(19)
(11)EP 4 033 017 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
27.07.2022  Patentblatt  2022/30

(21)Anmeldenummer: 21153106.6

(22)Anmeldetag:  22.01.2021
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D01H 7/60(2006.01)
D01H 7/56(2006.01)
(52)Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
D01H 7/56
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder:
  • Saurer Spinning Solutions GmbH & Co. KG
    52531 Übach-Palenberg (DE)
  • Saurer Intelligent Technology AG
    9320 Arbon Thurgau (CH)

(72)Erfinder:
  • KÜPPERS, Simon
    70469 Stuttgart (DE)
  • GRIESSHAMMER, Christian
    8267 Berlingen (CH)

(74)Vertreter: Schniedermeyer, Markus 
Saurer Spinning Solutions GmbH & Co. KG Patentabteilung Carlstraße 60
52531 Übach-Palenberg
52531 Übach-Palenberg (DE)

  


(54)SCHWEBENDE SPINNRINGLAGERUNG


(57) Die Erfindung betrifft eine Spinnringlagerung, insbesondere für eine Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine, mit einem Spinnring und einem Spinnringstützring, die koaxial zu einer Spindelachse angeordnet sind und wobei der Spinnring schwebend vertikal beabstandet oberhalb des Spinnringstützrings angeordnet ist. Um eine Spinnringlagerung sowie eine Spinnmaschine mit einer Spinnringlagerung bereitzustellen, die eine einfache und zuverlässige Positionierung des schwebenden Spinnrings ermöglicht, ist vorgesehen, dass der Spinnringstützring einen koaxial und im Abstand von einer Spinnringumfangsfläche angeordneten Führungsring aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine, insbesondere Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine zur Herstellung eines Garns, mit einer Spinnringlagerung zur koaxialen Anordnung eines Spinnrings gegenüber einer Spindelachse sowie eine Spinnringlagerung, insbesondere für eine Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine, mit
  • einem Spinnring und einem Spinnringstützring, die koaxial zu einer Spindelachse angeordnet sind, wobei der Spinnring schwebend vertikal beabstandet oberhalb des Spinnringstützrings angeordnet ist.


[0002] Spinnringlagerungen der vorstehend genannten Art sowie Spinnmaschinen mit derartigen Spinnringlagerungen sind bspw. aus der EP 3 231 904 A1 bekannt. Zur Lösung der bekannten Reibungsproblematik an Ringspinnmaschinen mit Ring-Läufersystemen, bei denen es mit zunehmender Spindeldrehzahl aufgrund der dabei durch die Reibung zwischen dem Garn und dem Ringläufer entstehenden Erwärmung zu einer Zerstörung des Ringläufers kommt, ist es bereits bekannt, vollständig auf den Ringläufer zu verzichten und den zur außenseitigen Führung des Garns vorgesehenen Spinnring, kontaktlos in einem Magnetfeld schwebend anzuordnen. Der Verzicht auf ein konventionelles Ring-Läufersystem ermöglicht es dabei, die Spinnmaschinen mit Spindeldrehzahlen zu betreiben, die deutlich über den Drehzahlen bekannter Ring-Läufersysteme liegen. Eine Limitierung der Spindeldrehzahl aufgrund der Reibungsverhältnisse zwischen dem Ringläufer und dem herzustellenden Garn ist nicht gegeben.

[0003] Bekannte Systeme zur schwebenden Lagerung der Spinnringe in einem Magnetfeld weisen jedoch den Nachteil auf, dass diese aufgrund der notwendigen Verwendung Stickstoff gekühlter Supraleiter aufgrund der erforderlichen Kühlung nur sehr aufwendig herstellbar und für den industriellen Betrieb kaum geeignet einsetzbar sind, u. a. auch, da für die Herstellung und Lagerung des zur Kühlung benötigten flüssigen Stickstoffs erhebliche Energiemengen erforderlich sind. Darüber hinaus besteht bei den bekannten Systemen zur schwebenden Lagerung der Spinnringe das Problem, dass diese nur unzureichend in radialer Richtung, d. h. senkrecht zur Spindelachsenrichtung gegenüber der Garnhülse ausgerichtet sind.

[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Spinnringlagerung sowie eine Spinnmaschine mit einer Spinnringlagerung bereitzustellen, die eine einfache und zuverlässige Positionierung des schwebenden Spinnrings ermöglicht.

[0005] Die Erfindung löst die Aufgabe durch eine Spinnringlagerung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Spinnmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Vorteilhafte Weiterbildungen der Spinnringlagerung sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 9 angegeben.

[0006] Die erfindungsgemäße Spinnringlagerung weist einen koaxial zu einer Spindelachse angeordneten Spinnring auf, dessen außenseitige Spinnringumfangsfläche zur Führung eines auf einer Garnhülse aufzuwickelnden Garns ausgebildet ist. Das Garn wird dabei an der Spinnringumfangsfläche vorbei entlang der Unterseite des Spinnrings bis auf die Garnhülse, die sich durch eine zentrale Öffnung in dem Spinnring erstreckt, geführt. Der Spinnring wird oberhalb des Spinnringstützrings in der Schwebe gehalten und dadurch berührungslos gelagert. Im Rahmen der Anmeldung beziehen sich dabei Begriffe wie "oberhalb" und "unterhalb" auf die Gebrauchslage der Spinnringlagerung an einer Spinnmaschine, wobei dem Funktionsprinzip der Spinnringlagerung zugrunde liegt, dass die zwischen dem Spinnring und Stützring erzeugte berührungslose Lagerung, bspw. erzeugt durch ein Luftpolster, der Gewichtskraft des Spinnrings entgegenwirkt und dieser damit in der Schwebe gehalten wird.

[0007] Kennzeichnend für die erfindungsgemäße Spinnringlagerung ist ein koaxial und im Abstand von einer Spinnringumfangsfläche angeordneter Führungsring. Der Führungsring ist demnach zumindest abschnittsweise - in Spindelachsenrichtung betrachtet - koaxial zum Spinnring angeordnet und stellt über seine Innenfläche eine mit der Spinnringumfangsfläche in Eingriff bringbare Stützfläche bereit, wodurch der Spinnring in radialer Richtung, d. h. senkrecht zur Spindelachse, in seiner Position gehalten und geführt wird. Der zwischen der Spinnringumfangsfläche und dem Führungsring bestehende Abstand in Form eines Luftspalts gewährleistet dabei während des Spinnprozesses eine zuverlässige Führung des Garns entlang der Spinnringumfangsfläche.

[0008] Im Zusammenwirken mit dem Führungsring, der mit dem Stützring verbunden, einstückig mit diesem ausgebildet, aber auch von diesem beabstandet angeordnet sein kann, gewährleistet die Spinnringumfangsfläche somit eine mechanische Führung und damit in radialer Richtung eine stabile und einfache Lagerung des Spinnrings gegenüber einer auf einer Spindel angeordneten Garnhülse. Die Lagerung ist dabei besonders einfach und stabil und lässt sich besonders kostengünstig herstellen. Die Spinnringlagerung erlaubt somit besonders hohe Spindeldrehzahlen, wodurch eine besonders hohe Produktivität einer mit einer erfindungsgemäßen Spinnringlagerung ausgestatteten Spinnmaschine erreicht werden kann. Der Spinnring selbst rotiert dabei nicht oder nur mit einer gegenüber der Spindeldrehzahl deutlich geringeren Geschwindigkeit um die Spindelachse.

