(19)
(11)EP 3 734 579 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
04.11.2020  Patentblatt  2020/45

(21)Anmeldenummer: 19171883.2

(22)Anmeldetag:  30.04.2019
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G09F 23/08(2006.01)
G09F 3/02(2006.01)
G09F 3/00(2006.01)
G09F 9/33(2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder:
  • Lange, Romanus
    37191 Kaltenburg-Lindau (DE)
  • Gödeke, Dennis
    37115 Duderstadt (DE)

(72)Erfinder:
  • Lange, Romanus
    37191 Kaltenburg-Lindau (DE)
  • Gödeke, Dennis
    37115 Duderstadt (DE)

(74)Vertreter: SSM Sandmair 
Patentanwälte Rechtsanwalt Partnerschaft mbB Joseph-Wild-Straße 20
81829 München
81829 München (DE)

  


(54)MIT THERMOCHROMEN BEAUFSCHLAGTE GEFÄSSE, VERFAHREN ZUR BEAUFSCHLAGUNG VON GEFÄSSEN MIT THERMOCHROMEN UND VERWENDUNG DER GEFÄSSE


(57) Die Erfindung betrifft ein Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) mit einem GefäßBoden (10 c), der dicht verbunden ist mit mindestens einer Gefäß-Seitenwand (10 b) aus Kunststoff, Glas oder Metall oder aus Verbundstoffen oder Mischungen zweier oder dreier Materialien aus der Gruppe Kunststoff, Glas und Metall; wobei die mindestens eine Gefäß-Seitenwand (10b) außen auf zumindest einem Teil ihrer Außenfläche (10) mindestens eine Schicht (20, 30) aufgebracht aufweist; und wobei eine außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b) aufgebrachte Schicht (30) mindestens ein Thermochrom umfasst. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche (10) mindestens einer Gefäß-Seitenwand (10 b) beaufschlagten Gefäßes (1) und betrifft auch die Verwendung des Gefäßes (1).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft mit Thermochromen beaufschlagte Gefäße und betrifft beispielsweise mit Thermochromen beaufschlagte, insbesondere mit Thermochromen bedruckte Gefäße wie beispielsweise mit Thermochromen bedruckte Tassen, Becher, Trinkgläser, Kerzenhalter oder Vasen. Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren, mit dem Gefäße wie beispielsweise Tassen, Becher, Trinkgläser, Kerzenhalter oder Vasen auf ihrer Außenseite mit einem oder mehreren Thermochromen beaufschlagt und insbesondere bedruckt werden können. Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung von Gefäßen wie beispielsweise Tassen, Becher, Trinkgläser, Kerzenhalter oder Vasen, deren Außenseite mit einem oder mehreren Thermochromen beaufschlagt und insbesondere bedruckt ist, beispielsweise die Verwendung als Trinkgefäß, Halter für Kerzen, Halter für Blumen, um - ohne Beschränkung - nur wenige Verwendungen beispielhaft zu nennen.

[0002] Es sind im Stand der Technik Hohlkörper wie beispielsweise Flaschen bekannt, die verschiedenen Zwecken dienen. Insbesondere kennt man Hohlkörper mit Verschlüssen zum Aufbewahren, Transportieren, Kühlen oder Erhitzen von fluiden Medien, wie beispielsweise Flüssigkeiten, und es haben sich für diesen Zweck Flaschen besonders bewährt.

[0003] Trinkflaschen oder Flaschen zur Aufbewahrung und zum Transport von Flüssigkeiten beim Sport, beim Bergsteigen, auf Reisen, in Fahrzeugen etc. umfassen heutzutage häufig einen Korpus aus Metall oder Kunststoff, der den jeweiligen Verhältnissen (Größe, Volumen, Unterbringungsmodus etc.) angepasst ist, und einen Innenteil, der den technischen Erfordernissen entsprechend ausgestaltet ist. Letztere umfassen beispielsweise (jedoch nicht beschränkend) Beständigkeit gegen Inhaltsstoffe des Trinkguts in dem Hohlkörper bzw. der Flasche (z. B. Beständigkeit gegen Fruchtsäuren oder Kohlensäure), thermische Isolationsfähigkeit (Warm- oder Kalt-Halten des Trinkguts), Dichtheit (Flüssigkeit darf nicht in die Umgebung bzw. in den Lager- bzw. Transport-Ort (Kleidung, Rucksack etc.) auslaufen), und weitere Erfordernisse.

[0004] Die Druckschrift EP 1 970 320 A1 betrifft beispielsweise einen photobeaufschlagten Hohlkörper mit einer Außenfläche aus Kunststoff, aus Metall, einem Metall-Kunststoff-Verbund oder aus einer Metall-Kunststoff-Mischung, einer außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche aufgebrachten Beschichtung aus einem Polymer-Pulver oder einer Metall-Polymer-Pulver-Mischung und einer außen auf zumindest einem Teil der Beschichtung aufgebrachten und thermofixierten Feststoff-Phototransfer-Schicht.

[0005] Mit der Aufbringung einer Feststof-Phototransfer-Schicht auf den Hohlkörper, beispielsweise auf die Flasche, sollte erreicht werden, einen Hohlkörper und insbesondere eine Flasche mit einer Außenfläche aus Kunststoff, Metall, einem Metall-Kunststoff-Verbund oder einer Metall-Kunststoff-Mischung (mit einem allen Anforderungen an die Aufbewahrung und den Transport von Flüssigkeiten erfüllenden "Innenleben") bereitzustellen, der/die gestaltet und individualisiert werden kann. Insbesondere war es Ziel der Beaufschlagung des Hohlkörpers/der Flasche mit einer Außenfläche aus Kunststoff, Metall, einem Metall-Kunststoff-Verbund oder einer Metall-Kunststoff-Mischung, die Außenfläche mit Aufdrucken, insbesondere mit photogenauen Aufdrucken, zu versehen, die klar und unverwischbar sind. Eine Option für die gewerbliche Verwendung solcher Hohlkörper/Flaschen war deren Einsatz für Werbezwecke mit klaren Bildern oder Logos in Photographie-Qualität, um damit die Außenfläche durch unentfernbares Fixieren von photogenauen Drucken individualisierend gestalten zu können.

[0006] Weiter betrifft das Dokument DE 88 03 946 U1 (entsprechend US 4,818,215 A) einen Kerzenhalter mit verbessertem Ornamenteffekt, der als hohle Hülle in Form eines Tieres, einer Frucht, eines Gebäudes usw. geformt sein kann. Die hohle Hülle wird durch eine Kerze erhitzt, die sich in ihrem inneren Hohlraum befindet. Zumindest ein Teil der Hülle ist mit einem thermisch farbverändernden (thermochromen) Material bedeckt, das in einem gewünschten Muster ausgebildet werden kann. Wenn die hohle Hülle durch die Flamme einer darin brennenden Kerze erhitzt wird, ändert sich das von einem Betrachter außen wahrgenommene Muster bzw. die Farbe auf einem Teil oder auf der Gesamtheit der Hüllen-Außenseite.

[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war, Gefäße zur Verfügung zu stellen, die dafür konditioniert sind, auf einer Fläche oder mehreren Flächen mit einem Thermochrom oder mit mehreren Thermochromen dauerhaft beaufschlagt, insbesondere bedruckt zu werden, so dass die Gefäße bei Änderungen der Temperatur der mit einem Thermochrom beaufschlagten Fläche(n) Farbänderungen des einen Themochroms oder der mehreren Thermochrome auf einer oder mehreren ihrer Flächen erfahren. Weiter sollten Gefäße bereitgestellt werden, die auf einer ihrer Fläche oder mehreren ihrer Flächen mit einem Thermochrom oder mit mehreren Thermochromen dauerhaft beaufschlagt sind, so dass sie dann, wenn sie Änderungen der Temperatur ausgesetzt sind, insbesondere Temperaturänderungen ausgesetzt sind, die durch eine Wärmequelle innerhalb des Gefäßes verursacht werden, Farbänderungen des einen Themochroms oder der mehreren Thermochrome auf einer oder mehreren ihrer Flächen erfahren.

[0008] Weiter war es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, das eine Konditionierung von Gefäßen, insbesondere von einer oder mehreren Teilflächen oder von der Vollfläche von Gefäßen, mit dem Ziel bewirkt, eine Fläche oder mehrere Flächen des/der Gefäße(s) mit einem Thermochrom oder mit mehreren Thermochromen dauerhaft zu beaufschlagen, insbesondere zu bedrucken, so dass die Gefäße bei Änderungen der Temperatur Farbänderungen des einen Themochroms oder der mehreren Thermochrome auf einer oder mehreren ihrer Flächen erfahren.

[0009] Weiter war es Aufgabe der Erfindung, Verwendungen von Gefäßen vorzuschlagen, die auf einer Fläche oder mehreren Flächen mit einem Thermochrom oder mit mehreren Thermochromen dauerhaft beaufschlagt und insbesondere bedruckt sind, und die Gefäße bei Änderungen der Temperatur der einen oder der mehreren Fläche(n) Farbänderungen des einen Themochroms oder der mehreren Thermochrome auf einer oder mehreren ihrer Flächen erfahren.

[0010] Die Erfindung betrifft daher ein Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß mit
  • einem Gefäß-Boden, der dicht verbunden ist mit mindestens einer Gefäß-Seitenwand aus Kunststoff, Glas oder Metall oder aus Verbundstoffen oder Mischungen zweier oder dreier Materialien aus der Gruppe Kunststoff, Glas und Metall;
  • wobei die mindestens eine Gefäß-Seitenwand außen auf zumindest einem Teil ihrer Außenfläche mindestens eine Schicht aufgebracht aufweist; und
  • wobei eine außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand aufgebrachte Schicht mindestens ein Thermochrom umfasst.


[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, wie sie nachfolgend im Detail beschrieben wird, weist das Thermochrom-beaufschlagte Gefäß zwischen der Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand und der außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand aufgebrachten Thermochrom-haltigen Schicht mindestens eine Funktions-Zwischenschicht auf

[0012] Weitere bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Thermochrom-beaufschlagten Gefäßes sind in den Patentansprüchen 3 bis 6 beansprucht,
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche mindestens einer Gefäß-Seitenwand beaufschlagten Gefäßes, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
  • Konditionieren wenigstens eines Teils der Außenfläche mindestens einer Gefäß-Seitenwand eines Gefäßes;
  • Beaufschlagen wenigstens des konditionierten Teils der Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand des Gefäßes mit einer ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Zusammensetzung; und
  • Fixieren der ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Zusammensetzung auf zumindest einem Teil der Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand.


[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst das Verfahren zusätzlich den Schritt des Aufbringens einer Funktions-Zwischenschicht auf die Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand vor dem Schritt des Beaufschlagens der Außenfläche der mindestens einen Gefäß-Seitenwand des Gefäßes mit einer ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Zusammensetzung.

[0014] Weitere bevorzugte Ausführungsformen des Verfahrens sind in den Ansprüchen 9 bis 12 beansprucht.

[0015] Die Erfindung betrifft schließlich auch die Verwendung eines Thermochrom-beaufschlagten Gefäßes gemäß der nachfolgenden detaillierten Beschreibung oder eines nach dem Verfahren zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche mindestens einer Gefäß-Seitenwand beaufschlagten Gefäßes gemäß der nachfolgenden detaillierten Beschreibung hergestellten Gefäßes als Trinkgefäß, als Halter für Kerzen, als Halter für Blumen, dessen Thermochrom-Auftrag bei Temperaturänderung Werbe-Botschaften, individualisierte persönliche Botschaften oder Geschenk-Botschaften sichtbar werden lässt oder wieder verschwinden lässt.

[0016] In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung wird das Thermochrom-beaufschlagte Gefäß verwendet als Heißgetränk-Trinkbecher oder Kerzenhalter bzw. Wachskerzen-Behälter.

[0017] Die Erfindung wird nachfolgend weiter unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen beschrieben, wie sie teilweise auch in den in Bezug genommenen Figuren abgebildet sind. Weder die Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen noch die Figuren beschränken jedoch die Erfindung, und zwar weder auf die ausdrücklich als "bevorzugt" in der Beschreibung beschriebenen Ausführungsformen noch auf die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen. Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen wie auch die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen haben lediglich beispielhaften Charakter und sollen die Erfindung beispielhaft erläutern und deren besserem Verständnis dienen, ohne dass die Erfindung als auf diese Ausführungsformen beschränkt zu verstehen ist.

[0018] In den Figuren zeigen:

Figur 1A eine schematische seitliche Schnittansicht eines beispielhaften Gefäßes in Form eines (Becher-) Glases als Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung;

Figur 1B eine schematische seitliche Schnittansicht eines beispielhaften Gefäßes in Form eines (Becher-) Glases ähnlich Figur 1A, jedoch mit auf zumindest einem Teil der Außenfläche des Gefäßes aufgebrachten Beschichtungen, umfassend ein oder mehrere Thermochrom(e), gegebenenfalls unter Anordnung mindestens einer Hilfsschicht;

die Figuren 2A und 2B jeweils eine seitliche perspektivische Ansicht eines Trinkbechers für eine warme Flüssigkeit als Beispiel für ein mit einem auf der Außenfläche mit einem Thermochrom beaufschlagtes, beispielsweise bedrucktes, Gefäß; und

die Figuren 3A und 3B jeweils eine seitliche perspektivische Ansicht eines becherförmigen Kerzenhalters als Beispiel für ein mit einem auf der Außenfläche mit einem Thermochrom beaufschlagtes, beispielsweise bedrucktes, Gefäß.



[0019] Es wird nun auf die Figuren Bezug genommen. Figur 1A zeigt eine schematische seitliche Schnittansicht eines beispielhaften Gefäßes in Form eines (Becher-) Glases, beispielsweise eines Trinkglases oder eines für das Abbrennen einer Kerze vorgesehenen Windlicht-Glases, wie es Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung sein kann, d. h. ohne Beaufschlagung mit einem oder mehreren Thermochrom(en).

[0020] Figur 1B zeigt eine schematische seitliche Schnittansicht eines beispielhaften Gefäßes in Form eines (Becher-) Glases ähnlich Figur 1A, jedoch mit auf zumindest einem Teil der Außenfläche des Gefäßes aufgebrachten Beschichtungen mit einem oder mehreren Thermochrom(en), gegebenenfalls unter Anordnung mindestens einer Hilfsschicht, wie beispielsweise (ohne Beschränkung) einer einen Haftvermittler umfassenden Zwischenschicht, zwischen der Gefäß-Außenwand und der ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Schicht.

[0021] Der Begriff "Gefäß", wie er in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen verwendet wird und wie er in Figur 1A im grundsätzlichen Aufbau als Ausgangspunkt der Erfindung gezeigt wird, wird ein auf mindestens einer Seite 10 a offener, einen Innen-Hohlraum 11 zwischen einer oder mehreren, mehr oder weniger starren Boden- 10 c und Seitenwand/Seitenwänden 10 b bereitstellender Raumkörper 1 verstanden. In Gebrauchsposition des Gefäßes 1 liegt die offene Seite 10 a dem starren Boden 10 c gegenüber, und der starre Boden 10 c ist (in Schwerkraft-Richtung) unten angeordnet. Durch die offene Gefäß-Seite 10 a kann das Gefäß 1 ein Fluid 40, beispielsweise eine Flüssigkeit 40, aufnehmen, die in dem Hohlraum 11 verbleiben oder aus dem Hohlraum 11 entnommen werden kann, beispielsweise getrunken werden kann. In ähnlicher Weise kann durch die offene Gefäß-Seite 10 a in das Gefäß 1 ein Gegenstand 50 eingeführt werden, so dass er aufrecht auf dem Boden 10c des Gefäßes 1 steht. Ein Beispiel für einen Gegenstand 50 ist eine Kerze 50 oder ein mit Brennstoff wie beispielsweise Wachs befüllter und mit einem Docht zum Abbrennen des Brennstoffs versehener Kerzentopf ("Windlicht-Einsatz") 50, wie er beispielsweise in den Figuren 3A und 3B gezeigt ist, oder eine Blume oder mehrere Blumen oder ein Strauß Blumen (ohne Abbildung).

[0022] Beispielhafte Ausführungsformen eines Gefäßes 1 können eine Tasse oder ein Becher wie beispielsweise ein Trinkbecher, ein Windlicht für ein brennbares Medium wie Wachs oder Petroleum oder ein Kerzenhalter oder ein Wachsgefäß, eine Vase für des Halten von Pflanzen wie Blumen sein, ohne die Erfindung bezüglich der Offenbarung eines Gefäßes auf die vorstehenden Beispiele zu beschränken. Im beispielhaften Fall eines Gefäßes 1 als Trinkbecher kann dieser mit einer Flüssigkeit 40, beispielsweise einer kalten oder warmen Flüssigkeit 40, volumenfüllend oder teilvolumenfüllend befüllt werden. Im beispielhaften Fall eines Gefäßes als Windlicht kann dieses mit einem abbrennbaren Brennstoff 51 wie beispielsweise Wachs 51 volumenfüllend oder teilvolumenfüllend befüllt und mit einem Docht zum Abbrennen bestückt werden. Das erkaltete und erstarrte Wachs 51 kann dann durch Entzünden des Dochts unter Abgabe von Licht und Wärme verbrannt werden.

[0023] Ein in Betracht kommendes Gefäß 1 kann hergestellt sein aus einem beliebigen Material, wie es der Fachmann zur Herstellung von Gefäßen heranzieht. Beispielhafte, nicht beschränkende Materialien sind Kunststoff, Glas, Metall, Porzellan, Steingut, Holz oder auch andere, in Formgebungsverfahren für Gefäße verwendbare Materialien. Erfindungsgemäß werden für ein Gefäß 1 vorzugsweise Materialien verwendet, die ausgewählt sind aus Kunststoff, Glas, Metall und Verbundstoffen oder Mischungen zweier oder dreier der genannten Materialien. Eingeschlossen sind Materialien, die ein mit einem Kunststoff beschichtetes oder beaufschlagtes Material aus Metall oder einen mit einem Metall beschichteten oder beaufschlagten Kunststoff darstellen.

[0024] Glas als erfindungsgemäß verwendbares Material für erfindungsgemäß mit einem oder mehreren Thermochromen beaufschlagbare Gefäße 1 ist nicht auf ein bestimmtes Glas beschränkt. Vielmehr kann der Fachmann aus ihm aufgrund seines Fachwissens im Gefäß-Bereich bekannten Gläsern ein Glas oder mehrere Gläser auswählen. Erfindungsgemäß haben sich in Press- oder Blasverfahren hergestellte Gläser als Gefäße zum Beaufschlagen mit einem oder mehreren Thermochrom(en) gemäß der Erfindung als gut geeignet herausgestellt; die Erfindung ist jedoch auf diese nicht beschränkt.

[0025] Kunststoff als erfindungsgemäß verwendbares Material für erfindungsgemäß mit einem oder mehreren Thermochromen beaufschlagbare Gefäße 1 ist nicht auf einen bestimmten Kunststoff beschränkt. Vielmehr kann der Fachmann aus ihm aufgrund seines Fachwissens im Gefäß-Bereich bekannten Kunststoffen einen oder mehrere Kunststoffe auswählen. Erfindungsgemäß haben sich Polymere - einzeln, in Mischungen oder als Copolymere - aus der Gruppe Polyolefine (z. B. Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polybutylen (PB)) und Polyamide (PA) besonders bewährt; deren Molekulargewichte - wie auch die Anordnung der Polymerbausteine (isotaktisch, ataktisch, usw.) können vom Fachmann beliebig je nach den Gegebenheiten des Einzelfalls gewählt werden, solange das Polymerprodukt die vorteilhaften Eigenschaften für die nachfolgende Beaufschlagung mit einem oder mehreren Thermochromen aufweist.

[0026] In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann das Gefäß 1 ein Gefäß 1 mit einer Außenfläche 10 aus einem anderen Material oder Material-Verbund wie z. B. aus Metall oder aus einem Metall-Kunststoff-Verbund oder aus einer Metall-Kunststoff-Mischung oder aus Kunststoff sein, der außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10, vorzugsweise auf der gesamten Außenfläche 10, eine aufgebrachte Beschichtung aus einem Polymer-Pulver oder einer Metall-Polymer-Pulver-Mischung aufweist.

[0027] Eine derartige Beschichtung ist als solche bekannt und kann auf beliebigem Weg auf die Außenfläche 10 aufgebracht sein. Erfindungsgemäß hat sich besonders bewährt, die Beschichtung in Pulverform auf die Außenfläche 10 eines Gefäßes 1 aufzubringen, beispielsweise mit Vorteil durch Aufsprühen eines Polymer-Pulvers oder eines Polymer-Metall-Pulvers unter triboelektrischen Bedingungen, also Aufsprühen eines mit einer Ladung versehenen Polymer-Pulvers oder Polymer-Metall-Pulvers auf die gegensätzlich geladene Außenfläche 10 des Hohlkörpers bzw. Gefäßes 1, und anschließendes Ausbilden einer festen Polymer-Beschichtung oder Polymer-Metall-Beschichtung unter Einbrennen, also bei hoher Temperatur, und anschließendes Abkühlen.

[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Gefäß 1, dass die Außenfläche 10 oder die Beschichtung ein oder mehrere Metall(e) aus der Gruppe Aluminium, Aluminium-Legierung(en), Eisen und Eisen-Legierung(en) umfasst, wobei eines oder mehrere der Metalle und/oder Legierungen zugegen sein können, und/oder ein oder mehrere Polymer(e) aus der Gruppe Polyolefine (bevorzugt Polypropylen (PP) oder Polybutylen (PB) und Polyamide (PA), umfasst. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die genannten Metalle, beispielsweise Aluminium oder dessen Legierungen, und die bevorzugten Polymere PP und PA, letztere besonders bevorzugt Polyamide aus der Gruppe der Polyalkylencarbonsäureamide, besonders gute Grundlagen für die spätere Aufbringung einer Thermochrom-Beaufschlagung bilden können.

[0029] Weiter ist erfindungsgemäß ein Gefäß 1 bevorzugt, bei dem die Beschichtung 20 aus einem Polymer-Pulver auf die gesamte Außenfläche 10 aus Metall oder aus einem Metall-Kunststoff-Verbund oder aus einer Metall-Kunststoff-Mischung oder aus Kunststoff aufgebracht ist. Denn mit dieser Ausführungsform wird eine einheitliche Grundlage für die nachfolgende Beaufschlagung des Gefäßes 1 mit mindestens einer das/die Thermochrom(e) umfassenden Schicht 30 bereitgestellt. Weiter sind als Raumkörper solche Gefäße 1 erfindungsgemäß besonders bevorzugt, bei denen das Polymer-Pulver der Beschichtung 20 ein Polymer aus der Gruppe Polyester, umfasst. Mit Vorteil verwendbare Polyester-Pulver sind solche auf Basis von (gegebenenfalls -OH-Gruppen enthaltenden) Polyalkylencarbonsäureestern aliphatischer und/oder aromatischer Carbonsäuren, und weiter bevorzugt sind Polyester-Pulver des Handels-Produktes DRYLAC Serie 29 der Firma Tigerwerk Lack- und Farbenfabrik GmbH & Co. KG, Wels, Österreich, denn sie liefern eine besonders zuverlässige Grundlagen-Beschichtung für die mindestens eine, das/die später aufzubringende(n) Thermochrom(e) umfassende Schicht 30.

[0030] Ein erfindungsgemäßes Gefäß 1 kann grundsätzlich beliebige Größe und Form annehmen, ohne dass diesbezüglich für die Erfindung Einschränkungen vorzusehen sind. Wie beispielhaft aus Figur 1A ersichtlich ist, kann ein erfindungsgemäßes Gefäß 1 einen Raumkörper umfassen, der einen starren Boden 10 c und eine (im Fall der Gefäß-Form eines umgekehrten Kegelstumpfs) umlaufende, mehr oder weniger ebenfalls starre Wand 10 b aufweist. Vergleichbare polyedrische Raumkörper gemäß der Erfindung können beispielsweise einen rechteckigen, beispielsweise quadratischen, starren Boden 10 c und eine Mehrzahl (beispielsweise vier) von einen Pyramidenstumpf bildenden, ebenfalls mehr oder weniger starren Wänden 10 b umfassen. Die Erfindung ist diesbezüglich nicht auf die genannten Gefäß-Formen beschränkt. Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft und zum beispielhaften Verständnis anhand der in Figur 1A gezeigten Kegelstumpf-Form eines Gefäßes 1 wie beispielsweise eines Glases beschrieben, ohne auf diese beschränkt zu sein.

[0031] Ausgehend von der in Figur 1A gezeigten Form eines Gefäßes 1 wird erfindungsgemäß eine Beaufschlagung zumindest eines Teils, d. h. eines Teils oder der Gesamtheit, der Außenfläche 10 des Gefäßes 1 mit wenigstens einer ein Thermochrom oder mehreren Thermochrome umfassenden Schicht 30 vorgeschlagen.

[0032] In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die allein oder mit einem oder mit mehreren oder mit allen anderen Merkmalen der Erfindung verwirklicht werden können, ohne die Erfindung zu beschränken, umfasst das Gefäß 1 eine ein Thermochrom oder mehrere Thermochrome umfassende Beschichtung 30. Der Fachmann kann jedoch unter Berücksichtigung der Gegebenheiten des Einzelfalles auch ein Gefäß 1 vorsehen, auf dessen Außenfläche 10 mehrere Thermochrom-haltige Beschichtungen 30 aufgebracht sind. Dabei können - je nach den Gegebenheiten eines einzelnen Falles - mehrere Thermochrom-haltige Schichten 30 ein Thermochrom (in allen der mehreren Schichten) oder in den mehreren Schichten 30 mehrere verschiedene Thermochrome umfassen, beispielsweise ein Thermochrom, zwei Thermochrome, drei Thermochrome oder sogar mehr als drei Thermochrome. Diesbezüglich ist die Erfindung nicht beschränkt. Erfindungsgemäß bevorzugt ist ein Gefäß 1 mit einer auf der Gefäß-Außenfläche 10 der Gefäß-Seitenwand 10b aufgebrachten, ein Thermochrom oder mehrere Thermochrome, beispielsweise zwei Thermochrome, umfassenden Schicht 30. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diesen bevorzugten Fall beschränkt.

[0033] Unter dem Begriff "Thermochrom" wird in der vorliegenden Beschreibung und in den Patentansprüchen eine Substanz verstanden, die in der Lage ist, bei unterschiedlichen Temperaturen ein unterschiedliches Lichtabsorptions- und Reflexionsverhalten zu zeigen bzw. die vom Auge eines Betrachters wahrnehmbare Farbe zu ändern ("Thermochromie"). Der Grund für eine Farbänderung können Änderungen der Kristallstruktur sein (häufig bei anorganischen thermochromen Pigmenten) oder Änderungen der Molekülstruktur (häufig bei organischen Thermochromen) oder Änderungen der Komplexgeometrie (beispielsweise bei metallorganischen Thermochromen). Die Farbänderung ist üblicherweise reversibel, was bedeutet, dass ein Thermochrom, das seine Farbe bei Temperaturerhöhung von der Farbe B zur Farbe W ändert, bei Temperaturerniedrigung wieder von der Farbe W zur Farbe B "zurückkehrt", wie beispielsweise:



[0034] Beispiele von Thermochromen in diesem Sinn sind anorganische Pigmente wie Rutil (TiO2), Zinkoxid (ZnO), Quecksilber(II)iodid (HgI2) und Silbertetraiodomercurat(II) (Ag2[HgI4]), oder organische Verbindungen wie beispielsweise 9.9'-Bixanthyliden-Derivate 10,10'-Bianthronyliden-Derivate, Bromthymolblau, oder metallorganische Verbindungen wie Bis-(diethylammonium-)tetrachloridocuprat(II) ([(C2H5)2NH]2CuCl4). Die Erfindung ist nicht auf bestimmte Arten von Thermochromen beschränkt.

[0035] Thermochrome sind in großer Zahl im Handel erhältlich. Beispielsweise (und ohne die Erfindung zu beschränken) stellen die Firmen Worlée Chemie GmbH, Hamburg (DE), oder SFXC, Newhaven (GB), oder StardustColors, Roubaix (FR) her und liefern Thermochrome in Form von Pigmenten in den Primärfarben Gelb, Magenta und Himmelblau sowie in weiteren Farben Orange, Rot, Grün, Blau, Violett und Schwarz, die definierte Farbnummern (nach Pantone-Kodierung) haben und die einstellbare thermochrome Farbänderungen bei Temperaturen im Bereich von - 15 °C bis + 65 °C zeigen:
Neun Standard-Farben:
FarbeHandelsbezeichnung *Pantone Code
Gelb YT-temp 108C
Orange OT-temp 021C
Magenta MT-temp Rubine Red C
Rot RT-temp 186C
Grün GT-temp 335C
Himmelblau ST-temp 313C
Blau BT-temp 301U
Violett VT-temp 2728C
Schwarz   Black 7C
* Anmerkung: "temp" steht für eine Farbumschlagstemperatur-Angabe in °C; Beispiel: BT-20 steht für ein blaues Thermochrom-Pigment, dessen Farbe sich bei Ansteigen der Temperatur bei 20 °C zu ändern beginnt und sich bei 22 °C nach farblos ändert. Umgekehrt beginnt sich die Farbe bei Fallen der Temperatur unter 22 °C zu ändern und erreicht bei 20 °C wieder die blaue Farbe.


[0036] Die Empfindlichkeit des Farbumschlags (d. h. die "Breite" des Temperatur-Bereichs, innerhalb dessen der Farbumschlag erfolgt) liegt im Bereich von 2 °C bis 10 °C. Erfahrungsgemäß ist bei Farbumschlagstemperaturen unter 33 °C eine höhere Sensitivität zu beobachten (engerer Farbumschlagstemperatur-Bereich), bei Farbumschlagstemperaturen über 33 °C eine geringere Sensitivität (breiterer Farbumschlagstemperatur-Bereich).

[0037] Bei Verwendung der drei oben genannten Primärfarben (Gelb, Magenta, Hellblau) kann durch Mischen jede beliebige Farbe erhalten werden. Wird die so durch Mischen erhaltene Mischfarbe steigender Temperatur ausgesetzt, tritt der Thermochrom-Effekt (Farbumschlag bei Erreichen einer bestimmten Temperatur) bei einer Temperatur (bzw. in einem Temperatur-Bereich) ein, der durch die Thermochrom-Eigenschaften der zwei, drei oder mehr verwendeten Farben bestimmt ist:



[0038] Bei Mischen mehrerer Thermochrome, die unterschiedliche Farbumschlagstemperaturen (bzw. unterschiedliche Farbumschlagstemperatur-Bereiche) aufweisen, können bei Temperaturerhöhung bzw. Temperaturerniedrigung über mehrere Farbumschlagstemperatur-Bereiche zwei und mehr Farbumschläge erhalten werden: Zum Beispiel:



[0039] Ebenfalls möglich ist ein Mischen von einem oder mehreren Thermochromen mit einem oder mehreren Pigmenten/Farbstoffen, die keinen Thermochrom-Effekt zeigen:



[0040] In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die mit einem oder mit mehreren oder mit allen anderen Merkmalen der vorliegenden Erfindung kombiniert werden können, ohne die Erfindung auf solche Kombinationen zu beschränken, kann eines oder können mehrere der verwendeten Thermochrome in Mikrokapseln eingeschlossen konfektioniert sein, um so vorteilhafte Eigenschaften (bessere Haltbarkeit und Lagerfähigkeit, z. B. über zwei oder mehrere Jahre, bessere Thermostabilität, z. B. bis über 200 °C, beispielsweise bis 240 °C, bessere Stabilität gegen Feuchtigkeit; Einstellung bestimmter Löslichkeitseigenschaften der Pigmente / Thermochrome in geeigneten Lösungsmitteln, usw.) zu erzielen. Solche Mikrokapseln können aus einem Polymer oder aus verschiedenen Polymeren oder aus Mischungen von Polymeren bestehen. Der Fachmann kennt aufgrund seiner Fachkenntnis die Möglichkeit der Mikroverkapselung, die Materialien (z. B. geeignete Polymere für eine Mikroverkapselung, beispielsweise - ohne die Erfindung zu beschränken - Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere (ABS), Polystyrol (PS), Polyvinylchlorid (PVC), Polyurethan (PU), Ethylen-Vinylacetat (EVA), Polyethylenterephthalat (PET)) und kann diese anhand der Gegebenheiten des Einzelfalls und anhand konkreter Verfahrensparameter und Erfordernisse aus einer Vielzahl solcher Materialien auswählen. Die Korngrößen solcher Mikrokapseln können in den üblichen Größenbereichen liegen und den Gegebenheiten des Einzelfalls entsprechend mehr oder weniger stark schwanken; sie liegen beispielsweise (aber nicht beschränkend) in einem Bereich von 0,1 bis 20 µm, vorzugsweise in einem Bereich von 1 bis 6 µm.

[0041] Erfindungsgemäß bevorzugte, ein oder mehrere Thermochrom(e) und gegebenenfalls auch keine Thermochrom-Eigenschaften aufweisende Pigmente oder Farbstoffe umfassende Mikrokapseln oder alternativ auch mehrere Arten von Mikrokapseln, von denen jede entweder ein oder mehrere Thermochrom(e) oder ein oder mehrere, keine Thermochrom-Eigenschaften aufweisende andere Pigmente oder Farbstoffe enthält, können auch in Form von Emulsionen, beispielsweise (aber ohne Beschränkung) in Form wässriger oder wasserbasierter Emulsionen, konfektioniert werden. Solche Emulsionen weisen beispielsweise einen Feststoffgehalt von 45 % auf und können, beispielsweise, in wasserbasierten Druckfarben und Farben in Mengen von 0,5 bis 15 Gew.-% dosiert werden.

[0042] Erfindungsgemäß umfasst bei den Thermochrom-beaufschlagten Gefäßen 1 der vorliegenden Erfindung das Gefäß 1 eine außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10 der mindestens einen Gefäß-Seitenwand 10 b aufgebrachte Schicht 30 mindestens ein Thermochrom. Die aufgebrachte Schicht 30 umfasst also ein, zwei, drei, vier oder mehrere Thermochrom(e). In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, die allein oder mit einem oder mit mehreren oder mit allen anderen Merkmalen der Erfindung verwirklicht werden kann, ohne die Erfindung zu beschränken, umfasst die aufgebrachte Schicht 30 ein Thermochrom oder zwei Thermochrome. Das Thermochrom bzw. die Thermochrome können in üblicher Weise mit dem Fachmann an sich bekannten und damit hier nicht im Einzelnen aufzuzählenden Hilfsstoffen (Lösungsmitteln, Dispergiermitteln, Toner-Harzen, Fließmitteln) zu einer für den Vorgang des Aufbringens geeigneten Zubereitung zugerichtet sein.

[0043] Solche Zubereitungen können in weiteren bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die allein oder mit einem oder mit mehreren oder mit allen anderen Merkmalen der Erfindung verwirklicht werden können, ohne die Erfindung zu beschränken, auch weitere farbgebende Mittel (Pigmente, Farbstoffe) enthalten, um zusammen mit dem/den Thermochrom(en) besondere Farb-Effekte zu erzielen.

[0044] Die Thermochrom(e) umfassende Schicht 30 findet sich bei den Thermochrom-beaufschlagten Gefäßen 1 der Erfindung außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10 der mindestens einen Gefäß-Seitenwand 10 b und erstreckt sich damit über einen kleinen Teil der Außenfläche 10 oder über einen größeren Teil der Außenfläche 10 oder über den größten Teil der Außenfläche 10 oder über die gesamte Außenfläche 10 der mindestens einen Seitenwand 10 b des Gefäßes 1. Dabei umfasst das Thermochrom-beaufschlagbare Gefäß 1 dann, wenn es die ungefähre Form eines umgekehrten Kegelstumpfs hat, eine einzige umlaufende Gefäß-Seitenwand 10 b. Im Fall eines polyedrischen Pyramidenstumpfs hat das Thermochrom-beaufschlagbare Gefäß eine der Zahl der Seitenflächen des Polyeders entsprechende Zahl von Seitenwänden (z. B. drei oder vier). Diese Formen des Thermochrom-beaufschlagbaren Gefäßes 1 sind jedoch nicht die Erfindung beschränkend, sondern lediglich beispielhaft.

[0045] Dem Fachmann sind aufgrund seines Fachwissens zahlreiche Thermochrome bekannt. Diese kann der Fachmann anhand der Gegebenheiten des Einzelfalls aufgrund bestimmter Parameter auswählen. Solche Parameter sind - lediglich beispielsweise: die Temperatur der gewünschten Farbänderung eines Thermochroms/der mehreren Thermochrome, die Verarbeitbarkeit des einen Thermochroms/der mehreren Thermochrome zu Zubereitungen für das Aufbringen; die Löslichkeit und Mischbarkeit des einen Thermochroms/der mehreren Thermochrome mit anderen Komponenten; und weitere andere Parameter.

[0046] Farbänderungen von Thermochromen (d. h. von Farbstoffen bzw. Pigmenten, die die Erscheinung "Thermochromie" zeigen) werden - wie oben beispielhaft dargelegt - hervorgerufen durch Änderungen der Temperatur, denen die entsprechenden Thermochrome ausgesetzt werden. Derartige Farbänderungen können Farbänderungen von "farblos" nach "farbig" oder umgekehrt von "farbig" nach "farblos" sein und sind in aller Regel reversibel, wenn die entsprechende Temperatur im Wege eines Ansteigens der Temperatur oder im Wegen des Abfallens der Temperatur erreicht und überschritten wird. Thermochrome sind in aller Regel (aber nicht zwingend) im Handel in mikroverkapselter Form in zahlreichen Farben erhältlich und können zum Erhalt von Mischfarben in beliebigen Verhältnissen gemischt werden, so dass man bei Einsatz vom Thermochromen in den Primärfarben nahezu jede gewünschte Farbe erhalten kann, beispielsweise die Farben gelb, orange, magenta, rot, grün, himmelblau, blau, violett, schwarz. Grundsätzlich ist es auch möglich, verschiedenfarbige Thermochrome unterschiedlicher Temperaturstufen zu kombinieren, um gewünschte Farbwechsel-Temperaturen vorzusehen. Die Temperatur des Farbumschlages von Thermochromen kann zwischen - 15 °C und 65 °C eingestellt werden. Wenn bei einem Thermochrom die FarbumschlagsTemperatur 31 °C ist bedeutet das, dass das Thermochrom bei ca. 31 °C seine ursprüngliche Farbe in "farblos" ändert oder von "farblos" in "farbig" umschlägt.

[0047] Erfindungsgemäß kann auf zumindest einen Teil der Außenfläche 10 eines Gefäßes 1 eine ein einzelnes Thermochrom umfassende Beschichtung oder Schicht 30 aufgebracht sein, oder es kann eine Schicht 30 oder mehrere Schichten 30 mit einer Mehrzahl von oder einer Mischung von zwei, drei, vier oder noch mehr Thermochromen auf die Außenfläche 10 eines Gefäßes 1 aufgebracht sein. Weiter ist es erfindungsgemäß möglich, dass Mischungen und Zubereitungen von einem oder mehreren Thermochromen mit einem oder mehreren anderen (farbigen) Substanzen in der Beschichtung 30 auf der Außenfläche 10 eines Gefäßes 1 vorhanden sind.

[0048] Die Natur der mindestens ein Thermochrom umfassenden Zubereitungen in der Thermochrom-Beschichtung 30 hängt erfindungsgemäß weitgehend von dem anzuwendenden Vorgang der Aufbringung ab. Der Fachmann kennt für die Aufbringung von einer Schicht 30 oder von mehreren Schichten 30 mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf Außenflächen 10 eines Gefäßes 1 zahlreiche Verfahren. Von diesen sind erfindungsgemäß Druckverfahren wie beispielsweise der Transferdruck, der Sublimationsdruck und der Digitaldruck besonders bevorzugt. Diese werden in der nachfolgenden Beschreibung für die vorliegende Erfindung im Einzelnen beschrieben.

[0049] Für die weitere Beschreibung der Erfindung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10 b beaufschlagten Gefäßes 1 wird zu den einzelnen Merkmalen der obigen Beschreibung des mit einer oder mehreren Thermochrom-haltigen Schicht(en) 30 beaufschlagten Gefäßes 1 verwiesen.

[0050] Erfindungsgemäß umfasst das Verfahren zum Herstellen eines mit mindestens einer Schicht 30 mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10 b beaufschlagten Gefäßes 1 die folgenden Schritte:
  • Konditionieren wenigstens eines Teils der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10 b eines Gefäßes 1;
  • Beaufschlagen wenigstens des konditionierten Teils der Außenfläche 10 der mindestens einen Gefäß-Seitenwand 10 b des Gefäßes 1 mit mindestens einer, ein oder mehrere Thermochrom(e) in einer geeigneten Zusammensetzung umfassenden Schicht; und
  • Fixieren der ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Zusammensetzung auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10 der mindestens einen Gefäß-Seitenwand 10b.


[0051] Der Schritt des Konditionierens wird in bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die mit einem oder mit zwei oder mir mehreren anderen Merkmalen der Erfindung kombiniert werden können, ohne die Erfindung hierdurch zu beschränken, auf dem Teil der Außenfläche 10 des Gefäßes 1 angewendet, der im nachfolgenden Verfahrensschritt mit mindestens einer Schicht, vorzugsweise mit genau einer Schicht, beaufschlagt werden soll, die ein oder mehrere Thermochrom(e) in einer geeigneten Zusammensetzung umfasst, beispielsweise in Form einer ein oder mehrere Thermochrom(e) und gegebenenfalls auch andere (nicht Thermochrom-Eigenschaften aufweisende) Pigmente umfassenden Mikrokapsel-Zubereitung. Das Konditionieren dient einer Modifikation der Oberflächen-Beschaffenheit der Gefäß-Außenfläche in der Hinsicht, dass eine gute und über die gesamte Fläche gleichmäßige Haftung der Thermochrom(e) aufweisenden Schicht auf der Gefäß-Außenfläche 10 gewährleistet ist. In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung dient das Konditionieren der Gefäß-Außenfläche 10 der Vermittlung einer zuverlässigen Haftung der später aufzubringenden Thermochrom-Schicht auf der Gefäß-Außenfläche 10.

[0052] In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die mit einem oder mit zwei oder mir mehreren anderen Merkmalen der Erfindung kombiniert werden können, ohne die Erfindung hierdurch zu beschränken, erfolgt ein Konditionieren wenigstens eines Teils der Außenfläche 10 der mindestens einen Gefäß-Seitenwand durch Auftrag eines Primers, vorzugsweise eines Glas-Primers, der für eine Verbesserung der Haftung ("Haftvermittler") zwischen Glasoberfläche und einer darüber aufgebrachten Schicht dienen kann, so dass auf dem Glas-Untergrund eine ausreichende Haftfestigkeit erreicht werden kann, insbesondere und damit bevorzugt durch eine Veränderung der Polarität der Glasoberfläche. In der Praxis hat sich für diesen Zweck der 1K-Glasprimer der Firma MIPA SE, Essenbach (DE) bewährt, der eine Silicium enthaltende organische Verbindung ist, die beispielsweise im Sprühverfahren auf die gereinigte Glasoberfläche aufgetragen wird und den man vor weiterer Beschichtung für eine Zeit von 5 bis 30 min einwirken lässt.

[0053] Erfindungsgemäß wurde gefunden, dass das Aufbringen einer ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Schicht 30 auf wenigstens einen Teil der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10 b eines Gefäßes 1 anhand einer Mehrzahl von Verfahrensweisen erfolgen kann, die der Fachmann allesamt dem Grundsatz nach kennt und die er daher aufgrund seines Fachwissens den Gegebenheiten entsprechend auswählen kann, und die der Technik nach im Wesentlichen Druckverfahren sind, die bekannt sind unter den Begriffen:
  1. a) Transfer-Druck;
  2. b) Sublimationsdruck;
  3. c) Digitaldruck; und
  4. d) Siebdruck.


[0054] So kann lediglich beispielhaft und ohne Beschränkung der Erfindung der Vorgang des Aufbringens eines oder mehrerer Thermochrome(s) auf wenigstens einen Teil der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10 b eines Gefäßes 1 im Transfer-Druck wie folgt bewirkt werden:
Auch bei der Beschreibung des Verfahrens ist das Gefäß 1 ein beliebiger Raumkörper 1, wie beispielweise eine Tasse, ein Becher, ein Trinkglas, ein Kerzenhalter oder eine Vase.

[0055] Im ersten Schritt wird die Außenfläche 10 des Gefäßes 1, das beispielsweise aus Metall oder aus einem Metall-Kunststoff-Verbund oder aus einer Metall-Kunststoff-Mischung oder aus Kunststoff besteht, auf zumindest einem Teil der Fläche und besonders bevorzugt vollständig mit einer Beschichtung 20 aus einem Polymer-Pulver beaufschlagt, oder - im Fall eines Gefäßes 1 aus Kunststoff - wird dieses für das weitere Verfahren bereitgestellt. Das Pulver des Polymers ist weiter bevorzugt ein Pulver eines Polymers aus der Gruppe Polyester, die sich als Beschichtung besonders geeignet herausgestellt haben. Mit Vorteil verwendbare Polyester-Pulver sind solche auf Basis von (gegebenenfalls -OH-Gruppen enthaltenden) Polyalkylencarbonsäureestern aliphatischer und/oder aromatischer Carbonsäuren Mit besonderem Vorteil wird das Handelsprodukt DRYLAC 029 der Firma Tigerwerk Lack- und Farbenfabrik GmbH & Co. KG, Wels, Österreich, verwendet bei dem es sich um eine pulverförmige Zubereitung auf Polyester-Basis handelt.

[0056] Eine derartige Beschichtung 20 ist als solche bekannt und kann auf beliebigem Weg auf die Außenfläche 10 aufgebracht werden. Erfindungsgemäß hat sich besonders bewährt, die Beschichtung 20 in Pulverform auf die Außenfläche 10 des Gefäßes 1 aufzubringen, beispielsweise mit Vorteil durch Aufsprühen eines Polymer-Pulvers oder eines Polymer-Metall-Pulvers unter triboelektrischen Bedingungen, also Aufsprühen eines mit einer Ladung versehenen Polymer-Pulvers oder Polymer-Metall-Pulvers auf die gegensätzlich geladene Außenfläche 10 des Gefäßes 1, und anschließendes Ausbilden einer festen Polymer-Beschichtung 20 oder Polymer-Metall-Beschichtung 20 unter Einbrennen, also bei hoher Temperatur, und anschließendes Abkühlen.

[0057] Wird in einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ein Gefäß 1 mit einer Außenfläche 10 aus Kunststoff oder ein ganz aus Kunststoff gefertigter Raumkörper 1 verwendet, wie er in Figur 1 A gezeigt ist, beispielsweise ein aus PP oder PA gefertigter oder mit einer Außenfläche 10 aus PP oder PA versehener Raumkörper 1, wird die Außenfläche 10 in dem Fachmann bekannter Weise vorbehandelt, vorzugsweise durch Wärmebehandlung oder durch Corona-Behandlung.

[0058] Parallel dazu wird ein sogenannter "Transfer" erstellt, also eine Kombination eines von einer Vorlage abgedruckten Motivs mit einem geeigneten Träger. Die Erstellung des Transfers ist ein im Druckwesen mit üblicher Technologie durchführbares Verfahren. Dabei wird beispielsweise mit einem üblichen Laser-Drucker eine Vorlage wie beispielsweise eine Photographie, ein Logo, eine Werbebotschaft, oder eine sonstige Vorlage auf einen allein zu Übertragungszwecken dienenden Träger gedruckt. Damit die Vorlage später realistisch auf dem Gefäß 1, also dem Raumkörper, erscheint, muss sie seitenverkehrt auf den Träger gedruckt werden.

[0059] Für einen solchen Druck wird als Träger des Transfers vorzugsweise Papier verwendet, weiter bevorzugt mit dem Ziel einer guten Ablösbarkeit beim späteren Übertragungsvorgang beschichtetes Papier, beispielsweise ein mit einem Polymer wie beispielsweise einem Polyolefin beschichtetes Papier. Besonders hat sich praktisch das Papier der Firma Transfer, Hamburg, mit der Bezeichnung C500 bewährt.

[0060] Erfindungsgemäß bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem als das Fixieröl ein wärmebeständiges Öl aus der Gruppe der Polydialkylsiloxane, weiter bevorzugt ein Polydimethylsiloxan umfassendes oder allein aus Polydimethylsiloxan bestehendes Fixieröl, beispielsweise das Produkt der Firma Xerox GmbH, Neuss, mit der Bezeichnung DocuColor 5000 (oder 6000 oder 7000) Digital Press Fuser Oil, verwendet wird.

[0061] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform, die normalerweise alternativ zu der vorstehend beschriebenen zum Einsatz kommt, wird als EA-Trockentoner ein nahezu kugelförmige Toner-Teilchen mit einem von einer Kunstharzschale und einer Wachsschicht umgebenen Pigmentkern aus Pigmenten, Additiven und Kunstharz umfassendes Toner-Material ist. Ein solcher Trockentoner ist beispielsweise von der Firma Fuji-Xerox, Japan, oder von der Firma Xerox GmbH, Neuss, (wie oben beschrieben) im Handel und hat sich zum optimalen Fixieren des Toners auf dem Transfer-Träger (z. B. Papier) bestens bewährt.

[0062] Im nächsten Verfahrensschritt wird der erstellte Transfer, also der mit dem Motiv beaufschlagte Träger 35, auf zumindest einem Teil des Gefäßes 1 in der Weise fixiert, dass die Seite mit dem aus Toner gebildeten Motiv auf der fixierten Polymer-Pulver-Schicht 20 zu liegen kommt. Das mechanische Fixieren erfolgt vorzugsweise derart, dass man am oberen und unteren Ende zwei oder mehrere Haltepunkte vorsieht, die beispielsweise - aber nicht beschränkend - hitzebeständige Aufkleber sein können. Auf diese Weise wird die genaue Stelle auf der Oberfläche des Gefäßes 1 vorgegeben, auf der sich beim fertigen Produkt die photographische Abbildung befinden soll. Daher kommt es bei diesem Schritt auf eine saubere und genaue Ausrichtung des erstellten Transfers auf der Unterlage an. Besonders geeignet als Fixierungsmittel sind die vorgenannten hitzebeständigen Aufkleber.

[0063] Im nächsten Verfahrensschritt erfolgt ein Wärmefixieren der Feststoff-Transfer-Schicht 30 des Motivs auf dem Teil der Polymer-Pulver-Schicht 20. Die Wärmefixierung kann mit jeder dem Fachmann für einen solchen Zweck bekannten Technologie erfolgen und bedarf insbesondere der gleichmäßigen Aufbringung von thermischer Energie auf der gesamten zur Übertragung vorgesehenen Fläche und gleichzeitig der Aufbringung eines gewissen (wenn auch nicht hohen) Übertragungsdrucks, um einen Transfer des Toner-bildes 30 von dem Träger 35 auf zumindest einen Teil der Polymer-Schicht 20 zu bewirken. Das Erwärmen der Feststoff-Transfer-Schicht 30 des Motivs zur Übertragung auf zumindest einen Teil der Polymer-Pulver-Schicht 20 erfolgt vorzugsweise durch Aufbringen von thermischer Energie gleichmäßig von allen Seiten, um zu verhindern, dass ein Teil des Toner-Bildes nicht "anschmilzt" und dann nicht auf die Polymer-Pulver-Schicht 20 übergeht.

[0064] Erfindungsgemäß bevorzugt haben sich für diesen Zweck zylindrische Heiz-Manschetten bewährt, wie sie im Handel erhältlich sind oder auch für die erfindungsgemäßen Zwecke optimiert und angepasst werden können. Beispielsweise sind Größen solcher Heiz-Manschetten solche für runde Hohlkörper 1 bzw. Flaschen 1 mit einem Durchmesser von 60, 80 oder 100 mm. Die Heiz-Manschetten bestehen im wesentlichen aus einer Silicon-Heizmatte, beispielsweise einer Stärke von 10 mm, die bei üblichen Spannungen betrieben werden kann und auf der Vorrichtung von einer Metall-Manschette umgeben ist. Vorzugsweise lassen sich solche Heizmanschetten hinsichtlich der Temperatur exakt steuern, beispielsweise mit einem Thermofühler, und ermöglichen dadurch, dass man auf alle Übertragungs-Stellen eine genau dosierte, vorzugsweise auf den speziellen Toner abgestimmte Menge an Wärme aufbringt und gleichzeitig eine genaue Lokalisierung der Übertragung sicherstellt. Dies ist die wesentliche Voraussetzung für die realistische Bild-Übertragung unter Erhalt eines klaren, keine Unschärfen aufweisenden realistischen Bildesauf der Oberfläche des Gefäßes 1.

[0065] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist eine derartige Heizmanschette neben Einrichtungen zur exakten Temperatur-Messung am Übertragungs-Ort des Tonerbildes, beispielsweise neben geeigneten Thermofühlern, auch Einrichtungen zum exakten Messen der Erwärmungszeit und einer im Zusammenhang damit erwünschten Schaltung zum Ein- und Ausschalten der Energiezufuhr. Besonders bevorzugt erfolgt eine solche Schaltung in Verbindung mit der Messung der Erwärmungszeit digital und ist für den Fachmann auf diesem Gebiet Stand der Technik, der hier keiner weiteren Erläuterung bedarf. Darüber hinaus gehört die Vorrichtung, mit der der Transfer-Schritt durchgeführt werden kann, zur üblichen Technologie, ist dem Fachmann bekannt und bedarf daher in dieser Stelle keiner weiteren Erläuterung.

[0066] In besonders bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung erfolgt das Wärmefixieren der Feststoff-Transfer-Schicht 30 des Motivs auf dem Teil der Polymer-Pulver-Schicht 20 durch Erwärmen auf eine Temperatur im Bereich von 100 bis 250 °C und/oder für eine Zeit von 10 bis 500 s, vorzugsweise durch Erwärmen auf eine Temperatur im Bereich von 150 bis 220 °C und/oder für eine Zeit von 30 bis 300 s, weiter bevorzugt durch Erwärmen auf eine Temperatur im Bereich von 160 bis 200 °C und/oder für eine Zeit von 50 bis 200 s. Die genauen Parameter dieses Schrittes sind von zentraler Bedeutung für das Ziel, einen klaren Druck auf dem Gefäß 1 zu erhalten, und sind von dem verwendeten Polymer-Pulver und dem für die Feststoff-Transfer-Schicht 30 verwendeten Toner abhängig, können jedoch im Detail vom Fachmann im Rahmen weniger orientierender Vorversuche bestimmt werden, ohne dass es hierzu als solches einer erfinderischen Tätigkeit bedarf. Auch stehen Übertragungszeit und angewendete Temperatur zumindest in einem gewissen "Fenster" der beiden Parameter in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis, und niedrigere Temperaturen können bei gleichen Stoffparametern von Polymer der Grundschicht 20 und Toner-Polymer in der Feststoff-Transfer-Schicht 30 eine längere Übertragungszeit bewirken, und umgekehrt eine höhere Temperatur eine kürzere Übertragungszeit.

[0067] Nach der Wärmefixierung wird im nächsten Schritt der für den Transfer verwendete Träger (z. B. das Papier) von der Oberfläche des Gefäßes 1 entfernt. Dies kann automatisch oder manuell geschehen und geschieht besonders bevorzugt automatisch.

[0068] Der nächste - aus Sicht der Erfindung optionale, jedoch mit Vorteil durchgeführte - Verfahrensschritt ist ein Schritt des Abkühlens des mit dem Thermochrom beaufschlagten und von dem Träger 35 befreiten Gefäßes 1. Der Kühlvorgang kann entweder ein aktiver Kühlvorgang sein, bei dem die Wärme durch geeignete Mittel aktiv abgeführt wird (Gebläse, Durchführen durch eine Kühlzone etc.), oder kann ein passiver Kühlvorgang sein, bei dem man den entstandenen Verbund eine kühlenden Umgebung aussetzt und dadurch abkühlen lässt. Weiter bevorzugt ist ein passiver Kühlvorgang auf eine Temperatur von dem halben Wert der Temperatur des Wärmefixier-Schrittes und - weiter bevorzugt - auf eine Temperatur im Bereich von 50 bis 80 °C oder Raumtemperatur von etwa 10 bis 25 °C, gegebenenfalls unter Nutzung der Abwärme zum Aufwärmen an anderer Stelle des Verfahrens.

[0069] Als abschließender Schritt des Verfahrens folgt ein Einbrennen der Feststoff-Transfer-Schicht 30 mit dem Ziel einer Verbesserung der Härte und mechanischen Beständigkeit des übertragenen Bildes. Auch dieser Schritt ist von der verwendeten Polymer-Pulver-Schicht 20 und dem Material des Toners der Feststoff-Transfer-Schicht 30 abhängig und unterliegt einer gewissen Wechselwirkung mit der Einbrennzeit. In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung erfolgt das Einbrennen der Feststoff-Transfer-Schicht (30) bei einer Temperatur oberhalb des Wärmefixier-Schritts, weiter vorzugsweise bei einer Temperatur von 150 bis 300 °C und/oder für eine Zeit von 2 bis 20 min; noch mehr bevorzugt bei einer Temperatur von 160 bis 250 °C und/oder für eine Zeit von 5 bis 16 min; und ganz besonders bevorzugt bei einer Temperatur von 170 bis 210 °C und/oder für eine Zeit von 8 bis 12 min. Auch hier kann der Fachmann eine Anpassung der Parameter durch wenige optimierende und keine erfinderische Tätigkeit erfordernde Vorversuche erreichen.

[0070] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, in der als Polymer für die Polymer-Pulverschicht 20 ein dunkel gefärbtes Material verwendet wird, kann aus optischen Gründen die aufzufixierende Feststoff-Transfer-Schicht 30 mit einem hellen Hintergrund oder eine hellen Kontur hinterlegt wird, was besonders bevorzugt im Siebdruck-Verfahren geschieht. In diesem Fall wird diese helle Hintergrundschicht oder - Kontur auf die Transfer-Schicht ganz zum Schluß (also quasi "obendrauf") aufgebracht wird, da sie ja bei der (umgekehrten) Aufbringung auf die Polymer-Beschichtung 20 auf dem Gefäß 1 einen hellen Hintergrund ergeben soll. Nach dem Transfer ist diese Schicht dann der Polymer-Beschichtung 20 unmittelbar benachbart und wirkt so als heller "Hintergrund" des Bildes.

[0071] In einer weiteren, erfindungsgemäß ebenfalls anwendbaren Ausführungsform des Verfahrens kommt mit dem Sublimationsdruck ein zunehmend eingesetztes Druckverfahren zum Bedrucken von Photogeschenken (einschließlich Textilien) zur Anwendung. Eine aufgrund der Zusammensetzung der Komponenten zum Sublimieren (direkter Übergang vom festen Zustand in den gasförmigen Zustand) geeignete, einen speziellen Sublimationsfarbstoff umfassende Tinte wird bei hohem Druck und hoher Temperatur von einer speziellen Folie mittels einer Transfer-Presse direkt auf das gewünschte Trägermaterial übertragen. Dabei übt die Presse einen hohen Druck aus und erhitzt die Spezialfolie so stark, dass der gasförmige Sublimationsfarbstoff die Kunststoff-Beschichtung, beispielsweise eine Polyester-Beschichtung, auf der Außenfläche 10 des Gefäßes 1, dauerhaft einfärbt. Der Farbstoff dampft vollständig in das die Außenfläche 10 des Gefäßes ganz oder teilweise bedeckende (Polyester-) Polymer ein. Nach Abschluss des Sublimations-Prozesses kann die aufgetragene Farbschicht haptisch nicht mehr detektiert werden.

[0072] Auf diesem Weg wird also eine ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassende Träger-Schicht erzeugt, die auf die Außenfläche 10 des Gefäßes aufgebracht und dauerhaft auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10 "verankert" wird. Diese kann gewünschtenfalls mit einer Deckschicht, gegebenenfalls auch mit einer ein oder mehrere Thermochrom(e) enthaltenden Deckschicht versehen werden.

[0073] In einer weiteren, erfindungsgemäß ebenfalls anwendbaren Ausführungsform des Verfahrens kommt mit dem Digitaldruck ein Druckverfahren zur Anwendung, das keine statische (d. h. unveränderliche) Druckform benötigt. Für jeden einzelnen Druckvorgang kann innerhalb des Druckformats eine Bildpunkt-Adressierung generiert werden. Damit kann jedes Druckformat ein anderes Druckbild aufweisen, so dass mit Digitaldruck bedruckte Gefäße 1 konkrete Einzelwünsche der Gestaltung berücksichtigen können. Das Digital-Druckbild wird mit geringem mechanischem Druck elektrophotographisch toner-basiert (Laserdruck) bzw. sogar kontaktlos (Tintenstrahldruck) vom Drucker direkt auf das zu bedruckende Material des Trägers übertragen. Der Träger wird dann auf die vorher konditionierte Außenfläche 10 (oder zumindest auf einen Teil davon) aufgebracht.

[0074] Auf diesem Weg wird also eine ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassende Träger-Schicht erzeugt, die auf die Außenfläche 10 des Gefäßes aufgebracht und dauerhaft auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10 "verankert" wird. Diese kann gewünschtenfalls mit einer Deckschicht, gegebenenfalls auch mit einer ein oder mehrere Thermochrom(e) enthaltenden Deckschicht versehen werden.

[0075] In einer weiteren, erfindungsgemäß ebenfalls anwendbaren Ausführungsform des Verfahrens kommt mit dem Siebdruck ein Druckverfahren zur Anwendung, das die Druckfarbe, hier die ein oder mehrere Thermochrome umfassende Zusammensetzung, mittels eines elastischen Rakels durch ein feinmaschiges Gewebe direkt auf das zu bedruckende Material eines Trägermaterials druckt, wobei Gewebe-Flächen, die nicht mit einer Thermochrom-Zusammensetzung bedruckt werden sollen, mittels einer Schablone abgedeckt werden und so keine Farbe empfangen. Der wesentliche Vorteil des Siebdrucks besteht darin, dass mit der Feinheit des Siebdruck-Gewebes der Farbauftrag gesteuert werden kann. Die Technik des Farbauftrags bedingt jedoch eine geringe DruckGeschwindigkeit.

[0076] Im Ergebnis kann auch auf diesem Weg eine ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassende Träger-Schicht erzeugt werden, die auf die Außenfläche 10 des Gefäßes aufgebracht und dauerhaft auf zumindest einem Teil der Außenfläche 10 "verankert" wird. Diese kann gewünschtenfalls mit einer Deckschicht, gegebenenfalls auch mit einer ein oder mehrere Thermochrom(e) enthaltenden Deckschicht versehen werden.

[0077] Vorzugsweise wird mittels eines der vorgenannten Druckverfahren nach Konditionieren wenigstens eines Teils der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10b eines Gefäßes 1 wenigstens der vorher konditionierte Teil der Außenfläche 10 mit wenigstens einer Schicht 30 beaufschlagt, vorzugsweise mit einer bedruckten Träger-schicht, die ein Thermochrom oder mehrere Thermochrome umfasst. Diese Schicht 30 kann in bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die allein mit einem oder mit zwei oder mit mehreren oder mit allen anderen Merkmalen der Erfindung verwirklicht werden können, ohne die Erfindung hierauf zu beschränken, weitere Komponenten umfassen, die der Verarbeitung dienen. Nicht beschränkende Beispiele solcher Komponenten sind Lösungsmittel, Emulgatoren, Fließmittel, Verlaufsmittel. Im Ergebnis wird eine ein Thermochrom oder mehrere Thermochrome umfassende Zusammensetzung in Form einer Schicht zumindest auf den konditionierten Teilen (also im Ergebnis auf einem Teil oder auf der Gesamtheit) der Außenfläche 10 der mindestens eine Seitenwand 10b eines Gefäßes erzeugt.

[0078] Die nach dem vorangehend beschriebenen Verfahren aufgebrachte(n) Schicht(en) können in bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die mit einem oder mit zwei oder mir mehreren anderen Merkmalen der Erfindung kombiniert werden können, ohne die Erfindung hierdurch zu beschränken, die auf der (vorzugsweise konditionierten) Außenfläche 10 eines Gefäßes 1 aufgebrachten Schicht(en) mit weiteren Schichten beaufschlagt werden. Diese können in weiter bevorzugten Ausführungsformen auch ein oder mehrere Thermochrom(e) und gegebenenfalls auch noch eine oder mehrere weitere, oben bereits spezifizierte Komponente(n) umfassen.

[0079] So kann beispielsweise ein Gefäß 1, dessen Außenfläche 10 wenigstens teilweise mit wenigstens einer, ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Schicht 30 beaufschlagt ist, teilweise oder vollständig mit einer weiteren Schicht versehen werden, die wenigstens ein Thermochrom umfasst, das dem Betrachter ein einheitliches schwarzes Erscheinungsbild vermittelt, solange die Thermochrom-Farbumschlagstemperatur nicht erreicht oder nicht überschritten wird, und das in eine lichtdurchlässige Thermochrom-Schicht "umschlägt", sobald die Thermochrom-Farbumschlagstemperatur überschritten wird. Die in diesem speziellen Beispiel verwendete, bei niedriger Temperatur schwarz erscheinende Thermochrom-Schicht deckt im Fall der vollständigen Abdeckung der Gefäß-Außenfläche diese selbst dann in einer kein Licht (oder im wesentlichen kein Licht) durchlassenden undurchsichtigen Schicht ab, so dass darunter angeordnete Thermochrom-Schichten bei der Temperatur, bei der die schwarz erscheinende Thermochrom-Schicht nicht lichtdurchlässig ist, unsichtbar sind. Ein solcher Eindruck soll - lediglich schematisch - durch die Figuren 2A und 3A vermittelt werden, auch wenn aus Gründen des besseren Verständnisses in diesen Figuren 2A und 3A die unter der schwarzen Thermochrom-Deckschicht aufgebrachten Schichten 30 mit einer Thermochrom-Werbebotschaft - schematisch angedeutet - sichtbar dargestellt sind. Wird dann in das Gefäß 1 eine warme Flüssigkeit eingefüllt (Figur 2B), deren Temperatur oberhalb der Farbumschlagstemperatur der (vorher undurchsichtig schwarzen) Außen-Thermochrom-Beschichtung liegt, oder wird in das Gefäß 1 eine Kerze eingestellt (oder in dem Gefäß ein in einem Kerzenbrennstoff (wie Wachs) angeordneter Docht entzündet, wirkt Wärme auf die Innenwand des Gefäßes 1 und erwärmt auch die Außenwand des Gefäßes 1. Bei Überschreiten der Farbumschlagstemperatur des (dem Betrachter schwarz erscheinenden) Thermochroms ändert die (vorher undurchsichtig schwarze) Außenbeschichtung die Farbe in "farblos" (siehe Figuren 2B und 3B). Dadurch werden die unter der (vorher) schwarzen und für Licht undurchlässigen, nach Farbwechsel durch Wärme ("Thermochromie") jedoch transluzenten Thermochrom-Schicht angeordneten Botschaften, Bilder usw. für den Betrachter sichtbar. Bei Abkühlen (d. h. bei Ausschütten/Austrinken der Flüssigkeit (Figur 2B) oder bei Löschen der Flamme (Figur 3B)) verläuft der Vorgang genau umgekehrt, d. h. das Thermochrom ändert seine Farbe wieder zurück in Schwarz, und die für Licht undurchlässige Thermochrom-Schicht wird "auf magische Weise" wiederhergestellt.

[0080] Das Ergebnis ist zusammenfassend in den Figuren 2A und 3A gezeigt, wobei der dort nur beispielhaft angegebene Schriftzug "Werbung - Werbebotschaft aller Art" lediglich beispielhaft ist und bei "normaler Temperatur", also beispielsweise und nicht beschränkend bei Raumtemperatur, auf der mindestens einen Außenfläche 10 eines Gefäßes 1, für den Betrachter unsichtbar ist, wenn das/die aufgebrachte(n) (also beispielsweise das/die aufgedruckte(n)) Thermochrom(e) bei normaler (Raum-) Temperatur farblos ist/sind. Denn entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, die mit einem oder zwei oder mehreren oder allen Merkmalen der Erfindung verwirklicht werden kann, ohne die Erfindung hierauf zu beschränken, umfasst die mindestens eine, auf den konditionierten Teil der Außenfläche 10 des Gefäßes 1 aufgebrachte, hier also bevorzugt auf einen Träger aufgedruckte und auf die Außenfläche 10 des Gefäßes 1 aufgebrachte Schicht 30, die ein oder mehrere Thermochrom(e) umfasst, solch ein oder solche Thermochrom(e), das/die bei normaler bzw. Raumtemperatur farblos ist/sind und sich dann nicht gegenüber der Farbe des Materials des Gefäßes 1 abheben. Erst wenn die für das konkrete Thermochrom oder die für die konkrete Mischung mehrerer Thermochrome oder die für die konkrete Mischung aus einem oder mehreren Thermochrom(en) mit einem oder mehreren anderen Farbstoffen, beispielsweise Pigmenten typische Temperatur eines Farbumschlages erreicht ist, beispielsweise durch Zuführen von Wärme zu der das/die Thermochrom(e) umfassenden Schicht 30, tritt eine Farbänderung ein.

[0081] Dies ist beispielsweise in den Figuren 2B und 3B schematisch gezeigt:
Bei dem Gefäß 1 von Figur 2B handelt es sich um einen Trinkbecher 2. Dieser wurde (gegenüber der Darstellung in Figur 2A) bis zu einem bestimmten Niveau (hier gezeigt: bis zur Hälfte der Höhe der Buchstaben des Worts "Werbung") mit einer erwärmten Flüssigkeit 40 gefüllt. Die Wärme der Flüssigkeit erwärmt die Gefäßwand 10b, und zwar nur teilweise, d. h. bis zur halben Höhe des mit mindestens einem Thermochrom gedruckten Wortes "Werbung". Dadurch wird die untere, von der Wärme der Flüssigkeit 40 erreichte Hälfte des mit mindestens einem Thermochrom gedruckten Worts "Werbung" infolge des Überschreitens der Farbwechsel-Temperatur des/der Thermochrom(e) für den Betrachter sichtbar. Fällt nach (zumindest teilweisem) Leeren des Trinkbechers 1 die Wand-Temperatur wieder unter den Wert der Farbwechsel-Temperatur des/der Thermochrom(e)s, wird die Botschaft wieder unsichtbar. Wie oben bereits ausgeführt, ist dieser Prozess reversibel.

[0082] Bei dem Gefäß von Figur 3B handelt es sich um ein Kerzenglas. In diesem wurde (gegenüber der Darstellung in Figur 3A) die Kerze 50 am Docht angezündet. Die Wärme der brennenden Kerze 50 erwärmt mehr oder weniger die gesamte Gefäßwand 10b. Dadurch wird die gesamte mit dem Thermochrom bzw. den Thermochromen gedruckte Werbebotschaft infolge des Überschreitens der Farbwechsel-Temperatur des/der Thermochrom(e) für den Betrachter sichtbar. Fällt nach Löschen der Flamme der Kerze 50 die Wand-Temperatur wieder unter den Wert der Farbwechsel-Temperatur des/der Thermochrom(e)s, wird die Botschaft wieder unsichtbar. Wie oben bereits ausgeführt, ist dieser Prozess reversibel.

[0083] Die genannten und in den Figuren 2A, 2B, 3A und 3B gezeigten Beispiele sind jedenfalls nur als dem Verständnis der Erfindung dienend anzusehen und beschränken die Erfindung nicht.

[0084] Die Erfindung betrifft letztlich auch die Verwendung eines Thermochrom-beaufschlagten Gefäßes 1 nach der obigen detaillierten Beschreibung beispielsweise als Trinkgefäß, Halter für Kerzen, Halter für Blumen, dessen Thermochrom-Auftrag bei Temperaturänderung Werbe-Botschaften, individualisierte persönliche Botschaften oder Geschenk-Botschaften sichtbar werden lässt oder wieder verschwinden lässt, oder betrifft die Verwendung eines nach dem Verfahren zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche 10 mindestens einer Gefäß-Seitenwand 10 b beaufschlagten Gefäßes 1 nach der obigen detaillierten Beschreibung hergestellten Gefäßes 1 beispielsweise als Trinkgefäß, Halter für Kerzen, Halter für Blumen, dessen Thermochrom-Auftrag bei Temperaturänderung Werbe-Botschaften, individualisierte persönliche Botschaften oder Geschenk-Botschaften sichtbar werden lässt oder wieder verschwinden lässt. In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, die allein oder mit einem anderen Merkmal oder mit mehreren anderen Merkmalen oder mit allen anderen Merkmalen der Erfindung verwirklicht werden können, ohne dass dies die Erfindung beschränkt, kann/können das/die mit einem oder mehreren Thermochrom(en) beaufschlagte(n) Gefäß(e) 1 verwendet werden als Heißgetränk-Trinkbecher oder Kerzenhalter oder Wachskerzen-Behälter.

[0085] Das/die auf wenigstens einen Teil der Oberfläche(n) des/der Gefäße(s) aufgebrachte Thermochrom(e) werden dann gegenüber der Umgebungsfarbe der Oberfläche(n) sichtbar, wenn das jeweilige Gefäß mit Wärme einer Wärmequelle (warme Flüsssigkeit, Flamme einer entzündeten Kerze) in Kontakt kommt. Der Temperaturanstieg durch die Nähe der Wärmequelle bewirkt den thermochromen Farbwechsel, so dass sich das/die aufgebrachte(n) Thermochrom(e) gegenüber der Umgebungsfarbe abheben und vom Betrachter optisch wahrgenommen werden können. Besteht also ein aufgebrachtes Thermochrom (oder eine Mehrheit von Thermochromen) aus einer Botschaft in Form eines Bildes oder einer in einem oder mehreren Worten gedruckten Botschaft, kann der Thermochrome Farbwechsel eine vorher nicht sichtbare Botschaft für einen Betrachter sichtbar machen.

[0086] Die Erfindung wurde vorstehend anhand ihrer wesentlichen Merkmale und beispielhaft anhand bevorzugter Ausführungsformen beschrieben, die die Erfindung nicht beschränken, sondern nur besser verständlich machen sollen. Der Umfang der Erfindung ergibt sich für den Fachmann aus den nachfolgenden Patentansprüchen.

Bezugszeichenliste



[0087] 
1
Gefäß
10
Gefäß-Außenfläche
10a
offene Gefäßseite
10b
Gefäß-Seitenwand
10c
Gefäß-Boden
11
Innen-Hohlraum
20
Funktions-Zwischenschicht
30
Thermochrom(e) umfassende Schicht
40
Fluid, Flüssigkeit
50
Gegenstand, Kerze
51
Kerzenbrennstoff



Ansprüche

1. Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) mit

- einem Gefäß-Boden (10 c), der dicht verbunden ist mit mindestens einer Gefäß-Seitenwand (10 b) aus Kunststoff, Glas oder Metall oder aus Verbundstoffen oder Mischungen zweier oder dreier Materialien aus der Gruppe Kunststoff, Glas und Metall;

- wobei die mindestens eine Gefäß-Seitenwand (10 b) außen auf zumindest einem Teil ihrer Außenfläche (10) mindestens eine Schicht (20, 30) aufgebracht aufweist; und

- wobei eine außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b) aufgebrachte Schicht (30) mindestens ein Thermochrom umfasst.


 
2. Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) nach Anspruch 1, welches zwischen der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b) und der außen auf zumindest einem Teil der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b) aufgebrachten Thermochrom-haltigen Schicht (30) mindestens eine Funktions-Zwischenschicht (20) aufweist.
 
3. Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei die Funktions-Zwischenschicht (20) eine Haftvermittlungs-Schicht (20) ist.
 
4. Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Kunststoff-Material des Gefäßes (1) Polymere - einzeln, in Mischungen oder als Copolymere - aus der Gruppe Polyolefine (z. B. Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polybutylen (PB)) und Polyamide (PA) umfasst, vorzugsweise Polypropylen (PP) oder Polybutylen (PB) und Polyamide (PA), einzeln, als Mischungen und/oder als Copolymere; weiter bevorzugt Polyamide aus der Gruppe der Polyalkylencarbonsäureamide.
 
5. Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Metall-Material des Gefäßes (1) ein oder mehrere Metall(e) aus der Gruppe Aluminium, Aluminium-Legierung(en), Eisen und EisenLegierung(en) umfasst.
 
6. Thermochrom-beaufschlagtes Gefäß (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Thermochrom gewählt ist aus der Gruppe anorganische thermochrome Pigmente und organische thermochrome Verbindungen und metallorganische thermochrome Verbindungen, vorzugsweise anorganische thermochrome Pigmente.
 
7. Verfahren zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche (10) mindestens einer Gefäß-Seitenwand (10 b) beaufschlagten Gefäßes (1), wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

- Konditionieren wenigstens eines Teils der Außenfläche (10) mindestens einer Gefäß-Seitenwand (10 b) eines Gefäßes (1);

- Beaufschlagen wenigstens des konditionierten Teils der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b) des Gefäßes (1) mit mindestens einer, ein oder mehrere Thermochrom(e) in einer geeigneten Zusammensetzung umfassenden Beschichtung (30); und

- Fixieren der mindestens einen, ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Beschichtung (30) auf zumindest einem Teil der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b).


 
8. Verfahren nach Anspruch 7, umfassend zusätzlich den Schritt des Aufbringens einer Funktions-Zwischenschicht (20) auf die Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand vor dem Schritt des Beaufschlagens der Außenfläche (10) der mindestens einen Gefäß-Seitenwand (10 b) des Gefäßes (1) mit einer ein oder mehrere Thermochrom(e) umfassenden Beschichtung (30).
 
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei man als Funktions-Zwischenschicht (20) eine Haftvermittlungs-Schicht (20) aufbringt.
 
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, wobei das Beaufschlagen des Gefäßes (1) mit einer Beschichtung (30) mit einem oder mehreren Thermochromen im Wege des Transferdrucks erfolgt.
 
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, wobei das Beaufschlagen des Gefäßes (1) mit einer Beschichtung (30) mit einem oder mehreren Thermochromen im Wege des Sublimationsdrucks erfolgt.
 
12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, wobei das Beaufschlagen des Gefäßes (1) mit einer Beschichtung (30) mit einem oder mehreren Thermochromen im Wege des Digitaldrucks erfolgt.
 
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, wobei das Beaufschlagen des Gefäßes (1) mit einer Beschichtung (30) mit einem oder mehreren Thermochromen im Wege des Siebdrucks erfolgt.
 
14. Verwendung eines Thermochrom-beaufschlagten Gefäßes (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 oder eines nach dem Verfahren zum Herstellen eines mit einem oder mehreren Thermochrom(en) auf wenigstens einem Teil der Außenfläche (10) mindestens einer Gefäß-Seitenwand (10 b) beaufschlagten Gefäßes (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13 hergestellten Gefäßes (1) als Trinkgefäß, Halter für Kerzen, Halter für Blumen, dessen Thermochrom-Auftrag bei Temperaturänderung Werbe-Botschaften, individualisierte persönliche Botschaften oder Geschenk-Botschaften sichtbar werden lässt oder wieder verschwinden lässt.
 
15. Verwendung eines Thermochrom-beaufschlagten Gefäßes (1) nach Anspruch 14 als Heißgetränk-Trinkbecher oder Kerzenhalter oder Wachskerzen-Behälter.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente