(19)
(11) EP 0 133 498 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.02.1985  Patentblatt  1985/09

(21) Anmeldenummer: 84108582.2

(22) Anmeldetag:  20.07.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41F 7/10, B41F 7/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 02.08.1983 DE 3327792

(71) Anmelder: M.A.N.-ROLAND Druckmaschinen Aktiengesellschaft
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Fischer, Hermann
    D-8900 Augsburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach dem Fünfzylindersystem


    (57) Eine Fünfzylinder-Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine soll neben dem Aufbringen eines zweifachen Schöndruckes auch auf Widerdruck umschaltbar sein. Dafür wird der erste Gummizylinder mit einem Greifersystem versehen, so daß er von dem gemeinsamen Widerdruckzylinder den zu bedruckenden Bogen umfaßt und an dem ihm zugeordneten DiLitho-Plattenzylinder vorbeiführt. Danach erfolgt die erneute Übernahme des gemeinsamen Gegendruckzylinders und die Vorbeiführung des mit einem Widerdruck versehenen Zylinders an dem zweiten Gummizylinder zum Aufbringen eines Schöndruckes. Während der Zeit, während derder erste Gummizylinder keine Bogen führt, muß der diesem zugeordnete DiLitho-Plattenzylinder abgestellt sein, um eine unerwünschte Einfärbung des ersten Gummizylinders zu vermeiden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach dem Fünfzylinder-System, mit einem die zu bedruckenden Bogen von einem Anleger übernehmenden Gegendruckzylinder, an den, in Transportrichtung der Bogen gesehen, hintereinander zwei Gummizylinder angestellt sind.

    [0002] Eine Maschine dieser Art ist aus dem Fachbuch "Einführung in den Offsetdruck" von Wolfgang Walenski, Eggen-Fachbuchreihe, Seite 113, bekannt. Mit dieser Maschine kann ein Bogen auf einer Seite mit einem zweifachen Schöndruck bedruckt werden. Darüber hinaus zeigt die Seite 155 des gleichen Fachbuches eine Bogen-Offsetrotationsmaschine für Schön- und Widerdruck, bei der ein zu bedruckender Bogen zwischen zwei Gummizylindern hindurchgeführt wird, wobei ein Gummizylinder ein Greifersystem trägt. Jede dieser Maschinen ist also auf eine bestimmte Druckart festgelegt.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine der eingangs bezeichneten Art ohne zusätzliche Raumbeanspruchung und insbesondere ohne eine Wendevorrichtung wahlweise im Bedarfsfall auf Widerdruck umschaltbar zu machen.

    [0004] Diese Aufgabe wird durch die Anwendung der Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus der Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen. In diesen zeigen

    Fig. 1 bis 3 den Grundaufbau der erfindungsgemäßen, umschaltbaren Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine,

    Fig. 4 bis 6 eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine und

    Fig. 7 und 8 eine weitere Variante der Erfindung.



    [0005] In den Darstellungen gemäß Fig. 1 bis 3 ist die Erfindung in der einfachsten Ausführungsform dargestellt. Einem Druckwerk 1 werden von einem Bogenanleger 2 die zu bedruckenden Bogen 3 zugeführt. Bei dieser Ausführungsvariante wird ein sogenannter doppelt großer Gegendruckzylinder 4 verwendet, der mit Greifern zur Obernahme der Bogen 3 ausgestattet ist. Die Hälfte des Umfanges des Gegendruckzylinders 4 ist mit einem Gummituch 5 versehen.

    [0006] An den Gegendruckzylinder 4 ist ein erster Gummizylinder 6 angestellt, dem ein Plattenzylinder 7 zugeordnet ist. Hinter dem Gummizylinder 6 ist ein weiteres Zylinderpaar 8, 9 angeordnet, und zwar ein Plattenzylinder 8 und ein ebenfalls an den Gegendruckzylinder 4 anstellbarer Gummizylinder 9. Die im Druckwerk 1 bedruckten Bogen werden an einer Bogenabgabestelle berspielsweise einem Kettensystem 10 Ubergeben, durch das ein Weitertransport zu einem nachfolgenden Druckwerk oder zu einer Bogenauslage erfolgt.

    [0007] Mit diesem Druckmaschinenkonzept Ist es zum einen in herkömmlicher Weise möglich, die zu bedruckenden Bogen 3 in üblicher Weise um den Gegendruckzylinder 4 zu führen und nach der Aufbringung eines zweifachen Schöndruckes wieder aus dem Druckwerk 1 herauszuführen. In erfindungsgemäßer Weise ist eine Umstellung dieses Druckwerkes dadurch möglich, daß der Gummizylinder 6 ebenfalls mit einem Greifersystem ausgestattet wird, durch das ein zu bedruckender Bogen 3 von dem Gegendruckzylinder 4 übernommen wird und dieser Bogen 3 um den Gummizylinder 6 herumgeführt wird, wonach der Gegendruckzylinder 4, der in der Zwischenzeit eine halbe Umdrehung ausgeführt hat, wiederum den Bogen 3 übernimmt, und zwar in der.Weise, daß dieser nunmehr auf dem Gummituch 5 zu liegen kommt.

    [0008] Die Trennung zwischen den erwähnten Zylindern kann durch Abheben eines Zylinders erreicht werden oder ergibt sich bei ausreichend dicken Papierstärken automatisch, wenn kein Bogen geführt wird.

    [0009] Während der Bogen 3 um den Gummizylinder 6 herumgeführt wurde, kann er an seiner Unterseite, die nunmehr bei der Herumführung um den Gummizylinder 6 nach außen zu liegen kommt, durch den Zylinder 6, der bei dieser Betriebsweise als DiLitho-Plattenzylinder arbeitet, dessen Platte spiegelbildlich bezogen, auf eine Offset-Platte kopiert sein muß, mit einem Widerdruck versehen werden. Nach der erneuten übergabe an den Gegendruckzylinder 4 wird der an der Unterseite bedruckte Bogen 3 an dem zweiten Gummizylinder 9 vorbeigeführt, wobei ein Schöndruck auf diesen aufgebracht wird. In erfindungsgemäßer Weise wird dabei während dieser Zeit der Zylinder 7 von dem Gummizylinder 6 geringfügig abgehoben, beispielsweise in der Größenordnung von 3/10 mm. Dadurch wird der Gummizylinder 6 nicht durch den DiLitho-Plattenzylinder 7 eingefärbt, wenn er keinen Bogen führt. Wie die Figuren 1 bis 3 erkennen lassen, ist---eine Abstellung des zwe-iten Gummizylinders 9 vom Gegendruckzylinder nicht erforderlich, wenn der keinen Bogen tragende Umfangsbereich des Gegendruckzylinders 4 an dem Gummizylinder 9 vorbeigeführt wird, da in diesem Bereich mangels fehlender Auflage an sich kein Kontakt entstehen kann. Wird jedoch dieser Bereich beispielsweise ebenfalls in vorteilhafter Weise mit einem Gummituch belegt, sollte auch der Gummizylinder 9 geringfügig während dieser halben Umdrehung von dem Gegendruckzylinder 4 abgehoben werden, um gegebenenfalls ein nicht erwünschtes Einfärben dieses Bereiches des Gegendruckzylinders 4 durch den Gummizylinder 9 zu vermeiden.

    [0010] Die Figuren 2 und 3 zeigen die diversen Zylinder des Druckwerkes 1 in verschiedenen Winkellagen, so daß der Verlauf der Führung des Bogens 3 erkennbar ist.

    [0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ergibt sich aus den Figuren 4 bis 6, bei denen hinter der Bogenabgabestelle, beispielsweise an der Kette 10, ein DiLitho-Farb- und Feuchtwerk 12 verwendet wird. Gleichzeitig wird der Gegendruckzylinder 4 zusätzlich mit einer Platte 11 belegt. Beim Vorbeiführen der DiLitho-platte 11 an dem Farb- und Feuchtwerk 12 erfolgt eine Einfärbung, so daß der angelegte Bogen 3 mit einem Widerdruck versehen wird, wenn dieser anschließend um den Gegendruckzylinder 4 zur Bogenauslage geführt wird. Dabei wird dieser an seiner Oberseite mit einem zweifachen Schöndruck durch die Gummizylinder 6 und 9 versehen. Bei der erfindungsgemäßen Betriebsweise kann wiederum der zunächst von dem Gegendruckzylinder 4 Ubernommene Bogen an den ebenfalls mit Greifern ausgestatteten ersten Gummizylinder 6 übergeben werden und in der bereits beschriebenen Weise dabei einmal um den Gummizylinder herausgeführt werden. Ebenso wie bei der Betriebsweise gemäß Fig. 1 bis 3 wird bei der AusfUhrungsform gemäß Fig. 4 und 6 dem Druckwerk 1 jeweils nur ein Bogen Über eine Umdrehung des Gegendruckzylinders zugeführt, so daß jeweils zwischen aufeinanderfolgenden anzulegenden Bogen eine Lücke vorhanden ist, deren Länge in etwa der Bogenlänge entspricht.

    [0012] Wird nun der nächste Bogen 14 dem Gegendruckzylinder 4 zugeführt, so erfolgt die Aufbringung eines Widerdruckes durch die DiLitho-Druckplatte 5 (Fig. 4). Anschließend erfolgt die übergabe des mit einem ersten Widerdruck versehenen Bogens 14 an den Gummizylinder 6 und dessen Vorbeifuhrung an dem Plattenzylinder 7. Dadurch wird in der bereits beschriebenen Weise ein Widerdruck aufgebracht, der hier den zweiten Widerdruck darstellt, der von der DiLitho-Platte 7 übertragen wurde. Danach erfolgt die zweite übergabe an den Gegendruckzylinder 4 und die Vorbeiführung des Bogens an dem zweiten Gummizylinder 9, an dem der erste Schöndruck aufgebracht wird. Vorzugszwei e weise sollte derlGummizylinder 9 geringfügig vom Gegendruckzylinder 4 abgehoben werden, falls es unerwünscht ist, das Gummituch 5 (Fig. 2, 3) durch diesen einfärben zu lassen. Wie bereits erwähnt, taktet auch bei der Ausfuhrungsform gemäß Fig. 4 bis 6 der Plattenzylinder 7 in der Zeit, in der der Gummizylinder 6 keinen Bogen führt. Das Gummituch 5 bzw. 13 bewirkt einen günstigen, sogenannten Nachoffseteffekt. Dies erfolgt beim Vorbeiführen des mit einem zweifachen Widerdruck versehenen Bogens an dem Gummizylinder 9 zur Aufbringung eines Schöndruckes. Die Darstellungen gemäß Fig. 7 und 8 zeigen eine Variante der erfindungsgemäßen Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine. Das dargestellte Druckwerk 15 umfaßt einen ersten Gummizylinder 18 mit einem Plattenzylinder 19 sowie einen zweiten Gummizylinder 20 mit einem Plattenzylinder 21 und einem Ausleger 22, beispielsweise in Form einer Kette. Dem Druckwerk 15 werden von einem Bogenanleger 16 die zu bedruckenden Bogen 17 zugeführt. Zunächst werden die Bogen 17 von einem gemeinsamen Gegendruckzylinder 23 übernommen, der hier den gleichen Umfang aufweist wie die Gummizylinder 18 und 20. Auch hier wird der zu bedruckende Bogen wiederum zum Aufbringen eines Widerdruckes durch die Greifer des Gummizylinders 18 übernommen und an dem Plattenzylinder 19 vorbeigeführt, der in der beschriebenen Weise vom Gummizylinder 18 abgestellt ist, wenn dieser keinen Bogen führt. Anschließend erfolgt die erneute Obernahme des mit einem Widerdruck versehenen Bogens durch die Greifer des Gegendruckzylinders 23, wonach der Gegendruckzylinder 23 die Bogen an dem zweiten Gummizylinder 20 vorbeiführt, durch den ein Schöndruck aufgebracht wird. Dann erfolgt die Auslage in bekannter Weise. In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 und 8 ist es, zum Unterschied zu den vorangehend beschriebenen Ausführungsbeispielen, unbedingt erforderlich, daß auch der zweite Gummizylinder 20 von dem Gegendruckzylinder 23 abgehoben ist, wenn dieser keinen Bogen an dem Gummizylinder 20 vorbeiführt. Dadurch wird eine unerwünschte Einfärbung des Gegendruckzylinders 23 vermieden.

    [0013] Eine besonders vorteilhafte Anwendung der Erfindung ergibt sich dadurch, daß das erfindungsgemäße Druckwerk zusammen mit einer Wendevorrichtung zum Einsatz kommt, wo- - durch die erreichbare Variationsbreite besonders augenfällig wird.

    Bezugszeichen:



    [0014] 

    1 Druckwerk

    2 Bogenanleger

    3 Bogen

    4 Gegendruckzylinder

    5 Gummituch

    6 Gummizylinder

    7 Plattenzylinder

    8 Plattenzylinder

    9 Gummizylinder

    10 Kettensystem

    11 Platte

    12 DiLitho-Farb- und Feuchtwerk

    13 Gummituch

    14 Bogen

    15 Druckwerk

    16 Bogenanleger

    17 Bogen

    18 Gummizylinder

    19 Plattenzylinder

    20 Gummizylinder

    21 Plattenzylinder

    22 Ausleger

    23 Gegendruckzylinder




    Ansprüche

    1. Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach dem Fünfzylinder-System, mit einem die zu bedruckenden Bogen von einem Anleger übernehmenden Gegendruckzylinder, an den, in Transportrichtung der Bogen gesehen, hintereinander zwei Gummizylinder angestellt sind, dadurch gekennzeichnet, daß der zu bedruckende Bogen (3) von dem Gegendruckzylinder (4) auf den ersten Gummizylinder (6) Uberführbar und zum Aufbringen eines DiLitho-Widerdruckes an dem diesem zugeordneten DiLitho-Plattenzylinder (7) vorbeiführbar ist und daß anschließend der Bogen (3) wieder vom Gegendruckzylinder (4) übernehmbar und durch diesen an dem zweiten Gummizylinder (9) vorbeiführbar ist, wobei der genannte DiLitho-Plattenzylinder (7) von dem Gummizylinder (6) getrennt ist, wenn letzterer keinen Bogen (3) führt.
     
    2. Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegendruckzylinder (4) den doppelten Umfang, bezogen auf die Gummizylinder (6, 9) aufweist.
     
    3. Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegendruckzylinder (23) den gleichen Umfang wie die Gummizylinder (18, 19) aufweist und daß der letzte Gummizylinder (20) von dem Gegendruckzylinder (17) abgehoben ist während der Zeit, in der der Gegendruckzylinder (23) keinen Bogen (17) trägt.
     
    4. Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem doppelt großen Gegendruckzylinder (4), in dessen Drehrichtung gesehen hinter der Bogenabgabestelle (10) ein DiLitho-Farb- und Feuchtwerk (12) angeordnet ist, das während einer halben Umdrehung des Gegendruckzylinders (4) eine auf diesem aufgelegte DiLitho-Druckplatte (11) einfärbt.
     
    5. Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die andere Hälfte des doppelt großen Gegendruckzylinders (4) mit einem Gummituch oder mit einer Offset-Druckplatte (11) belegt ist.
     
    6. Bogen-Offsetrotationsdruckmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das DiLitho-Farb- und Feuchtwerk (12) von dem Gegendruckzylinder (4) abgestellt ist, wenn das Gummituch (5) an diesem vorbeiläuft und keinen Bogen führt.
     




    Zeichnung