[0009] Die Ausgestaltung der Spinnringlagerung zur schwebenden Anordnung des Spinnrings ist grundsätzlich frei wählbar. So kann die Spinnringlagerung bspw. derart ausgebildet sein, dass der Spinnring über ein durch Druckluft erzeugtes Luftpolster schwebend gegenüber dem Spinnringstützring positioniert wird. Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass der Spinnring, welcher bspw. aus einem flüchtig magnetisierbaren, einem permanent magnetisierbaren oder einem nicht magnetisierbaren Material gebildet ist, in Spindelachsenrichtung über ein Magnetfeld vertikal beabstandet oberhalb des Spinnringstützrings angeordnet ist.

[0010] Das zwischen dem Spinnringstützring und dem Spinnring erzeugte Magnetfeld bewirkt eine der Gewichtskraft des Spinnrings entgegengesetzte Haltekraft und bewirkt einen schwebenden Zustand des Spinnrings in dessen Gebrauchsposition. Die Verwendung eines Magnetfelds stellt eine besonders komfortable Ausgestaltung zur berührungslosen Lagerung des Spinnrings gegenüber dem Spinnringstützring dar, welche sich überdies besonders kostengünstig herstellen lässt.

[0011] Zur Gewährleistung einer zuverlässigen Lagerung des Spinnrings in radialer Richtung ist es bereits ausreichend, wenn der Führungsring zumindest abschnittsweise, ausgehend von dem Spinnringstützring, koaxial zu dem Spinnring angeordnet ist. Demnach bildet der Spinnringstützring gemeinsam mit dem Führungsring eine topfartige Führung, wobei der Spinnring in axialer Richtung über das vorteilhafterweise vorgesehene, zwischen dem Spinnring und dem Spinnringstützring bestehende Magnetfeld und in radialer Richtung über einen Abschnitt einer Innenfläche des Spinnringstützrings und die Spinnringumfangsfläche geführt ist.

[0012] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass sich der Führungsring ausgehend vom Spinnringstützring bis in einen Bereich oberhalb des Spinnrings erstreckt. Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich die der Spinnringumfangsfläche zugewandten Innenfläche des Führungsrings ausgehend von dem Spinnringstützring in Spindelachsenrichtung bis in einen Bereich oberhalb der Oberkante des Spinnrings. Diese Ausgestaltung der Erfindung gewährleistet eine besonders zuverlässige radiale Führung des Spinnrings innerhalb des Führungsrings, wobei darüber hinaus durch die Innenfläche des Führungsrings eine zusätzliche Führung für das hergestellte Garn nach Art einer Ballonbegrenzerhülse bereitgestellt wird. Die Innenfläche des Führungsrings stützt wie die Innenfläche einer Ballonbegrenzerhülse das Garn auf der Strecke zwischen bspw. einem Streckwerkausgang und dem Spinnring ab und gewährleistet somit eine zuverlässige Abstützung der während des Spinnvorgangs auf das Garn wirkenden Fliehkräfte.

[0013] Das vorteilhafterweise vorgesehene Magnetfeld zwischen dem Spinnringstützring und dem Spinnring kann grundsätzlich in beliebiger Weise erzeugt werden. Denkbar ist hier bspw. die Verwendung von Elektromagneten, mittels derer u. a. in Abhängigkeit von der einstellbaren Stromstärke der Abstand zwischen dem Spinnring und dem Spinnringstützring einstellbar ist. Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass der Spinnring und der Spinnringstützring in Spindelachsenrichtung gegenüberliegend angeordnete, einander abstoßend angeordnete Permanentmagnete aufweist.

[0014] Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung sind an dem Spinnringstützring und dem Spinnring, bevorzugt an den einander zugewandten Oberflächen von Spinnring und Spinnringstützring, Permanentmagnete in der Form angeordnet, dass übereinstimmende Pole einander zugewandt sind. Über die sich zwischen den Permanentmagneten daraus ergebende Abstoßung wird ein Magnetfeld erzeugt, das der Gewichtskraft des Spinnrings entgegengewirkt, so dass dieser gegenüber dem Spinnringstützring in der Schwebe gehalten werden kann. Die Verwendung von Permanentmagneten zeichnet sich dabei dadurch aus, dass diese eine besonders einfache und kostengünstige Herstellung eines den Spinnring gegenüber dem Spinnringstützring beabstandeten Magnetfelds erlauben. Gegenüber der Verwendung von Elektromagneten weist die Verwendung von Permanentmagneten überdies den Vorteil auf, dass auf eine aufwendige Steuerung und Kabelzuführung zu den Elektromagneten verzichtet werden kann.

[0015] Die Ausgestaltung der Permanentmagnete sowie deren Anordnung an dem Spinnring und dem Spinnringstützring ist dabei grundsätzlich frei wählbar. So besteht bspw. die Möglichkeit, über einen übereinstimmenden Umfang koaxial zur Spindelachse an dem Spinnring und dem Spinnringstützring einzelne Magnete anzubringen, welche eine zuverlässige axiale Beabstandung des Spinnrings gegenüber dem Spinnringstützring gewährleisten. Auch besteht die Möglichkeit, die Permanentmagnete an dem Spinnringstützring und dem Spinnring auf voneinander abweichenden Umfängen anzuordnen, so dass das zwischen den Permanentmagneten erzeugte Magnetfeld ferner eine radiale Kraftkomponente auf den Spinnring aufbringt, wodurch dieser auch in radialer Richtung über das Magnetfeld positionierbar ist.

[0016] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass der Spinnring und der Spinnringstützring jeweils einen koaxial zur Spindelachse und in Spindelachsenrichtung gegenüberliegend angeordneten Ring-Permanentmagneten aufweisen, die aneinander abstoßend ausgerichtet sind. Die Verwendung von Ring-Permanentmagneten gewährleistet dabei in besonders zuverlässiger Weise ein dauerhaft gleichbleibendes Magnetfeld zwischen dem Spinnring und dem Spinnringstützring und gewährleistet somit eine besonders exakte Positionierung des Spinnrings oberhalb des Spinnringstützrings.

[0017] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Spinnring und der Führungsring senkrecht zur Spindelachse gegenüberliegend angeordnete, einander abstoßend ausgerichtete Permanentmagnete aufweist. Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung wird ergänzend zu dem den Spinnring in Spindelachsenrichtung gegenüber dem Spinnringstützring positionierenden Magnetfeld ein weiteres in radialer Richtung wirkendes Magnetfeld zwischen dem Spinnring und dem Führungsring erzeugt, welches den Spinnring senkrecht zur Spindelachse, d. h. in radialer Richtung gegenüber der Spindelachse führt und damit mit seiner Spinnringumfangsfläche gegenüber der Innenfläche des Führungsrings beabstandet. Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht es somit in besonders zuverlässiger Weise, den Spinnring mit seiner Spinnringumfangsfläche dauerhaft beabstandet zur Innenfläche des Spinnringstützrings anzuordnen, so dass das zwischen der Spinnringumfangsfläche und dem Führungsring hindurchzuführende Garn anschließend besonders zuverlässig entlang der Unterseite des Spinnrings bis zur Garnhülse geführt wird. Über das ergänzende Magnetfeld wird eine zuverlässige Beabstandung von Spinnring und Führungsring gewährleistet. Besonders vorteilhafterweise ist dabei vorgesehen, dass der Spinnring und der Führungsring jeweils einen koaxial zur Spindelachse und senkrecht zur Spindelachse gegenüberliegend angeordneten Ring-Permanentmagneten aufweist, die einander abstoßend angeordnet sind. Die Verwendung von Ring-Permanentmagneten sowohl an dem Führungsring als auch an dem Spinnring gewährleistet eine besonders zuverlässige radiale Führung des Spinnrings während des Spinnbetriebs.

[0018] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der radiale Abstand zwischen dem Spinnring und dem Führungsring 0,05 mm bis 5 mm, bevorzugt 0,25 mm bis 1,5 mm beträgt. Nachdem das Garn außen am dem Spinnring geführt wird und dann zwischen dem Spinnringstützring und dem Spinnring zur Hülse gelangt, wird eine Kippneigung des Spinnrings durch die Fadenzugkraft des Garns erzeugt. Da in einer gekippten Konstellation Spinnen unmöglich sein kann, kann es erforderlich sein, ein entsprechendes Kippen zu verhindern. Dies kann über die vorteilhafterweise beschriebene Verwendung von senkrecht zur Spindelachse gegenüberliegend angeordneten, einander abstoßend ausgerichteten Permanentmagneten an dem Spinnring und dem Führungsring erreicht werden. Darüber hinaus kann ergänzend oder alternativ durch den vorteilhafterweise vorgesehenen besonders geringen Durchmesserunterschied zwischen der Spinnringaußenfläche und der Führungsringinnenfläche ggf. eine nur geringe Verkippung gewährleistet werden, bei der sich der Spinnring ggf. an zwei diagonal gegenüberliegenden Punkten an der Innenfläche des Führungsrings abstützt. Da das Garn in dem Führungsring rotiert und außer den vorgenannten Stützpunkten genug Raum zwischen dem Spinnring und dem Führungsring vorhanden ist, kann das Garn dorthin ausweichen und wird nicht geklemmt, so dass in ergänzender Weise ein zuverlässiger Spinnprozess gewährleistet werden kann.

[0019] Um eine entsprechende diagonale Abstützung des Spinnrings gegenüber dem Führungsring im Falle eines Verkippens des Spinnrings in besonders zuverlässiger Weise zu gewährleisten, ist nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass der diagonale Durchmesser des Spinnrings größer ist als der Durchmesser des Führungsrings. Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung ist der diagonale Durchmesser des Spinnrings, nämlich der Durchmesser, mit dem sich der Spinnring an zwei sich diagonal gegenüberliegenden Punkten an dem Führungsring abstützt, größer als der Durchmesser des Führungsrings. Durch diese Ausgestaltung wird in besonders zuverlässiger Weise gewährleistet, dass es im Falle eines Verkippens des Spinnrings zu dessen Anlage an der Innenseite des Führungsrings kommt, so dass auch im Falle eines Verkippens in besonders zuverlässiger Weise eine Fortsetzung des Spinnprozesses gewährleistet ist.

[0020] Die Erfindung löst die Aufgabe ferner durch eine Spinnmaschine, insbesondere Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine zur Herstellung eines Garns, mit einer Spinnringlagerung zur koaxialen Anordnung des Spinnrings gegenüber der Spindelachse, wobei die Spinnringlagerung in der vorbeschriebenen erfindungsgemäßen oder weitergebildeten Weise ausgebildet ist.

[0021] Die erfindungsgemäße Spinnmaschine lässt sich aufgrund der Verwendung der vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen oder weitergebildeten Spinnringlagerung besonders einfach und kostengünstig herstellen. Die Spinnringlagerung erlaubt es dabei, die Spinnmaschine mit besonders hohen Spindeldrehzahlen zu betreiben, wodurch eine Spinnmaschine mit einer besonders hohen Produktivität betrieben werden kann.

[0022] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1
eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer Spinnringlagerung mit einem senkrecht zu einer Spindelachse ausgerichteten Spinnring;
Fig. 2
eine schematische Darstellung der Spinnringlagerung von Figur 1 mit einem verkippten Spinnring;
Fig. 3
eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform einer Spinnringlagerung mit einem senkrecht zur Spindelachse ausgerichteten Spinnring;
Fig. 4
eine schematische Darstellung der Spinnringlagerung von Figur 3 mit verkipptem Spinnring;
Fig. 5
eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform einer Spinnringlagerung mit vertikal zur Spindelachse ausgerichteten Spinnring und
Fig. 6
eine schematische Darstellung der Spinnringlagerung von Figur 5 mit verkipptem Spinnring.


[0023] In den Figuren 1 und 2 ist eine erste Ausführungsform einer Spinnringlagerung 1a dargestellt. Die Spinnringlagerung 1a weist dabei einen einstückig mit einem Spinnringstützring 3 verbundenen Führungsring 4a auf, welcher sich in einem äußeren Bereich an den Spinnringstützring 3 anschließt und sich in Richtung der Spindelachse 7 erstreckt, so dass der Spinnringstützring 3 und der Führungsring 4a eine topfartige Aufnahme bilden, innerhalb derer ein Spinnring 2a koaxial zur Spindelachse 7 angeordnet ist. Zur Beabstandung des Spinnrings 2a in vertikaler Richtung, d. h. in Spindelachsenrichtung oberhalb des Spinnringstützrings 3 sind an dem Spinnringstützring 3 sowie vertikal gegenüberliegend an dem Spinnring 2a Permanentmagnete 8, 9 derart angeordnet, dass zwischen diesen ein Magnetfeld mit einer abstoßenden Wirkung erzeugt wird, welches der vertikal wirkenden Gewichtskraft des Spinnrings 2a entgegenwirkt und somit den Spinnring 2a gegenüber dem Spinnringstützring 3 in der Schwebe hält.

[0024] Senkrecht zur Spindelachse 7, d. h. in radialer Richtung bildet die Innenfläche des Führungsrings 4a eine Führungsfläche für die Spinnringumfangfläche des Spinnrings 2a, so dass der Führungsring 4a eine mechanische Führung des Spinnrings 2a in radialer Richtung bildet. Der Abstand zwischen der Spinnringumfangsfläche und der Innenfläche des Führungsrings 4a ist dabei derart bemessen, dass ein Garn 12 zuverlässig an der Spinnringumfangsfläche vorbei und zwischen dem Spinnring 2a und dem Spinnringstützring 3 hindurch geführt und dann zuverlässig als Garnwicklung 6 auf eine Garnhülse 5 aufgewickelt werden kann. Der radiale Abstand zwischen der Spinnringumfangsfläche und der Innenfläche des Führungsrings 2a ist dabei derart bemessen, dass mindestens noch das zu spinnende Garn hindurch passt, auch dann, wenn, wie in Figur 2 dargestellt, der Spinnring 2a gegenüber der Spindelachse 7 verkippt ist, wobei ggf. aufgrund eines geringen Durchmesserunterschieds zwischen der Spinnringaußenfläche und der Innenfläche des Führungsrings 4a ein ausreichender Raum für das Garn 12 verbleibt.

[0025] In den Figuren 3 und 4 ist ein weiteres Beispiel einer Spinnringlagerung 1b dargestellt. Im Gegensatz zu der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Spinnringlagerung 1a sind in vertikaler Richtung zur Spindelachse 7 betrachtet gegenüberliegend an dem Führungsring 4b und der Spinnringumfangsfläche Permanentmagnete 10, 11 angeordnet, die zwischen dem Führungsring 4b und dem Spinnring 2b ein abstoßendes Magnetfeld erzeugen. Über die Permanentmagnete 10, 11 wird somit ein Magnetfeld erzeugt, welches den Spinnring 2b in radialer Richtung, d. h. senkrecht zur Spindelachse 7 gegenüber der Spindelachse 7 ausrichtet. Der Abstand zwischen der Spinnringumfangsfläche des Spinnrings 2b und der Innenfläche des Führungsrings 4b ist dabei analog zu der in Figur 1 und 2 dargestellten Ausführungsform derart bemessen, dass auch bei einem in Figur 4 dargestellten verkippten Zustand des Spinnrings 2b ein zuverlässiger Spinnvorgang gewährleistet ist, nachdem auch im gekippten Zustand zwischen dem Spinnring 2b und dem Führungsring 4b ausreichend Raum verbleibt, in welches das Garn 12 ausweichen kann.

[0026] In den Figuren 5 und 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Spinnringlagerung 1c dargestellt, welches sich von der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Spinnringlagerung 1a dadurch unterscheidet, dass sich der Führungsring 4c ausgehend von dem Spinnringstützring 3 bis in einen Bereich oberhalb einer Oberkante des Spinnrings 2a erstreckt. In dem Bereich oberhalb des Spinnrings 2a dient die Innenfläche des Führungsrings 4c zusätzlich als Führung für das Garn 12. Auch in dem in den Figuren 5 und 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Abstand zwischen der Innenfläche des Führungsrings 4c und der Spinnringumfangsfläche des Spinnrings 2a derart bemessen, dass auch im verkippten, in Figur 6 dargestellten Zustand, ein ausreichend großer Raum für das Garn 12 verbleibt, so dass dieses während des Spinnprozesses zuverlässig als Garnwicklung 6 auf der Garnhülse 5 aufgewickelt werden kann.

Bezugszeichenliste



[0027] 
1a, 1b, 1c
Spinnringlagerung
2a, 2b
Spinnring
3
Spinnringstützring
4a, 4b, 4c
Führungsring
5
Garnhülse
6
Garnwicklung
7
Spindelachse
8
Permanentmagnet
9
Permanentmagnet
10
Permanentmagnet
11
Permanentmagnet
12
Garn



Ansprüche

1. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c), insbesondere für eine Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine, mit

- einem Spinnring (2a, 2b) und einem Spinnringstützring (3), die koaxial zu einer Spindelachse (7) angeordnet sind, wobei der Spinnring (2a, 2b) schwebend vertikal beabstandet oberhalb des Spinnringstützrings (3) angeordnet ist,

gekennzeichnet durch
einen koaxial und im Abstand von einer Spinnringumfangsfläche angeordneten Führungsring (4a, 4b, 4c).
 
2. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnring (2a, 2b) in Spindelachsenrichtung über ein Magnetfeld vertikal beabstandet oberhalb des Spinnringstützrings (3) angeordnet ist.
 
3. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Führungsring (4a, 4b, 4c) ausgehend vom Spinnringstützring (3) bis in einen Bereich oberhalb des Spinnrings (2a, 2b) erstreckt.
 
4. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach einem oder mehrere der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnring (2a, 2b) und der Spinnringstützring (3) in Spindelachsenrichtung gegenüberliegend angeordnete, einander abstoßend ausgerichtete Permanentmagnete (8, 9) aufweisen.
 
5. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach einem oder mehrere der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnring (2a, 2b) und der Spinnringstützring (3) jeweils einen koaxial zur Spindelachse (7) und in Spindelachsenrichtung gegenüberliegend angeordneten Ring-Permanentmagnete (8, 9) aufweisen, die einander abstoßend ausgerichtet sind.
 
6. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnring (2b) und der Führungsring (4a, 4b, 4c) senkrecht zur Spindelachse (7) gegenüberliegend angeordnete, einander abstoßend ausgerichtete Permanentmagnete (10, 11) aufweist.
 
7. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnring (2b) und der Führungsring (4a, 4b, 4c) jeweils einen koaxial zur Spindelachse (7) und senkrecht zur Spindelachse (7) gegenüberliegend angeordneten Ring-Permanentmagnete (10, 11) aufweisen, die einander abstoßend ausgerichtet sind.
 
8. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der radiale Abstand zwischen dem Spinnring (2a, 2b) und dem Führungsring (4a, 4b, 4c) 0,05 mm bis 5 mm, bevorzugt 0,25 mm bis 1,5 mm beträgt.
 
9. Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der diagonale Durchmesser des Spinnrings (2a, 2b) größer ist als der Innendurchmesser des Führungsrings (4a, 4b, 4c).
 
10. Spinnmaschine, insbesondere Ringspinn- oder Ringzwirnmaschine zur Herstellung eines Garns (12), mit einer Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) zur koaxialen Anordnung eines Spinnrings (2a, 2b) gegenüber einer Spindelachse (7),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Spinnringlagerung (1a, 1b, 1c) gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet ist.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente