[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleifmaschine zum gleichzeitigen Innen- und Außenrundschleifen
sowie zum Planschleifen von Werkstücken, insbesondere von rotationssymmetrischen Werkstücken
wie Zahnräder oder dgl.
[0002] An die Form- und Lagetoleranzen geschliffener Werkstücke werden immer höhere Anforderungen
gestellt. Dabei steht der Wunsch nach verbesserter Parallelität, Rechtwinkligkeit,
Konzentrizität und Koaxialität geschliffener Bohrungen, Zapfen und Planflächen zueinander
an erster Stelle.
[0003] Bei einer großen Anzahl von spezifischen Werkstücken war es bisher üblich, Bohrungen
und Zapfen auf herkömmlichen Innen- und Außenrundschleifmaschinen nacheinander zu
bearbeiten. Diesem Bearbeitungsablauf haftet jedoch der Nachteil an, daß die Werkstücke
mehrfach aufgespannt werden müssen. Somit tritt zwangsläufig eine Vergrößerung der
Lagetoleranzen geschliffener Bohrungen und Zapfen zueinander auf. Man hat schon vorgeschlagen
(DE-OS 29 11 345) bei einer Schleifmaschine seitlich nebeneinander eine Außendurchmesser-
und eine Innendurchmesserschleifvorrichtung anzuordnen. Bei der dort aufgezeigten
Einspannung werden die ringförmigen Werkstücke gleichzeitig an einer Seite innen und
außen geschliffen. Dadurch kann zwar die Zykluszeit gegenüber den herkömmlichen Methoden
etwas verringert werden, aber es treten wegen der einseitigen Bearbeitung der Werkstücke
unerwünschte Gestaltungsfehler auf, die zu Ungenauigkeiten führen und deshalb mit
komplizierten Verfahrensschritten wieder ausgeglichen werden müssen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Formgenauigkeit von Werkstücken, die
sowohl innen als auch außen rundgeschliffen und gegebenenfalls plangeschliffen werden,
zu erhöhen und gleichzeitig die Bearbeitungszeit zu vermindern.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe werden die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches
aufgegebenen Merkmale vorgeschlagen.
[0006] Durch das als Mittenlager ausgebildete Werstückspindellager wird eine beidseitige
gleichzeitige Bearbeitung möglich. Durch das Spannen des Werkstückes auf dem Außendurchmesser
und die mögliche Durchführung mehrerer Schleifoperationen ohne Umspannen wird eine
bisher nicht für möglich gehaltene Fertigungsgenauigkeit erreicht und die Bearbeitungszeiten
auf ein Mindestmaß reduziert. Sollten wegen der Raumverhältnisse nicht alle Schleifoperationen
in derselben Stellung des Werkzeugspindellagers durchgeführt werden können, so kann
dieses zu weiteren Schleifbaueinheiten bewegt werden. Eine Umspannung des Werkstückes
erfolgt also auch dann nicht. Die Verwendung des Mittenlagers läßt eine Vielzahl von
Variationen zu. Je nach Werkstück können auf dem gemeinsamen Unterbau die verschiedensten
Baueinheiten beidseitig angeordnet werden.
[0007] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
[0008] Es zeigen:
Fig. 1 schematisch die Anordnung verschiedener Baueinheiten beidseitig des mittigen
Werkzeugspindellagers in der Draufsicht und
Fig. 2 einen Schnitt gemäß II-II der Fig. 1 ebenfalls nur schematisch.
Fig. 3 eine detailliertere Darstellung im Bereich des Werkzeugspindellagers gemäß
Fig. 1.
Fig. 4 einen Schnitt durch das Werkstückspindellager.
Fig. 5 einen Schnitt durch das Werkstück an der Schleifstelle.
Fig. 6 eine Anordnung für simultanes Bohrungs-, Außen- und Planschleifen.
Fig. 7 eine Schleifmaschine mit anderer Zusammenstellung verschiedener Baueinheiten
und mit einem verfahrbaren Werkstückspindellager.
[0009] Nach Fig. 1 und 2 sind auf einem gemeinsamen Unterbau 1 über lösbare Verbindungselemente
2 verschiedene, auf den jeweiligen Zweck abgestimmte Baueinheiten angeordnet. Wesentlich
ist die Werkstückspindeleinheit 3, welche die mittige Einspannung des Werkstückes
gestattet, sodaß gleichzeitig Innenschleifeinheiten 4, 4' und Außenschleifeinheiten
5, 5' das Werkstück 6 doppelseitig bearbeiten können. Zweckmäßig sind die Drehrichtungen
von Werkstückspindel und den Schleifkörpern so gewählt, daß sie gegenläufig sind.
In Fig. 5 ist schematisch angedeutet, wie sich die miteinander in Berührung stehenden
Teile zueinander bewegen. Während sich das Werkstück 6 im Uhrzeigersinn dreht, greift
der sich im Gegenuhrzeigersinn drehende Innenschleifkörper 7 an der rechten Seite
und der sich im Uhrzeigersinn drehende Außenschleifkörper 8 an der linken Seite an.
Auf diese Weise wird jeweils die größte Relativgeschwindigkeit zueinander erreicht.
[0010] Fig. 4 zeigt den Aufbau des als hydrodynamischen Gleitstützenlager ausgebildete Mittenlagers
3, welches vom Motor 9 über Keilriemen 10 in der Lagermitte angetrieben wird. Mit
einem solchen Gleitstützenlager kann ein Rundlauf< 1 my, gemessen am Zentrierbund
des Mittenlagers, sowie eine lange Lebensdauer erreicht werden.
[0011] Als Spanneinrichtung kann ein Doppelmembranspannfutter dienen, welches das Werkstück
auf dem Außendurchmesser erfaßt.
[0012] Das in Fig. 3 dargestellte Beispiel betrifft das simultane Bohrungs- und Außenschleifen
eines Zahnradblockes 11 und entspricht im Prinzip dem Schema gemäß Fig. 1. Der Rundlauf
der Verzahnung zu den geschliffenen Bohrungen oder Zapfen ist eine wesentliche Voraussetzung
für einen geräuscharmen Lauf, was hauptsächlich in Automobilgetrieben von Bedeutung
ist. Mit der erfindungsgemäßen Schleifmaschine kommt man dem Wunsch nach einem optimalen
Rundlauf nach. Der Zahnradblock 11 ist beidseitig mit Rollenkäfigen gespannt, welche
mit einer Bohrung versehene und auf Drähten aufgezogene Rollen enthalten, die ihrerseits
in einem Messingring befestigt sind.
[0013] Es sind andere gleichzeitige Schleifoperationen durch entsprechende Wahl der Schleifeinheiten
durchführbar. Als Beispiel ist in Fig. 6 ein simultanes Bohrungs-Außen- und Planschleifen
dargestellt. Hierzu ist bei der erfindungsgemäßen Schleifmaschine das Baukastenprinzip
angewendet. Das Maschinenbett ist eine verwindungssteife Schweißkonstruktion, während
die Ober-und Unterschlitten der einzelnen Baueinheiten 4, 5, 4', 5' aus Gußeisen bestehen.
Alle Baueinheiten haben gehärtete Führungsbahnleisten und Schlittenrollenlager.
[0014] Wenn es die Raumverhältnisse notwendig machen, kann das Werkstückspindellager 3 auf
dem Maschinenbett gegenüber den Schleifeinheiten 4, 5 auch verfahren werden, so daß
eine Zwei- oder Mehrstationenmaschine entsteht. Das Werkstück muß dabei nicht umgespannt
werden, sodaß weiterhin eine optimale Fertigungsgenauigkeit erreicht wird.
1. Schleifmaschine zum gleichzeitigen Innen-Außen- und/oder Planschleifen von Werkstücken
gekennzeichnet durch
ein als Mittenlager ausgebildete Werkstückspindeleinheit (3) zum mittigen Einspannen
der Werkstücke, welchem auf einem gemeinsamen Unterbau (1) zum gleichzeitigen doppelseitigen
Schleifen beidseitig mittels lösbarer Verbindungselemente (2) wahlweise Baueinheiten
zum Innenrundschleifen, Außenrundschleifen und/oder Planschleifen zugeordnet sind.
2. Schleifmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Werkstückspindeleinheit (3) gegenüber den Baueinheiten
zum Innenrund-, Außenrund- oder Planschleifen verfahrbar ist.
3. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mittenlager als hydrodynamisches oder hydrostatisches Gleitstützenlager ausgebildet
ist.
4. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beidseitig
einer Werkstückspindeleinheit (3) je eine aus einer Innen-und einer Außenschleifeinheit
bestehendes Baueinheiten-Paar angeordnet ist.
5. Schleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehrichtung und Anordnung von Werkstück und Schleifkörper so gewählt wird, daß sie
sich an den Berührungsstellen gegenläufig bewegen.