(19)
(11)EP 3 663 499 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
10.06.2020  Patentblatt  2020/24

(21)Anmeldenummer: 19212141.6

(22)Anmeldetag:  28.11.2019
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 3/88(2006.01)
A47B 96/20(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30)Priorität: 06.12.2018 DE 202018106965 U

(71)Anmelder: REHAU AG + Co
95111 Rehau (DE)

(72)Erfinder:
  • Affeldt, Jens-Uwe
    08258 Breitenfeld (DE)
  • Krämer, Uwe
    95111 Rehau (DE)

  


(54)BAUELEMENT, INSBESONDERE TÜRBLATT


(57) Die Erfindung betrifft dass ein Bauelement, insbesondere Türblatt, umfassend wenigstens ein Rahmenelement, wobei wenigstens ein Rahmenelement wenigstens einen Falz aufweist, sowie wenigstens ein Profilelement, umfassend wenigstens eine Dekorschicht sowie wenigstens eine Funktionsschicht, wobei die Funktionsschicht wenigstens teilweise ein Polyamid, vorzugsweise ein Copolyamid aufweist, welche sich dadurch auszeichnet, dass das Rahmenelement wenigstens teilweise aus Holz, insbesondere Echtholz, umfassend Zellulose, Hemicellulose sowie Lignin, besteht, dass das Profilelement über die Funktionsschicht stoffschlüssig mit wenigstens einem Falz verbunden ist, dass der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelements eine Schmelzviskosität von etwa 50 mPas bis 100 Pas (Pascalsekunden), vorzugsweise von etwa 500 mPas bis 50 Pas, bei 200 °C gemäß ISO 2884 aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauelement, insbesondere Türblatt, umfassend wenigstens ein Rahmenelement, wobei wenigstens ein Rahmenelement wenigstens einen Falz aufweist sowie wenigstens ein Profilelement, umfassend wenigstens eine Dekorschicht sowie wenigstens eine Funktionsschicht, wobei die Funktionsschicht wenigstens teilweise ein Polyamid, vorzugsweise ein Copolyamid aufweist.

[0002] Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, dass zum Schutz insbesondere der Stirnflächen derartiger Bauelemente, insbesondere Türblätter, Profilelemente aufgebracht bzw. fixiert werden. Dabei werden an sich bekannte Schmelzklebstoffen eingesetzt, die jedoch dazu führen, dass eine sichtbare Fuge zwischen den Profilelementen und den Bauelementen, insbesondere Türblatt, entsteht, die optisch nicht ansprechend aussieht.
Weiterhin ist es aus dem Stand der Technik bekannt, dass bei Bauelementen, insbesondere Türblättern, insbesondere bei Rahmenelementen mit wenigstens einem Falz das Anbringen, justieren sowie Fixieren der Profilelemente an den jeweiligen Schmalflächen der Rahmenelemente äußerst anspruchsvoll und aufwendig ist. Dies resultiert unter anderem daraus, dass ein Falz eines Rahmenelementes in Längsrichtung etwa orthogonal ausgebildet ist und oft unterschiedliche Falzbreiten bzw. Falztiefen aufweist, was das anbringen und Fixieren der Profilelemente noch zusätzlich erschwert.
Weiterhin schwierig bei den Bauelementen, insbesondere Türblättern, aus dem bekannten Stand der Technik besteht darin, dass beim Einsatz von Rahmenelementen insbesondere aus Holz bzw. Echtholz die bisher eingesetzten Profilelemente mit den bekannten Schmelzklebstoffen nicht zu einer optimalen Fixierung führen und auch die erforderliche Wasserbeständigkeit nicht erreichbar ist.

[0003] Aus der EP 1 163 864 ist ein Bauelement, insbesondere eine Möbelplatte und ein Verfahren zu deren Herstellung bekannt. Es wird eine beschrieben, wie ein Profilelement über seine Funktionsschicht mit Holzwerkstoffen durch das Einbringen von Wärme beispielsweise durch den Einsatz der Lasertechnik fixiert werden kann. Zur Fixierung dieses Profilelementes an Bauelementen ist es bei verschiedenen Werkstoffen schwierig, einen sicheren Halt insbesondere des polymeren Profilelementes zu realisieren.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bauelement, insbesondere Türblatt bereitzustellen, das wirtschaftlich und kostengünstig herstellbar ist, dass bei Rahmenelementen aus Holz insbesondere aus Echtholz, an wenigstens einem Falz wenigstens ein Profilelement optisch ohne Trennfuge fixierbar ist und das im Verbindungsbereich zum Bauelement eine erhöhte Wasserbeständigkeit aufweist.

[0005] Um diese Aufgabe zu lösen, stellt die Erfindung ein Bauelement, insbesondere Türblatt, mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 bereit.

[0006] Es hat sich überraschend herausgestellt, dass ein Bauelement, insbesondere Türblatt, umfassend wenigstens ein Rahmenelement, wobei wenigstens ein Rahmenelement wenigstens einen Falz aufweist, sowie wenigstens ein Profilelement, umfassend wenigstens eine Dekorschicht sowie wenigstens eine Funktionsschicht, wobei die Funktionsschicht wenigstens teilweise ein Polyamid, vorzugsweise ein Copolyamid aufweist, sich dadurch auszeichnet, dass das Rahmenelement wenigstens teilweise aus Holz, insbesondere Echtholz, umfassend Zellulose, Hemicellulose sowie Lignin, besteht, dass das Profilelement über die Funktionsschicht stoffschlüssig mit wenigstens einem Falz verbunden ist, dass der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelements eine Schmelzviskosität von etwa 50 mPas bis 100 Pas (Pascalsekunden), vorzugsweise von etwa 500 mPas bis 50 Pas, bei 200 °C gemäß ISO 2884 aufweist. Die Erfindung hat erkannt, dass das erfindungsgemäßes Bauelement, insbesondere Türblatt, erst dann wirtschaftlich und kostengünstig herstellbar ist, wenn bei einem Rahmenelement aus Holz, insbesondere Echtholz, ein Profilelement mit einer Funktionsschicht aufweisend wenigstens ein Copolyamid, zum Einsatz kommt, welches eine derart optimale Schmelzviskosität gemäß ISO 2884 aufweist. Nach umfangreichen Versuchen mit verschiedensten Werkstoffen für die Funktionsschicht des Profilelementes hatte sich überraschenderweise herausgestellt, dass nahezu ausschließlich mit einem derartigen Copolyamid- Werkstoff der Funktionsschicht es erstmals möglich ist, eine Falz eines Rahmenelementes eines erfindungsgemäßen Bauelementes, insbesondere Türblatt, optisch ohne Trennfuge wirtschaftlich und kostengünstig zu verschließen, ohne dass die Wasserbeständigkeit des erfindungsgemäßen Bauelementes beeinträchtigt ist. Das Rahmenelement ist dabei eine im Querschnitt etwa mehreckige, beispielsweise viereckige, profilierte Holzleiste in einer definierten Länge, insbesondere eine Echtholzleiste.

[0007] Weiterhin vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt, ist, dass der Werkstoff der Funktionsschicht eine kristalline Dichte ρc von wenigstens 1,13 g/cm3 nach DIN EN ISO 1183-1 (2013-04) aufweist. Durch diese vorteilhafte Ausgestaltung des Werkstoffes der Funktionsschicht des Profilelementes des erfindungsgemäßen Bauelementes verfügt dieser über ausreichend polare Anteile, sodass bei Anbringung des Profilelementes an den wenigstens einen Falz aufweisenden Rahmenelementen der erfindungsgemäßen Bauelemente, insbesondere Türblatt, eine optimierte Haftfestigkeit bzw. Schälfestigkeit bei gleichzeitig besserer Feuchtebeständigkeit realisierbar ist. Der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelementes des erfindungsgemäßen Bauelementes ist in diesen kristallinen Bereichen im Allgemeinen dichter strukturiert als in den sog. amorphen Bereichen. Die kristalline Dichte wird dabei aus dem kristallinen Aufbau berechnet, während die amorphe Dichte experimentell am amorphen Material gemessen wird.

[0008] Ebenfalls vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt, wird gesehen, dass beim Einsatz eines Profilelementes umfassend eine Funktionsschicht sowie eine mit der Funktionsschicht verbundene Strukturschicht, die beide wenigstens teilweise einen polymeren Werkstoff aufweisen, sich dadurch auszeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht ausgewählt ist aus der Gruppe der Polyamide (PA), vorzugsweise eines aliphatischen und / oder teilaromatischen und / oder aromatischen Polyamids, wobei der Werkstoff der Funktionsschicht ein Copolyamid ist, welches ausgehend von Polyamidbildnern, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend Caprolactam, Laurinlactam, Aminoundecansäure, Hexamethylendiamin, Adipinsäure, Azelainsäure, Dodecandisäure, Piperazin und dergleichen, hergestellt ist und einen Schmelzflussindex (MFI) von wenigstens 150 g / 10 min., bevorzugt etwa 190 g bis 350 g/ 10 min., besonders bevorzugt 200 g bis 320 g/ 10 min. gemäß DIN ISO 1133 bei 160 °C / 1,20 kg aufweist. Hierdurch ist vorteilhafterweise erreichbar, dass ein derart ausgebildetes Profilelement sehr leicht ohne Klebstoff an den Schmalseiten der Rahmenelemente des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt anbringbar ist, wobei die dafür notwendige Energie zur Aktivierung bzw. zur Überleitung der Funktionsschicht, welche aus einem polymeren Werkstoff besteht, vom festen in einen plastischen bzw. flüssigen Zustand geringer ist als beim bisher bekannten Stand der Technik.

[0009] Weiterhin vorteilhaft bei der erfindungsgemäßen Kantenleiste ist, dass es durch den Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelementes möglich ist, chemische Bindungen, insbesondere Nebenvalenzbindungen sowohl zum Holzwerkstoff des Rahmenelements des erfindungsgemäßen Bauelementes, als auch zu den auf den Flächen des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, Möbelstück angebrachten Decklagen, beispielsweise aus papierartigen bzw. folienartigen Werkstoffen, zu realisieren, was wiederum eine hohe Haftung zwischen den einzelnen Komponenten im Ergebnis hat..

[0010] Mit dem Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelementes ist es somit überraschenderweise erstmals möglich, chemische Bindungen, insbesondere Nebenvalenzbindungen zu allen Werkstoffen der Rahmenelemente des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, insbesondere auch Wasserstoffbrückenbindungen zu den Deckplatten und/oder Decklagen.

[0011] Der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelementes des erfindungsgemäßen Bauelementes, insbesondere Türblatt, kann aber auch kovalente Bindungen, Nebenvalenzbindungen und Wasserstoffbrückenbindungen zu Haftvermittlersystemen insbesondere solchen mit reaktiven Gruppen eingehen. Hierdurch ist es möglich, dass das Profilelement einen optimalen stoffschlüssigen Verbund zur Schmalseite des Bauelements, insbesondere Türblatt, aufweist und somit auch höhere Haftfestigkeitswerte bzw. Schälfestigkeitswerte gemäß DIN 28510 erstmals erreichbar sind.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass auch eine bessere Adhäsion des Werkstoffes der Funktionsschicht des Profilelementes, insbesondere Türblatt, zu den Decklagen des erfindungsgemäßen Bauelements beispielsweise aus polymeren Werkstoffen wie bspw. PET realisierbar ist. PET ist dabei Polyethylenterephthalat, welches ein durch Polykondensation hergestellter thermoplastischer Kunststoff aus der Familie der Polyester ist.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Bauelements besteht darin, dass durch die Ausbildung insbesondere des Werkstoffes der Funktionsschicht für das hergestellte Bauelement bessere bzw. höhere Werte der für Bauelemente wichtigen Feuchtebeständigkeit erstmals realisierbar sind, da die bisherige Schwachstelle im Stand der Technik, nämlich die Verbindung des Werkstoffes der Funktionsschicht mit der auf dem Bauelement aufgebrachten Decklage, wie bspw. CPL- Schichtstoff, HPL- Schichtstoff sowie melamingetränkte Papierwerkstoffe, optimiert ist, indem zumindest Bestandteile des Werkstoffes der Funktionsschicht mit Teilen der Werkstoffe der Decklagen über chemische Bindungen, insbesondere Nebenvalenzbindungen, sowie Wasserstoffbrückenbindungen realisierbar sind, die einerseits für die hohen Haftfestigkeits- bzw. Schälfestigkeitswerte relevant sind und andererseits auch für die besseren bzw. höheren Werte der für Bauelemente wichtigen Feuchtebeständigkeit. CPL- Schichtstoff ist dabei ein "Continuous Pressure Laminate", welche im kontinuierlichen Verfahren aus mehreren Lagen Papier und Harz hergestellt sind. HPL-Schichtstoff ist ein "High Pressure Laminate", welches im Hochdruckpress-Verfahren hergestellt ist in Plattenform aus mehreren Lagen Papier und Harz.

[0012] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass auch eine bessere Adhäsion des Werkstoffes der Schmelzschicht zu Deckschichten aus polymeren Werkstoffen wie bspw. PET realisierbar ist. PET ist dabei Polyethylenterephthalat, welches ein durch Polykondensation hergestellter thermoplastischer Kunststoff aus der Familie der Polyester ist.

[0013] Weiterhin vorteilhaft ist, dass auch bei nichtpolymeren Oberflächen der Decklagen des Bauelements, wie beispielsweise mit Farbe beschichtete bzw. lackierte Bauplatten, überraschenderweise für das Profilelement sehr gute Haftfestigkeitswerte bzw. Schälfestigkeitswerte gemäß DIN 28510 messbar sind.

[0014] Es hat sich ebenfalls als vorteilhaft herausgestellt, dass der Werkstoff der Funktionsschicht wenigstens ein Copolyamid mit einem Schmelztemperaturbereich von etwa 170 bis 235 °C, vorzugsweise 180 bis 220 °C aufweist. Hierdurch ist es möglich, ein Profilelement für das erfindungsgemäße Bauelement zur Verfügung zu stellen, das einerseits mit einem geringen Eintrag an Energie in die Funktionsschicht mit der Schmalseite des Rahmenelements stoffschlüssig verbindbar ist und das andererseits auch eine wesentlich höhere Haftfestigkeit bzw. Schälfestigkeit an dem erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt, aufweist.

[0015] Insbesondere durch die vorteilhaften Eigenschaften des Werkstoffes der Funktionsschicht des Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, ist dieses sowohl klebstofffrei mit Energie aus einer Energiequelle ausgewählt aus der Gruppe Laserquelle, Infrarotquelle, Ultraschallquelle, Magnetfeldquelle, Mikrowellenquelle, Plasmaquelle sowie Heißluftquelle und dergleichen beaufschlagt zur Bekantung von Möbelstücken einsetzbar.

[0016] Ein weiterer Vorteil der Funktionsschicht des Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, besteht darin, dass der Werkstoff der Funktionsschicht eine Härte Shore A von wenigstens 80 gemäß DIN EN ISO 868 aufweist. Hierdurch ist einerseits die wirtschaftliche und kostengünstige Herstellung der Profilleiste und somit des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, gewährleistet und andererseits ist es möglich, den Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelements den jeweiligen Anforderungen an die zu bekantenden Rahmenelemente des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, insbesondere solche, die wenigstens einen Falz aufweisen, anzupassen. Weiterhin vorteilhaft ist die damit erreichbare bessere Verarbeitbarkeit bei der Anbringung des Profilelementes an die Schmalseiten /den Rahmenelementen des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt.

[0017] Das erfindungsgemäße Bauelement, insbesondere Türblatt, zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelements eine Zugfestigkeit von wenigstens 700 MPa nach DIN EN ISO 527 sowie eine Bruchdehnung von wenigstens 400 % nach DIN EN ISO 527 aufweist.

[0018] Ebenfalls vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt, ist, dass der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelementes eine Oberflächenspannung von wenigstens 35 mN/m nach DIN EN 14370 aufweist. Dies führt zu einer verbesserten Adhäsion zu anderen, insbesondere polaren Werkstoffen.

[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, hat sich gezeigt, dass die der Funktionsschicht des Profilelements gegenüberliegend angeordnete Seite der Strukturschicht einer Oberflächenbehandlung durch ein Coronaverfahren, Beflammungsverfahren, Plasmaverfahren, Silikatisierungsverfahren, Silanisierungsverfahren und dergleichen unterworfen wurde. Hierdurch kann ein optimierter Verbund der Funktionsschicht mit der Strukturschicht des Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, für verschiedenste Werkstoffkombinationen insbesondere der Funktionsschicht jederzeit realisiert werden.

[0020] In einer ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, hat sich gezeigt, dass der Werkstoff der Funktionsschicht und/oder der Werkstoff der Strukturschicht des Profilelements licht- und/oder strahlungsabsorbierende Zusatzstoffe in einer Menge von 0,01 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge, eingelagert enthält. In dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, ist dieses durch an sich bekannte Laserfügeverfahren optimal durch das gezielte Einbringen der Energie in den Werkstoff der Funktionsschicht an den Schmalseiten von Bauelementen, insbesondere Türblättern, verschweißbar.

[0021] Es hat sich weiterhin vorteilhaft herausgestellt, dass der Werkstoff der Funktionsschicht und/oder der Werkstoff der Strukturschicht des Profilelements wenigstens einen, teilweise anorganische und/oder organische Pigmente enthaltenden, Zusatzstoff in einer Menge von etwa 0,01 bis 5,0 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge, eingelagert enthält. Hierdurch ist es möglich, das Profilelement über die Funktionsschicht mit allen derzeit bekannten strahlungsaktivierbaren Verfahren an den Rahmenelementen von Bauelementen, insbesondere Türblatt an, kostengünstig und wirtschaftlich anzubringen. Weiterhin vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt, ist, dass der Zusatzstoff der Funktionsschicht und/oder der Strukturschicht des Profilelements ausgewählt ist aus der Gruppe der Metalloxide, der Metallphosphate sowie der Metallsalze organischer Anionen. Durch die Auswahl der Zusatzstoffe kann eine erfindungsgemäße Kantenleiste zur Verfügung gestellt werden, die jeweils optimiert auf die strahlungsaktivierten Anbringungsverfahren aber auch auf die Werkstoffe der Möbelstücke abgestimmt ist.

[0022] Weiterhin vorteilhaft bei dem erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt, ist, dass der Zusatzstoff der Funktionsschicht und/oder der Strukturschicht des Profilelements ausgewählt ist aus der Gruppe der Metalloxide, der Metallphosphate sowie der Metallsalze organischer Anionen. Durch die Auswahl der Zusatzstoffe kann eine erfindungsgemäße Kantenleiste zur Verfügung gestellt werden, die jeweils optimiert auf die strahlungsaktivierten Anbringungsverfahren aber auch auf die Werkstoffe der Möbelstücke abgestimmt ist.

[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, ist, dass der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelements polare Gruppen basierend auf Amiden, Aminen, Carbonsäuren bzw. deren Ester bzw. Salze insbesondere Acrylsäure, Acrylsäureester, Silanen, Titanaten, Alkoholen, Imiden, Ammoniumverbindungen oder Sulfonsäuren bzw. deren Estern oder Salzen, geblockten Isocyanaten oder dgl. aufweist. Durch die verschiedenen Möglichkeiten im Werkstoff der Funktionsschicht polare Gruppen anzuordnen kann ein erfindungsgemäßes Bauelement, insbesondere Türblatt, zur Verfügung gestellt werden, bei der der Werkstoff der Funktionsschicht sowohl polare sowie auch unpolare Anteile aufweist.

[0024] Durch die Variation insbesondere der polaren Gruppen im Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelements ist es erstmals möglich, ein erfindungsgemäße Bauelement, insbesondere Türblatt, zur Verfügung zu stellen, bei der der Werkstoff der Funktionsschicht des Profilelementes so optimiert ausgebildet ist, sodass er bei bestimmungsgemäßer Verwendung wenn das Profilelement stoffschlüssig mit der Schmalseite des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, ist, sowohl optimale Festigkeitswerte bzw. Schälfestigkeitswerte als auch gleiche bzw. bessere Wasserbeständigkeitswerte realisierbar sind.

[0025] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, besteht darin, dass die Strukturschicht des Profilelements auf Polyvinylchlorid (PVC); Polyolefin, wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE); einem styrolbasiertem Polymer, wie Polystyrol (PS) oder Styrol-Butadien-Copolymer mit überwiegendem Styrolanteil (SB) oder Acrylnitril-Styrol-Acrylester-Copolymere (ASA) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) oder Styrolacrylnitril (SAN); Polybutylentherephthalat (PBT); Polyethylentherephthalat (PET); Polyoxymethylen (POM); Polyamid (PA); Polymethylmethacrylat (PMMA); Polyphenylenoxid (PPO); Polyetheretherketon (PEEK); Polyphenylensulfid (PPS); Liquid Crystal Polymer (LCP); Polyamidimide (PAI); Polyvinylidenfluorid (PVDF); Polyphenylsulfon (PPSU); Polyaryletherketon (PAEK); Polyacrylnitril (PAN); Polychlortrifluorethylen (PCTFE); Polyetherketon (PEK); Polyimid (PI); Polyisobuten (PIB); Polyphthalamid (PPA); Polypyrrol (PPY); Polytetrafluorethylen (PTFE); Polyurethan (PUR); Polyvinylalkohol (PVA); Polyvinylacetat (PVAC); Polyvinylidenchlorid (PVDC) sowie Mischungen aus wenigstens zwei diesen Materialien basiert.
Dabei können dem polymeren Werkstoff der Strukturschicht des Profilelements geeignete Füll- und / oder Verstärkungsstoffe beigemischt sein, die die mechanischen Eigenschaften positiv beeinflussen insbesondere Glasfasern, Glaskugeln aber auch Füllstoffe wie Kreide, Talkum, Teflon und dergleichen. Die Füll- und / oder Verstärkungsstoffe sind dabei in Mengen von etwa 2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse, enthalten. Hierdurch ist es erstmals möglich, insbesondere die orthogonale Geometrie von Falzen des Rahmenelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, automatisiert über ein Profilelement abdichtend und optisch ansprechend, zu verschließen.

[0026] Weiterhin ist das erfindungsgemäße Bauelement, insbesondere Türblatt vorteilhafterweise so ausgebildet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht und/oder der Strukturschicht des Profilelements wenigstens eines der folgenden Additive enthält: Stabilisatoren zur Verbesserung der Beständigkeit gegen Lichteinwirkung, UV-Strahlung und Bewitterung; Stabilisatoren zur Verbesserung der thermischen und thermooxidativen Beständigkeit; Stabilisatoren zur Verbesserung der hydrolytischen Beständigkeit, Stabilisatoren zur Verbesserung der acidolytischen Beständigkeit, Gleitmittel, Entformungshilfen, farbgebende Additive, kristallisationsregulierende Substanzen und Nukleierungsmittel, Flammschutzmittel, Schlagzähmodifier, Füllstoffe und / oder Weichmacher. Somit kann ein erfindungsgemäßes Bauelement, insbesondere Türblatt, zur Verfügung gestellt werden, das einerseits wirtschaftlich und kostengünstig herstellbar ist, das aber auch die bisher aus dem Stand der Technik bekannten Haftfestigkeitswerte bzw. Schälfestigkeitswerte sowie die insbesondere für Bauelemente, insbesondere Türblätter, wichtige Wasserbeständigkeit wesentlich verbessert.

[0027] Das erfindungsgemäße Bauelement, insbesondere Türblatt, ist weiterhin so ausgebildet, dass die Funktionsschicht des Profilelements über wenigstens eine Distanzschicht von der Strukturschicht beabstandet angeordnet ist. Diese Funktionsschicht des Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, dient dazu, dass ein optimaler Verbund zwischen dem Werkstoff der Funktionsschicht und dem Werkstoff der Strukturschicht für die verschiedensten Werkstoffkombinationen insbesondere des Werkstoffes der Funktionsschicht jederzeit kostengünstig und wirtschaftlich realisierbar ist. Dabei hatte sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Distanzschicht eine Dicke von ca. 1 bis 15 µm, vorzugsweise 2 bis 10 µm aufweist. Für eine kostengünstige und wirtschaftliche Herstellung sind dabei Auftragsmengen von etwa 1 bis 40 g/m2 vorzugsweise 3 bis 15 g/m2 aufbringbar. Es hat sich weiterhin als äußerst vorteilhaft herausgestellt, dass der Werkstoff der Distanzschicht ausgewählt ist aus der Gruppe der Polyurethane (PUR), der Acrylate, der Chloroprene, der Epoxidharze, der Ethylenvinylacetate (beispielsweise EVA-Dispersionen), der Polyvinylacetate (PVAC-Dispersionen) und dergleichen, sowie Mischungen aus zwei oder mehreren der vorgenannten Stoffe.

[0028] Es hat sich weiterhin als vorteilhaft herausgestellt, dass die Funktionsschicht des Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, eine Dicke von etwa 10 µm bis 350 µm, vorzugsweise 15 µm bis 300 µm, besonders bevorzugt 20 bis 300 µm aufweist. Dies führt vorteilhafterweise neben einer wirtschaftlichen und kostengünstigen Herstellung des Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, dazu, dass die Funktionsschicht des Profilelements der jeweiligen Geometrie der Rahmenelemente, insbesondere des Falzes, des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt, optimal anpassbar ist.

[0029] Das erfindungsgemäße Bauelement, insbesondere Türblatt, zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass das an den Rahmenelementen über die Funktionsschicht fixierte Profilelement eine Schälfestigkeit von wenigstens 25 N/cm nach DIN 2851, gemessen an Bauplatten, insbesondere Türblättern, aufweist.

[0030] Das erfindungsgemäße Bauelement, insbesondere Türblatt soll nun an diesen nicht einschränkenden Ausführungsbeispielen näher beschrieben werden.

[0031] Es zeigen:
Fig. 1:
perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt,
Fig. 2:
perspektivische Schnittdarstellung eines einen Falz aufweisenden, erfindungsgemäßen Bauelement, insbesondere Türblatt mit einem Profilelement,
Fig. 3:
perspektivische Darstellung eines Profilelements des erfindungsgemäßen Bauelements, insbesondere Türblatt.


[0032] In der Fig. 1 ist eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, dargestellt.

[0033] Das Bauelement 1, insbesondere Türblatt, umfasst Rahmenelemente 2, 3, 4, 5, wobei wenigstens das Rahmenelement 2 wenigstens einen Falz 6 aufweist, der in diesem Ausführungsbeispiel durch ein Profilelement 7 an seiner den Falz 6 aufweisenden Schmalseite, bedeckt ist.

[0034] Das Bauelement 1, insbesondere Türblatt, ist weiterhin so ausgebildet, dass es insgesamt vier Rahmenelemente 2, 3, 4, 5 aufweist, die orthogonal, einen etwa viereckigen Rahmen bildend, miteinander verbunden sind.
An der Oberseite der Rahmenelemente 2, 3, 4, 5 ist eine erste Deckplatte 12 angeordnet, die die Rahmenelemente 2, 3, 4, 5 vollflächig abdeckt.
An der der Deckplatte 12 gegenüberliegenden Seite des Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist eine weitere Deckplatte 11 angeordnet, die die gleiche Geometrie wie die erste Deckplatte 12 aufweist und die die Unterseite der Rahmenelemente 2, 3, 4, 5 überdeckt.

[0035] Die Rahmenelemente 2, 3, 4, 5 des erfindungsgemäßen Bauelements1, insbesondere Türblatt, sind in diesem Ausführungsbeispiel komplett aus Holz, insbesondere Echtholz hergestellt, umfassend Zellulose, Hemicellulose sowie Lignin.

[0036] Das Rahmenelement 2 ist es so ausgebildet, dass es über seine Längsseite einen Falz 6 aufweist, der im Querschnitt etwa orthogonal ausgebildet ist mit einer senkrecht zur Deckplatte 12 angeordneten Falztiefe von etwa 25 Millimeter sowie einer dazu rechtwinklig und parallel zur Deckplatte 12 angeordneten Falzbreite von etwa 13 Millimeter.
Am Rahmenelement 2 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist in diesem Ausführungsbeispiel das Profilelement 7 über die Funktionsschicht 9 stoffschlüssig mit dem Falz 6 verbunden.
Auch das Profilelement 7 ist dazu in diesem Ausführungsbeispiel äquivalent zur Geometrie des Rahmenelementes 2 abgewinkelt an dem Falz des Rahmenelements 2 fixiert.
In diesem Ausführungsbeispiel weist der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 eine Schmelzviskosität von etwa 5 Pas (Pascalsekunden) bei 200 °C gemäß ISO 2884 auf.
Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Copolyamid und weist einen Schmelzflussindex MFI von etwa 282 g/ 10 min. gemäß DIN ISO 1133 bei 160 °C / 1,20 kg auf.

[0037] Durch diese vorteilhafte Ausgestaltung des Werkstoffes der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 ist es somit erstmals möglich, dass einen Falz 6 aufweisende Rahmenelement 2 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, an seiner Schmalseite vollflächig abdichtend und optisch ansprechend zu verschließen.
Erst durch den Einsatz des speziellen Werkstoffs der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 ist eine derartige wirtschaftliche und kostengünstige Fixierung sowie ein Verschluss des Rahmenelements 2 erst möglich.

[0038] In der Figur 2 ist eine perspektivische Schnittdarstellung eines, einen Falz 6 aufweisenden, erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt mit einem Profilelement 7 dargestellt.

[0039] Der dargestellte Abschnitt des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, zeigt einen Teil des Rahmenelements 2 sowie einen weiteren Teil des daran angeordneten Rahmenelements 5. Die Rahmenelemente 2,5 sind durch eine an sich bekannte Verklebung miteinander verbunden.

[0040] An den links dargestellten Oberseiten der Rahmenelemente 2, 5 ist eine Deckplatte 12 angeordnet, die mit den Rahmenelementen in 2, 5 stoffschlüssig verbunden ist.
Auf der Oberseite der Deckplatte 12 ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Decklage 14 angeordnet, welche als ein Dekor aufweisende Folie ausgebildet ist.
Auf der der Deckplatte 12 des Bauelements 1, insbesondere Türblatt, gegenüberliegenden Seite ist eine weitere Deckplatte 11 angeordnet, welche mit den Rahmenelement 2, 5 stoffschlüssig verbunden ist. Auf der Oberfläche der Deckplatte 11 ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Decklage 13, diese vollflächig bedeckend, angeordnet.

[0041] Das Rahmenelement 2 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist im Querschnitt eine mehreckige, insbesondere viereckig ausgebildete, profilierte Holzleiste mit einer Breite von etwa 40 mm sowie einer Höhe von etwa 40 mm und weist in diesem Ausführungsbeispiel einen Falz 6 auf.
Der Falz 6 ist über die gesamte Länge des Rahmenelement 2 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, eingebracht.
Der Falz 6 weist in diesem Ausführungsbeispiel eine Falztiefe 61 von etwa 20 Millimeter auf und eine dazu etwa orthogonal angeordnete Falzbreite 62 von etwa 15 Millimeter auf.

[0042] Das Profilelement 7 ist über die Funktionsschicht 9 stoffschlüssig mit dem Falz 6 des Rahmenelements 2 verbunden. In diesem Ausführungsbeispiel weist der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 eine Schmelzviskosität von etwa 8 Pas (Pascalsekunden), bei 200 °C gemäß ISO 2884 auf.
Der Werkstoff der der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 ist in diesem Ausführungsbeispiel weiterhin so ausgebildet, dass er eine kristalline Dichte von etwa 1,12 g/cm 3 nach DIN EN ISO 1183-1 (2013-04) aufweist. Durch diese äußerst vorteilhafte Ausgestaltung des Werkstoffes der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 ist es erstmals möglich, eine optimale und optisch anspruchsvolle Fixierung und Überdeckung des aus Echtholz bestehenden Rahmenelement 2 des erfindungsgemäßen Bauelements1, insbesondere Türblatt, zu realisieren.

[0043] Die Herausforderung für das erfindungsgemäße Bauelement 1, insbesondere Türblatt, besteht darin, dass Profilelement 7 so herzustellen, dass es sowohl an die Geometrie eines Rahmenelements 5 als auch an die Geometrie eines, einen Falz 6 aufweisenden, Rahmenelementes 2 anbringbar bzw. fixierbar ist.

[0044] Insbesondere durch die komplexe Geometrie eines Falz 6 mit verschiedenen Falztiefen 61 bzw. Falztiefen 62 war es bisher nicht möglich, eine effektive und optimale Fixierung des Profilelementes 7 zu realisieren.
Erst beim erfindungsgemäßen Bauelement 1, insbesondere Türblatt, mit dem gefundenen Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelementes 7 ist es erstmals möglich eine derart wirtschaftlich und kostengünstige Fixierung ohne Trennfuge in optisch ansprechender Form, automatisiert gefertigt, zu realisieren.
Dabei ist es bei dem erfindungsgemäßen Bauelement 1, insbesondere Türblatt, überraschend möglich, die stoffschlüssige Verbindung des Profilelementes 7 über die Funktionsschicht 9 mit den aus Holz, insbesondere echt Holz bestehenden Rahmenelementen 2,3, 4, 5 wirtschaftlich und kostengünstig über die derzeit möglichen Verfahren mittels Laserstrahlung, Plasmastrahlung, Mikrowellenstrahlung, Infrarotstrahlung Heißluft, und dergleichen zu realisieren.

[0045] Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Copolyamid welches ausgehend von den Polyamidbildnern, ausgewählt aus der Gruppe Caprolactam, Hexamethylendiamin, Adipinsäure, Laurinlactam und Aminoundecansäure hergestellt ist und einen Schmelzflussindex MFI von etwa 270g / 10 min. gemäß DIN ISO 1133 bei 160 °C / 1,20 kg aufweist.

[0046] Zwischen der Strukturschicht 8 und der Funktionsschicht 9 de des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist in diesem Ausführungsbeispiel eine Distanzschicht 10 angeordnet, die ausgewählt ist aus der Gruppe der Polyurethane.
Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelementes 7 weist in diesem Ausführungsbeispiel eine Zugfestigkeit von etwa 720 MPa nach DIN EN ISO 527 sowie eine Bruchdehnung von etwa 410 % nach DIN EN ISO 527 auf.

[0047] Als Strukturschicht 8 des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, wird eine Schicht bezeichnet, die dem Profilelement 7 im Wesentlichen ihre Struktur, ihre Geometrie sowie auch ihr Design verleiht.

[0048] Der Werkstoff der Strukturschicht 8 des Profilelementes 7 kann ausgewählt sein aus beliebigen Werkstoffen, beispielsweise aus polymeren Werkstoffen wie Polyvinylchlorid (PVC); Polyolefin, wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE); einem styrolbasiertem Polymer, wie Polystyrol (PS) oder Styrol-Butadien-Copolymer mit überwiegendem Styrolanteil (SB) oder Acrylnitril-Styrol-Acrylester-Copolymere (ASA) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) oder Styrolacrylnitril (SAN); Polybutylentherephthalat (PBT); Polyethylentherephthalat (PET); Polyoxymethylen (POM); Polyamid (PA); Polymethylmethacrylat (PMMA); Polyurethan (PUR); sowie Mischungen aus wenigstens zwei diesen Materialien basiert. Dabei können dem polymeren Werkstoff der Strukturschicht 8 des Profilelementes 7 geeignete Füll- und / oder Verstärkungsstoffe beigemischt sein, die die mechanischen Eigenschaften positiv beeinflussen insbesondere Glasfasern, Glaskugeln aber auch Füllstoffe wie Kreide, Teflon und dergleichen. Die Füll- und / oder Verstärkungsstoffe sind dabei in Mengen von etwa 5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse, enthalten.
Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 weist in diesem Ausführungsbeispiel einen Schmelztemperaturbereich von etwa 120 °C auf, sodass der erforderliche Energieeintrag um den Werkstoff der Funktionsschicht 9 fügbar zu gestalten, relativ geringgehalten werden kann.

[0049] Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Copolyamid welches wenigstens ein Polyamid 6, wenigstens ein Polyamid 6.6 sowie wenigstens ein Polyamid 12 umfasst. Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 enthält ein Polyamid 6 zu etwa 45 bis 35 Gew.-%, ein Polyamid 6.6 zu etwa 30 bis 10 Gew.-%, sowie ein Polyamid 12 zu etwa 45 bis 35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse.

[0050] Durch Beaufschlagung insbesondere der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, mit einer Energie aus einer Energiequelle ausgewählt aus der Gruppe Laserquelle, Infrarotquelle, Ultraschallquelle, Magnetfeldquelle, Mikrowellenquelle, Plasmaquelle sowie Begasungsquelle und dergleichen wird der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelementes 7 die durch die Energiequelle zugeführte Energie aufnehmen und sich auf einen Schmelztemperaturbereich von etwa bis 170 bis 235°C erwärmen.

[0051] In diesem Zustand ist es möglich, dass Profilelement 7 über die Funktionsschicht 9 mit dem Falz 6 des Rahmenelements 2 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, stoffschlüssig in einen adhäsiven Verbund zu bringen.

[0052] Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, dass der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, licht- und / oder strahlungsabsorbierende Zusatzstoffe in einer Menge von 0,01 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge, eingelagert enthält. Im konkreten Ausführungsbeispiel weist der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 einen anorganische Pigmente enthaltenden Zusatzstoff in einer Menge von etwa 0,3 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht auf, wobei dieser Zusatzstoff ausgewählt ist aus der Gruppe der Metallphosphate, insbesondere Kupferhydroxidphosphat.

[0053] Durch die vorteilhafte Ausgestaltung des Profilelements 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, insbesondere des Werkstoffes der Funktionsschicht 9 ist es überraschenderweise erstmals möglich, dass das Profilelement 7 eine Schälfestigkeit von wenigstens 25 N / cm nach DIN 2851, gemessen an Spanplatten, aufweist und sich somit von den bisher bekannten Profilleisten an den Bauelementen, insbesondere Türblättern, aus dem Stand der Technik abhebt.

[0054] Weiterhin ist es mit der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 erstmals möglich, an den Rahmenelementen 2, 3, 4, 5 bekantete, erfindungsgemäße Bauelemente 1, insbesondere Türblatt, zur Verfügung zu stellen, die in den Prüfungen zur Feuchte- und Klimabeständigkeit gemäß den Anforderungen des AMK-Merkblattes AMK-MB-005 Ausgabedatum 07/2007 geprüft, zu optimalen Ergebnissen führen, d.h., dass die Bauelemente 1, insbesondere Türblatt, nach der absolvierten Prüfung nahezu keinerlei Schädigungen aufweisen wie Rissbildungen, Fugenbildungen, Ablösungen oder Veränderungen.

[0055] In der Figur 3 ist ein Profilelement 7 des erfindungsgemäßen Bauelements 1, insbesondere Türblatt, dargestellt.

[0056] Das Profilelement 7 weist eine Dekorschicht 8 sowie eine Funktionsschicht 9 auf, die über eine Distanzschicht 10 voneinander beabstandet angeordnet sind.
Der Werkstoff der Distanzschicht 10 ist dabei ausgewählt aus der Gruppe der Polyurethane (PUR), der Acrylate, der Chloroprene, der Epoxidharze, der Ethylenvinylacetate (beispielsweise EVA-Dispersionen), der Polyvinylacetate (PVAC-Dispersionen) und dergleichen, sowie Mischungen aus zwei oder mehreren der vorgenannten Stoffe.

[0057] Der Werkstoff der Strukturschicht 8 des Profilelements 7 kann ausgewählt sein aus beliebigen Werkstoffen, beispielsweise aus polymeren Werkstoffen wie Polyvinylchlorid (PVC); Polyolefin, wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE); einem styrolbasiertem Polymer, wie Polystyrol (PS) oder Styrol-Butadien-Copolymer mit überwiegendem Styrolanteil (SB) oder Acrylnitril-Styrol-Acrylester-Copolymere (ASA) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS) oder Styrolacrylnitril (SAN); Polybutylentherephthalat (PBT); Polyethylentherephthalat (PET); Polyoxymethylen (POM); Polyamid (PA); Polymethylmethacrylat (PMMA); Polyurethan (PUR); sowie Mischungen aus wenigstens zwei diesen Materialien basiert. Dabei können dem polymeren Werkstoff der Strukturschicht des Profilelementes 7 geeignete Füll- und / oder Verstärkungsstoffe beigemischt sein, die die mechanischen Eigenschaften positiv beeinflussen insbesondere Glasfasern, Glaskugeln aber auch Füllstoffe wie Kreide, Teflon und dergleichen. Die Füll- und / oder Verstärkungsstoffe sind dabei in Mengen von etwa 2 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse, enthalten.
Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 weist vorzugsweise ein Copolyamid auf mit einer Schmelzviskosität von etwa 50 mPas bis 100 Pas (Pascal Sekunden), vorzugsweise von etwa 500 mPas bis 50 Pas, bei 200 °C gemäß ISO 2884 auf.
Der Werkstoff der Funktionsschicht 9 des Profilelements 7 ausgewählt ist aus der Gruppe der Polyamide (PA), vorzugsweise eines aliphatischen und / oder teilaromatischen und / oder aromatischen Polyamids, wobei der Werkstoff der Funktionsschicht ein Copolyamid ist, welches ausgehend von Polyamidbildnern, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend Caprolactam, Laurinlactam, Aminoundecansäure, Hexamethylendiamin, Adipinsäure, Azelainsäure, Dodecandisäure, Piperazin und dergleichen, hergestellt ist und einen Schmelzflussindex (MFI) von wenigstens 150 g / 10 min., bevorzugt 190 g bis 350 g/ 10 min., besonders bevorzugt 200 g bis 320 g/ 10 min. gemäß DIN ISO 1133 bei 160 °C/1,20 kg aufweist.


Ansprüche

1. Bauelement (1), insbesondere Türblatt, umfassend wenigstens ein Rahmenelement (2,3, 4,5), wobei wenigstens ein Rahmenelement (2, 3, 4, 5) wenigstens einen Falz (6) aufweist, sowie wenigstens ein Profilelement (7), umfassend wenigstens eine Dekorschicht (8) sowie wenigstens eine Funktionsschicht (9), wobei die Funktionsschicht (9) wenigstens teilweise ein Polyamid, vorzugsweise ein Copolyamid aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Rahmenelement (2, 3, 4, 5) wenigstens teilweise aus Holz, insbesondere Echtholz, umfassend Zellulose, Hemicellulose sowie Lignin, besteht, dass das Profilelement (7) über die Funktionsschicht (9) stoffschlüssig mit wenigstens einem Falz (6) verbunden ist, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) eine Schmelzviskosität von etwa 50 mPas bis 100 Pas (Pascalsekunden), vorzugsweise von etwa 500 mPas bis 50 Pas, bei 200 °C gemäß ISO 2884 aufweist.
 
2. Bauelement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) eine kristalline Dichte ρc von wenigstens 1,13 g/cm3 nach DIN EN ISO 1183-1 (2013-04) aufweist.
 
3. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) wenigstens ein Copolyamid mit einem Schmelztemperaturbereich von etwa 170 bis 235 °C, vorzugsweise 180 bis 220 °C aufweist.
 
4. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) eine Härte Shore A von wenigstens 80 gemäß DIN EN ISO 868 aufweist.
 
5. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) über wenigstens eine Distanzschicht (10) von der Strukturschicht (8) beabstandet angeordnet ist.
 
6. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die, der Funktionsschicht (9) gegenüberliegend angeordnete, Seite der Strukturschicht (8) des Profilelements (7) einer Oberflächenbehandlung durch ein Corona-Verfahren, ein Beflammungs- Verfahren, ein Plasma-Verfahren, ein Silikatisierungs- Verfahren, ein Silanisierungs- Verfahren und dergleichen unterworfen wurde.
 
7. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) mittels Laserstrahlung, Plasmastrahlung, Mikrowellenstrahlung, Infrarotstrahlung, Heißluft und dergleichen aufschmelzbar ist.
 
8. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) und/oder der Werkstoff der Strukturschicht (8) des Profilelements (7) licht- und/oder strahlungsabsorbierende Zusatzstoffe in einer Menge von 0,01 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge, eingelagert enthält.
 
9. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) und/oder der Werkstoff der Strukturschicht (8) des Profilelements (7) wenigstens einen, teilweise anorganische und/oder organische Pigmente enthaltenden, Zusatzstoff in einer Menge von etwa 0,01 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge, eingelagert enthält.
 
10. Bauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) des Profilelements (7) polare Gruppen aufweist, basierend auf Amiden, Aminen, Carbonsäuren bzw. deren Ester bzw. Salze insbesondere Acrylsäure, Acrylsäureester, Silanen, Titanaten, Alkoholen, Imiden, Ammoniumverbindungen oder Sulfonsäuren bzw. deren Estern oder Salzen, geblockten Isocyanaten oder dgl.
 
11. Bauelement ((1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstoff der Funktionsschicht (9) und/oder der Strukturschicht (8) wenigstens eines der folgenden Additive enthält: Stabilisatoren zur Verbesserung der Beständigkeit gegen Lichteinwirkung, UV-Strahlung und Bewitterung; Stabilisatoren zur Verbesserung der thermischen und thermooxidativen Beständigkeit; Stabilisatoren zur Verbesserung der hydrolytischen Beständigkeit, Stabilisatoren zur Verbesserung der acidolytischen Beständigkeit, Gleitmittel, Entformungshilfen, farbgebende Additive, kristallisationsregulierende Substanzen und Nukleierungsmittel, Flammschutzmittel, Schlagzähmodifier, Füllstoffe und / oder Weichmacher.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente