(19)
(11) EP 0 207 340 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.01.1987  Patentblatt  1987/02

(21) Anmeldenummer: 86108032.3

(22) Anmeldetag:  12.06.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D21D 5/06, D21D 5/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 05.07.1985 DE 3524037

(71) Anmelder: Chr. Wandel GmbH + Co.
D-7410 Reutlingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Lüttich, Gerhard, Ing. grad.
    D-7410 Reutlingen-Sickenhausen (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Bartels, Held und Partner 
Lange Strasse 51
70174 Stuttgart
70174 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Sortiervorrichtung, insbesondere zum Sortieren von Faserstoffaufschwemmungen für die Papierherstellung


    (57) Eine Sortiervorrichtung, insbesondere zum Sortieren einer Faserstoffaufschwemmung für die Papierherstellung, hat eine Durchgangslöcher (5) aufweisende und drehbar gelagerte Sortiertrommel (1), die einen Stoffeinlauf (12) aufweist, und einen Gutstoff aufnehmenden Gutstoffbehälter (16) hat. Um ein Hängenbleiben von Grobstoff an der Sortiertrommel weitgehend zu verhindern, taucht die Sortiertrommel teilweise in den Gutstoff im Gutstoffbehäiter ein und hat eine geschlossene Fläche (3), auf welche der zu sortierende Stoff auftrifft. Die Mündung (14) des Stoffeinlaufes ist innerhalb der Sortiertrommel (1) auf deren geschlossene Fläche gerichtet. Eine Austrageinrichtung (6) ist nur auf dem vom Gutstoffeinlauf abgewandten Ende der Sortiertrommel angeordnet (Figur 1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Sortiervorrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Bei einer bekannten Sortiervorrichtung der vorgenannten Art ist der lotrech angeordnete Boden der Sortiertrommel als ringförmige Stauwand ausgebildet, welche im Abstand die Mündung eines U-förmigen, oben offenen Zufuhrschachtes umgibt. In dem Zufuhrschacht herangeführtes, zu sichtendes Gut wird auf den mit Löchern versehenen Teil der Sortiertrommel geleitet (DE-OS 31 14 376 und 34 03 383).

    [0003] Es ist auch bekannt, eine Sortiertrommel mit einem Schwingantrieb zu versehen (Handbuch der Papier- und Pappenfabrikation, 2. Auflage, S. 923 und 924).

    [0004] Der vorliegenden Erfindung liegt ausgehend von dem an erster Stelle genannten Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, das Hängenbleiben von Grobstoff an der Sortiertrommel weitgehend zu verhindern. Diese Aufgabe wird durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruches 1 erfindungsgemäß gelöst. An der geschlossenen Fläche der Sortiertrommel wird der darin eingebrachte Grobstoff umgelenkt und in Richtung der Wand der Sortiertrommel bewegt. Diese Bewegung zusammen mit dem pulsierenden hydraulischen Druckwechsel beim Drehen der in den Gutstoff eintauchenden Sortiertrommel löst an der Sortiertrommel haftende Teilchen, wobei die Austregfördereinrichtung den in die Sortiertrommel einfließenden zu sortierenden Stoff nicht behindert. Mit Hilfe der Einrichtung zur Ablenkung des Strahles in Richtung zur geschlossenen Fläche läßt sich der in der Sortiertrommel eingeführte Stoff in die gewünschte Richtung leiten.

    [0005] In dem zusätzlichen Rohr nach Anspruch 5 kann Verdünnungswasser in die Sortiertrommel eingebracht werden. Der Gegenstand der Erfindung kommt mit einer verhältnismäßig kleinen Menge an Verdünnungswasser aus.

    [0006] Durch die Merkmale des Anspruches 6 wird verhindert, daß die Durchgangslöcher der Sortiertrommel durch die Fördereinrichtung verkleinert werden und damit zum Verstopfen neigen.

    [0007] Weitere Vorteile ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung. In dieser sind vier Sortiervorrichtungen als Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung jeweils im Längsschnitt schematisch dargestellt. ,

    [0008] Eine in Fig. 1 dargestellte Sortiertrommel 1 hat einen Zylindermantel 2, einen gewölbten Boden 3 und ein kegelförmig sich nach außen erweiterndes Endstück 4. Der Zylindermantel 2 ist mit Durchgangslöchern 5 versehen, wogegen der insbesondere als Klöpperboden ausgebildete Boden 3 geschlossen ausgebildet ist. Im Bereich des Endstückes 4 befindet sich eine Wendel 6, die sich in einem Zentriwinkel von etwa 360° erstreckt.

    [0009] Die Sortiertrommel 1 ist mit einem an ihren Boden 3 angeschlossenen rohrförmigen Ansatzstück 7 in einem Wälzlager 8 gelagert, das um eine waagerechte Achse geschwenkt werden kann, indem die Außenseite seines Außenringes in einem Kugelabschnitt gelagert ist oder sein Außenring koaxial angeordnete Lagerzapfen aufweist. Auf dem Einsatzstück 7 ist ein Zahnrad 9 drehfest angebracht, mit dem ein Ritzel 10 eines Getriebemotors 11 kämmt, der mit dem Außenring des Wälzlagers 8 fest verbunden ist.

    [0010] Das Ansatzstück 7 wird von einem im Durchmesser kleineren Einlaufrohr 12 durchsetzt, das im Innern der Sortiertrommel 3 eine stirnseitige Abdeckung 13 und an seinem Mantel eine der in der Zeichnung unteren Seite des Klöpperbodens zugewandte Mündung 14 hat. Dem Einlaufrohr 12 ist ein Hilfsrohr 15 zugeordnet, das im Bereich der Mündung 14 mündet und an dem von der Sortiertrommel 1 abgewandten Ende radial nach außen ragt.

    [0011] Die Sortiertrommel 1 ist während des Betriebes mit schräger Achse angeordnet und taucht im Bereich ihres Bodens 3 und dessen benachbartem Teil des Zylindermantels 2 in in einem Überlaufbehälter 16 befindlichen Gutstoff ein. Ein an der Unterseite des Oberlaufbehälters 16 angebrachter Auslauf ist mit 17 bezeichnet.

    [0012] Während des Betriebes wird über das Einlaufrohr 12 eine Faserstoffaufschwemmung herangeführt, aus welcher in der Sortiertrommel grobe Teilchen ausgeschieden und über die Wendel 6 nach außen gefördert werden. Notfalls kann über des Hilfsrohr 15 Verdünnungswasser zugeführt werden. Die Faserstoffaufschwemmung und gegebenenfalls das Verdünnungswasser wird bzw. werden über den gerade unten befindlichen Teil des zylindrischen Teiles des geschlossenen Bodens 3 in die Sortiertrommel 1 eingeführt und bewegen sich längs von deren unterem Teil, welcher die in den Gutstoffsumpf eintauchende untere Siebfläche bildet. Durch die umlaufende Sortiertrommel wird ein pulsierender hydraulischer Druckwechsel erzeugt. Aus der Feserstoffaufschwemmung eusgeschiedener Grobstoff wird mit Hilfe der Wendel 6 nach außen ausgeschieden.

    [0013] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 entspricht in wesentlichen Teilen dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1, so daß gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, wobei Abwandlungen durch den Buchstaben o bezeichnet sind.

    [0014] Die mit waagerechter Achse angeordnete Sortiertrommel 1a hat einen Zylindermantel 2a, der einen zylindrischen Teil 18 und auf der vom Boden 3 abgewandten Seite einen kegelförmig nach außen sich verengenden Teil 19 aufweist, der in einem rohrförmigen Endstück 4a mündet. Eine nur etwa in einem Zentriwinkel von 270° angeordnete Förderwendel 6a ist im Endstück 4a vorgesehen und im kegelförmigen Teil 19 befinden sich schräg angeordnete Schaufeln 20, die in gleicher Weise wie die Wendel 6a zum Austragen von Grobstoff dienen. Die Wirkungsweise des zweiten Ausführungsbeispieles entspricht der Wirkungsweise des ersten Ausführungsbeispieles.

    [0015] Die Sortiervorrichtung nach Fig. 3 weist gegenüber der Bauform nach Fig. 1 zusätzlich einen Schwinghebel 21 und einen Schwingantrieb 22 auf. Der Schwinghebel 21 ist an einem Lagerbock 23 schwenkbar gelagert, der sich an der vom Einlaufrohr 12 abgewandten Seite des Überlaufbehälters 16 befindet. An dem vom Lager entfernten Ende des Schwenkhebels 21 ist das Wälzlager 8 angeordnet, an dessen Außenring der Schwingantrieb 22 angreift, der eine Kurbel 24 und ein ortsfest gelagertes Kurbelrad 25 aufweist. Mit Hilfe des Schwingantriebes kann eine Verstärkung des pulsierenden hydraulischen Druckwechsels an dem von der Fasserstoffaufschwemmung abgedeckten Teil der Sortiertrommel 1 erreicht werden. Auf beiden Seiten der Sortiertrommel 1 ist je ein Schwinghebel 21 vorgesehen.

    [0016] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist eine Sortiertrommel 1 vorgesehen, deren Lager 8 in gleicher Weise wie bei dem dritten Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 an einem Hebel 21 angeordnet ist. Dieser Hebel ist jedoch nicht unmittelbar an dem Lagerbock 23b sondern mittels eines Gelenkstabes 26 gelagert. Ein zusätzlicher Gelenkstab 27 befindet sich zwischen einer Grundplatte 28 und dem mittleren Teil des Schwenkhebels 21. Hierdurch ergibt sich eine'4-Gelenkkette, wodurch sich unter Anheben des Bodens 3 das Endstück 4 in der Zeichnung nach rechts schwenken __ läßt. Zum Bewegen des Schwenkhebels 26 dient ein hydraulisch oder pneumatisch betätigbarer Arbeitszylinder 29, der zwischen der Grundplatte 28 und dem Außenring des Wälzlagers 8 angeordnet ist. Auf beiden Seiten der Sortiertrommel 1 sind je ein Schwinghebel 21 und Gelenkstäbe 26, 27 vorgesehen.

    [0017] Das Einlaufrohr 12b wird vom Endstück 4 her zum Boden 3 geführt, das gleiche gilt für das Verdünnungswasser heranbringende Hilfsrohr 15b. Die Mündung der beiden Rohre 12b, 15b befindet sich über dem augenblicklich unteren Teil des Bodens 3, so daß beim Einlaufen einer Faserstoffaufschwemmung und gegebenenfalls von Hilfswasser die geschlossene Fläche des Bodens 3 beaufschlagt wird.


    Ansprüche

    1. Sortiervorrichtung, insbesondere zum Sortieren einer Faserstoffaufschwemmung für die Papierherstellung, mit einer Durchgengslöcher (5) aufweisenden und drehbar gelagerten Sortiertrommel (1), die einen Stoffeinlauf (12) hat, mit einem eine geschlossene Fläche (3) aufweisenden, Gutstoff aufnehmenden Gutstoffbehälter (16), in den die Sortiertrommel (1) teilweise eintaucht, und mit einer Austrageinrichtung (6) auf der vom Gutstoffeinlauf abgewandten Ende der Sortiertrommel, dadurch gekennzeichnet, daß die Mündung (14, des Stoffeinlaufes innerhalb der Sortiertrommel (1) auf deren geschlossene Fläche (3) gerichtet und in einer Einrichtung (13) zur Ablenkung des Strahles in Richtung zur geschlossenen Fläche (3) angeordnet ist.
     
    2. Sortiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die geschlossene Fläche als gewölbter Boden (3) ausgebildet ist, der in den Gutstoff im Gutstoffbehälter (16) mindestens teilweise eintaucht.
     
    3. Sortiervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß-die Einrichtung (13) zur Strahlablenkung ein koaxial zur Sortiertrommel angeordnetes gerades Einlaufrohr (12) aufweist, dessen innerhalb der Sortiertrommel (1) befindliches stirnseitiges Ende geschlossen ist und das endseitig an seinem Zylindermantel eine Auslauföffnung als Mündung (14) hat.
     
    4. Sortiervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Strahlablenkung ein von der offenen Seite der Sortiertrommel zu deren geschlossener Fläche geführtes Einlaufrohr (12b) aufweist, dessen Mündung zur geschlossenen Fläche (3) gerichtet ist.
     
    5. Sortiervorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Einlaufrohr (12) ein zusätzliches Rohr (15) kleineren Durchmessers geführt ist, dessen Mündung mit der Mündung (14) des Einlaufrohres übereinstimmt.
     
    6. Sortiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß von der Austrageinrichtung (6) teilweise abgedeckte Durchgangslöcher in der Zylindertrommel geschlossen sind.
     
    7. Sortiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sortiertrommel (1) an ihrem kegelförmig verjüngt ausgebildeten Austragende (19) eine mehrgängige Förderwendel aufweist.
     
    8. Sortiervorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sortiertrommel (1) um eine senkrecht zu ihrer Achse verlaufende waagerechte Achse schwenkbar ist.
     
    9. Sortiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sortiertrommel (1) mittels eines Gelenkvierecks (1 und 26 bis 28) in einer lotrechten Ebene bewegbar ist.
     
    10. Sortiervorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Sortiertrommel (1) ein Schwingantrieb (22) zur schwingenden Bewegung um eine waagerechte Achse zugeordnet ist.
     




    Zeichnung