[0001] Die Erfindung betrifft eine Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Werden derartige Druckmaschinen mit hohen Produktionsgeschwindigkeiten betrieben,
so treten durch Schwingungen bedingt Fehler im Druck auf. Es ist bereits vorgeschlagen
worden, vergleiche deutsche Patentanmeldung F 3235 360 Schwingungen der Druckträgerbahn,
die beim Abreißen der Bahn von den Gummizylindern auftreten, dadurch zu vermindern,
daß die Bahn unter teilweiser Umschlingung eines Gummizylinders in ein Druckwerk einläuft
und etwa senkrecht zu einer durch die Achsen der Gummizylinder gelegten Ebene ausläuft.
Diese Anordnung wirkt jedoch nicht Fehlern im Druck entgegen, die durch Schwingungen
beim harten Anlaufen der Gummizylinder nach Durchlauf der Zylindergruben entstehen,
wie beispielsweise Grubenstreifen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine
der eingangs genannten Gattung so weiterzubilden, daß sowohl durch den Abriß der Bahn
von den Gummizylindern entstehende Schwingungen der Druckträgerbahn, als auch von
den Gummizylindern selbst herrührende Schwingungen, die zu Grubenstreifen führen,
vermindert werden.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufg
dbe durch Anwendung der im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0005] Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung zweier
Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung. Es zeigen
Fig.1 ein erstes Ausführungsbeispiel in einer schematischen Seitenansicht,
Fig.2 die erfindungsgemäß wesentlichen Teile in einem Schnitt gemäß der Linie II-II
in Fig.1,
Fig.3 die erfindungsgemäß wesentlichen Teile eines zweiten Ausführungsbeispieles und
Fig.4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig.3.
[0006] Fig.1 zeigt zwei hintereinander angeordnete Druckwerke 1, 2 einer Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine.
Das Druckwerk 1 umfaßt zwei Plattenzylinder 3, 4 und zwei Gummizylinder 5, 6 sowie
Farb- und Feuchtwerke, die nicht dargestellt sind. Das Druckwerk 2 ist ebenso aufgebaut
wie das Druckwerk 1 und umfaßt zwei Plattenzylinder 7, 8 und zwei Gummizylinder 9,
10, denen wiederum nicht dargestellte Farb- und Feuchtwerke zugeordnet sind. Zwischen
den beiden Gummizylindern jedes Druckwerkes 1, 2 läuft eine Druckträgerbahn durch,
die somit beidseitig, d.h. im Schön- und Widerdruck, mit je zwei Farben bedruckt werden
kann.
[0007] Wie die Figuren 1 und 2 erkennen lassen, ist die gestrichelt dargestellte Langsachse
12 des Gummizylinders 5, in der Projektion auf eine durch die Drucklinie einer an
diesen Zylinder gelegten tangentialen Ebene 11, die hier mit der Ebene der Druckträgerbahn
zusammenfällt, schräg zur Längsachse 13 des Gummizylinders 6 gestellt. Die beiden
Längsachsen 12, 13 liegen dabei, wie Fig.1 zeigt, in Ebenen 18, 19, die parallel zur
tangentialen Ebene 11 verlaufen. Infolge der Schrägstellung der Längsachsen 12, 13
verläuft auch die Zylindergrube 14 des Gummizylinders 5, die die Spannmittel für das
Gummituch aufnimmt, schräg zur Zylindergrube 15 des Gummizylinders 6. Das mit a bezeichnete
Maß der Schrägstellung der Längsachsen 12, 13 ist dabei so gewählt, daß es in der
Projektion der Längsachsen auf die tangentiale Ebene etwa 1 mm beträgt.
[0008] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Andruckkraft, die die beiden Gummizylinder
5, 6 auf die Druckträgerbahn 11 ausüben, in der Mitte am größten und fällt beiderseits
zu den Stirnseiten der Zylinder ab. Infolgedessen kann die Druckträgerbahn an den
Stirnseiten am leichtesten von den Gummizylindern abgezogen werden. Hierdurch wird
ein von der Senkrechten zur Bahnlaufrichtung unter einem kleinen Winkel über die Zylinderreihe
abweichender Abriß der Bahn von den Gummizylindern 5, 6 erreicht. Damit kann der Druckträgerbahn
11 die Neigung zum Schwingen genommen werden, so daß die Gefahr von Dubliererscheinungen
vermindert wird. Durch die Schrägstellung der Längsachse des Gummizylinders 5 laufen
weiterhin die Zylindergruben 14, 15 der beiden Gummizylinder 5, 6 nicht schlagartig
über die ganze Breite zusammen, sondern etwas zeitlich versetzt. Dadurch werden der
bisher auftretende Anlaufstoß gemindert und die daraus resultierenden Zylinderschwingungen
reduziert, so daß auch die hierdurch ausgelösten Fehler im Druck, wie Grubenstreifen,
vermindert werden. Den gleichen positiven Effekt bringt zusätzlich die Tatsache, daß
auch kein schlagartiges Zusammenlaufen der Zylindergrube 14 mit der Zylindergrube
des Plattenzylinders 3 erfolgt.
[0009] Um einem eventuell durch die Schrägstellung des Gummizylinders 5 hervorgerufenen
Verlaufen der Bahn entgegenzuwirken, ist die Längsachse 16 des Gummizylinders 9, der
die gleiche Seite der Druckträgerbahn 11 wie der Gummizylinder 5 bedruckt, in bezug
zur Längsachse 17 des Gummizylinders 10 in entgegengesetzter Richtung schräggestellt.
Die Einspannlänge der Bahn zwischen zwei Druckwerken hat deshalb auf der Antriebsseite
ein anderes Maß als auf der Bedienungsseite, was ebenfalls schwingungshemmend wirkt.
[0010] Das in Fig.3 dargestellte Druckwerk weist wiederum zwei Plattenzylinder 20, 21 und
zwei Gummizylinder 22, 23 auf, denen nicht dargestellte Farb- und Feuchtwerke zugeordnet
sind. Die Gummizylinder 22, 23 sind bei diesem Druckwerk so angeordnet, daß eine in
Richtung des Pfeiles c durchlaufende Druckträgerbahn 24 den Gummizylinder 23 beim
Einlauf und den Gummizylinder 22 beim Auslauf aus dem Druckwerk teilweise umschlingt.
Bei dieser Anordnung ist die Längsachse 25 des Gummizylinders 22 in der Projektion
auf die gestrichelt dargestellte, durch die Drucklinie an diesen Gummizylinder gelegte
tangentiale Ebene 26 derart gegenüber der Längsachse 27 des Gummizylinder 23 schräggestellt,
daß die beiden Längsachsen sich nicht in der Mitte der Gummizylinder, sondern im Bereich
der einen Stirnseite kreuzen. Die Längsachsen 25, 27 liegen in zwei Ebenen 28, 29,
die parallel zur tangentialen Ebene 26 verlaufen.
[0011] Im Betreib erfolgt bei diesem Druckwerk der Abriß der Druckträgerbahn 24 von dem
die Bahn länger führenden Gummizylinder 22 nicht von beiden Seiten gleichzeitig beginnend,
sondern von der einen Stirnseite her durchlaufend bis zur anderen Stirnseite, wodurch
in gleicher Weise wie beim ersten Ausführungsbeispiel die Neigung der Druckträgerbahn
zu Schwingungen gemindert wird. Auch hier erfolgt kein schlagartiges Zusammenlaufen
der Zylindergrube des Gummizylinders 22 mit den entsprechenden Zylindergruben des
Gummizylinders 23 und des Plattenzylinders 20, so daß auch insoweit dem Entstehen
von Schwingungen entgegengewirkt wird. Dabei wirkt ebenfalls schwingungshemmend, daß
die freie Einspannlänge bis zum nachfolgenden Druckwerk auf den Antriebs- und Bedienungszeiten
unterschiedlich ist.
Bezugszeichenliste
[0012]
1 Druckwerk
2 Druckwerk
3 Plattenzylinder
4 Plattenzylinder
5 Gummizylinder
6 Gummizylinder
7 Plattenzylinder
8 Plattenzylinder
9 Gummizylinder
10 Gummizylinder
11 tangent. Ebene
12 Längsachse
13 Längsachse
14 Zylindergrube
15 Zylindergrube
16 Längsachse
17 Längsachse
18 Ebene
19 Ebene
20 Plattenzylinder
21 Plattenzylinder
22 Gummizylinder
23 Gummizylinder
24 Druckträgerbahn
25 Längsachse
26 tangent. Ebene
27 Längsachse
28 Ebene
29 Ebene
1. Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine mit mindestens zwei in Laufrichtung der Druckträgerbahn
hintereinander angeordneten, je zwei Plattenzylinder und zwei Gummizylinder aufweisenden
Druckwerken für Schön-und Widerdruck, zwischen deren Gummizylindern die Druckträgerbahn
hindurchgeführt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachsen (12, 13, 16, 17, 25, 27) der beiden Gummizylinder
(5, 6, 9, 10, 22, 23) eines Druckwerkes (1, 2) in der Projektion auf eine durch die
Drucklinie an einen Gummizylinder gelegte tangentiale Ebene (11, 26) schräg zueinander
gestellt sind, wobei die Längsachsen (12, 13, 16, 17, 25, 27) in zur tangentialen
Ebene (11, 26) parallelen Ebenen (18, 19) liegen.
2. Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Druckwerk (1, 2) die Längsachse (12, 16, 25)
eines der beiden Gummizylinder (5, 9, 22) gegenüber der Längsachse (13, 17, 27) des
anderen Gummizylinders (6, 10, 23) schräggestellt ist.
3. Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachse (25) des von der ablaufenden Druckträgerbahn
(24) teilweise umschlungenen Gummizylinders (22) gegenüber der Längsachse (27) des
anderen Gummizylinders (23) schräggestellt ist.
4. Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Längsachsen (12, 16) der die gleiche Seite der Druckträgerbahn
(11) bedruckenden Gummizylinder (6, 10) zweier benachbarter Druckwerke (1, 2) in entgegengesetzten
Richtungen schräggestellt sind.
5. Rollenoffset-Rotationsdruckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Projektion der Längsachsen (12, 13, 16, 17, 25, 26) der beiden
Gummizylinder eines Druckwerkes auf die tangentiale Ebene (11, 26) an der Stirnseite
der Gummizylinder (5, 6, 9, 10, 22, 23) gemessen etwa 1 mm Abstand voneinander aufweisen.