[0001] Die Erfindung betrifft eine Spindel bzw. einen Spindelrotor zum Drehen, Zwirnen oder
Umwinden von Garnen, wobei die Spindel fest mit einem mit ihr rotierenden, koaxial
zur Spindelachse angeordneten Topf verbunden ist, der seinerseits von einem ebenfalls
koaxial angeordneten, feststehenden Mantel in- geringem Abstand umgeben ist.
[0002] Zur Herstellung von Spinnfasergarnen wird ein Faserband auf die gewünschte Feinheit
verzogen und dann so hoch gedreht, daß sich infolge der durch die Drehung bewirkten
höheren Reibung zwischen den einzelnen Fasern eine ausreichende Stabilität des Faserverbandes
ergibt.
[0003] Diese Drehung erhält man vielfach dadurch, daß das gesponnene Garn auf einen sich
schnell drehenden Wikkelkörper aufgewunden wird, wobei die Aufwindegeschwindigkeit
sehr viel geringer ist als die Umfangsgeschwindigkeit des Wickelkörpers am Aufwindedurchmesser.
Der Wickelkörper kann dabei so aufgebaut sein, daß das Garn auf den jeweils größten
Wickeldurchmesser aufgewunden wird. Es ist aber auch möglich, das Garn dabei in einen
Topf abzulegen, wobei der Wickelaufbau von außen nach innen erfolgt.
[0004] Das Faserband kann aber auch wie beim OE-Spinnverfahren zu Einzelfasern aufgelöst,
diese an der Innenfläche eines Rotors abgelegt, unter Drehungserteilung aus dem Rotor
abgezogen und als fertiges Garn auf eine Spule aufgewunden werden.
[0005] Wie in der DE-OS 24 19 647 beschrieben, kann der Wikkelaufbau in einem Topf vorteihaft
auch zum Ablegen von mit sehr hoher Geschwindigkeit gesponnenem,Filamentgarn verwendet
werden. Die dabei zwangsläufig erreichte Garndrehung kann sehr niedrig sein und ist
von-unterge--ordneter Bedeutung.
[0006] Zur optimalen Anwendung von Garnen kann es nützlich sein, mehrere Garne zusammenzufassen
und gemeinsam zum Zwirn zu drehen. Es können auch Filamentgarne nachgezwirnt werden,
um ihre Eigenschaften den Bedürfnissen der speziellen Anwendung anzupassen.
[0007] Zum Zwirnen werden verschiedene Verfahren angewandt. Beim Doppeldraht-Zwirnverfahren
wird das Garn von einer stehenden Spule abgezogen, durch deren hohle Achse geführt,
in einem schnell umlaufenden Spindelrotor nach außen gebracht und in einem, die stehende
Spule umgebenden Ballon zur Aufnahmespule geführt. Pro Umdrehung des Spindelrotors
erhält das Garn zwei Drehungen.
[0008] Ähnlich wird beim Kablieren ein erstes und ein zweites Garn jeweils von einer stehenden
Spule abgezogen. Das zweite Garn wird durch die hohle Achse und eine radiale Bohrung
des Spindelrotors geleitet in einem Ballon um die stehende Spule mit dem ersten Garn
herumgeführt und dann beide Garne zusammengebracht. Dabei umwindet das zweite Garn
das erste.
[0009] Beim Etagenzwirnverfahren wird eine mit dem zu zwirnenden Garn bewickelte Spule in
schnelle Drehung versetzt und das Garn von der Spule über Kopf abgezogen. Dabei erhält
es seine Zwirndrehung.
[0010] Neben diesen beiden Verfahren ist es auch bekannt, das Garn in einen umlaufenden
Topf hinein oder aus ihm heraus zu zwirnen.
[0011] Weiter ist es möglich, ein Kerngarn, das auch eine Faserlunte sein kann, mit einem
zweiten Garn zu umwinden. Dazu wird das Kerngarn durch die hohle Achse einer sich
schnell drehenden Spindel mit einer Spule, auf der sich das Umwindungsgarn befindet,
hindurchgezogen und mit diesem vereinigt. Dabei umwindet das Umwindungsgarn das Kerngarn.
[0012] Allen diesen Verfahren ist gemeinsam, daß dazu entweder eine Spindel mit dem Garnkörper,
oder wie beim OE-Spinnen oder beim Doppeldraht-Zwirnen, ein Spindelrotor mit hoher
Drehzahl in Umlauf gebracht werden muß. Zur Reduzierung des Bedienungsaufwandes sollte
dabei der Garnkörper möglichst groß sein.
[0013] Die für derartige Systeme benötigte Antriebsenergie ist im Vergleich zu deren Produktionsleistung
recht hoch. Entsprechend groß ist auch der Energieanteil an den Fertigungskosten von
Garnen und Zwirnen. Dieser wird umso höher, je feiner das Garn und je höher dessen
Drehung ist. Dies gilt in besonderem Maße für diejenigen Systeme, bei denen die Spule
mit der Spindel rotiert, oder bei denen, wie beim Doppeldrall-Zwirnverfahren und beim
Kablieren ein großer Ballon mit hoher Drehzahl umläuft.
[0014] Oft wird zur Drehungserteilung auch ein Garnballon benötigt. Infolge der Zentrifugalkräfte
und des Luftwiderstandes entsteht im Ballon eine Garnzugkraft, die mit zunehmender
Drehzahl und mit wachsenden Ballonabmessungen zunimmt. Werden diese Kräfte zu hoch,
so kommt es zu Garnschädigungen oder Fadenbrüchen. Drehzahl und Abmessungen der Spule
sind deshalb begrenzt.
[0015] Einer Erhöhung der Produktivität bei der Drehungserteilung stehen also neben dem
technischen Problem der Lagerausbildung für höhere Drehzahlen auch technologische
Schwierigkeiten und der höhere Energieverbrauch entgegen. Mit den steigenden Energiepreisen
können Wirtschaftlichkeitsüberlegungen sogar Anlaß zu einer Reduzierung der Drehzahlen
sein.
[0016] In Kenntnis dieser Zusammenhänge wurden eine Reihe von Maßnahmen zur Verringerung
der Leistungsaufnahme der Spindel und der Garnzugkraft im Ballon vorgeschlagen.
[0017] So ist z.B. in der DE-AS 11 04 653 beschrieben, daß die Antriebsleistung des Topfes
einer Spinnzentrifuge durch Ummanteln mit einem frei drehenden oder stehenden Topf
in geringem Abstand wesentlich reduziert werden kann. Die Antriebsleistung wird auch
geringer, wenn bei gleichem Topfvolumen der Durchmesser verringert und die Länge entsprechend
erhöht wird, wie dies in den DE-PS 813 427 und 917 562 vorgeschlagen wird.
[0018] In DE-AS 11 36 251 wird ein mit der Zwirnspule umlaufender Topf erwähnt, der den
Einfluß der Luftreibung und der Zentrifugalkraft auf den Fadenballon wesentlich verringert.
[0019] Die Kenntnis der Verringerung der Antriebsleistung eines rotierenden Zylinders durch
einen diesen konzentrisch umgebenden, feststehenden Mantel, wird in DE-pS 23 10 002
auch für die spezielle Ausführung einer Zwirnspindel verwertet. Dabei wird weiterhin
vorgeschlagen, zur Abführung von Staub und Faserflug in dem rotierenden Zylinder Luftschlitze
anzubringen, damit staubhaltige Luft aus dem Zylinder in den Raum zwischen Zylinder
und Mantel gelangen kann, und diese dort abzusaugen.
[0020] Für das Doppeldraht-Zwirnverfahren wurden zur Verringerung der Fadenzugkraft im Ballon
und zur besseren Ausnutzung des Balloninnenraumes durch die Garnspule weitere Maßnahmen
vorgeschlagen. So beschreibt die DE-OS.18 13 801 eine Vorlagespüle, die an ihrem oberen
Ende entsprechend der Ballonform konisch ausgebildet ist. Ferner wird in der DE-OS
19 62 615 vorgeschlagen, den Spindelrotor konisch zu formen und so einen Teil der
Spule im Spindelrotor unterzubringen. Bezogen auf das im Ballon untergebrachte Spulenvolumen
erhält man damit einen stabileren Ballon mit geringerer Garnzugkraft.
[0021] Im DE-GM 68 03 993 wird vorgeschlagen, das Garn in einem Führungskanal um die Spindel
herumzuführen und dadurch die Ballonausbildung wesentlich zu verkürzen. Mit dieser
Maßnahme können die Garnzugkräfte im Ballon verringert werden. Gleichzeitig steigt
jedoch der Energieverbrauch derart stark an, daß die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme
infrage steht.
[0022] Nach der DE-OS 29 52
-283 wird der Garnballon von einem mit dem Spindelrotor'umlaufenden Topf aufgenommen;
der beidseitig gelagert ist. Auch damit kann die Fadenzugkraft wesentlich verringert
werden. Der Energieverbrauch nimmt aber eher noch stärker zu, als mit der oben beschriebenen
Anordnung. In der Zusatzanmeldung DE-OS 30 23 073 wird versucht, den Luftreibungswiderstand
des rotierenden Zylinders durch Ummantelung mit einem feststehenden Topf und einer
Spaltbreite zwischen beiden von weniger als 5, vorzugsweise weniger als 2 mm zu verringern.
Der Erfolg dieser Maßnahme wird mit 10% Einsparung angegeben und reicht deshalb nicht
aus, um deren Wirtschaftlichkeit zu sichern.
[0023] Mit den bisher vorgeschlagenen Maßnahmen ist es zwar möglich, die einer Drehzahlerhöhung
entgegenstehenden höheren Garnzugkräfte im Ballon zu vermeiden. Eine ausreichende
Reduzierung der Leistungsaufnahme von Spindeln ist damit aber nicht möglich. Deshalb
besteht in weiten Bereichen die wirtschaftliche Notwendigkeit, bei weiter steigenden
Strompreisen die Produktivität der Drehungserteilungsverfahren zu reduzieren. Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der Energiebedarf
beim Drehen, Zwirnen oder Umwinden von Garnen weiter reduziert werden kann und wie
damit die Wirtschaftlichkeit dieser Prozesse verbessert werden kann.
[0024] Gelöst wird diese Aufgabe durch Maßnahmen, wie sie in den Patentansprüchen beschrieben
sind.
[0025] Es hat sich gezeigt, daß die für einen von einem feststehenden Mantel umgebenen Zylinder
erforderliche Antriebsleistung verringert wird, wenn durch den Luftraum zwischen beiden
keine Luft hindurchgefördert werden kann. Deshalb ist es zweckmäßig, den feststehenden
Mantel gegen den Spindelschaft luftdicht abzuschließen und den rotierenden Topf für
Luft undurchlässig zu gestalten. Wegen der meist sehr hohen Spindeldrehzahlen ist
es dabei vorteilhaft, diese Abdichtung berührungsfrei, etwa als Labyrinthdichtung,
vorzusehen.
[0026] Die Reibungsleistung eines in Luft frei drehenden Zylinders wird unter sonst gleichen
Bedingungen etwa eine Zehnerpotenz kleiner, wenn anstelle der üblicherweise herrschenden
turbulenten Strömung ein laminares Strömungsbild erreicht werden kann. Zwischen zwei
koaxialen Zylindern, von denen der innere rotiert und der äußere feststeht, stellt
sich dann gesichert eine laminare Strömung ein, wenn die Reynoldssche Zahl kleiner
ist als die kritische Reynoldssche Zahl (vgl. Eck,Technische Strömungslehre, 3. Auflage,
Seite 113). Wird die Strömung nicht durch Störfaktoren beeinflußt, so kann auch bei
wesentlich höheren Reynoldsschen Zahlen noch eine laminare Strömung erreicht werden.-Durch
eine feststehende Ummantelung des drehenden Zylinders kann die Höhe der Reynoldsschen
Zahl beeinflußt werden. Diese ist dabei proportional zur Breite des Luftspaltes zwischen
den beiden Zylindern.
[0027] Andererseits ist die Höhe des Reibungswiderstandes im Spalt zwischen den beiden Zylindern
neben deren Relativgeschwindigkeit ebenfalls von der Breite des Luftspaltes abhängig.
Der Reibungswiderstand wächst dabei proportional zum Kehrwert der Spaltbreite.
[0028] Die niedrigste Antriebsleistung für eine aus einem mitrotierenden Topf und einem
diesen umgebenden feststehenden Mantel bestehende Spindel erhält man bei vorgegebenen
Abmessungen und Drehzahlen deshalb dann, wenn die Breite des Luftspaltes zwischen
Topf und Mantel so groß wird, daß sich eben noch gesichert eine laminare Strömungsform
im gesamten Spalt einstellt.
[0029] Diese optimale Breite des Luftspaltes ist neben der Spindeldrehzahl und dem Topfdurchmesser
vor allem davon abhängig, inwieweit es konstruktiv gelingt, Störungseinflüsse von
der Strömung im Luftspalt fernzuhalten. Es ist deshalb nicht möglich, für die Breite
des Luftspaltes ein allgemein gültiges Maß anzugeben. Vielmehr ist es notwendig, diese
für eine vorliegende Konst'ruk- tion durch Versuche zu ermitteln, bei denen die Abhängigkeit
der Antriebsleistung von der Spindeldrehzahl gemessen wird. Beim Umschlag von laminarer
in turbulente Strömung erhöht sich die Antriebsleistung sprunghaft. Die Breite des
Luftspaltes muß nun so gewählt werden, daß dieser Umschlag erst oberhalb der Betriebsdrehzahl
erfolgt.
[0030] Textilspindeln sind in der Regel in einem abgedämpft schwingenden System gelagert.
Dies ist notwendig, um durch eine Unwucht der Spule bzw. der Spindel entstehende Massenkräfte
aufnehmen zu können.. Infolge dieser Schwingungen ist es bei praxisgerechten Spulenabmessungen
und Spindeldrehzahlen nicht möglich, den Luftspalt zwischen Topf und Mantel so klein
zu machen, daß sich darin eine laminare Strömung ausbildet.
[0031] Deshalb ist es vorteilhaft, die Spindel mit dem drehenden Topf im stehenden Mantel
unelastisch zu lagern. Zur Aufnahme der Massenkräfte wird der stehende Mantel in der
Spindelbank mittels eines Dämpfgliedes elastisch so gelagert, daß Spindel Topf und
Mantel ein in sich stabiles, zusammen aber abgedämpft schwingendes System bilden.
[0032] Der Luftspalt zwischen Topf und Mantel kann umso größer werden, je weniger die Strömung
im Spalt gestört wird. Deshalb muß auch die Spaltbreite über den Topfumfang räumlich
und zeitlich möglichst konstant gehalten werden.
[0033] Eine konstante Spaltbreite ist nicht gegeben, wenn Topf oder Mantel unrund sind,
wenn deren Achsen exzentrisch versetzt sind, sich schneiden oder auch, wenn der drehende
Topf·unrund läuft. Es ist deshalb unbedingt notwendig, für derartige Abweichungen
Mindesttoleranzen einzühalten. Diese müssen jeweils weniger als 1/10 mm betragen.
Vorteilhaft ist es aber, sie kleiner als 1/100 mm zu halten.
[0034] Auch durch Schwingungen zwischen Topf und Mantel kann die laminare Strömung im Luftspalt
gestört werden. Derartige Schwingungen können durch Unwucht in dem aus Spindel, Spule
und Topf bestehenden System entstehen. Diese wirken sich besonders negativ aus, wenn
Resonanz zwischen der Eigenfrequenz dieses Systems und der Umlauffrequenz eintritt.
Deshalb ist es vorteilhaft, das System so steif auszuführen, daß dessen Eigenfrequenz
höher als die betriebsmäßige Umlauffrequenz ist.
[0035] Durch Radialbelastungen, wie sie z.B. bei Änderungen der Spaltbreite durch die Strömung
auftreten können, wird der Topf und der Mantel verformt und zu Schwingungen angeregt.
Deshalb ist es vorteilhaft, Topf und Mantel so auszubilden, daß sie derartigen
[0036] Radialbelastungen einen möglichst hohen Widerstand entgegensetzen. Wegen der Gewichtsersparnis
empfiehlt es sich, für den Topf z.B. mit Kohlefasern verstärkten Kunststoff zu verwenden.
[0037] Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung der Schwingungsneigung besteht darin, in
einem oder mehreren schmalen Ringen den Luftspalt zwischen Topf und Mantel so gering
zu machen, daß diese als Luftlager wirken und damit auch radiale Kräfte übertragen
werden können. Dadurch wird die Eigenfrequenz des Systems weiter erhöht und die Strömung
im Spalt zusätzlich stabilisiert.
[0038] Anhand von Ausführungsbeispielen sei der Erfindungsgedanke noch näher erläutert:
Fig.1 zeigt das Ausführungsbeispiel einer Etagen-Zwirnspindel.
[0039] Die Spindel (4) wird über den Wirtel (46) von einem umlaufenden Tangentialriemen
(9) angetrieben. Die Vorlagespule (2) ist als Kops in Verlegerwicklung aufgebaut und
mit der Spindel drehfest verbunden. Das zu zwirnende Garn (1) wird über den Kopf der
sich drehenden Vorlagespule abgezogen und auf eine nicht gezeigte Spule aufgewunden.
Die Vorlagespule ist von einem mit ihr rotierenden Ballonbegrenzungstopf (41) umgeben,
der mit einem Deckel (42) versehen ist. Dieser Deckel ist kürzer als die Spule, sodaß
sich oberhalb desselben ein 'Ballon ausbilden kann. Durch die Größe dieses Ballons
kann die gewünschte Fadenzugkraft eingestellt werden.
[0040] Der Ballonbegrenzungstopl' ist von einem feststehenden Mantel (6) mit dem Deckel
(61) umgeben. Mantel und Topf sind mittels einer nicht gezeigten Labyrinthdichtung
gegeneinander abgedichtet. Die Spindel und der Topf sind mit dem Mantel über das Lager
(7) drehbar miteinander verbunden. In Höhe dieser Lagerung ist der Mantel mit einem
Dämpfungsglied (72) aus einem Elastomer umgeben und mit Hilfe des aufklappbaren Prismas
(81) in der Spindelbank (8) elastisch befestigt.
[0041] Fig.2 zeigt das Ausführungsbeispiel der Spindel einer Topfspinnmaschine.
[0042] Der Spindeltopf (4) wird über einen Wirtel (46) vom Tangentialriemen (9) angetrieben.
Das Garn wird von
[0043] einem nicht dargestellten Lieferwerk, das auch z.B. das Ausgangszylinderpaar eines
herkömmlichen Streckwerkes sein kann, durch ein changierendes Fadenführerrohr (14)
dem Spindeltopf zugeführt und infolge der Zentrifugalkraft auf die Hülse (5) in einer
Kötzerwicklung zum Zwirnwickel (21) aufgewunden. Durch Unterdruck im Fadenführerrohr
kann die Spinnsicherheit erhöht werden.
[0044] Der Außendurchmesser der Hülse (5) ist kleiner als der Innendurchmesser des Spindeltopfes
und das Verhältnis von Elastizitätsmodul zu spezifischem Gewicht ist bei der Hülse
wesentlich geringer als beim Topf. Deshalb wird die Hülse unter der Einwirkung der
Zentrifugalkräfte an den Topf gepreßt. Beim Stillsetzen verringert sie ihren Durchmesser
wieder und preßt dabei den Garnwickel zusammen, sodaß dieser in sich stabiler wird
und mit der Hülse aus dem Topf entnommen werden kann.
[0045] Der Spindeltopf ist von einem feststehenden Mantel (6) mit Deckel (61) umgeben und
mittels des Lagers (7) in dem feststehenden Mantel drehbar befestigt. Topf und Mantel
sind gegeneinander so abgedichtet, daß keine Luft durch das Lager hindurchgesAugt
werden kann. In Höhe des Lagers ist der Mantel mit einem Dämpfungsglied (72) aus einem
Elastomer umgeben und mit dem aufklappbaren Prisma (81) in der Spindelbank (8) befestigt.
Die Hülse ist mit dem Topf über den Mitnehmer (51) formschlüssig verbunden.
[0046] Die Fig.3 zeigt das Ausführungsbeispiel einer Doppeldraht-Zwirnspindel.
[0047] Von der Vorlagespule (2). die in Parallelwicklung aufgebaut ist, wird das gefachte
und vorgezwirnte Garn (1) über eine Fadenbremse (12) durch die Achse der Vorlagespule
hindurchgezogen und der axialen Bohrung im Spindelrotor (4) zugeführt. Darin ist eine
Düse (13) angebracht, deren Durchmesser nur wenig größer als der Garndurchmesser ist.
So kann der Spindelrotor nur wenig Luft durch den Garnkanal fördern.
[0048] Durch die radiale Bohrung (43) gelangt das Garn in den Raum zwischen Drehteller (45)
und Ballonbegrenzungstopf (41), der mit Spindelrotor und Drehteller umläuft. Der Stator
(62) ist der Form des Drehtellers angepaßt und gegen den Schaft des Spindelrotors
berührungsfrei abgedichtet. Er hat einen zylindrischen Aufsatz (63).
[0049] Dieser und der feststehende Mantel(6) umgeben den Ballonbegrenzungstopf (41) konzentrisch
und in geringem Abstand. Der feststehende Mantel (6) ist ebenfalls gegen den Schaft
des Spindelrotors berührungsfrei abgedichtet und etwas länger ausgeführt als der Ballonbegrenzungstopf
selbst. Der Spindelrotor ist in dem feststehenden Mantel drehbar gelagert und dieser
über ein Dämpfungsglied (72) mit der Spindelbank (8) elastisch verbunden. Der Spindelrotor
wird·von einem nicht gezeigten Tangentialriemen über einen Wirtel angetrieben.
[0050] Die Vorlagespule (2) sitzt im Stator (62), der seinerseits über das Lager (71) drehbar
mit dem Spindelrotor (4) verbunden ist und der von Magneten (M) am Drehen gehindert
wird.
[0051] Der Ballonbegrenzungstopf (41) und der Drehteller (45) sind aus einer Kombination
von Glas- und Kohlefaser-Laminaten und Epoxidharz hergestellt. Der zylindrische Aufsatz
(63) des Stators und der feststehende Mantel (6) sind aus mit Glasfasern verstärktem
Epoxidharz hergestellt.
[0052] Die Fig.4 zeigt das Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen OE-Rotors.
[0053] Der OE-Rotor (4) ist mit dem Mantel (6) durch das Lager (7) drehbar verbunden. Rotorschaft
und Mantel sind berührungsfrei gegeneinander abgedichtet. Das die konische Seite des
OE-Rotors abdeckende Teil (64) ist mit dem Mantel abnehmbar verbunden. Der Antrieb
des OE-Rotors erfolgt durch einen Gleichstrommotor (91), dessen Rotor am Rotorschaft
und dessen Stator am feststehenden 'Mantel befestigt ist. Der feststehende Mantel
ist mit der Rotorbox (82) mittels des Dämpfungsgliedes (72) elastisch so verbunden,
daß OE-Rotor, Gleichstrommotor und Mantel ein in sich stabiles, gegen die Rotorbox
abgedämpft schwingendes System bilden.
1. Spindel bzw. Spindelrotor zum Drehen, Zwirnen oder Umwinden von Garnen, wobei die
Spindel fest mit einem mit ihr rotierenden, koaxial zur Spindelachse angeordneten
Topf verbunden ist, der seinerseits von einem ebenfalls koaxial angeordneten, feststehenden
Mantel in geringem Abstand umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, daß der feststehende
Mantel gegen den Spindelschaft gegebenenfalls berührungsfrei abgedichtet und der rotierende
Topf luftundurchlässig gestaltet ist, sodaß in dem -Spalt zwischen Topf und Mantel
keine Luft gefördert werden kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftspalt zwischen
rotierendem Topf und feststehendem Mantel so bemessen wird, daß sich darin bei der
Betriebsdrehzahl eben noch gesichert eine laminare Strömung einstellt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spindel und
der rotierende Topf mit dem feststehenden Mantel drehbar verbunden sind und dieser
seinerseits über ein Dämpfungsglied in der Spindelbank befestigt ist, sodaß Spindel,
rotierender Topf und feststehender Mantel ein einheitliches, in sich stabiles, zusammen
aber abgedämpft schwingendes System bilden.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einander
zugewandten Flächen von Topf und Mantel eine Feinstbearbeitung aufweisen und die Toleranzen
für Exzentrizität und Rundlauf weniger als 1/10, vorzugsweise aber weniger als 1/100
mm betragen.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Eigenfrequenz
von Spindel mit Spule und Topf höher als die Umlauffrequenz bei Betriebsdrehzahl ist.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der umlaufende
Topf zur Erhöhung des Widerstandes gegen Verformung in radialer Richtung aus mit Kohlefasern
verstärktem Kunststoff hergestellt ist.