[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten
Art zur Befestigung von Schienen einer Eisenbahn auf Stahlschwellen.
[0002] Durch die luxemburgische Patentschrift 81 116 ist eine Vorrichtung der betreffenden
Art bekannt, bei der die Traverse aus einem Stahlfaserbetonblock besteht, in den in
passendem Abstand zueinander die Schraubdübel für die Schwellenschrauben eingegossen
sind. Solche Traversen sind jeweils an einem Befestigungspunkt ziwschen Schiene und
einer Y-Stahlschwelle seitlich in einen Hohlraum eingeschoben, der zwischen zwei im
Querschnitt I-förmigen Stahlträgerteilen gebildet ist, die im Bereich eines Befestigungspunktes
im Abstand miteinander verbunden sind. Die oberen Schenkel bilden dabei mit ihren
aufeinander zugerichteten Rändern einen Schlitz, der einen Durchbruch für die Schwellenschrauben
bildet. Im befestigten Zustand liegt der Stahlfaserbetonblock von innen an den oberen
Innenschenkeln der beiden I-Trägerteile an. Eine solche als Stahlfaserbetonteil ausgebildete
Traverse ist in der Herstellung verhältnismäßig teuer und aufwendig. Bei Rissen oder
Brüchen können sich die Schraubdübel lockern.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Befestigung von Schienen
einer Eisenbahn auf Stahlschwellen der betreffenden Art zu schaffen, bei der die Traverse
preisgünstig und einfach herzustellen sowie dauerhaft ist.
[0004] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs
1 angegebene Lehre gelöst.
[0005] Die Ausbildung der Traverse aus Stahl, Stahlguß oder Kunststoff bedeutet gegenüber
der Traverse aus Beton eine beträchtliche Kosteneinsparung bei gleichzeitiger Erhöhung
der Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Die Einrichtungen zur Aufnahme von Schwellenschrauben
lassen sich ganz einfach in einen Innenraum der rohrförmigen Teile einstecken, eindrücken
oder auch einkleben, wobei durch das Einschrauben der Einrichtungen gleichzeitig eine
Anpressung erfolgt, so daß in an sich bekannter Weise eine Erhöhung der Reibschlüssigkeit
erzielt wird.
[0006] Zur Erhöhung der Haftung der als Schraubdübel ausgebildeten Einrichtungen in den
Innenräumen können an den Innenflächen dieser Innenräume Vorsprünge vorgesehen sein,
die sich in die Außenfläche der Schraubdübel eindrücken oder in entsprechende Ausnehmungen
eingreifen. Vorsprünge und Ausnehmungen können dabei die Form eines Gewindes haben,
so daß die Schraubdübel ein- und ausschraubbar sind.
[0007] Die erfindungsgemäße Grundlehre ermöglicht verschiedene, jedoch in gleicher Weise
vorteilhafte Ausführungsformen. Eine Ausführungsform besteht darin, daß die rohrförmigen
Teile Rohrstücke sind, die mit den Stegen verschweißt oder verklebt sind. Insgesamt
ergibt sich also eine Schweiß- oder Klebkonstruktion, die aus nur wenigen Teilen abgelängten
Halbzeuges bestehen, die in einfacher und preisgünstiger Weise ganz einfach miteinander
verschweißt oder veklebt sind. Die Rohrstücke können dabei grundsätzlich verschiedene
Profilquerschnitte haben, sie können z.B. mehreckig, insbesondere quadratisch, oder
rund sein. Auch können die Stege verschiedenste Querschnittsformen haben und aus verschiedensten
Halbzeugen abgelängt sein.
[0008] Die Stege bestehen aus zwei im wesentlichen senkrecht zu den Rohrstücken verlaufenden
Profilen, die jeweils im Bereich der Enden der Rohrstücke mit diesen verbunden sind.
Die Rohrstücke sind somit besonders drehsicher in bezug auf die Schraubkräfte der
Schraubbolzen gehalten. Bei dieser Ausführungsform kann ein Steg das Innere der Rohrstücke
verschließen, so daß eine definierte Anlage für den Schraubdübel geschaffen ist. Dieser
Steg ist dabei unter den rohrförmigen Teilen angeordnet. Er kann aber auch auf der
Schraubseite liegen, wobei es lediglich erforderlich ist, in dem Steg ein Loch zum
Durchschrauben des Schraubbolzens vorzusehen. Bei dieser Ausführungsform wirkt der
Steg auch als Anschlag für den Schraubdübel in bezug auf die Einschraubkräfte.
[0009] Um die Haftung der Schraubdübel in den zylindrischen Innenräumen zu erhöhen, ist
gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung in dem zylindrischen Innenraum eine
axiale Anschlagkante für die Schraubdübel vorzusehen, gegen die die Schraubdübel definiert
zur Anlage gebracht werden können und die darüber hinaus ein Verrutschen der Dübel
bei festem Anziehen der Schraubbolzen unmöglich machen. Im Rahmen dieser Lehre liegt
es auch, die Anschlagkanten als Schraubgewinde auszubilden.
[0010] Bei einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung sind die Einschraublöcher der
Schraubdübel zu deren Außenfläche koaxial angeordnet und die zylindrischen Innenflächen
der rohrförmigen Teile in Einschraubrichtung aufeinander zugeneigt.
[0011] Statt aus Stahl oder Stahlguß kann die Traverse auch einstückig aus Kunststoff gespritzt
oder gegossen werden. Dabei ist es besonders zweckmäßig, wenn die einstückige Traverse
auch mit dem Schraubdübel ein einziges Stück bildet, so daß in einem Arbeitsgang sämtliche
Teile der Traverse gefertigt werden können.
[0012] Besteht die Traverse aus Kunststoff, ist es zweckmäßig, im .Bereich der Anlageflächen
der rohrförmigen Teile an die Schwellen zur Vergrößerung dieser Anlageflächen einen
vergrößerten Querschnitt vorzusehen. Außerdem kann es im Falle der Verwendung von
Kunststoff für die rohrförmigen Teile zweckmäßig sein, diese mit einer inneren oder
äußeren Bewehrung, beispielsweise in der Form von Ringen, Rohrstücken, Gewebe oder
dergleichen, zu versehen.
[0013] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung an Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden.
Fig. 1 zeigt ein kurzes Stück eines Schienenstranges mit Y-Schwellen,
Fig. 2 zeigt vergrößert eine Draufsicht auf einen Ausschnitt II in Fig. 1,
Fig. 3 ist ein Schnitt III-III_durch Fig. 2,
Fig. 4 ist ein Schnitt IV-IV durch Fig. 2,
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Traverse in Stahlgußausführung im Längsschnitt,
Fig. 6 zeigt eine Draufsicht auf die Traverse gem. Fig. 5,
Fig. 7 zeigt ähnlich Fig. 5 von der Seite und teilweise geschnitten ein Ausführungsbeispiel
einer vollständig aus Kunststoff bestehenden Traverse und
Fig. 8 ist ein Schnitt VIII-VIII durch Fig. 7.
[0014] Fig. 1 zeigt teilweise einen Eisenbahnschienenstrang mit zwei Schienen 1 und 2, die
auf Y-Stahlschwellen 3 befestigt sind, die aus Elementen 4, 5, 6, und 7 aus I-Stah
'lprofilen bestehen, die in der gezeigten Weise mit Abstand zueinander verbunden sind
und so jeweils Auflagen für die Schienen 1 und 2 bilden, die jeweils in den Auflagepunkten
mit den Y-Stahlschwellen verbunden sind. Ein Befestigungspunkt im Ausschnitt II ist
in den Fig. 2 bis 4 in verschiedenen Ansichten und Schnitten gezeigt, die nachfolgend
gemeinsam beschrieben werden.
[0015] Fig. 2 ist eine vergrößerte Draufsicht im Ausschnitt II für die Schiene 2. Fig. 3
ist ein Schnitt III-III durch Fig. 2, und Fig. 4 ist ein Schnitt IV-IV durch Fig.
2.
[0016] Die Elemente 4 und 5 aus I-Stahlprofilen sind durch Riegel 8 und 9 auf der Oberseite
und Riegel 10 und 11 auf der Unterseite im Abstand miteinander durch Verschweißen
verbunden. Durch den Abstand ist ein Schlitz 12 gebildet, dessen Breite etwas größer
als der Durchmesser von Schwellenschrauben 13 und 14 ist.
[0017] Die Schiene 1 liegt mit ihrem Fuß 15 auf einer Unterlegplatte 16 aus Kunststoff auf,
die wiederum auf einer leicht keilförmigen Unterlegplatte 17 aufliegt, die auf einem
oberen Querteil 18 des Elements 5 aufliegt. Der Riegel 8 weist eine schräge Kante
19 auf, zwischen der und dem Fuß 15 eine Führungsplatte 20 liegt. In entsprechender
Weise liegt zwischen einer schrägen kante 21 des Riegels 9 und dem Fuß 15 eine Führungsplatte
22. Spannklemmen 23 und 24 sind jeweils durch die Köpfe der Schwellenschrauben 13
und 14 gegen den Fuß 15 der Schiene 1 gezogen, während sie sich auf der anderen Seite
der Schwellenschrauben 13 und 14 jeweils auf den Führungsplatten 20 und 22 abstützen,
so daß der Fuß 15 nachgiebig gegen das Querteil 18 gezogen ist.
[0018] Wie insbesondere aus den Fig. 3 und 4 zu ersehen ist, ist in einen freien Raum 25
zwischen den Elementen 4 und 5 eine Traverse 26 von außen her eingeschoben. Die Traverse
26 besteht aus zwei Rohrstücken 27 und 28, die mittels Stegen 29 und 30 aus Flacheisen
durch Verschweißen miteinander verbunden sind. Der Steg 30 erstreckt sich über die
gesamte Unterseite der Rohrstücke 27 und 28 und greift außerdem führend in einen zwischen
zwei unteren Querteilen 31 und 32 gebildeten Schlitz 33 ein, so daß die Traverse gegen
seitliche Bewegungen geführt ist. Außerdem ist die Unterseite der Rohrstücke 27 und
28 jeweils durch Bodenbleche 34 und 35 verschlossen, die sowohl mit den Rohrstücken
als auch mit dem Steg 30 verschweißt sind.
[0019] Innerhalb der Rohrstücke 27 und 28 befinden sich Schraubdübel 36 und 37, die durch
ein Bindemittel 38 und 39 fest in den Innenraum der Rohrstücke 27 und 28 eingebettet
sind. Zur besseren Haftung weisen die Schraubdübel 36 und 37 noch Außengewinde 40
und 41 auf. Gegebenenfalls kann auch die Bindung im Bereich der Außengewinde so gestaltet
sein, daß die Schraubdübel 36 und 37 selbst ein- und herausschraubbar sind. Die Schwellenschrauben
13 und 14 sind jeweils mit ihrem Schraubgewinde 42 und 43 in die Schraubbolzen 36
und 37 eingeschraubt.
[0020] Wie aus Fig. 3 zu ersehen ist, sind die Schraubbolzen 36 und 37 etwas geneigt in
Richtung der Elemente 4 und 5, so daß sie so dem Neigungswinkel der Schienenunter-
flansche'angepaßt sind.
[0021] Fig. 5 zeigt im Schnitt und Fig. 6 in der Draufsicht eine Traverse 44, die aus einem
einzigen Stück aus Stahlguß besteht. Zwischen zwei rohrförmigen Teilen 45 und 46 erstreckt
sich ein Steg 51. Die rohrförmigen Teile 45 und 46 weisen zylindrische Innenräume
47 und 48 auf, die mit Innengewinden 49 und 50 versehen sind. In diese Innengewinde
sind Schraubdübel einschraubbar, die genau wie die Schraubdübel 36 und 37 gemäß den
Fig. 3 und 4 ausgebildet sind. Aus Fig. 5 ist deutlich zu ersehen, daß die zylindrischen
Innenräume 47 und 48 und damit auch die Richtung der Schraubdübel und der darin einschraubbaren
Schraubbolzen wie bei der Traverse 26 gemäß den Fig. 2 bis 4 geneigt sind.
[0022] Fig. 7 zeigt ähnlich der Fig. 5 eine Traverse 52, die zwei rohrförmige Teile 53 und
54 aufweist, in denen sich zentral, gegebenenfalls mit einem Innengewinde 55 versehene
Bohrungen 56 zum Einschrauben der Schraubgewinde 42, 43 von Schwellenschrauben 13,
14 (Fig. 2-4) befinden und die zusammen mit einem Steg 57 ein Stück bilden, das aus
Kunststoff gegossen oder gespritzt ist.
[0023] Im Bereich von Anlageflächen 58 und 59 zur Anlage an die Unterseite der Stahlschwelle
weisen die rohrförmigen Teile 53 und 54 einen größeren Querschnitt auf, so daß flanschförmige
Verdickungen 60 und 61 gebildet sind, die der Vergrößerung der Anlageflächen 58 und
59 und außerdem zur Verstärkung dienen. Zur weiteren Verstärkung befinden sich im
Bereich der Verdickungen 60 und 61 außerdem ringförmige Bewehrungen 62, die aus Stahl,
Glasfaser oder dergleichen bestehen und auch andere, dem Fachmann geläufige Formen
haben können.
[0024] Aus dem in Fig. 8 dargestellten Schnitt VIII-VIII durch Fig. 7 ist besonders deutlich
zu erkennen, daß die Anlagefläche 58 etwas zurückgesetzt ist, so daß im inneren Bereich
ein Vorsprung 63 gebildet ist, der im montierten Zustand in den Spalt zwischen den
oberen Querteilen 18 der Elemente 4 und 5 der Y-Stahlschwelle 3 (Fig. 3 und 4) greift
und somit die Traverse 52 seitlich führt.
1. Vorrichtung zur Befestigung von Schienen einer Eisenbahn auf Stahlschwellen, insbesondere
auf Y-Stahlschwellen, bei der an jedem Befestigungspunkt auf beiden Seiten des Fußes
der Schiene Schwellenschrauben angeordnet sind, die mit ihrem Kopf den Schienenfuß
gegen die Schwelle ziehen und durch einen Durchbruch in der Stahlschwelle in Schraubdübel
eingeschraubt sind, die sich in einer Traverse befinden, die von den Schwellenschrauben
gegen die Schwelle gezogen ist, dadurch gekennzeichnet , daß die Traverse (26; 44;
52) aus Stahl, Stahlguß oder Kunststoff gebildet ist und zwei rohrförmige Teile (27,
28; 45, 46; 53, 54) aufweist, die durch wenigstens einen Steg (29, 30; 51; 57) mit
einander verbunden sind und Einrichtungen (36, 37; 55) zur Aufnahme von Schwellenschrauben
(13, 14) enthalten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmigen Teile
(27, 28; 45, 46) zylindrisch sind und ein Innengewinde (49, 50) aufweisen, in das
als Schraubdübel ausgebildete Einrichtungen (36, 37) eingeschraubt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch g e - kennzeichnet, daß als. Schraubdübel
ausgebildete Einrichtungen (36, 37) in zylindrische Innenräume der rohrförmigen Teile
(27, 28) mittels eines Bindemittels (38, 39) fest eingebettet sind.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die rohrförmigen Teile (27, 28) Rohrstücke sind, die mit den Stegen (29, 30) verschweißt
oder verklebt sind, wobei die Stege aus zwei im wesentlichen senkrecht zu den Rohrstücken
verlaufenden Profilen bestehen, die jeweils im Bereich der Enden der Rohrstücke mit
diesen verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (30) unter den
rohrförmigen Teilen (27, 28) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmigen Teile
(45, 46) in einem zylindrischen Innenraum (47, 48) wenigstens eine axiale Anlagekante
für die als Schraubdübel ausgebildeten Einrichtungen (36, 37) aufweisen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschraublöcher der
als Schraubdübel ausgebildeten Einrichtungen (36, 37) zu deren Außenfläche koaxial
angeordnet und die zylindrischen Innenflächen (47, 48) der rohrförmigen Teile (45,
46) in Einschraubrichtung aufeinander zugeneigt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Traverse (52) und
die Einrichtungen (55) zur Aufnahme von Schwellenschrauben aus einem einzigen Stück
aus gespritztem oder gegossenem Kunststoff bestehen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmigen Teile
(53, 54) der Traverse (52) im Bereich ihrer Anlageflächen (58, 59) an die Schwellen
einen vergrößerten Querschnitt aufweisen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die rohrförmigen Teile
(53, 54) der Traverse (52) eine innere oder äußere Bewehrung (62) aufweisen.