(19)
(11)EP 4 087 098 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
09.11.2022  Patentblatt  2022/45

(21)Anmeldenummer: 21172746.6

(22)Anmeldetag:  07.05.2021
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H02K 7/116(2006.01)
B60K 7/00(2006.01)
(52)Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
H02K 7/116; B60K 7/0007; F16H 1/28; H02K 7/106
(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: maxon international ag
6072 Sachseln (CH)

(72)Erfinder:
  • Hupfer, Florian
    79263 Simonswald (DE)
  • Wirsich, Nico
    79331 Teningen (DE)

(74)Vertreter: Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB 
Leopoldstraße 4
80802 München
80802 München (DE)

  


(54)ANTRIEBSEINHEIT MIT EINEM ELEKTROMOTOR, EINEM PLANETENGETRIEBE UND EINER ELEKTROMAGNETISCHEN BREMSE


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebseinheit mit einem Elektromotor, der eine Motorwelle antreibt, einem Planetengetriebe mit einem Hohlrad und mindestens einer ersten Getriebestufe, wobei die erste Getriebestufe mindestens ein Planetenrad aufweist, und einer elektromagnetischen Bremse mit einer Erregerspule, wobei die elektromagnetische Bremse zwischen dem Elektromotor und dem Planetengetriebe angeordnet ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Erregerspule zumindest teilweise in einer Ausnehmung des Hohlrads aufgenommen ist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebseinheit nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1.

[0002] Eine gattungsgemäße Antriebseinheit umfasst einen Elektromotor, der eine Motorwelle antreibt, ein Planetengetriebe mit einem Hohlrad, wobei das Planetengetriebe zumindest eine erste Getriebestufe aufweist, und wobei die erste Getriebestufe mindestens ein Planetenrad aufweist, und eine elektromagnetische Bremse mit einer Erregerspule, wobei die elektromagnetische Bremse zwischen dem Elektromotor und dem Planetengetriebe angeordnet ist.

[0003] Eine Antriebseinheit nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 ist beispielsweise aus CN 102170191 bekannt. Dieses Dokument zeigt eine axial kurz bauende Antriebseinheit mit einem Elektromotor, einem Planetengetriebe und einer elektromagnetischen Bremse, wobei das Planetengetriebe und die Bremse hintereinander angeordnet und radial im Zentrum des Motors integriert sind. Durch diese Anordnung kann die axiale Länge der Antriebseinheit zwar verkürzt werden, dafür wird aber ein größerer Durchmesser der Antriebseinheit nötig. Es besteht dementsprechend weiterhin Bedarf an noch kompakteren Antriebseinheiten mit den genannten Komponenten.

[0004] Die vorliegende Erfindung hat sich deshalb zur Aufgabe gestellt, eine Antriebseinheit der gattungsgemäßen Art anzugeben, die einen, insbesondere in axialer Richtung, besonders kompakten Aufbau der Antriebseinheit ermöglicht.

[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Demnach liegt dann eine erfindungsgemäße Antriebseinheit vor, wenn die Erregerspule zumindest teilweise in einer Ausnehmung des Hohlrads aufgenommen ist.

[0006] Indem die Erregerspule zumindest teilweise in der Ausnehmung des Hohlrads aufgenommen ist, kann die Antriebseinheit, insbesondere in axialer Richtung, besonders kompakt aufgebaut sein. Zusätzlich entfällt der Bedarf für einen Spulenkörper, wodurch die Antriebseinheit noch mal kompakter aufgebaut werden kann. Vorzugsweise weist das verwendete Planetengetriebe, wenn möglich, nur eine oder zwei Getriebestufen auf, sodass die Antriebseinheit in axialer Richtung besonders kompakt aufgebaut werden kann.

[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Erregerspule derart in der Ausnehmung aufgenommen, dass eine axiale Ausdehnung des Planetenrads zu mindestens 50%, vorzugsweise zu mindestens 70%, mit einer axialen Ausdehnung der Erregerspule überlappt. Durch diese Anordnung kann die Antriebseinheit in axialer Richtung sehr kompakt gestaltet werden, da die axiale Ausdehnung des Planetenrads und die damit einhergehende axiale Ausdehnung des Hohlrads in dem Bereich, in dem das Planetenrad mit dem Hohlrad kämmt, zur Platzierung der Erregerspule genutzt werden kann.

[0009] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung entspricht eine axiale Position einer dem Elektromotor zugewandten Stirnseite der Erregerspule entweder einer axialen Position einer dem Elektromotor zugewandten Stirnseite des Planetenrads oder die axiale Position der dem Elektromotor zugewandten Stirnseite der Erregerspule ist weiter von dem Elektromotor entfernt als die axiale Position der dem Elektromotor zugewandten Stirnseite des Planetenrads. Auch dies ermöglicht einen besonders kompakten Aufbau der Antriebseinheit, da die Erregerspule derart zum Planetengetriebe positioniert wird, dass kein zusätzlicher axialer Bauraum benötigt wird.

[0010] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bildet eine Ringnut die Ausnehmung des Hohlrads, wobei die Ringnut an einer dem Elektromotor zugewandten Stirnseite des Hohlrads geöffnet ist. Vorzugsweise sind die Ringnut und das Hohlrad koaxial. Eine derart ausgebildete Ausnehmung des Hohlrads ist einfach und kostengünstig zu fertigen. Außerdem kann die Erregerspule gut in der Ringnut platziert werden.

[0011] Vorzugsweise ist die Erregerspule derart in der Ausnehmung aufgenommen, dass die Erregerspule in axialer Richtung betrachtet vollständig in der Ausnehmung aufgenommen ist. Dadurch wird ein kompakter Aufbau der Antriebseinheit ermöglicht.

[0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bildet die Motorwelle ein Sonnenrad der ersten Getriebestufe des Planetengetriebes. Dies ermöglicht einen einfachen Aufbau der Antriebseinheit. Zusätzlich werden keine zusätzlichen Komponenten wie etwaige Mitnehmer benötigt, die den nötigen Bauraum erhöhen würden. Vorzugsweise ist das Hohlrad mit einem Gehäuse des Elektromotors verbunden. Damit ist das Hohlrad ein feststehendes Hohlrad. Auch dies ermöglicht einen einfachen und kompakten Aufbau der Antriebseinheit.

[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die elektromagnetische Bremse in axialer Richtung ausgehend vom Elektromotor eine Druckplatte, eine Bremsscheibe, die mit der Motorwelle verbunden ist, eine Ankerplatte und mindestens ein Vorspannmittel auf, wobei die Bremse einen angezogenen Zustand aufweist, in dem das Vorspannmittel die Ankerplatte auf die Bremsscheibe presst und die Bremsscheibe dadurch auf die Druckplatte gepresst wird, und wobei die Bremse einen gelösten Zustand aufweist, in dem die Erregerspule die Ankerplatte entgegen einer Kraft des Vorspannmittels auf Grund einer durch die Erregerspule erzeugten elektromagnetischen Kraft zu sich zieht. Eine derart ausgebildete elektromagnetische Bremse lässt sich vorteilhafter Weise als Sicherheitsbremse verwenden, da die Bremse in den angezogenen Zustand übergeht, sobald kein Strom mehr durch die Erregerspule fließt. Außerdem kann eine derartige Bremse äußerst kompakt aufgebaut sein. Vorzugsweise ist das Vorspannmittel mindestens eine Druckfeder. Damit ist das Vorspannmittel eine relativ günstige Komponente, die zusätzlich wenige Bauteile bzw. nur ein Bauteil benötigt und damit sehr kompakt ausgebildet sein kann.

[0014] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung überlappt eine axiale Ausdehnung der Ankerplatte zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, mit einem Teil der axialen Ausdehnung des Hohlrads. Dadurch kann die Antriebseinheit in axialer Richtung noch kompakter ausgeführt werden. Vorzugsweise hat die Ankerplatte eine kreisförmige Öffnung und ist koaxial mit dem Hohlrad ausgeführt. So kann zum Beispiel ein Vorsatz an dem Hohlrad in der kreisförmigen Öffnung liegen, welcher eine Abdeckung des Planetenrads oder eine Dichtung hält.

[0015] Vorzugsweise ist die Ankerplatte drehfest gegenüber dem Hohlrad gehalten.

[0016] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bildet eine Zwischenplatte des Elektromotors, insbesondere ein Motorflansch, die Druckplatte aus. Dadurch kann die Antriebseinheit besonders kompakt gestaltet werden. So wird unter anderem keine zusätzliche Druckplatte benötigt und es kann eine Komponente eingespart werden.

[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Bremsscheibe direkt an ein Motorritzel der Motorwelle angebunden. Vorzugsweise bildet das Motorritzel, mit welchem die Bremsscheibe formschlüssig verbunden ist, gleichzeitig das Sonnenrad der ersten Getriebestufe des Planetengetriebes. So bedarf es keinem zusätzlichen Mitnehmer zwischen Bremsscheibe und Motorwelle und die Bremse sowie die Antriebseinheit können sehr kompakt und mit wenigen Komponenten aufgebaut werden.

[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sitzt das Vorspannmittel in einer Ausnehmung des Hohlrads. Auch dies ermöglicht einen kompakteren Aufbau der Antriebseinheit. Vorzugsweise liegt die Ankerplatte im gelösten Zustand der Bremse an einer der Bremsscheibe zugewandten Stirnseite des Hohlrads an.

[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist ein Distanzstück zwischen einer Anlagefläche an der dem Elektromotor zugewandten Stirnseite des Hohlrads und einer der Bremsscheibe zugewandten Fläche der Druckplatte angeordnet. Somit kann der axiale Abstand zwischen der Druckplatte und dem Hohlrad genau fixiert werden. Damit kann die Bremswirkung der Bremse genau eingestellt werden.

[0020] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Antriebseinheit ein Radantrieb. Die sehr kompakte Antriebseinheit mit der elektromagnetischen Bremse als Sicherheitsbremse eignet sich für einen vorteilhaften Radantrieb.

[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.

[0022] Es zeigen:
Figur 1:
einen Längsschnitt eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Antriebssystems, wobei der Elektromotor zur Übersicht nicht geschnitten dargestellt ist,
Figur 2:
eine Detailansicht eines Längsschnitts des Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Antriebssystems.


[0023] Für die folgenden Ausführungen gilt, dass gleiche Teile durch gleiche Bezugszeichen bezeichnet sind. Sofern in einer Figur Bezugszeichen enthalten sind, auf die in der zugehörigen Figurenbeschreibung nicht näher eingegangen wird, so wird auf vorangehende oder nachfolgende Figurenbeschreibungen Bezug genommen.

[0024] Figur 1 und 2 zeigen Längsschnitte eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Antriebssystems 1. Der Elektromotor ist in Figur 1 zur Übersicht nicht geschnitten dargestellt. Figur 2 zeigt nur eine Detailansicht eines Längsschnitts. Es ist anzumerken, dass der Längsschnitt der Figur 2 nicht dem der Figur 1 entspricht. Die Schnittebene ist um einen Winkel zur Achse des Antriebssystems 1 gedreht.

[0025] Die erfindungsgemäße Antriebseinheit 1 weist einen Elektromotor 2 auf, der eine Motorwelle 3 antreibt. An das Motorritzel 15 der Motorwelle 3 ist ein Planetengetriebe 4 angeschlossen, wobei die Motorwelle 3 das Sonnenrad des Planetengetriebes 4 bildet und das Planetengetriebe 4 außerdem Planetenräder 7 und ein Hohlrad 5 aufweist. Das Planetengetriebe 4 ist als zweistufiges Planetengetriebe ausgebildet. Zwischen dem Elektromotor 2 und dem Planetengetriebe 4 ist eine elektromagnetische Bremse angeordnet. Bestandteile der elektromagnetischen Bremse sind eine Erregerspule 8, ein Vorspannmittel in der Form von Druckfedern 13, eine Ankerplatte 9, eine Bremsscheibe 10 und einer Druckplatte 12.

[0026] Das Hohlrad 5 weist hierbei eine Ringnut 6 als Ausnehmung des Hohlrads 5 auf, in welcher die Erregerspule 8 der Bremse aufgenommen ist und die zu einer dem Elektromotor 2 zugewandten Stirnseite des Hohlrads 5 geöffnet ist. Dabei ist die Ringnut 6 derart gestaltet, dass sie die Erregerspule 8 in axialer Richtung betrachtet vollständig aufnimmt, wobei die Erregerspule 8 die Ringnut 6 weitestgehend ausfüllt, um eine möglichst hohe Wicklungsdichte zu erreichen und dadurch die erzeugbare elektromagnetische Kraft der Erregerspule 8 für ihren Bauraum zu maximieren. Die Erregerspule 8 ist dabei derart in der Ringnut 6 angeordnet, dass ihre dem Elektromotor 2 zugewandte Stirnseite die gleiche axiale Position wie die dem Elektromotor 2 zugewandte Stirnseite der Planetenräder 7 aufweist.

[0027] Neben der Ringnut 6 weist das Hohlrad 5 auch weitere Ausnehmungen 14 auf, die ebenfalls zur dem Elektromotor 2 zugewandten Stirnseite des Hohlrads 5 geöffnet sind und in denen Vorspannmittel in der Form von Druckfedern 13 sitzen. Diese Ausnehmungen 14 sind im gezeigten Ausführungsbeispiel radial außerhalb der Ringnut 6 angeordnet.

[0028] Neben der dem Elektromotor 2 zugewandten Stirnseite des Hohlrads 5 ist die Ankerplatte 9 angeordnet, welche drehfest zum Hohlrad 5 aber in der axialen Richtung der Antriebseinheit 1 beweglich gelagert ist. Die Ankerplatte 9 ist derart angeordnet, dass ihre axiale Ausdehnung zumindest teilweise mit einem Teil der axialen Ausdehnung des Hohlrads 5 überlappt. Insbesondere ist die Ankerplatte 9 als Ringsscheibe ausgeführt, wobei ein Vorsprung des Hohlrads 5, welche eine Abdeckung des Planetengetriebes 4 hält, in axialer Richtung in die Öffnung der Ringscheibe/Ankerplatte 9 reicht. Auf die Ankerplatte 9 wirken zum einen die Druckkräfte der Druckfedern 13, welche die Ankerplatte 9 in Richtung der Bremsscheibe 10 pressen, welche zwischen der Ankerplatte 9 und der Druckplatte 12 in axialer Richtung angeordnet ist. Entgegen der Druckkräfte der Druckfedern 13 wirken die elektromagnetischen Kräfte der Erregerspule 8, wenn diese entsprechend bestromt wird.

[0029] Die Bremsscheibe 10 ist direkt an das Motorritzel 15 der Motorwelle 3 angebunden und weist außerdem Bremsbeläge 11 auf. Wenn nun die Ankerplatte 9 durch die Druckkräfte der Druckfedern 13 auf die Bremsscheibe 10 bzw. die Bremsbeläge 11 gepresst wird, weil die Erregerspule 8 nicht mehr bestromt wird oder die elektromagnetische Kraft der Erregerspule 8 kleiner als die Druckkräfte der Druckfedern 13 ist, werden die Bremsbeläge 11 der Bremsscheibe 10 gleichzeitig auf die Druckplatte 12 gepresst. Die Bremsscheibe 10 wird damit von beiden Seiten mit Druck beaufschlagt und der Elektromotor 2 wird über den Formschluss zwischen Bremsscheibe 10 und Motorritzel 15 der Motorwelle 3 gebremst. Dieser Zustand wird auch als angezogener Zustand der Bremse bezeichnet. Wenn nun die Erregerspule 8 wieder ausreichend bestromt wird, wirkt die elektromagnetische Kraft der Erregerspule 8 entgegen der Druckkräfte der Druckfedern 13 und die Ankerplatte 9 wird in Richtung des Hohlrads 5 gezogen, sodass die Bremsscheibe 10 wieder zwischen der Ankerplatte 9 und der Druckplatte 12 mit der Motorwelle 3 rotieren kann. Die Bremse befindet sich damit im gelösten Zustand.

[0030] Um dieses Zusammenspiel exakt einstellen zu können, sind zwischen der dem Elektromotor 2 zugewandten Stirnseite des Hohlrads 5 und der der Bremsscheibe 10 zugewandten Stirnseite der Druckplatte 12 Distanzstücke 16 angeordnet. Diese definieren den axialen Raum, in dem die Ankerplatten 9 und die Bremsscheibe 10 liegen.

[0031] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel bildet die Druckplatte 12 gleichzeitig den Motorflansch 12 des Elektromotors 2. Der Motorflansch 12 ist dabei mit den Distanzstücken 16 als Abstandhalter mit dem Hohlrad 5 verschraubt. Das Hohlrad 5 ist damit ein festes Hohlrad. Die Schrauben bzw. die Distanzstücke 16 können als Führung von radialen Nuten der Ankerplatte 9 dienen, die dadurch drehfest aber axial beweglich gelagert ist.

[0032] Indem zum einen keine separate Druckplatte verwendet wird und zum andern die Erregerspule 8 sowie die Ankerplatte 9, zumeist teilweise, in ihrer axialen Ausdehnung mit der axialen Ausdehnung des Hohlrads 5 überlappen, ist die Antriebseinheit 1 in axialer Richtung besonders kompakt aufgebaut. Dazu können Komponenten wie eine separate Spulenhalterung oder eine separate Druckplatte eingespart werden, wodurch sowohl Kosten als auch Gewicht eingespart werden können.

[0033] Vorteilhafter Weise kann eine derartige Antriebseinheit 1 als Radantrieb eingesetzt werden.

Bezugszeichenliste



[0034] 
  1. 1 Antriebseinheit
  2. 2 Elektromotor
  3. 3 Motorwelle
  4. 4 Planetengetriebe
  5. 5 Hohlrad
  6. 6 Ringnut
  7. 7 Planetenrad
  8. 8 Erregerspule
  9. 9 Ankerplatte
  10. 10 Bremsscheibe
  11. 11 Bremsbelag
  12. 12 Druckplatte / Motorflansch
  13. 13 Druckfeder
  14. 14 Ausnehmung
  15. 15 Motorritzel
  16. 16 Distanzstück



Ansprüche

1. Antriebseinheit (1) mit

- einem Elektromotor (2), der eine Motorwelle (3) antreibt,

- einem Planetengetriebe (4) mit einem Hohlrad (5), wobei das Planetengetriebe (4) zumindest eine erste Getriebestufe aufweist, und wobei die erste Getriebestufe mindestens ein Planetenrad (7) aufweist, und

- einer elektromagnetischen Bremse mit einer Erregerspule (8), wobei die elektromagnetische Bremse zwischen dem Elektromotor (2) und dem Planetengetriebe (4) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erregerspule (8) zumindest teilweise in einer Ausnehmung des Hohlrads (5) aufgenommen ist.


 
2. Antriebseinheit (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erregerspule (8) derart in der Ausnehmung aufgenommen ist, dass eine axiale Ausdehnung des Planetenrads (7) zu mindestens 50%, vorzugsweise zu mindestens 70%, mit einer axialen Ausdehnung der Erregerspule (8) überlappt.
 
3. Antriebseinheit (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine axiale Position einer dem Elektromotor (2) zugewandten Stirnseite der Erregerspule (8) entweder einer axialen Position einer dem Elektromotor (2) zugewandten Stirnseite des Planetenrads (7) entspricht oder die axiale Position der dem Elektromotor (2) zugewandten Stirnseite der Erregerspule (8) weiter von dem Elektromotor (2) entfernt ist als die axiale Position der dem Elektromotor (2) zugewandten Stirnseite des Planetenrads (7)
 
4. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ringnut (6) die Ausnehmung des Hohlrads (5) bildet, wobei die Ringnut (6) an einer dem Elektromotor (2) zugewandten Stirnseite des Hohlrads (5) geöffnet ist.
 
5. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Erregerspule (8) derart in der Ausnehmung aufgenommen ist, dass die Erregerspule (8) in axialer Richtung betrachtet vollständig in der Ausnehmung aufgenommen ist.
 
6. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Motorwelle (3) ein Sonnenrad der ersten Getriebestufe des Planetengetriebes (4) bildet.
 
7. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetische Bremse in axialer Richtung ausgehend vom Elektromotor (2) eine Druckplatte (12), eine Bremsscheibe (10), die mit der Motorwelle (3) verbunden ist, eine Ankerplatte (9) und mindestens ein Vorspannmittel aufweist, wobei die Bremse einen angezogenen Zustand aufweist, in dem das Vorspannmittel die Ankerplatte (9) auf die Bremsscheibe (10) presst und die Bremsscheibe (10) dadurch auf die Druckplatte (12) gepresst wird, und wobei die Bremse einen gelösten Zustand aufweist, in dem die Erregerspule (8) die Ankerplatte (9) entgegen einer Kraft des Vorspannmittels auf Grund einer durch die Erregerspule (8) erzeugten elektromagnetischen Kraft zu sich zieht.
 
8. Antriebseinheit (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine axiale Ausdehnung der Ankerplatte (9) zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, mit einem Teil der axialen Ausdehnung des Hohlrads (5) überlappt.
 
9. Antriebseinheit (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankerplatte (9) drehfest gegenüber dem Hohlrad (5) gehalten ist.
 
10. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zwischenplatte des Elektromotors (2), insbesondere ein Motorflansch (12), die Druckplatte (12) ausbildet.
 
11. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsscheibe (10) direkt an ein Motorritzel (15) der Motorwelle (3) angebunden ist.
 
12. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorspannmittel in einer Ausnehmung (14) des Hohlrads (5) sitzt.
 
13. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Distanzstück (16) zwischen einer Anlagefläche an der dem Elektromotor (2) zugewandten Stirnseite des Hohlrads (5) und einer der Bremsscheibe (10) zugewandten Fläche der Druckplatte (12) angeordnet ist.
 
14. Antriebseinheit (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (1) ein Radantrieb ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente