[0001] Die Erfindung betrifft einen abgasbetriebenen Rotationskolbenlader für die mechanisch
unabhängige Anordnung an der Abgasleitung einer Brennkraftmaschine mit zwei in Antriebsverbindung
miteinander stehenden Rotationskolbenmaschinen, von denen eine die Ladeeinheit und
die andere die Abgaseinheit des Rotationskolbenladers bildet.
[0002] Durch die DE-PS 2 232 592 des gleichen Erfinders ist ein abgasbetriebener Rotationskolbenlader
dieser Art bekannt, dessen Ladeeinheit und Abgaseinheit durch jeweils eine aussenachsige
Drehkolbenmaschine mit ruhender Arbeitskammerwandung gebildet sind. Gemeinsam mit
den vielfach verwendeten sog. Turboladern hat dieser bekannte Rotationskolbenlader
gegenüber mechanisch angetriebenen Ladern den Vorteil, dass die Aufladung der Brennkraftmaschine
in Abhängigkeit von dem Abgasstrom erfolgt, d.h. in Anpassung an den tatsächlichen
Luftbedarf. Bei mechanisch angetriebenen Ladern (Kompressoren) ist hingegen für die
Anpassung an den tatsächlichen Luftbedarf ein regelbares Getriebe erforderlich, da
der Luftbedarf nicht in direkter Abhängigkeit von der Drehzahl der Brennkraftmaschine
steht. Ausserdem entzieht ein mechanisch betriebener Lader der Brennkraftmaschine
Nutzleistung. Die Ausnutzung der Energie des Abgasstromes kann hingegen zur Verringerung
der Geräuschentwicklung beitragen, so dass sich der technische Aufwand für die "Auspuff"-Anlage
der Brennkraftmaschine verringert.
[0003] Der gegenwärtige Stand der technischen Entwicklung kommt beispielsweise in dem Fachartikel
"Turbo oder mechanischer Lader?" in der Zeitschrift "Automobil-Revue" Nr. 6 v. 11.
Februar 1982 (aus "Automo tive Industries" von John McElroy) zum Ausdruck. Der in
diesem Aufsatz erwähnte "Roots"-Kompressor stellt ebenfalls eine aussenachsige Drehkolbenmaschine
dar, die aufgrund ihrer festgelagerten Drehachsen für sehr hohe Drehzahlen geeignet
wäre und sich somit in kleiner Baugrösse und mit geringer Anlaufträgheit bauen liesse.
Tatsächlich werden diese Roots-Kompressoren jedoch mit verhältnismässig geringer Drehzahl
antrieben, da aufgrund starker Quetschströmungen mit höherer Drehzahl eine überaus
starke Geräuschentwicklung und ein stark ansteigender Leistungsbedarf vorhanden sind.
Die Quetschströmungen entstehen durch die sich beim Abwälzen beider Läufer aneinander
mit hoher Geschwindigkeit aufeinanderzu bewegenden Flächen.
[0004] Auch der Nachteil von Turboladern ist allgemein bekannt. Er ist durch die für Turbinen
charakteristische, nicht proportionale Leistungskurve verursacht, so dass die Aufladung
in den unteren Drehzahlbereichen und Lastzuständen der Brennkraftmaschine unzureichend
und nur bei Volleistung optimal ist. Um dieses Missverständnis zu verringern, ist
man dazu übergegangen, den Durchmesser der Abgasturbine so zu verringern, dass sie
schon bei Einviertel- oder Einhalbleistung des Motors die für die Aufladung notwendige
hohe Drehzahl hat.
[0005] Infolgedessen muss aber bei Vollast in technisch widersinniger Weise ein Teil des
Abgases ungenützt an der Turbine vorbeigeleitet werden, damit die Aufladung nicht
zu hoch wird.
[0006] Der eingangs erwähnten DE-PS 2 232 592 lag die Aufgabe zugrunde, eine abgasbetriebene
Ladevorrichtung zu schaffen, die sowohl in den unteren Drehzahlbereichen und Lastzuständen
als auch in den oberen eine optimale Aufladung sicherstellt. Eine optimale Aufladung
in oberen Drehzahlbereichen konnte mit den bisher bekannten abgasbetriebenen Rotationskolbenladern
wegen ihres zu hohen Eigenkraftbedarfes infolge von Quetschströmungsverlusten nicht
erreicht werden. Diese Quetschströmungen entstehen beim Eingriff des Kolbens des einen
Läufers in die Lücke des Gegenläufers. Da die bereits bekannten Rotationskolbenlader
folglich im oberen Drehzahlbereich dem Turbolader nicht überlegen waren und der Leistungsverbesserung
im unteren Drelzahlberich weniger Bedeutung beigemessen wurde, hat die Fachwelt :hnen
bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt.
[0007] Zusätzlich zu den durch Quetschströmungen verursachten Nachteilen hat der bisherige
abgasbetriebene Rotationskolbenlader den weiteren Nachteil, dass seine Herstellung
aufgrund der Form seiner Läufer und der erforderlichen genauen gegenseitigen geometrischen
Zuordnung, insbesondere unter Berücksichtigung der thermischen Belastungen, verhältnismässig
aufwendig ist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen für hohe Drehzahlen
geeigneten abgasbetriebenen Rotationskolbenlader zu finden, der Energieverluste und
Geräuschentwicklung durch Quetschströmungen auf ein unwesentliches Mass verringert,
keine oder nur vernachlässigbare schädliche Räume aufweist und damit in allen Drehzahlbereichen
einer Brennkraftmaschine eine optimale Aufladung ermöglicht. Ausserdem soll er mit
möglichst geringem konstruktivem Aufwand die hohen thermischen und mechanischen Belastungen
bewältigen, so dass er als dauerhaftes Massenprodukt preiswert herstellbar ist. Zur
Lösung dieser Aufgabe wird ein abgasbetriebener Rotationskolbenlader der eingangs
genannten Art vorgeschlagen, der erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet ist, dass
mindestens eine der Rotationskolbenmaschinen eine innenachsige Dreh- oder Kreiskolbenmaschine
ist.
[0009] Zum besseren Verständnis der verwendeten Terminologie sei auf das Fachbuch "Einteilung
der Rotationskolbenmaschinen" von F. Wankel, Deutsche Verlagsanstalt, Fachverlag,
Stuttgart, 1963, hingewiesen.
[0010] Gegenüber einer aussenachsigen Rotationskolbenmaschine, wie sie bei einem Lader entsprechend
der erwähnten DE-PS 2 232 592 verwendet wird, ergibt sich der wesentliche Vorteil,
dass das Aufeinanderzubewegen von Flächen während einer Eingriffsbewegung nicht mit
der Umfangsgeschwindigkeit eines bzw. der Läufer stattfindet, sondern mit einer relativen,
sich bis auf 0 verlangsamenden sinusartigen Bewegung, so dass die bisher zu grossen
Schwierigkeiten führenden Quetschströmungen praktisch vermieden werden.
[0011] Obwohl innenachsige Dreh- oder Kreiskolbenmaschinen in zahlreichen Ausführungen neben
den zahlreichen Rotationskolbenmaschinen, von denen die wesentlichen Beispiele in
dem erwähnten Fachbuch "Einteilung der Rotationskolbenmaschinen" gezeigt sind, seit
langem bekannt sind, war diese vorteilhafte Eigenschaft für die Anwendung für einen
abgasbetriebenen Rotationskolbenlader für den Fachmann nicht naheliegend gewesen.
Beispiele von innenachsigen Drehkolben- oder Kreiskolbenmaschinen mit Kämmeingriff
zeigen die DE-PS 103 82 (1879), die GB-PS 961 872, Fig. 3 der GB-PS 1 046 504, die
DE-OS 24 38 189 mit den entsprechenden US-PS 3 876 348, 3 800 941, 3 954 355 u.a.
In formaler Hinsicht ist zu bemerken, dass zwar die mechanische Kopplung einer innenachsigen
Rotationskolbenmaschine mit einer innenachsigen Brennkraftmaschine für die Vorkompression
und Nachexpansion beim Dieselverfahren an sich bekannt ist, jedoch ist diese Kombination
nicht vergleichbar mit einem mechanisch selbständig betriebenen Rotationskolbenlader,
dessen Arbeitsweise nicht in Taktabhängigkeit mit der Brennkraftmaschine, sondern
drehzahlunabhängig von der Brennkraftmaschine erfolgt. Eine Kombination dieser bekannten
Art, deren Rotationskolben Schlupfeingriff aufweisen, zeigt die US-PS 3 405 692.
[0012] Wenn innenachsige Rotationskolbenmaschinen nicht als Drehkolbenmaschinen, sondern
als Kreiskolbenmaschinen, also mit einem auf dem Umlauf- bzw. Exzenterzapfen einer
Kurbelwelle gelagerten Läufer ausgeführt werden, müssen am Aussengehäuse, wenn grosse
Steuerquerschnitte erreicht werden sollen, besondere Steuerorgane vorgesehen werden.
Entsprechend einer Ausführungsform der Erfindung sind die innenachsigen Maschinen
als Drehkolbenmaschinen ausgeführt, d.h. die Läufer drehen sich um fest gelagerte
Drehachsen, so dass der Aussenläufer grosse Ein- und Austrittskanäle des feststehenden
Gehäuses selbst absteuern kann. Abgesehen davon sind die Drehkolbenmaschinen infolge
ihrer Auswuchtbarkeit und des Fehlens fliehkraftbelasteter Lagerstellen für höchste
Drehzahlen geeigneter als Kreiskolbenmaschinen.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen zu entnehmen.
[0014] Da somit ein erfindungsgemässer abgasbetriebener Rotationskolbenlader im Gegensatz
zu Turbomaschinen nach dem Verdrängungsprinzip arbeitet und im Gegensatz zum Stand
der Technik entsprechend der DE-PS 2 232 592 die Verdrängungsbewegung zu keinen wesentlichen
Quetschströmungen führt und ausserdem schädliche Räume vermieden werden, ergibt sich
in jedem Drehzahlbereich der Brennkraftmaschine eine optimale Aufladung. Die Aufladung
ist optimal, da die durch die Ladeeinheit des Laders der Brennkraftmaschine zugeführte
Luftmenge im direkten Verhältnis zu der Menge des Abgasstromes liegt, der die Abgaseinheit
des Laders antreibt, d.h. der Abgasstrom steuert unmittelbar den Lader auf optimale
Weise.
[0015] In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 einen radialen Querschnitt durch die Ladeeinheit des Laders,
Fig. 2 einen Axialschnitt durch die Ladeeinheit nach Fig. 1,
Fig. 3 eine teilweise geschnittene Aufsicht auf den abgasbetriebenen Lader,
Fig. 4a - 4h schematische Darstellungen mehrerer aufeinanderfolgender Bewegungspositionen
der Ladeeinheit nach Fig. 1,
Fig. 5 und 6 schematische Darstellungen von zwei Ausführungsbeispielen einer Antriebsverbindung
zwischen Innen- und Aussenläufer,
Fig. 7 einen axialen Teilschnitt zu der Antriebsverbindung nach Fig. 6,
Fig. 8 einen Querschnitt entlang der Linie VIII-VIII der Fig. 9 der Lageranordnung
für den Aussenläufer,
Fig. 9 einen axialen Teilquerschnitt durch eine Rotationskolbeneinheit des Laders
entlang der Linie IX-IX der Fig. 8,
Fig. 10 einen axialen Teilquerschnitt durch eine Abgaseinheit des Laders mit Mitteln
zur Kühlung der Läufer,
Fig. 11 einen Querschnitt durch den lnnenläufer entsprechend einem weiteren Ausführungsbeispiel
für seine Kühlung, und
Fig. 12a - 12d schematische Darstellungen von aufeinanderfolgenden Bewegungspositionen
einer Abgaseinheit.
[0016] Die Fig. 1 und 2 zeigen in zwei Schnittdarstellungen die Ladeeinheit 2 des in Fig.
3 gesamthaft dargestellten abgasbetriebenen Laders. Die Abgaseinheit 3 ist im wesentlichen
gleich ausgeführt wie die Ladeeinheit, und ihre Innenläufer 4 stehen über eine gemeinsame
geradlinig verlaufende Hauptwelle 6 des Laders in starrer Antriebsverbindung. Es versteht
sich jedoch, dass die exzentrisch auf der Welle 6 gelagerten Innenläufer 4, 4' beider
Maschineneinheiten zueinander winkelversetzt, z.B. mit 90°, angeordnet sind, so dass
das Anlaufen des Laders erleichtert wird bzw. auch bei einer Totpunktstellung einer
der Einheiten ohne einen Antrieb von aussen möglich ist. Das Anlaufen erfolgt durch
einen von der Brennkraftmaschine verursachten Unterdruck in der Druckleitung 7 der
-Ladeeinheit und einen Ueberdruck in der nicht dargestellten Zuströmleitung der Abgaseinheit
des Laders.
[0017] Der Innenläufer 4 hat einen kreisrunden Querschnitt und dreht sich in exzentrischer
Bewegung um die sich nur um ihre eigene Achse drehende Welle 6. Die Welle 6 ist im
dargestellten Beispiel durch zwei Nadel-oder Rollenlager 9, 10 in starr mit den seitlichen
Gehäusedeckeln 11, 12 verbundenen Abdicht- und Lagerkörpern 13, 14 gelagert. Durch
die Drehung des Innenläufers 4 um die örtlich fixierte Welle 6 kann er in sich vollkommen
ausgewuchtet werden, so dass auf die Lagerungen keine Zentrifugalkräfte einwirken
und somit sehr hohe Drengeschwindigke.iten möglich sind.
[0018] Jeweils ein am äusseren Umfang der Abdicht- und Lagerkörper 13, 14 vorgesehenes zweites
Lager 15, 16 beispielsweise gleichartiger Ausfüh-
rung dient der Lagerung des Aussenläufers 18 dieser Drehkolbenmaschine um seine damit
örtlich fixierte Mittelachse. Eine Dichtung 20, 21 an dem dem Arbeitsraum 22 der Ladeeinheit
2 zugekehrten und in die Seitenwände des Aussenläufers 18 hineinragenden Teil 19 der
Abdicht-und Lagerkörper 13, 14 verhindert, dass die Lagerungen 9, 10, 15, 16 und eine
Antriebsübertragung 23 zwischen dem Innen- und Aussenläufer über die Welle 6 mit dem
die Einheit 2 oder auch 3 durchströmenden Medium auf nachteilige Weise in Kontakt
gelangen. Die Abdicht- und Lagerkörper 13, 14 ermöglichen auch einen wesentlich grösseren
Durchmesser der Welle 6 des Innenläufers, der für eine grosse axiale Länge der Rotationskolbeneinheit
und bei hohler Ausführung der Welle von besonderem Vorteil ist. Ausserdem ermöglichen
sie einen grösseren Abstand zwischen den Lagerachsen beider Läufer, der zu einem grösseren
Durchsatz der Rotationskolbenmaschine führt.
[0019] Der den lnnenläufer 4 einschliessende Aussenläufer 18 besteht aus zwei zueinander
gegenüberliegenden sichelförmigen Umfangsteilen 24, 25 und zwei diese zwischen sich
ein schliessenden Seitenteilen 26, 27. Die Verbindung untereinander erfolgt durch
Stifte 28 und Schraubenbolzen 29. Die zueinander gerichteten Innenflächen 30, 32 des
Aussenläufers verlaufen eben und mindestens in Richtung parallel zur Drehachse parallel
zueinander, so dass der Innenläufer in dem durch diese Flächen 30, 32 begrenzten Arbeitsraum
22 eine hin- und hergehende Bewegung ausführen kann. Diese relativ gesehen geradlinige
Bewegung des Innenläufers 4 relativ zum Aussenläufer 18 trotz der Drehbewegung beider
Läufer ergibt sich aufcrund der Kinematik von Kardankreisen. Der auch als Drehkolben
zu bezeichnende Innenläufer 4 gelangt in Kämmeingriff jeweils mit zwei Lücken des
Aussenläufers, so dass er sich mit doppelter Geschwindigkeit des Aussenläufers dreht.
Das Uebersetzungsverhältnis entspricht cemnach 1 : 2, so dass der Teilkreis des Ritzels
34 der Antriebsübertragung 23 zwischen Innen- und Aussenläufer den halben Durchmesser
des, Teilkreises des Hohlzahnrades 35 aufweist. Die Fig. 5 bis 7 zeigen jedoch, dass
das Uebersetzungsverhältnis von 1 : 2 auch auf andere Weise erreicht werden kann,
wie noch im folgenden näher erläutert wird.
[0020] Die Fig. 4 zeigt die sich beim Umlauf beider Läufer nacheinander ergebenden relativen
Positionen, aus denen die Arbeitsweise der Lade-und Abgaseinheit 2, 3 des Laders deutlich
wird. Aufgrund der Hin-und Herbewegung des Innenläufers 4 in dem von dem Aussenläufer
umschlossenen Arbeitsraum 22 wird in der Ladeeinheit Luft über den Ansaugkanal 8 in
Richtung des in Fig. 4a gezeigten Pfeiles angesaugt und über die Druckleitung 7 in
Richtung des gezeigten Pfeiles ausgestossen. Die Fig. 4a zeigt eine Drehposition,
in der das Zentrum des Innenläufers mit dem Zentrum des Aussenläufers und damit auch
dem Zentrum der umgebenden Gehäusewand übereinstimmt. Die Läufer drehen sich in Richtung
der in Fig. 4a gezeigten Pfeile, wobei sich der Innenläufer 4 um das Zentrum A dreht
und der Aussenläufer um das Zentrum C, die beide feststehend sind. Durch den Umlauf
des Aussenläufers bewegen sich dessen beide einander gegenüberliegenden Oeffnungen
38, 40 mit der halben Drehgeschwindigkeit des Innenläufers an den Oeffnungen der Kanäle
7, 8 im umliegenden Gehäuse vorbei, so dass der Aussenläufer die Aufgabe eines gesteuerten
Ventils erfüllt. Dies hat den Vorteil, dass sich der Innenläufer bei seiner Bewegung,
z.B. ausgehend von der Position nach Fig. 4e, nicht gegen den Druck in der zu der
Brennkraftmaschine führenden Druckleitung 7 bewegen muss und die Verbindung mit dieser
Druckleitung sich erst nach Durchlauf der Bewegungspositionen entsprechend den Fig.
4f, g, h, a in der Position nach Fig. 4b ergibt, in der der Druck in der Druckleitung
7 z.B. gerade um ein geringes Mass überschritten wurde. Damit ergibt sich ein wesentlicher
Vorteil gegenüber einer aussenachsigen Rotationskolbenmaschine z.B. nach Roots.
[0021] Entsprechend dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 ist an dem Ende der Welle 6
des Laders ein Ritzel 34 befestigt, das den Aussenläufer 18 mit halber Drehgeschwindigkeit
antreiben soll. Um bei gleichem Abstand der Achse der Welle 6 von der Achse des Aussenläufers
und bei gleichem Uebersetzungsverhältnis einen grösseren Durchmesser der Welle 6 und
einen entsprechend grösseren Durchmesser des Ritzels 34 verwirklichen zu können, so
dass die Welle für die Kühlung des Innenläufers 4 entsprechend der Darstellung in
Fig. 11 hohl ausgeführt werden kann und/oder für eine grössere axiale Länge der Läufer
eine höhere Festigkeit erhält, werden in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung
entsprechend den schematischen Darstellungen der Fig. 5 und 6 zwischen dem Ritzel
34', 34" und dem äusseren Hohlzahnrad 35', 35" mindestens zwei Zwischenzahnräder angeordnet.
Im Beispiel nach Fig. 5 erfolgt die Antriebsübertragung zwischen dem Ritzel und dem
Hohlzahnrad über zwei verschieden grosse Zwischenzahnräder 42, 43, während im Beispiel
nach Fig. 6 zwischen dem Ritzel 34" und dem Hohlzahnrad 35" ein mit einer Innen- und
Aussenverzahnung versehenes Hohlzahnrad 45 angeordnet ist. Dieses Hohlzahnrad 45 ist
über ein Lager 46 relativ zum Gehäuse des Laders oder einem mit dem Gehäuse verbundenen
Teil 47 gelagert, wie der axiale Teilquerschnitt einer weiteren Ausführungsform des
Laders nach Fig. 7 zeigt.
[0022] Die Darstellungen der Fig. 8 und 9 zeigen eine vorteilhafte Ausgestaltung der Lagerung
des Aussenläufers 18 an einem Abdicht- und Lagerkörper 50 zur Verringerung der Lagerumlaufgeschwindigkeiten.
Statt zahlreicher kleiner Lagerkörper werden drei Rollen 52, 53, 54 verwendet, von
denen zwei durch einen Lagerzapfen 56 in dem Abdicht- und Lagerkörper 50 gelagert
sind, während der dritte auf der Welle 6 gelagert ist. Diese aus gehärtetem Material
bestehenden Rollen 52 - 54 wälzen sich auf einem aus gehärtetem Stahl bestehenden
Lagerring 58 ab, der in einen seitlichen Nabenteil 60 des Aussenläufers eingesetzt
ist. Eine seitliche Stirnfläche des Hohlzahnrades 62 sichert die axiale Lage dieses
Lagerringes 58. Die unmittelbare Anordnung des Lagerringes 58 und der sich an ihm
abwälzenden Lagerrollen 52 - 54 neben dem Zahnradgetriebe 23' gewährleistet eine gute
Schmierung durch das dem Getriebe zugeführte Schmiermittel.
[0023] Zwischen dem äusseren Umfang des Nabenteiles 60 und dem seitlichen Gehäuseteil 65
ist ein Dichtring 66 angeordnet, der die Abdichtung des mit Schmiermittel versehenen
Teiles der Ladeeinheit gewährleistet.
[0024] Die Fig. 10 und 11 zeigen vorteilhafte konstruktive Ausführungsmöglichkeiten insbesondere
für die hohen Temperaturbelastungen ausgesetzte Abgaseinheit 3 des Laders. Entsprechend
der Darstellung in Fig. 10 sind in den sichelförmigen Umfangsteilen 24, 25 des Aussenläufers
18' in seiner Längsrichtung verlaufende Luftkanäle 70 vorgesehen, deren in der Darstellung
nach Fig. 10 nicht sichtbare Anzahl, Querschnittsgrösse und Querschnittsform unter
Berücksichtigung der aus der Darstellung in Fig. 1 ersichtlichen Möglichkeiten für
die Anordnung und die Festigkeitsanforderungen verschieden ausgeführt sein können.
Bei maschineller Einarbeitung des Luftkanals ist ein kreisförmiger Querschnitt selbstverständlich
einfacher herzustellen. Diese Luftkanäle 70 setzen sich in den Seitenteilen 26', 27'
fort und bilden dort kurze Umlenkbögen 72, 73 zur Verbindung mit gegenüber dem Kanal
70 radial versetzten Einlassöffnungen 75 und Auslassöffnungen 76 in dem Gehäuseseitenteil
12' und Gehäuseumfangtei 78 bzw. für die Anordnung von durch Strichpunktlinien angedeuteten
Gebläseschaufeln. Diese Ein- und Auslassöffnungen 75, 76 können gitterartig in grosser
Anzahl mit dazwischenliegenden Stegen nebeneinander angeordnet sein oder grössere,
in Umfangsrichtung verlaufende Schlitze bilden, wie die Einlasschlitze 80 des Ausführungsbeispiels
nach Fig. 3 zeigen. Die Umlaufbewegung des Aussenläufers 18 bewirkt somit gebläseartig
eine Luftströmung durch den Kanal 70 hindurch, so dass sich eine wirksame Kühlung
des Aussenläufers und angrenzender Teile ergibt.
[0025] Die Fig. 11 zeigt ein Ausführungsbeispiel des Innenläufers 4', dessen auch aus Gründen
der Auswuchtung hohler Innenraum 82 mit hohlen Wellenteilen 6' in Verbindung steht.
Gebläseartige Schaufeln 83, die im dargestellten Beispiel nur auf der Zuströmseite
der in Richtung des Pfeiles 84 strömenden Luft angeordnet sind, bewirken die ausreichende
Durchströmung durch die Drehbewegung dieses Innenläufers. Die Krümmung dieser Schaufeln
83 ist schematisch durch Strichpunktlinien angedeutet, ebenso wie in den Umlenkbögen
72, 73 nach Fig. 10.
[0026] Die Gehäuseumfangsteile 86, 87 der Ladeeinheit 2 und der Abgaseinheit 3 sind mit
Kühtrippen 88 versehen, wie am besten der Gesamtdarstellung der Fig. 3 zu entnehmen
ist. In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist die Ladeeinheit linksseitig abgebildet
und zeigt den Ansaugkanal 8 für Frischluft und den zur Brennkraftmaschine führenden
Austrittsstutzen 7. Aufgrund der um 90° versetzten Anordnung der Abgaseinheit 3 sind
in Fig. 3 der Zuströmstutzen und der Abströmstutzen für das Abgas der Brennkraftmaschine
nicht sichtbar. Die Abgaseinheit bewirkt einen ständig wirksamen Verschluss der Abgasleitung
der Brennkraftmaschine, da in keiner der aus den Fig. 4a bis 4h ersichtlichen Drehpositionen
der Läufer 4, 18 eine direkte Verbindung zwischen Ein-und Austrittskanal 8, 7 vorhanden
ist. Das Abgas kann somit erst ins Freie strömen, nachdem es einen wesentlichen Teil
seiner Energie an den erfindungsgemässen abgasbetriebenen Rotationskolbenlader abgegeben
hat. Daraus ergibt sich auch eine wesentliche Verminderung der über den Abgasstrom
übertragenen Schallwellen und ein entsprechend geringer Aufwand für die sich abströmseitig
an die Abgaseinheit 3 anschliessende Abgas- bzw. Auspuffleitung.
[0027] Neben den dargestellten Ausführungsbeispielen sind noch zahlreiche weitere vorteilhafte
Varianten möglich. Beispielsweise kann die Zahnrad-Getriebeverbindung zwischen dem
Innen- und Aussenläufer bei der Anordnung mehrerer gleichgeformter Rotationskolbeneinheiten
nebeneinander auf gleicher Hauptwelle 6 vermieden werden. Die Antriebsübertragung
erfolgt dann unmittelbar von einem Läufer auf den anderen, und entsprechende Läufer
von axial benachbarten Rotationskolbeneinheiten sind dann starr und winkelversetzt
miteinander verbunden. Falls dennoch eine Getriebeverbindung zwischen Innen- und Aussenläufern
erfolgt, reicht eine für mehrere nebeneinander angeordnete Rotationskolbeneinheiten,
d.h. Lader- und/oder Abgaseinheiten aus.
[0028] Durch die Verwendung von Zwischenzahnrädern z.B. entsprechend den schematischen Darstellungen
der Fig. 5 und 6 kann eine stärkere Hauptwelle verwendet werden, die eine grössere
axiale Länge einer Rotationskolbeneinheit zulässt.
[0029] Eine Verringerung von Strömungsverlusten ergibt sich durch möglichst breite radial
gerichtete Oeffnungen 38, 40 in den Aussenläufer 18, die vorzugsweise breiter sind
als die Oeffnungsbreite der Gehäuseöffnungen 7, 8. Beispielsweise können sich die
zueinander parallelen Oberflächen 30, 32 des Aussenläufers bis nach aussen verlängern,
so dass die Oeffnungen 38, 40 keine Verengung bilden.
[0030] Schliesslich kann ein geringer Teil der von der Ladeeinheit geförderten Frischluft
über nicht dargestellte, axial gerichtete Verbindungskanäle zur Kühlung der thermisch
höher belasteten Abgaseinheit zugeführt werden.
[0031] Die Fig. 12 zeigt für verschiedene Drehpositionen a bis d der Läufer 4', 18' einer
Abgaseinheit die dazu relativen Positionen des Zu- und Abströmkanals 8, 7 bzw. der
Richtung des Abgaszustromes. Die dargestellten Drehpositionen zeigen, das der Druck
des stossweise in Richtung der Pfeile 90 zuströmenden Abgases vor allem bei voll geöffnetem
Querschnitt des Zuströmkanals 8 in einer Richtung wirkt, die an dem Innenläufer aufgrund
der in diesen Drehpositionen grössten Hebelarme, bezogen auf die Drehachse A', zu
einem grössten Drehmoment führt. Beide Kanäle 8, 7 verlaufen in einem stumpfen Winkel
zueinander, so dass die Durchströmung der Abgaseinheit ohne wesentliche Aenderung
der Strömungsrichtung erfolgt.
1. Abgasbetriebener Rotationskolbenlader für die mechanisch unabhängige Anordnung
an der Abgasleitung einer Brennkraftmaschine, mit zwei in Antriebsverbindung miteinander
stehenden Rotationskolbenmaschinen, von denen eine die Ladeeinheit (2) und die andere
die Abgaseinheit (3) des Rotationskolbenladers bildet, dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine der Rotationskolbenmaschinen eine innenachsige Dreh- oder Kreiskolbenmaschine
ist.
2. Rotationskolbenladernach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die innenachsige
Dreh- oder Kreiskolbenmaschine einen in feststehenden Lagern gelagerten Aussenläufer
(18) mit mindestens zwei an seinem Umfang angeordneten Oeffnungen (38, 40) aufweist,
so dass diese sich an Ein- und Austrittskanälen (8, 7) eines feststehenden Gehäuses
der Dreh- oder Kreiskolbenmaschine vorbeibewegen und diese Kanäle (8, 7) absteuern.
3. Rotationskolbenlader nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Läufer
(4, 18) der Rotationskolbenmaschinen in feststehenden Lagern drehen.
4. Rotationskolbenlader nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehgeschwindigkeiten
des Innenläufers (4) und des Aussenläufers (18) ein Verhältnis von 2 : 1 aufweisen.
5. Rotationskolbenlader nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gekennzeichnet durch eine
Zahnrad-Getriebeverbindung zwischen dem Aussen-und Innenläufer (4, 18), wobei zwischen
einem auf der Welle (6) des Innenläufers befestigten Ritzel (34', 34") und einem mit
dem Aussenläufer (18) fest verbundenen Hohlzahnrad (35', 35") mindestens ein Zwischenzahnrad
(42, 43, 45) mit einer Aussenverzahnung (Fig. 5) oder einer Aussen- und Innenverzahnung
(Fig. 6) angeordnet ist.
6. Rotationskolbenlader nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Welle (6') des Innenläufers (4') hohl ausgebildet ist und zusammen mit einem
Hohlraum (82) des Innenläufers einen Strömungskanal bildet.
7. Rotationskolbenlader nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass der Aussenläufer mit mindestens einem achsparallel verlaufenden Kühlluftkanal
(70) versehen ist, der über mindestens einen Umlenkbogen (72, 73) mit Oeffnungen (75,
76) in dem Gehäuse (12', 78) der Rotationskolbenmaschine verbunden ist.
8. Rotationskolbenlader nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass in einem
radial gerichteten Teil des mindestens einen in dem lnnenläufer (4') oder dem Aussenläufer
(18') vorgesehenen Strömungskanal (82; 72, 70, 73) für die Luftkühlung Gebläseschaufeln
angeordnet sind.
9. Rotationskolbenlader nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass seitliche Gehäusedeckel (11, 12) einen Einsatzkörper (13, 14, 50) tragen, der
in das angrenzende Seitenteil (26, 27) des Aussenläufers (18) hineinragt, so dass
er die notwendige Oeffnung in den Seitenteilen (20, 27) des Aussenläufers (18) abdichtend
ausfüllt.
10. Rotationskolbenlader nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Lager des Aussenläufers (18) durch die Welle des Innenläufers und zwei Rollen
(52, 53) gebildet sind, die sich auf einem Lagerring (58) des Aussenläufers (18) abwälzen.
11. Rotationskolbenlader nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser
des Lagerringes (58) gleich dem Teilkreisdurchmesser eines Hohlzahnrades einer Antriebsverbindung
(23) zwischen dem Innen- und Aussenläufer (4, 18) ist und eine Rolle (54) eines Lagers
des Aussenläufers auf der Welle (6) des lnnenläufers befestigt ist, wobei der Aussendurchmesser
dieser Rolle (54) gleich dem Teilkreisdurchmesser des auf der Welle (6) befestigten
Ritzels (34) ist.