(19)
(11)EP 3 667 271 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
17.06.2020  Patentblatt  2020/25

(21)Anmeldenummer: 19214034.1

(22)Anmeldetag:  06.12.2019
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G01J 1/42(2006.01)
G01J 1/04(2006.01)
G01J 1/02(2006.01)
G01J 1/16(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30)Priorität: 06.12.2018 DE 102018009603
28.02.2019 DE 102019105173

(71)Anmelder: Siteco GmbH
83301 Traunreut (DE)

(72)Erfinder:
  • Bornemann, Lars
    83254 Breitbrunn (DE)
  • König, Christian
    84558 Kirchweidach (DE)

(74)Vertreter: Schmidt, Steffen 
Boehmert & Boehmert Anwaltspartnerschaft mbB Pettenkoferstrasse 22
80336 München
80336 München (DE)

  


(54)AUTOMATISCHER INDOOR-OUTDOOR-LICHTSENSOR


(57) Die Erfindung betrifft ein Sensorelement zum Anschließen in einer vernetzten Beleuchtungsanlage, umfassend zwei verschiedene Lichtsensoren, die unterschiedliche Öffnungswinkel eines Erfassungsbereichs zur Lichtdetektion aufweisen.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sensorelement für eine Beleuchtungsanlage, insbesondere für eine Beleuchtungsanlage im Inneren eines Gebäudes, die aus einer Vielzahl von vernetzten Leuchten und ggf. weiterer Gebäudeinstallationseinrichtungen gebildet ist.

[0002] Im Stand der Technik ist es üblich, in komplexen Beleuchtungsanlagen auch Sensoren vorzusehen, die insbesondere Helligkeitswerte aufnehmen. Die Sensordaten werden zur Steuerung der Anlage verwendet. Die Beleuchtungsanlage kann insbesondere ausgeschaltet oder gedimmt werden, wenn genügend Tageslicht festgestellt wird.

[0003] Die Erfassung der Lichtwerte zur Steuerung der Anlage hängt jedoch davon ab, ob Tageslicht, künstliches Licht oder eine Kombination von beidem gemessen werden soll. Während Tageslicht als Streulicht vorliegt, hat künstliches Licht häufig eine nahezu punktförmige Lichtquelle. Die Messung der Lichtintensität kann daher auch nicht ohne Weiteres für Kunst- und Tageslicht in der gleichen Weise erfolgen. Es sind, abhängig vom Anwendungszweck, unterschiedliche Sensortypen erforderlich, die sich im mechanischen Aufbau und/oder in ihrer elektrischen Betriebsweise unterscheiden.

[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Sensorelement für eine Beleuchtungsanlage bereitzustellen, welches in einem vernetzten Netzwerk multifunktional eingesetzt werden kann.

[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Sensorelement nach Anspruch 1.

[0006] Eine Besonderheit des Sensorelements der vorliegenden Erfindung ist die Kombination von zwei verschiedenen Lichtsensoren, die jeweils unterschiedliche Öffnungswinkel aufweisen. Dadurch ist es möglich, sowohl Kunstlicht als Tageslicht und eine Kombination davon zu messen. Der Lichtsensor mit dem größeren Öffnungswinkel ist für Tageslicht geeignet, weil Tageslicht aus Streulicht gebildet ist. Für Kunstlicht ist hingegen ein Lichtsensor mit einem engeren Öffnungswinkel bevorzugt, um die Beleuchtungsstärke einer definierten Fläche zu erfassen. Ein Versuch, auch Kunstlicht mit einem Lichtsensor mit großem Öffnungswinkel zu erfassen, kann zu Fehlmessungen führen, insbesondere weil nahezu punktförmige Lichtquellen in dem Erfassungsbereich des Lichtsensor zu einer Fehlinterpretation führen können. Daher ist es für Kunstlicht von Vorteil, nur das Licht aus einem engen definierten Raumwinkel zu erfassen. Demgegenüber soll die Lichtmessung für Tageslicht einen großen Raumwinkel umfassen, um feststellen zu können, ob genügend Tageslicht in Form von Streulicht vorhanden ist, so dass eine künstliche Beleuchtung reduziert oder ausgeschaltet werden kann.

[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weisen die zwei Lichtsensoren ferner unterschiedliche minimale und maximale Empfindlichkeiten auf. Zur Erfassung von Kunstlicht wird eine höhere Empfindlichkeit benötigt. Der gleiche Sensor wäre zur Erfassung von Tageslicht bereits ungeeignet, weil der für die empfindlichere Messung ausgestaltete Lichtsensor bereits übersteuert wird, wenn ein Tageslichtanteil von dem Sensor erfasst wird.

[0008] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die zwei Lichtsensoren unterschiedliche Optiken, insbesondere unterschiedliche Linsen und/oder Reflektoren, auf. Mit den unterschiedlichen Optiken lassen sich z.B. die unterschiedlichen Öffnungswinkel des Erfassungsbereichs der Lichtsensoren realisieren.

[0009] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die zwei Lichtsensoren unterschiedliche Diffusorplatten oder nur eine der beiden Lichtsensoren, insbesondere der Lichtsensor mit dem größeren Öffnungswinkel, eine Diffusorplatte auf. Eine Diffusorplatte vergrößert den Erfassungsbereich eines Lichtsensors. Daher ist für den Lichtsensor mit dem größeren Öffnungswinkel eine Diffusorplatte bevorzugt. An dem Lichtsensor mit dem engeren Öffnungswinkel ist entweder keine Diffusorplatte oder eine Diffusorplatte, welche für eine geringere Diffusion sorgt, vorgesehen.

[0010] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst das Sensorelement einen Lagesensor, der dafür eingerichtet ist, die Einbaulage des Sensorelements zu bestimmen. Aus der Einbaulage lässt sich ermitteln, für welche Art von Licht (Kunstlicht oder Tageslicht) die Lichtsensoren vorgesehen werden sollen. Insbesondere ist das Sensorelement dafür eingerichtet, den Lichtsensor mit dem geringeren Öffnungswinkel zu deaktivieren, wenn der Lagesensor eine Einbaulage feststellt, in welcher der Erfassungsbereiche beider Sensoren in eine Richtung entgegen der Erdoberfläche ausgerichtet sind. Da der Erfassungsbereich eines Lichtsensors entgegen der Erdoberfläche ausgereichtet ist, ist das Sensorelement insbesondere für die Tageslichtmessung vorgesehen. In diesem Fall kann der Lichtsensor, welcher für die Kunstlichtmessung bestimmt ist, aber auch entgegen der Erdoberfläche ausgerichtet ist, abgeschaltet werden.

[0011] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Sensorelement eine Schnittstelle auf, durch welche wenigstens einer der beiden Lichtsensoren deaktivierbar ist.

[0012] Beispielsweise lässt sich die Schnittstelle über ein Datensignal ansteuern, welches auch zur Ansteuerung der vernetzten Beleuchtungsanlage vorgesehen ist. Das Sensorelement kann auf diese Weise zusammen mit der Beleuchtungsanlage parametriert werden, indem nur der für den Einbauort gewünschte Lichtsensor aktiviert ist. Ferner können auch beide Lichtsensoren deaktivierbar sein, um beispielsweise tageszeitabhängig nur den einen oder den anderen Sensor zu betreiben.

[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist einer der Lichtsensoren einen Öffnungswinkel von höchstes 90°, vorzugsweise höchstens 60°, und der andere Lichtsensor einen Öffnungswinkel von wenigstens 110°, jeweils gemessen als Winkel der Spitze einer Kegelmantelkurve, die den Erfassungsbereich des Lichtsensors definiert, auf.

[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist ein Sensorelement ferner einen Personendetektor auf. Der Personendetektor kann ständig aktiv sein oder das Sensorelement kann in einer Betriebsart dazu eingerichtet sein, den Bewegungssensor nur zu aktivieren, wenn der Lichtsensor mit dem größeren Öffnungswinkel eine Beleuchtungsstärke unterhalb eines gegebenen Grenzwertes misst. Der Personendetektor dient in der Beleuchtungsanlage häufig zum Steuern des Kunstlichts. Dies ist jedoch nur notwendig, wenn nicht genügend Tageslicht vorhanden ist. Daher ist die Kombination eines Personendetektors zusammen mit den Lichtsensoren in dem Sensorelement von Vorteil, weil der Personendetektor nur aktiviert werden muss, wenn nicht genügend Tageslicht erfasst wird.

[0015] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung deutlich, die in Verbindung mit den beigefügten Figuren gegeben wird. In den Figuren ist Folgendes dargestellt:
Figur 1
zeigt schematisch ein Sensorelement gemäß der vorliegenden Erfindung.
Figur 2
zeigt das Sensorelement nach Figur 1 in einer anderen Einbaulage.


[0016] Ein Sensorelement der vorliegenden Erfindung ist zur Verwendung in einer vernetzten Beleuchtungsanlage eingerichtet. Insbesondere kann das Sensorelement in einem Light Management System (LMS) oder einem Building Management System (BMS) eines Gebäudes oder im Außenbereich des Gebäudes Anwendung finden. Das Sensorelement ist insbesondere dafür eingerichtet, in die Datenkommunikation innerhalb des vernetzten Licht- oder Gebäude-Management-Systems eingebunden zu werden.

[0017] Das Sensorelement umfasst zwei verschiedene Lichtsensoren in einem System, die sich in Bezug auf ihren Öffnungswinkel unterscheiden. In den Figuren ist ein solcher Sensor dargestellt, der zwei verschiedene Optiken in Form von Linsen aufweist, deren Krümmungsradius sich unterscheidet, so dass sie effektiv einen unterschiedlichen Öffnungswinkel erfassen. Das in den Figuren dargestellte Sensorelement 1 umfasst einen Lichtsensor 2 mit einer stärker gekrümmten Optik. Diese Optik sorgt für einen verhältnismäßig engen Öffnungswinkel, aus dem Licht empfangen wird. Beispielsweise kann der Öffnungswinkel weniger als 90° betragen. Ferner ist am gleichen Sensorelement 1 ein weiterer Lichtsensor 3 vorgesehen, welcher eine weniger stark gekrümmte Optik aufweist. Dieser Lichtsensor empfängt Licht aus einem Öffnungswinkel von z.B. mehr als 110°.

[0018] Beide Lichtsensoren 2 und 3 sind im gleichen Sensorelement 1 integriert. Auf diese Weise lässt sich das Sensorelement 1 gewissermaßen multifunktional in dem vernetzten Beleuchtungssystem einsetzen. Das gleiche Sensorelement kann sowohl an Orten eingesetzt werden, die nur dafür bestimmt sind, Kunstlicht zu messen, als auch an Orten, die dafür bestimmt sind, Kunst- und Tageslicht, insbesondere eine Kombination davon, zu messen. Dies kann in Innenräumen eines Gebäudes oder in einem Außenbereich, z.B. einer Straße mit Straßenbeleuchtung, sein.

[0019] Der Lichtsensor 2 mit Blickrichtung nach unten ist speziell dafür konfiguriert, Kunstlicht und ggf. einen Anteil von reflektiertem Tageslicht zu erfassen, während der Lichtsensor 3 dafür bestimmt ist, Tageslicht zu messen. Ferner unterscheiden sich die Lichtsensoren 2 und 3 durch ihre minimale und maximale Empfindlichkeit sowie durch die Verwendung von Diffusorplatten. Der für Kunstlicht vorgesehene Lichtsensor 2 weist eine geringere minimale Empfindlichkeit auf, während der Lichtsensor 3 für Tageslicht eine höhere maximale Empfindlichkeit aufweist. Der Tageslichtsensor ist vorzugsweise mit einer Diffusorplatte (in den Figuren nicht dargestellt) versehen, um eine gleichmäßige Verteilung des Tageslichts auf dem Messsensor zu gewährleisten.

[0020] Ferner verfügt das Sensorelement 1 über einen Lagesensor (in den Figuren nicht dargestellt), welcher die Einbaulage des Sensorelements bestimmt. Für Messungen des Tageslichts, z.B. in einer Lichtkuppel, wird das Sensorelement so gedreht, dass die Erfassungsbereiche der Lichtsensoren um 180° entgegen der Erdoberfläche gedreht sind (siehe Figur 2). Auf der nach oben weisenden Seite ist der Tageslichtsensor inklusive einer Diffusorscheibe verbaut und wird durch die gemessene Einbauposition automatisch aktiviert. Der zweite für Kunstlicht vorgesehene Lichtsensor 2 wird dabei deaktiviert.

[0021] Durch die Kombination der zwei Lichtsensoren in einem Sensorelement kann vor Ort entschieden werden, welche Art von Lichtmessung durchgeführt werden soll. Durch die Montageart kann das Sensorelement so verwendet werden, dass beide Sensoren frei verbaut sind, so dass auch manuelles Verdrehen des Sensorelements der gewünschte Lichtsensor aktivierbar ist.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0022] 
1
Sensorelement
2
Lichtsensor
3
Lichtsensor



Ansprüche

1. Sensorelement (1) zum Anschließen in einer vernetzten Beleuchtungsanlage, umfassend
zwei verschiedene Lichtsensoren (2, 3), die unterschiedliche Öffnungswinkel eines Erfassungsbereichs zur Lichtdetektion aufweisen.
 
2. Sensorelement (1) nach Anspruch 1, wobei die zwei Lichtsensoren (2, 3) unterschiedliche minimale und maximale Empfindlichkeiten aufweisen.
 
3. Sensorelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zwei Lichtsensoren (2, 3) unterschiedliche Optiken, insbesondere unterschiedliche Linsen und/oder Reflektoren, aufweisen.
 
4. Sensorelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zwei Lichtsensoren (2, 3) unterschiedliche Diffusorplatten oder nur eine der beiden Lichtsensoren, insbesondere der Lichtsensor mit dem größeren Öffnungswinkel, eine Diffusorplatte aufweist.
 
5. Sensorelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welches ferner einen Lagesensor aufweist, der dafür eingerichtet ist, die Einbaulage des Sensorelements zu bestimmen.
 
6. Sensorelement (1) nach Anspruch 5, wobei das Sensorelement (1) dafür eingerichtet ist, den Lichtsensor (2) mit dem geringeren Öffnungswinkel zu deaktivieren, wenn der Lagesensor eine Einbaulage feststellt, in welcher der Erfassungsbereiche beider Lichtsensoren (2, 3) in eine Richtung entgegen der Erdoberfläche ausgerichtet sind.
 
7. Sensorelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Sensorelement eine Schnittstelle aufweist, durch welche wenigstens einer der beiden Lichtsensoren (2, 3) deaktivierbar ist.
 
8. Sensorelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei einer der Lichtsensoren (2) einen Öffnungswinkel von höchstens 90° und der andere Lichtsensor (3) einen Öffnungswinkel von wenigstens 110°, jeweils gemessen als Winkel der Spitze einer Kegelmantelkurve, die den Erfassungsbereich des Lichtsensors definiert, aufweist.
 
9. Sensorelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welches ferner einen Personendetektor aufweist.
 
10. Sensorelement nach Anspruch 9, wobei das Sensorelement in einer Betriebsart dazu eingerichtet ist, den Personendetektor nur zu aktivieren, wenn der Lichtsensor (3) mit dem größeren Öffnungswinkel eine Beleuchtungsstärke unterhalb eines gegebenen Grenzwertes misst.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht