(19)
(11)EP 3 777 735 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
17.02.2021  Patentblatt  2021/07

(21)Anmeldenummer: 19192018.0

(22)Anmeldetag:  16.08.2019
(51)Int. Kl.: 
A61B 17/80  (2006.01)
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: Medartis Holding AG
4057 Basel (CH)

(72)Erfinder:
  • Edwards, Scott Graham
    Scottsdale, Arizona 85259 (US)
  • Ebi, Daniel
    4435 Niederdorf (CH)
  • Faschian, Julia
    79725 Laufenburg (DE)
  • Schätzle, Simon Martin
    79288 Gottenheim (DE)

(74)Vertreter: Hepp Wenger Ryffel AG 
Friedtalweg 5
9500 Wil
9500 Wil (CH)

  


(54)PLATTE ZUR TEMPORÄREN ÜBERBRÜCKUNG VON FRAGMENTEN EINER FRAKTUR


(57) Die Erfindung betrifft eine Platte zur temporären Überbrückung von Fragmenten einer Fraktur mit einem proximalen Abschnitt (11), einem distalen Abschnitt (12) und einem Zwischenabschnitt (13), der zwischen dem proximalen Abschnitt (11) und dem distalen Abschnitt (12) angeordnet ist. Der proximale Abschnitt (11) weist eine proximale Befestigungszone (14) auf, die dazu ausgebildet ist, an einem ersten Röhrenknochen (1) angelegt und befestigt zu werden. Der distale Abschnitt (12) weist eine distale Befestigungszone (15) auf, die dazu ausgebildet ist, an einem zweiten Röhrenknochen (2) angelegt und befestigt zu werden. Der Zwischenabschnitt (13) ist dazu ausgebildet, ein Gelenk (3) zwischen dem ersten Röhrenknochen (1) und dem zweiten Röhrenknochen (2) und dabei mindestens einen weiteren Knochen, insbesondere ohne Befestigung an dem mindestens einen weiteren Knochen, zu überbrücken. Die Platte (10) weist zwischen der proximalen Befestigungszone (14) und der distalen Befestigungszone (15) mindestens einen gebogenen Bereich (16, 17) auf.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Platte zur temporären Überbrückung von Fragmenten einer Fraktur.

[0002] Auf dem Gebiet der Behandlung von Gelenksstörungen, zum Beispiel nach chirurgischen Eingriffen zum Wiederausrichten von falsch ausgerichteten oder deformierten Handgelenksknochen, kann ein Chirurg eine Gelenksplatte implantieren. Mit der Platte werden in der Regel ein oder mehrere Knochenbefestigungselemente an gewünschten Stellen der Gelenksknochen angebracht. Die Platte wird in der gewünschten Position fixiert, so dass die Knochen des Gelenks die gewünschten Ausrichtungen in Bezug aufeinander haben.

[0003] Das komplizierte Netzwerk von Sehnen, Muskeln und Nervenenden im Gelenk kann eine ordnungsgemäße Fixierung erschweren. Der Chirurg muss beim Fixieren der Gelenkplatte so gut wie möglich darauf achten, das umliegende Gewebe nicht zu beschädigen.

[0004] Aus der DE102008039693 A1 ist eine Handgelenksarthrosenplatte bekannt, die einen verbreiterten Handwurzelknochenfixierabschnitt aufweist mit Durchgangslöchern, die quer zur Längsrichtung der Handgelenksarthrosenplatte beabstandet sind. Um Weichteilstörungen zu vermeiden, weist die Handgelenksarthrosenplatte eine Materialstärke von unter 3mm auf. Um das Handgelenk in einer Entspannungssituation zu fixieren, ist der Handwurzelknochenfixierabschnitt ballig ausgebildet, erhebt sich also dorsal. Der Abschnitt kann auch löffelförmig ausgebildet sein.

[0005] In der EP2606843 B1 ist eine Handgelenks-Fusionsplatte gezeigt, deren Mittelteil in palmarer Richtung von der Längsachse gebogen ist.

[0006] Die US 5853413 zeigt eine Handgelenk-Fusionsplatte mit einem proximalen und einem distalen Ende, die sich jeweils von einem Sattelbereich wegerstrecken und je eine Längsachse definieren. Die Längsachse des distalen Endes ist in medial-lateraler Richtung nicht axial zur Längsachse des proximalen Endes ausgerichtet.

[0007] Bei grossräumigen komplexen Frakturen (Polytrauma) kann entschieden werden, die Fragmente gar nicht detailliert zu versorgen, sondern nur temporär zu überbrücken, da man den Patienten nicht noch mehr belasten möchte. Durch äussere Reposition wird versucht, die einzelnen Knochenstücke in ihre ursprüngliche Lage zu bringen (Ligamentotaxis). Sie heilen dann dort mehr oder weniger gut aus. Zur Überbrückung dieser Trümmerzone kommen sogenannte Spannplatten zum Einsatz. Am Handgelenk wird beispielweise der Radiusschaft mit der Mittelhand verbunden, wobei die Finger beweglich bleiben können.

[0008] Für die temporäre Überbrückung eines Handgelenks werden zumeist einfach geformte, sich in einer Längsrichtung erstreckende Platten verwendet.

[0009] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Platte zur temporären Überbrückung von Fragmenten einer Fraktur vorzustellen, welche die Nachteile des Bekannten vermeidet und welche insbesondere dafür sorgt, dass Irritationen von Weichteilen ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden.

[0010] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Platte zur temporären Überbrückung von Fragmenten einer Fraktur mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs.

[0011] Die Platte dient bevorzugt zum Überbrücken von Knochenfragmenten eines Säugetiers, insbesondere eines Menschen.

[0012] Die Platte weist einen proximalen Abschnitt, einen distalen Abschnitt und einen Zwischenabschnitt auf, der zwischen dem proximalen Abschnitt und dem distalen Abschnitt angeordnet ist.

[0013] Der proximale Abschnitt besitzt eine proximale Befestigungszone, die dazu ausgebildet ist, an einem ersten Röhrenknochen angelegt und befestigt zu werden.

[0014] Die proximale Befestigungszone liegt insbesondere im proximalen Bereich der Platte und nimmt maximal 30%-50% und insbesondere maximal 25%-30% der Gesamtlänge der Platte ein.

[0015] Alternativ oder zusätzlich ist die proximale Befestigungszone durch denjenigen proximalen Bereich der Platte gebildet, in dem sich Durchgangslöcher befinden, deren jeweiliger Abstand zueinander die Länge von 20mm nicht überschreitet. Mit anderen Worten heisst dies, dass im proximalen Bereich der Platte auch in anderen Abschnitten Durchgangslöcher vorhanden sein können. Die Befestigungszone wird aber nur durch eine Gruppe von Durchgangslöchern definiert, welche ausreichend nah beieinander liegen.

[0016] Die proximale Befestigungszone kann auch als derjenige Bereich des proximalen Abschnitts betrachtet werden, welcher im Wesentlichen keine Krümmung aufweist.

[0017] Der proximale Abschnitt kann in Draufsicht und/oder in seitlicher Ansicht eine erste Längsachse definieren, entlang derer er sich im Wesentlichen erstreckt.

[0018] Die Längsachse eines Abschnitts kann durch eine lineare Interpolation von Schwerpunkten von Schnittflächen der Platte definiert werden, wobei die Schnitte senkrecht zur wesentlichen Ausbreitungsrichtung des Abschnitts erfolgen. Die Schnittflächen können beispielsweise Konturen aufweisen, welche durch die Breite und die Dicke der Platte in der Schnittebene gegeben sind.

[0019] Die proximale Befestigungszone ist bevorzugt mit Durchgangslöchern ausgestattet, in welche ein Befestigungselement, wie ein Nagel, eine Schraube oder Draht, eingeführt werden kann.

[0020] Der distale Abschnitt weist eine distale Befestigungszone auf, die dazu ausgebildet ist, an einem zweiten Röhrenknochen angelegt und befestigt zu werden.

[0021] Die distale Befestigungszone liegt insbesondere im distalen Bereich der Platte und nimmt maximal 30%-50% und insbesondere maximal 25%-30% der Gesamtlänge der Platte ein.

[0022] Alternativ oder zusätzlich ist die distale Befestigungszone durch denjenigen distalen Bereich der Platte gebildet, in dem sich Durchgangslöcher befinden, deren jeweiliger Abstand zueinander die Länge von 20mm nicht überschreitet. Mit anderen Worten heisst dies, dass im distalen Bereich der Platte auch in anderen Abschnitten Durchgangslöcher vorhanden sein können. Die Befestigungszone wird aber nur durch eine Gruppe von Durchgangslöchern definiert, welche ausreichend nah beieinander liegen.

[0023] Die distale Befestigungszone kann auch als derjenige Bereich des distalen Abschnitts betrachtet werden, welcher im Wesentlichen keine Krümmung aufweist.

[0024] Der distale Abschnitt kann in Draufsicht und/oder in seitlicher Ansicht eine zweite Längsachse definieren, entlang derer er sich im Wesentlichen erstreckt. Die Längsachse kann sich durch eine lineare Interpolation der Schnittflächenschwerpunkte ergeben.

[0025] Die distale Befestigungszone ist bevorzugt mit Durchgangslöchern ausgestattet, in welche ein Befestigungselement, wie ein Nagel, eine Schraube oder Draht, eingeführt werden kann.

[0026] Der Zwischenabschnitt ist dazu ausgebildet, ein Gelenk zwischen dem ersten Röhrenknochen und dem zweiten Röhrenknochen und dabei mindestens einen weiteren Knochen zu überbrücken.

[0027] Insbesondere erfolgt die Überbrückung ohne Befestigung an dem mindestens einen weiteren Knochen im überbrückten Bereich. In dem Zwischenabschnitt braucht also kein Durchgangsloch angeordnet sein. Er kann frei von Durchgangslöchern zur Aufnahme von Befestigungselementen sein.

[0028] Die proximale Befestigungszone kann beispielsweise dazu ausgebildet sein, an einem Radius angelegt und befestigt zu werden, während die distale Befestigungszone dazu ausgebildet sein kann, an einem Mittelhandknochen angelegt und befestigt zu werden.

[0029] Alternativ kann die proximale Befestigungszone dazu ausgebildet sein, an einer Tibia oder einem Talus, und die distale Befestigungszone an einem Mittelfussknochen befestigt zu werden. Die nachfolgend angegebenen Dimensionen beziehen sich, sofern nichts anderes angegeben ist, auf Anwendungen am Radius und an Mittelhandknochen. Für Anwendungen an Tibia bzw. Talus und Mittelfussknochen sind die Dimensionen der Platte entsprechend den Grössenverhältnissen anzupassen.

[0030] Die Platte weist erfindungsgemäss zwischen der proximalen Befestigungszone und der distalen Befestigungszone mindestens einen gebogenen Bereich auf.

[0031] Unter einem gebogenen Bereich wird ein Bereich verstanden, in dem die Platte mindestens einmal, bevorzugt mindestens zweimal ihre Richtung bezüglich einer Ausrichtungsachse ändert, zum Beispiel bezüglich der ersten oder zweiten Längsachse.

[0032] Die Platte ist vorzugsweise im Wesentlichen als länglicher, flächiger Körper ausgebildet, mit einer Länge, die grösser als die Breite ist, insbesondere mehr als 10 mal, und einer Dicke oder Materialstärke, die kleiner als die Breite ist. Die Breite liegt zum Beispiel zwischen 2mm und 25 mm, bevorzugt zwischen 5 mm und 15 mm, und die Materialstärke liegt zum Beispiel zwischen 1mm und 5mmm, bevorzugt zwischen 2.8mm und 3.8mm, besonders bevorzugt 3.4mm.

[0033] Die Platte weist typischerweise eine Gesamtlänge von 10cm-30cm, bevorzugt 15-25cm, besonders bevorzugt von etwa 20cm auf.

[0034] Die Platte ist bevorzugt aus Metall, zum Beispiel Titan oder einer Titanlegierung oder aus Implantatstahl gefertigt. Denkbar sind auch andere biokompatible Werkstoffe, insbesondere auch Karbon, implantierbare Kunststoffe und Kombination davon.

[0035] Die Platte erstreckt sich in Draufsicht im Wesentlichen in einer Ausrichtung, die bevorzugt mit der Längsrichtung eines der Röhrenknochen zusammenfallen kann, zum Beispiel des proximalen und/oder distalen Röhrenknochens.

[0036] In seitlicher Sicht weist die Platte bevorzugt zwei Längsachsen entsprechend den Längsachsen des proximalen und distalen Abschnitts auf, die einen Winkel gemäss der gewünschten Gelenkfixierung einschliessen.

[0037] Bei einem geradlinig zu fixierenden Gelenk können die Längsachsen zumindest in seitlicher Sicht zusammenfallen oder parallel zueinander verlaufen.

[0038] Ein erster gebogener Bereich kann in Draufsicht gekrümmt sein.

[0039] Die Draufsicht ist auf die Seite des Plattenkörpers gerichtet, auf welcher die Länge und die Breite ersichtlich sind.

[0040] Bevorzugt ist der erste gebogene Bereich Z-förmig oder U-förmig.

[0041] Bei einer Z-förmigen Krümmung ändert sich die Ausrichtung zweimal in einer Richtung vom proximalen Ende zum distalen Ende , bei einer U-förmigen Krümmung erfolgt dreimal eine Richtungsänderung bezüglich einer wesentlichen Ausrichtung des proximalen und/oder distalen Abschnitts, insbesondere der jeweiligen Längsachse.

[0042] Der erste gebogene Bereich ist bevorzugt derart ausgebildet, dass Irritationen von Weichteilen ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden, dass insbesondere Platz für eine Streck- oder Beugesehne bereitgestellt wird.

[0043] Werden die Sehnen während der Ruhigstellung des Handgelenkes ständig gereizt, so kann dies zu einer Verletzung der Sehnen und Versteifung der Finger führen. Der gebogene Bereich sorgt dafür, dass die Sehnen Platz haben und nicht durch die Platte beeinträchtigt werden.

[0044] Ein in Draufsicht U-förmiger Bereich kann zum Beispiel eingesetzt werden, wenn ein Radius mit einem Mittelfingerknochen verbunden wird. Die Krümmung lässt Spielraum für die Fingersehnen.

[0045] Ein in Draufsicht Z-förmig gekrümmter Bereich kann zum Beispiel eingesetzt werden, wenn ein Radius mit einem Zeigefingerknochen oder einem Ringfingerknochen verbunden wird. Die Krümmung lässt Spielraum für die Fingersehnen.

[0046] Die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs kann eine Richtungsänderung mit einem Innenradius (Ri1) von 15mm-22mm an der Innenkante aufweisen, insbesondere von 19mm. Insbesondere weisen alle Richtungsänderungen einen entsprechenden Innenradius auf.

[0047] Die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs kann alternativ oder zusätzlich so gestaltet werden, dass ein lateraler/seitlicher Versatz entsteht, der mindestens der halben Breite der Platte entspricht, typischerweise mindestens etwa 3mm beträgt.

[0048] Der erste gebogene Bereich kann geradlinig verlaufende Zwischenabschnitte aufweisen.

[0049] Der erste gebogene Bereich kann alternativ oder zusätzlich in Richtung vom proximalen Ende zum distalen Ende eine erste Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60°, eine zweite Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60° und gegebenenfalls eine dritte Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60° aufweisen. Typischerweise ändert sich die Richtung jeweils derart, sodass sich in Draufsicht eine Z-Form oder eine U-Form bildet.

[0050] Die Platte ist bevorzugt derart ausgebildet, dass der erste gebogene Bereich an dem distalen Ende des ersten Röhrenknochens positionierbar ist.

[0051] Der erste gebogene Bereich kann im proximalen Abschnitt liegen und kann auch Durchgangslöcher für die Befestigung aufweisen.

[0052] Bevorzugt ist mindestens ein Befestigungsloch in mindestens einem Bereich vorgesehen, in dem eine Richtungsänderung stattfindet, bevorzugt im Bereich der zweiten Richtungsänderung.

[0053] Der Ort der zweiten Richtungsänderung des ersten gebogenen Bereichs, wo typischerweise eine grösste laterale Auslenkung der Platte vorliegt, weist einen Abstand zwischen 110mm bis 130 mm, bevorzugt von 120mm vom proximalen Ende der Platte auf.

[0054] Alternativ oder zusätzlich kann die Platte so ausgebildet sein, dass der Ort der zweiten Richtungsänderung des ersten gebogenen Bereichs sich in einen Abstand zwischen 10mm bis 12 mm, bevorzugt von 11 mm vom distalen Ende des ersten Röhrenknochens (1) anordnen lässt.

[0055] Dies bedeutet, dass der Ort der zweiten Richtungsänderung einen Abstand von 10mm bis 12 mm, bevorzugt von etwa 11 mm vom proximalen Ende des Zwischenabschnitts aufweist.

[0056] Alternativ oder zusätzlich kann die zweite Richtungsänderung in einem Abstand von 25mm-45 mm, bevorzugt 30mm-40mm von der ersten Richtungsänderung angeordnet sein.

[0057] In einer vorteilhaften Ausführung der Platte weist die Platte einen zweiten gebogenen Bereich auf, der in Seitenansicht gekrümmt ist.

[0058] Die Seitenansicht ist auf die Seite des Plattenkörpers gerichtet, auf welcher die Länge und die Dicke ersichtlich sind.

[0059] Bevorzugt ist der zweite gebogene Bereich Z-förmig oder U-förmig gekrümmt.

[0060] Der zweite gebogene Bereich ist bevorzugt im Zwischenabschnitt angeordnet. Der zweite gebogene Bereich enthält bevorzugt keine Durchgangslöcher und ist somit nicht dafür vorgesehen, an einem Knochen fixiert zu werden.

[0061] Insbesondere ist die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs derart ausgebildet, dass der zweite gebogene Bereich unter die Weichteile des Gelenks schiebbar ist. Die Platte kann dann zum Beispiel unter die Sehnen des Gelenks schiebbar sein.

[0062] Eine Platte mit erstem und zweitem gebogenen Bereich kann also um die Weichteile herumgeführt werden und diesen Platz für die Bewegung lassen.

[0063] Der zweite gebogene Bereich erlaubt es, dass die Platte bei der Anbringung automatisch die optimale Lage einnimmt, sofern eine für den Patienten passende Grösse der Platte gewählt wurde.

[0064] Ist die Platte als Handgelenksplatte ausgeführt, so ist sie am distalen Radius in den Strecksehnenfächern positionierbar.

[0065] Die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs kann eine Richtungsänderung mit einem Innenradius (Ri2) von 12mm-18mm an der zur Innenkrümmung weisenden Kante der Platte aufweisen, insbesondere von 12mm. Insbesondere weisen alle Richtungsänderungen einen solchen Innenradius auf.

[0066] Die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs kann alternativ oder zusätzlich so gewählt werden, dass der vertikale Versatz (d.h. der Versatz bezüglich der Plattenebene) 1mm-10mm, bevorzugt 3mm - 4 mmm beträgt.
Der zweite gebogene Bereich kann geradlinig verlaufende Zwischenabschnitte aufweisen.

[0067] Der zweite gebogene Bereich kann in Richtung vom proximalen Ende zum distalen Ende eine erste Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60°, eine zweite Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60° und gegebenenfalls eine dritte Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60° aufweisen. Typischerweise ändert sich die Richtung jeweils derart, sodass sich in Seitenansicht eine Z-Form oder eine U-Form bildet.

[0068] Die Richtungsänderungen erfolgen bevorzugt derart, dass nach einer ersten, zweiten und gegebenenfalls dritten Richtungsänderung (in einer Richtung vom proximalen Ende zum distalen Ende) die Längsachsen des proximalen und des distalen Abschnitts in Seitenansicht den Winkel der gewünschten Gelenkstellung einschliessen, also den Winkel, den die zu verbindenden Röhrenknochen einschliessen sollen.

[0069] In einer vorteilhaften Ausführung der Platte weist der zweite gebogene Bereich einen Ort der zweiten Richtungsänderung auf, wo typischerweise die grösste vertikale Auslenkung der Platte vorliegt. Dieser Ort weist zum Beispiel einen Abstand zwischen 50mm bis 70 mm, bevorzugt von 61mm, vom distalen Ende der Platte auf.

[0070] Alternativ oder zusätzlich ist die Platte so ausgebildet, dass sich der Ort der zweiten Richtungsänderung des zweiten gebogene Bereichs in einem Abstand zwischen 10mm bis 15 mm, bevorzugt von 11 mm, vom proximalen Ende des zweiten Röhrenknochens anordnen lässt.

[0071] Dies bedeutet, dass der den grössten seitlichen/lateraler Abstand von dem Bereich der Platte vor der ersten Richtungsänderung aufweisende Punkt des zweiten gebogenen Bereichs einen Abstand zwischen 10mm bis 12 mm, bevorzugt von 11 mm vom proximalen Ende des distalen Abschnitts aufweist.

[0072] In einer vorteilhaften Ausbildung der Platte sind die Durchgangslöcher in der proximalen Befestigungszone und/oder im ersten gebogenen Bereich und/oder in der distalen Befestigungszone als mindestens ein Schraubenloch, Langloch und/oder K-Drahtloch ausgebildet.

[0073] Mittels des K-Drahtlochs kann die Platte vorfixiert werden, sodass unter Röntgenkontrolle die Position vor dem Verschrauben überprüft werden kann.

[0074] Die Längsachse des proximalen Abschnitts kann mit der Längsachse des distalen Abschnitts in Draufsicht einen Winkel von +45° bis -45°, bevorzugt 0°, einschliessen.

[0075] Auch wenn die zu verbindenden Röhrenknochen in Draufsicht etwa fluchten, zum Beispiel ein Radius und ein Mittelfinger, kann es vorteilhaft sein, wenn die Längsachsen in Draufsicht einen Winkel einschliessen. Eine Längsachse kann beispielsweise entlang der Längsachse des distalen Röhrenknochens angeordnet werden, welcher in der Regel einen kleineren Durchmesser hat. Die Längsachse des proximalen Abschnitts kann in Draufsicht im befestigten Zustand gegenüber der Längsachse des proximalen Röhrenknochens je nach Knochenmodell auch geneigt sein. Eine Anzahl von Befestigungslöchern entlang der Längsachse des proximalen Endes kann auf einem kürzeren Stück des Knochens angeordnet werden. Die Platte kann also insgesamt kürzer ausgeführt werden, wobei dieselbe Befestigungsstabilität erreicht wird.

[0076] Die Längsachse des proximalen Abschnitts kann mit der Längsachse des distalen Abschnitts in seitlicher Ansicht einen Winkel von - 45° bis +45° einschliessen. Für eine Handgelenksplatte schliessen die Längsachsen in seitlicher Ansicht bevorzugt einen Winkel von 12° ein.

[0077] Vorteilhafterweise nimmt die Dicke der Platte im proximalen Abschnitt zum proximalen Ende hin ab und/oder die Dicke der Platte im distalen Abschnitt nimmt zum distalen Ende hin ab. Insbesondere wird die Materialstärke einer flächigen Platte zu den Enden hin kleiner.

[0078] Die Platte lässt sich dann leichter in den Gelenksbereich einbringen und am Übergang zwischen Platte und Knochen werden Unstetigkeiten in den Biegemomenten verhindert.

[0079] Die Aufgabe wird ausserdem gelöst durch ein Verfahren zum Behandeln einer komplexen Gelenkfraktur, wobei sich das Gelenk zwischen zwei Röhrenknochen eines menschlichen Patienten befindet.

[0080] Zur temporären Überbrückung von Fragmenten der Fraktur wird eine Platte, bevorzugt wie oben beschrieben, bereitgestellt, mit einem proximalen Abschnitt, einem distalen Abschnitt und einem Zwischenabschnitt, der zwischen dem proximalen Abschnitt und dem distalen Abschnitt angeordnet ist.

[0081] Der proximale Abschnitt weist eine proximale Befestigungszone auf, die an einem ersten Röhrenknochen angelegt und befestigt wird.

[0082] Der distale Abschnitt weist eine distale Befestigungszone auf, die an dem zweiten Röhrenknochen angelegt und befestigt wird.

[0083] Der Zwischenabschnitt überbrückt das Gelenk zwischen dem ersten Röhrenknochen und dem zweiten Röhrenknochen und dabei mindestens einen weiteren Knochen, insbesondere ohne Befestigung an dem mindestens einen weiteren Knochen.

[0084] Die Platte zwischen der proximalen Befestigungszone und der distalen Befestigungszone weist mindestens einen gebogenen Bereich auf.

[0085] Die proximale Befestigungszone kann an einem Radius und die distale Befestigungszone an einem Mittelhandknochen angelegt und befestigt werden.

[0086] Alternativ kann die proximale Befestigungszone an einer Tibia und die distale Befestigungszone an einem Mittelfussknochen befestigt werden.

[0087] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.

[0088] Es zeigen
Figur 1
eine Platte in Draufsicht;
Figur 2
eine Platte in seitlicher Ansicht.


[0089] Figur 1 zeigt eine Platte 10 zur temporären Überbrückung von Fragmenten einer Handgelenksfraktur in Draufsicht. Die Platte 10 besitzt einen proximalen Abschnitt 11, einen distalen Abschnitt 12 und einen Zwischenabschnitt 13, der zwischen dem proximalen Abschnitt 11 und dem distalen Abschnitt 12 angeordnet ist.

[0090] Der proximale Abschnitt 11 weist eine proximale Befestigungszone 14 auf, die dazu ausgebildet ist, an einem ersten Röhrenknochen 1, hier ein Radius, angelegt und befestigt zu werden.

[0091] Der distale Abschnitt 12 besitzt eine distale Befestigungszone 15, die an einem zweiten Röhrenknochen 2, hier einem Mittelfingerknochen, angelegt und befestigt ist.

[0092] Der Zwischenabschnitt 13 überbrückt das Handgelenk 3 zwischen dem Radius 1 und dem Mittelfingerknochen 2 und liegt über den Handwurzelknochen.

[0093] Der Zwischenabschnitt 13 ist nicht an den Handwurzelknochen befestigt.

[0094] Die Platte 10 weist zwischen der proximalen Befestigungszone 14 und der distalen Befestigungszone 15 einen ersten gebogenen Bereich 16 auf, der U-förmig gekrümmt ist. Der erste gebogene Bereich 16 ist an dem distalen Ende des Radius 1 positioniert.

[0095] Die Platte 10 ist daher derart ausgebildet, dass ein Einklemmen von Streck- oder Beugesehnen (hier nicht dargestellt) verhindert werden kann.

[0096] Die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs 16 weist einen Ort 18 der zweiten Richtungsänderung mit einem Innenradius Ri1 von 15mm-22mm auf, insbesondere von 19mm.

[0097] Der laterale Versatz V1 entspricht etwa der mittleren Breite der Platte und beträgt etwa 10mm.

[0098] Der Ort 18 der zweiten Richtungsänderung mit der grössten lateralen Auslenkung mit dem Versatz V1 kann einen Abstand A1 zwischen 110mm bis 130 mm, bevorzugt von 120mm vom proximalen Ende 19 der Platte 10 aufweisen.

[0099] Der Ort 18 mit der grössten lateralen Auslenkung ist bevorzugt in einem Abstand D1 zwischen 10mm bis 12 mm, bevorzugt von 11 mm vom distalen Ende des Radius 1 angeordnet.

[0100] In der proximalen Befestigungszone 14, im ersten gebogenen Bereich 16 und in der distalen Befestigungszone 15 sind Schraubenlöcher 22 vorgesehen. In der proximalen Befestigungszone 14 und in der distalen Befestigungszone 15 ist ausserdem jeweils ein Langloch 23 angebracht. Zusätzlich befindet sich in dem ersten gebogenen Bereich 16 ein K-Drahtloch 24.

[0101] Figur 2 zeigt die Platte 10 in seitlicher Ansicht

[0102] Die Platte 10 weist zwischen der proximalen Befestigungszone 14 und der distalen Befestigungszone 15 einen zweiten gebogenen Bereich 17 auf, der in Seitenansicht U-förmig gekrümmt ist.

[0103] Der zweite gebogene Bereich 17 kann unter die nicht in der Figur gezeigten Weichteile des Gelenks geschoben werden.

[0104] Der Ort 20 der zweiten Richtungsänderung des zweiten gebogenen Bereichs 17, wo typischerweise die grösste vertikale Auslenkung mit einem Versatz V2 vorliegt, kann einen Innenradius Ri2 von 12mm-18mm besitzen, insbesondere von 12mm. Der vertikale Versatz V2 beträgt etwa 3 mm.

[0105] Der Ort 20 mit der grössten vertikalen Auslenkung kann einen Abstand A2 zwischen 50mm bis 70 mm, bevorzugt von 61mm, vom distalen Ende 21 der Platte 10 aufweisen.

[0106] Der Ort 20 der zweiten Richtungsänderung des zweiten gebogenen Bereichs 17 kann in einem Abstand D2 zwischen 10mm bis 12 mm, bevorzugt von 11 mm vom proximalen Ende 25 des Mittefingerknochens angeordnet sein.

[0107] Die Längsachse 26 des proximalen Abschnitts 11 schliesst mit einer Längsachse 27 des distalen Abschnitts 12 in seitlicher Ansicht einen Winkel α von etwa 12° ein.

[0108] Die Dicke der Platte 10 nimmt zu den Enden 19, 21 der Platte hin ab.
 Hand grossHand mittelHand klein
Länge (mm) 230 200 170
Breite (mm) 12 10 8
Dicke (mm) 5 3.5 2
D1 (mm) 13 11 9
A1 (mm) 105 120 135
D2 (mm) 12 11 10
A2 (mm) 60 55 45
Ri1 (mm) 25 19 5
Ri2 (mm) 20 12 2
α (°) 12 12 12
V1 (mm) 8 5 3
V2 (mm) 7 5 3



Ansprüche

1. Platte (10) zur temporären Überbrückung von Fragmenten einer Fraktur mit einem proximalen Abschnitt (11), einem distalen Abschnitt (12) und einem Zwischenabschnitt (13), der zwischen dem proximalen Abschnitt (11) und dem distalen Abschnitt (12) angeordnet ist, wobei

- der proximale Abschnitt (11) eine proximale Befestigungszone (14) aufweist, die dazu ausgebildet ist, an einem ersten Röhrenknochen (1) angelegt und befestigt zu werden,

- der distale Abschnitt (12) eine distale Befestigungszone (15) aufweist, die dazu ausgebildet ist, an einem zweiten Röhrenknochen (2) angelegt und befestigt zu werden und

- der Zwischenabschnitt (13) dazu ausgebildet ist, ein Gelenk (3) zwischen dem ersten Röhrenknochen (1) und dem zweiten Röhrenknochen (2) und dabei mindestens einen weiteren Knochen, insbesondere ohne Befestigung an dem mindestens einen weiteren Knochen, zu überbrücken,

- wobei die proximale Befestigungszone (14) insbesondere dazu ausgebildet ist, an einem Radius angelegt und befestigt zu werden und die distale Befestigungszone (15) an einem Mittelhandknochen

- oder wobei die proximale Befestigungszone (14) insbesondere dazu ausgebildet ist, an einer Tibia und die distale Befestigungszone (15) an einem Mittelfussknochen befestigt zu werden,

dadurch gekennzeichnet, dass
die Platte (10) zwischen der proximalen Befestigungszone (14) und der distalen Befestigungszone (15) mindestens einen gebogenen Bereich (16, 17) aufweist.
 
2. Platte (10) gemäss Anspruch 1, wobei ein erster gebogener Bereich (16) in Draufsicht gesehen gekrümmt ist, bevorzugt U-förmig oder Z-förmig.
 
3. Platte (10) gemäss Anspruch 2, wobei die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs (16) derart ausgebildet ist, dass Irritationen von Weichteilen ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden, insbesondere Platz für eine Streck- oder Beugesehne bereitgestellt wird.
 
4. Platte (10) gemäss Anspruch 2 oder 3,
wobei die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs (16) mindestens eine Richtungsänderung mit einen Innenradius (Ri1) von 15mm-22mm aufweist, insbesondere von 19mm,
und/oder wobei die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs (16) mindestens eine erste Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60° aufweist
und/oder wobei die Krümmung des ersten gebogenen Bereichs (16) zu einem lateralen Versatz V1 führt, der mindestens 3mm beträgt.
 
5. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste gebogene Bereich (16) an dem distalen Ende des ersten Röhrenknochens (1) positionierbar ist.
 
6. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ort der zweiten Richtungsänderung (18) des ersten gebogenen Bereichs (16) einen Abstand (A1) zwischen 110mm bis 130 mm, bevorzugt von 120mm vom proximalen Ende (19) der Platte (10) aufweist
und/oder
die Platte (10) so ausgebildet ist, dass sich der Ort der zweiten Richtungsänderung (18) des ersten gebogene Bereichs (16) in einem Abstand (D1) zwischen 10mm bis 12 mm, bevorzugt von 11 mm vom distalen Ende des ersten Röhrenknochens (1) anordnen lässt.
 
7. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein zweiter gebogener Bereich (17) in Seitenansicht gekrümmt ist, bevorzugt Z-förmig oder U-förmig.
 
8. Platte (10) gemäss Anspruch 7, wobei die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs (17) derart ausgebildet ist, dass der Bereich (17) unter die Weichteile des Gelenks schiebbar ist.
 
9. Platte (10) gemäss Anspruch 7 oder 8, wobei die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs (17) mindestens eine Richtungsänderung mit einem Innenradius (Ri2) von 12mm-18mm aufweist, insbesondere von 12mm,
und/oder wobei die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs (16) mindestens eine erste Richtungsänderung um einen Winkelbetrag von 10° bis 60° aufweist,
und/oder wobei die Krümmung des zweiten gebogenen Bereichs (17) zu einem vertikalen Versatz V2 führt, der mindestens 3mm beträgt.
 
10. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche 7-9, wobei der Ort (20) der zweiten Richtungsänderung des zweiten gebogenen Bereichs (17) einen Abstand (A2) zwischen 50mm bis 70 mm, bevorzugt von 61mm, vom distalen Ende (21) der Platte (10) aufweist
und/oder
die Platte (10) so ausgebildet ist, dass sich der Ort (20) der zweiten Richtungsänderung des zweiten gebogene Bereichs (17) in einem Abstand (D2) zwischen 10mm bis 12 mm, bevorzugt von 11 mm vom proximalen Ende (25) des zweiten Röhrenknochens (2) anordnen lässt.
 
11. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in der proximalen Befestigungszone (14) und/oder im ersten gebogenen Bereich (16) und/oder in der distale Befestigungszone (15) mindestens ein Schraubenloch (22) und/oder mindestens ein Langloch (23) und/oder mindestens ein K-Drahtloch (24) vorgesehen ist.
 
12. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Längsachse des proximalen Abschnitts (11) mit einer Längsachse des distalen Abschnitts (12) in Draufsicht einen Winkel von +45° bis -45°, bevorzugt 0°, einschliesst und/oder in seitlicher Ansicht einen Winkel (α) von -45° bis +45°, bevorzugt 12°, einschliesst.
 
13. Platte (10) gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Dicke der Platte (10) im proximalen Abschnitt (11) zum proximalen Ende (19) hin kleiner wird und/oder die Dicke der Platte (10) im distalen Abschnitt (12) zum distalen Ende (21) hin kleiner wird.
 
14. Verfahren zum Behandeln einer komplexen Gelenkfraktur, wobei sich das Gelenk (3) zwischen zwei Röhrenknochen (1, 2) eines menschlichen Patienten befindet, dadurch gekennzeichnet, dass zur temporären Überbrückung von Fragmenten der Fraktur eine Platte (10) bereitgestellt wird, mit einem proximalen Abschnitt (11), einem distalen Abschnitt (12) und einem Zwischenabschnitt (13), der zwischen dem proximalen Abschnitt (11) und dem distalen Abschnitt (12) angeordnet ist, insbesondere eine Platte nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei

- der proximale Abschnitt (11) eine proximale Befestigungszone (14) aufweist, die an einem ersten Röhrenknochen (1) angelegt und befestigt wird,

- der distale Abschnitt (12) eine distale Befestigungszone (15) aufweist, die an einem zweiten Röhrenknochen (2) angelegt und befestigt wird und

- der Zwischenabschnitt (13) das Gelenk (3) zwischen dem ersten Röhrenknochen (1) und dem zweiten Röhrenknochen (2) und dabei mindestens einen weiteren Knochen überbrückt, insbesondere ohne Befestigung an dem mindestens einen weiteren Knochen,

- und wobei die Platte (10) zwischen der proximalen Befestigungszone (14) und der distalen Befestigungszone (15) mindestens einen gebogenen Bereich (16, 17) aufweist.


 
15. Verfahren gemäss Anspruch 14, wobei die proximale Befestigungszone (14) an einem Radius und die distale Befestigungszone (15) an einem Mittelhandknochen angelegt und befestigt wird,
oder
wobei die proximale Befestigungszone (14) an einer Tibia und die distale Befestigungszone (15) an einem Mittelfussknochen befestigt wird.
 




Zeichnung

















IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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