(19)
(11) EP 0 254 252 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.01.1988  Patentblatt  1988/04

(21) Anmeldenummer: 87110479.0

(22) Anmeldetag:  20.07.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H01C 10/32, H01C 10/40
// F02D41/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 22.07.1986 DE 3624640

(71) Anmelder: Wilhelm Ruf KG
D-80336 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Hochholzer, Reinhard
    D-8011 Höhenkirchen (DE)

(74) Vertreter: von Bülow, Tam, Dr. 
Patentanwalt Mailänder Strasse 13
81545 München
81545 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Drehpotentiometer, insbesondere zur Verwendung als Drehstellungsmessfühler für die Drehstellung einer Welle


    (57) Das Drehpotentiometer besitzt einen pendelnd gegenüber dem Widerstandsträger (3) gelagerten Federträger (4), wodurch auch bei einem Mittenversatz zwischen Drehachse (16) des Potentiometers und Hauptachse einer das Po­tentiometer betätigenden Welle eine gute Linearität gegeben ist (Fig. 1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drehpotentiometer gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Solche Drehpotentiometer sind in den verschiedensten konstruk­tiven Ausführungen im Handel erhältlich, wobei üb­licherweise der Federträger möglichst spielfrei im Gehäuse gelagert ist. Soll ein solches Drehpotentio­meter als Drehstellungsmeßfühler, beispielsweise für die Winkelstellung einer Welle verwendet werden, so tritt das Problem auf, daß die Drehachse des Dreh­potentiometers nicht immer mit der Mittelachse der Welle ausgefluchtet ist. Es kann hierbei ein so­ genannter "Mittenversatz" der beiden Achsen vorliegen. Auch können diese beiden Achse zueinander gekippt sein. Dies ist in mechanischer und elektrischer Hinsicht nicht zufriedenstellend. Mechanisch führt dies leicht zu Zerstörungen. In elektrischer Hinsicht können sich Linearitätsabweichungen und eine Hysterese erge­ben. Dies ist für viele Einsätzfälle natürlich nicht hinnehmbar. Ein Beispiel eines Anwendungsfalles ist die Abtastung der Stellung der Drosselklappe eines Verbren­nungsmotors, wobei ein Meßsignal für die Steuerung des Zündzeitpunktes und/oder des Einspritzzeitpunktes und der Einspritzmenge für eine Kraftstoff-Einspritzung erzeugt werden soll.

    [0002] Aufgabe der Erfindung ist es daher, das Drehpoten­tiometer der eingangs genannten Art dahingehend zu ver­bessern, daß es bei langer Lebensdauer eine hervor­ragende Linearität seiner elektrischen Ausgangssignale bezogen auf die Drehstellung liefert und zwar auch dann, wenn die Drehachse des Potentiometers nicht mit der Hauptachse einer das Potentiometer betätigenden Welle ausgefluchtet ist.

    [0003] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichenteil des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vor­teilhafte Ausgestaltung und Weiterbildung der Erfindung sind in Unteransprüchen zu entnehmen.

    [0004] Mit einem Drehpotentiometer nach der Erfindung wurden folgende Vorteile erreicht:

    [0005] Die Lebensdauer war zufriedenstellend, d.h. bei 10⁶ Drehbewegungen über den gesamten Winkelbereich traten weder Zerstörungen noch Abweichungen der elektrischen Werte auf; die Kennlinie des Drehpotentiometers war mit einer Toleranz von +/- 2 % über den gesamten Winkel­bereich linear. Die Reproduzierbarkeit war besser als 0,3 % und die Spannungshysterese war kleiner als 1,5 %. Weiterhin war das Drehmoment über den gesamten Dreh­bereich gleichmäßig linear.

    [0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Aus­führungsbeispiels im Zusammenhang mit der Zeichnung ausführlich erläutert. Es zeigt :

    Fig. 1: Einen Schnitt des Drehpotentiometers (längs der Linie A-F der Fig. 3);

    Fig. 2: Eine weitere Schnittansicht des Drehpoten­tiometers (Schnitt längs der Linie G-H der Fig. 1);

    Fig. 3: Eine teilweise aufgeschnittene Draufsicht des Potentiometers, gesehen von der Drehbetätigungs­seite her;

    Fig. 4: Einen weiteren Schnitt des Drehpotentiometers (Schnitt längs der Linie J-K der Fig. 2), wobei einige Teile (Widerstandsplatte und Lagerbuchse) fortgelassen sind;

    Fig. 5: Eine Draufsicht des bei dem Drehpotentiometers verwendeten Federträgers, gesehen von der Drehbetätigungsseite her;

    Fig. 6: Einen Querschnitt des Federträgers der Fig. 5;

    Fig. 7: Eine Seitenansicht des Federträgers der Fig. 5;

    Fig. 8: Einen Teilschnitt längs der Linie E-F der Fig. 5;

    Fig. 9: Einen Querschnitt des bei dem Drehpotentiometer verwendeten Käfigs, der die Widerstandsplatte gegenüber dem Gehäuse hält und zentriert;

    Fig. 10: Eine vergrößerte Einzelheit X der Fig. 9;

    Fig. 11: Einen Querschnitt der bei der Erfindung verwendeten Lagerbuchse;

    Fig. 12: Eine Seitenansicht der Lagerbuchse;

    Fig. 13: Eine Draufsicht auf die Lagerbuchse; und

    Fig. 14: Eine Seitenansicht des Federträgers mit an ihm befestigter Schleiferfeder.



    [0007] Es sei darauf hingewiesen, daß in den einzelnen Zeich­nungen unterschiedliche Maßstäbe verwendet wurden.

    [0008] Das Drehpotentiometer besitzt ein Gehäuse 1, das mit einem Deckel 2 mit integrierter Steckerplatte ver­schlossen ist. Im Gehäuse ist ortsfest eine Wider­standsplatte 3 gehalten, an der ein Federträger 4 drehbar und pendelnd gelagert ist, und zwar über eine Metall-Lagerbuchse 5, die ihrerseits von einem Lager­buchsenhalter 6 spielfrei gehalten ist, wobei der Lagerbuchsenhalter 6 spielfrei in einer Öffnung des Widerstandsträgers 3 gehalten ist. An dem Federträger 4 ist eine Schleiferfeder 7 befestigt, die hier als Bürstenschleiffeder ausgebildet ist und mit zwei Bürsten 57 in schleifendem elektrischen Kontakt mit auf der Widerstandsplatte aufgebrachten Widerstandsbahnen steht. Der Widerstandsträger 3 ist mittels eines "Käfigs" 8 fest in einer Ausnehmung des Gehäuses 1 zentriert und gehalten, wobei dieser Käfig 8 weiterhin als Abstützung für eine Drehfeder 9 dient, die mit ihrem einen Ende an dem Federträger 4 befestigt ist. Durch diese Drehfeder 9 wird das Potentiometer in eine Endstellung vorgespannt. Auf dem Widerstandsträger 3 sind im Ausführungsbeispiel drei Stecker 10 aufge­lötet. Diese Stecker stehen in elektrischer Verbindung mit den erwähnten Widerstandsbahnen. Sie ragen durch den Widerstandsträger 3 hindurch und sind an der der Schleiferfeder 7 zugewandten Seite angelötet. Der Deckel 2 ist mittels Nieten 11 an dem Gehäuse 1 be­festigt, wobei ein Hohlraum zwischen dem Deckel und der zu ihm weisenden Seite des Widerstandsträgers 3 mit einer Vergußmasse 12 vollständig ausgefüllt ist, so daß der Widerstandsträger 3 gegenüber dem Deckel 2 wasser­dicht abgekapselt ist.

    [0009] Das Gehäuse 1 hat an seiner Betätigungsseite (unten in Fig. 1) eine zentrale Durchgangsöffnung 13, durch die eine (nicht dargestellte) Betätigungswelle in einer Sackbohrung 14 des Federträgers 4 eingreifen kann. Die genannte Betätigungswelle ist mit einem Drehteil verbunden, dessen Drehstellung von dem Drehpotentio­meter nach der Erfindung erfaßt werden soll. Beispiels­weise handelt es sich hier um die Schwenkachse der Drosselklappe einer Verbrennungskraftmaschine, deren Öffnungstellung erfaßt werden soll. Das Drehpotentio­meter ist dann an der Verbrennungskraftmaschine mittels durch Befestigungsöffnungen 15 ragende Schrauben ange­flanscht. In der Praxis ist dabei nicht immer sicherzu­ stellen, daß die Haupt- bzw. Drehachse 16 des Dreh­potentiometers exakt mit der Mittelachse der Drehbetä­tigungswelle ausgefluchtet ist. Vielmehr können diese beiden Achsen einen sogenannten Mittenversatz haben und/oder unter einem Winkel schräg zueinander stehen. Dies führt zu Ungenauigkeiten bzw. Linearitätsfehlern des Potentiometers bezogen auf die Drehstellung des Drehmitnehmers. Weiterhin können dabei übermäßige Beanspruchungen des Drehpotentiometers auftreten, die zu seiner Zerstörung führen.

    [0010] Zur Vermeidung dieser Probleme ist der Federträger 4 gegenüber dem Widerstandsträger 3 pendelnd gelagert, so daß die Drehachse des Federträgers gegenüber der Haupt­drehachse 16 pendeln bzw. taumeln kann. Andererseits ist der Federträger 4 gegenüber dem Widerstandsträger 3 in Axialrichtung praktisch unverschiebbar gehalten (ledig­lich das für die Pendelbewegung erforderlche Axial­spiel ist vorhanden), womit erreicht wird, daß die An­druckkraft der Schleiferfeder 7 gegenüber dem Wider­standsträger 3 sich auch bei einem seitlichen Aus­schwenken des Federträgers 4 nur minimal ändert, so daß der elektrische Übergangswiderstand zwischen den Widerstandsbahnen und der Schleiferfeder innerhalb sehr enger Grenzen konstant ist. Dies wird zusätzlich durch die relativ große Länge der Arme der Schleiferfeder begünstigt.

    [0011] Die pendelnde Lagerung erhält man durch einen flexib­len Lagerzapfen 17, der hier einstückig an dem Feder­träger 4 angeformt ist. Die Flexibilität des Lager­zapfens 17 erhält man dadurch, daß er in Axialrichtung verlaufende in Radialrichtung gegeneinander versetzt angeordnete Schlitze 18 aufweist. Durch diese Schlitze 18 läßt sich der Lagerzapfen 17 federnd radial verfor­men, so daß im Ergebnis der Federträger gegenüber der starren Lagerbuchse 5 pendeln kann.

    [0012] In axialer Richtung ist der Lagerzapfen 17 gegenüber der Lagerbuchse 5 durch zwei radial nach außen vor­springende Vorsprünge 19 und 20 gehalten. Der am freien Ende des Lagerzapfens 17 angeordnete Bund 19 läßt sich aufgrund der Schlitze 18 radial nach innen drücken, so daß der Lagerzapfen 17 problemlos in die Lagerbuchse 5 eingeführt werden kann und dort einschnappt bzw. verriegelt. Dieses Einführen wird durch eine Fase 21 am freien Ende des Lagerzapfens erleichtert. Der untere Bund 20 wirkt in der anderen Richtung gegenüber der gegenüberliegenden Stirnseite der Lagerbuchse 5. Aufgrund der Federkraft der Schleiferfeder 7 wird der Federträger 4 von dem Widerstandsträger 3 so weit fortgedrückt, daß der Bund 19 des Lagerzapfens 17 an der entsprechenden Stirnseite der Lagerbuchse 5 an­liegt. Wie in Fig. 1 zu erkennen ist, ist in Axial­richtung zwischen dem Bund 20 und der entsprechenden Stirnseite der Lagerbuchse 5 nur ein sehr geringes Spiel vorhanden. Dieses geringfügige Spiel ist erfor­derlich, um die Pendelbewegung des Lagerzapfens 17 zu gestatten.

    [0013] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Lager­buchse 5 aus Gründen geringen Verschleißes aus Metall gefertigt. Um diese Lagerbuchse leicht an dem Wider­standsträger 3 montieren zu können, ist sie in den Lagerbuchsenhalter 6 eingeführt und dort in Axial­richtung zwischen zwei radial nach innen vorspringenden Kanten 22 und 23 des Lagerbuchsenhalters 6 verriegelt (vgl. Fig. 11). Der Lagerbuchsenhalter 6 ist dabei aus elastischem Material wie z.B. Kunststoff. Der Lager­buchsenhalter 6 ist seinerseits in einer Öffnung des Widerstandsträgers 3 eingeschnappt und zwar ebenfalls mittels zweier im axialem Abstand zueinander liegender Kanten 24 und 25. Der Abstand dieser beiden Kanten 24 und 25 entspricht der Dicke bzw. Materialstärke des Widerstandsträgers 3. Damit der Lagerbuchsenhalter 6 durch die genannte Öffnung des Widerstandsträgers 3 eingeführt werden kann, besitzt er an seiner Außenseite radial abstehende Vorsprünge 26, die in axialer Rich­tung schräg verlaufen und in sich elastisch sind, so daß der Lagerbuchsenhalter 6 in dem Widerstandsträger 3 eingerastet werden kann. Die genaue Form dieser Vor­sprünge 26 ist den Fig. 11, 12 und 13 zu entnehmen. Die Vorsprünge sind dabei spiegelsymetrisch paarweise angeordnet und in der Draufsicht (Fig. 13) in etwa sichelförmig. Um eine bessere Klemmwirkung zu erhalten, sind die in Richtung zum Widerstandsträger 3 weisenden Kanten 25 der Vorsprünge 26 etwas schräg gestellt, wodurch man eine gewisse Keilwirkung erhält. Um weiter­hin ein gutes Einführen des Lagerbuchsenhalters 6 in die Öffnung des Widerstandsträgers 3 zu gewährleisten, ist der Außenumfang des Oberteiles des Lagerbuchsen­halters 6 leicht konisch spitz zulaufend ausgebildet, was sich in dem Winkel (Fig. 12) ausdrückt. Mit dieser beschriebenen Anordnung ist die Lagerbuchse absolut fest und spielfrei an dem Widerstandsträger 3 befestigt.

    [0014] Damit in Normallage der Federträger 4 zentral zur Hauptachse 16 des Gehäuses ausgerichtet ist und neben der erlaubten Dreh- und Pendelbewegung keine weiteren Verschiebungen durchmacht, muß der Widerstandsträger 3 fest und korrekt ausgerichtet gegenüber dem Gehäuse 1 gehalten sein. Hierzu und zur Erleichterung der Montage ist der Widerstandsträger 3 in dem Käfig 8 (Gehäuse­einsatz)gehalten. Dieser Käfig 8 (vgl. auch Fig. 2, 4 und 9) ist hinsichtlich der Kontur seiner Außenwand der Form des Widerstandsträgers 3 angepaßt. Die Oberkante 27 seiner Außenwand 28 dient als Auflage für den Widerstandsträger 3. Zum Halten und Einspannen des Widerstandsträgers 3 sind an der Außenwand 28 des Käfigs 8 mehrere Federarme 29 vorgesehen, die über die Oberkante 27 hinausragen und mit ihrer nach innen weisenden Fläche eine Begrenzung für ein Verschieben des Widerstandsträgers 3 bilden. Zusätzlich haben die Federarme 29 nach außen über die Kontur der Außenwand 28 hinausragende Vorsprünge 30 (vgl. insbes. Fig. 10). Eine zentrale Ausnehmung des Gehäuses 1 ist dagegen sehr genau an die Außenkontur der Außenwand 28 ange­paßt, so daß beim Einführen des Käfigs 8 in diese zentrale Ausnehmung des Gehäuses 1 die Federarme 29 nach innen gedrückt werden, wodurch sie gegen die Stirnseite des Widerstandsträgers 3 gedrückt werden und diesen fest verspannen. (vgl. Fig. 1 und 2). Eine zusätzliche, auch bereits bei der Montage wirkende Sicherung des Widerstandsträgers 3 in dem Käfig 8 wird noch dadurch erhalten, daß die Federarme 29 nach innen weisende Vorsprünge 31 (vgl. Fig. 10) haben, hinter denen der Widerstandsträger 3 einrastet.

    [0015] Damit der Käfig 8 noch präziser in dem Gehäuse 1 zentriert ist, besitzen die Federarme 29 zusätzliche, nach außen vorspringende Rippen 32 (vgl. Fig. 10), die in entsprechend geformten Ausnehmungen 33 des Gehäuses 1 geführt sind. Diese Rippen können auch (abweichend von der Darstellung der Fig. 9 und 10) bis auf den Boden des Käfigs herunterreichen und damit praktisch Vorsprünge der Außenwand 28 des Käfigs sein.

    [0016] Eine weitere Funktion des Käfigs 8 ist die Halterung der Drehfeder 9. Hierzu hat der Käfig eine innere, zylindrische Hülse 34 (Fig. 9), die im Abstand zu dem zylindrischen Teil 35 der Außenwand 28 liegt und die sich in axialer Richtung nicht bis zur Oberkante 27 erstreckt. In den so gebildeten Zwischenraum ist die Drehfeder 9 eingesetzt. Mit einem radial nach außen vorspringenden Arm ist die Drehfeder 9 zwischen zwei Rippen 37 und 38 abgestützt, wobei sich diese Rippen an den zylindrischen Teil 35 mit einer Durchtrittsöffnung für den Arm 36 der Feder 9 anschließen. (Fig. 4). Ein weiterer, axial verlaufender Arm 39 der Drehfeder 9 greift in eine am Außenumfang des Federträgers 4 vorhandene Ausnehmung 52 und spannt damit den Feder­träger in Drehrichtung in eine Richtung vor.

    [0017] Die Oberkante der Hülse 34 des Käfigs 8 dient schließ­lich noch als Anschlag für die Pendelbewegung des Federträgers, was am besten aus den Fig. 1 und 2 zu erkennen ist.

    [0018] Um eine definierte "Null-Stellung" des Federträgers 4 gegenüber dem Gehäuse zu erhalten, hat der Federträger 4 an seinem Außenumfang einen oder zwei Drehbegrenzungs­anschläge 40, die mit entsprechenden Anschlägen 41 in der zentralen Durchgangsöffnung des Gehäuses 1 zusammen wirken. Weiterhin können diese Anschläge auch als Anschlag für die Begrenzung des Drehbereiches des Federträgers 4 dienen.

    [0019] Unter Bezugnahme auf die Fig. 3, 5 und 6 wird nun die Verbindung einer Mitnehmerwelle mit dem Federträger erläutert. Der Federträger 4 besitzt gegenüberliegend zur Durchgangsöffnung 13 des Gehäuses 1 eine Sackboh­rung 42, in welche zwei Mitnehmerstege 43 und 44 ausgehend von der zylindrischen Innenwand der Sackboh rung 42 hineinragen. Die Seitenflächen 45, 46, 47 und 48 der Mitnehmerstege verlaufen gegenuber der Mittel­drehachse 16 geneigt (vgl. den Winkel 49 in Fig. 6) Dreht die (nicht dargestellte) Mitnehmerwelle im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 den Federträger 4 im Gegenuhrzeigersinn (vgl. die Pfeile in Fig. 3) so kommen ebene Mitnehmerflächen der Mitnehmerwelle an den Seitenflächen 46 und 48 zur Anlage. Da diese "Anlage­flächen" von oben gesehen hinterschnitten sind, ist sichergestellt, daß auch bei einem Mittenversatz zwischen Drehachse 16 und Mittelachse der Mitnehmer­welle sowie auch bei einer Schrägstellung der Mitnehmerwelle gegenüber der Mittelachse 16 stets eine Linienberührung zwischen der Mitnehmerwelle und den Anlageflächen 46 und 48 vorhanden ist. Hierdurch wird auch bei diesen beiden möglichen Fehlerzuständen ein Gleichlauf zwischen Drehmitnehmer und Federträger 4 sichergestellt. Der bei Kardangelenken bekannte Gleich­lauffehler zwischen Antriebs- und Abtriebswelle wird hierdurch vermieden. Betrachtet man die Mitnehmerstege 43 und 44 angenähert als dreiseitige Prismen, so sind die Kanten des Prismas gegenüber einer der Ebene, die durch eine Grundseite des Prismas und die Drehachse 16 gebildet wird, unter einem spitzen Winkel 49 (Fig. 6) geneigt, wobei die Neigungswinkel der Anlageflächen 46 und 48 gegensinnig geneigt sind. In der Draufsicht der Fig. 3 und 5 sind damit also beide Anlageflächen 46 und 48 "hinterschnitten". Verlängert man die Oberseiten der Anlageflächen 46 und 48 mit einer gedachten geraden Linie, so sieht man, daß diese beiden Linien nicht durch die Mittelachse 16 gehen, sondern in einem Abstand an dieser vorbeilaufen. Der Abstand dieser beiden Linien zueinander entspricht in etwa der Dicke des schraubenzieherartigen Ansatzes der Mitnehmerwelle. Der genannte Neigungswinkel 49 liegt in der Größenord­nung von 3°. Die den Anlageflächen 46 und 48 gegenüber­liegenden Seitenflächen 45 bzw. 47 sind hier ebenfalls in entsprechender Weise geneigt. In der Ansicht der Fig. 3 sind sie also nicht hinterschnitten, d.h. sie sind in der Ansicht der Fig. 3 sichtbar.

    [0020] Der in den Fig. 5 bis 8 gezeigte Federträger 4 ist bezogen auf die in Fig. 3 dargestellte Drehrichtung für die andere Drehrichtung ausgelegt, d.h. er wird in Richtung von der Betätigungswelle her gesehen im Uhr­zeigersinn gedreht. Entsprechend sind die Flächen 45 und 46 bzw. 47 und 48 gegenüber der Fig. 3 vertauscht. In Fig. 5 ist weiterhin zu entnehmen, daß an der nach innen weisenden Wandung der Sackbohrung 42 unmittelbar vor den Anlagenflächen 46 bzw. 48 der Mitnehmerstege 43 bzw. 44 Vorsprünge 50 und 51 vorgesehen sind, die als Auflaufflächen für die "Klinge" des Drehmitnehmers dienen. Diese Vorsprünge 50 und 51 liegen einander unmittelbar gegenüber und sorgen im Ergebnis dafür, daß der Federträger bei Schrägstellung der Mitnehmerwelle gekippt wird bzw. in der Lagerbuchse pendelnd ausge­lenkt wird. Die radial nach innen weisenden Flächen der Vorsprünge 50 und 51 sind ebenfalls "hinterschnitten", d.h. die Dicke der Vorsprünge nimmt von der Öffnungs­seite her nach innen zu laufend ab. Der Winkel zwischen diesen Flächen und der Mittelachse beträgt ebenfalls ca. 3°. Fig. 6 ist auch zu entnehmen, daß die Sack­ bohrung 42 zu ihrer Öffnung hin etwas konisch aufgewei­tet ist, um die Taumelbewegung des Federträgers gegen­über der Mitnehmerwelle zu gestatten.

    [0021] In der vergrößerten Schnittdarstellung der Fig. 8 ist zu erkennen, daß die Vorsprünge 51 (bzw. 50) in Rich­tung zur Öffnung der Sackbohrung 42 abgerundet sind (Bezugszeichen 53) um ein Einführen der Mitnehmerwelle erleichtern.

    [0022] Schließlich läßt sich den Fig. 6 und 7 noch entnehmen, daß der Federträger parallel zum Lagerzapfen 17 ver­laufende Befestigungsvorsprünge 54 für die Befestigung der Schleiferfeder 7 aufweist. Wie aus den Fig. 4 und 14 zu erkennen ist, hat die Schleiferfeder entsprechende Öffnungen, durch welche die Befestigungsvorsprünge 54 hindurch ragen. Mit einem Schnappring 55, der hinter einen Bund der Befestigungsvorsprünge 54 greift, wird dann die Schleiferfeder am Federträger gehalten.

    [0023] Sämtliche in den Patentansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung dargestellten technischen Einzelheiten können sich sowohl für sich als von beliebiger Kombina­tion miteinander erfindungswesentlich sein.


    Ansprüche

    1. Drehpotentiometer, insbesondere zur Verwendung als Drehstellungsmeßfühler für die Drehstellung einer Welle mit
    - einem Gehäuse
    - einem darin gehaltenen Widerstandsträger
    - einem im Gehäuse drehbar gelagerten Federträger,
    - einer am Federträger befestigten Schlei­ferfeder, die mit einer Widerstandsschicht des Widerstandsträgers in schleifendem elektrischem Kontakt steht und
    - Einrichtungen zur Koppelung der Welle mit dem Federträger, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Feder­träger (4) zusätzlich gegenüber dem Wider­standsträger (3) pendelnd gelagert ist, derart, daß seine Drehachse (16) gegenüber einer Senkrechten auf dem Widerstandsträger einen spitzen Winkel einnehmen kann.
     
    2. Drehpotentiometer nach Anspruch 1 dadurch gekenn­zeichnet, daß der Federträger (4) einen zentrisch zu seiner Drehachse (16) angeordneten, flexiblen Lagerzapfen (17) aufweist.
     
    3. Drehpotentiometer nach Anspruch 2 dadurch gekenn­zeichnet, daß der flexible Lagerzapfen (17) in einer starren Lagerbuchse (5) gehalten ist, welche ihrerseits an dem Widerstandsträger (3) befestigt ist.
     
    4. Drehpotentiometer nach Anspruch 3, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Lagerzapfen (17) in axialer Richtung unverschiebar (mit geringem Spiel) in der Lagerbuchse (5) gehalten ist.
     
    5. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerzapfen (17) axial verlaufende Schlitze (18) aufweist.
     
    6. Drehpotentiometer nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerzapfen (17) an seinem freien Ende einen radial abstehenden Vorsprung (19) aufweist, der an der Stirnseite der Lager­buchse (5) eingerastet ist.
     
    7. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Federträger (4) an seiner dem Drehzapfen (17) gegenüberliegenden Seite eine Sackbohrung (42) aufweist, in welche Mitnehmerstege (43, 44) hineinragen, wobei die Mitnehmerstege (43, 44) derart hinterschnittene Anlageflächen (46, 48) haben, daß Mitnehmerflächen der Welle auch bei einem Mittenversatz der Welle gegenüber der Drehachse (16) des Federträgers (4) und/oder bei einer gegenüber der Drehachse gekipp­ten Achse der Welle an den Anlageflächen (46, 48) anliegen.
     
    8. Drehpotentiometer nach Anspruch 7 dadurch gekenn­zeichnet, daß die Mitnehmerstege (43, 44) in etwa die Form eines dreiseitigen Prismas haben und daß die Kanten des Prismas gegenüber einer eine Grund­seite des Prismas und die Drehachse (16) ein­schließenden Ebene unter einem spitzen Winkel geneigt sind.
     
    9. Drehpotentiometer nach Anspruch 8 dadurch gekenn­zeichnet, daß unmittelbar anschließend an die An­lageflächen (46, 48) der Mitnehmerstege (43, 44) die Sackbohrung radial nach innen ragende Vor­sprünge (50, 51) aufweist, deren radiale Ausdeh­nung kleiner ist als die der Mitnehmerstege und daß diese Vorsprünge (50, 51) ebenfalls hinter­schnitten sind.
     
    10. Drehpotentiometer nach Anspruch 9, dadurch gekenn­zeichnet, daß der spitze Winkel der Kanten der Prismen in der Größenordnung von 3° liegt.
     
    11. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der die Lager­buchse (5) für den Federträger (4) haltende Widerstandsträger (3) in einem Gehäuseeinsatz (Käfig 8) gehalten ist, welcher mit Federarmen (29), die beim Einschieben des Käfigs (8) in das Gehäuse (1) gebogen werden, verspannt ist.
     
    12. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Federträger (4) eine radiusförmige Fase (56) aufweist, deren Radius vom theoretischen Zentrierpunkt bzw. Pendelpunkt des Lagerzapfens (17) ausgeht.
     




    Zeichnung