[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Aluminium-Knetlegierung, auf deren Verwendung
für Halbzeuge und Fertigteile sowie auf Verfahren zur Erzielung verbesserter Eigenschaften,
insbesondere verbesserter Festigkeitswerte an Halbzeugen und Fertigteilen aus dieser
Legierung.
[0002] Aluminium läßt sich durch Zulegieren anderer Metalle in seinen physikalischen und
chemischen Eigenschaften in vielfältiger Form abwandeln und durch Verfahrensmaßnahmen
auf bestimmte Ziele hin verbessern.
[0003] So ist beispielsweise aus der DE-AS 17 58 801 ein Verfahren zur Herstellung eines
Dosenkörpers bekanntgeworden, bei dem eine Aluminiumlegierung zu einem dünnen Band
ausgewalzt und sodann durch Tiefziehen und Abstreckziehen der Dosenkörper
[0004] geformt wird. Es wird vorgeschlagen, nicht wie üblich von einem weichgeglühten Bandabschnitt
auszugehen, sondern für das Tiefziehen und Abstreckziehen ein mindestens 75 % kaltverfestigtes
Band aus einer Aluminiumlegierung mit mindestens 96,5 % Aluminium, 0,75 bis 2,5 %
Eisen und 0,1 bis 2,5 % Magnesium und/oder 1,1 bis 1,5 % Mangan mit Silizium und anderen
zufälligen Beimengungen von höchstens 1 % zu verwenden. Auf diese Weise können zwar
Dosenkörper ausreichender Festigkeit hergestellt werden, nicht aber Dosendeckel, für
die eine Zugfestigkeit im kaltverfestigten Zustand von mindestens 350 N/mm
2 und eine Dehnung von mindestens 6 % verlangt werden. Als Ausgangsmaterial für die
Fertigung von Dosenkörpern und Deckeln sind daher zwei verschiedene Aluminiumlegierungen
erforderlich, wobei erhebliche Nachteile in Kauf genommen werden müssen, auf die weiter
unten noch eingegangen wird.
[0005] Nach dem aus der DE-OS 18 17 243 bekanntgewordenen Verfahren, können feinkörnige
Bänder aus manganhaltigen Aluminiumlegierungen hergestellt werden, indem beim Weichglühen
das Band vor Erreichen der Weichglühtemperatur mindestens 5 Stunden im Temperaturbereich
von 160°C bis knapp unter der Temperatur der vollständigen Rekristallisation gehalten
wird. Die Zugfestigkeitswerte eines derartig behandelten, 0,1 mm dicken Bandes einer
A1-Mn-Legierung mit 1,2 % Mn, 0,6 % Fe, 0,3 % Si, 0,1 % Cu, liegen im rekristallisierten
Zustand bei 110 bis 130 N/mm
2, was für viele Anwendungszwecke zu niedrig ist.
[0006] Nach einem weiteren - aus der DE-AS 22 21 660 bekanntgewordenen - Verfahren-, kann
die Bruchdehnung von Aluminiumlegierungen hoher Festigkeit durch ein mehrstufiges
Glüh-und Umformverfahren verbessert werden. Dieses Verfahren soll für Legierungen
mit 0,05 bis 1 % Eisen, 0,05 bis 1 % Silizium sowie mindestens einem der Legierungszusätze
aus der Gruppe bis zu 5 % Magnesium, weniger als 3 % Mangan, weniger als 1 % Kupfer,
weniger als 0,5 % Chrom, weniger als 0,5 % Zink, weniger als 0,5 % Zirkonium, weniger
als 0,5 % Titan und/oder weniger als 0,1 % Bor, Rest Aluminium mit den üblichen herstellungsbedingten
Verunreinigungen von insgesamt weniger als 1,5 %, einzeln jedoch weniger als 0,5 %,
geeignet sein. Abgesehen davon, daß das Verfahren vergleichsweise aufwendig ist, sind
die Zugfestigkeitswerte im Bereich von 450 N/mm
2 und höher bzw. die Dehnungswerte von mindestens 5 %,nur für eine Legierung mit 0,08
% Silizium, 0,44 % Kupfer, 0,77 % Mangan, 0,10 % Chrom, 2,9 % Magnesium, 0,02 % Zink,
0,17 % Eisen, 0,01 % Titan, Rest Aluminium, dargelegt, die wegen des hohen Magnesiumgehaltes
für Gegenstände, die durch Tief-und Abstreckziehen geformt oder die löt- und emaillierbar
sein müssen, nicht geeignet sind.
[0007] Aus alledem ergibt sich, daß die Bemühungen um eine Verbesserung der Eigenschaften
von Aluminiumlegierungen häufig zwar erfolgreich sind, zugleich aber auch zu einer
weiteren Anwendungs-Spezialisierung der Werkstoffe führen, was im Hinblick auf die
Notwendigkeit der Rohstoff- und Energieeinsparungen unerwünscht ist. Der Erfindung
liegt die Aufgabe zugrunde, eine vielfältig anwendbare Aluminium-Knetlegierung zu
schaffen, die - bei ggfs. unterschiedlicher Verarbeitung - ein breites Eigenschaftsfeld
abdecken kann, die weder bei der Herstellung noch beim Rezyklieren besondere Schwierigkeiten
bereitet und die mit den für Aluminium üblichen und unproblematischen Legierungselementen
auskommt.
[0008] Diese Aufgabenstellung sei anhand von zwei speziellen Problemkreisen noch näher erläutert.
[0009] Aluminium-Dosen werden seit Jahren in steigendem Maße als Einweg-Behälter für Getränke,
insbesondere für Bier und kohlensäurehaltige Erfrischunsgetränke verwendet. Sie bestehen
aus einem durch Tief- und Abstreckziehen hergestellten einteiligen Dosenkörpern und
einem nach dem Befüllen aufgebördelten Deckel mit Aufreißlasche. Ausgangsmaterial
für die Fertigung der Dosenkörper und Deckel sind gewalzte Bänder aus voneinander
abweichenden Aluminiumlegierungen.
[0010] Für die Deckel wird üblicherweise eine AlMg 4,5 Mn-Legierung (US-Bezeichnung 5182)
in hoch kaltverfestig-
1 tem Zustand (H 19) verwendet, die nach der teilweisen Entfestigung beim Einbrennlackieren
eine Zugfestigkeit von mindestens 350 N/mm
2 und eine Dehnung von mindestens 6 % aufweist. Diese Werte müssen eingehalten werden,
damit der durch Einprägungen längs der Aufreißlinie geschwächte Deckel einerseits
dem geforderten Berstdruck für mit C0
2-haltigen Getränken gefüllte Dosen standhal-. ten kann und andererseits ein rißfreies
Aufbördeln möglich ist. Die genannte Legierung ist - wie langjährige Versuche gezeigt
haben - selbst mit geringerer Kaltverfestigung für die Herstellung der Dosenkörper
nicht geeignet. Da das angestrebte Verhältnis von Höhe zu Durchmesser durch Tiefziehen
allein nicht zu erreichen ist, werden die Dosen durch Tief- und Abstreckziehen hergestellt.
Dabei hat sich herausgestellt, daß Legierungen mit einem Mg-Gehalt von mehr als 1
% beim Abstreckziehen zum Abrieb und Anhaften am Werkzeug neigen, was zu unerwünschten
Ziehriefen und häufigen Stillstandszeiten führt. Eine wirtschaftliche Fertigung der
Dosenkörper ist mit derartigen Legierungen nicht möglich. Für die Herstellung des
Dosenkörpers wird daher ganz überwiegend eine AlMn1 Mg 1-Legierung (US-Bezeichnung
3004) verwendet. Sie weist nach dem Einbrennlackieren die geforderte Zugfestigkeit
von mindestens 270 N/mm
2 und eine Dehnung von 1 % auf und läßt sich einwandfrei abstreckziehen.
[0011] Die im Hinblick auf die unterschiedlichen Anforderungen bisher übliche Verwendung
von zwei verschiedenen Aluminiumlegierungen für die Herstellung von Getränkedosen,
erfordert nicht nur ein durchgehend zweigleisiges Fertigungsverfahren mit sorgfältiger
Trennung des insbesondere beim Ausstanzen der Ronden in größerem Umfang anfallenden
Abfallmaterials, sie erschwert auch ganz erheblich die Bestrebungen zur Material-
und Energieeinsparung durch Rezyklieren der geleerten Dosen. Beim Einschmelzen rückgeführter
Dosen erhält man je nach Schrottanteil eine Legierung mit ca. 1 % Mn und mehr als
1 aber weniger als 4,5 % Mg, die ohne legierungstechnische Maßnahmen weder für die
Herstellung von Deckeln noch für die Herstellung von Dosenkörpern geeignet ist. Um
auf eine der beiden brauchbaren Legierungen zu kommen, müssen teure Rohmetalle zulegiert
werden, wodurch das Rezyklieren für den einzelnen Hersteller wirtschaftlich an Interesse
verliert und deswegen die gesamtwirtschaftlich notwendige Altmaterialrückführung nicht
in dem wünschenswerten Maße gefördert wird.
[0012] Zur Überwindung der genannten Schwierigkeiten ist in der US-PS 37 87 248 ein Verfahren
zur Herstellung von Bändern für die Deckelfertigung vorgeschlagen worden, bei dem
von einer Legierung ausgegangen wird, die im wesentlichen die gleiche Zusammensetzung
aufweist, wie die für den Dosen- körper zu verwendende.
[0013] Die Legierung soll 0,5 bis 2 % Mn und 0,4 bis 2 % Mg, Rest im wesentlichen Al, enthalten.
Nach einer Homogenisierungsglühung von 2 bis 24 Stunden bei etwa 455 bis 655
0C (850 bis 1150°F) wird das Material in mehreren Schritten unter Einhaltung bestimmter
Starttemperaturen und Abwalzgrade warm und kalt abgewalzt und anschließend einer Wärmebehandlung
zur Stabilisierung des Gefügezustandes unterzogen. Im günstigsten Fall wird eine Zugfestigkeit
von 316 N/mm
2 (45 psi) bei einer Dehnung von 4 % erreicht. Man sieht, daß trotz eines vergleichsweise
aufwendigen Herstellungsverfahrens die eingangs erwähnten Forderungen nicht erfüllt
werden. Diese könnten erreicht werden, wenn der obere Teil des angegebenen Mg-Bereiches,
d.h. über 1 bis 2 % ausgenützt würde. Dann ist die Legierung für die Herstellung von
Dosen-körpern durch Abstreckziehen mit Sicherheit aber nicht geeignet. Das in der
US-PS vorgeschlagene Verfahren kann daher nicht als ein befriedigender Kompromiß angesehen
werden.
[0014] Nach einem anderen Vorschlag (DE-OS 29 01 020) wird von einer Legierung mit 0,4 bis
1 % Mn und 1,3 bis 2,5 % Mg ausgegangen, die mittels Bandgießmaschine kontinuierlich
zu einem Band vergossen werden soll. Das Gußband soll warm zwischen vorzugsweise 490
und 280°C mindestens 70 % abgewalzt und aufgehaspelt werden, dann an ruhender Luft
abkühlen und schließlich auf Enddicke kalt gewalzt werden. Die erreichten Zugfestigkeitswerte
liegen im kaltverfestigten Zustand unter 350 N/mm
2 und fallen je nach der zur Simulation des Lackeinbrennens angewandten Glühtemperatur
auf 330 bis 310 N/mm
2 ab. Die angestrebte Dehnung von mindestens 6 % wird nur erreicht, wenn die Glühtemperatur
mindestens 200°C beträgt, wobei jedoch die Zugfestigkeit nur noch etwa 325 N/mm beträgt.
Auch für diesen Vorschlag gilt also, daß die angestrebten Werte für das Deckelmaterial
nicht erreicht werden konnten. Hinsichtlich der Schwierigkeiten beim Abstreckziehen
wird lediglich erwähnt, daß die angewandte Legierung eine geringere Neigung zum Haften
am Werkzeug zeigt, als konventionelle Dosenbandlegierungen. Insgesamt bringt daher
auch der Gegenstand der DE-OS 29 01 020 keine befriedigende Lösung des geschilderten
Problems.
[0015] Es besteht somit weiterhin die Aufgabe, eine für Deckel und Dosenkörper gleichermaßen
geeignete Aluminiumlegierung anzugeben.
[0016] Für andere Anwendungsbereiche werden löt- und emaillierbare Aluminiumlegierungen
benötigt, die außerdem bestimmte Mindest-Festigkeitswerte im vollständig rekristallisierten
Zustand aufweisen müssen.
[0017] Als löt- und emaillierbar werden Halbzeuge und Fertigteile bezeichnet, die - abgesehen
von einer evtl. notwendigen Entfettung - keine aufwendige Vorbehandlung durch Chromatieren,
Eloxieren, Plattieren, Galvanisieren oder dergleichen erfordern. Als vollständig rekristallisiert
wird der thermodynamisch stabile Zustand des Gefüges verstanden, der bei Halbzeugen
oder Fertigteilen auch mit "weich" bezeichnet wird.
[0018] Aus DIN 1725 in Verbindung mit DIN 1745, jeweils Teil 1 (Ausgabe Dezember 1976) ist
eine Al-Mn-Legierung (Werkstoff-Nr. 3.0515) bekannt, die im weichen Zustand eine Mindestzugfestigkeit
von 90 N/mm
2 und eine 0,2-Streckgrenze von 35 N/mm
2 aufweist. Durch einen Zusatz von Cu (Werkstoff-Nr. 3.0517) kann die Zugfestigkeit
zwar auf 145 N/mm
2 verbessert werden, die 0,2-Streckgrenze bleibt jedoch bei 35
N/mm
2. Durch einen Zusatz von Mg (Werksbff-Nr. 3.026) kann die Mindestzugfestigkeit auf
155 N/mm
2 und die 0,2-Streckgrenze auf 60 N/mm
2 im weichen Zustand gesteigert werden.
[0019] Beide festigkeitssteigernden Maßnahmen genügen den hier gestellten Anforderungen
nicht und sind in anderer Hinsicht nachteilig. Während der Zusatz von Cu in Mengen
von 0,05 bis 0,20 % bereits eine erhebliche Beeinträchtigung der Korrosionsbeständigkeit
mit sich bringt, ist eine Al-Mn-Legierung mit 0,8 bis 1,3 % Mg nicht mehr löt- oder
emaillierbar. Die eingangs genannten Bedingungen sind auf diesem Wege also nicht zu
erfüllen.
[0020] Bekannt sind auch löt- und emaillierbare Al-Mn-Legierungen mit verbesserten Festigkeitseigenschaften,
deren Anwendungsbereich durch einen Zusatz von Zirkonium und/oder Chrom erweitert
worden ist (vergl. DE-PS 16 08 198, 16 08 766, DE-AS 25 29 064, DE-OS 25 55 095).
In diesen Fällen handelt es sich jedoch nur um die Erzeugung eines rekristallisationsträgen
Gefüges, d.h. um eine Verschiebung des Festigkeitsabfalles zu höheren Temperaturen
hin. Im voraussetzungsgemäß "weichem" Zustand liegen die Festigkeitswerte dieser Legierung
wieder deutlich unter den an- - gestrebten Werten.
[0021] Aus derartigen Legierungen hergestellte Teile können bei der Fertigung (Löt- und
Emailliervorgänge) oder auch bei ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch höheren Temperaturen
ausgesetzt werden als übliche Al-Mn-Legierungen, weil der Zr- und/oder Cr-Zusatz einen
nennenswerten Abfall der durch Kaltumformung erzielten Gefügeverfstigung bei Temperatureinwirkungverhindert.
Die Rekristallisationshemmung bleibt jedoch nur bis zu einer bestimmten Temperatur
bzw. Einwirkungsdauer bestehen. Werden gewisse Grenzwerte während der Fertigung der
Teile oder bei deren bestimmungsge--mäßen Gebrauch überschritten, so geht bei diesen
Legierungen das Gefüge oft in den thermodynamisch stabilen, d.h. weichen Zustand über,
wodurch die Festigkeitswerte für viele Anwendungsfälle nicht mehr ausreichend sind.
[0022] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabenstellung läßt sich demnach dahingehend
ergänzen, daß eine Aluminiumlegierung gesucht wird, die sowohl allen Anforderungen
genügt, die bei der Getränkedosenherstellun
g erfüllt sein müssen, als auch den Anforderungen, die bei der Herstellung von löt-
und emaillierbarem Halbzeug und Fertigteilen verlangt werden.
[0023] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Aluminium-Knetlegierung vorgeschlagen, die gekennzeichnet
ist durch 1,15 bis 2 % Mangan, mehr als 1,0 und bis 2,0 % Silizium, 0,25 bis 0,65
% Magnesium, 0,2 bis 1,0 % Eisen, höchstens 0,3 % Kupfer, höchstens 0,2 % Zink, höchstens
0,1 % Zirkonium, höchstens 0,1 % Titan, Rest Aluminium, einschließlich insgesamt maximal
0,2 % sonstige Verunreinigungen.
[0024] Der Siliziumgehalt der Aluminium-Knetlegierung beträgt vorzugsweise 1,2 bis 1,8 %
oder noch besser 1,38 bis 1,57 %.
[0026] Ferner ist es möglich, bei der erfindungsgemäßen Aluminium-Knetlegierung die zuvor
genannten eingeschränkten Siliziumbereiche mit den vorstehenden Abstimmungsbedingungen
zu kombinieren.
[0027] Zur weiteren Verbesserung von Festigkeit und Dehnung enthält die Legierung 0,1 bis
0,3 % Cu, vorzugsweise 0,15 bis 0,25 %.
[0028] Ein weiterer Aspekt des Erfindungsgedankens bezieht sich auf Halbzeuge, insbesondere
Walzbänder, die aus einer Legierung gemäß den vorgenannten Zusammensetzungen bestehen.
Insbesondere betrifft der Erfindungsgedanke auch Halbzeuge oder Fertigteile aus dieser
Legierung, die im kaltverfestigten Zustand eine Zugfestigkeit von mindestens 350 N/mm
2 und eine Dehnung von mindestens 6 % aufweisen. Andererseits sollen die Halbzeuge
oder Fertigteile aus dieser Legierung im vollständig rekristallisierten Zustand eine
Zugfestigkeit von mindestens 150 N/mm
2 und eine Streckgrenze von mindestens 80 N/mm
2 aufweisen. Schließlich lassen sich aus der Legierung Halbzeuge oder Fertigteile herstellen,
die im kaltverfestigten Zustand eine Zugfestigkeit von mindestens 350 N/mm
2 und eine Dehnung von mindestens 6 % aufweisen und die im vollständig rekristallisierten
Zustand eine Zugfestigkeit von mindestens 150 N/mm
2 und eine Streckgrenze von mindestens 80 N/mm
2 aufweisen.
[0029] Zur Herstellung von Walzbändern aus einer Legierung entsprechend der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung, geht man zweckmäßigerweise so vor, daß ein Gußblock warm und/oder
kalt bis auf eine Zwischendicke D
z abgewalzt wird, daß danach das Zwischenband bei 450 bis 580°C einer Rekristallisationsglühung
unterworfen wird und daß schließlich das Zwischenband mit einer Mindestgeschwindigkeit
V ( K/s) abgekühlt und mit einem Mindestabwalzgrad ϕ (%) auf die Enddicke D
e abgewalzt wird. Bei der Herstellung ist je nach der geforderten Endfestigkeit R
m (N/mm
2) folgende Bedingung einzuhalten:

[0030] Bei einer geforderten Endfestigkeit des Walzbandes im Bereich 220 bis 275 N/mm
2, kann das vorgenannte Verfahren dahingehend abgewandelt werden, daß das Zwischenband
bei 450 bis 580°C geglüht, an ruhender Luft abgekühlt und mit einem Endabwalzgrad
f = f (R
m) gemäß Diagramm in Figur 2 kalt auf Enddicke abgewalzt wird. Andererseits kann bei
einer geforderten Endfestigkeit im Bereich 220 bis 275 N/mm
2 auch so vorgegangen werden, daß in üblicher Weise direkt auf Enddicke abgewalzt,
danach das Band bei 450 bis 580°C rekristallisierend geglüht und mit einer Geschwindigkeit
V = f (R ) gemäß Diagramm in Figur 3 auf unter 250°C abgekühlt wird. Liegt ein im
Bandgießverfahren hergestelltes Gußband vor, das mit mindestens 10°K/s abgekühlt wurde,
so kann ohne Rekristallisationsglühung direkt warm und/oder kalt bis auf die Enddicke
abgewalzt werden. Im allgemeinen wird zweckmäßigerweise auf eine Zwischendicke D
z von 1 bis 4 mm abgewalzt bzw. auf eine Enddicke D
e von 0,20 bis 0,50 mm. Die Legierung bzw. die daraus hergestellten Walzbänder werden
vorzugsweise für Fertigteile, insbesondere Dosen, aber auch nur für Dosenkörper oder
Dosendeckel, verwendet.
[0031] Zur Herstellung von löt- und emaillierbaren Halbzeugen oder Fertigteilen aus der
erfindungsgemäßen Legierung, geht man so vor, daß die Halbzeuge oder Fertigteile abschließend
einer rekristallisierenden Wärmebehandlung von mindestens 3 Minuten bei 450 bis 600°C
unterworfen werden. Diese abschließende Wärmebehandlung kann zweckmäßigerweise zugleich
mit dem Email-Einbrennvorgang oder mit dem Lötvorgang erfolgen.
[0032] Nach der Erfindung ist es möglich, von einer einzigen Aluminiumlegierung für die
Herstellung der Dosenkörper und Dosendeckel auszugehen. Damit entfallen alle Schwierigkeiten,
die sich aus der bisher üblichen Verwendung von zwei verschiedenen Legierungen ergeben.
Die Rückführung des Dosenmaterials ist dadurch wirtschaftlich wesentlich interessanter
geworden und für alle Beteiligten, d.h. die Dosenhersteller, die Getränkeabfüller
und die Endverbraucher, besteht ein höherer Anreiz, das Material der geleerten Getränkedosen
der Wiederverwendung zuzuführen.
[0033] Ein ganz wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß der Magnesiumgehalt
gegenüber den bisher für Getränkedosen verwendeten Aluminiumlegierungen erheblich
verringert werden kann. In den USA wurden 1978 ca. 1 Mio. Tonnen Walzbänder für Getränkedosen
gebraucht. Bei einer hoch angesetzten Rezyklierungsquote von 40 % verbleibt ein Bedarf
an Neumetall von 600.000 t. Nimmt man einmal an, daß für diese Menge 1 % Magnesium
durch 1 % Silizium ersetzt werden kann, so ergibt sich bei einem Preisunterschied
für diese Metalle von etwa 3,-- DM/Kg und einem Bedarf anLegierungsmetall von 6000
t, eine Ersparnis von 6000 t x 3.000,-- DM/t = 18 Mio. DM bei Anwendung der Erfindung
zur Bereitstellung des Jahresbedarfs an Bandmaterial.
[0034] Für die Aufbereitung der angenommenen 40 % rezyklierter Dosenschrotte zu 400.000
t Dosenband (davon 320.000 t für Dosenkörper und 80.000 t für Dosendeckel), werden
etwa 2.000 t Magnesium zum Auflegieren des Deckelmaterials und ca. 78.000 t Hüttenaluminium
zum Verdünnen des Dosenkörpermaterials benötigt. Würde der Dosenschrott aus einheitlichem
Material gemäß der Erfindung bestehen, so würde das Material praktisch ohne Einsatz
von Neumetall wiederverwendbar sein, woraus sich eine weitere Ersparnis in der Größenordnung
von 6 Mio. DM allein aus dem Wegfall - der Kosten für das Magnesiumneumetall ergeben.
Die vorstehend genannten Ersparnisse sind selbstverständlich in erster Linie abhängig
von den Metallpreisen. Es ist jedoch abzusehen, daß in Zukunft eher noch höhere Ersparnisse
erzielt werden können, weil die Herstellung der Reinmetalle mit einem hohen Energieverbrauch
verbunden ist und bei den Energiekosten mit weiter steigender Tendenz zu rechnen ist.
[0035] Zur weiteren Erläuterung wird auf die Figuren verwiesen.
[0036] Figur 1 zeigt die erreichten Zugfestigkeitswerte in Abhängigkeit vom Magnesiumgehalt
der Legierung für verschiedene Abkühlgeschwindigkeiten und Abwalzgrade nach einer
Rekristallisationsglühung bei 520°C. Bei den Proben 1 und 2 gemäß Tabelle 1 liegt
der Magnesiumgehalt unterhalb 0,25 % und es werden unter allen Abkühl- und Abwalzbedingungen
nur vergleichsweise geringe Zugfestigkeitswerte erreicht. Bei den Proben 3 bis 7 dagegen
werden praktisch unabhängig vom Magnesiumgehalt, der zwischen 0,26 und 0,66 % variiert
wurde, deutlich höhere Zugfestigkeitswerte erreicht. Eine Zugfestigkeit über 370 N/mm
2 ergibt sich bei einer Abkühlung mit 90°K/s und einem Abwalzgrad von 75 % (obere Kurve).
Mit der gleichen Abkühlgeschwindigkeit, aber nur 45 % Abwalzgrad, liegen die Zugfestigkeitswerte
um 325 N/mm
2 (untere Kurve). Bei der mittleren Kurve sind die Proben mit nur 2°K/s abgekühlt,
aber mit 82 % Abwalzgrad auf Enddicke abgewalzt worden; es ergeben sich Zugfestigkeitswerte
um 335 N/mm
2. Diese Versuchsergebnisse zeigen, daß der Magnesiumgehalt oberhalb 0,25 % keinen
Einfluß auf die Endfestigkeit hat und daß er im untersuchten Bereich daher beliebig
auf evtl. andere Bedingungen der Herstellung von Getränkedosen einstellbar ist. Ferner
ist ersichtlich, daß bei entsprechender Wahl der Verfahrensparameter die für Dosendeckel
geforderte Zugfestigkeit von 350 N/mm
2 erreicht und deutlich überschritten werden kann, so daß das Material selbst nach
einer teilweisen Entfestigung beim Lackeinbrennen die Anforderungen erfüllt. Andererseits
zeigen die beiden unteren Kurven, daß mit hoher Abkühlgeschwindigkeit und geringem
Abwalzgrad das gleiche erreicht werden kann, wie mit niedriger Abkühlgeschwindigkeit
und hohem Abwalzgrad. Sofern für die Fertigung der Bänder keine Durchlauf-, Glüh-
und Abschreckanlage zur Verfügung steht, kann also durch einen höheren Abwalzgrad
das gleiche erreicht werden. Umgekehrt kann die Endabwalzung mit kleinerem Abwalzgrad
und damit wirtschaftlicher durchgeführt werden, wenn entsprechend hohe Abkühlgeschwindigkeiten
realisierbar sind.
[0037] Dieser Zusammenhang ist unter Einbeziehung der geforderten Endfestigkeit in der oben
genannten Ungleichung formuliert und in Figur 4 für verschiedene Zugfestigkeitswerte
noch einmal grafisch dargestellt. Da für den Abwalzgrad gilt

läßt sich die Ungleichung auch wie folgt schreiben:

[0038] Für den praktischen Betrieb kann man also bei vorgegebener Endfestigkeit und je nach
erreichbarer Abkühlgeschwindigkeit ohne weiteres die erforderliche Zwischendicke berechnen,
wenn die Enddicke vorgegeben ist.
[0039] Es ist noch darauf hinzuweisen, daß die Ungleichung für ϕ nur für Werte R
m ≥ 275 N/mm
2 gilt. Bei R
m = 275 N/mm
2 ergibt sich für ϕ der Wert ≥ 0, d.h. es wäre unabhängig von der Abkühlgeschwindigkeit
keine weitere Abwalzung erforderlich.
[0040] Bei Anwendung des Erfindungsgedankens wird es zwar hauptsächlich auf den Festigkeitsbereich
oberhalb 275 N/mm
2 ankommen, aber auch für den darunterliegenden Bereich lassen sich für die Legierung
Verfahrensbedingungen angeben, die zu einer vorgegebenen Endfestigkeit führen.
[0041] Figur 2 zeigt den erforderlichen Abwalzgrad in Abhängigkeit von der geforderten Festigkeit
für ein bei 520°C geglühtes Band, das an ruhender Luft mit ca. 2°K/s abgekühlt wurde.
Ein derartiges Band hat eine Festigkeit von ca. 220 N/mm
2, die bei einem Abwalzgrad von 60 % bis auf etwa 290 N/mm
2 gesteigert werden kann.
[0042] Figur 3 zeigt die erforderliche Abkühlgeschwindigkeit in Abhängigkeit einer vorgegebenen
Endfestigkeit für ein auf Enddicke gewalztes und dann bei 520°C geglühtes Band.
[0043] Ausgehend von der erfindungsgemäßen Legierung wird demnach ein Verfahren angegeben,
mit dem Bänder für die Fertigung von Getränkedosen hergestellt werden können, die
jede in diesem Anwendungsbereich geforderte Endfestigkeit aufweisen können. Das damit
zur Verfügung gestellte Bandmaterial kann für die Herstellung von Dosendeckeln verwendet
werden, für die eine Festigkeit von mindestens 350 N/mm
2 gefordert wird; es kann aber auch zur Herstellung der Dosenkörper durch Tief- und
Abstreckziehen eingesetzt werden, weil es wegen des niedrigen Magnesiumgehaltes bei
diesen Umformoperationen keine Schwierigkeiten bietet. Damit ist für die Herstellung
von Getränkedosen ein Weg gefunden worden, der die Fertigung wesentlich vereinfacht,
das Rezyklieren des Altmaterials wirtschaftlich interessanter macht und ganz erhebliche
Einsparungen mit sich bringt.
[0044] Bei der Herstellung von löt- und emaillierbarem Halbzeug oder Fertigteilen wird die
abschließende Wärmebehandlung zweckmäßigerweise bei 450 bis 600°C durchgeführt. Besonders
vorteilhaft ist es, wenn die abschließende Wärmebehandlung bei emaillierten Halbzeugen
oder Fertigteilen gleichzeitig mit dem Email-Einbrennvorgang erfolgt. Bei gelöteten
Halbzeugen oder Fertigteilen wird die abschließende Wärmebehandlung vorteilhafterweise
gleichzeitig mit dem Lötvorgang vorgenommen. Zur weiteren Steigerung der Zugfestigkeits-
und 0,2-Streckgrenzwerte, können die Halbzeuge oder Fertigteile nach der abschließenden
Wärmebehandlung einer forcierten Kühlung unterworfen werden. Ist die abschließende
Wärmebehandlung bei einer Temperatur in der Nähe des oberen Grenzwertes vorgesehen,
so muß der Magnesiumgehalt der Legierung auf 0,25 bis 0,50 % eingeschränkt werden.
[0045] Bei einem ähnlichen Verfahren (vergl. DE-PS 27 54 673) werden mit einer vergleichbaren
Legierung, die jedoch maximal 0,2 % Mg enthalten kann, zwar die angestrebten Zugfestigkeitswerte
von mindestens 150 N/mm
2, nicht aber die gefordertenO,2-Streckgrenzwerte von mindestens 80 N/mm
2 erreicht. Letztere liegen unabhängig von der angewandten Temperatur der abschließenden
Wärmebehandlung bei 50 N/mm
2 oder weniger darüber. Sie sind für eine Reihe von Anwendungsfällen nicht ausreichend.
Überraschenderweise hat sich herausgestellt, daß die 0,2-Streckgrenze noch erheblich
verbessert werden kann, wenn der Mg-Gehalt auf 0,25 bis 0,65 % angehoben wird, ohne
daß Nachteile hinsichtlich der Löt- und Emaillierbarkeit auftreten. Bei Mg-Gehalten
von mehr als 0,2 % war nach bisheriger Auffassung die Emaillierbarkeit von Al-Mn-Legierungen
nur nach einer aufwendigen Vorbehandlung gegeben. In der Literatur wird sogar gefordert,
den Mg-Gehalt unter 0,01 bzw. 0,05
.% zu halten (vergl. Aluminium-Taschenbuch, 14. Auflage (1974) Seite 734, Abs. 4; Z.
Aluminium, 47. Jahrgang (1971) Seite 688, Tafel 1).
[0046] Es wurden Proben mit der Zusammensetzung nach Tabelle 1 untersucht. Dabei entsprechen
die Proben 1 und 2 der DE-PS 27 54 673, während die übrigen einen steigenden Mg-Gehalt
im Rahmen des beanspruchten Bereichs aufweisen. Die nach einer 30 minütigen Glühung
bei einer üblichen Emaillier-Einbrenntemperatur von 560°C erreichten Festigkeitswerte,
sind aus Tabelle 2 ersichtlich. Es wurden Zugfestigkeitswerte von über 200 N/mm
2 und 0,2-Streckgrenzwerte von 85 bis 98 N/mm
2 bei gleichbleibenden Dehnungswerten von rund 20 % erreicht. Alle Proben haben den
Email-Hafttest gemäß Merkblatt DEZ F 17 des deutschen Email-Zentrums nach 96 Stunden
in einer Antimontrichloridlösung einwandfrei überstanden. Diese Ergebnisse widerlegen
die verbreitete Auffassung, daß ein Magnesiumzusatz bei Al-Mn-Legierungen, die emailliert
werden sollen, zu vermeiden ist. (Z. Aluminium, 47. Jahrgang (1971), Seite 688, rechte
Spalte, Abs. 3) In Figur 5 ist für eine Legierung mit 1,55 Mn, 1,53 % Si, 0,39 % Mg,
0,61 % Fe, 0,09 % Zr, Rest Aluminium und Verunreinigungen der Anstieg der Zugfestigkeits-
und 0,2-Streckgrenzwerte in Abhängigkeit von der Temperatur der abschließenden Wärmebehandlung
dargestellt. Es ist deutlich zu erkennen, daß oberhalb von 450
0C eine bemerkenswerte Steigerung beider Werte auftritt. Ohne Magnesiumzusatz in der
beanspruchten Menge ist keine Steigerung der 0,2-Streckgrenzwerte zu erreichen und
die Zugfestigkeitswerte gehen nicht wesentlich über 160 N/mm
2 hinaus. (vergl. DE-AS 27 54 673, Diagramm I) Demgegenüber läßt sich für den Zustand
"weich" die 0,2-Streckgrenze erfindungsgemäß auf über 80 N/mm
2 anheben und die Zugfestigkeit auf über 200 N/mm
2 steigern.
[0047] Beim Hartlöten mit Flußmitteln gilt in Al-Mn-Legierungen Magnesium als benetzungsschädlich.
Es kann davon ausgegangen werden, daß dieser Nachteil ebenso wenig auftritt, wie eine
Beeinträchtigung der Emailhaftung, wenn die Legierungsbestandteile entsprechend der
Erfindung aufeinander abgestimmt werden. Da beim Hartlöten üblicherweise aber höhere
Temperaturen als beim Emaillieren angewendet werden, ist noch zu beachten, daß die
Solidus-Temperatur mit steigendem Mg-Gehalt herabgesetzt wird.
[0048] Dieser Zusammenhang ist aus Figur 6 ersichtlich. Für derartige Anwendungsfälle ist
daher die Obergrenze des Mg-Gehaltes in Abhängigkeit von der Temperatur des Lötvorgangs
herabzusetzen. Im allgemeinen genügt es, den Mg-Gehalt auf 0,5 % zu begrenzen, um
bei einer Hartlöttemperatur bis 600
0C ein Anschmelzen zu vermeiden.

1. Aluminium-Knetlegierung gekennzeichnet durch 1,15 bis 2,0 % Mangan, mehr als 1,0
bis 2,0 % Silizium, 0,25 bis 0,65 % Magnesium, 0,2 bis 1,0 % Eisen, höchstens 0,3
% Kupfer, höchstens 0,2 % Zink, höchstens 0,1 % Zirkonium, höchstens 0,1 % Titan,
Rest Aluminium, einschließlich insgesamt maximal 0,2 % sonstige Verunreinigungen.
2. Aluminium-Knetlegierung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Siliziumgehalt
von 1,2 bis 1,8 /.
3. Aluminium-Knetlegierung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Siliziumgehalt
von 1,38 bis 1,57 %.
4. Aluminium-Knetlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit der Maßgabe, daß der
Siliziumgehalt 0,85 bis 2,0 % beträgt und daß die Legierungsgehalte wie folgt aufeinander
abgestimmt sind:
0,3 (2Mg+Fe+Mn+1) ≤ Si
Mn ≥ 1,5 Fe
Mn+Fe ≥ 1,5
Mn+Si ≥ 2,3.
5. Aluminium-Knetlegierung nach Anspruch 4 mit der Maßgabe, daß der Siliziumgehalt
den Bereichen der Ansprüche 1 bis 3 entspricht.
6. Aluminium-Knetlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch
0,1 bis 0,3 %, vorzugsweise 0,15 bis 0,25 % Kupfer.
7. Halbzeuge bestehend aus einer Legierung nach'einem der Ansprüche 1 bis 6.
8. Walzbänder bestehend aus einer Legierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
9. Halbzeuge oder Fertigteile bestehend aus einer Legierung nach einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie im kaltverfestigten Zustand eine Zugfestigkeit
von mindestens 350 N/mm2 und eine Dehnung von mindestens 6 % aufweisen.
10. Halbzeuge oder Fertigteile bestehend aus einer Legierung nach einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie im vollständig rekristallisierten Zustand
eine Zugfestigkeit von mindestens 150 N/mm2 und eine Streckgrenze von mindestens 80 N/mm2 aufweisen.
11. Halbzeuge oder Fertigteile bestehend aus einer Legierung nach einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie im kaltverfestigten Zustand eine Zugfestigkeit
von mindestens 350 N/mm2 und eine Dehnung von mindestens 6 % aufweisen und daß sie im vollständig rekristallisierten
Zustand eine Zugfestigkeit von mindestens 150 N/mm2 und eine Streckgrenze von mindestens 80 N/mm2 aufweisen.
12. Verfahren zur Herstellung von Walzbändern aus einer Legierung nach einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gußblock warm und/oder kalt bis auf eine
Zwischendicke Dz abgewalzt wird, daß danach das Zwischenband bei 450 bis 580°C einer Rekristallisationsglühung
unterworfen wird und daß schließlich das Zwischenband mit einer Mindestgeschwindigkeit
V (°K/s) abgekühlt und mit einem Mindestabwalzgrad ϕ (%) auf die Enddicke De abgewalzt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß je nach der geforderten
Endfestigkeit R
m (
N/mm
2) folgende Bedingung einzuhalten ist:
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer geforderten
Endfestigkeit im Bereich 220 bis 275 N/mm2 das Zwischenband bei 450 bis 580°C geglüht, an ruhender Luft abgekühlt und mit einem
Endabwalzgradf = f (R ) gemäß Diagramm.in Figur 2 kalt auf Enddicke abgewalzt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer geforderten
Endfestigkeit im Bereich 220 bis 275 N/mm2 in üblicher Weise direkt auf Enddicke abgewalzt, danach das Band bei 450 bis 580°C
rekristallisierend geglüht und mit einer Geschwindigkeit V = f (Rm) gemäß Diagramm in Figur 3 auf unter 250°C abgekühlt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß von einem mit
mindestens 10°K/s abgekühlten Gußband ausgegangen wird und daß ohne Rekristallisationsglühung
direkt warm und/oder kalt bis auf die Enddicke abgewalzt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß auf
eine Zwischendicke Dz von 1 bis 4 mm abgewalzt wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß auf
eine Enddicke De von 0,20 bis 0,50 mm abgewalzt wird.
19. Verwendung der Legierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, oder nach einem der
Ansprüche 11 bis 17 hergestellten Walzbänder für Fertigteile, insbesondere Dosen,
aber auch für Dosen-körper und Dosendeckel.
20. Verfahren zur Herstellung von löt- und emaillierbaren Halbzeugen oder Fertigteilen
aus einer Legierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Halbzeuge oder Fertigteile abschließend einer rekristallisierenden Wärmebehandlung
von mindestens 3 Minuten bei 450 bis 600°C unterworfen werden.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die abschließende Wärmebehandlung
zugleich mit dem Email7Einbrennvorgang oder mit dem Lötvorgang erfolgt.