L2 eine ohmsche Widerstandsschaltung 12 auf, welche als bidirektionale Transistor-Kaskade 14 ausgeführt ist.

[0045] Die bidirektionale Transistor-Kaskade 14 besteht aus einer Reihenschaltung von zwei spiegelbildlich angeordneten Transistoren 16a, 16b mit jeweils einer parallel geschalteten Diode 18a, 18b. Als Transistoren 16a, 16b werden vorzugsweise MOSFETs verwendet, wobei über eine MOSFET-Treiberschaltung eine geregelte Arbeitspunktverschiebung im Kennlinienfeld der Transistoren 16a, 16b erfolgt, sodass sich spannungsgesteuert der gewünschte Widerstandswert einstellt.

[0046] Als Schutzbeschaltung für den Fall einer kurzgeschlossenen Transistor-Kaskade 14 sind Schutzwiderstände Rs zur Strombegrenzung vorgesehen.

[0047] Die Ansteuerung der Transistor-Kaskade 14 erfolgt über einen Regelkreis 30, der vorliegend in die Auswerteeinrichtung 6 des Isolationsüberwachungsgerätes 4 integriert ist. Die erfindungsgemäße elektrische Schaltungsanordnung 10 zur Ankopplung des Isolationsüberwachungsgerätes 4 ist in der dargestellten Ausführung als Erweiterungsmodul des Isolationsüberwachungsgerätes 4 ausgeführt. Möglich ist aber auch eine Ausführung als separate bauliche Einheit.

[0048] In beiden Ausführungsformen stellt die erfindungsgemäße elektrische Schaltungsanordnung 10 aufgrund des einstellbar veränderlichen Widerstandswertes mit integrierter Abschaltfunktion auf der Basis von Halbleiter-Bauelementen eine schaltungstechnisch einfache und kostengünstige Realisierung einer Ankopplung für ein Isolationsüberwachungsgerät 4 dar.

[0049] Fig. 3 zeigt einen Regelkreis 30 der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung zur Ankopplung des Isolationsüberwachungsgerätes 4. Als Eingangsgröße des Regelkreises wird zunächst der gewünschte Widerstandswert R0 angegeben, welcher über einen Transformationsblock 32 in eine Soll-Spannung U0 transformiert wird. Die Transformation erfolgt mittels einer Strommessung 35, die den Transistor-Strom IT über der Transistor-Kaskade 14 erfasst und skaliert als Ist-Strom Ix dem Transformationsblock 32 zuführt.

[0050] In einem Vergleichsglied 34 wird aus der Soll-Spannung U0 und einer Ist-Spannung Ux, welche über eine Spannungsmessung 36 aus der über der Transistor-Kaskade 14 abfallenden Transistor-Spannung UT gewonnen wird, eine Differenzspannung Ud gebildet. Die Differenzspannung Ud wird einem Regler 40, der vorzugsweise ein PI-Regler ist, zugeführt, der daraus eine Stellgröße W zur Ansteuerung der Transistor-Kaskade 14 bildet.

[0051] Die Transistor-Kaskade 14 umfasst neben der eigentlichen Transistor(reihen)schaltung 46 eine Treiberschaltung 44 zur Ansteuerung der Transistorschaltung 46. Als Regelgröße nähert sich der Ist-Widerstandswert Rx der Transistor-Kaskade 14 dem vorgebbaren Soll-Widerstandswert R0 an.


Ansprüche

1. Elektrische Schaltungsanordnung (10) zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes (4) an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem (2), mit einer für jeden aktiven Leiter des Stromversorgungssystems (2) wirksamen, als ohmsche Widerstandsschaltung (12) ausgebildete Ankoppelimpedanz,
dadurch gekennzeichnet, dass
die ohmsche Widerstandsschaltung (12) mit einem einstellbar veränderlichen Widerstandswert und mit einer Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes (4) ausgeführt ist.
 
2. Elektrische Schaltungsanordnung (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ohmsche Widerstandsschaltung (12) als bidirektionale Kaskade (14), bestehend aus einer Reihenschaltung von zwei spiegelbildlich angeordneten Transistoren (16a, 16b) mit jeweils einer parallel geschalteten Diode (18a, 18b), ausgebildet ist, wobei zur Einstellung des veränderlichen Widerstandswertes eine gesteuerte Widerstandsänderung der Transistoren (16a, 16b) durch einen Regelkreis (30) erfolgt und die Abschaltfunktion zur Netzabkopplung durch Einstellen eines maximalen Widerstandswertes realisiert wird.
 
3. Elektrische Schaltungsanordnung (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Regelkreis (30) aufweist:

einen Transformationsblock (32), welcher mittels eines Ist-Stroms (Ix) einen vorgebbaren Soll-Widerstandswert (R0) in eine Soll-Spannung (U0) als Führungsgröße transformiert;

eine Strommessung (35), welche einen durch die Transistor-Kaskade (14) fließenden Transistor-Strom (IT) erfasst und skaliert als Ist-Strom (Ix) in den Transformationsblock (32) zurückführt;

ein Vergleichsglied (34), welches die Soll-Spannung (U0) mit einer Ist-Spannung (Ux) vergleicht und eine Differenzspannung (Ud) als Regelabweichung bildet;

eine Spannungsmessung (36), welche eine über der Transistor-Kaskade (14) abfallende Transistor-Spannung (UT) erfasst und skaliert als Ist-Spannung (Ux) in das Vergleichsglied (34) zurückführt;

einen Regler (40), der aus der Differenzspannung (Ud) eine Stellgröße (W) zur Ansteuerung einer Regelstrecke erzeugt, die durch die bidirektionale Transistor-Kaskade (14) mit dem veränderlichen Widerstandswert als Regelgröße gebildet ist.


 
4. Elektrische Schaltungsanordnung (10) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Regler (40) als PI-Regler ausgeführt ist.
 
5. Elektrische Schaltungsanordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch
einen Schutzwiderstand (Rs) für jeden aktiven Leiter (L1, L2), welcher in Reihe zu der jeweiligen ohmschen Widerstandsschaltung (12) geschaltet ist.
 
6. Elektrische Schaltungsanordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch
eine Ausführung als Erweiterungsmodul für das Isolationsüberwachungsgerät (4) oder als separate bauliche Einheit.
 
7. Verfahren zur Ankopplung eines Isolationsüberwachungsgerätes (4) an ein ungeerdetes Stromversorgungssystem (2) über eine für jeden aktiven Leiter des Stromversorgungssystems (2) wirksame, als ohmsche Widerstandsschaltung (12) ausgebildete Ankoppelimpedanz,
gekennzeichnet durch
Einstellen eines veränderlichen Widerstandswertes der ohmschen Widerstandsschaltung (12), wobei durch das Einstellen des Widerstandswertes eine Abschaltfunktion zur Netzabkopplung des Isolationsüberwachungsgerätes bewirkt werden kann.
 
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die ohmsche Widerstandsschaltung (12), die als bidirektionale Kaskade (14), bestehend aus einer Reihenschaltung von zwei spiegelbildlich angeordneten Transistoren (16a, 16b) mit jeweils einer parallel geschalteten Diode (18a, 18b), ausgebildet ist, das Einstellen des veränderlichen Widerstandswertes durch eine gesteuerte Widerstandsänderung der Transistoren (16a, 16b) innerhalb eines Regelkreises (30) erfolgt und die Netzabkopplung durch Einstellen eines maximalen Widerstandswertes realisiert wird.
 
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Regelkreis (30)
durch einen Transformationsblock (32) mittels eines Ist-Stroms (Ix) ein vorgebbarer Soll-Widerstandswert (R0) in eine Soll-Spannung (U0) als Führungsgröße transformiert wird;
mit einer Strommessung (35) ein durch die Transistor-Kaskade (14) fließender Transistor-Strom (IT) erfasst und skaliert als Ist-Strom (Ix) in den Transformationsblock (32) zurückführt wird;
in einem Vergleichsglied die Soll-Spannung (U0) mit einer Ist-Spannung (Ux) verglichen wird und eine Differenzspannung (Ud) als Regelabweichung gebildet wird;
mit einer Spannungsmessung (36) eine über der Transistor-Kaskade (14) abfallende Transistor-Spannung (UT) erfasst und skaliert als Ist-Spannung (Ux) in das Vergleichsglied (34) zurückgeführt wird;
in einem Regler aus der Differenzspannung (Ud) eine Stellgröße erzeugt wird, welche
eine Regelstrecke ansteuert, die aus der bidirektionalen Transistor-Kaskade (14) mit dem veränderlichen Widerstandswert als Regelgröße gebildet ist.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Regler (40) ein PI-Regler implementiert wird.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Schutzwiderstand (Rs) für jeden aktiven Leiter (L1, L2) in Reihe zu der jeweiligen ohmschen Widerstandsschaltung (12) geschaltet wird.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht