(19)
(11)EP 3 733 941 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
04.11.2020  Patentblatt  2020/45

(21)Anmeldenummer: 19020321.6

(22)Anmeldetag:  03.05.2019
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04B 1/26(2006.01)
D04B 1/04(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: medi GmbH & Co. KG
95448 Bayreuth (DE)

(72)Erfinder:
  • Tannebaum, Wolfgang
    92637 Weiden (DE)

  


(54)KOMPRESSIVES GESTRICKTEIL MIT HAFTWIRKUNG


(57) Kompressives Gestrickteil (1, 1', 1") bestehend aus zumindest einem maschenbildenden Grundstrickfaden (2), zumindest einem eingelegten und/ oder verstrickten elastischen Schussfaden (3), sowie zumindest einem auf den Grundstrickfaden (2) zumindest abschnittsweise plattierten Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden (4), wobei der zumindest eine Plüschfaden (4) ein Haftfaden ist, um dem kompressiven Gestrickteil (1, 1', 1") eine rutschhemmende Wirkung zu verleihen.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Gestrickteil, insbesondere auf ein kompressives Gestrickteil mit Haftwirkung, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Derartige Gestrickteile werden, insbesondere für die Ausbildung von Beinbekleidungsstücken, für den medizinischen Einsatz und/ oder für die Anwendung bei sportlichen Aktivitäten eingesetzt. Diese kompressiven Kleidungsstücke dienen dazu gezielt Druck auf den Körper eines Patienten auszuüben. Der auf den Körper eines Patienten ausgeübte Druck wird als Kompression bezeichnet. Ziel bei Kompressionsstrümpfen beispielsweise, insbesondere in Form von Beinlingen mit oder ohne Hand- oder Fußteil für den medizinischen Einsatz, ist es unter anderem ein geschädigtes Venen- und/ oder Lymphsystem eines Patienten zu entlasten. Durch den zugeführten Druck wird eine zunehmende Schwellung der Gliedmaßen vermieden, der Abtransport von venösem Blut und Lymphe verbessert und die Blutzufuhr gesteigert. Bei Einsatz von Kompressionsstrümpfen in dem Sportbereich bewirken diese eine Leistungssteigerung bzw. eine verbesserte Regeneration.

[0003] Zur Ausbildung dieser kompressiven Gestrickteile, werden diese vorzugsweise mittels einer Rundstrickmaschine oder einer, ein vorderes und ein hinteres Nadelbett aufweisenden, Flachstrickmaschine flach- oder rundgestrickt. Hierzu werden die Gestrickteile aus wenigstens einem maschenbildenden Strickfaden und einem eingelegten elastischen Schussfaden gestrickt. Zur Herstellung, insbesondere zur Messung und Gütesicherung, von kompressiven Arm- oder Beinstrümpfen für die medizinische Anwendung, existiert die Norm RAL-GZ 387 der Gütezeichengemeinschaft. Aus den Prüfbestimmungen der RAL kann entnommen werden, wie der Druck eines Kompressionsstrumpfes auf ein Bein zu bestimmen ist. Als Messmittel, insbesondere Kompressionsprüfgerät, wird die Prüfung am HOSY Messgerät (Institut Hohenstein) vorgeschlagen. Die Prüfung erfolgt anhand der Messung der Spannkraft in den mehreren Messpunkten, welche abhängig von der jeweiligen Dehnbarkeit des Gestricks, also abhängig von der Elastizität des Gestricks, variiert. Aus der Spannkraft wird die Kompression errechnet. D.h. je mehr Elastizität ein Gestrick in Gestrickquerrichtung aufweist, desto geringer ist die durch das Gestrick am Patienten ausgeübte Kompression. Andererseits je geringer die Elastizität des Gestrickteils ist, desto höher ist die am Patienten ausgeübte Kompression.

[0004] Aus dem Stand der Technik sind eine Vielzahl von kompressiven Gestrickteile, insbesondere in Form von Arm- oder Beintrümpfen, bekannt. Ein textiles Flächengebilde mit rutschhemmender Wirkung, insbesondere für die Verwendung bei Bandagen oder Kompressionsstrümpfen, ist beispielsweise aus der EP 2 886 691 B1 bekannt.

[0005] Dieses bekannte textile Flächengebilde, welches ein doppelfonturig hergestelltes Flachgestrick ist, wird durch zwei Fadensysteme hergestellt, die durch Ausbildung von Maschen mit einem Maschenkopf und zwei zu dem Maschenkopf führenden Maschenschenkeln miteinander verbunden sind. Eine rutschhemmende Wirkung wird dem Flächengebilde dadurch verliehen, dass ein Silikonfaden in das textile Flächengebilde maschenbildend eingestrickt ist, nämlich auf die Art und Weise, dass der Silikonfaden Grundstrickmaschen bildet und somit an der Oberfläche des textilen Flächengebilde im Wesentlichen nur im Bereich seiner Maschenschenkel exponiert ist. Hierdurch tritt der Silikonfaden nur im Bereich der Maschenschenkel an der Oberfläche des Flächengebildes auf oder aus diesem hervor. Ein überwiegender Teil der Silikonmaschen liegt im Inneren des Gestricks. Mit der aus dem Stand der Technik bekannten Lösung wird somit dem textilen Flächengebilde eine rutschhemmende Wirkung verliehen.

[0006] Als nachteilig der aus diesem Stand der Technik bekannten Ausgestaltung des textilen Flächengebildes erweist sich die reduzierte Haftwirkung. Dadurch, dass nämlich der in das textile Flächengebilde maschenbildend eingestrickte haftende Silikonfaden nur an dessen Maschenschenkeln an der Gestrickoberfläche hervortritt, sind an dem Flächengebilde nur sehr wenige Haftabschnitte vorhanden. Der überwiegende Teil des Silikonfadens, nämlich die Maschenköpfe und Maschenfüße, ist nämlich in dem Gestrickinneren vorhanden, also weder auf der Gestrickinnenseite noch auf der Gestrickaußenseite. Dieser Anteil des eingestrickten Silikonfadens, insbesondere der jeweils gebildeten Maschen, hat keine Auswirkung auf die Hafteigenschaften des Gestricks. Im Gegenteil, dieser Anteil mindert die Atmungsaktivität des Gestricks, was wiederum zu einer erhöhten Schweißbildung beim Träger des Kleidungsstücks führen kann.

[0007] Einen weiteren Nachteil des aus dem Stand der Technik bekannten textilen Flächengebildes stellt die Ausbildung des Grundgestricks als Flachgestrick, insbesondere unter Verwendung des Silikonfadens zur Bildung von Grundstrickmaschen, dar. Durch die Ausbildung des Flächengebildes als Flachgestrick, insbesondere als zweilagiges Gestrick, tritt der Silikonfaden nur an einer Oberfläche des textilen Flächengebildes hervor. Eine rutschhemmende Wirkung ist somit nur auf einer Seite des Gestricks gegeben. Für Gestricke bzw. kompressive Kleidungsstücke, an denen jedoch an beiden Seiten des Flächengebildes eine rutschhemmende Wirkung gegeben sein soll, liefert dieser Stand der Technik keinen Lösungsvorschlag.

[0008] Aus der WO 2012/030873 A2 ist ein textiles Gewebe, insbesondere ein Gestrick, bekannt, welches eine Innen- sowie Außenseite aufweist, an denen jeweils wiederum Haftabschnitte vorgesehen sind, um gleichzeitig zwischen dem Träger des Gewebes und dem Gewebe selbst und zwischen dem Gewebe und einer externen Oberfläche eine Haftwirkung zu erzeugen. Die Haftabschnitte sind hierbei durch ein klebriges und strukturiertes Material gefertigt. Neben dem Auftragen, insbesondere Aufsprühen mittels einer Schablone oder Aufdrucken, mehrere Haftabschnitte wird vorgeschlagen das gesamte textile Gewebe aus mehreren Haftgarnen zu stricken, oder diese Garne mit Hafteigenschaft partiell einzustricken, insbesondere auf ein Grundgestrick, also auf eine Grundstrickmasche aufzuplattieren. Zur Erzeugung von Haftabschnitten an der Innensowie Außenseite werden hierzu zumindest zwei Haftgarne verwendet, welche jeweils nur an einer Seite hervortreten.

[0009] Als nachteilig der aus diesem Stand der Technik bekannten Ausgestaltung des textilen Flächengebildes erweist sich das Verstricken von mehreren Haftgarnen zur Erzeugung einer Haftwirkung an der Innen- sowie Außenseite. Durch die Verwendung mehrere Haftgarne kommt es zu erhöhten Produktionszeiten sowie Produktionskosten.

[0010] Ferner wird durch das reine Aufplattieren der Haftgarne lediglich eine durchschnittliche Haftwirkung erzielt. Durch das Aufplattieren des Haftgarns auf einen Grundstrickfaden liegt nämlich dieser nur an den gebildeten Maschenköpfen an der Gestrickoberfläche frei. Die anderen Abschnitte des Haftgarns, insbesondere die Maschenschenkel und Maschenfüße, liegen im Gestrickinneren. Folglich tritt an der jeweiligen Gestrickseite nur sehr wenig Haftgarn an der Oberfläche hervor.

[0011] Einen weiteren Nachteil des aus dem Stand der Technik bekannten textilen Gewebes stellt die fehlende Verbindung zwischen den Haftabschnitten der einen Seite, insbesondere der Innenseite, des Gewebes mit den Haftabschnitten der anderen Seite, insbesondere der Außenseite, des Gewebes dar. Die gegenüberliegenden Haftabschnitte sind nicht unmittelbar miteinander verbunden, so dass die gegenüberliegenden Haftabschnitte bei einer Belastung durch den Träger, insbesondere durch die Erzeugung von Scherkräften, zueinander verschiebbar sind. Ein sicherer Halt im Stumpf kann nicht gewährleistet werden.

[0012] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein, insbesondere kompressives, Gestrickteil zu schaffen, welches die Nachteile aus dem Stand der Technik vermeidet, insbesondere die Haftwirkung des Gestrickteil deutlich verbessert. Bevorzugt soll der Halt des Gestricks am Träger, bei gleichzeitiger Erhöhung der Haftwirkung gegenüber einer externen Oberfläche, verbessert werden.

[0013] Gemäß einem Ausführungsbeispiel des kompressiven Gestrickteil besteht dieses aus zumindest einem maschenbildenden Grundstrickfaden, zumindest einem eingelegten und/ oder verstrickten elastischen Schussfaden, sowie zumindest einem auf den Grundstrickfaden zumindest abschnittsweise plattierten Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden, wobei der zumindest eine Plüschfaden ein Haftfaden ist, um dem kompressiven Gestrickteil eine rutschhemmende Wirkung zu verleihen.

[0014] Bei dem Haftfaden handelt es sich bevorzugt um einen Silikon-, Elastan- oder Kautschukfaden. Hierbei weist der Haftfaden besonderes bevorzugt einen Fadenkern, bevorzugt aus Elastan oder Polyamid, auf, wobei der Fadenkern mit Silikon, Elastan und/ oder Kautschuk beschichtet oder umwunden ist. Zur besseren Verstrickbarkeit ist der Faden ferner bevorzugt mit einer fluidlöslichen, insbesondere wasserlöslichen, Beschichtung versehen oder mit einem fluidlöslichen, insbesondere wasserlöslichen, Umwindefaden umwunden. Ein solcher Umwindefaden oder Beschichtung reduziert die Reibung des ansonsten haftenden Silikonmaterials während des Strickvorgangs, insbesondere an den maschenbildenden Elementen (Nadel, Fadenführer etc.) und der Fadenzuführung. Nach dem Stricken wird das Gestrickteil bevorzugt gewaschen, so dass sich der wasserlösliche Umwindefaden oder die Beschichtung auflöst und die haftenden Eigenschaften des Silikonfadens oder Silikonbeschichtung voll zur Wirkung kommt.

[0015] Gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel ist auf den Grundstrickfaden des kompressiven Gestrickteil zumindest abschnittsweise ein zweiter Plüschhenkel ausbildender Plüschfaden, vorzugsweise aus Polyamid, Polyester, Polypropylen oder Naturfaser, aufplattiert. Hierdurch wird dem Gestrickteil neben einer Haftwirkung auch eine polsternde Eigenschaft verliehen. Besonders bevorzugt sind die durch den Haftfaden gebildeten ersten Plüschhenkel und die durch den zweiten Plüschfaden gebildeten zweiten Plüschhenkel unterschiedlich hoch ausgebildet. Hierbei überlappen sich die Abschnitte mit den Plüschhenkel ausbildenden Plüschfäden sich bevorzugt zumindest teilweise, so dass ein mehrschichtiger Aufbau entsteht. Der maschenbildend verstrickte Grundstrickfaden bildet hierbei eine erste Schicht bzw. Grundgestrickebene. Eine zweite Schicht bzw. erste Plüschebene, insbesondere zur Polsterung, wird durch den Plüschhenkel ausbildendenden Plüschfaden gebildet. Eine dritte Schicht, insbesondere Haftschicht, wird durch den Plüschhenkel ausbildendenden Haftfaden gebildet, wobei die Plüschhenkel des Haftfadens länger als jene des zweiten Plüschfadens sind.

[0016] Gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel erstrecken sich die durch den Haftfaden gebildeten Plüschhenkel durch das Grundgestrick, so dass der Haftfaden an beiden Seiten des Gestricks hervortritt. So liegen bevorzugt an der einen Gestrickseite die Maschenköpfe und Maschenfüße frei und an der anderen Gestrickseite die zugehörigen Maschenschenkel. Je nach Einstellung der Strickmaschine können die Plüschhenkel, gebildet durch die Maschenköpfe und Teile der Maschenschenkel, unterschiedlich hoch ausgebildet werden.

[0017] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist der Haftfaden zur Bildung eines oder mehrerer Antirutschelemente lokal begrenzt in das Grundgestrick eingebracht. Bevorzugt weist das eine oder die mehreren Antirutschelemente jeweils eine Ausdehnung in Gestricklängs- und/ oder Umfangsrichtung zwischen 1 und 2 cm, maximal jedoch 3 cm, auf. Hierbei ist der Haftfaden in Umfangsrichtung bevorzugt nur partiell unter Bildung zumindest eines Plüschhenkels innerhalb einer Maschenreihe eingestrickt. Alternativ kann der Haftfaden abschnittsweise in das Grundgestrick eingestrickt sein. Dann ist der Haftfaden in dem zumindest einem Abschnitt bevorzugt bereichsweise plüschhenkelbildend und bereichsweise im Grundgestrick nur hinterlegt oder aufplattiert, ohne Plüschhenkel zu bilden, eingestrickt, um mehrere nebeneinander angeordnete Antirutschelemente zu bilden.

[0018] Das kompressive Gestrickteil nach den vorherigen Ausführungsbeispielen ist bevorzugt als Strumpf, insbesondere als Arm- oder Beinstumpf, Socke, Beinling, Armling, Legging oder Hose, Bandage, oder als ein Strickteil einer Orthese ausgebildet. Besonders bevorzugt ist es als ein kompressives Gestrickteil ausgebildet, wobei die Kompressionsstärke in Gestricklängsrichtung, insbesondere von der Fessel in Richtung der Wadenmuskulatur, ab oder zunimmt.

[0019] Bei Ausbildung des Gestricks als Beinbekleidungsstück, insbesondere als Beinstrumpf, Socke oder Fußbandage, ist der zumindest eine die Plüschhenkel bildenden Haftfaden derart in dem Gestrick eingestrickt, dass die Plüschhenkel im getragenen Zustand des Gestricks (1) im Bereich der Fußsohle, insbesondere nur im Bereich der Ferse (X), Zehen (X) und/ oder der Fußballen (X), an der Gestrickinnen- und/ oder Außenseite angeordnet sind.

[0020] Im Falle eines kompressiven Beinbekleidungsstücks, betragen die durch das Gestrickteil erzeugten kompressiven Drücke in einem Fesselbereich des Beinbekleidungsstücks bevorzugt zwischen 10 und 40 mmHg, im Wadenbereich bevorzugt zwischen 5 und 30 mmHg und in einem Mittelfußbereich bevorzugt zwischen 10 und 30 mmHg.

[0021] Das vorliegende Beinbekleidungsstück zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus.

[0022] Durch die Ausbildung des kompressiven Gestrickteils mit einem auf einen Grundstrickfaden zumindest abschnittsweise plattierten Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden, welcher ein Haftfaden ist, wird die Hafteigenschaft des Gestrickteils wesentlich erhöht. Die Ausbildung von Plüschhenkeln, welche aus den Maschenköpfen und großen Teilen der Maschenschenkel bestehen, mit einem Haftfaden führt dazu, dass wesentlich mehr rutschhemmendes und/ oder adhäsives Material oberhalb der Grundgestrickoberfläche angeordnet ist, als wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist, so dass dem Gestrickteil eine wesentlich bessere rutschhemmende Wirkung verliehen wird.

[0023] Es wird ferner durch das Einstricken des Haftfadens in der Art und Weise, dass sich die durch den Haftfaden gebildeten Plüschhenkel durch das Grundgestrick erstrecken, erreicht, dass die Haftabschnitte an beiden Seiten des Gestrickteils ausgebildet werden, welche unmittelbar miteinander verbunden sind, also einstückig ausgebildet sind und sich durch das Gestrickteil erstrecken, so dass die gegenüberliegenden Haftabschnitte bei einer Belastung durch den Träger die aufgebrachten Scherkräfte direkt übertragen, ohne dass die gegenüberliegenden Haftabschnitte zueinander verschoben werden, wodurch ein Verrutschen des Trägers gegenüber dem Gestrickteil gänzlich vermieden werden kann, was ebenfalls einen wesentlichen Vorteil bildet.

[0024] Einen weiteren Vorteil der Erfindung bildet die kostengünstige Herstellung einer oder mehrere Antirutschabschnitte, insbesondere an zwei gegenüberliegenden Oberflächen eines Gestrickteils. Mittels bevorzugt eines einzigen Prozessschrittes, nämlich dem Einstricken von einem einzigen Haftfaden, können ein oder mehrere, aber auch an dem Gestrickteil gegenüberliegende, Haftabschnitte erzeugt werden. Das aufwendige Einstricken mehrere Haftfäden und/ oder Auftragen von Haftmaterial über Schablonen etc. ist nicht mehr notwendig.

[0025] Zudem wird durch die erfindungsgemäße Ausbildung des einen oder der mehreren Haftabschnitte, insbesondere durch die Art und Weise wie der Haftfaden in das Grundgestrick eingebunden ist, ermöglicht, dass der überwiegende Teil des Haftfadens, nämlich die durch den Faden gebildeten Maschenköpfe und Maschenfüße sowie auch große Teile der Maschenschenkel, an der Gestrickinnenseite oder der Gestrickaußenseite frei zugänglich angeordnet ist. Dies führt dazu, dass wesentlich mehr rutschhemmendes Material an der Gestrickoberfläche angeordnet ist. Gleichzeitig befindet sich, im Vergleich zum Stand der Technik, wesentlich weniger Material im Gestrickinneren, so dass eine erhöhte Schweißbildung beim Träger des Kleidungsstücks, auf Grund verminderter Atmungsaktivität des Gestrickteils, vermieden werden kann.

[0026] Auch stellt im Vergleich zum Auftragen von externen Haftmaterial auf das Gestrick, insbesondere in flüssiger Form, die Möglichkeit maschengenau, also partiell unter Bildung zumindest eines Plüschhenkels innerhalb einer Maschenreihe, Haftabschnitte an dem Gestrick anzuordnen, welche also individuell maschengenau an dem Gestrick platziert werden können, einen wesentlichen Vorteil dar.

[0027] Nachfolgend wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele und in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen erläutert.

[0028] Dabei zeigt:

Figur 1 ein Ausführungsbeispiel eines Beinstrumpfs bestehend aus einem kompressiven Gestrickteil gemäß der Erfindung, in der Seitenansicht,

Figur 2 ein Maschenbild eines ersten Ausführungsbeispiels des kompressiven Gestrickteils,

Figur 3 ein Maschenbild eines zweiten Ausführungsbeispiels des kompressiven Gestrickteils, insbesondere einen ersten Ausschnitt aus dem Beinstrumpf aus Figur 1,

Figur 4 ein Maschenbild eines dritten Ausführungsbeispiels des kompressiven Gestrickteils, insbesondere einen zweiten Ausschnitt aus dem Beinstrumpf aus Figur 1;



[0029] In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines Beinstumpfes 9, bestehend aus einem kompressiven Gestrickteil gemäß der Erfindung, in der Seitenansicht gezeigt. Der Strumpf 9, insbesondere Sportstrumpf, besteht aus zumindest einem ersten und zweiten bevorzugt mittels eine Rundstrickmaschine gestrickten Gestrickabschnitt 18, 19. Am oberen Ende des ersten Abschnitts 18, also dem Beinteil, weist der Strumpf 9 bevorzugt einen Bund 20 auf. Die durch den Strumpf erzeugten kompressiven Drücke betragen in einem Fesselbereich 14 des Beinbekleidungsstücks bevorzugt zwischen 10 und 40 mmHg, im Wadenbereich 15 zwischen 5 und 30 mmHg und in einem Mittelfußbereich 16 zwischen 10 und 30 mmHg. Die Werte werden mittels der eingangs vorgestellten Messmethodik und Messgerät, insbesondere mittels der Prüfung am HOSY Messgerät (Institut Hohenstein), gemessen. An der Innenseite weist der Strumpf 9 eine erste Polsterung 21 auf, welche sich bevorzugt in Umfangsrichtung gesehen nur zwischen den beiden Muskelköpfen der Wadenmuskulatur erstreckt, ohne diese zu überlappen. Ferner erstreckt sich die zumindest eine Polsterung 21 im getragenen Zustand des Strumpfes 9 zusätzlich zumindest teilweise entlang der Achillessehne in Richtung Ferse 11. Des Weiteren weist der Strumpf 9 ein Fußteil 19 auf. Dieses Fußteil 19 umfasst bevorzugt eine weitere Polsterung 22 für den Zehenbereich 12, die Fußballen 13, die Ferse 11 und die Fußsohle 10. Die Polsterung 22 erstreckt sich in diesem Ausführungsbeispiel von der Sohle 10 bis in die Seiten des Fußteils 19 hinauf. Die Polsterung 22 kann auch nur in einzelnen Abschnitten der zuvor genannten Bereiche angeordnet sein. In diesem Ausführungsbeispiel sind die mehreren Polsterungen 21 und 22 jeweils durch einen gestrickten Abschnitt in den Gestrick ausgebildet, der sich bezüglich seiner Bindungsart von einem an die Polsterung 21, 22 angrenzenden Bereich der Grundgestricke unterscheidet. Hierbei sind die mehreren Polsterungen 21, 22 bevorzugt als ein Plüsch, insbesondere Sandwich-Plüsch, ausgebildet.

[0030] Der Strumpf 9 weist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel in Gestricklängsrichtung einen graduellen Kompressionsverlauf auf. Die Kompressionsstärke nimmt hierbei vom unteren Ende in Richtung der Wadenmuskulatur ab. Der graduelle Druckverlauf wird durch die Art und Weise der Einbringung eines Schussfadens 3 bestimmt, insbesondere über die Anzahl von aufeinanderfolgenden Maschenreihen in den der Schussfaden 3 eingelegt ist. Alternativ ist es natürlich möglich, dass das erfindungsgemäße Gestrick als Armstumpf, Socke, Bandage, oder ein Strickteil einer Orthese ausgebildet ist.

[0031] Um nun einen sicheren Halt des Strumpfes 9 am Bein des Trägers zu gewährleisten, aber u.a. auch dem Strumpf 9 eine rutschhemmende Wirkung gegenüber externen Oberflächen zu verleihen, ist erfindungsgemäß in das kompressive Gestrick ein Haftfaden eingestrickt. Der Haftfaden ist hierbei auf zumindest einen Grundstrickfaden zumindest abschnittsweise Plüschhenkel bildendend aufplattiert. Die dadurch gebildeten Plüschhenkel bzw. der sogenannte Haftplüsch bildet eine weitere Gestrickebene oberhalb des Grundgestricks an der Innen- und/ oder Außenseite des kompressiven Gestrickteils. Der Haftplüsch weist gegenüber dem restlichen Gestrick einen erhöhten Reibungskoeffizienten auf. Bei dem Haftfaden handelt es sich bevorzugt um einen Silikonfaden oder einen Faden, welcher ebenso eine haftende, bevorzugt leicht klebrige, adhäsive, jedenfalls rutschhemmende Oberfläche aufweist. Dem Gestrickteil bzw. in diesem Ausführungsbeispiel dem Beinstrumpf 9, wird so partiell, also abschnittsweise, an der Innen- und/ oder Außenseite eine Haftschicht angebracht. Besonders bevorzugt befinden sich diese, gemäß diesem ersten Ausführungsbeispiel, an der Innenseite im Bereich des Bundes 20, sowie an der Innen- und Außenseite im Fußsohlenbereich 10. Es werden also Antirutschelemente 8 gebildet. Die Art und Weise wie der Haftfaden in diesen Bereichen in das Grundgestrick gemäß diesem Ausführungsbeispiels des Beinstrumpfs 9 eingebunden sind, wird in den Maschenbildern gemäß den Figuren 2 bis 4 gezeigt und wie folgt beschrieben. Zunächst wird in Figur 1 eine erste einfache Ausbildung des erfindungsgemäßen kompressiven Gestrickteils 1 in Form eines Maschenbildes im Detail erläutert.

[0032] Das Maschenbild gemäß Figur 1 zeigt ein kompressives Gestrickteil 1 bestehend aus einem Grundstrickfaden 2, der maschenbildend über mehrere Strickreihen R1 bis R4 und Maschenstäbchen M1 bis M7 hinweg verstrickt ist. In die Grundstrickmaschen ist zumindest ein kompressionsgebender Schussfaden 3 eingelegt. Der hochelastische Schussfaden 3 ist in diesem Ausführungsbeispiel in jeder zweiten Maschenreihe eingelegt. Dies ist jedoch beliebig ausbildbar. Er kann auch in jeder Maschenreihe oder in jeder n-ten Maschenreihe eingelegt sein. Des Weiteren kann der Schussfaden 3 in Umfangsrichtung gesehen auch abschnittsweise in einem oder mehreren Maschenstäbchen maschenbildend verstrickt sein.

[0033] Neben dem Grundstrickfaden 2 und dem Schussfaden 3 zeigt das Maschenbild einen auf den Grundstrickfaden 2 zumindest abschnittsweise plattierten Plüschhenkel ausbildenden Haftfaden 4. Dieser ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel in jeder Maschenreihe vorhanden. Auch dieser Faden 4 kann nur in jeder beliebigen Maschenreihe und nur abschnittsweise, also partiell und nicht umlaufend, in Umfangsrichtung gesehen, in das Gestrick 1 eingestrickt sein. In dem Maschenbild ist der Haftfaden 4 neben dem Grundstrickfaden 2 abgebildet, dies aber nur zu Zwecke der Veranschaulichung. Gemäß der stricktechnischen Einbindung, nämlich durch das Plattieren des Haftfadens 4 auf den Grundstrickfaden 2, befindet sich der Haftfaden 4 im Wesentlichen vor oder hinter dem Grundstrickfaden 2, bei einer Draufsicht auf das Gestrick 1. Die Fäden 2, 4 liegen also im Gestrick 1 im Wesentlichen, also größtenteils, über- bzw. hintereinander.

[0034] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel bildet der Haftfaden 4 jeweils in einem ersten Maschenstäbchen Plüschhenkel 6 aus, ist dann in zwei weiteren Maschenstäbchen lediglich hinterlegt, und bildet im folgenden Maschenstäbchen erneut Plüschhenkel 6 aus. Durch diese stricktechnische Einbindung werden sogenannte Antirutschelemente 8, in Form von Stäbchen bzw. Rippen, erzeugt, welche an der Innenseite und/ oder Außenseite des Grundgestricks 1 hervortreten. Durch diese gebildeten Rippen 8 bzw. Plüschrippen 8 aus einem oder mehreren Haftfäden 4 werden Antirutschelemente 8 gebildet. Neben einer rippenförmigen Ausbildung sind natürlich weitere geometrische Formen, wie zum Beispiel punktförmige bzw. kreisförmige Ausbildungen der Antirutschelemente 8 möglich. Besonders bevorzugt weisen diese jeweils eine Ausdehnung in Gestricklängs- und/ oder Umfangsrichtung zwischen 1 und 2 cm, maximal 3 cm, auf.

[0035] Gemäß diesem ersten Ausführungsbeispiel sind bevorzugt jeweils die Maschenköpfe und Maschenfüße sowie auch große Teile der Maschenschenkel des Haftfadens 4 der Haut des Trägers zugewandt. An der gegenüberliegenden Gestrickseite, also der vom Träger abgewandten Seite, treten nur Teile der Maschenschenkel hervor. Die durch den Haftfaden 4 gebildeten Plüschhenkel 6 erstrecken sich somit bevorzugt durch das Grundgestrick 1, so dass der Haftfaden 4 an beiden Seiten des Gestricks 1 hervortritt und Antirutschelemente 8 ausbildet. Das Gestrick 1 gewährleistet somit einen sicheren Halt gegenüber dem Träger als auch einer externen Oberfläche.

[0036] Ein Maschenbild, insbesondere ein erster Ausschnitt A aus dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel Beinstrumpf 9, insbesondere im Bereich des Bundes 20, ist in Figur 3 gezeigt. Das Maschenbild zeigt ebenfalls, wie in Figur 2, einen maschenbildenden Grundstrickfaden 2, welcher zur Bildung des Bunds 20 über mehrere Strickreihen R1 bis R6 und Maschenstäbchen M1 bis M8 hinweg verstrickt ist. In das Grundstrickteil 1" ist zumindest ein kompressionsgebender Schussfaden 3 eingelegt. Der Schussfaden 3 ist hier in jeder Maschenreihe eingelegt. Neben dem Grundstrickfaden 2 und dem Schussfaden 3 zeigt das Maschenbild einen auf den Grundstrickfaden plattierten Verstärkungsfaden 17. Dieser ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel in jeder Maschenreihe und jedem Maschenstäbchen vorhanden. Auch dieser Faden 17 kann nur in jeder beliebigen Maschenreihe und nur abschnittsweise in Umfangsrichtung gesehen, in das Gestrick eingestrickt sein. Wie bereits zuvor erläutert, ist der Verstärkungsfaden 17 neben dem Grundstrickfaden 2 abgebildet, dies aber nur zu Zwecke der Veranschaulichung. Auch dieser Faden 17 befindet sich im Wesentlichen vor oder hinter dem Grundstrickfaden 2. Besonders bevorzugt ist der Verstärkungsfaden 17 im gesamten Gestrick des in Figur 1 gezeigten Beinstrumpfes 9 auf den Grundstrickfaden 2 plattiert. Der Verstärkungsfaden 17 besteht hierbei aus mehreren miteinander versponnen Profilfasern, um zwischen den mehreren Fasern Kanäle zum Transport von Feuchtigkeit auszubilden. Feuchtigkeit kann somit gut von dem Grundstrickfaden 2 abtransportiert werden.

[0037] Neben den Grundstrick-, Verstärkungs- und Schussfaden 2, 17, 3 ist nun zusätzlich ein Haftfaden 4 vorgesehen. Dieser ist derart in das Grundgestrick 1' eingestrickt, dass er in jeder gebildeten Grundstrickmasche Plüschhenkel 6 ausbildet. Durch diese stricktechnische Einbindung wird ein flächiger Haftabschnitt gebildet, welcher auf Grund der Vielzahl von Plüschhenkel 6 und somit Haftmaterial an der Oberfläche des Gestricks 1' besonders hohe Haftwirkung erzeugt. Durch die Ausbildung sehr langer Plüschhenkel 6, durch den Einsatz entsprechender Platinen in der Strickmaschine, kann die Menge an Haftmaterial zusätzlich erhöht werden. Es wird dadurch ein besonders guter Halt des Strumpfes 9 gemäß Figur 1 am Träger gewährleistet.

[0038] In Figur 4 ist nun ein zweiter Ausschnitt B aus dem in Figur 1 gezeigten Beinstrumpf 9, insbesondere im Bereich der Sohle 10, gezeigt. Das Maschenbild zeigt, wie in den Figuren zuvor, einen maschenbildenden Grundstrickfaden 2, welcher über mehrere Strickreihen R1 bis R6 und Maschenstäbchen M1 bis M7 hinweg verstrickt ist. In das Grundgestrick 1" ist in jeder zweiten Maschenreihe zumindest ein kompressionsgebender Schussfaden 3 eingelegt.

[0039] Zur Ausbildung einer Polsterung 22 im Sohlenbereich 10 weist das Gestrickteil 1" nun zusätzlich zumindest abschnittsweise einen zweiten Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden 5 auf. Dieser besteht vorzugsweise aus Polyamid, Polyester, Polypropylen oder Naturfaser. Hierdurch weist das Gestrickteil 1" eine polsternde Eigenschaft auf. Der Plüschfaden 5 bildet bei diesem Ausführungsbeispiel in zwei nebeneinanderliegenden Maschenstäbchen Plüschhenkel 7 und ist in dem jeweils dazu benachbarten Maschenstäbchen lediglich hinterlegt. Es sind eine Vielzahl von Strickvarianten denkbar.

[0040] Neben dem Grundstrick-, Schuss- sowie Plüschfaden 2, 3, 5 weist das Gestrickteil 1" im Sohlenbereich 10 ebenfalls einen Haftfaden 4 auf. Dieser ist derart in das Grundgestrick 1" eingestrickt, dass er jeweils in einem Maschenstäbchen Plüschhenkel 6 ausbildet und in den jeweils zwei danebenliegenden Maschenstäbchen lediglich hinterlegt ist. Hierdurch werden, wie bereits in Figur 2 beschrieben, an der Innen- sowie Außenseite des Gestrickteils 1" rippenförmige Antirutschelemente 8 gebildet. Ferner überlappen sich die Abschnitte mit den Plüschhenkel ausbildenden Plüschfäden 4, 5, so dass ein mehrschichtiger Aufbau entsteht. Wie dem Maschenbild zu entnehme ist, sind die durch den Haftfaden 4 gebildeten Plüschhenkel 6 und die durch den zweiten Plüschfaden 5 gebildeten Plüschhenkel 7 bevorzugt unterschiedlich hoch ausgebildet. Der maschenbildend verstrickte Grundstrickfaden 2 bildet hierbei eine Grundgestrickebene. Eine Plüschebene, insbesondere zur Polsterung, wird durch den Plüschhenkel ausbildendenden Plüschfaden 5 gebildet. Eine dritte Schicht, insbesondere Haftschicht in Rippenform, wird durch den Plüschhenkel ausbildendenden Haftfaden 4 gebildet. Dies erfolgt dadurch, dass die Plüschhenkel 6 des Haftfadens 4 länger als jene des zweiten Plüschfadens 5 ausgebildet werden. Durch diese Ausgestaltung des Gestrickteils wird dem Gestrickteil, insbesondere dem Beinstrumpf 9, neben einem erhöhten Tragekomfort durch eine Polsterung im Sohlenbereich 10, auch ein sicher Halt gegenüber dem Strumpf 9 und gleichzeitig gegenüber einer externen Oberfläche gewährleistet. Dies erfolgt durch das maschengenaue Einstricken bzw. platzieren von Polster- und Antirutschelementen 8.

[0041] Zusammenfassend ist nochmals festzuhalten, dass der Haftfaden durch unterschiedlichste Strickverfahren, wie in den vorherigen Maschenbildern gezeigt, auf unterschiedlichste Art und Weise in das Gestrickteil plüschhenkelausbildend eingestrickt sein kann. Ferner kann die stricktechnische Einbindung, wie ebenfalls veranschaulicht, innerhalb eines Kleidungsstücks abschnittsweise, variieren, um die Haftwirkung individuell an den jeweiligen Bedarf anzupassen. Bereiche eines Beinbekleidungsstücks bei denen ein Haftfaden besonders bevorzugt eingestrickt ist und somit eine Haft- bzw. Antirutschwirkung aufweisen, sind insbesondere der Bund, die Wade, oder die Fußsohle. Weitere Abschnitte sind denkbar und erfindungsgemäß problemlos umsetzbar.

[0042] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern umfasst alle Ausführungen, die das prinzipielle, sinngemäße Funktionsprinzip der Erfindung anwenden oder beinhalten. Des Weiteren sind alle Merkmale aller beschriebenen und dargestellten Ausführungsbeispiele miteinander kombinierbar.


Ansprüche

1. Kompressives Gestrickteil (1, 1', 1") bestehend aus zumindest einen maschenbildenden Grundstrickfaden (2), zumindest einen eingelegten und/ oder verstrickten elastischen Schussfaden (3), sowie zumindest einen auf den Grundstrickfaden (2) zumindest abschnittsweise plattierten Plüschhenkel ausbildenden Plüschfaden (4), dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Plüschfaden (4) ein Haftfaden ist, um dem kompressiven Gestrickteil (1, 1', 1") eine rutschhemmende Wirkung zu verleihen.
 
2. Kompressives Gestrickteil (1, 1', 1") nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) ein Silikon-, Elastan- oder Kautschukfaden ist.
 
3. Kompressives Gestrickteil (1, 1', 1") nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) einen Fadenkern, bevorzugt aus Elastan, aufweist, wobei der Fadenkern mit Silikon, Elastan und/ oder Kautschuk beschichtet oder umwunden ist.
 
4. Kompressives Gestrickteil (1, 1', 1") nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) mit einer fluidlöslichen, insbesondere wasserlöslichen, Beschichtung versehen oder mit einem fluidlöslichen, insbesondere wasserlöslichen, Umwindefaden umwunden ist.
 
5. Kompressives Gestrickteil (1") nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Grundstrickfaden (2) zumindest abschnittsweise ein zweiter Plüschhenkel ausbildender Plüschfaden (5), vorzugsweise aus Polyamid, Polyester, Polypropylen oder Naturfaser, aufplattiert ist.
 
6. Kompressives Gestrickteil (1") nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die durch den Haftfaden (4) gebildeten ersten Plüschhenkel (6) und die durch den zweiten Plüschfaden (5) gebildeten zweiten Plüschhenkel (7) unterschiedlich hoch sind.
 
7. Kompressives Gestrickteil (1") nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte mit den Plüschhenkel ausbildenden Plüschfäden (4, 5) sich zumindest teilweise überlappen.
 
8. Kompressives Grundgestrick (1, 1") nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die durch den Haftfaden (4) gebildeten Plüschhenkel (6) durch das Grundgestrick (1, 1") erstrecken, so dass der Haftfaden (4) an beiden Seiten des Gestricks (1, 1") hervortritt.
 
9. Kompressives Grundgestrick (1, 1") nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) zur Bildung eines oder mehrerer Antirutschelemente (8) lokal begrenzt in das Grundgestrick (1, 1") eingebracht ist.
 
10. Kompressives Grundgestrick (1, 1") nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das eine oder die mehreren Antirutschelemente (8) jeweils eine Ausdehnung in Gestricklängs- und/ oder Umfangsrichtung zwischen 1 und 2 cm, maximal 3 cm, aufweisen.
 
11. Kompressives Grundgestrick (1, 1', 1") nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) in Umfangsrichtung partiell unter Bildung zumindest eines Plüschhenkels (6) oder abschnittsweise in das Grundgestrick (1, 1', 1") eingestrickt ist.
 
12. Kompressives Grundgestrick (1, 1") nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) in dem zumindest einem Abschnitt bereichsweise plüschhenkelbildend und bereichsweise im Grundgestrick (1, 1") nur hinterlegt oder aufplattiert, ohne Plüschhenkel zu bilden, eingestrickt ist, um mehrere nebeneinander angeordnete Antirutschelemente (8) zu bilden.
 
13. Kompressives Grundgestrick (1', 1") nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundgestrick (1, 1") ein Strumpf, insbesondere ein Arm- oder Beinstumpf (9), eine Socke, eine Bandage, insbesondere eine Fußbandage, oder ein Strickteil einer Orthese ist.
 
14. Kompressives Grundgestrick (1") nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftfaden (4) derart in dem als Beinstrumpf (9), Socke oder Fußbandage ausgebildeten Gestrick (1") eingestrickt ist, dass die Plüschhenkel (6) im getragenen Zustand des Gestricks (1") im Bereich der Fußsohle (10), insbesondere nur im Bereich der Ferse (11), Zehen (12) und/ oder der Fußballen (13), an der Gestrickinnen- und/ oder Außenseite angeordnet sind.
 
15. Kompressives Grundgestrick (1") nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die durch das Grundgestrick (1") erzeugten kompressiven Drücke in einem Fesselbereich (14) des Beinstrumpfes (9) zwischen 10 und 40 mmHg, im Wadenbereich (15) zwischen 5 und 30 mmHg und in einem Mittelfußbereich (16) zwischen 10 und 30 mmHg betragen.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente