(19)
(11) EP 0 129 727 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.01.1985  Patentblatt  1985/01

(21) Anmeldenummer: 84106028.8

(22) Anmeldetag:  26.05.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41F 13/62, B65H 45/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR IT LI NL SE

(30) Priorität: 15.06.1983 DE 3321577

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
D-69019 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Darda, Walter
    D-6904 Eppelheim (DE)

(74) Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo 
c/o Heidelberger Druckmaschinen AG Kurfürsten-Anlage 52-60
D-69115 Heidelberg
D-69115 Heidelberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bremsbürsten im Falzapparat von Rotationsdruckmaschinen


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf Bremsbürten im Falzapparat von Rotations-druckmaschinen zum Strecken der Bahnabschnitte beim Transport über die Falzapparatzylinder, wobei die Bremsbürsten dem Zylinderdurchmesser angepaßt und mehrere über die Zylinderlänge verteilt angeordnet sind, wobei diese Bremsbürsten zum Verstellen der Bremswirkung während des Laufs der Maschine gelenkig gelagert sind, so daß eine hohe Exaktheit und Güte des Falzens erreicht wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf Bremsbürsten im Falzapparat von Rotations- druckmaschinen zum Strecken der Bahnabschnitte beim Transport über die Falzapparatzylinder, wobei die einzelnen Bremsbürsten dem jeweiligen Zylinderdurchmesser angepaßt und über die Zylinderlänge verteilt angeordnet sind.

    [0002] Derartige Bürsten sind in Falzapparaten ansich bekannt und dienen dazu, die zu transportierenden Bogen an die Zylindermantelflächen anzulegen, um auch bei langsamem Maschinenlauf einen einwandfreien Transport zu gewährleisten. Außerdem sollen die Bogen immer glatt und ohne Wellenbildung an der Zylindermantelfläche anliegen, so daß bei nachfolgenden Arbeitsgängen, z.B. beim Falzen keine Falzdifferenzen auftreten können. Auch wird durch die Anordnung der Bürsten weitgehend eine sogenannte Eckenbildung vermieden, bei der durch die hohe Geschwindigkeit am nachlaufenden Bogenende durch eine Peitschwirkung, z.B. eine Ecke des Bogens umgeknickt wird. Bei diesen Maßnahmen dürfen aber die Bremsbürsten nicht so hart an den auf dem Zylinder befindlichen Bahnenabschnitt angestellt werden, daß ein Verschmieren des Druckbildes auf diesem zu befürchten ist.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, die an sich bekannten Bremsbürsten verstellbar auszubilden, um während des Laufs der Maschine die Bremswirkung derselben einseitig mehr oder weniger zu erhöhen, so daß eine Feinregulierung der nachfolgenden Arbeitsgänge, z.B. des Falzens vorgenommen werden kann, um deren Exaktheit und Güte zu verbessern.

    [0004] Die Aufgabe wird gemäß dem Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst. Durch die vorteilhafte Lagerung und Einstellmöglichkeiten der Bremsbürsten können, unter Beibehaltung der vom Stand der Technik bekannten Vorteile, die einzelnen Bahnabschnitte einseitig mehr oder weniger abgebremst werden, so daß die Streckwirkung derselben vergrößert oder vermindert wird. Der Vorteil dieser Maßnahme ist, daß z.B. beim nachfolgenden Falzen, insbesondere bei Falzexemplaren mit geringer Seitenzahl und dünnem Papier, der Falz auf Bruchteile eines Millimeters genau durchgeführt werden kann, so daß nicht nur die genaue Lage des Falzes ansich, sondern auch dessen Winkellage verbessert wird.

    [0005] Die Unteransprüche kennzeichnen vorteilhaftere Ausgestaltung der erfinderischen Lösung des Anspruches 1, wobei durch die Teilung der Bremsbürsteneinheiten gemäß Anspruch 3 in zwei getrennt einstellbare Segmente über die Zylinderlänge, auch dann eine Regulierung möglich ist, wenn über die Länge des Zylinders gesehen, zwei Bahnabschnitte nebeneinander transportiert und gefalzt werden. Mit dieser Lösung kann jeder Bahnabschnitt für sich beeinflußt werden, um dessen Falzgüte zu erhöhen.

    [0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt. Es zeigt:

    Fig. 1 eine Seitenansicht des Falzapparates mit Bremsbürsten,

    Fig. 2 eine Draufsicht auf die Bremsbürsten,

    Fig. 3 eine Lagerung der Spindeln mit den Bremsbürsten.



    [0007] Der gezeigte Falzapparat ist in seinem Aufbau ansich bekannt. So wird die Papierbahn 1, die von einem nicht dargestellten Trichter längs gefalzt sein kann, einer Zugwalzengruppe 2 zugeführt und gelangt von dieser auf den Punktur- und Falzmesserzylinder 3. Dieser wiederum wirkt mit einem Messerzylinder 4 zusammen, dessen Schneidmesser 5 die Papierbahn 1 in einzelne Bahnabschnitte 6 trennt. Diese wiederum werden von Punkturen 7 übernommen und bei der weiteren Drehbewegung des Punktur- und Falzmesserzylinders 3 bis über dessen Zentrale zum Falzklappenzylinder 8 gefördert. Zwischen beiden Zylindern wird sodann von den Falzmessern 9 und Falzklappen 10 der erste Querfalz erzeugt. Danach werden die Falzprodukte einer Auslage zugeführt.

    [0008] Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind dem Punktur-und Falzmesserzylinder 3 Bremsbürsten 11 zugeordnet, die der Krümmung der Zylindermantelfläche angepaßt sind. Über die Breite der zugeführten Papierbahnen 1 sind mehrere Bremsbürsten 11 angeordnet, die die Bahnabschnitte abbremsen und damit strecken. Am unteren Ende sind die Bremsbürsten 11 gelenkig an einer Spindel 13 befestigt und im gezeigten Ausführungsbeispiel am oberen Ende an einer Traverse 14. Die Traverse 14 liegt auf beiden Seiten an je einem Hebel 15 an und kann auf beiden Seiten von jedem Hebel getrennt verstellt werden. Hierdurch können die Bremsbürsten 11 mehr oder weniger an die auf dem Zylinder 3 aufliegenden Bahnabschnittes 6 angedrückt werden. Zur Unterstützung der Anlage der Traverse i4 an den Hebeln 15 dient eine Zugfeder 16, die an einer Winkelschiene 17 befestigt ist.

    [0009] Die Hebel 15 sind auf einer Rundtraverse 18 schwenkbar gelagert und werden auf der, der Traverse 14 gegenüberliegenden Seite über Stellspindeln 19 und ein Stellrad 20 eingestellt. Die Stellspindel 19 ist drehbar in einem Böckchen 21 bzw. in einer Schiene 22 gelagert. Das Böckchen 21 sowie die Stellspindel 19 im Bereich des Böckchens weisen ein Gewinde auf, so daß beim Verdrehen der Stellspindel 19 diese in ihrer Längsrichtung eine Bewegung ausführt, die auf den Hebel 15 übertragen wird, und über die Traverse 14 die Bremsbürsten 11 mehr oder weniger an die auf dem Zylinder 3 aufliegenden Bahnabschnitte 6 andrückt. An zwei doppelten Leisten 26, welche an den Stellspindeln 19 fixiert sind, kann man optisch die Lage der Bürsten 11 am Zylinder 3 feststellen.

    [0010] In der Draufsicht gemäß Figur 2 ist die Anordnung der Bremsbürsten 11 über die Breite der zugeführten Papierbahn 1 erkennbar. Auch ist in diesem gezeigten Ausführungsbeispiel die Traverse 14 in der Mitte bei 23 geteilt, um bei zwei nebeneinander vorgesehenen Bahnenabschnitten 6 jeden getrennt über die Bremsbürsten 11 ausrichten zu können. Bei einer Teilung der Traverse 14 sind die Hebel 15 mit ihren Stellmitteln über die Breite der Maschine viermal erforderlich. Bei einer ungeteilten Traverse 14 genügen auf jeder Seite ein Hebel 15.

    [0011] In Figur 3 ist die Spindel 13 in zwei Teilausschnitten gezeigt, wobei die linke Hälfte, deren Befestigung an dem Gelenklager 12 über eine Stellschraube 24 zeigt, welche am Ende mit einer Sicherungsmutter 25 begrenzt ist. Durch Verdrehen der Stellschraube 24 läßt sich die Spindel 13 mehr oder weniger anheben, so daß die Bremsbürsten 11 gegenüber der Zylindermantelfläche des Punkturenfalzmesserzylinders 3 einstellbar sind. Das Gelenklager 12 ist hierbei über einen Zapfen 26 an den Seitengestellen gelagert. Auf dem rechten Teilquerschnitt ist dargestellt, wie die Bremsbürste 11 gelenkig an der Spindel 13 befestigt ist, wobei hierzu zwei Kugelscheiben-Kugelpfannenlager 27 beiderseits der Spindel 13 Verwendung finden, die über eine Schraube 28 gehalten sind. Mit der Schraube 28 wird die Bremsbürste 11 an der Spindel 13 angeschraubt, derart, daß eine Kippbewegung in jeder Richtung möglich ist.

    [0012] Mit der dargestellten Lagerung der Bremsbürsten lassen sich diese paralell und einseitig gegenüber dem Punktur- und Falzmesserzylinder 3 einstellen. Über das Stellrad 20 ist eine Verstellung während des Laufs der Maschine möglich, so daß eine feinfühlige Optimierung der Falzgenauigkeit auch bel unterschiedlichen Seltenzahlen und Papierqualitäten möglich ist.


    Ansprüche

    1. Bremsbürsten im Falzapparat von Rotationsdruckmaschinen zum Strecken der Bahnabschnitte beim Transport über die Falzapparatzylinder, wobei die einzelnen Bremsbürsten dem jeweiligen Zylinderdurchmesser angepaßt und mehrere Bremsbürsten über die Zylinderlänge verteilt angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Bremsbürsten (11) an ihrem unteren Ende gelenkig an einer Spindel (13) und an ihrem oberen Ende ebenfalls gelenkig an einer Traverse (14) befestigt sind, die auf beiden Seiten an je einem Hebel (15) anliegt und von diesem getrennt verstellbar ist, derart, daß die Bremsbürsten(11) mehr oder weniger an die auf dem Zylinder (3) aufliegenden Bahnabschnitte (6) anstellbar sind.
     
    2. Bremsbürsten nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Spindel (13) beiderseits in einem, an den Seitengestellen befestigten Gelenklager (12) über Stellschrauben (24) verstellbar gelagert ist, so daß der Abstand der Bremsbürsten (11) gegenüber dem Zylinder (3) einstellbar ist.
     
    3. Bremsbürsten nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das untere Ende der Bremsbürsten (11) über Kugelscheiben-Kugelpfannenlager (27) an der Spindel (13) und das obere Ende der Bremsbürsten (11) über Kugelscheiben-Kugelpfannenlager (27) an der Traverse (14) befestigt ist, daß die Traverse (14) in Transportrichtung der Bahnabschnitte (6) in der Mitte (bei 23) geteilt ist, und daß an jeder Traversenhälfte beiderseits Hebel (15) angreifen, die über Stellspindeln (19) einstellbar sind.
     




    Zeichnung