(19)
(11)EP 3 722 694 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
14.10.2020  Patentblatt  2020/42

(21)Anmeldenummer: 20163298.1

(22)Anmeldetag:  16.03.2020
(51)Int. Kl.: 
F24H 1/00  (2006.01)
B60H 1/22  (2006.01)
F28D 7/10  (2006.01)
B01D 53/86  (2006.01)
F01N 3/20  (2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30)Priorität: 10.04.2019 DE 102019109382

(71)Anmelder: Eberspächer Climate Control Systems GmbH
73730 Esslingen (DE)

(72)Erfinder:
  • Humburg, Michael
    73035 Göppingen (DE)
  • Jensen, Hans
    73265 Dettingen (DE)

(74)Vertreter: Ruttensperger Lachnit Trossin Gomoll 
Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB Arnulfstraße 58
80335 München
80335 München (DE)

  


(54)WÄRMETAUSCHERBAUGRUPPE


(57) Eine Wärmetauscherbaugruppe für ein brennstoffbetriebenes Fahrzeugheizgerät umfasst ein inneres Wärmetauschergehäuse (10) mit einer eine Gehäuseachse (A) umgebenden inneren Umfangswand (16) und einer inneren Bodenwand (18), wobei das innere Wärmetauschergehäuse (10) einen Abgasströmungsraum (58) begrenzt, sowie ein äußeres Wärmetauschergehäuse (12) mit einer äußeren Umfangswand (22) und einer äußeren Bodenwand (24), wobei das äußere Wärmetauschergehäuse (12) und das innere Wärmetauschergehäuse (10) einen Wärmeträgermediumströmungsraum (28) begrenzen, wobei am äußeren Wärmetauschergehäuse (12) ein Abgasbehandlungsraum (36) vorgesehen ist, und wobei in dem Abgasbehandlungsraum (36) wenigstens eine von Abgas durchströmbare Abgasbehandlungseinheit (50) angeordnet ist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wärmetauscherbaugruppe, welche beispielsweise in einem brennstoffbetriebenen Fahrzeugheizgerät dazu eingesetzt werden kann, die bei der Verbrennung freigesetzte Wärme auf ein Wärmeträgermedium, insbesondere ein flüssiges Wärmeträgermedium, zu übertragen.

[0002] Aufgrund strenger werdender Abgasnormen besteht auch bei brennstoffbetriebenen Fahrzeugheizgeräten das Erfordernis, bei der Verbrennung entstehendes Abgas zu reinigen, um den Schadstoffgehalt, insbesondere den Stickoxidgehalt, zu senken. Hierzu kann in einer an das Heizgerät anschließenden und das bei der Verbrennung entstehende Abgas aus dem Bereich des Heizgeräts abführenden Abgasanlage eine Abgasbehandlungseinheit vorgesehen sein.

[0003] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Wärmetauscherbaugruppe vorzusehen, welche bei baulich einfacher und kompakter Ausgestaltung die Minderung des Schadstoffgehalts in dem diese durchströmenden Abgas ermöglicht.

[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Wärmetauscherbaugruppe für ein brennstoffbetriebenes Fahrzeugheizgerät umfassend:
  • ein inneres Wärmetauschergehäuse mit einer eine Gehäuseachse umgebenden inneren Umfangswand und einer inneren Bodenwand, wobei das innere Wärmetauschergehäuse einen Abgasströmungsraum begrenzt,
  • ein äußeres Wärmetauschergehäuse mit einer äußeren Umfangswand und einer äußeren Bodenwand, wobei das äußere Wärmetauschergehäuse und das innere Wärmetauschergehäuse einen Wärmeträgermediumströmungsraum begrenzen,
wobei am äußeren Wärmetauschergehäuse ein Abgasbehandlungsraum vorgesehen ist, und wobei in dem Abgasbehandlungsraum wenigstens eine von Abgas durchströmbare Abgasbehandlungseinheit angeordnet ist.

[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Aufbau einer Wärmetauscherbaugruppe wird eine baulich Verknüpfung zwischen einem zur Wärmeübertragung auf ein Wärmeträgermedium vorgesehenen Systembereich und einem zur Abgasbehandlung vorgesehenen Systembereich bereitgestellt. Die Abgasbehandlung erfolgt somit in unmittelbarer Nähe bzw. unmittelbar anschließend an den wärmeübertragenden Systembereich, so dass die in diesem Bereich vorhandene Wärme für eine effizientere Abgasbehandlung genutzt werden kann.

[0006] Für eine bauliche Verknüpfung der Funktion Wärmeübertragung mit der Funktion Abgasbehandlung wird vorgeschlagen, dass der Abgasbehandlungsraum durch die äußere Umfangswand und eine an die äußere Umfangswand anschließende und diese in Umfangsrichtung um die Gehäuseachse bereichsweise umgebende Abgasbehandlungsraum-Umfangswand begrenzt ist, oder/und dass der Abgasbehandlungsraum in einem ersten axialen Endbereich durch eine vorzugsweise im axialen Bereich der äußeren Bodenwand angeordnete Abgasbehandlungsraum-Bodenwand begrenzt ist. Ferner kann dabei vorgesehen sein, dass in der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand eine aus dem Abgasbehandlungsraum führende Abgasauslassöffnung vorgesehen ist.

[0007] Bei einer stabilen, einfach herzustellenden und insbesondere hinsichtlich der Gasdichtigkeit besonders vorteilhaften Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das äußere Wärmetauschergehäuse mit der äußeren Umfangswand, der äußeren Bodenwand und der Abgasbehandlungsraum-Umfangswand oder/und der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand einstückig ausgebildet ist.

[0008] Um das Anordnen wenigstens einer Abgasbehandlungseinheit im Abgasbehandlungsraum zu ermöglichen, diesen aber gleichwohl an beiden axialen Endbereichen abschließen zu können, wird vorgeschlagen, dass der Abgasbehandlungsraum in einem zweiten axialen Endbereich durch ein an dem äußeren Wärmetauschergehäuse angebrachtes Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement abgeschlossen ist. Zum Einleiten von Abgas in den Abgasbehandlungsraum kann in dem Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement eine in den Abgasbehandlungsraum führende Abgaseinlassöffnung vorgesehen sein.

[0009] Um das aus dem Brennerbereich eines Heizgeräts ausgestoßene und die Wärmetauscherbaugruppe durchströmende Abgas in den Abgasbehandlungsraum leiten zu können, wird weiter vorgeschlagen, dass am inneren Wärmetauschergehäuse ein zu dem Abgasbehandlungsraum führender Abgaskanal vorgesehen ist.

[0010] Da der Abgaskanal in radialer Richtung über denjenigen radialen Bereich hinweg geführt werden muss, in welchem der Wärmeträgermediumströmungsraum liegt, wird weiter vorgeschlagen, dass das innere Wärmetauschergehäuse einen Gehäusekopfbereich aufweist, wobei die innere Umfangswand in ihrem von der inneren Bodenwand entfernten axialen Endbereich an den Gehäusekopfbereich anschließt, und dass der Abgaskanal an dem Gehäusekopfbereich vorgesehen ist.

[0011] Auch dabei kann eine hinsichtlich der Gasdichtigkeit und der einfachen und stabilen Ausgestaltung besonders vorteilhafte Ausgestaltung erreicht werden, wenn der Gehäusekopfbereich mit der inneren Umfangswand der inneren Bodenwand einstückig ausgebildet ist.

[0012] Zum Bereitstellen des Abgaskanals im Gehäusekopfbereich kann am Gehäusekopfbereich ein bezüglich der Gehäuseachse nach radial außen sich erstreckender Abgaskanalansatz vorgesehen sein, wobei an dem Abgaskanalansatz an einer dem Abgasbehandlungsraum zugewandten axialen Seite ein vom Abgaskanalansatz axial vorstehender Abgasleitungsbereich vorgesehen ist, wobei der Abgaskanal den Abgaskanalansatz und den Abgasleitungsbereich durchsetzt und im Bereich des Abgasleitungsbereichs zu dem Abgasbehandlungsraum offen ist.

[0013] Eine Strömungsverbindung zwischen dem Abgaskanal und dem Abgasbehandlungsraum kann in einfacher Weise dadurch realisiert werden, dass der Abgasleitungsbereich in die Abgaseinlassöffnung eingeführt ist.

[0014] Zum Einleiten und Ausleiten von Wärmeträgermedium in den bzw. aus dem Wärmeträgermediumströmungsraum kann am Gehäusekopfbereich ein Wärmeträgermediumeinlass mit einem zu dem Wärmeträgermediumströmungsraum führenden Einlasskanal vorgesehen sein oder/und kann am Gehäusekopfbereich ein Wärmeträgermediumauslass mit einem von dem Wärmeträgermediumströmungsraum weg führenden Auslasskanal vorgesehen sein.

[0015] Wenigstens eine im Abgasbehandlungsraum angeordnete Abgasbehandlungseinheit kann eine Stickoxid-Speichereinheit, vorzugsweise Stickoxidkatalysator, umfassen.

[0016] Die Erfindung betrifft ferner ein brennstoffbetriebenes Heizgerät, umfassend eine mit Brennstoff und Verbrennungsluft gespeiste Brennkammerbaugruppe und eine erfindungsgemäß aufgebaute Wärmetauscherbaugruppe.

[0017] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren detailliert beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1
eine Seitenansicht eines inneren Wärmetauschergehäuses;
Fig. 2
eine Längsschnittansicht eines äußeren Wärmetauschergehäuses;
Fig. 3
eine Querschnittansicht des äußeren Wärmetauschergehäuses der Fig. 2, geschnitten längs einer Linie III-III in Fig. 2;
Fig. 4
eine Ansicht des äußeren Wärmetauschergehäuses in Blickrichtung IV in Fig. 2;
Fig. 5
ein an dem äußeren Wärmetauschergehäuse zum Abschließen eines Abgasbehandlungsraums angeordnetes Abgasbehandlungsraum-Abschließelement;
Fig. 6
eine das innere Wärmetauschergehäuse der Fig. 1 und das äußere Wärmetauschergehäuse der Fig. 2 umfassende Wärmetauscherbaugruppe.


[0018] Die Fig. 1 und 2 zeigen ein inneres Wärmetauschergehäuse 10 bzw. ein äußeres Wärmetauschergehäuse 12, welche zum Aufbau einer Wärmetauscherbaugruppe 14 für ein brennstoffbetriebenes Fahrzeugheizgerät ineinander eingesetzt werden. Im Zusammenbau sind das innere Wärmetauschergehäuse 10 und das äußere Wärmetauschergehäuse 12 bzw. die damit aufgebaute Wärmetauscherbaugruppe 14 in Fig. 6 dargestellt.

[0019] Das innere Wärmetauschergehäuse 10 umfasst eine eine Gehäuseachse A umgebende innere Umfangswand 16 sowie eine daran anschließende bzw. damit einstückig ausgebildete innere Bodenwand 18. An dem von der inneren Bodenwand 18 entfernten axialen Endbereich schließt die innere Umfangswand 16 an einen allgemein mit 20 bezeichnetem Gehäusekopfbereich auf, welcher grundsätzlich eine ringartig die Gehäuseachse A umgebende Gestalt aufweist.

[0020] Das äußere Wärmetauschergehäuse 12 ist mit einer äußeren Umfangswand 22 und einer daran anschließenden bzw. damit einstückig ausgebildeten äußeren Bodenwand 24 aufgebaut. An dem Gehäusekopfbereich 20 des inneren Wärmetauschergehäuses 10 ist eine Montagestufe 26 ausgebildet, über welche im Zusammenbauzustand die äußere Umfangswand 22 des äußeren Wärmetauschergehäuses 12 geführt ist, so dass eine beispielsweise auch durch Verklebung unterstützte fluiddichte Verbindung zwischen dem inneren Wärmetauschergehäuse 12 und dem äußeren Wärmetauschergehäuse 24 gebildet ist. Zwischen dem inneren Wärmetauschergehäuse 10 und dem äußeren Wärmetauschergehäuse 12 ist ein Wärmeträgermediumströmungsraum 28 gebildet. Über einen am Gehäusekopfbereich 20 gebildeten Wärmeträgermediumeinlass 30 bzw. einen in Fig. 6 schematisch angedeuteten Einlasskanal 32 kann das Wärmeträgermedium, im Allgemeinen eine Flüssigkeit, wie z. B. das Kühlwasser im Kühlwasserkreislauf einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, in dem Wärmeträgermediumströmungsraum 28 eingeleitet werden. Ein in der Figur nicht dargestellter und ebenfalls am Gehäusekopfbereich 20 vorgesehener Wärmeträgermediumauslass führt das im Bereich der Wärmetauscherbaugruppe 14 erwärmte Wärmeträgermedium wieder aus dem Bereich des Wärmeträgermediumströmungsraums 28 ab.

[0021] Am äußeren Wärmetauschergehäuse 12 ist eine die äußere Umfangswand 22 in einem Bereich derselben radial außen umgebende bzw. an diese anschließende, insbesondere damit auch integral bzw. einstückig ausgebildete Abgasbehandlungsraum-Umfangswand 34 vorgesehen. Diese erstreckt sich vorzugsweise über den gesamten axialen Erstreckungsbereich der äußeren Umfangswand 22 und begrenzt zusammen mit dieser einen Abgasbehandlungsraum 36 im Wesentlichen in radialer Richtung und in Umfangsrichtung um die Gehäuseachse A.

[0022] Im Bereich der äußeren Bodenwand 24 ist in Zuordnung zu der Abgasbehandlungsraum-Umfangswand 34 eine Abgasbehandlungsraum-Bodenwand 38 vorgesehen, welche vorzugsweise im axialen Bereich der äußeren Bodenwand 24 positioniert ist bzw. diese nach radial außen verlängert und den Abgasbehandlungsraum 36 in einem ersten axialen Endbereich 44 begrenzt. In der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand 38 ist beispielsweise im Bereich eines Auslassstutzens 42 eine aus dem Abgasbehandlungsraum 36 heraus führende Abgasauslassöffnung 44 vorgesehen.

[0023] In einem dem Gehäusekopfbereich 20 naheliegend positioniertem zweiten axialen Endbereich 46 ist der Abgasbehandlungsraum 36 durch ein beispielsweise plattenartig ausgebildetes Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement 48 abgeschlossen. Dieses Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement 48 ist an die gekrümmte Kontur des Abgasbehandlungsraums 36 angepasst und kann beispielsweise axial an die Abgasbehandlungsraum-Umfangswand 34 derart angesetzt werden, dass es mit der äußeren Umfangswand 32 axial bündig endet. Zum Erhalt eines gasdichten Abschlusses kann das Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement durch Materialschluss, beispielsweise Verklebung, mit dem äußeren Wärmetauschergehäuse 12 im Bereich einer Stirnseite der Abgasbehandlungsraum-Umfangswand 34 bzw. einer Außenumfangsseite der Außenumfangswand 22 verbunden werden.

[0024] Im Abgasbehandlungsraum 36 ist zumindest eine allgemein mit 50 bezeichnete Abgasbehandlungseinheit angeordnet. Diese kann beispielsweise als Stickoxid-Speichereinheit, insbesondere Stickoxidkatalysator, ausgebildet sein. Ein derartiger Stickoxidkatalysator kann beispielsweise einen monolithischen oder als Metallgeflecht oder dergleichen aufgebauten und an seiner Oberfläche mit katalytisch wirksamem Material beschichteten Katalysatorkern umfassen. Auch dessen Querschnittskontur kann, wie die Fig. 3 dies zeigt, an die Querschnittskontur des Abgasbehandlungsraums 36 angepasst sein. Insbesondere kann die Abgasbehandlungseinheit 50 derart geformt und dimensioniert sein, dass sie im Abgasbehandlungsraum 36 zwischen der Abgasbehandlungsraum-Umfangswand 34 und der Außenumfangswand 22 radial unter Presspassung gehalten ist und beispielsweise an der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand 38 axial abgestützt ist.

[0025] An dem Gehäusekopfbereich 20 ist in einem dem Abgasbehandlungsraum 34 entsprechenden Umfangsbereich nach radial außen vorspringend ein Abgaskanalansatz 52 vorgesehen. In einer einer Abgaseinlassöffnung 54 im Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement 48 entsprechenden Umfangspositionierung und Radialpositionierung ist am Abgaskanalansatz 52 von diesem axial in Richtung auf das Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement 48 zu hervorstehend ein Abgasleitungsbereich 54 beispielsweise in Form eines Abgasstutzens ausgebildet. In dem Abgaskanalansatz 52 bzw. in dem Abgasleitungsbereich 54 ist ein Abgaskanal 56 ausgebildet. Über den Abgaskanal 56 ist eine Abgasströmungsverbindung zwischen einem von bei der Verbrennung entstehendem Abgas durchströmbaren und im Inneren des inneren Wärmetauschergehäuses 10 gebildeten Abgasströmungsraum 58 und dem Abgasbehandlungsraum 34 bereitgestellt. Hierfür kann der Abgasleitungsbereich 55 in die Abgaseinlassöffnung 54 beispielsweise unter Presspassung eingeführt sein, so dass auch ein gasdichter Anschluss erreicht wird. Die Gasdichtigkeit kann durch den Einsatz eines zwischen dem Abgasleitungsbereich 55 und dem Abgasraum-Abschlusselement 48 wirkenden Dichtungselements oder durch Materialschluss unterstützt werden.

[0026] Um das innere Wärmetauschergehäuse 10 vorzugsweise aus Metallmaterial, wie z. B. aluminiumhaltigem Metallmaterial, aus einem Stück in einen Gussverfahren herstellen zu können, kann der Gehäusekopfbereich 20 im Bereich des Abgaskanalansatzes 52 bzw. des darin gebildeten Abschnitts des Abgaskanals 56 nach radial außen offen sein und durch ein daran dann festzulegendes Verschlusselement 60 gasdicht abgeschlossen werden. Auch das äußere Wärmetauschergehäuse 12 kann mit der äußeren Umfangswand 22, der äußeren Bodenwand 24, der Abgasbehandlungsraum-Umfangswand 34, der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand 38 und dem Auslassstutzen 42 einstückig in einem Gussverfahren hergestellt werden, wobei hierzu aufgrund der geringeren thermischen Belastung alternativ zu dem Aufbau mit Metallmaterial auch Kunststoffmaterial eingesetzt werden kann.

[0027] Mit dem vorangehend beschriebenen Aufbau einer Wärmetauscherbaugruppe mit in diese integrierter Abgasbehandlungseinheit wird ein einfach zu realisierender, kompakter Aufbau mit einer geringen Anzahl an dafür erforderlichen Bauteilen realisiert. Da der Abgasbehandlungsraum und die in diesem angeordnete Abgasbehandlungseinheit unmittelbar anschließend an die Außenumfangswand des äußeren Wärmetauschergehäuses angeordnet ist und im Heizbetrieb diese äußere Umfangswand durch das dem Wärmeträgermediumströmungsraum durchströmende und darin erwärmte Wärmeträgermedium ebenfalls erwärmt wird, kann ein Teil dieser Wärme genutzt werden, um die für die Durchführung einer katalytischen Reaktion in der Abgasbehandlungseinheit erforderliche Temperatur schneller zu erreichen, wenn die Abgasbehandlungseinheit vom aus dem Abgaskanal mit einer Temperatur von mehr als 350°C austretendem Abgas durchströmt wird. Dabei ist von besonderer Bedeutung, dass die Abgasbehandlungseinheit unmittelbar anschließend an den Abgasaustritt aus dem Abgaskanal angeordnet ist, so dass auch hier wesentliche Wärmeverluste im Abgas vermieden werden. Somit kann die im Abgas transportierte Wärme ebenfalls effizient dazu genutzt werden, die Abgasbehandlungseinheit schnell auf die erforderliche Betriebstemperatur zu bringen bzw. bei dieser zu halten.


Ansprüche

1. Wärmetauscherbaugruppe für ein brennstoffbetriebenes Fahrzeugheizgerät umfassend:

- ein inneres Wärmetauschergehäuse (10) mit einer eine Gehäuseachse (A) umgebenden inneren Umfangswand (16) und einer inneren Bodenwand (18), wobei das innere Wärmetauschergehäuse (10) einen Abgasströmungsraum (58) begrenzt,

- ein äußeres Wärmetauschergehäuse (12) mit einer äußeren Umfangswand (22) und einer äußeren Bodenwand (24), wobei das äußere Wärmetauschergehäuse (12) und das innere Wärmetauschergehäuse (10) einen Wärmeträgermediumströmungsraum (28) begrenzen,

wobei am äußeren Wärmetauschergehäuse (12) ein Abgasbehandlungsraum (36) vorgesehen ist, und wobei in dem Abgasbehandlungsraum (36) wenigstens eine von Abgas durchströmbare Abgasbehandlungseinheit (50) angeordnet ist.
 
2. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 1, dass der Abgasbehandlungsraum (36) durch die äußere Umfangswand (22) und eine an die äußere Umfangswand (22) anschließende und diese in Umfangsrichtung um die Gehäuseachse (A) bereichsweise umgebende Abgasbehandlungsraum-Umfangswand (34) begrenzt ist, oder/und dass der Abgasbehandlungsraum (36) in einem ersten axialen Endbereich (40) durch eine vorzugsweise im axialen Bereich der äußeren Bodenwand (24) angeordnete Abgasbehandlungsraum-Bodenwand (38) begrenzt ist.
 
3. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand (38) eine aus dem Abgasbehandlungsraum (36) führende Abgasauslassöffnung (44) vorgesehen ist.
 
4. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das äußere Wärmetauschergehäuse (12) mit der äußeren Umfangswand (22), der äußeren Bodenwand (24) und der Abgasbehandlungsraum-Umfangswand (34) oder/und der Abgasbehandlungsraum-Bodenwand (38) einstückig ausgebildet ist.
 
5. Wärmetauscherbaugruppe nach einem der Ansprüche 2-4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abgasbehandlungsraum (36) in einem zweiten axialen Endbereich (46) durch ein an dem äußeren Wärmetauschergehäuse (12) angebrachtes Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement (48) abgeschlossen ist.
 
6. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Abgasbehandlungsraum-Abschlusselement (48) eine in den Abgasbehandlungsraum (36) führende Abgaseinlassöffnung (54) vorgesehen ist.
 
7. Wärmetauscherbaugruppe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am inneren Wärmetauschergehäuse (10) ein zu dem Abgasbehandlungsraum (36) führender Abgaskanal (56) vorgesehen ist.
 
8. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Wärmetauschergehäuse (10) einen Gehäusekopfbereich (20) aufweist, wobei die innere Umfangswand (16) in ihrem von der inneren Bodenwand (18) entfernten axialen Endbereich an den Gehäusekopfbereich (20) anschließt, und dass der Abgaskanal (56) an dem Gehäusekopfbereich (20) vorgesehen ist.
 
9. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehäusekopfbereich (20) mit der inneren Umfangswand (16) und der inneren Bodenwand (18) einstückig ausgebildet ist.
 
10. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäusekopfbereich (20) ein bezüglich der Gehäuseachse (A) nach radial außen sich erstreckender Abgaskanalansatz (52) vorgesehen ist, wobei an dem Abgaskanalansatz (52) an einer dem Abgasbehandlungsraum (36) zugewandten axialen Seite ein vom Abgaskanalansatz (52) axial vorstehender Abgasleitungsbereich (55) vorgesehen ist, wobei der Abgaskanal (56) den Abgaskanalansatz (52) und den Abgasleitungsbereich (55) durchsetzt und im Bereich des Abgasleitungsbereichs (55) zu dem Abgasbehandlungsraum (36) offen ist.
 
11. Wärmetauscherbaugruppe nach Anspruch 6 und Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abgasleitungsbereich (55) in die Abgaseinlassöffnung (54) eingeführt ist.
 
12. Wärmetauscherbaugruppe nach einem der Ansprüche 8-11, dadurch gekennzeichnet, dass am Gehäusekopfbereich (20) ein Wärmeträgermediumeinlass (30) mit einem zu dem Wärmeträgermediumströmungsraum (28) führenden Einlasskanal (32) vorgesehen ist, oder/und dass am Gehäusekopfbereich (20) ein Wärmeträgermediumauslass mit einem von dem Wärmeträgermediumströmungsraum (28) weg führenden Auslasskanal vorgesehen ist.
 
13. Wärmetauscherbaugruppe nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine im Abgasbehandlungsraum (36) angeordnete Abgasbehandlungseinheit (50) eine Stickoxid-Speichereinheit, vorzugsweise Stickoxidkatalysator, umfasst.
 
14. Brennstoffbetriebenes Heizgerät, umfassend eine mit Brennstoff und Verbrennungsluft gespeiste Brennkammerbaugruppe und eine Wärmetauscherbaugruppe (14) einem der vorangehenden Ansprüche.
 




Zeichnung