(19)
(11) EP 0 133 889 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.03.1985  Patentblatt  1985/11

(21) Anmeldenummer: 84107167.3

(22) Anmeldetag:  22.06.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4E04B 1/14, E04C 2/00, E04B 1/60
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 30.06.1983 DE 3323643

(71) Anmelder: STREIF AG
D-5461 Vettelschoss über Linz/Rhein (DE)

(72) Erfinder:
  • Lepold, Hans-Josef, Dipl.-Ing.
    D-5510 Saarburg (DE)
  • Sellen, Paul
    D-6640 Merzig (DE)
  • Maringer, Gottfried
    D-6645 Beckingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Eckverbindung zwischen geschosshohen Wandfertigteilen


    (57) Die Erfindung hat eine Eckverbindung geputzter, geschoßhoher Wandfertigteile aus einem Massivholz-Ständerwerk zum Gegenstand.
    Nach der Erfindung wird eine Gehrung in der Winkelhalbierenden der Ecke in den Randständern der Wandfertigteile ausgebildet. Eine Nut-Feder-Verbindung zusammen mit zusätzlichen Verdübelungselementen, welche in dem Nutboden an der Feder und/oder in der Gehrung angeordnet sind, schafft eine schubsteife Verbindung, auch in Richtung der Längserstreckung der Feder, weil mittels Spannelementen die Wandfertigteile zusammengezogen werden; dabei zentrieren sie sich selbsttätig maßgerecht in der Stoßfläche. Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren, auf der Baustelle eine starre Eckverbindung herzustellen durch Injektion von aushärtendem, verbundherstellendem, u.a. volumenvergrößerndem Material über in die Feder eingefräste Nuten.
    Die Putzträgerschicht ist parallel zur Gehrung besäumt und durch eine klaffende Fuge getrennt. Ein mit der Putzoberfläche bündiges, komprimierbares Fugenband schließt die Putzkante ab. Die Fuge wird optisch kaum mehr wahrgenommen, da sie in die Kante fällt und sich bei Farbgleichheit mit dem Putz nicht mehr abhebt. Durch diesen Vorteil und die Einsparung von kostspieligen Nacharbeiten an der Wandecke trägt die Erfindung wesentlich zur Rationalisierung des Bauens mit Fertigteilen bei. Sie führt ferner zu einem wesentlichen Fortschritt, weil vor Ort ohne viel Aufwand eine Eckverbindung geschaffen wird, die zur starren statischen Zusammenwirkung der Wandscheiben führt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Eckverbindung von geschoßhohen Außenwandfertigteilen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Bei einer von der Anmelderin ausgeführten Eckverbindung der angegebenen Art geht der erste Wandteil mit seiner schmalen Stirnseite bis zur Außenwandfläche des über Eck benachbarten zweiten Wandteils durch, und der zweite Wandteil stößt mit seiner im wesentlichen von einem Randständer gebildeten schmalen Stirnseite stumpf gegen die innere Beplankung des ersten Wandteils. Die innere Beplankung besteht aus Gipskartonplatten. Diese Gipskartonplatten müssen auch die Randständer übergreifen, weil sie dort befestigt sind. Zwischen den Randständern der über Eck benachbarten beiden Wandteile liegt daher die Gipskartonplatte des ersten Wandteils, und die Arbeitsfuge zwischen den beiden Wandteilen endet in der Außenwandfläche des zweiten Wandteils um die Dicke des ersten Wandteils von der Ecke versetzt.

    [0003] Bei dieser Ausbildung ist der einfachen Herstellung der Wandteile die Priorität eingeräumt und erreicht worden, daß alle Außenwandfertigteile im wesentlichen gleich ausgebildet werden konnten, was für die rationelle Herstellung im Taktverfahren auch sehr wesentlich war.

    [0004] Lediglich für die Verschraubung der zu Ecken gehörenden Wandteile mußten die Randständer der jeweils ersten Wandteile mit Rampamuttern ausgerüstet werden, die von der durch die Gipskartonplatte abgedeckten Fläche her zugänglich sind, und es mußten in den Randständern der zweiten Randteile in Längsrichtung vorgreifende und an dem Randständer abgestützte Schraubbolzen vorgesehen sein, deren Köpfe von der Wandinnenseite zugänglich sind.

    [0005] Die mit der Verschraubung aufbringbare Pressung war durch die in die Fuge eingreifende Gipsplatte im gewissen Maße begrenzt, dennoch wirkte aber dieser unter Druck gesetzte, nicht sichtbare Streifen der Gipskartonplatte als Lastverteiler und Anpassungspolster für die nicht völlig ebenen und im mathematischen Sinne parallelen Randständer. Diese bekannte Eckverbindung hat sich in der Praxis hinsichtlich der Herstellung, der Montage und der Haltbarkeit im eingebauten Zustand bewährt.

    [0006] Die neben der Ecke liegende Fuge läßt aber erkennen, daß es sich um eine Fertigteilwandkonstruktion handelt. Dies wird als ein Nachteil und in gewisser Hinsicht als Mangel angesehen. Bei fertig geputzten Außenwandfertigteilen bedarf es an Ort und Stelle stets der Nacharbeiten an der Putzfuge, sei es, daß sich die Gipskartonplatte bei der Verschraubung ungleichmäßig verformt und eine klaffende Fuge ungleicher Dicke zur Folge hat, welche das Erscheinungsbild der in der Fläche sehr einheitlich geputzten Oberfläche stört, oder weil die Putzkante beim Zusammenfügen ausgebrochen wurde und deshalb ausgebessert werden muß. Sofern man sich dann an Ort und Stelle dazu entschließt, die Fuge überhaupt zu überputzen, wird es zur Vermeidung späterer Putzrisse notwendig, daß mit besonderen Maßnahmen der Putz hier in einem Streifen neu aufgebaut werden muß. Diese Arbeiten sind kostenintensiv und relativ aufwendig, weil sie wetterabhängig sind und nur bei gutem Wetter ausgeführt werden können. Sie erfordern Fachpersonal und hochwertige Materialien. Häufig werden diese Nacharbeiten reklamiert, weil sie erkennbar sind und sich erst im Laufe der Zeit farblich an den übrigen Putz angleichen. So sind die Nacharbeiten und die Ausbesserung von ausgebrochenen Fugenkanten zeit-, arbeits- und kostenintensiv und mit dem Prinzip des rationellen Bauens, dem wesentlichsten Vorzug des Fertigbaus, nicht vereinbar.

    [0007] Auch bei anderen Ausführungen der Wandfertigteilstöße, als oben ausgeführt, muß die Fugenausbildung an der Wandecke im Putz als ein bis heute nicht gelöstes Problem gesehen werden.

    [0008] Außerdem hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, daß an die Schubsteifigkeit der Eckverbindung höhere Anforderungen zu stellen sind, um ein besseres Zusammenwirken der aus Einzelelementen zusammengesetzten Wandscheiben des Hauses zu erzielen.

    [0009] Es soll also die Aufgabe gelöst werden, die Wandfertigteile der gattungsmäßigen Art an einer Wandecke so miteinander zu verbinden, daß sie statisch unter Krafteinwirkung beliebiger Richtung ohne Verschiebung in der Fuge zusammenwirken und die Fuge in der fertig geputzten Außenwandfläche nicht mehr ohne weiteres erkennbar ist, daß die Ausführung des Zusammenfügens mit möglichst wenigen Handgriffen und ohne nennenswerten Aufwand ausgeführt werden kann, so daß keine Nachbesserungen oder Nacharbeiten erforderlich sind.

    [0010] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Maßnahmen auf einfache Art und Weise mit dem Zusammenziehen der Wandfertigteile gelöst. Eine im Rahmen eines nicht der Öffentlichkeit zugänglichen Versuchs ausgeführte Eckverbindung hat ergeben, daß der sichtbare Teil des Fugenbandes kaum wahrgenommen wird, weil er an keiner der beiden Außenflächen einen nennenswerten Anteil hat. Das statische Zusammenwirken wird durch die besondere Fugenausbildung und die Verdübelung nicht nur quer zur Richtung der Feder, durch sondern auch in Richtung der Feder oder/die Verleimung erreicht.

    [0011] Mittels der vorgesehenen nachspannbaren Anker werden die auf Gehrung besäumten Ränder der zu stoßenden Wandfertigteile zusammengezogen, wobei die Nut-Feder-Verbindung das paßgenaue Zentrieren des Wandquerschnitts an der Ecke innerhalb der Stoßfläche sicherstellt. Die Ankerstäbe werden in die durch beide Randständer hindurchgeführten Bohrungen, welche auch die Nut und Feder mittig durchdringen, in dem in dem einen Randständer eingelassenen Verschluß verankert. Der andere Verschluß des Ankerstabs ist über eine verschließbare Öffnung zugänglich, die auf der innenseitigen Wandbeplankung angeordnet ist. Dieser Verschluß ist so ausgebildet, daß er nachgespannt werden kann.

    [0012] Beim Zusammenziehen der Wandfertigteile mittels der Anker wird der Form- und Kraftschluß in der Stoßfläche hergestellt, so daß es auch keiner Nachbesserung der Fugenkante im Putz bedarf. Die Verbindung von Wandfertigteilen an einer Ecke mittels einer in die Gehrung eingelegten Feder ist an sich nicht neu. Die Schweizerische Patentschrift 34 90 59 stellt z.B. eine Eckfeder unter Schutz, welche y-förmig ausgebildet ist und mit einem Schenkel zur Wandecke reicht. Bei Eckverbindungen von Wandbauteilen mit Putzträgern und Putz der im Obergriff genannten Art kommt es dagegen darauf an, daß die Verdübelung der Wandbauteile in der Gehrung auch in Richtung der Feder sichergestellt ist. Nur dann ist ein Kraftschluß für Kräfte beliebiger Richtung gewährleistet und sichergestellt, daß die Fugenverfüllung in der Putzecke dauerhaft und ohne Schaden bleibt.

    [0013] Weitere Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen niedergelegt. Ausführungsbeispiele sind in der Beschreibung erläutert, sowie in den nachfolgenden Zeichnungen dargestellt.

    [0014] Es zeigt:

    Fig. 1 den Querschnitt einer Eckverbindung;

    Fig. 2 Querschnitt einer Eckverbindung aus Wandfertigteilen mit einer geputzten, hinterlüfteten Wandschale.



    [0015] In Fig. 1 zeigt der Querschnitt der Eckverbindung zwischen zusammengefügten Wandfertigteilen A, B mit einer inneren Beplankung 1, einem vorzugsweise brettschichtverleimten Randständer 2, einer äußeren Beplankung 3, einer Putzträgerschicht 4 mit dem werkseitig aufgetragenen Fertigputz 5. Der eine Wandfertigteil A besitzt eine eingeleimte Feder 6 und einen in der Bohrung festgelegten Verschluß wie z. B. die dargestellte Innengewindehülse 7 mit Bund und in die Gehrungsfuge eingelegte Fugendichtungsbänder 8.

    [0016] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausbildung haben die Fugendichtungsbänder rechteckförmigen Querschnitt und sind bedarfsweise in der Stoßfläche eingelassen. Auch andere Ausführungsformen sind von Fall zu Fall zweckmäßig wie z.B. Dichtungen mit kreisrundem oder kreisringförmigem Querschnitt. Die eingelegten Fugendichtungen in Band- oder Schnurform sind aus komprimierbarem Material vorgesehen. Aber auch andere Materialien, die zum Beispiel kalt vulkanisieren, sind geeignet, nicht nur einen hermetischen Verschluß der Fuge herbeizuführen, sondern gleichzeitig auch einen Verbund herzustellen. Bei geeigneter Materialwahl übernehmen daher die Fugenbänder auch die Funktion einer Verleimung der Fuge und tragen auf diese Weise zur kraftschlüssigen Verbindung der Randständer bei.

    [0017] Der andere Wandfertigteil B besitzt den gleichen Aufbau. Zur Unterscheidung der Einzelelemente gegenüber dem Wandfertigteil A sind die Bezugszeichen mit ' versehen.

    [0018] Parallel zur Längserstreckung des Wandfertigteils B ist der Ankerstab 9', der durch den Randständer 2' und die Feder 6 hindurchgeführt ist, in die drehgesicherte Innengewindehülse 7 eingeschraubt. Der nachspannbare Ankerstabverschluß ist im Wandfertigteil B über die wiederverschließbaren Zugangsöffnungen 16 in Höhe der Spannelemente zugänglich. In den Nutgrund 10' ist ein Verdübelungselement 11' eingelegt, das bedarfsweise auch schon werkseitig auf der Federschmalseite eingepreßt sein kann. Nach der Erfindung ist die Anordnung von weiteren Verdübelungselementen wahlweise auch in dem Fugenspalt 17 zwischen Feder und Fugentand 8 möglich.

    [0019] Die Erfindung sieht als Verdübelungselemente herkömmliche, im Holzbau übliche Dübel wie z.B. Runddübel, Krallendübel, Krallenplatten und dgl. vor. An ihre Stelle kann auch eine Verleimung treten, beispielsweise der Feder 6 in der Nut oder mit den Fugendichtungsbändern 8 in der Stoßfläche der Randständer. In besonders vorteilhafter Weise kann die Verleimung dabei mit einem mikroverkapselten, werkseitig bereits auf die Feder aufgetragenen Reaktionsharz-Leim vorgenommen werden, der beim Einziehen der Feder in die Nut durch die Reibungskräfte aktiviert wird und zum Aushärten des Leimes führt. In diesem Fall kommt es auf eine maßgenaue Fertigung von Nut und Feder an. Die Feder ist ihrerseits bereits im Herstellwerk in den Randständer des einen Wandfertigteils A eingeleimt und kann bedarfsweise aus Hartholz oder anderen Materialien bestehen.

    [0020] Voraussetzung sowohl für die Verleimung als auch für die kraftschlüssige Verbindung mittels Verdübelungselementen sind Spannelemente wie Anker 9', mit Hilfe derer die Ränder der Wandelemente zusammengezogen werden können. Die Kraftschlüssigkeit ist aber nur dann gewährleistet, wenn das Zusammenziehen mit dem notwendigen Anpreßdruck geschieht. Es kommt hierbei auch darauf an, daß der zugängliche Verschluß des Ankers nachspannbar ist. Daher sieht die Erfindung für den zugänglichen Verschluß des Ankerstabs nachspannbare, an sich bekannte Konstruktionen wie Schraubverschluß, Keilverschluß oder Exzenterverschluß vor.

    [0021] Die Putzträgerschicht 4 bzw. 4' weist dieselbe Gehrung wie die Randständer 2 und 2' auf und bildet eine klaffende Fuge 12. In diese Fuge eingelegt ist ein Fugenband 13, das die Flanken sowohl der Putzträgerschicht als auch des Putzes 5 und 5' miteinander verbindet. Das Fugenband 13 ist kompressibel. Es schließt bündig mit der Putzkante ab. Die Flanke der Putzträgerschicht 4 besitzt bei dem hier gezeigten Beispiel eine Verstärkung 14, 14'. Im dargestellten Beispiel ist diese Verstärkung an der äußeren Beplankung 3, 3' befestigt. Sie kann bei anders gearteter Formgebung auch an den Randständern 2, 2' befestigt sein.

    [0022] In Fig. 2 ist ein weiteres Beispiel für die Eckverbindung zwischen zusammengefügten Wandfertigteilen A und B gezeigt. Der Wandaufbau unterscheidet sich gegenüber dem des Beispiels von Fig. 1 insofern als zwischen der Beplankung 3, 3' und der Putzträgerschicht 4, 4' ein Hinterlüftungsspalt 15 vorgesehen ist. Die Elemente der Verbindung der Randständer sind jedoch dieselben wie in Fig. 1, aber die Kante der Putzschicht 5, 5' ist mit einer Ausrundung versehen und die Fuge in der Gehrung der Putzträger 4, 4' vollflächig mit dem Fugenband 13 ausgefüllt.

    [0023] Die Erfindung sieht als Fugenband 13 auch Materialien vor, die sich mit Reaktionsharz tränken lassen, z.B. eignen sich hierfür Vliese aus textiler oder mineralischer Faser, porenreiche, saugfähige Schaumbänder oder -schläuche oder dgl., die mit Reaktionsharz getränkt werden und erst nach dem Zusammenfügen der Wandfertigteile aushärten. Auch andere Materialien, die auch ausgehärtet noch hohe Verformbarkeit besitzen, können hierbei Verwendung finden. Dadurch entsteht nach Aushärtung des Harzes in vorteilhafter Weise eine steife, keines weiteren Schutzes bedürfende und keine Verstärkung erfordernde Kante der Wandecke.

    [0024] Voraussetzung für eine dauerhafte Kante an der Wandecke ist eine Verbindung der Wandelemente an der Ecke in der Weise, daß unter äußerer Belastung die Verschiebungen verträglich klein gehalten werden. Dies wird mit den Mitteln der Verdübelung erreicht.

    [0025] Eine starre Verbindung wird dann erzielt, wenn die Randständer miteinander in einen unverschieblichen Verbund gebracht werden. Hierzu sieht die Erfindung ein sehr einfaches Verfahren vor. Es besteht darin, daß die Feder 6 mit Längsnuten ausgestattet wird, damit über diese Nuten in den Fugenspalt 17 der Gehrung und den Spalt zwischen Feder und Nutboden aushärtendes Material injiziert werden kann. Geeignete Materialien sind schwindarme Leime herkömmlicher Art oder Reaktionsharze niederer Viskosität, gegebenenfalls mit quellenden Zusätzen, die das Schwinden kompensieren. Auch volumenvergrößernde Medien, wie z.B. Schäume, haben sich als sehr vorteilhaft erwiesen, allerdings ist hierbei Voraussetzung, daß der Ankerabstand verringert wird, um Verformungen der Randständer unter der Wirkung der beim Schäumen entstehenden Drücke klein zu halten.

    [0026] Mit Hilfe dieses Verfahrens wird in vorteilhafter Weise eine starre Eckverbindung von vorgefertigten Wandelementen auf der Baustelle hergestellt, die der Stabilität des gesamten Gebäudes zum Vorteil gereicht. Bei der erfindungsgemäßen, konstruktiven Ausgestaltung der Wandelemente läßt sich sogar eine der monolithischen Bauweise nahekommende, räumlich steife Konstruktion erstellen, weil die Wandelemente durch die starre Verbindung sich an der Ecke gegenseitig stützen. Mithin trägt das Verfahren wesentlich zur Verbesserung der aus Fertigteilen zusammengesetzten Konstruktion bei.

    [0027] Wie die beschriebenen Beispiele zeigen, ist die erfindungsmäßige Ausführung der Eckverbindung zweier Wandfertigteile auf sehr einfache Weise herzustellen, da der hohe Grad der Vorfertigung nur das Einsetzen der Spannelemente und das Zusammenspannen der Wandteile erfordert. Zur Erfüllung der Forderung des Fertigbaus, mit möglichst wenig Arbeitsleistung auf der Baustelle ein in technisch-konstruktiver und auch ästhetischer Hinsicht befriedigendes Bauwerk zu erstellen, trägt die Erfindung bei. Es sind keine Nachbesserungen auf der Baustelle mehr erforderlich, da kein Abbruch von Putzkanten entsteht und Vorkehrungen getroffen sind durch Verstärkungen bzw. Formgebung, daß die Putzränder auch beim Zusammenfügen keine Beschädigungen erleiden. So wird mit dem Zusammenfügen der Wandfertigteile auch gleichzeitig die Ausbildung einer Wandkante im Putz ohne zusätzliche Arbeiten vollzogen.

    [0028] Die angeführten Beispiele stehen für ähnliche Ausführungen anderer Wandaufbauformen und sind für vergleichbare Wandquerschnitte beispielhaft. - Mit den Vorteilen der Erfindung läßt sich die Erstellung von Wandecken rationalisieren und ein wesentlicher Fortschritt im Bauen mit Fertigteilen erzielen.

    Liste der Symbole



    [0029] 

    A der "eine" Wandfertigteil

    B der "andere" Wandfertigteil

    1,1' innere Beplankung

    2,2' Randständer

    3,3' äußere Beplankung

    4,4' Putzträgerschicht

    5,5' Fertigputz

    6 Feder

    7 Innengewindehülse

    8 Fugendichtungsbänder

    9' Ankerstab

    10' Nutgrund

    11' Verdübelungselement

    12 Fuge der Putzträgerschicht

    13 Fugenband

    14,14' Verstärkung

    15 Hinterlüftungsspalt

    16 Zugangsöffnung zum nachspannbaren Ankerstabverschluß

    17 Fugenspalt

    mit ' bezeichnete Symbole beziehen sich auf Wandfertigteil B




    Ansprüche

    1. Eckverbindung von geschoßhohen innen und außen beplankten Außenwandfertigteilen mit an den vertikalen Rändern angeordneten Randständern aus Holz, die bereichsweise auf Gehrung geschnitten sind und mit einer je in eine Nut der beiden Randständer eingreifenden Feder, deren Seitenflächen parallel zu den Außenwandflächen ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet , daß die Beplankung einen Putzträger und eine im Werk fix und fertig hergestellte, im allgemeinen dünne Putzschicht aufweist, daß eine Verschraubung, welche die gegeneinander gerichteten Seiten der zur Gänze auf Gehrung geschnittenen Ständer erfaßt, in welchen Elemente zur kraftschlüssigen Verdübelung (11') der Wandfertigteile (A, B) eingefügt sind, und daß in der Gehrungsfläche jeweils über die gesamte Höhe durchgehend im Bereich der äußeren Beplankung (4, 4') zumindest zwischen den Putzträgern und den Putzschichten (5, 5') ein mit jeder Putzvorderkante bündiges, zunächst komprimierbares und später aushärtendes Dichtungsband (13) und im Bereich der Randständer neben der Feder je ein weiteres, zumindest Teile der verbleibenden Gehrungsflächen überdeckendes, bildsames Fugenband (8) angeordnet sind, wobei die beiden Fugenbänder (8) auch im verschraubten Zustand sowohl im übrigen Bereich der Gehrung als auch zumindest zwischen einer der beiden Nutgrundflächen (10') und dem dort eingreifenden Teil der Feder (6) einen Fugenspalt (17) offen halten.
     
    2. Eckverbindung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Randständer aus brettschichtverleimtem Holz bestehen.
     
    3. Eckverbindung nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (6) werkseitig in den Randständer (2) der einen Fertigteilwand (A) eingeleimt ist.
     
    4. Eckverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet , daß die Elemente zur kraftschlüssigen Verdübelung der Wandfertigteile (A, B) aus Krallenplatten, Krallendübeln oder dgl. bestehen.
     
    5. Eckverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet , daß der Kraftschluß durch Verleimung in der Gehrungsfläche und/oder der Feder in der Nut ausgeführt wird, indem die Flanken der Feder werkseitig mit mikroverkapseltem Leim beschichtet und/oder die Fugendichtungsbänder aus aushärtendem oder kaltvulkanisierendem Material bestehen.
     
    6. Eckverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet , daß in die Randständer (2, 2') Spannelemente einsetzbar sind, bestehend aus Ankerstab (9') und zugänglichen nachspannbaren Verschlüssen.
     
    7. Eckverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet , daß die Flanken der Gehrung im Bereich der äußeren Putzträgerschicht (4, 4') verstärkt sind.
     
    8. Eckverbindung nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß zur Verstärkung der Flanken in der Gehrungsfuge (12) der Putzträgerschicht gefaltete Metallprofile (14) vorgesehen sind.
     
    9. Eckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet , daß im anderen Wandfertigteil (B) eine Zugangsöffnung (16) zum nachspannbaren Verschluß des Ankers (9') in der dem Raum zugewandten inneren Beplankung (1') jeweils in Höhe des Ankers vorgesehen ist.
     
    10. Eckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet , daß wenigstens zwei, vorzugsweise drei oder mehr Spannelemente in Abständen bezogen auf die Höhenrichtung der Wandfertigteile vorgesehen sind.
     
    11. Eckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet , daß das in die Putzfuge (12) eingelegte Fugenband (13) dieselbe Farbe besitzt wie der Putz.
     
    12. Eckverbindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet , daß die Feder (6) vorzugsweise aus Hartholz, Metall, Kunststoff oder dgl. besteht.
     
    13. Eckverbindung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder 6 im Anschnitt zu dem Fugenspalt 17 Längsnuten zur Injektion von ausschäumendem Material besitzt.
     
    14. Verfahren zur Herstellung einer kraftschlüssigen Eckverbindung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet , daß die Wandelemente A, B mit Hilfe der Anker 9' knirsch zusammengefügt werden, daß an die Längsnuten der Feder 6 Injektionsschläuche angeschlossen werden, daß aushärtendes, einen Verbund herstellendes Material in den Fugenspalt 17 injiziert wird und ein schubfester Verbund zwischen den Randständern 2 und 2' in der Gehrung und zwischen der Feder 6 und der Nut 10' mit z.B. ausschäumendem Material hergestellt wird.
     




    Zeichnung