(19)
(11)EP 3 670 793 B1

(12)EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45)Hinweis auf die Patenterteilung:
25.11.2020  Patentblatt  2020/48

(21)Anmeldenummer: 18214890.8

(22)Anmeldetag:  20.12.2018
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05B 19/00(2006.01)

(54)

SCHLIESSZYLINDERSCHLÜSSEL UND SCHLIESSSYSTEM

LOCKING CYLINDER KEY AND LOCK SYSTEM

CLÉ DE CYLINDRE DE FERMETURE ET SYSTÈME DE FERMETURE


(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43)Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.06.2020  Patentblatt  2020/26

(73)Patentinhaber: BKS GmbH
42549 Velbert (DE)

(72)Erfinder:
  • Hennecke, Gerhard
    42555 Velbert (DE)
  • Ziaja, Klaus
    45130 Essen (DE)

(74)Vertreter: DREISS Patentanwälte PartG mbB 
Postfach 10 37 62
70032 Stuttgart
70032 Stuttgart (DE)


(56)Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 1 437 462
DE-B3-102004 052 930
EP-A2- 2 388 415
DE-C2- 3 004 992
  
      
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinderschlüssel Zudem betrifft die Erfindung ein Schließsystem mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs.

    [0002] Schließzylinderschlüssel sowie Schließsysteme der eingangs genannten Art sind aus dem Stand der Technik bekannt, bspw. aus EP 2 388 415 A2 oder DE 30 04 992 C2. Derartige Schließzylinderschlüssel weisen eine Schlüsselreide und einen sich von der Schlüsselreide entlang einer Axialrichtung erstreckenden Schlüsselschaft auf. Der Schlüsselschaft weist an einer Schmalseite Einschnitte zur Betätigung von Zuhaltungen eines zum Schlüssel zugehörigen Schließzylinders auf. Die gegenüberliegende Schmalseite ("Schlüsselrücken") dient im Schließzylinder als Anschlagsfläche. Der Schlüsselrücken begrenzt die Verschiebung des Schlüssels im Schlüsselkanal des Schließzylinders ("nach oben"), die infolge der von den Zuhaltungen auf den Schlüssel aufgebrachten Kraft entsteht. Durch den Schlüsselrücken wird diese Verschiebung begrenzt, wobei die Position der Kernstifte und Gehäusestifte des Schließzylinders zur Trennebene bestimmt wird (Ebene zwischen Außenmantel des Zylinderkerns und der Innenumfangsfläche der Kernbohrung des Schließzylinders).

    [0003] Allerdings besteht Raum für Optimierungen. So ist bei herkömmlichen Schließzylinderschlüsseln von Nachteil, dass deren Schlüsselrücken ein ebenes oder abgerundetes Rückenprofil aufweist, so dass sich bei eingestecktem Schlüssel eine punktuelle Berührung zwischen Schlüsselrücken und Innenumfangsfläche der Kernbohrung des Schließzylinders ergibt. Durch Verschleiß am Schlüsselrücken können bedingt durch die im Schlüsselkanal veränderte ("höhere") Position des Schlüsselschafts Gehäusestifte des Schließzylinders in die Trennebene gelangen, so dass es zu Funktionsstörungen oder Funktionsausfällen kommen kann. Ein zuverlässiger Betrieb ist nicht gewährleistet.

    [0004] DE 10 2004 052 930 B3 zeigt einen Schlüssel mit Detektionsvorsprüngen, die als Erhebungen auf der Rückenseite des Schlüsselschafts dargestellt sind.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Schließzylindern einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb zu ermöglichen.

    [0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch einen Schließzylinderschlüssel mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Danach zeichnet sich der Schließzylinderschlüssel dadurch aus, dass der Schlüsselschaft an der Rückenseite (Schlüsselrücken), die von der mit Einschnitten versehenen Schmalseite des Schlüsselschafts (Einschnittseite) abgewandt ist, ein wellenförmiges Profil aufweist. Anders ausgedrückt ist die Rückenfläche des Schlüsselschafts wellenförmig ausgebildet (wellenförmiges Profil).

    [0007] Durch eine solche Ausgestaltung ergeben sich mehrere definierte Auflagepunkte (bspw. Linienkontakte oder Flächenkontakte) zwischen Schlüsselrücken und der Anlagefläche (Innenumfangsfläche der Kernbohrung) im Schließzylinder, wodurch sich eine optimierte Stabilisierung des Schlüsselschafts im Schlüsselkanal erreichen lässt. Es ergibt sich eine bessere Abstützung des Schlüssels im Schlüsselkanal, da das Risiko eines Verkantens reduziert ist. Durch eine Ausgestaltung mit mehreren Auflagepunkten ist das Risiko von punktuellem Verschleiß am Schlüsselrücken reduziert. Der Kontakt zu der Anlagefläche im Schließzylinder erfolgt über mehrere Kontaktpunkte. Hieraus ergibt sich eine längere Standzeit von Schließzylinderschlüssel und Schließzylinder. Dies trägt zu einem dauerhaft zuverlässigen Betrieb bei.

    [0008] Der Schließzylinderschlüssel (nachfolgend einfach als "Schlüssel" bezeichnet) weist eine Schlüsselreide ("Schlüsselgriff") und einen Schlüsselschaft ("Schlüsseleinsteckabschnitt") auf, wobei (in Axialrichtung) dazwischen optional ein Schlüsselhals angeordnet sein kann. Der Schlüsselhals kann einen Anschlag aufweisen, der ein Einschieben des Schlüssels in den Schließzylinder begrenzt. Bei dem Schließzylinderschlüssel handelt es sich insbesondere um einen herkömmlichen Schließzylinderschlüssel für Profilzylinder (Bartschlüssel oder Nicht-Wendeschlüssel).

    [0009] Der Schlüsselschaft weist eine mit Einschnitten versehene Schmalseite (Einschnittseite oder "Schlüsselbrust") und eine davon abgewandte Schmalseite auf, die als Rückenseite oder Schlüsselrücken bezeichnet werden kann. Die Rückenseite ist die Schmalseite des Schlüssels, die von der mit Einschnitten versehenen Schmalseite (Einschnittseite) des Schlüssels abgewandt ist. Zudem weist der Schlüsselschaft Flachseiten auf, die den Schlüsselschaft zu den Seiten hin begrenzen. An den Flachseiten können Profileinschnitte ausgebildet sein, bspw. in Form von in Axialrichtung (Schaftlängsrichtung) ausgerichteten Schlitzen oder Nuten.

    [0010] Wie zuvor bereits angedeutet, dient das wellenförmige Profil der Rückenseite bzw. die sich hieraus ergebende Rückenfläche als Anlage für die Innenfläche der Kernbohrung (Innenumfangsfläche) des zugehörigen Schließzylinders (definierte Kontaktpunkte wie oben beschrieben).

    [0011] Im Konkreten kann das wellenförmige Profil mehrere Wellenberge aufweisen, zwischen denen jeweils ein Wellental angeordnet ist. Hiermit lässt sich die gewünschte Anzahl an Kontaktpunkten (bspw. Linienkontakte oder Flächenkontakte) ausbilden, bspw. können zwei oder drei Wellenberge vorgesehen sein. Die Wellenberge bzw. die Wellentäler erstrecken sich entlang der Axialrichtung des Schlüsselschafts. Die Wellenberge und die Wellentäler weisen jeweils eine abgerundete Kontur auf, bspw. eine bogenförmige Kontur, und gehen kontinuierlich, vorzugsweise stetig, ineinander über. Die Wellenberge können derart ausgebildet sein, dass diese bei (in den zugehörigen Schließzylinder) eingestecktem Schlüssel nicht konzentrisch zur Innenumfangsfläche der Kernbohrung des Schließzylinders sind. Dadurch lassen sich großflächige Flächenkontakte vermeiden.

    [0012] Mit anderen Worten kann das wellenförmige Profil (konvex) abgerundete Erhebungen aufweisen, zwischen denen jeweils eine (konkav) abgerundete Vertiefung angeordnet ist. Die Erhebungen gehen kontinuierlich, vorzugsweise stetig, in die Vertiefung über. Wie zuvor bereits angedeutet, erstrecken können sich die Erhebungen und/oder Vertiefungen entlang der Axialrichtung (Schaftlängsrichtung) des Schlüsselschafts. Die abgerundeten Erhebungen sind derart ausgebildet, dass diese bei (in den zugehörigen Schließzylinder) eingestecktem Schlüssel nicht konzentrisch zum Innenumfangsfläche der Kernbohrung des Schließzylinders sind.

    [0013] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann das wellenförmige Profil zur Mittellängsebene des Schlüsselschafts symmetrisch ausgebildet und/oder angeordnet sein. Dies trägt zu einer gleichmäßigen Abstützung des Schlüsselschafts im Schlüsselkanal des zugehörigen Schließzylinders bei. Die Mittellängsebene ist eine Ebene, die mittig im Schlüsselschaft liegt und deren Normalenvektor die Flachseiten (Seitenflächen) des Schlüsselschafts insbesondere orthogonal durchdringt.

    [0014] In vorteilhafter Weise können die Wellenberge (abgerundete Erhebungen) an der Rückenseite des Schlüsselschafts randständig angeordnet sein. Anders ausgedrückt grenzen die Wellenberge an der Rückenseite seitlich an die Flachseiten des Schlüsselschafts an. Dies begünstigt die Führung des im Schlüsselkanal eingesteckten Schlüssels am Innenumfang der Kernbohrung, da die Kontaktpunkte (bspw. Linienkontakte oder Flächenkontakte) eine gewisse Beabstandung von der Mittellängsebene des Schlüsselschafts aufweisen.

    [0015] In zweckmäßiger Weise kann das wellenförmige Profil sinusförmig ausgebildet sein. Anders ausgedrückt können die Wellenberge (abgerundete Erhebungen) und die Wellentäler (abgerundete Vertiefungen) in etwa eine gleiche Amplitude relativ zu einem Mittelwert an der Rückenseite aufweisen. Dadurch ergibt sich eine gleichmäßige Ausgestaltung von Erhebungen und Vertiefungen. Das Risiko von Kerbwirkungen kann hiermit gering gehalten werden. Die Formulierung "in etwa gleiche Amplituden" schließt eine Abweichung des Betrags der Amplituden von 20 Prozent, vorzugsweise 15 Prozent, weiter vorzugsweise von 10 Prozent, mit ein. Alternativ hierzu können die Wellenberge (abgerundete Erhebungen) jeweils eine bogenförmige Krümmung aufweisen, deren Krümmungsradius größer ist als der Krümmungsradius des zwischen den Wellenbergen liegenden Wellentals (bogenförmige Vertiefung). Damit sind die Wellenberge im Vergleich jeweils größer als ein Wellental ("größeres Bergmassiv"). Dadurch steht mehr Material zur Verfügung, welches durch Verschleiß abgetragen werden kann.

    [0016] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann das wellenförmige Profil innerhalb der Einhüllenden liegen, die den Schlüsselschaft zu seinen Flachseiten (Seitenflächen des Schlüsselschafts) hin begrenzt. Mit anderen Worten steht die Rückenseite oder das wellenförmige Profil seitlich nicht über die Flachseiten des Schlüsselschafts hinaus. Dadurch können herkömmliche Schließzylinder und herkömmliche Schlüsselkanalmaße beibehalten werden. Eine Weiterverwendung ggf. vorhandener Schließzylinder ist möglich, eine Umkonstruktion kann vermieden werden.

    [0017] In vorteilhafter Weise können die randständigen Wellenberge (abgerundete Erhebungen) des wellenförmigen Profils jeweils mittels einer Kante in die Flachseiten des Schlüsselschafts (Schlüsselschaftseitenflächen) übergehen. Dadurch lässt sich eine (entlang der Richtung der Schlüsselschaftstärke) vergleichsweise breite Gestalt der Rückenseite erreichen. Dadurch können die Kontaktpunkte des wellenförmigen Profils zum Schließzylinder (Innenfläche der Kernbohrung) vergleichsweise weit von der Mittellängsebene des Schlüsselschafts beabstandet werden. Dies begünstigt eine Stabilisierung des Schlüsselschafts im Schlüsselkanal. Alternativ hierzu können die randständigen Wellenberge (abgerundete Erhebungen) des wellenförmigen Profils jeweils mittels einer Rundung in die Flachseiten (Schlüsselschaftseitenflächen) des Schlüsselschafts übergehen. Dies begünstigt ein Einführen des Schlüssels in den Schlüsselkanal, wobei ein Verschleiß zwischen Schlüsselschaft und Innenumfangsfläche der Kernbohrung gering gehalten werden kann. Durch die Abrundung sind zudem Verletzungsgefahren für Schlüsselbediener reduziert. Weiter erfindungsgemäß ist das wellenförmige Profil an der Rückenseite über die gesamte axiale Länge des Schlüsselschafts ausgebildet. Dadurch ergeben sich Kontaktpunkte (bspw. Linienkontant oder Flächenkontakt) zur Innenumfangsfläche der Kernbohrung entlang der gesamten Schlüsselschaftlänge. Dies trägt zu einer über die Schlüsselschaftlänge gleichmäßigen Führung und einer langen Standzeit bei.

    [0018] Alternativ hierzu und nicht erfindungsgemäß kann das wellenförmige Profil an der Rückenseite in einem oder mehreren axialen Abschnitten des Schlüsselschafts ausgebildet sein. Anders ausgedrückt erstreckt sich das wellenförmige Profil nicht über die gesamte axiale Länge des Schlüsselschafts, sondern über einen oder mehrere axiale Abschnitte. Hierdurch ist eine Materialeinsparung ermöglicht. Dies trägt zu einem reduzierten Schlüsselgewicht bei.

    [0019] Im Rahmen einer bevorzugten Ausgestaltung kann die Rückenseite schließmerkmalfrei ausgebildet sein. Dadurch kann die Rückenseite im Hinblick auf eine gute Stabilisierung und Führung optimiert werden, ohne dass dies durch Schließmerkmale beeinträchtigt wird. Somit hat die Rückenseite keinen Anteil an den Schließmerkmalen.

    [0020] Die eingangs genannte Aufgabe wird auch durch ein Schließsystem mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs gelöst. Hinsichtlich der Vorteile wird auf die diesbezüglichen Ausführungen im Zusammenhang mit dem Schließzylinderschlüssel verwiesen.

    [0021] Das Schließsystem umfasst einen Schließzylinderschlüssel, der wie voranstehend beschrieben ausgebildet sein kann, und einen zugehörigen Schließzylinder. Zugehörig meint, dass der Schließzylinder hinsichtlich seiner Schließcodierung individuell an den Schließzylinderschlüssel angepasst ist.

    [0022] Zur weiteren Ausgestaltung des Schließsystems können die im Zusammenhang mit dem Schließzylinderschlüssel beschriebenen Maßnahmen dienen.

    [0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert, wobei gleiche oder funktional gleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind, ggf. jedoch lediglich einmal. Es zeigen:
    Figur 1
    eine Ausführungsform eines Schließzylinderschlüssels in einer perspektivischen Ansicht und einer vergrößerten perspektivischen Teildarstellung;
    Figur 2
    eine weitere Ausführungsform eines Schließzylinderschlüssels in einer perspektivischen Ansicht und einer vergrößerten perspektivischen Teildarstellung; und
    Figur 3
    den Schließzylinderschlüssel aus Figur 2, eingesteckt in einen zugehörigen Schließzylinder in mehreren, teilweise geschnittenen Ansichten.


    [0024] Figur 1 zeigt einen Schließzylinderschlüssel, der insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet ist. Der Schließzylinderschlüssel 10 wird nachfolgend der Einfachheit halber als "Schlüssel 10" bezeichnet.

    [0025] Der Schlüssel 10 weist eine Schlüsselreide 12 und einen sich von der Schlüsselreide 12 entlang einer Axialrichtung 14 erstreckenden Schlüsselschaft 16 auf. In Axialrichtung 14 zwischen der Schlüsselreide 12 und dem Schlüsselschaft 16 ist ein Schlüsselhals 18 angeordnet (vgl. auch Figur 3).

    [0026] Der Schlüsselschaft 16 weist eine mit Einschnitten versehene Schmalseite 20 (Einschnittseite 20) und eine davon abgewandte Schmalseite 22 (Rückenseite 22) auf. Zudem verfügt der Schlüsselschaft 16 über eine erste Flachseite 24 (erste Seitenfläche 24) und eine zweite Flachseite 26 (zweite Seitenfläche 26).

    [0027] Die Rückenseite 22 weist ein wellenförmiges Profil 28 auf. Das wellenförmige Profil 28 weist mehrere Wellenberge 30, 32 (bogenförmige Erhebungen 30, 32) auf, zwischen denen ein Wellental 34 (bogenförmige Vertiefung 24) angeordnet ist.

    [0028] Beispielhaft weist das wellenförmige Profil 28 hier zwei Wellenberge 30, 32 und ein Wellental 34 auf (auch mehr oder weniger Wellenberge bzw. Wellentäler denkbar). Die Wellenberge und Wellentäler gehen kontinuierlich, vorzugsweise stetig, ineinander über. Die Wellenberge 30, 32 und das Wellental 34 sind entlang der Axialrichtung 14 ausgerichtet.

    [0029] Das wellenförmige Profil 28 ist zur mit Längsebene des Schlüsselschafts 16 symmetrisch ausgebildet und angeordnet, wie oben erläutert. Die Wellenberge 30, 32 sind randständig an der Rückenseite 22 des Schlüsselschafts 16 angeordnet. Dies bedeutet, dass die Wellenberge 30, 32 an die Flachseiten 24, 26 angrenzen.

    [0030] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weisen die Wellenberge 30, 32 jeweils eine bogenförmige Krümmung auf, deren Krümmungsradius größer ist als der Krümmungsradius des zwischen den Wellenbergen 30, 32 liegenden Wellentals 34.

    [0031] Das wellenförmige Profil 28 liegt innerhalb der (hier nicht dargestellten) Einhüllenden, die den Schlüsselschaft 16 zu seinen Flachseiten 24, 26 hin begrenzt. Dies bedeutet, dass das wellenförmige Profil 28 seitlich nicht über die Flachseiten 24, 26 des Schlüsselschafts 16 hinaus steht. Die randständigen Wellenberge 30, 32 des wellenförmigen Profils 28 gehen jeweils mittels einer Kante 40, 42 in die Flachseiten 24, 26 des Schlüsselschafts 16 über.

    [0032] Das wellenförmige Profil 28 ist an der Rückenseite 22 über die gesamte axiale Länge des Schlüsselschafts 16 ausgebildet. Die Rückenseite 22 des Schlüsselschafts 16 ist schließmerkmalfrei ausgebildet.

    [0033] Die Figuren 2 und 3 zeigen eine Ausgestaltungsmöglichkeit des Schließzylinderschlüssels 10 (nachfolgend einfach als "Schlüssel 10" bezeichnet).

    [0034] Der Schlüssel 10 entspricht in seiner Ausgestaltung weitestgehend dem voranstehend beschriebenen Schlüssel 10, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen zunächst auf die dortigen Ausführungen verwiesen wird.

    [0035] Das wellenförmige Profil 28 ist beim vorliegenden Schlüssel 10 anders ausgebildet. Vorliegend weist das wellenförmige Profil 28 drei Wellenberge 30, 32, 33 und zwei Wellentäler 34, 36 auf (auch mehr oder weniger Wellenberge bzw. Wellentäler denkbar). Die Wellenberge 30, 32, 33 und Wellentäler 34, 36 gehen jeweils kontinuierlich, vorzugsweise stetig, ineinander über und sind entlang der Axialrichtung 14 ausgerichtet.

    [0036] Das wellenförmige Profil 28 ist zur Mittellängsebene des Schlüsselschafts 16 symmetrisch ausgebildet und angeordnet. Die Wellenberge 30, 32 sind randständig an der Rückenseite 22 des Schlüsselschafts 16 angeordnet.

    [0037] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist das wellenförmige Profil 28 sinusförmig ausgebildet. Dies bedeutet, dass die Wellenberge 30, 32, 33 und die Wellentäler eine gleiche Amplitude um einen Mittelwert aufweisen (Mittelwert nicht eingezeichnet), wie oben erläutert.

    [0038] Die randständigen Wellenberge 30, 32 des wellenförmigen Profils 28 gehen jeweils mittels einer Rundung 44, 46 in die Flachseiten 24, 26 des Schlüsselschafts 16 über.

    [0039] Figur 3 zeigt ein Schließsystem 100 mit einem Schließzylinderschlüssel 10 und einem zugehörigen Schließzylinder 102. Das Schließsystem 100 wird anhand des im Zusammenhang mit Figur 2 erläuterten Schlüssels 10 beschrieben. Selbstverständlich kann das Schließsystem 100 auch einen Schlüssel 10 gemäß Figur 1 aufweisen.

    [0040] Der Schließzylinder 102 weist ein Zylindergehäuse 104 und einen in einer im Zylindergehäuse 104 ausgebildeten Kernbohrung 106 drehbar angeordneten Zylinderkern 108 auf. An der Kernbohrung 106 ergibt sich eine Innenumfangsfläche 110.

    [0041] Der Schließzylinder 102 weist mehrere Zuhaltungen 112 auf, die durch die im Schlüsselschaft 16 ausgebildeten Einschnitte ausgerichtet werden können. Eine Zuhaltung 112 weist eine Feder 114, einen Gehäusestift 116 und einen Kernstift 118 auf, wobei diese Komponenten in entsprechenden Ausnehmungen im Zylindergehäuse 104 bzw. im Zylinderkern 108 angeordnet sind, bspw. in entsprechenden Zylinderbohrungen und Kernbohrungen.

    [0042] Figur 3 zeigt in mehreren Ansichten einen Zustand, in dem der Schlüssel 10 in einen Schlüsselkanal 103 des Schließzylinders 102 eingesteckt ist. Wie anhand der vergrößerten Teilansicht (Detail D) zu erkennen ist, liegen die Wellenberge 30, 32, 33 (abgerundete Erhebungen 30, 32, 33) an der Innenumfangsfläche 110 der Kernbohrung 106 an (Wellenberge aus Übersichtlichkeitsgründen nicht mit Bezugszeichen versehen).

    [0043] An den Wellenbergen 30, 32, 33 ergeben sich definierte Kontaktpunkte, nämlich die Kontaktpunkte 120 und 122. Je nach Ausgestaltung und Verschleißsituation kann auch der Kontaktpunkt 124 mit der Innenumfangsfläche 110 der Kernbohrung 106 in Kontakt gelangen.

    [0044] Durch eine solche Ausgestaltung ergibt sich eine optimierte Stabilisierung des Schlüsselschafts 16 im Schlüsselkanal 103 und eine längere Standzeit von Schließzylinderschlüssel 10 und Schließzylinder 102, wie oben erläutert.


    Ansprüche

    1. Schließzylinderschlüssel (10) mit einer Schlüsselreide (12) und einem sich von der Schlüsselreide (12) entlang einer Axialrichtung (14) erstreckenden Schlüsselschaft (16), wobei der Schlüsselschaft (16) an der Rückenseite (22), die von der mit Einschnitten versehenen Schmalseite (20) des Schlüsselschafts (16) abgewandt ist, ein wellenförmiges Profil (28) aufweist, wobei das wellenförmige Profil (28) an der Rückenseite (22) über die gesamte axiale Länge des Schlüsselschafts (16) ausgebildet ist.
     
    2. Schließzylinderschlüssel (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wellenförmige Profil (28) mehrere Wellenberge (30, 32, 33) aufweist, zwischen denen jeweils ein Wellental (34, 36) angeordnet ist.
     
    3. Schließzylinderschlüssel (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das wellenförmige Profil (28) zur Mittellängsebene des Schlüsselschafts (16) symmetrisch ausgebildet und/oder angeordnet ist.
     
    4. Schließzylinderschlüssel (10) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenberge (30, 32, 33) an der Rückenseite (22) randständig angeordnet sind.
     
    5. Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wellenförmige Profil (28) sinusförmig ausgebildet ist.
     
    6. Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenberge (30, 32, 33) jeweils eine bogenförmige Krümmung aufweisen, deren Krümmungsradius größer ist als der Krümmungsradius des zwischen den Wellenbergen (30, 32, 33) liegenden Wellentals (34, 36).
     
    7. Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wellenförmige Profil (28) innerhalb der Einhüllenden liegt, die den Schlüsselschaft (16) zu seinen Flachseiten (24, 26) hin begrenzt.
     
    8. Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die randständigen Wellenberge (30, 32) des wellenförmigen Profils (28) jeweils mittels einer Kante (40, 42) in die Flachseiten (24, 26) des Schlüsselschafts (16) übergehen.
     
    9. Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die randständigen Wellenberge (30, 32) des wellenförmigen Profils (28) jeweils mittels einer Rundung (44, 46) in die Flachseiten (24, 26) des Schlüsselschafts (16) übergehen.
     
    10. Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückenseite (22) schließmerkmalfrei ausgebildet ist.
     
    11. Schließsystem (100), umfassend einen Schließzylinderschlüssel (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche und einen zugehörigen Schließzylinder (102).
     


    Claims

    1. Lock cylinder key (10) with a key bow (12) and a key shaft (16) running axially (14) from the key bow (12), whereby the key shaft (16) has a wave-shaped profile (28) on the back side (22) facing away from the narrow side (20) of the key shaft (16) with notches, whereby the wave-shaped profile (28) on the back side (22) runs along the entire axial length of the key shaft (16).
     
    2. Lock cylinder key (10) as per claim 1, distinguished by the fact that the wave-shaped profile (28) has multiple wave peaks (30, 32, 33) between each of which is a wave trough (34, 36).
     
    3. Lock cylinder key (10) as per claim 1 or 2, distinguished by the fact that the wave-shaped profile (28) is symmetrically shaped and/or arranged in relation to the middle lengthwise level of the key shaft (16).
     
    4. Lock cylinder key (10) as per claim 2 or 3, distinguished by the fact that the wave peaks (30, 32, 33) on the back side (22) are located on the margin.
     
    5. Lock cylinder key (10) as per one of the preceding claims, distinguished by the fact that the wave-shaped profile (28) is sinusoidal.
     
    6. Lock cylinder key (10) as per one of the claims 2 to 5, distinguished by the fact that the wave peaks (30, 32, 33) each have an arch-shaped curvature, the curve radius of which is larger than that of the wave troughs (34, 36) between the wave peaks (30, 32, 33).
     
    7. Lock cylinder key (10) as per one of the preceding claims, distinguished by the fact that the wave-shaped profile (28) is within the contours bordering the key shaft (!6) on its flat sides (24, 26).
     
    8. Lock cylinder key (10) as per one of the claims 2 to 7, distinguished by the fact that the marginal wave peaks (30, 32) of the wave-shaped profile (28) each pass into the flat sides (24, 26) of the key shaft (16) via an edge (40, 42).
     
    9. Lock cylinder key (10) as per one of the claims 2 to 7, distinguished by the fact that the marginal wave peaks (30, 32) of the wave-shaped profile (28) each pass into the flat sides (24, 26) of the key shaft (16) via a curve (44, 46).
     
    10. Lock cylinder key (10) as per one of the preceding claims, distinguished by the fact that the back side (22) is free of any locking characteristics.
     
    11. Lock system (100), encompassing a lock cylinder key (10) as per one of the preceding claims and a matching lock cylinder (102).
     


    Revendications

    1. Clé pour barillet (10) avec une tête de clé (12) et une tige de clé (16) s'étendant à partir de la tête de clé (12) le long d'une direction axiale (14), dans laquelle la tige de clé (16) présente sur la face arrière (22), qui est opposée au petit côté (20) de la tige de clé (16) pourvu d'entailles, un profil ondulé (28), dans laquelle le profil ondulé (28) sur la face arrière (22) est réalisé sur toute la longueur axiale de la tige de clé (16).
     
    2. Clé pour barillet (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que le profil ondulé (28) présente plusieurs crêtes (30, 32, 33), entre lesquelles est disposé respectivement un creux (34, 36) .
     
    3. Clé pour barillet (10) selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le profil ondulé (28) est réalisé et/ou disposé de manière symétrique par rapport au plan longitudinal médian de la tige de clé (16).
     
    4. Clé pour barillet (10) selon la revendication 2 ou 3, caractérisée en ce que les crêtes (30, 32, 33) sont disposées de façon marginale sur la face arrière (22).
     
    5. Clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le profil ondulé (28) est réalisé de manière sinusoïdale.
     
    6. Clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications 2 à 5, caractérisée en ce que les crêtes (30, 32, 33) présentent respectivement une courbure arquée dont le rayon de courbure est supérieur au rayon de courbure du creux (34, 36) situé entre les crêtes (30, 32, 33).
     
    7. Clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que le profil ondulé (28) se situe à l'intérieur de l'enveloppe qui délimite la tige de clé (16) en direction de ses faces plates (24, 26).
     
    8. Clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications 2 à 7, caractérisée en ce que les crêtes (30, 32) marginales du profil ondulé (28) passent respectivement au moyen d'un bord (40, 42) dans les faces plates (24, 26) de la tige de clé (16).
     
    9. Clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications 2 à 7, caractérisée en ce que les crêtes (30, 32) marginales du profil ondulé (28) passent respectivement au moyen d'un arrondi (44, 46) dans les faces plates (24, 26) de la tige de clé (16).
     
    10. Clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce que la face arrière (22) est réalisée de manière exempte de caractéristique de serrure.
     
    11. Système de serrure (100), comprenant une clé pour barillet (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes et un barillet (102) associé.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente