(19)
(11)EP 3 726 114 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
21.10.2020  Patentblatt  2020/43

(21)Anmeldenummer: 19169250.8

(22)Anmeldetag:  15.04.2019
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F16L 25/00(2006.01)
F16L 33/22(2006.01)
F16L 13/14(2006.01)
F16L 5/02(2006.01)
F16L 58/18(2006.01)
F16L 33/24(2006.01)
F16L 33/207(2006.01)
F16L 13/08(2006.01)
F16L 33/26(2006.01)
F16L 5/12(2006.01)
F16L 13/02(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: Mahmutovic, Nedzib
4060 Leonding (AT)

(72)Erfinder:
  • Mahmutovic, Nedzib
    4060 Leonding (AT)

(74)Vertreter: Patentanwaltskanzlei Matschnig & Forsthuber OG 
Biberstraße 22 Postfach 36
1010 Wien
1010 Wien (AT)

  


(54)VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER MEDIENDICHTEN VERBINDUNG


(57) Verfahren zur Herstellung einer mediendichten Verbindung zwischen einem Rohr (100) und einem Verbinder (200), wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
a) Bereitstellen eines flexiblen metallischen Rohres (100) mit einer schraubenlinienförmig gewellten Mantelfläche und einen Endbereich (110),
b) Bereitstellen eines Verbinders (200), welcher einen Überwurfring (210) und einen Einschraubstutzen (250) umfasst, wobei der Überwurfring (210) eine erste Kontur (220) aufweist und auf den Endbereich (110) des Rohres (100) aufschraubbar ist, und wobei der Einschraubstutzen (250) eine zweite Kontur (260) aufweist und in den Endbereich (110) einschraubbar ist,
c) Aufschrauben des Überwurfringes (210) auf den Endbereich (110), wobei zwischen dem Überwurfring (210) und der Mantelfläche des Rohres (100) ein Spiel vorhanden ist,
d) Einschrauben des Einschraubstutzen (250) in den Endbereich (110), wobei zwischen dem Einschraubstutzen (250) und der Mantelfläche des Rohres (100) ein Spiel vorhanden ist,
e) Verpressen des Überwurfringes (210) und des Einschraubstutzens (250) gegeneinander zur Behebung des Spiels, sodass die Mantelfläche mediendicht und formschlüssig an der ersten Kontur (220) und an der zweiten Kontur (260) anliegt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer mediendichten, und vorzugsweise nicht lösbaren, Verbindung zwischen einem Rohr und einem Verbinder.

[0002] Im Allgemeinen weisen flexible Spiralrohre im Vergleich mit ringförmigen bzw. wellenförmigen Rohren einen kleineren Strömungswiderstand auf und erleichtern dadurch den Wärmeaustausch zwischen einem im Rohr verlaufenden Medium, beispielweise einer Flüssigkeit, und einem außerhalb des Rohres befindlichen Medium. Ferner können solche Spiralrohre in der Regel frei gebogen werden, sodass eine optimale Anpassbarkeit in der Verlegung solcher Rohre ermöglicht wird.

[0003] Um ein Spiralrohr mit einem weiteren Rohr, einem Wärmespeicher, usw. zu verbinden, werden im Stand der Technik ein Verbinder mit einer einfachen Schraubverbindung und einer Dichtung, beispielsweise aus Gummi, verwendet. Allerdings ruft ein solcher Verbinder eine Beschädigung bei Teilen, wie beispielsweise der Dichtung, hervor was zum Auslecken des im Rohr verlaufenden Mediums führt. Auch können durch unvermeidbare chemische Reaktionen bzw. Alterung solche Dichtungen zum Versagen und Eindringen eines korrosiven Wärmeträgermediums in das zu erwärmende Medium (z.B. Trinkwasser) führen.

[0004] Ferner können auch lösbare Verbindungen zwischen Rohr und Verbinder vorgesehen sein, doch diese Verbindungen aus dem Stand der Technik neigen bei Vibrationen zur Undichtigkeit und Versagen.

[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Herstellung einer mediendichten, und vorzugsweise nicht lösbaren, Verbindung zwischen einem Rohr und einem Verbinder bereitzustellen.

[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das obengenannte Verfahren folgende Schritte aufweist:
  1. a) Bereitstellen eines flexiblen metallischen Rohres mit einer Mantelfläche und Wandstärke, wobei die Mantelfläche schraubenlinienförmig gewellt ist, und wobei das Rohr einen Endbereich aufweist,
  2. b) Bereitstellen eines Verbinders, welcher einen Überwurfring und einen Einschraubstutzen umfasst, wobei der Überwurfring eine erste schraubenlinienförmige, zur Mantelfläche des Rohres korrespondierende Kontur aufweist und auf den Endbereich des Rohres auf die Mantelfläche außenseitig händisch aufschraubbar ist, und wobei der Einschraubstutzen eine zweite schraubenlinienförmige, zur Mantelfläche des Rohres korrespondierende Kontur aufweist und in den Endbereich des Rohres innenseitig händisch einschraubbar ist,
  3. c) Aufschrauben des Überwurfringes auf den Endbereich des Rohres, wobei zur Erfüllung einer freien Schraubverbindung zwischen dem Überwurfring und der Mantelfläche des Rohres ein Spiel vorhanden ist,
  4. d) Einschrauben des Einschraubstutzen in den Endbereich des Rohres, wobei zur Erfüllung einer freien Schraubverbindung zwischen dem Einschraubstutzen und der Mantelfläche des Rohres ein Spiel vorhanden ist, und wobei zumindest ein Abschnitt des Endbereichs des Rohres zwischen der ersten Kontur des Überwurfringes und der zweiten Kontur des Einschraubstutzens angeordnet ist,
  5. e) Verpressen des Überwurfringes und des Einschraubstutzens gegeneinander zur zumindest teilweisen Behebung des Spiels, sodass der Abschnitt des Endbereiches des Rohres mediendicht und formschlüssig an der ersten Kontur des Überwurfringes und an der zweiten Kontur des Einschraubstutzens anliegt.


[0007] Die Reihenfolge von Schritt c) und Schritt d) ist grundsätzlich frei, es sei denn die Reihenfolge ist technisch bedingt, wie oben, einzuhalten.

[0008] Um ein händisches Aufschrauben zu ermöglichen entspricht das Spiel bzw. der Abstand zwischen der ersten Kontur und der zweiten Kontur beispielsweise mindestens 1,1 mal der Wandstärke des Rohres.

[0009] Die erste und zweite schraubenlinienförmige Kontur ist gewissermaßen als Gewinde zu verstehen, welches mit der schraubenlinienförmig gewellten Mantelfläche des Rohres, welche Mantelfläche gewissermaßen als Gegengewinde zu der ersten und zweiten Kontur ausgebildet ist, korrespondieren.

[0010] Durch das Verpressen in Schritt e) ist die Verbindung zwischen dem Rohr und dem Verbinder bereits mediendicht, d.h. es ist dicht, selbst ohne Schweißen oder Löten der Verbindungsteile.

[0011] Unter dem Begriff "Spiel" sind beispielsweise Hohlräume zwischen der ersten Kontur und der Mantelfläche, und zwischen der zweiten Kontur und der Mantelfläche zu verstehen, wobei dies dem Fachmann bekannt ist. Ein solches Spiel bzw. solche Hohlräume sind zwangsweise vorhanden, um ein einfaches Ein- und Aufschrauben des Überwurfrings und des Einschraubstutzen per Hand zu ermöglichen.

[0012] Bei dem flexiblen metallischen Rohr kann es sich um ein sogenanntes Spiralrohr handeln. Es sei darauf hingewiesen, dass zwischen einem Spiralrohr und einem Wellenrohr insofern ein Unterschied besteht, als das Wellenrohr zueinander parallel angeordnete und in Längsrichtung des Wellenrohres orthogonal stehende Ausbuchtungen aufweist, welche insgesamt kein Gewinde oder Ähnliches bilden, was ein Aufschrauben eines Gegenstückes ermöglicht.

[0013] Bei Verwendung eines Druckgerätes werden üblicherweise keine Spiralrohre eingesetzt, da die Verbindungsstücke zwischen dem Rohr und Verbindern aus dem Stand der Technik nicht mediendicht sind sowie auch nicht die dafür notwendigen Sicherheiten und Normerfordernisse für den Einsatz in Druckgeräten aufweisen und deshalb nicht dafür eingesetzt werden, obwohl diese viele Vorteile bieten (flexibel formbar, usw.). Die Erfindung ermöglicht den Einsatz solcher Spiralrohre in Druckgeräten.

[0014] Es kann vorgesehen sein, dass der Einschraubstutzen einen Verbindungsabschnitt, welcher in einem eingeschraubten Zustand des Einschraubstutzens in dem Rohr von dem Endbereich des Rohres vorsteht und zum Anschluss einer weiteren Einrichtung zur Zu- und Abfuhr eines Mediums vorgesehen ist, und einen Schraubabschnitt, welcher die zweite schraubenlinienförmige Kontur aufweist, umfasst.

[0015] Der Verbindungsabschnitt kann beispielsweise ein zusätzliches Gewinde oder Flansch aufweisen, welches mit einem Anschluss der weiteren Einrichtung korrespondiert.

[0016] Es kann vorgesehen sein, dass sich der Verbindungsabschnitt in einem Übergangsabschnitt hin zu dem Schraubabschnitt verjüngt.

[0017] Es kann vorgesehen sein, dass in einem weiteren Schritt f) der Einschraubstutzen mit dem Überwurfring verschweißt wird.

[0018] Vorteil besteht darin, dass das in der Regel dünnwändige Rohr durch den Überwurfring und den Einschraubstutzen geschützt wird, sodass während des Schweißens am Rohr kein Schaden entstehen kann.

[0019] Es kann vorgesehen sein, dass der Einschraubstutzen im Übergangsabschnitt mit dem Überwurfring verschweißt wird.

[0020] Es kann vorgesehen sein, dass der Einschraubstutzen mit dem Überwurfring und dem Rohr verschweißt wird, vorzugsweise im Übergangsabschnitt des Einschraubstutzens.

[0021] Es kann vorgesehen sein, dass der Überwurfring zumindest eine Fase an einem seiner Enden aufweist, vorzugsweise zwei Fasen an gegenüberliegenden Enden aufweist.

[0022] Eine Fase ist im Allgemeinen eine abgeschrägte Fläche an einer Werkstückkante. Der Fasenwinkel ist gemessen von der Ebene der Kante, an welcher die Fase angeordnet wird. Es kann vorgesehen sein, dass der Fasenwinkel abhängig vom jeweils verwendeten Medium ausgebildet ist. Fasen werden an Bauteilen häufig zur Entfernung von Graten, der Verringerung der Verletzungsgefahren und der Vereinfachung von weiteren Montagen angebracht.

[0023] Die zumindest eine Fase des Überwurfrings ist beispielsweise wegen einer weiteren Lötbarkeit und Schutz vor Rohrbruch vorgesehen.

[0024] Ein weiterer Vorteil einer Lötverbindung zwischen dem Rohr und dem Überwurfring liegt darin, dass durch das Löten und dem Verpressen alle Spalten geschlossen werden und damit die Gefahr von Spaltkorrosionsbildung verhindert wird.

[0025] Spaltkorrosion tritt an Metallteilen bei Vorhandensein eines korrosiven Mediums in engen, nicht abgeschlossenen Spalten wie Überlappungen und/oder nicht durchgeschweißten Schweißnähten auf. Treibende Kraft sind Konzentrationsunterschiede zwischen dem Medium im Spalt und im Bereich außerhalb des Spalts, welche durch die im Spalt gehemmte Diffusion der Reaktionspartner verursacht werden. Selbst nicht-rostende CrNi-Stähle können in Spalten korrodieren, wenn dort keine schützende Oxidschicht vorhanden ist. Spaltkorrosion kann verhindert werden, indem man konstruktiv auf Spalte verzichtet oder diese so groß ausführt, dass die Diffusion der Medien nicht behindert wird.

[0026] Spaltkorrosion tritt beispielsweise auf, wenn bei Verwendung von Edelstahl die Oxidschicht des Edelstahls zerstört wird, beispielsweise durch Schweißen oder mechanisches Kratzen oder dass aggressive Medien bei gleichzeitigem Fehlen von Sauerstoff vorhanden sind. Die Spaltkorrosion tritt aus diesem Grund häufig in engen Spalten und kleinen Hohlräumen auf.

[0027] Es kann vorgesehen sein, dass in Schritt e) das Verpressen des Überwurfringes und des Einschraubstutzens mittels einem Presswerkzeug erfolgt.

[0028] Es kann vorgesehen sein, dass die schraubenlinienförmig gewellte Mantelfläche als Gewinde mit Gewindegängen ausgebildet ist.

[0029] Es kann vorgesehen sein, dass der Abschnitt des Endbereichs des Rohres, welcher zwischen der ersten Kontur des Überwurfringes und der zweiten Kontur des Einschraubstutzens angeordnet ist, eine Mindestlänge von zwei Gewindegängen, vorzugsweise drei Gewindegängen, aufweist.

[0030] Es kann vorgesehen sein, dass die Wandstärke des Rohres 2mm beträgt.

[0031] Es kann vorgesehen sein, dass die Länge der zweiten Kontur des Einschraubstutzens im Vergleich zur Länge der ersten Kontur des Überwurfringes um 7 mal der Wandstärke des Rohres länger oder kürzer ist, abhängig vom verwendeten Medium.

[0032] Es kann vorgesehen sein, dass der Schraubabschnitt des Einschraubstutzens an seinem dem Verbindungsabschnitt gegenüberliegenden Ende eine Abschlusskante aufweist, welche mit einem Radius abgerundet ist, vorzugsweise ist der Radius gleich der Wandstärke des Rohres.

[0033] Durch die abgerundete Abschlusskante wird vermieden, dass das Spiralrohr innenseitig beim Einschrauben des Einschraubstutzens beschädigt wird.

[0034] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von beispielhaften Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigt

Fig. 1 eine Detailschnittansicht eines Rohres mit einem aufgeschraubten Überwurfring und einem eingeschraubten Einschraubstutzen, wobei der Überwurfring und der Einschraubstutzen nicht gegeneinander verpresst sind,

Fig. 1a eine Detailvergrößerung eines Bereichs des Einschraubstutzens aus Fig. 1,

Fig. 2 eine Detailschnittansicht des Rohres aus Fig. 1, wobei der Überwurfring und der Einschraubstutzen gegeneinander verpresst sind,

Fig. 3 eine Schnittansicht des Rohres aus Fig. 2, wobei der Überwurfring und der Einschraubstutzen miteinander verschweißt sind und der Überwurfring mit dem Rohr verlötet ist,

Fig. 4 eine Schnittansicht des Rohres aus Fig. 3, wobei das Rohr beispielhaft in einem Druckgerät verlegt ist, und

Fig. 5 zeigt ein weiteres Beispiel eines Rohres mit einem Verbinder, welcher einen Flansch aufweist.



[0035] Fig. 1 zeigt eine Detailansicht eines Querschnittes eines beispielhaften Rohrs 100, wobei das Rohr 100 mit einem Verbinder 200 verbunden ist. Beim Verfahren zur Herstellung einer mediendichten, vorzugsweise nicht lösbaren, Verbindung zwischen dem Rohr 100 und dem Verbinder 200, wird zuerst das flexible metallische Rohres 100 mit einer Mantelfläche und Wandstärke s bereitgestellt, wobei die Mantelfläche schraubenlinienförmig gewellt ist, wobei die schraubenlinienförmig gewellte Mantelfläche als Gewinde mit Gewindegängen ausgebildet ist, und wobei das Rohr 100 einen Endbereich 110 aufweist. Ferner wird der Verbinder 200, welcher einen Überwurfring 210 und einen Einschraubstutzen 250 umfasst, bereitgestellt, wobei der Überwurfring 210 eine erste schraubenlinienförmige, zur Mantelfläche des Rohres 100 korrespondierende Kontur 220 aufweist und auf den Endbereich 110 des Rohres 100 auf die Mantelfläche außenseitig händisch aufschraubbar ist, und wobei der Einschraubstutzen 250 eine zweite schraubenlinienförmige, zur Mantelfläche des Rohres 100 korrespondierende Kontur 260 aufweist und in den Endbereich 110 des Rohres 100 innenseitig händisch einschraubbar ist.

[0036] Der der Einschraubstutzen 250 einen Verbindungsabschnitt 251, welcher in einem eingeschraubten Zustand des Einschraubstutzens 250 in dem Rohr 100 von dem Endbereich 110 des Rohres 100 vorsteht und zum Anschluss einer weiteren Einrichtung zur Zu- und Abfuhr eines Mediums vorgesehen ist, und einen Schraubabschnitt 252, welcher die zweite schraubenlinienförmige Kontur 260 aufweist, umfasst. Der Verbindungsabschnitt 251 verjüngt sich in dem in den Figuren gezeigten Beispiel in einem Übergangsabschnitt 253 hin zu dem Schraubabschnitt 252.

[0037] Der Überwurfring 210 weist in dem gezeigten Beispiel zwei entgegengesetzte Enden mit jeweils einer Fase auf, wobei eine erste Fase außenseitig an jenem Ende angeordnet ist, welches Ende dem Übergangsabschnitt 253 des Einschraubstutzens 250 gegenüberliegt bzw. am nächsten ist, und wobei eine zweite Fase innenseitig an jenem Ende des Überwurfringes 210 angeordnet ist, welches Ende dem Verbindungsabschnitt 251 des Einschraubstutzens 250 entgegengesetzt ist.

[0038] Eine Fase ist im Allgemeinen eine abgeschrägte Fläche an einer Werkstückkante. Der Fasenwinkel α ist gemessen von der Ebene der Kante, an welcher die Fase angeordnet wird, wobei der Fasenwinkel α beispielsweise in Fig. 1 eingezeichnet ist. Es kann vorgesehen sein, dass der Fasenwinkel α abhängig vom jeweils verwendeten Medium ausgebildet ist.

[0039] Aufgrund dieser Ausführungsform des Einschraubstutzens 250, wie in den Figuren ersichtlich ist, wird der zuerst der Überwurfring 210 auf den Endbereich 110 des Rohres 100 aufgeschraubt, wobei zur Erfüllung einer freien Schraubverbindung zwischen dem Überwurfring 210 und der Mantelfläche des Rohres 100 ein Spiel vorhanden ist. Nachfolgend wird der Einschraubstutzen 250 in den Endbereich 110 des Rohres 100 eingeschraubt, wobei zur Erfüllung einer freien Schraubverbindung zwischen dem Einschraubstutzen 250 und der Mantelfläche des Rohres 100 ein Spiel vorhanden ist, und wobei zumindest ein Abschnitt des Endbereichs 110 des Rohres 100 zwischen der ersten Kontur 220 des Überwurfringes 210 und der zweiten Kontur 260 des Einschraubstutzens 250 angeordnet ist. In Fig. 1 ist ein solcher aufgeschraubter Zustand des Überwurfrings 210 und ein solcher eingeschraubter Zustand des Einschraubstutzens 250 zu sehen, wobei ebenso das Spiel bzw. Hohlräume zwischen der ersten Kontur 220 des Überwurfrings 210 und der Mantelfläche und der zweiten Kontur 260 des Einschraubstutzens 250 und der Mantelfläche ersichtlich ist/sind.

[0040] In Fig. 1 bzw. in der Detailvergrößerung von Fig. 1a ist ebenfalls zu sehen, dass der Schraubabschnitt 252 des Einschraubstutzens 250 an seinem dem Verbindungsabschnitt 251 gegenüberliegenden Ende eine Abschlusskante 254 aufweist, welche mit einem Radius r abgerundet ist, vorzugsweise ist der Radius r gleich der Wandstärke s des Rohres 100.

[0041] Anschließend wird der Überwurfringes 210 und des Einschraubstutzens 250 gegeneinander zur zumindest teilweisen Behebung des Spiels verpresst, sodass der Abschnitt des Endbereiches 110 des Rohres 100 mediendicht und formschlüssig an der ersten Kontur 220 des Überwurfringes 210 und an der zweiten Kontur 260 des Einschraubstutzens 250 anliegt, wie in Fig. 2 dargestellt ist. Das Verpressen des Überwurfringes 210 und des Einschraubstutzens 250 erfolgt beispielsweise mittels einem Presswerkzeug, wobei ein Stützdorn in den Einschraubstutzen 250 eingeführt und ein äußerer Druck auf den Überwurfring 210 ausgeübt wird, sodass das Spiel bzw. die Hohlräume zwischen den Konturen 220, 260 und der Mantelfläche behoben sind.

[0042] Zur mediendichten Verbindung zwischen dem Rohr 100 und dem Verbinder 200 weist der Abschnitt des Endbereichs 110 des Rohres 100, welcher zwischen der ersten Kontur 220 des Überwurfringes 210 und der zweiten Kontur 260 des Einschraubstutzens 250 angeordnet ist, eine Länge von drei Gewindegängen auf, wie in den Figuren ersichtlich ist.

[0043] In einem weiteren Schritt wird der Einschraubstutzen 250 im Übergangsabschnitt 253 mit dem Überwurfring 210 verschweißt, wie in Fig. 3 zu sehen ist. Bei dem Verschweißen wird gleichzeitig auch ein Ende des Rohrs 100 mitverschweißt. Die Schweißnaht verläuft dabei entlang der ersten Fase des Überwurfrings 210 und dem Übergangsabschnitt 253 des Einschraubstutzens 250.

[0044] In einem weiteren Schritt wird der Überwurfring 210 an jenem Ende, welches die zweite Fase aufweist, mit dem Rohr 210 verlötet. Dadurch soll eine sonst mögliche Spaltkorrosion verhindert werden.

[0045] Fig. 4 zeigt ferner einen beispielhaften Einbau eines durch das oben beschriebene Verfahren hergestellte Rohr 100 in einem Druckgerät mit einem Gehäuse, wobei der Verbinder 200 in einer Ausnehmung des Gehäuses angeordnet ist.

[0046] Fig. 5 zeigt ferner einen beispielhaften Einbau eines durch das oben beschriebene Verfahren hergestellte Rohr 100 in einem Druckgerät mit einem Gehäuse, wobei der Verbinder 200 in einer Ausnehmung des Gehäuses angeordnet ist, und wobei der Verbindungsabschnitt des Einschraubstutzens einen Flansch aufweist.

LISTE DER BEZUGSZEICHEN



[0047] 
Rohr... 100
Endbereich... 110
Verbinder... 200
Überwurfring... 210
Erste Kontur... 220
Einschraubstutzen... 250
Verbindungsabschnitt... 251
Schraubabschnitt... 252
Übergangsabschnitt... 253
Abschlusskante... 254
Zweite Kontur... 260
Wandstärke... s
Radius... r



Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung einer mediendichten, und vorzugsweise nicht lösbaren, Verbindung zwischen einem Rohr (100) und einem Verbinder (200), wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:

a) Bereitstellen eines flexiblen metallischen Rohres (100) mit einer Mantelfläche und Wandstärke (s), wobei die Mantelfläche schraubenlinienförmig gewellt ist, und wobei das Rohr (100) einen Endbereich (110) aufweist,

b) Bereitstellen eines Verbinders (200), welcher einen Überwurfring (210) und einen Einschraubstutzen (250) umfasst, wobei der Überwurfring (210) eine erste schraubenlinienförmige, zur Mantelfläche des Rohres (100) korrespondierende Kontur (220) aufweist und auf den Endbereich (110) des Rohres (100) auf die Mantelfläche außenseitig händisch aufschraubbar ist, und wobei der Einschraubstutzen (250) eine zweite schraubenlinienförmige, zur Mantelfläche des Rohres (100) korrespondierende Kontur (260) aufweist und in den Endbereich (110) des Rohres (100) innenseitig händisch einschraubbar ist,

c) Aufschrauben des Überwurfringes (210) auf den Endbereich (110) des Rohres (100), wobei zur Erfüllung einer freien Schraubverbindung zwischen dem Überwurfring (210) und der Mantelfläche des Rohres (100) ein Spiel vorhanden ist,

d) Einschrauben des Einschraubstutzen (250) in den Endbereich (110) des Rohres (100), wobei zur Erfüllung einer freien Schraubverbindung zwischen dem Einschraubstutzen (250) und der Mantelfläche des Rohres (100) ein Spiel vorhanden ist, und wobei zumindest ein Abschnitt des Endbereichs (110) des Rohres (100) zwischen der ersten Kontur (220) des Überwurfringes (210) und der zweiten Kontur (260) des Einschraubstutzens (250) angeordnet ist,

e) Verpressen des Überwurfringes (210) und des Einschraubstutzens (250) gegeneinander zur zumindest teilweisen Behebung des Spiels, sodass der Abschnitt des Endbereiches (110) des Rohres (100) mediendicht und formschlüssig an der ersten Kontur (220) des Überwurfringes (210) und an der zweiten Kontur (260) des Einschraubstutzens (250) anliegt.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Einschraubstutzen (250) einen Verbindungsabschnitt (251), welcher in einem eingeschraubten Zustand des Einschraubstutzens (250) in dem Rohr (100) von dem Endbereich (110) des Rohres (100) vorsteht und zum Anschluss einer weiteren Einrichtung zur Zu- und Abfuhr eines Mediums vorgesehen ist, und einen Schraubabschnitt (252), welcher die zweite schraubenlinienförmige Kontur (260) aufweist, umfasst.
 
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Verbindungsabschnitt (251) in einem Übergangsabschnitt (253) hin zu dem Schraubabschnitt (252) verjüngt.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Schritt f) der Einschraubstutzen (250) mit dem Überwurfring (210) verschweißt wird.
 
5. Verfahren nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Einschraubstutzen (250) im Übergangsabschnitt (253) mit dem Überwurfring (210) verschweißt wird.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Einschraubstutzen (250) mit dem Überwurfring (210) und dem Rohr (100) verschweißt wird, vorzugsweise im Übergangsabschnitt (253) des Einschraubstutzens (250).
 
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Überwurfring (210) zumindest eine Fase an einem seiner Enden aufweist, vorzugsweise zwei Fasen an gegenüberliegenden Enden aufweist.
 
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) das Verpressen des Überwurfringes (210) und des Einschraubstutzens (250) mittels einem Presswerkzeug erfolgt.
 
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die schraubenlinienförmig gewellte Mantelfläche als Gewinde mit Gewindegängen ausgebildet ist.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt des Endbereichs (110) des Rohres (100), welcher zwischen der ersten Kontur (220) des Überwurfringes (210) und der zweiten Kontur (260) des Einschraubstutzens (250) angeordnet ist, eine Mindestlänge von zwei Gewindegängen, vorzugsweise drei Gewindegängen, aufweist.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Schritt g) der Überwurfring (210) an einem Ende des Überwurfrings (210) mit dem Rohr 210 verlötet wird.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht