(19)
(11)EP 4 261 197 A1

(12)EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43)Veröffentlichungstag:
18.10.2023  Patentblatt  2023/42

(21)Anmeldenummer: 22167746.1

(22)Anmeldetag:  12.04.2022
(51)Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C04B 26/06(2006.01)
C04B 40/00(2006.01)
C04B 28/06(2006.01)
(52)Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
C04B 40/065; C04B 40/0666; C04B 2111/00715; C04B 26/06; C04B 28/06
 
C-Sets :
  1. C04B 26/06, C04B 14/042, C04B 14/045, C04B 14/06, C04B 14/22, C04B 14/28, C04B 14/303, C04B 14/365, C04B 14/368, C04B 18/08, C04B 22/064, C04B 22/068, C04B 40/065;
  2. C04B 28/06, C04B 14/042, C04B 14/045, C04B 14/06, C04B 14/22, C04B 14/28, C04B 14/303, C04B 14/365, C04B 14/368, C04B 18/08, C04B 22/064, C04B 24/2641, C04B 40/065;
  3. C04B 28/06, C04B 14/042, C04B 14/045, C04B 14/06, C04B 14/22, C04B 14/28, C04B 14/303, C04B 14/365, C04B 14/368, C04B 18/08, C04B 22/064, C04B 24/281, C04B 40/065;
  4. C04B 28/06, C04B 14/042, C04B 14/045, C04B 14/06, C04B 14/22, C04B 14/28, C04B 14/303, C04B 14/365, C04B 14/368, C04B 18/08, C04B 22/064, C04B 24/282, C04B 40/065;

(84)Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71)Anmelder: Hilti Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72)Erfinder:
  • Kumru, Memet-Emin
    86199 Augsburg (DE)
  • Baur, Sandra
    86862 Lamerdingen (DE)

(74)Vertreter: Hilti Aktiengesellschaft Corporate Intellectual Property 
Feldkircherstrasse 100 Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

  


(54)ZWEIKOMPONENTEN-MÖRTELMASSE UND DEREN VERWENDUNG


(57) In ihrer allgemeinen Form umfasst die Erfindung eine Zweikomponenten-Mörtelmasse mit einer Harzkomponente (A), die als härtbaren Bestandteil mindestens ein radikalisch härtbares Harz enthält, und einer Härterkomponente (B), die ein Härtungsmittel für das radikalisch härtbare Harz der Harzkomponente (A) enthält, wobei die Harzkomponente (A) und/oder die Härterkomponente (B) als weiteren Bestandteil mindestens CaO enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das CaO eine Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 2 min aufweist.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Zweikomponenten-Mörtelmasse mit einer Harzkomponente (A), die wenigstens ein radikalisch härtbares Harz umfasst, und einer Härterkomponente (B) für das Harz der Harzkomponente (A). Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung der Mörtelmasse zur chemischen Befestigung von Bauteilen wie Ankergewindestangen, Bewehrungseisen, Gewindehülsen und Schrauben in Bohrlöchern, die in einen mineralischen Untergrund eingebracht sind.

[0002] Zur sicheren Befestigung von Bauteilen, wie Ankergewindestangen, Bewehrungseisen, Gewindehülsen und Schrauben, in einem mineralischen Untergrund wie Beton, Naturstein oder Putz werden zunächst die Bohrlöcher zur Aufnahme der zu befestigenden Bauteile mit den entsprechenden Abmessungen in den mineralischen Untergrund gebohrt. Anschließend werden die Bohrlöcher von Bohrstaub befreit, und die Zweikomponenten-Mörtelmasse wird nach Vermischen der Harzkomponente mit der Härterkomponente in das Bohrloch eingebracht. Danach wird das zu befestigende Bauteil in das mit der Mörtelmasse angefüllte Bohrloch eingeführt und justiert. Nach dem Aushärten der Mörtelmasse durch Umsetzung der Harzkomponente mit der Härterkomponente wird ein fester Halt des Bauteils im mineralischen Untergrund erreicht.

[0003] Das Tragverhalten der so befestigten Bauteile hängt von mehreren Einflussgrößen ab, die üblicherweise als interne und externe Größen klassifiziert werden. Zu den internen Einflussgrößen zählen die chemische Zusammensetzung der Mörtelmasse, ihr Herstellungsprozess und die Verpackung der Mörtelmasse, die typischerweise in zwei getrennten Behältern vorliegende Komponenten umfasst.

[0004] Zu den externen Einflussgrößen gehören unter anderem die Art der Bohrlochreinigung, die Güte des mineralischen Untergrunds, beispielsweise des Betons, seine Feuchtigkeit und seine Temperatur sowie die Art der Bohrlochherstellung.

[0005] Aus der EP 0 432 087 und der EP 0 589 831 sind Zweikomponenten-Mörtelmassen auf der Grundlage von Urethan(meth)acrylatharzen bekannt, die durch radikalische Polymerisation aushärten.

[0006] Die im Stand der Technik bekannten und als chemische Verbunddübel eingesetzten Mörtelmassen auf der Grundlage von radikalisch härtenden Reaktionsharzen zeigen bereits gute Lastwerte unter bestimmten Aushärtebedingungen. Die Aushärtebedingungen, z.B. auf einer Baustelle angetroffen werden, können jedoch breit variieren, beispielsweise im Hinblick auf Temperatur und/oder Feuchtigkeit, und können die in der Praxis nicht beliebig beeinflusst werden.

[0007] Es ist jedoch bekannt, dass Temperatur oder Feuchtigkeit die Leistung von chemischen Verankerungsmörteln beeinflussen kann. So ist beispielsweise bekannt, dass die Aushärtetemperatur die Festigkeit der erzielten Verbindung beeinflusst. Es ist auch bekannt, dass das Vorhandensein von Wasser oder sogar Feuchtigkeit während des Einbaus eines chemischen Dübels die Leistung eines Klebeankersystems entweder mechanisch, chemisch oder sogar beides beeinflussen kann. Baustellenbedingungen, bei denen der Betonuntergrund nass ist, sind üblich und manchmal unerwartet. Ebenso kann die auf einer Baustelle herrschende Temperatur über einen weiten Bereich variieren.

[0008] Daher besteht ein Bedarf an chemischen Mörteln, die in einem breiten Temperaturbereich eingesetzt werden können und/oder die wenig empfindlich auf das Vorhandensein von Wasser reagieren. Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, chemische Mörtel bereitzustellen, die einfach zu verarbeiten sind und die über einen breiten Temperaturbereich gute oder verbesserte mechanische Eigenschaften unter trockenen und nassen Bedingungen aufweisen.

[0009] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass diese Aufgabe durch eine Zweikomponenten-Mörtelmasse gemäß Anspruch 1 gelöst wird.

[0010] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Mörtelmasse sind in den Unteransprüchen angegeben, die wahlweise miteinander kombiniert werden können.

[0011] Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung der Masse zur chemischen Befestigung von Bauteilen wie Ankergewindestangen, Bewehrungseisen, Gewindehülsen und Schrauben in Bohrlöchern, die in mineralischem Untergrund, vorzugsweise Beton, vorliegen.

[0012] In ihrer allgemeinen Form umfasst die Erfindung eine Zweikomponenten-Mörtelmasse mit einer Harzkomponente (A), die als härtbaren Bestandteil mindestens ein radikalisch härtbares Harz enthält, und einer Härterkomponente (B), die ein Härtungsmittel für das radikalisch härtbare Harz der Harzkomponente (A) enthält, wobei die Harzkomponente (A) und/oder die Härterkomponente (B) als weiteren Bestandteil mindestens CaO enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das CaO eine Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 2 min aufweist.

[0013] Die Befestigung von Bauteilen unter Verwendung der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse ergibt über einen breiten Temperaturbereich bei sowohl trockenen und/oder feuchten Bohrlöchern hohe Lastwerte. Dies wird erfindungsgemäß durch Zugabe von CaO eines bestimmten Typs erreicht, d.h. CaO muss eine Reaktivität t60 von mehr als 2 min aufweisen.

[0014] Kalke werden nach ihrer Reaktivität in Weich-, Mittel- und Hartbrand eingeteilt. Schnell reagierender Kalk mit bis 2 Minuten Reaktionsdauer wird im allgemeinen als Weichbrand bezeichnet, Kalke mit langsamer ablaufenden Löschreaktionen als Mittel- (bis ca. 6 min) bzw. Hartbrand (> 6 min). Die Reaktivität von Kalk (CaO) hängt von der bei der Herstellung verwendeten Brenntemperatur ab. Generell nimmt die Reaktivität mit höherer Brenntemperatur ab. Die Unterschiede sind eine Folge der Kristallitgröße des CaO, Porenvolumen und spezifischer Oberfläche, die durch Brenntemperatur und auch -dauer beeinflusst werden (diese Parameter des Brennvorgangs werden zusammenfassend auch als Brenngrad bezeichnet). Weichgebrannter Kalk entsteht bei Temperaturen von 900 bis 1000°C, hartgebrannter Kalk bei bis zu 1400°C, wobei auch die Zeitdauer der Temperatureinwirkung und vor allem die petrographische Ausbildung des Kalksteins eine Rolle spielen.

[0015] Die Bestimmung der Reaktivität von Feinkalk beim Löschen erfolgt durch Messung der bei seiner Umsetzung mit Wasser einsetzenden Temperaturerhöhung in Abhängigkeit von der Reaktionsdauer. Dieses Verfahren wird Nasslöschkurve (NLK) genannt. Grundlage dieses Messverfahrens ist die DIN EN 459-2. Für den Reaktionsprozess werden hierbei 150 +/- 0,5 g ungelöschter Kalk in ein Dewargefäß gegeben, in dem sich 600 +/- 1 g destilliertes Wasser mit ca. 20°C befinden. Da der Inhalt des Dewargefäßes während der gesamten Versuchsdauer vollständig durchgemischt werden muss, wird die Mischung mit einem Rührwerk (Drehzahl 350 +/- 1/min) gemischt. Bei der Löschreaktion erwärmt die freiwerdende Wärmeenergie das Wasser. Die Temperatur-Erhöhung wird von einem hochwertigen Temperaturfühler erfasst und durch eine Software zur Auswertung übergegeben. Die übliche Auswertung nach DIN EN 459-2 beruht ausschließlich auf den Daten zweier Messzeitpunkte (100 %- und 80 %-Umsatz), obwohl der Verlauf der gesamten Reaktion aufgezeichnet wird. In den Anwendungs-Laboratorien wird diese Auswertung häufig sogar auf einen einzelnen Wert reduziert. In diesen Fällen wird nur die benötigte Zeit bis zum Erreichen von 60°C betrachtet (t60 [min]). Letztere Methode wird auch in der vorliegenden Erfindung zur Definition der Reaktivität von CaO verwendet.

[0016] Der Begriff "Reaktivität t60" bezieht sich daher erfindungsgemäß auf eine Reaktivität des verwendeten CaO, die durch Bestimmung der Nasslöschkurve nach DIN EN 459-2 gemessen wird, mit der Modifikation, dass hier die Zeitdauer (in Minuten) bis zum Erreichen von 60°C betrachtet wird.

[0017] Es hat sich gezeigt, dass die erhaltenen Verbundspannungen unter feuchten Bohrlochbedingungen durch Zugabe von CaO zur Mörtelmasse verbessert werden können. Allerdings kann sich die Verbundspannung, die bei tiefen Temperaturen erhalten wird, dadurch verschlechtern. Es wurde erfindungsgemäß jedoch gefunden, dass bei Verwendung eines bestimmten Typs von CaO, die Verbundspannung unter feuchten Bedingungen verbessert wird und ebenso gute bis verbesserte Verbundspannungen bei tiefen Temperaturen erhalten werden. Insbesondere wurde gefunden, dass das in der Mörtelmasse verwendete CaO eine Reaktivität t60 von mehr als 2 min aufweisen muss, um gleichzeitig unter sowohl feuchten Bedingungen als auch bei tiefen Temperaturen gute bis verbesserte Verbundspannungen zu erhalten.

[0018] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen.

[0019] Unter einer "Zweikomponenten-Mörtelmasse" wird im Sinne der Erfindung eine Mörtelmasse verstanden, die aus einer härtbaren Harzkomponente und einer Härterkomponente für die Harzkomponente besteht, wobei die Harzkomponente und die Härterkomponente getrennt voneinander gelagert werden, sodass während der Lagerung keine Umsetzung der Härterkomponente mit der Harzkomponente erfolgt. Durch Vermischen der Härterkomponente mit dem Reaktivharz unmittelbar vor der Anwendung der Mörtelmasse wird die Aushärtung des Reaktivharzes gestartet.

[0020] Der Begriff "anorganischer Zusatzstoff' bezieht sich auf alle anorganischen Bestandteile der Mörtelmasse, außer Wasser und CaO.

[0021] Die Zweikomponenten-Mörtelmasse der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass CaO enthalten ist, das eine Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 2 min aufweist. In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Reaktivität t60 des verwendeten CaO mindestens 3 min, stärker bevorzugt mindestens 4 min. Beispielsweise kann das verwendete CaO eine Reaktivität t60 von mindestens 5 min, wie etwa mindestens 8 min aufweisen.

[0022] Die Menge des in der erfindungsgemäßen Mörtelmasse vorhandenen CaO ist nicht besonders beschränkt. Bereits kleine Mangen an CaO zeigen eine verbessernde Wirkung. Im Prinzip kann die Gesamtmenge an in Mörtelmassen üblichen anorganischen Zusatzstoffen erfindungsgemäß durch CaO ersetzt werden. In einer Ausführungsform beträgt der Anteil an CaO von 2 bis 30 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Masse. In einer weiteren Ausführungsform beträgt der Anteil an CaO vorzugsweise von 5 bis 25 Gewichtsprozent, stärker bevorzugt von 10 bis 20 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Masse.

[0023] Das CaO mit einer Reaktivität t60 von mehr als 2 min kann in der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse in der Harzkomponente (A), der Härterkomponente (B) oder sowohl in der Harzkomponente (A) als auch in der Härterkomponente (B) enthalten sein. In einer Ausführungsform liegt das CaO in der Harzkomponente (A) vor.

[0024] Die Mörtelmasse gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst üblicherweise in der Harzkomponente (A) und/oder der Härterkomponente (B) mindestens einen anorganischen Zusatzstoff als weiteren Bestandteil. Die Verwendung von anorganischen Zusatzstoffen in Mörtelmassen ist im Stand der Technik bekannt. Im Prinzip ist auch CaO ein anorganischer Stoff, wird jedoch gemäß der hier verwendeten Nomenklatur als wesentlicher Bestandteil der erfindungsgemäßen Mörtelmasse nicht als anorganischer Zusatzstoff bezeichnet. Die Gesamtmenge an anorganischen Stoffen in der erfindungsgemäßen Mörtelmasse ergibt sich daher aus der Menge an CaO zusammen mit der Menge an anorganischem Zusatzstoff.

[0025] Die erfindungsgemäße Mörtelmasse kann hohe Mengen an anorganischen Zusatzstoffen enthalten. Beispielsweise liegt die Menge an anorganischem Zusatzstoff in einem Bereich von 15 Gewichtsprozent bis 80 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mörtelmasse. Typischerweise werden Mengen an anorganischen Zusatzstoff am oberen Ende dieses Bereiches verwendet, wenn die Menge an CaO in der Mörtelmasse klein ist, und Mengen an anorganischen Zusatzstoff am unteren Ende dieses Bereiches werden verwendet, wenn die die Menge an CaO in der Mörtelmasse groß ist. In einer Ausführungsform beträgt die Menge an anorganischen Zusatzstoffen 20 bis 70 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mörtelmasse. Die Gesamtmenge an CaO zuzüglich anorganischen Zusatzstoffen beträgt erfindungsgemäß vorzugsweise mindestens 60 Gewichtsprozent, stärker bevorzugt mindestens 65 Gewichtsprozent, wie etwa mindestens 70 Gewichtsprozent. Gesamtmengen an CaO zuzüglich anorganischen Zusatzstoffen von mehr als 85 Gewichtsprozent sollen erfindungsgemäß jedoch vermieden werden, da andernfalls die Verarbeitbarkeit der Mörtelmassen beeinträchtigt werden kann, da wegen der hohen Viskosität der hochgefüllten Massen eine homogene Vermischung erschwert wird.

[0026] Die anorganischen Zusatzstoffe können beispielsweise aus anorganischen Füllstoffen, hydraulisch abbindenden oder polykondensierbaren anorganische Verbindungen, Modifikatoren und Mischungen davon ausgewählt sein.

[0027] Bevorzugt umfasst der anorganische Zusatzstoff einen Füllstoff, der in der Harzkomponente (A) und/oder in der Härterkomponente (B) enthalten sein kann. Beispiele für geeignete Füllstoffe sind BaSO4, Quarz, Glas, Korund, Porzellan, Steingut, Schwerspat, Leichtspat, Gips, Talkum, Flugasche und/oder Kreide sowie deren Mischungen, etwa in Form von Sanden, Mehlen oder Formkörpern, vorzugsweise in Form von Fasern oder Kugeln.

[0028] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst der anorganische Zusatzstoff ferner eine hydraulisch abbindende oder polykondensierbare anorganische Verbindung, wie Zement und/oder Gips, vorzugsweise Eisenoxid-freien oder Eisenoxid-armen Zement wie Aluminat-Zement. Die hydraulisch abbindende oder polykondensierbare anorganische Verbindung ist vorzugsweise in der Härterkomponente (A) enthalten. Die Härterkomponente (B) umfasst in diesem Fall neben dem Härtungsmittel und dem für die Phlegmatisierung des Härtungsmittels wahlweise enthaltenen Wassers noch zusätzliches Wasser für das Aushärten der hydraulisch abbindenden oder polykondensierbaren anorganischen Verbindung.

[0029] Schließlich kann der anorganische Zusatzstoff in der Harzkomponente (A) und/oder in der Härterkomponente (B) noch weitere anorganische Modifikatoren wie Verdicker, Verflüssiger und Thixotropiermittel enthalten, beispielsweise gefällte oder pyrogene Kieselsäure, Bentonite und/oder Kaolin.

[0030] Zweikomponenten-Mörtelmasse der vorliegenden Erfindung umfasst weiterhin in der Harzkomponente (A) als härtbaren Bestandteil mindestens ein radikalisch härtbares Harz. Radikalisch härtbare Harze zur Verwendung in Mörtelmassen sind im Stand der Technik bekannt. Erfindungsgemäß geeignete radikalisch härtbare Harze umfassen beispielsweise ethylenisch ungesättigte Verbindungen, Verbindungen mit Kohlenstoff-Kohlenstoff-Dreifachbindungen und Thiol-Yn/En-Harze geeignet, wie sie dem Fachmann bekannt sind.

[0031] Von diesen Verbindungen ist die Gruppe der ethylenisch ungesättigten Verbindungen bevorzugt, die Styrol und Derivate davon, (Meth)acrylate, Vinylester, ungesättigte Polyester, Vinylether, Allylether, Itaconate, Dicyclopentadien-Verbindungen und ungesättigte Fette umfasst, wovon insbesondere ungesättigte Polyesterharze und Vinylesterharze geeignet und beispielsweise in den Anmeldungen EP 1 935 860 A1, DE 195 31 649 A1 und WO 10/108939 A1 beschrieben sind. Vinylesterharze sind dabei aufgrund ihrer hydrolytischen Beständigkeit und ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften am stärksten bevorzugt.

[0032] Beispiele geeigneter ungesättigter Polyester, die in der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse verwendet werden können, werden in folgende Kategorien eingeteilt:
  1. (1) Ortho-Harze: diese basieren auf Phthalsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid oder Fumarsäure und Glykolen, wie 1,2-Propylenglykol, Ethylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, 1,3-Propylenglykol, Dipropylenglykol, Tripropylenglykol, Neopentylglykol oder hydrogeniertes Bisphenol-A;
  2. (2) Iso-Harze: diese werden aus Isophthalsäure, Maleinsäureanhydrid oder Fumarsäure und Glykolen hergestellt. Diese Harze können höhere Anteile an Reaktivverdünnern enthalten als die Ortho-Harze;
  3. (3) Bisphenol-A-fumarate: diese basieren auf ethoxyliertem Bisphenol-A und Fumarsäure;
  4. (4) HET-Säure-Harze (Hexachloro-endo-methylen-tetrahydrophthalsäure-Harze): sind Harze, die aus Chlor/Brom enthaltenden Anhydriden oder Phenolen bei der Herstellung von ungesättigten Polyesterharzen gewonnen werden.


[0033] Neben diese Harzklassen können noch die sogenannten Dicyclopentadien-Harze (DCPD-Harze) als ungesättigte Polyesterharze unterschieden werden. Die Klasse der DCPD-Harze wird entweder durch Modifikation eines der oben genannten Harztypen durch Diels-Alder-Reaktion mit Cyclopentadien erhalten, oder sie werden alternativ durch eine erste Reaktion eines Diacids, z.B. Maleinsäure, mit Dicyclopentadien, und anschließend durch eine zweite Reaktion, der gewöhnlichen Herstellung eines ungesättigten Polyesterharzes erhalten, wobei man bei letzterem von einem DCPD-Maleatharz spricht.

[0034] Das ungesättigte Polyesterharz hat bevorzugt ein Molekulargewicht Mn im Bereich von 500 bis 10.000 Dalton, stärker bevorzugt im Bereich von 500 bis 5000 und noch stärker bevorzugt im Bereich von 750 bis 4000 (nach ISO 13885-1). Das ungesättigte Polyesterharz hat einen Säurewert im Bereich 0 bis 80 mg KOH/g Harz, bevorzugt im Bereich von 5 bis 70 mg KOH/g Harz (nach ISO 2114-2000). Wird ein DCPD-Harz als ungesättigtes Polyesterharz verwendet beträgt der Säurewert bevorzugt 0 bis 50 mg KOH/g Harz.

[0035] Im Sinne der Erfindung sind Vinylesterharze Oligomere oder Polymere mit mindestens einer (Meth)acrylat-Endgruppe, so genannte (Meth)acrylat-funktionalisierte Harze, wozu auch Urethan(meth)acrylat-Harze und Epoxy(meth)acrylate zählen.

[0036] Vinylesterharze, die nur in Endstellung ungesättigten Gruppen aufweisen, werden zum Beispiel durch Umsetzung von Epoxid-Oligomeren oder -Polymeren (z.B. Bisphenol A-digylcidylether, Epoxide vom Phenol-Novolak-Typ oder Epoxid-Oligomere auf der Basis von Tetrabrombisphenol A) mit beispielsweise (Meth)acrylsäure oder (Meth)acrylamid erhalten. Bevorzugte Vinylester-Harze sind (Meth)acrylat-funktionalisierte Harze und Harze, die durch Umsetzung eines Epoxid-Oligomeren oder -Polymeren mit Methacrylsäure oder Methacrylamid, bevorzugt mit Methacrylsäure, erhalten werden. Beispiele solcher Verbindungen sind aus den Anmeldungen US 3297745 A, US 3772404 A, US 4618658 A, GB 2217722 A1, DE 3744390 A1 und DE 4131457 A1 bekannt. In diesem Zusammenhang wird auf die Anmeldung US 2011/071234 verwiesen.

[0037] Das Vinylester-Harz hat bevorzugt ein Molekulargewicht Mn im Bereich von 500 bis 3000 Dalton, stärker bevorzugt 500 bis 1500 Dalton (nach ISO 13885-1). Das Vinylester-Harz hat einen Säurewert im Bereich von 0 bis 50 mg KOH/g Harz, bevorzugt im Bereich von 0 bis 30 mg KOH/g Harz (nach ISO 2114-2000).

[0038] Als Vinylesterharz besonders geeignet sind ethoxyliertes Bisphenol-A-di(meth)acrylat mit einem Ethoxylierungsgrad von 2 bis 10, vorzugsweise von 2 bis 4, difunktionelle, trifunktionelle oder höherfunktionelle Urethan(meth)acrylat-Oligomere oder Mischungen dieser härtbaren Bestandteile.

[0039] Beispiele für derartige Epoxy(meth)acrylate sind solche der Formel (I)

worin n für eine Zahl grösser oder gleich 1 steht (wenn Gemische verschiedener Moleküle mit unterschiedlichen n-Werten vorliegen und durch die Formel (I) repräsentiert werden, sind auch nicht-ganzzahlige Zahlen als Mittelwert möglich).

[0040] Weitere Beispiele für die propoxylierten oder insbesondere ethoxylierten aromatischen Diol-, wie Bisphenol-A-, Bisphenol-F- oder Novolak- (insbesondere di-)(meth)acrylate sind solche der Formel (II)

worin a und b jeweils unabhängig voneinander für eine Zahl grösser oder gleich 0 stehen mit der Maßgabe, dass vorzugsweise mindestens einer der Werte grösser als 0 ist, vorzugsweise beide 1 oder grösser sind (wenn Gemische verschiedener Moleküle mit unterschiedlichen (a und b)-Werten vorliegen und durch die Formel (II) repräsentiert werden, sind auch nicht-ganzzahlige Zahlen als Mittelwert möglich).

[0041] Ganz besonders geeignet sind die bekannten Reaktionsprodukte aus Di- oder Polyisocyanaten und Hydroxyalkylmethylacrylaten, wie sie beispielsweise in der DE 2 312 559 A1 beschrieben sind, Addukte aus (Di)lsocyanaten und 2,2-Propanbis-[3-(4-phenoxy)-1,2-hydroxypropan-1-methacrylat] nach der US PS 3 629 187 sowie die Addukte aus Isocyanaten und Methacryloylalkylethern, alkoxybenzolen bzw. alkoxycycloalkanen, wie sie in der EP 44352 A1 beschrieben sind. In diesem Zusammenhang wird auf die DE 2312559 A1, DE 19902685 A1, EP 0684906 A1, DE 4111828 A1 und DE 19961342 A1 verwiesen. Selbstverständlich können auch Gemische aus geeigneten Monomeren verwendet werden.

[0042] All diese Harze, die erfindungsgemäß verwendet werden können, können gemäß dem Fachmann bekannten Verfahren modifiziert werden, um zum Beispiel geringere Säurezahlen, Hydroxidzahlen oder Anhydridzahlen zu erreichen, oder durch das Einbringen von flexiblen Einheiten in das Grundgerüst flexibler gemacht werden, und dergleichen.

[0043] Darüber hinaus kann das Harz noch andere reaktive Gruppen, die mit einem Radikalinitiator, wie Peroxiden, polymerisiert werden können, enthalten, zum Beispiel reaktive Gruppen, die von der Itaconsäure, Citraconsäure und allylischen Gruppen und dergleichen abgeleitet sind, wie sie beispielsweise in der WO 2010/108939 A1 (Itaconsäureester) beschrieben sind.

[0044] Der prozentuale Anteil (in Gew.-% der Harzkomponente) von radikalisch härtbarem Harz in der Harzkomponente (A) beträgt vorteilhafterweise mehr als etwa 5%, bevorzugt mehr als etwa 15%, und besonders bevorzugt mehr als etwa 20%. Der prozentuale Anteil (in Gew.-% der Harzkomponente) von radikalisch härtbaren Harz in der Harzkomponente beträgt vorteilhafterweise von etwa 10% bis etwa 90%, bevorzugt von etwa 15% bis etwa 80%, bevorzugter von etwa 20% bis etwa 60%, bevorzugter von etwa 25% bis etwa 55%, noch bevorzugter von etwa 30% bis etwa 55%, besonders bevorzugt von etwa 30% bis etwa 50% und ganz besonders bevorzugt von etwa 32% bis etwa 45%.

[0045] Das radikalisch härtbare Harz in der Komponente (A) der erfindungsgemäßen Mörtelmasse umfasst bevorzugt ein Urethan(meth)acrylatharz und/oder ein (meth)acrylatmodifiziertes Epoxidharz. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das radikalisch härtbare Harz ein Urethan(meth)acrylatharz.

[0046] Zur Herstellung eines geeigneten Urethan(meth)acrylatharzes kann ein mindestens difunktionelles Isocyanat mit einer oder mehreren hydroxyfunktionellen, ethylenisch ungesättigten Verbindungen umgesetzt werden, insbesondere mit hydroxyfunktionellen (Meth)acrylverbindungen.

[0047] Das mindestens difunktionelle Isocyanat zur Herstellung des Urethan(meth)acrylatharzes kann ein aromatisches Isocyanat, ein aliphatisches Isocyanat, insbesondere ein cycloaliphatisches Isocyanat und ein Isocyanatgruppen enthaltendes Präpolymer sein, die auch im Gemisch miteinander eingesetzt werden können.

[0048] Beispiele für geeignete aliphatische und aromatische Isocyanate umfassen m-Phenylendiisocyanat, Toluylen-2-4-diisocyanat, Toluylen-2-6-diisocyanat, Hexamethylen-1,6-diisocyanat, Tetramethylen-1,4-diisocyanat, Cyclohexan-1,4-diisocyanat, Hexahydrotoluylendiisocyanat, Naphthylen-1,5-diisocyanat, Methoxyphenyl-2,4-diisocyanat, Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat, 4,4'-biphenylendiisocyanat, 3,3'-Dimethoxy-4,4'-biphenyldiisocyanat, 3,3'-Dimethyl-4,4'-biphenyldiisocyanat, 3,3'-Dimethyldiphenylmethan-4,4'-diisocyanat, 4,4',4"-Triphenylmethantriisocyanat, Polymethylenpolyphenylisocyanat (PMDI), Toluylen-2,4,6-triisocyanat und 4,4'-Dimethyldiphenylmethan-2,2',5,5'-tetraisocyanat.

[0049] Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat, Diphenylmethan-2,4'-diisocyanat und Mischungen davon werden gemeinsam als MDI bezeichnet, und alle können verwendet werden. Toluylen-2,4-diisocyanat, Toluylen-2,6-diisocyanat und Mischungen davon werden allgemein als TDI bezeichnet, und können ebenfalls alle verwendet werden.

[0050] Bevorzugt ist das Polyisocyanat aus der aus Diphenylmethandiisocyanat (MDI), polymerem Diphenylmethandiisocyanat (PMDI), Toluylendiisocyanat (TDI), Hexandiisocyanat (HDI), Isophorondiisocyanat (IPDI) und Mischungen davon bestehenden Gruppe ausgewählt.

[0051] Isocyanat-Präpolymere, die durch Reaktion eines stöchiometrischen Überschusses eines beliebigen Polyisocyanats mit einer isocyanatreaktiven Verbindung als Kettenverlängerer hergestellt werden, können ebenfalls verwendet werden, wahlweise im Gemisch mit den oben genannten aromatischen und aliphatischen Isocyanaten.

[0052] Beispiele für derartige Kettenverlängerer sind zweiwertige Alkohole wie Ethandiol, Diethylenglycol, Triethylenglycol und Polyethylenglycol, Propandiol, Dipropylenglycol, Tripropylenglycol und Polypropylenglycol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol, Neopentylglycol und Diethanolamin, weiter aromatische Alkohole wie Bisphenol-A und Bisphenol-F oder deren Ethoxylierungsprodukte, Hydrierungsprodukte und/oder Halogenierungsprodukte, höherwertige Alkohole wie Glycerin, Trimethylolpropan, Hexantriol und Pentaerythrit, hydroxylgruppenhaltige Polyether wie beispielsweise Oligomere aliphatischer oder aromatischer Oxirane und/oder höherer cyclischer Ether, beispielsweise von Ethylenoxid, Propylenoxid, Styroloxid und Furan, Polyether, die in der Hauptkette aromatische Struktureinheiten enthalten, wie beispielsweise die Polyether des Bisphenol A und F, sowie hydroxylgruppenhaltige Polyester auf Basis der obengenannten Alkohole und Polyether mit Dicarbonsäuren oder ihrer Anhydride wie Adipinsäure, Phthalsäure, Tetra- oder Hexahydrophthalsäure, Hetsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure und Sebacinsäure.

[0053] Kettenverlängerer mit aromatischen Struktureinheiten dienen zur Kettenversteifung des Harzes. Hydroxylverbindungen mit ungesättigten Struktureinheiten wie Fumarsäure können zur Erhöhung der Vernetzungsdichte während der Aushärtung herangezogen werden. Verzweigte oder sternförmige Hydroxylverbindungen als Kettenverlängerer, insbesondere drei- und höherwertige Alkohole sowie Polyether und/oder Polyester, die deren Struktureinheiten enthalten, ergeben verzweigte oder sternförmige Urethan(meth)acrylate, die eine niedrigere Viskosität der Harze und eine verbesserte Löslichkeit in Reaktivverdünnern aufweisen.

[0054] Die hydroxyfunktionelle (Meth)acrylverbindung zur Herstellung des Urethan(meth)acrylatharzes der Harzkomponente (A) ist vorzugweise ein (Meth)acrylsäurehydroxyalkylester, wie Hydroxyethyl(meth)acrylat, Hydroxypropyl(meth)acrylat, Polyoxyethylen(meth)acrylat, Polyoxypropylen(meth)acrylat, oder ein hydroxylgruppenhaltiger (Meth)acrylsäureester von mehrwertigen Alkoholen wie Pentaerythrittri(meth)acrylat, Glyceroldi(meth)acrylat, Trimethylol-propandi(meth)acrylat und Neopentylglycolmono(meth)acrylat.

[0055] Die hier und im Folgenden verwendete Bezeichnung "(Meth)acryl..." oder "...(meth)acryl..." bedeutet, dass von dieser Bezeichnung sowohl die Acrylgruppe als auch die Methacrylgruppe umfasst sein soll.

[0056] Die Umsetzung des mindestens difunktionellen Isocyanats mit der hydroxyfunktionellen, ethylenisch ungesättigten Verbindung erfolgt derart, dass das so erhaltene radikalisch härtbare Harz der Harzkomponente (A) im Wesentlichen frei von freien Isocyanatgruppen ist. Im Wesentlichen frei bedeutet hier, dass das Harz einen NCO-Gehalt von weniger als 2% aufweist, vorzugsweise weniger als 1% und besonders bevorzugt weniger als 0,3%. Dazu wird die hydroxyfunktionelle, ethylenisch ungesättigte Verbindung in einem stöchiometrischen Überschuss über die Isocyanatgruppen eingesetzt.

[0057] Als weitere radikalisch härtbare Harze können beispielsweise Vinylester, Epoxy(meth)acrylate, ungesättigte Polyesterharze und Mischungen davon eingesetzt werden, allein oder auch zusammen mit dem oben beschriebenen (Poly)urethan(meth)acrylat.

[0058] Ungesättigte Polyesterharze werden durch Umsetzung von ungesättigten Dicarbonsäuren wie o- und/oder iso-Phthalsäure, Maleinsäure und Fumarsäure mit Dialkoholen erhalten.

[0059] Als Epoxy(meth)acrylate werden üblicherweise Kondensate von (Meth)acylsäure mit Glycidylethern von Bisphenol-A, Bisphenol-F oder Novolaken eingesetzt.

[0060] Das radikalisch härtbare Harz liegt vorzugsweise in einem Anteil von 10 bis 40 Gewichtsprozent in der Mörtelmasse vor.

[0061] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Harzkomponente (A) in allen oben beschriebenen Ausführungsformen als weiteren Bestandteil mindestens einen Reaktivverdünner, der wenigstens eine ethylenisch ungesättigte Gruppe aufweist. Geeignete Reaktivverdünner sind insbesondere (Meth)acrylatverbindungen sowie Allyl- und Vinylverbindungen.

[0062] Geeignete Reaktivverdünner sind in der EP 1 935 860 A1 und der DE 195 31 649 A1 beschrieben. Vorzugsweise enthält die Harzmischung als Reaktivverdünner einen (Meth)acrylsäureester, wobei besonders bevorzugt aliphatische oder aromatische C5-C15 (Meth)acrylate ausgewählt werden. Geeignete Beispiele umfassen: Hydroxypropyl(meth)acrylat, 1,2-Ethandioldi-(meth)acrylat, 1,3-Propandioldi(meth)acrylat, 1,2-Butandioldi(meth)acrylat, 1,4-Butandioldi(meth)acrylat (BBDMA), Trimethylolpropantri(meth)acrylat, Phenethyl-(meth)acrylat, Tetrahydrofurfuryl(meth)acrylat, Ethyltriglykol(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Dimethylaminomethyl(meth)acrylat, Acetoacetoxyethyl(meth)acrylat, Isobornyl(meth)acrylat, 2-Ethylhexyl(meth)acrylat, Diethylenglykoldi(meth)acrylat, Methoxypolyethylenglykolmono(meth)acrylat, Trimethylcyclohexyl(meth)acrylat, 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, Dicyclopentenyloxyethyl(meth)acrylat und/oder Tricyclopentadienyldi(meth)acrylat, Bisphenol-A-(meth)acrylat, Novolakepoxidi(meth)acrylat, Di-[(meth)acryloyl-maleoyl]-tricyclo-5.2.1.0.2.6-decan, Dicyclopentenyloxyethylcrotonat, 3-(Meth)acryloyl-oxymethyl-tricylo-5.2.1.0.2.6-decan, 3-(Meth)cyclo-pentadienyl(meth)acrylat, lsobornyl(meth)acrylat und Decalyl-2-(meth)acrylat; PEG-di(meth)acrylate, wie PEG200-di(meth)acrylat, Tetraethylenglykol-di(meth)acrylat, Solketal(meth)acrylat, Cyclohexyl(meth)acrylat, Phenoxyethyl-di(meth)acrylat, Methoxyethyl(meth)acrylat, Tetrahydrofurfuryl(meth)acrylat, tert-Butyl(meth)acrylat und Norbornyl(meth)acrylat.

[0063] Grundsätzlich können auch andere übliche, radikalisch härtbare Verbindungen, allein oder im Gemisch mit den (Meth)acrylsäureestern, eingesetzt werden, z. B. Styrol, α-Methylstyrol, alkylierte Styrole, wie tert-Butylstyrol, Divinylbenzol und Allylverbindungen, wobei die nicht kennzeichnungspflichtigen Vertreter davon bevorzugt sind.

[0064] Besonders bevorzugte Reaktivverdünner sind Hydroxypropyl(meth)acrylat, 1,4-Butandioldi(meth)acrylat und Butandiol-1,2-di(meth)acrylat.

[0065] Der Reaktionsverdünner dient zum einen als Lösungsmittel für das radikalisch härtbare Harz und zum anderen als ein Comonomer, das an der radikalischen Polymerisation der Harzkomponente teilnimmt. Die Verwendung von Reaktionsverdünnern führt zu einer weiteren Verbesserung der Haftung der ausgehärteten Mörtelmasse an den Oberflächen des mineralischen Untergrunds und/oder des zu befestigenden Bauteils.

[0066] Der Reaktivverdünner liegt in der Mörtelmasse bevorzugt in einem Anteil von 0 bis 25 Gewichtsprozent vor, weiter bevorzugt von 4 bis 25 Gewichtsprozent und besonders bevorzugt von 8 bis 15 Gewichtsprozent. Alle radikalisch härtbaren Verbindungen liegen in der Mörtelmasse bevorzugt in einem Anteil von bis zu höchstens 30 Gewichtsprozent vor.

[0067] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Harzkomponente (A) wenigstens einen Beschleuniger für das Härtungsmittel. Geeignete Beschleuniger, die gewöhnlich der Harzmischung zugegeben werden, sind dem Fachmann bekannt. Diese sind beispielsweise Amine, bevorzugt tertiäre Amine und/oder Metallsalze.

[0068] Geeignete Amine sind unter folgenden Verbindungen ausgewählt, die beispielsweise in der Anmeldung US 2011071234 A1 beschrieben sind: Dimethylamin, Trimethylamin, Ethylamin, Diethylamin, Triethylamin, n-Propylamin, Di-n-propylamin, Tri-n-propylamin, Isopropylamin, Diisopropylamin, Triisopropylamin, n-Butylamin, Isobutylamin, tert-Butylamin, Di-n-butylamin, Diisobutylamin, Tri-isobutylamin, Pentylamin, Isopentylamin, Diisopentylamin, Hexylamin, Octylamin, Dodecylamin, Laurylamin, Stearylamin, Aminoethanol, Diethanolamin, Triethanolamin, Aminohexanol, Ethoxyaminoethan, Dimethyl-(2-chloroethyl)amin, 2-Ethylhexylamin, Bis-(2-chloroethyl)amin, 2-Ethylhexylamin, Bis-(2-ethylhexyl)amin, N-Methylstearylamin, Dialkylamine, Ethylendiamin, N,N'-Dimethylethylendiamin, Tetramethylethylendiamin, Diethylentriamin, Permethyldiethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin, 1,2-Diaminopropan, Di-propylentriamin, Tripropylentetramin, 1,4-Diaminobutan, 1,6-Diaminohexan, 4-Amino-1-diethylaminopentan, 2,5-Diamino-2,5-dimethylhexan, Trimethylhexamethylendiamin, N,N-Dimethylaminoethanol, 2-(2-Diethylaminoethoxy)ethanol, Bis-(2-hydroxyethyl)-oleylamin, Tris-[2-(2-hydroxy-ethoxy)-ethyl]amin, 3-Amino-1-propanol, Methyl-(3-aminopropyl)ether, Ethyl-(3-aminopropyl)ether, 1,4-Butandiol-bis(3-aminopropylether), 3-Dimethylamino-1-propanol, 1-Amino-2-propanol, 1-Diethylamino-2-propanol, Diisopropanolamin, Methyl-bis-(2-hydroxypropyl)-amin, Tris-(2-hydroxypropyl)amin, 4-Amino-2-butanol, 2-Amino-2-methylpropanol, 2-Amino-2-methyl-propandiol, 2-Amino-2-hydroxymethylpropandiol, 5-Aiethylamino-2-pentanon, 3-Methylamino-propionsäurenitril, 6-Aminohexansäure, 11-Aminoundecansäure, 6-Amino-hexansäureethylester, 11-Aminohexansäureisopropylester, Cyclohexylamin, N-Methylcyclohexylamin, N,N-Dimethylcyclohexylamin, Dicyclohexylamin, N-Ethylcyclohexylamin, N-(2-Hydroxyethyl)-cyclohexylamin, N,N-Bis-(2-hydroxyethyl)-cyclohexylamin, N-(3-Aminopropyl)-cyclohexylamin, Aminomethylcyclohexan, Hexahydrotoluidin, Hexahydrobenzylamin, Anilin, N-Methylanilin, N,N-Dimethylanilin, N,N-Diethylanilin, N,N-Di-propylanilin, iso-Butylanilin, Toluidine, Diphenylamin, Hydroxyethylanilin, Bis-(hydroxyethyl)anilin, Chloranilin, Aminophenole, Aminobenzoesäuren und deren Ester, Benzylamin, Dibenzylamin, Tribenzylamin, Methyldibenzylamin, α-Phenylethylamin, Xylidin, Diisopropylanilin, Dodecylanilin, Aminonaphthalin, N-Methylaminonaphthalin, N,N-Dimethylaminonaphthalin, N,N-Dibenzylnaphthalin, Diaminocyclohexan, 4,4'-Diaminodicyclohexylmethan, Diamino-dimethyl-dicyclohexylmethan, Phenylendiamin, Xylylendiamin, Diaminobiphenyl, Naphthalindiamine, Toluidine, Benzidine, 2,2-Bis-(aminophenyl)-propan, Aminoanisole, Amino-thiophenole, Aminodiphenylether, Aminocresole, Morpholin, N-Methylmorpholin, N-Phenylmorpholin, Hydroxyethylmorpholin, N-Methylpyrrolidin, Pyrrolidin, Piperidin, Hydroxyethylpiperidin, Pyrrole, Pyridine, Chinoline, Indole, Indolenine, Carbazole, Pyrazole, Imidazole, Thiazole, Pyrimidine, Chinoxaline, Aminomorpholin, Dimorpholinethan, [2,2,2]-Diazabicyclooctan und N,N-Dimethyl-p-toluidin.

[0069] Bevorzugte Amine sind Anilin-Derivate und N,N-Bisalkylarylamine, wie N,N,-Dimethylanilin, N,N-Diethylanilin, N,N-Dimethyl-p-toluidin, N,N-Bis(hydroxyalkyl)arylamine, N,N-Bis(2-hydropxyethyl)aniline, N,N-Bis(2-hydroxyethyl)toluidin, N,N-Bis(2-hydroxypropyl)anilin, N,N-Bis(2-hydroxypropyl)toluidin, N,N-Bis(3-methacryloyl-2-hydroxypropyl)-p-toluidin, N,N-Dibutoxyhydroxypropyl-p-toluidin und 4,4'-Bis(dimethylamino)diphenylmethan.

[0070] Polymere Amine, wie solche die durch Polykondensation von N,N-Bis(hydroxyalkyl)anilin mit Dicarbonsäuren oder durch Polyaddition von Ethylenoxid und diese Amine erhalten werden, sind ebenso als Beschleuniger geeignet.

[0071] Geeignete Metallsalze sind zum Beispiel Cobaltoctoat oder Cobaltnaphthenoat sowie Vanadium-, Kalium-, Kalzium-, Kupfer-, Mangan- oder Zirkoniumcarboxylate.

[0072] Die Harzmischung kann ferner einen Co-Beschleuniger enthalten, insbesondere, wenn eine Übergangsmetallverbindung als Beschleuniger verwendet wird. Abhängig von der gewählten Übergangsmetallverbindung ist der Fachmann in der Lage, einen geeigneten Co-Beschleuniger auszuwählen, um die gewünschten Aushärteeigenschaften zu erreichen. Wird eine Kobaltverbindung als Beschleuniger verwendet, ist der Co-Beschleuniger bevorzugt ein Amin und/oder eine 1,3-Dioxoverbindung. Wird eine Kupferverbindung als Beschleuniger verwendet, ist der Co-Beschleuniger bevorzugt ein Amin, ein Acetoacetamid, ein Kaliumsalz, ein Imidazol und/oder ein Gallat oder Gemische davon. Wird eine Manganverbindung als Beschleuniger verwendet, ist der Co-Beschleuniger bevorzugt eine 1,3-Dioxoverbindung, ein Thiol und/oder ein Kalium- oder Lithiumsalz oder Gemische davon. Wird eine Eisenverbindung als Beschleuniger verwendet, ist der Co-Beschleuniger bevorzugt eine 1,3-Dioxoverbindung und/oder ein Thiol, bevorzugt in Kombination mit einem Alkalimetallsalz. Geeignete 1,3-Dioxoverbindungen sind Acetylaceton, Acetoacetate und Acetoacetamide.

[0073] Die Beschleuniger und/oder Co-Beschleuniger sind vorzugsweise in einem Anteil von 0 bis 1 Gewichtsprozent, bevorzugt 0,01-0,7 Gew.-%, in der Mörtelmasse enthalten.

[0074] Weiterhin kann die Harzkomponente (A) einen oder mehrere der üblichen Polymerisationsinhibitoren zur Stabilisierung der Harzmischungen gegen vorzeitige Polymerisation und zur Einstellung der Gelzeit enthalten, vorzugsweisen in einem Anteil von 0 bis 0,2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Mörtelmasse. Als Polymerisationsinhibitoren sind die für radikalisch härtbare Verbindungen üblicherweise verwendeten Polymerisationsinhibitoren geeignet, wie sie dem Fachmann bekannt sind. Beispiele für derartige Polymerisationsinhibitoren sind insbesondere Hydrochinon, substituierte Hydrochinone, z.B. 4-Methoxyphenol, Phenothiazin, Benzochinon oder tert-Butylbrenzkatechin, wie sie beispielsweise in der EP 1935860 A1 oder EP 0965619 A1 beschrieben werden, Nitroxylverbindungen, insbesondere stabile Nitroxylradikale, auch N-Oxyl-Radikale genannt, wie Piperidinyl-N-oxyl oder Tetrahydropyrrol-N-oxyl, wie sie in der DE 19531649 A1 beschrieben sind. Besonders bevorzugt wird 4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-N-oxyl (im Folgenden als Tempol bezeichnet) zur Stabilisierung verwendet.

[0075] Bevorzugt sind die Polymerisationsinhibitoren unter phenolischen Verbindungen und nicht-phenolischen Verbindungen, wie stabilen Radikalen und/oder Phenothiazinen, ausgewählt.

[0076] Als phenolische Polymerisationsinhibitoren, die oft Bestandteil von kommerziellen radikalisch härtenden Reaktionsharzen sind, kommen Phenole, wie 2-Methoxyphenol, 4-Methoxyphenol, 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol, 2,4-Di-tert-butylphenol, 2,6-Di-tert-butylphenol, 2,4,6-Trimethylphenol, 2,4,6-Tris(dimethylaminomethyl)phenol, 4,4'-Thio-bis(3-methyl-6-tert-butylphenol), 4,4'-Isopropylidendiphenol, 6,6'-Di-tert-butyl-4,4'-bis(2,6-di-tert-butylphenol), 1,3,5-Trimethyl-2,4,6-tris(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxybenzyl)benzol, 2,2'-Methylen-di-p-cresol, Brenzkatechin und Butylbrenzkatechine, wie 4-tert-Butylbrenzkatechin, 4,6-Di-tert-butylbrenzkatechin, Hydrochinone, wie Hydrochinon, 2-Methylhydrochinon, 2-tert-Butylhydrochinon, 2,5-Di-tert-butylhydrochinon, 2,6-Di-tert-butylhydrochinon, 2,6-Dimethylhydrochinon, 2,3,5-Trimethylhydrochinon, Benzochinon, 2,3,5,6-Tetrachlor-1,4-benzochinon, Methylbenzochinon, 2,6-Dimethylbenzochinon, Naphthochinon, oder Gemische von zweien oder mehreren davon, in Frage.

[0077] Als nicht-phenolische Polymerisationsinhibitoren kommen vorzugsweise Phenothiazine, wie Phenothiazin und/oder Derivate oder Kombinationen davon, oder stabile organische Radikale, wie Galvinoxyl- und N-Oxyl-Radikale in Betracht.

[0078] Geeignete stabile N-Oxyl-Radikale (Nitroxylradikale) können unter 1-Oxyl-2,2,6,6-tetramethylpiperidin, 1-Oxyl-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-4-ol (ebenso als TEMPOL bezeichnet), 1-Oxyl-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-4-on (ebenso als TEMPON bezeichnet), 1-Oxyl-2,2,6,6-tetramethyl-4-carboxyl-piperidin (ebenso als 4-Carboxy-TEMPO bezeichnet), 1-Oxyl-2,2,5,5-tetramethylpyrrolidin, 1-Oxyl-2,2,5,5-tetramethyl-3-carboxylpyrrolidin (ebenso als 3-Carboxy-PROXYL bezeichnet), Aluminium-N-nitrosophenylhydroxylamin, Diethylhydroxylamin ausgewählt werden, wie sie in der DE199 56 509 beschrieben sind. Ferner sind geeignete N-Oxylverbindungen Oxime, wie Acetaldoxim, Acetonoxim, Methylethylketoxim, Salicyloxim, Benzoxim, Glyoxime, Dimethylglyoxim, Aceton-O-(benzyloxycarbonyl)oxim und dergleichen. Ferner können in para-Position zur Hydroxylgruppe substituierte Pyrimidinol- oder Pyridinol-Verbindungen als Polymerisationsinhibitoren verwendet werden, wie sie in der DE 10 2011 077 248 B1 beschrieben sind.

[0079] Die Polymerisationsinhibitoren können, abhängig von den gewünschten Eigenschaften und der Verwendung der Harzmischung, entweder allein oder als Kombination von zweien oder mehreren davon verwendet werden. Die Kombination der phenolischen und der nicht-phenolischen Polymerisationsinhibitoren ermöglicht dabei einen synergistischen Effekt, wie auch die Einstellung einer im Wesentlichen driftfreien Einstellung der Gelierzeit der Reaktionsharzformulierung zeigt.

[0080] Schließlich kann die Mörtelmasse noch weitere organische Zusätze wie Haftverbesserer auf der Grundlage von Silanverbindungen enthalten, wie sie dem Fachmann beispielsweise aus der EP 2 371 782 A2 und der WO 2011/072789 A1 bekannt sind.

[0081] Das in der Härterkomponente (B) der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse enthaltene Härtungsmittel für das radikalisch härtbare Harz der Harzkomponente (A) umfasst, vorzugsweise mindestens ein organisches Peroxid, beispielsweise Dibenzoylperoxid, Methylethylketonperoxid, tert.-Butylperbenzoat, Cyclohexanonperoxid, Laurylperoxid, Cumolhydroperoxid und/oder tert.-Butylperoxy-2-ethylhexanoat.

[0082] Die organischen Peroxide sind vorzugsweise phlegmatisiert, insbesondere durch Zusatz von Wasser als Phlegmatisierungsmittel und/oder Lösungsmittel. Geeignete Härterkomponenten sind dem Fachmann bekannt und auf dem Markt erhältlich.

[0083] Alternativ kann für die Härtung ein Härtersystem verwendet werden, welches peroxidfrei ist und die Bestandteile
  • mindestens eine Manganverbindung als Beschleuniger und
  • eine 1,3-Dioxoverbindung als Initiator
beinhaltet. Hierzu wird auf die DE 10 2011 078 785 A1 verwiesen.

[0084] Ebenfalls alternativ kann für die Härtung ein Härtersystem verwendet werden, welches die Bestandteile:
  • als Beschleuniger mindestens ein Metallsalz und
  • als Initiator mindestens eine Thiol- und/oder Thiolester-Gruppen beinhaltende Verbindung,
beinhaltet. Hierzu wird auf die DE 10 2013 114 061 A1 verwiesen.

[0085] Durch die Kombination bzw. das Mischen der beiden Bestandteile können Radikale gebildet werden, welche anstelle von bisher üblichen Radikalbildnern eine Polymerisation von nichtaromatischen Doppelbindungen, z.B. olefinischen Doppelbindungen, beispielsweise Acrylaten oder Methacrylaten, auslösen können.

[0086] Als weitere Alternative kann für die Härtung ein Härtersystem verwendet werden, welches die folgenden Bestandteile beinhaltet:
  • als Beschleuniger mindestens ein Metallsalz und
  • als Initiator mindestens eine CH-acide Verbindung der Formel

    worin
    1. (i)

      -A- für -C(R1)(R2)- steht,

      -X- für eine Bindung, für -NR3- oder für -(CR4R5)p- steht, oder für -O- steht,

      Y für NR6 oder für (CR7R8)q steht, oder für O steht,

      wobei wenn X für O steht auch Y für O steht;

      wobei vorzugsweise X für (CR4R5)p steht und Y für CR7R8 steht,

      oder X für NR3 und Y für NR6 steht;

      Z1 für O, S, S=O oder S(=O)2 steht,

      Z2 für O, S, S=O oder S(=O)2 steht,

      Z3 für O, S, S=O oder S(=O)2 oder für R9 und R10 steht,

      p für 1, 2 oder 3 steht, vorzugsweise für 1 oder 2

      q für 1, 2 oder 3 steht, vorzugsweise für 1;

      und die Reste R1, R2, R3, R4, R5, R6, R7, R8, R9 und R10 unabhängig voneinander für Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Aralkyl, Cycloalkyl oder Cycloalkylalkyl stehen und jeweils unsubstituiert oder substituiert sind und/oder Heteroatome (anstelle von C-Atomen;

      vorzugsweise ausgewählt aus O, N, wie NH oder N-Alkyl, und S aufweisen, mit der Maßgabe, dass mindestens einer der Reste R1 und R2 Wasserstoff bedeutet,

      oder

    2. (ii) offenkettige Verbindungen,

      worin das die Brücke bildende Glied -C(=Z3)- fehlt,

      -A- für -C(R1)(R2)- steht, X und Y unabhängig voneinander für eine jeweils unverzweigte oder verzweigte, unsubstituierte oder substituierte, gegebenenfalls Heteroatome (anstelle von C-Atomen; insbesondere ausgewählt aus O, N, wie NH oder N-Alkyl, und S) aufweisende C1-C4-Alkylgruppe oder C1-C4-Alkoxygruppe oder vorzugsweise für eine jeweils unsubstituierte oder substituierte, gegebenenfalls Heteroatome (anstelle von C-Atomen; insbesondere ausgewählt aus O, N, wie NH oder N-Alkyl, und S) aufweisende C1-C4-Alkoxycarbonylmethylgruppe oder C1-C4-Alkylcarbonylmethylgruppe stehen,

      R1 und R2 beide Wasserstoff bedeuten und

      Z1 und Z2 die genannten Bedeutungen haben;

      oder X für eine jeweils unverzweigte oder verzweigte, unsubstituierte oder substituierte, gegebenenfalls Heteroatome (anstelle von C-Atomen; insbesondere ausgewählt aus O, N, wie NH oder N-Alkyl, und S) aufweisende C1-C4-Alkylgruppe oder C1-C4-Alkoxygruppe oder C1-C4-Alkoxycarbonylmethylgruppe oder C1-C4-Alkylcarbonylmethylgruppe steht,

      Y und Z2 gemeinsam mit dem bindenden Kohlenstoffatom -CN bedeuten,

      Z1 die oben genannten Bedeutungen hat, und

      R1 und R2 jeweils wie oben definiert sind mit der Maßgabe, dass mindestens einer der Reste Wasserstoff bedeutet;

      und/oder Salze davon. Hierzu wird auf die DE 10 2015 003 221 A1 verwiesen.



[0087] Bei den als Beschleuniger in Form eines Metallsalzes, was auch Metallkomplexe und Metalloxide einschließt, verwendeten Komponenten handelt es sich in beiden Fällen vorzugsweise um ein oder mehrere Metallsalze oder insbesondere um Salze von organischen und/oder anorganischen Säuren mit Metallen, z.B. ausgewählt aus Kobalt, Zirkonium, Zink, Cer, Zinn, Wismut oder vorzugsweise Vanadium, Mangan, Kupfer oder Eisen, oder Gemischen von zwei oder mehr davon, wobei die organischen Säuren vorzugsweise gesättigt sind, wobei Vanadium und Eisen oder insbesondere Mangan und Kupfer, ggf. in Gegenwart eines oder zweier Co-Beschleuniger mit Metallanteil aus der Gruppe der oben genannten Metalle, bevorzugt ist, insbesondere in Form von Salzen oder Komplexen mit anorganischen Säuren und/oder Carboxylatresten, wie Carboxylaten mit CH3, C2-C20-Alkyl, einem C6-C24-Arylrest oder C7-C30-Aralkylrest, beispielsweise Oktoat, z.B. 2-Ethylhexanoat (Isooctanoat), ferner Neodecanoat, oder Acetylacetonat. Besonders bevorzugt sind Mangancarbonat oder -carboxylate, wie Mnacetat oder Mn-octoat, Kupfercarboxylate, wie Kupferoctoat oder Kupfernaphthenat, Kupferchinolate, Eisencarboxylate, wie Eisenoctoat und/oder Vanadiumcarboxylate und/oder die Gruppe der Metallsalze mit anorganischen Säuren, welche beispielsweise Eisenchlorid, Eisensulfat und Kupferchlorid umfasst.

[0088] In einer weiteren Alternative kann für die Härtung ein Härtersystem verwendet werden, welches die folgenden Bestandteile
  • als Beschleuniger mindestens ein Metallsalz und
  • als Initiator mindestens ein Aldehyd und/oder Keton und mindestens ein primäres Amin, und/oder
  • b2) mindestens ein Imin, welches ein oder mehrere Imin-Strukturinkremente der Formel

    beinhaltet, worin unabhängig voneinander:

    Q den organischen Rest des (jeweils) verwendeten Amins darstellt, oder für Wasserstoff steht; und

    R2 und R3 unabhängig voneinander Wasserstoff und/oder einen unsubstituierten oder substituierten, gegebenenfalls Doppelbindungen und/oder Heteroatome aufweisenden, ein- oder mehrfach verzweigten oder geradkettigen organischen Rest, welcher mindestens eine aliphatische, heteroaliphatische, alicyclische oder heterocyclische Molekülstruktur, oder eine Kombination von zwei oder mehr der vorgenannten Molekülstrukturen beinhaltet, bedeutet;

    und/oder Salze davon,

    beinhaltet. Hierzu wird auf die DE 10 2016 124 075 A1 verwiesen.



[0089] Zur Einstellung einer geeigneten Viskosität kann die Härterkomponente einen Anteil an anorganischen Füllstoffen und Modifikatoren wie Thixotropiermittel enthalten.

[0090] Die erfindungsgemäße Zweikomponenten-Mörtelmasse liegt vorzugsweise in Patronen, Kartuschen oder Folienbeuteln vor, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie zwei oder mehrere voneinander getrennte Kammern umfassen, in welchen die Harzkomponente (A) und die Härterkomponente (B) der Mörtelmasse reaktionsinhibierend voneinander getrennt angeordnet sind.

[0091] Die erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmassen können vorteilhaft die nachfolgende Gesamtzusammensetzung aus Harzkomponente (A) und Härterkomponente (B) aufweisen: radikalisch härtbares Harz in einem Anteil von 4,5 bis 28,5 Gew.-%; Reaktivverdünner in einem Anteil von 0 bis 25 Gew.-%; organisches Peroxid in einem Anteil von 0,5 bis 5 Gew.-%; Polymerisationsbeschleuniger in einem Anteil von 0 bis 1,0 Gew.-%; Polymerisationsinhibitoren in einem Anteil von 0 bis 0,2 Gew.-%; CaO mit einer Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 2 min in einem Anteil von 2 bis 30 Gew.-%; anorganische Zusatzstoffe in einem Anteil von 20 bis 70 Gew.-%; und Wasser in einem Anteil von 1 bis 10 Gew.-%, wobei die Summe aller Anteile 100 Gewichtsprozent ergibt. Die Gesamtmenge an CaO zuzüglich anorganischen Zusatzstoffen ist hierbei vorzugsweise 60 bis 85 Gewichtsprozent.

[0092] Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Mörtelmasse zusammengesetzt aus:

4,5-28,5 Gew.-% radikalisch härtbares Harz;

0-25 Gew.-% Reaktivverdünner;

0,5-5 Gew.-% organisches Peroxid;

0-1,0 Gew.-% Beschleuniger;

0-0,2 Gew.-% Inhibitoren;

0-5,0 Gew.-% Thixotropiermittel;

10-35 Gew.-% hydraulisch abbindendes bzw. polykondensierbares Material;

20-50 Gew.-% anorganische Füllstoffe;

5-25 Gew.-% CaO mit einer Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 3 min, bevorzugt mehr als 4 min, und

1-10 Gew.-% Wasser,

wobei die Gesamtmenge des CaO, der Thixotropiermittel, des hydraulisch abbindenden oder polykondensierbaren Materials und der anorganischen Füllstoffe von 65 bis 80 Gew.-% beträgt, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Mörtelmasse.



[0093] Zur bestimmungsgemäßen Anwendung werden die Harzkomponente (A) und die Härterkomponente (B) aus den getrennten Kammern entleert und in einer geeigneten Vorrichtung, beispielsweise einem Statikmischer, gemischt. Die Mischung aus Harzkomponente (A) und Härterkomponente (B) wird danach mittels einer bekannten Injektionsvorrichtung in das zuvor gereinigte Bohrloch eingebracht. Anschließend wird das zu fixierende Bauteil in die Mörtelmasse eingesetzt und justiert. Das Härtungsmittel der Härterkomponente (B) initiiert die radikalische Polymerisation der Harzkomponente (A), sodass die Mörtelmasse unter Umgebungsbedingungen innerhalb weniger Stunden aushärtet.

[0094] Gegenstand der Erfindung ist daher auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse zur chemischen Befestigung von Bauteilen, insbesondere Ankergewindestangen, Bewehrungseisen, Gewindehülsen und Schrauben, in Bohrlöchern, die in einem mineralischen Untergrund, vorzugsweise Beton, vorliegen.

[0095] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen beschrieben, die jedoch keiner Weise einschränkend zu verstehen sind.

Beispiele:


Herstellung von Komponenten



[0096] In einem Plastikeimer wurden die flüssigen Bestandteile gemäß der nachstehenden Tabellen mit einem Holzspatel vermischt. Dann wurden Füllstoffe und Verdicker zugegeben und von Hand vorgemischt, bevor es weiter in einen Dissolver (PC Laborsystem, Volumen 1L) während 8,5 Minuten unter 80 mbar Unterdruck bei 3500 U/min gemischt wurde.

[0097] Die Zusammensetzung der in den nachstehenden Vergleichsbeispielen V1 und V2 sowie den Anwendungsbeispielen A1 und A2 verwendeten Harz-Komponente ist in der folgenden Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle1 :
Harz-Komponente[Gew.-%]
Urethanmethacrylatharz UMA121 37,7
Reaktiwerdünner BDDMA 40,15
Reaktivverdünner HPMA 20,0
Beschleuniger DiPpT 1,7
Inhibitor Tempol 0,45


[0098] Die nachstehende Tabelle 2 zeigt die Zusammensetzung der Vergleichsbeispiele V1 und V2 und der Anwendungsbeispiele A1 und A2 in Gew.-%.
Tabelle 2:
Bestandteile V1V2A1A2
A-Komponente  
Harz-Komponente 40
Kieselsäure TS 720 3,5
Quarzsand F32 41,5
Zement Ternal w 15 0 0 0
CaO Weichbranntkalk Nekafin 2 0 15 0 0
CaO Mittelbranntkalk Kalk Fla 0 0 15 0
CaO Hartbranntkalk Poro C 0 0 0 15
B-Komponente
Dibenzoylperoxid BP40SAQ 30,2
Wasser 4,6
KH2PO4 0,2
Kieselsäure Aerosil 200 1
Quarzmehl Millisil W6 44
Bariumsulfat Blanc fixe N 20


[0099] Der in Vergleichsbeispiel V1 verwendete Weichbranntkalk (Nekafin 2) hat eine Reaktivität t60 von 0,47 min auf. Der Mittelbranntkalk (Kalk Fla) aus Beispiel A1 hat eine Reaktivität t60 im Bereich von 5 bis 8 min. Die Reaktivität t60 des in Beispiel A2 verwendeten Hartbranntkalkes (Poro C) liegt im Bereich von 10 bis 14 min.

Bestimmung von Verbundspannungen R1. B7 & B8:



[0100] Zur Bestimmung der mit den Mörtelmassen erzielten Verbundspannungen wurde eine hochfeste Ankergewindestange M12 verwendet, die in ein hammergebohrtes Bohrloch mit einem Durchmesser von 14 mm und einer Bohrlochtiefe von 60 mm mit der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse in C20/25 Betonplatten eingedübelt wurde. Zur Bestimmung der Verbundspannung wurde nach einer Aushärtezeit von 24 h bei einer Temperatur von 23°C die Versagenslast durch zentrisches Ausziehen der Ankergewindestange mit enger Abstützung ermittelt. Die mittlere Versagenslast wurde anhand der Ergebnisse von fünf Ankern bestimmt.

Bestimmung von Verbundspannungen unter B4(-10°C) Konditionen:



[0101] Zur Bestimmung der mit den Mörtelmassen erzielten Verbundspannungen wurde eine hochfeste Ankergewindestange M12 verwendet, die in ein hammergebohrtes Bohrloch mit einem Durchmesser von 14 mm und einer Bohrlochtiefe von 60 mm mit der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse, welche zuvor bei 0°C getempert war, in C20/25 Betonplatten eingedübelt wurde. Zur Bestimmung der Verbundspannung wurde nach einer Aushärtezeit von 24 h bei einer Temperatur von -10°C die Versagenslast durch zentrisches Ausziehen der Ankergewindestange mit enger Abstützung ermittelt. Die mittlere Versagenslast wurde anhand der Ergebnisse von fünf Ankern bestimmt.

Reinigung von Bohrloch:



[0102] R1 (Referenz Bohrloch): Das im trockenen C20/25 Beton hergestellte Bohrloch wird mittels Druckluft und Bürste wie folgt gereinigt: 2x Druckluft 6 bar, 2x gebürstet und 2x Druckluft 6 bar.

[0103] B7: Das im Wasser gesättigtem C20/25 Beton hergestellte Bohrloch wird mittels Staubsauger (vac) und Bürste (brush) wie folgt gereinigt: 1xvac/1xbrush/1xvac (VAC = Saugen).

[0104] B8: Das im Wasser gesättigtem C20/25 Beton hergestellte Bohrloch wird wie folgt gereinigt: 1xvac/1xbrush/1xvac. In diesem Fall wird das Bohrloch nach der Reinigung mit Wasser gefüllt. Die Ankergewindestange wird mit Hilfe eines Stauzapfen zwischen 30 Minuten bis eine Stunde mit der erfindungsgemäßen Zweikomponenten-Mörtelmasse eingedübelt.

[0105] B4(-10°C): Das im trockenen, auf -10°C gekühlte C20/25 Beton hergestellte Bohrloch wird mittels Druckluft und Bürste wie folgt gereinigt: 2x Druckluft 6 bar, 2x gebürstet und 2x Druckluft 6 bar.

[0106] Die in den Vergleichsbeispielen V1 und V2 und den Anwendungsbeispielen A1 und A2 erhaltenen Verbundspannungen sind in Tabelle 3 gezeigt.
Tabelle 3:
 V1V2A1A2
Volumenmischungsverhältnis A:B 5:1
Aushärtedauer in h 24.0
Verbundspannung R1 in N/mm2 30,3 31,6 31,6 32,5
Verbundspannung B7 in N/mm2 20,3 25,6 23,6 27,8
Verbundspannung B8 in N/mm2 13,4 21,6 18,5 17,9
Verbundspannung B4(-10°C) in N/mm2 21,5 16,7 21,8 26,7


[0107] Vergleichsbeispiel V1 (ohne CaO) hat eine zu niedrige Verbundspannung unter R1, B7 & B8 Konditionen. Vergleichsbeispiel V2 (mit Weichbranntkalk) zeigt im Vergleich zu V1 höhere Verbundspannungen unter R1, B7 & B8 Konditionen. Allerdings hat das Vergleichsbeispiel V2 hat gegenüber V1 eine zu niedrige Verbundspannung unter B4 (--10°C) Konditionen.

[0108] Die Beispiele A1 und A2 zeigen deutlich, dass der Nachteil von Weichbranntkalk (Vergleichsbeispiel V2) unter B4(-10°C) Konditionen durch Verwendung von Mittelbranntkalk und Hartbranntkalk eliminiert werden kann: Beispiel A2 hat unter B4(-10°C) Konditionen gegenüber den Vergleichsbeispielen V1 und V2 eine deutlich höhere Verbundspannung. Beispiel A1 hat eine mit V1 vergleichbare und gegenüber V2 eine höhere Verbundspannung unter B4(-10°C) Konditionen.

[0109] Alle drei Kalktypen haben höhere Verbundspannungen unter feuchten Bohrlochbedingungen B7 & B8 gegenüber dem kalkfreien Vergleichsbeispiel V1.
Verwendete Komponenten:
UMA121 HILTI/DE
BDDMA Evonik Performance Materials GmbH/DE
HPMA Evonik Performance Materials GmbH/DE
DiPpT Saltigo GMBH, Leverkusen/DE
Tempol Evonik Performance Materials GmbH/DE
TS 720 Cabot/Schweiz
Ternal w Kerneos As/Frankreich
F32 Quarzwerke Frechen/DE
Nekafin 2 Kalkfabrik Netstal AG CH-8754 Netstal/Switzerland
Kalk Fla Lhoist Germany Rheinkalk GmbH, Werk Flandersbach
Poro C Lhoist Germany Rheinkalk GmbH, Werk Hönnetal
BP40SAQ United Initiators GmbH & Co. KG/DE
KH2PO4 MERK KGaA
Aerosil 200 Evonik Resource Efficiency GmbH/DE
Millisil W6 Quarzwerke Frechen/DE
Blanc fixe N Sachtleben Chemie GmbH/DE



Ansprüche

1. Zweikomponenten-Mörtelmasse mit einer Harzkomponente (A), die als härtbaren Bestandteil mindestens ein radikalisch härtbares Harz enthält, und einer Härterkomponente (B), die ein Härtungsmittel für das radikalisch härtbare Harz der Harzkomponente (A) enthält, wobei die Harzkomponente (A) und/oder die Härterkomponente (B) als weiteren Bestandteil mindestens CaO enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das CaO eine Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 2 min aufweist.
 
2. Mörtelmasse gemäß Anspruch 1, wobei das CaO eine Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mindestens 3 min, vorzugsweise mindestens 4 min aufweist.
 
3. Mörtelmasse gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, wobei das CaO in einem Anteil von 2 bis 30 Gewichtsprozent vorliegt, vorzugsweise von 5 bis 25 Gewichtsprozent, stärker bevorzugt von 10 bis 20 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Masse.
 
4. Mörtelmasse gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Harzkomponente (A) und/oder die Härterkomponente (B) als weiteren Bestandteil einen anorganischen Zusatzstoff enthält, ausgewählt aus anorganischen Füllstoffen, hydraulisch abbindenden oder polykondensierbaren anorganische Verbindungen, Modifikatoren und Mischungen davon ausgewählt ist.
 
5. Mörtelmasse gemäß Anspruch 4, wobei der anorganische Zusatzstoff einen Füllstoff umfasst, ausgewählt aus BaSO4, Quarz, Glas, Korund, Porzellan, Steingut, Schwerspat, Leichtspat, Gips, Talkum, Kreide sowie deren Mischungen.
 
6. Mörtelmasse gemäß einem der Ansprüche 4 und 5, wobei der anorganische Zusatzstoff eine hydraulisch abbindende oder polykondensierbare anorganische Verbindung umfasst, die aus der aus Zement und Gips sowie Mischungen davon bestehenden Gruppe ausgewählt ist, vorzugsweise ein Aluminat-Zement ist.
 
7. Mörtelmasse gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei der anorganische Zusatzstoff einen Modifikator umfasst, der aus der aus Verdickern, Verflüssigern, Thixotropiermittel und Mischungen davon bestehenden Gruppe ausgewählt ist, bevorzugt gefällte oder pyrogene Kieselsäure, Bentonite und/oder Kaolin.
 
8. Mörtelmasse nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das radikalisch härtbare Harz ein Urethan(meth)acrylatharz umfasst.
 
9. Mörtelmasse gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Harzkomponente (A) als weiteren Bestandteil mindestens einen Reaktivverdünner enthält.
 
10. Mörtelmasse gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Harzkomponente (A) als weiteren Bestandteil mindestens einen Beschleuniger umfasst.
 
11. Mörtelmasse gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Härterkomponente (B) als Härtungsmittel mindestens ein organisches Peroxid, insbesondere Dibenzoylperoxid, Methylethylketonperoxid, tert.-Butylperbenzoat, Cyclohexanonperoxid, Laurylperoxid, Cumolhydroperoxid und/oder tert.-Butylperoxy-2-ethylhexanoat.
 
12. Mörtelmasse gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Mörtelmasse zusammengesetzt ist aus:

dem radikalisch härtbaren Harz in einem Anteil von 4,5 bis 28,5 Gew.-%;

wenigstens einem Reaktivverdünner in einem Anteil von 0 bis 25 Gew.-%;

einem organischen Peroxid in einem Anteil von 0,5 bis 5 Gew.-%;

einem Beschleuniger in einem Anteil von 0 bis 1,0 Gew.-%;

einem Polymerisationsinhibitor in einem Anteil von 0 bis 0,2 Gew.-%;

CaO mit einer Reaktivität t60 analog DIN EN 459-2 von mehr als 2 min in einem Anteil von 2 bis 30 Gew.-%;

einem weiteren anorganischen Zusatzstoff in einem Anteil von 20 bis 70 Gew.-%; und

Wasser in einem Anteil von 1 bis 10 Gew.-%;

wobei die Summe aller Anteile 100 Gewichtsprozent ergibt.


 
13. Mörtelmasse gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Masse in einer Patrone, einer Kartusche oder einem Folienbeutel vorliegt, und wobei die Harzkomponente (A) und die Härterkomponente (B) in voneinander getrennten Kammern angeordnet sind.
 
14. Verwendung der Zweikomponenten-Mörtelmasse nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur chemischen Befestigung von Bauteilen wie Ankergewindestangen, Bewehrungseisen, Gewindehülsen und Schrauben, in Bohrlöchern, die in einem mineralischen Untergrund vorliegen.
 





Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente