(19)
(11) EP 0 182 230 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.1986  Patentblatt  1986/22

(21) Anmeldenummer: 85114265.3

(22) Anmeldetag:  08.11.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A47L 13/30, A47L 11/40
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 16.11.1984 DE 3441945

(71) Anmelder: Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien
40191 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Kresse, Franz
    D-4010 Hilden (DE)
  • Osberghaus, Rainer, Dr.
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • Scheller, Bernfried
    D-5024 Pulheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum dosierten Ausbringen von Reinigungspulver und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens


    (57) Um bei einem Verfahren zum dosierten Ausbringen von Reinigungspulver und Einarbeiten des Pulvers in einen zu behandelnden Teppich in einem Zuge das Pulver ausbringen und einarbeiten zu können, wird eine mit einer zu rotierenden Bürste (3) ausgestattete Einscheibenmaschine mit einem Pulvervorratsbehälter (10), der über ein seitlich der Bürste (3) mündendes Dosierrohr (11) gesteuert auf den Teppich zu entleeren ist, ausgerüstet (Fig. 1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum dosierten Ausbringen von Reinigungspulver und Einarbeiten des Pulvers in einen zu behandelnden Teppich oder dergleichen. Sie betrifft ferner eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens unter Verwendung einer Einscheibenmaschine mit einer um eine zu der zu behandelnden Fläche etwa parallele Achse zu schwenkenden Deichsel mit Betätigungsgriff.

    [0002] Im Gebäudereinigungshandwerk werden zum Durchführen vieler Arbeiten Einscheibenmaschinen mit kreisförmiger, um eine im wesentlichen vertikale Achse zu rotierender Bürste eingesetzt. Diese Maschinen arbeiten mit einer Reinigungslösung. Beim Schrubben kann die Lösung aus einem mitgeführten Laugentank über einen Abflußschlauch durch das Zentrum der rotierenden Bürste hindurch auf die zu behandelnde Fläche fließen.

    [0003] Zum Reinigen von Teppichen, wie festverlegten textilen Fußbodenbelägen oder dergleichen, finden neben Naßbereinigungsverfahren, bei denen shampooniert bzw. sprühextrahiert wird, trockene Reinigungsverfahren Anwendung. Hierbei werden u.a. feuchte Pulver eingesetzt. Diese Reinigungspulver werden mit der Hand, mit Hilfe einer Schaufel oder unter Verwendung besonders konßtruierter Streugeräte auf der zu behandelnden Fläche verteilt.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Reinigen von Teppichen oder dergleichen und eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens zu schaffen, mit deren Hilfe ein Reinigungspulver dosiert auf die zu reinigende Fläche aufzubringen und unverzüglich in den Teppich einzuarbeiten ist. Für das eingangs genannte Verfahren zum dosierten Ausbringen von Reinigungspulver und Einarbeiten des Pulvers in einen Teppich besteht die erfindungsgemäße Lösung darin, daß in Bezug auf die zu Behandelnde Fläche eine etwa senkrechte Achse zur rotierenden Bürste aufweisende Einscheibenmaschine zum Einarbeiten des Pulvers verwendet wird und daß das Pulver während des Betriebs der Maschine aus einem seitlich der Bürste mündenden Dosierrohr gesteuert auf den Teppich aufgebracht wird. Vorzugsweise wird das Pulver in einem unabhängig von der Maschinenstellung von der Bedienungsperson bequem einzusehenden Bereich neben der Bürste auf den Teppich aufgebracht.

    [0005] Durch die Erfindung wird erreicht, daß die Bedienungsperson stets die für den gewünschten Reinigungseffekt erforderliche Menge an Reinigungspulver auf den Teppich aufdosieren kann. Sie kann das Dosierergebnis mit dem Auge beobachten und entsprechend steuern. Da das Reinigungspulver unmittelbar neben der Bürste, d.h. außerhalb der Peripherie einer kreisringförmigen Bürste, auf den Teppich aufzubringen ist, kann sofort nach dem Ausbringen des Pulvers das Einarbeiten erfolgen. Ein im Pulver enthaltendes organisches Reinigungsmittel als Reinigungskomponente kann daher - im Gegensatz zum Fall bei den bisher üblichen Verfahren zum Ausbringen des Pulvers - in nennenswerter Menge nicht entweichen bzw. verdampfen. Durch die Erfindung wird auch erreicht, daß stärkere Verschmutzungen oder Flecken gezielt und ohne Unterbrechung der Arbeit zu behandeln sind, in dem die fraglichen Bereiche des Teppichs durch Nachdosieren und Einarbeiten von zusätzlichem Reinigungsmittel gesondert behandelt werden.

    [0006] Gemäß weiterer Erfindung ist eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens, in der eine Einscheibenmaschine mit einer um eine zu der zu behandelnden Fläche etwa parallele Achse zu schwenkende Deichsel mit Betätigungsgriff verwendet wird, gekennzeichnet durch einen an der Deichsel befestigten Pulvervorratsbehälter mit Bodenöffnung und daran angeschlossenem, neben der bei Betrieb rotierenden Bürste der Einscheibenmaschine mündenden Dosierrohr mit vom Betätigungsgriff aus zu steuerndem Dosierventil. Vorzugsweise soll das außerhalb der Bürstenperipherie mündende Pulverdosierrohr außer mit dem Vorratsbehälter nur mit der Deichsel gekoppelt sein, damit das Dosierrohr ebenso wie der Vorratsbehälter die Betriebsbewegungen der Deichsel mitmacht und die Handhabung der Maschine nicht stört.

    [0007] Der an das Dosierrohr angrenzende Boden des Pulvervorratsbehälters soll konisch in Richtung auf das Dosierrohr geneigt sein, um eine vollständige Pulverentleerung zu ermöglichen. Es ist ferner günstig, ein gut rieselfähiges, trockenes, d.h. wenig klebendes, Reinigungspulver einzusetzen, um Hemmungen im Pulverfluß oder gar Verstopfungen zu vermeiden.

    [0008] Das Dosierventil soll vorzugsweise als eine gegen eine Federvorspannung zu öffnende Klappe an der Mündung des Dosierrohrs ausgebildet werden. Eine solche Klappe läßt sich problemlos handhaben, wenn sie über einen zum Betätigungsgriff der Deichsel der Einscheibenmaschine geführten Bowdenzug oder dergleichen zu öffnen bzw. zu schliessen ist.

    [0009] Anhand der schematischen Darstellung in der Zeichnung werden Einzelheiten der Erfindung erläutert. Es zdigen:

    Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer Einscheibenmaschine mit Pulverdosiervorrichtung; und

    Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung der Pulverdosiervorrichtung nach Fig. 1.



    [0010] Zu der Einscheibenmaschine nach Fig. 1 gehören das eigentliche, insgesamt mit 1 bezeichnete Maschinenaggregat mit Motor 2 und (bei Betrieb rotierender) Bürste 3 und eine insgesamt mit 4 bezeichnete Deichsel mit Betätigungsgriff 5. Die Deichsel 4 wird an einer etwa parallel zur zu behandelnden Fläche angeordneten Achse 6 in Lagern 7 am Maschinenaggregat 1 befestigt. Die Bürste 3 rotiert bei Betrieb um eine etwa senkrecht zur zu behandelnden Fläche stehende Achse 8.

    [0011] Die erfindungsgemäße, insgesamt mit 9 bezeichnete Pulverdosiervorrichtung besteht nach Fig. 1 und 2 im wesentlichen aus einem Vorratsbehälter 10 und einem Dosierrohr 11. Der Vorratsbehälter 10 besitzt eine Einfüllöffnung 12 und eine Auslauföffnung 13. Der Boden 14 des Vorratsbehälters 10 ist in Richtung auf die Auslauföffnung 13 konisch nach unten geneigt. An die Auslauföffnung 13 schließt sich das Dosierrohr 11 an. Dieses wird außer mit dem Vorratsbehälter 10 nur mit der Deichsel 4, vorzugsweise über eine Verbindung 15, (Fig. 1) fest verbunden. Das Dosierrohr 11 wird so angeordnet, daß es seitlich neben der rotierenden Bürste 3 mit Abstand von der zu reinigenden Fläche mündet. Eine Anordnung, bei der das Reinigungspulver links neben der rotierenden Bürste 3 im Abstand von ca. 5 cm auf die zu behandelnde Fläche rieselt, hat sich als vorteilhaft erwiesen.

    [0012] Das Reinigungspulver läßt sich dosiert bzw. gesteuert aus dem Vorratsbehälter 10 auf die zu behandelnde Fläche aufbringen, wenn an einer Stelle zwischen Auslauföffnung 13 des Vorratsbehälter 10 und Mündung 16 des Dosierrohrs 11 ein Dosierventil vorgesehen wird. Im Ausführungsbeispiel besteht das Dosierventil aus einer gegen eine Federvorspannung zu öffnenden Klappe 17, deren Verschlußfeder 18 mit Hilfe eines vom Betätigungsgriff 5 aus zu handhabenden Bowdenzugs 19, dessen Hebel mit 20 bezeichnet wird, zu spannen und zu entspannen ist.

    [0013] Durch die Erfindung wird es möglich, eine zum Betrieb mit flüssigen Reinigungsmitteln konzipierte Einscheibenmaschinen-Konstruktion so umzugestalten, daß eine zum Ausbringen und Einarbeiten von gut rieselfähigem Reinigungspulver für das Behandeln von textilen Fußbodenbelägen oder dergleichen geeignete Maschine entsteht. Die meisten Elemente einer üblichen Einscheibenmaschine können dabei übernommen werden. Ersetzt wird vor allem der Laugentank mit zugehörigem Abflußschlauch durch die erfindungsgemäße Pulverdosiervorrichtung, wobei das Dosierrohr nicht innerhalb der Bürste sondern seitlich bzw. außerhalb der Peripherie der Bürste münden soll. Bei guter Rieselfähigkeit des Reinigungspulvers kann ein Dosierrohr mit einer lichten Weite von etwa 25 mm vorgesehen werden.

    Bezugszeichenliste



    [0014] 

    1 = Maschinenaggregat

    2 = Motor

    3 = Bürste

    4 = Deichsel

    5 = Betätigungsgriff

    6 = Achse

    7 = Lager

    8 = Achse

    9 = Pulverdosiervorrichtung

    10 = Vorratsbehälter

    11 = Pulverdosierrohr

    12 = Einfüllöffnung (10)

    13 = Auslauföffnung (10)

    14 = Boden (10)

    15 = Verbindung 4/11

    16 = Mündung (11)

    17 = Klappe

    18 = Verschlußfeder

    19 = Bowdenzug

    20 = Hebel (19)




    Ansprüche

    1. Verfahren zum dosierten Ausbringen von Reinigungspulver und Einarbeiten des Pulvers in einen zu behandelnden Teppich oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, daß eine eine um eine in Bezug auf die zu behandelnde Fläche etwa senkrechte Achse (8) zu rotierende Bürste (3) aufweisende Einscheibenmaschine zum Einarbeiten des Pulvers verwendet wird und daß das Pulver während des Betriebs der Maschine aus einem seitlich der Bürste (3) mündenden Dosierrohr (11) gesteuert auf den Teppich aufgebracht wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Pulver in einem unabhängig von der Maschinenstellung von der Bedienungsperson einzusehenden Bereich neben der Peripherie der Bürste (3) ausgebracht wird.
     
    3. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 unter Verwendung einer Einscheibenmaschine (1) mit einer um eine zu der zu behandelnden Fläche etwa parallele Achse (6) zu schwenkenden Deichsel (4) mit Betätigungsgriff (5), gekennzeichnet durch einen an der Deichsel (5) befestigten Pulvervorratsbehälter (10) mit Bodenöffnung (13) und daran angeschlossenem, neben der bei Betrieb rotierenden Bürste (3) der Einscheibenmaschine (1) mündenden Pulverdosierrohr (11) mit vom Betätigungsgriff (5) aus zu steuerndem Dosierventil (17).
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Pulverdosierrohr (11) außer mit dem Vorratsbehälter (10) nur mit der Deichsel (4) gekoppelt ist.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Dosierventil aus einer gegen eine Federvorspannung (18) zu öffnenden Klappe (17) an der Mündung (16) des Pulverdosierrohrs (11) besteht.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe (17) über einen zum Betätigungsgriff (5) geführten Bowdenzug (19) zu öffnen und zu schließen ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht