[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Drehpotentiometer gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1. Solche Drehpotentiometer sind in den verschiedensten konstruktiven Ausführungen
im Handel erhältlich, wobei üblicherweise der Federträger möglichst spielfrei im
Gehäuse gelagert ist. Soll ein solches Drehpotentiometer als Drehstellungsmeßfühler,
beispielsweise für die Winkelstellung einer Welle verwendet werden, so tritt das Problem
auf, daß die Drehachse des Drehpotentiometers nicht immer mit der Mittelachse der
Welle ausgefluchtet ist. Es kann hierbei ein so genannter "Mittenversatz" der beiden
Achsen vorliegen. Auch können diese beiden Achse zueinander gekippt sein. Dies ist
in mechanischer und elektrischer Hinsicht nicht zufriedenstellend. Mechanisch führt
dies leicht zu Zerstörungen. In elektrischer Hinsicht können sich Linearitätsabweichungen
und eine Hysterese ergeben. Dies ist für viele Einsätzfälle natürlich nicht hinnehmbar.
Ein Beispiel eines Anwendungsfalles ist die Abtastung der Stellung der Drosselklappe
eines Verbrennungsmotors, wobei ein Meßsignal für die Steuerung des Zündzeitpunktes
und/oder des Einspritzzeitpunktes und der Einspritzmenge für eine Kraftstoff-Einspritzung
erzeugt werden soll.
[0002] Aufgabe der Erfindung ist es daher, das Drehpotentiometer der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, daß es bei langer Lebensdauer eine hervorragende
Linearität seiner elektrischen Ausgangssignale bezogen auf die Drehstellung liefert
und zwar auch dann, wenn die Drehachse des Potentiometers nicht mit der Hauptachse
einer das Potentiometer betätigenden Welle ausgefluchtet ist.
[0003] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichenteil des Patentanspruches 1 angegebenen
Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltung und Weiterbildung der Erfindung sind
in Unteransprüchen zu entnehmen.
[0004] Mit einem Drehpotentiometer nach der Erfindung wurden folgende Vorteile erreicht:
[0005] Die Lebensdauer war zufriedenstellend, d.h. bei 10⁶ Drehbewegungen über den gesamten
Winkelbereich traten weder Zerstörungen noch Abweichungen der elektrischen Werte auf;
die Kennlinie des Drehpotentiometers war mit einer Toleranz von +/- 2 % über den gesamten
Winkelbereich linear. Die Reproduzierbarkeit war besser als 0,3 % und die Spannungshysterese
war kleiner als 1,5 %. Weiterhin war das Drehmoment über den gesamten Drehbereich
gleichmäßig linear.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels im Zusammenhang
mit der Zeichnung ausführlich erläutert. Es zeigt :
Fig. 1: Einen Schnitt des Drehpotentiometers (längs der Linie A-F der Fig. 3);
Fig. 2: Eine weitere Schnittansicht des Drehpotentiometers (Schnitt längs der Linie
G-H der Fig. 1);
Fig. 3: Eine teilweise aufgeschnittene Draufsicht des Potentiometers, gesehen von
der Drehbetätigungsseite her;
Fig. 4: Einen weiteren Schnitt des Drehpotentiometers (Schnitt längs der Linie J-K
der Fig. 2), wobei einige Teile (Widerstandsplatte und Lagerbuchse) fortgelassen sind;
Fig. 5: Eine Draufsicht des bei dem Drehpotentiometers verwendeten Federträgers, gesehen
von der Drehbetätigungsseite her;
Fig. 6: Einen Querschnitt des Federträgers der Fig. 5;
Fig. 7: Eine Seitenansicht des Federträgers der Fig. 5;
Fig. 8: Einen Teilschnitt längs der Linie E-F der Fig. 5;
Fig. 9: Einen Querschnitt des bei dem Drehpotentiometer verwendeten Käfigs, der die
Widerstandsplatte gegenüber dem Gehäuse hält und zentriert;
Fig. 10: Eine vergrößerte Einzelheit X der Fig. 9;
Fig. 11: Einen Querschnitt der bei der Erfindung verwendeten Lagerbuchse;
Fig. 12: Eine Seitenansicht der Lagerbuchse;
Fig. 13: Eine Draufsicht auf die Lagerbuchse; und
Fig. 14: Eine Seitenansicht des Federträgers mit an ihm befestigter Schleiferfeder.
[0007] Es sei darauf hingewiesen, daß in den einzelnen Zeichnungen unterschiedliche Maßstäbe
verwendet wurden.
[0008] Das Drehpotentiometer besitzt ein Gehäuse 1, das mit einem Deckel 2 mit integrierter
Steckerplatte verschlossen ist. Im Gehäuse ist ortsfest eine Widerstandsplatte 3
gehalten, an der ein Federträger 4 drehbar und pendelnd gelagert ist, und zwar über
eine Metall-Lagerbuchse 5, die ihrerseits von einem Lagerbuchsenhalter 6 spielfrei
gehalten ist, wobei der Lagerbuchsenhalter 6 spielfrei in einer Öffnung des Widerstandsträgers
3 gehalten ist. An dem Federträger 4 ist eine Schleiferfeder 7 befestigt, die hier
als Bürstenschleiffeder ausgebildet ist und mit zwei Bürsten 57 in schleifendem elektrischen
Kontakt mit auf der Widerstandsplatte aufgebrachten Widerstandsbahnen steht. Der Widerstandsträger
3 ist mittels eines "Käfigs" 8 fest in einer Ausnehmung des Gehäuses 1 zentriert und
gehalten, wobei dieser Käfig 8 weiterhin als Abstützung für eine Drehfeder 9 dient,
die mit ihrem einen Ende an dem Federträger 4 befestigt ist. Durch diese Drehfeder
9 wird das Potentiometer in eine Endstellung vorgespannt. Auf dem Widerstandsträger
3 sind im Ausführungsbeispiel drei Stecker 10 aufgelötet. Diese Stecker stehen in
elektrischer Verbindung mit den erwähnten Widerstandsbahnen. Sie ragen durch den Widerstandsträger
3 hindurch und sind an der der Schleiferfeder 7 zugewandten Seite angelötet. Der Deckel
2 ist mittels Nieten 11 an dem Gehäuse 1 befestigt, wobei ein Hohlraum zwischen dem
Deckel und der zu ihm weisenden Seite des Widerstandsträgers 3 mit einer Vergußmasse
12 vollständig ausgefüllt ist, so daß der Widerstandsträger 3 gegenüber dem Deckel
2 wasserdicht abgekapselt ist.
[0009] Das Gehäuse 1 hat an seiner Betätigungsseite (unten in Fig. 1) eine zentrale Durchgangsöffnung
13, durch die eine (nicht dargestellte) Betätigungswelle in einer Sackbohrung 14 des
Federträgers 4 eingreifen kann. Die genannte Betätigungswelle ist mit einem Drehteil
verbunden, dessen Drehstellung von dem Drehpotentiometer nach der Erfindung erfaßt
werden soll. Beispielsweise handelt es sich hier um die Schwenkachse der Drosselklappe
einer Verbrennungskraftmaschine, deren Öffnungstellung erfaßt werden soll. Das Drehpotentiometer
ist dann an der Verbrennungskraftmaschine mittels durch Befestigungsöffnungen 15 ragende
Schrauben angeflanscht. In der Praxis ist dabei nicht immer sicherzu stellen, daß
die Haupt- bzw. Drehachse 16 des Drehpotentiometers exakt mit der Mittelachse der
Drehbetätigungswelle ausgefluchtet ist. Vielmehr können diese beiden Achsen einen
sogenannten Mittenversatz haben und/oder unter einem Winkel schräg zueinander stehen.
Dies führt zu Ungenauigkeiten bzw. Linearitätsfehlern des Potentiometers bezogen auf
die Drehstellung des Drehmitnehmers. Weiterhin können dabei übermäßige Beanspruchungen
des Drehpotentiometers auftreten, die zu seiner Zerstörung führen.
[0010] Zur Vermeidung dieser Probleme ist der Federträger 4 gegenüber dem Widerstandsträger
3 pendelnd gelagert, so daß die Drehachse des Federträgers gegenüber der Hauptdrehachse
16 pendeln bzw. taumeln kann. Andererseits ist der Federträger 4 gegenüber dem Widerstandsträger
3 in Axialrichtung praktisch unverschiebbar gehalten (lediglich das für die Pendelbewegung
erforderlche Axialspiel ist vorhanden), womit erreicht wird, daß die Andruckkraft
der Schleiferfeder 7 gegenüber dem Widerstandsträger 3 sich auch bei einem seitlichen
Ausschwenken des Federträgers 4 nur minimal ändert, so daß der elektrische Übergangswiderstand
zwischen den Widerstandsbahnen und der Schleiferfeder innerhalb sehr enger Grenzen
konstant ist. Dies wird zusätzlich durch die relativ große Länge der Arme der Schleiferfeder
begünstigt.
[0011] Die pendelnde Lagerung erhält man durch einen flexiblen Lagerzapfen 17, der hier
einstückig an dem Federträger 4 angeformt ist. Die Flexibilität des Lagerzapfens
17 erhält man dadurch, daß er in Axialrichtung verlaufende in Radialrichtung gegeneinander
versetzt angeordnete Schlitze 18 aufweist. Durch diese Schlitze 18 läßt sich der Lagerzapfen
17 federnd radial verformen, so daß im Ergebnis der Federträger gegenüber der starren
Lagerbuchse 5 pendeln kann.
[0012] In axialer Richtung ist der Lagerzapfen 17 gegenüber der Lagerbuchse 5 durch zwei
radial nach außen vorspringende Vorsprünge 19 und 20 gehalten. Der am freien Ende
des Lagerzapfens 17 angeordnete Bund 19 läßt sich aufgrund der Schlitze 18 radial
nach innen drücken, so daß der Lagerzapfen 17 problemlos in die Lagerbuchse 5 eingeführt
werden kann und dort einschnappt bzw. verriegelt. Dieses Einführen wird durch eine
Fase 21 am freien Ende des Lagerzapfens erleichtert. Der untere Bund 20 wirkt in der
anderen Richtung gegenüber der gegenüberliegenden Stirnseite der Lagerbuchse 5. Aufgrund
der Federkraft der Schleiferfeder 7 wird der Federträger 4 von dem Widerstandsträger
3 so weit fortgedrückt, daß der Bund 19 des Lagerzapfens 17 an der entsprechenden
Stirnseite der Lagerbuchse 5 anliegt. Wie in Fig. 1 zu erkennen ist, ist in Axialrichtung
zwischen dem Bund 20 und der entsprechenden Stirnseite der Lagerbuchse 5 nur ein sehr
geringes Spiel vorhanden. Dieses geringfügige Spiel ist erforderlich, um die Pendelbewegung
des Lagerzapfens 17 zu gestatten.
[0013] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Lagerbuchse 5 aus Gründen geringen
Verschleißes aus Metall gefertigt. Um diese Lagerbuchse leicht an dem Widerstandsträger
3 montieren zu können, ist sie in den Lagerbuchsenhalter 6 eingeführt und dort in
Axialrichtung zwischen zwei radial nach innen vorspringenden Kanten 22 und 23 des
Lagerbuchsenhalters 6 verriegelt (vgl. Fig. 11). Der Lagerbuchsenhalter 6 ist dabei
aus elastischem Material wie z.B. Kunststoff. Der Lagerbuchsenhalter 6 ist seinerseits
in einer Öffnung des Widerstandsträgers 3 eingeschnappt und zwar ebenfalls mittels
zweier im axialem Abstand zueinander liegender Kanten 24 und 25. Der Abstand dieser
beiden Kanten 24 und 25 entspricht der Dicke bzw. Materialstärke des Widerstandsträgers
3. Damit der Lagerbuchsenhalter 6 durch die genannte Öffnung des Widerstandsträgers
3 eingeführt werden kann, besitzt er an seiner Außenseite radial abstehende Vorsprünge
26, die in axialer Richtung schräg verlaufen und in sich elastisch sind, so daß der
Lagerbuchsenhalter 6 in dem Widerstandsträger 3 eingerastet werden kann. Die genaue
Form dieser Vorsprünge 26 ist den Fig. 11, 12 und 13 zu entnehmen. Die Vorsprünge
sind dabei spiegelsymetrisch paarweise angeordnet und in der Draufsicht (Fig. 13)
in etwa sichelförmig. Um eine bessere Klemmwirkung zu erhalten, sind die in Richtung
zum Widerstandsträger 3 weisenden Kanten 25 der Vorsprünge 26 etwas schräg gestellt,
wodurch man eine gewisse Keilwirkung erhält. Um weiterhin ein gutes Einführen des
Lagerbuchsenhalters 6 in die Öffnung des Widerstandsträgers 3 zu gewährleisten, ist
der Außenumfang des Oberteiles des Lagerbuchsenhalters 6 leicht konisch spitz zulaufend
ausgebildet, was sich in dem Winkel (Fig. 12) ausdrückt. Mit dieser beschriebenen
Anordnung ist die Lagerbuchse absolut fest und spielfrei an dem Widerstandsträger
3 befestigt.
[0014] Damit in Normallage der Federträger 4 zentral zur Hauptachse 16 des Gehäuses ausgerichtet
ist und neben der erlaubten Dreh- und Pendelbewegung keine weiteren Verschiebungen
durchmacht, muß der Widerstandsträger 3 fest und korrekt ausgerichtet gegenüber dem
Gehäuse 1 gehalten sein. Hierzu und zur Erleichterung der Montage ist der Widerstandsträger
3 in dem Käfig 8 (Gehäuseeinsatz)gehalten. Dieser Käfig 8 (vgl. auch Fig. 2, 4 und
9) ist hinsichtlich der Kontur seiner Außenwand der Form des Widerstandsträgers 3
angepaßt. Die Oberkante 27 seiner Außenwand 28 dient als Auflage für den Widerstandsträger
3. Zum Halten und Einspannen des Widerstandsträgers 3 sind an der Außenwand 28 des
Käfigs 8 mehrere Federarme 29 vorgesehen, die über die Oberkante 27 hinausragen und
mit ihrer nach innen weisenden Fläche eine Begrenzung für ein Verschieben des Widerstandsträgers
3 bilden. Zusätzlich haben die Federarme 29 nach außen über die Kontur der Außenwand
28 hinausragende Vorsprünge 30 (vgl. insbes. Fig. 10). Eine zentrale Ausnehmung des
Gehäuses 1 ist dagegen sehr genau an die Außenkontur der Außenwand 28 angepaßt, so
daß beim Einführen des Käfigs 8 in diese zentrale Ausnehmung des Gehäuses 1 die Federarme
29 nach innen gedrückt werden, wodurch sie gegen die Stirnseite des Widerstandsträgers
3 gedrückt werden und diesen fest verspannen. (vgl. Fig. 1 und 2). Eine zusätzliche,
auch bereits bei der Montage wirkende Sicherung des Widerstandsträgers 3 in dem Käfig
8 wird noch dadurch erhalten, daß die Federarme 29 nach innen weisende Vorsprünge
31 (vgl. Fig. 10) haben, hinter denen der Widerstandsträger 3 einrastet.
[0015] Damit der Käfig 8 noch präziser in dem Gehäuse 1 zentriert ist, besitzen die Federarme
29 zusätzliche, nach außen vorspringende Rippen 32 (vgl. Fig. 10), die in entsprechend
geformten Ausnehmungen 33 des Gehäuses 1 geführt sind. Diese Rippen können auch (abweichend
von der Darstellung der Fig. 9 und 10) bis auf den Boden des Käfigs herunterreichen
und damit praktisch Vorsprünge der Außenwand 28 des Käfigs sein.
[0016] Eine weitere Funktion des Käfigs 8 ist die Halterung der Drehfeder 9. Hierzu hat
der Käfig eine innere, zylindrische Hülse 34 (Fig. 9), die im Abstand zu dem zylindrischen
Teil 35 der Außenwand 28 liegt und die sich in axialer Richtung nicht bis zur Oberkante
27 erstreckt. In den so gebildeten Zwischenraum ist die Drehfeder 9 eingesetzt. Mit
einem radial nach außen vorspringenden Arm ist die Drehfeder 9 zwischen zwei Rippen
37 und 38 abgestützt, wobei sich diese Rippen an den zylindrischen Teil 35 mit einer
Durchtrittsöffnung für den Arm 36 der Feder 9 anschließen. (Fig. 4). Ein weiterer,
axial verlaufender Arm 39 der Drehfeder 9 greift in eine am Außenumfang des Federträgers
4 vorhandene Ausnehmung 52 und spannt damit den Federträger in Drehrichtung in eine
Richtung vor.
[0017] Die Oberkante der Hülse 34 des Käfigs 8 dient schließlich noch als Anschlag für
die Pendelbewegung des Federträgers, was am besten aus den Fig. 1 und 2 zu erkennen
ist.
[0018] Um eine definierte "Null-Stellung" des Federträgers 4 gegenüber dem Gehäuse zu erhalten,
hat der Federträger 4 an seinem Außenumfang einen oder zwei Drehbegrenzungsanschläge
40, die mit entsprechenden Anschlägen 41 in der zentralen Durchgangsöffnung des Gehäuses
1 zusammen wirken. Weiterhin können diese Anschläge auch als Anschlag für die Begrenzung
des Drehbereiches des Federträgers 4 dienen.
[0019] Unter Bezugnahme auf die Fig. 3, 5 und 6 wird nun die Verbindung einer Mitnehmerwelle
mit dem Federträger erläutert. Der Federträger 4 besitzt gegenüberliegend zur Durchgangsöffnung
13 des Gehäuses 1 eine Sackbohrung 42, in welche zwei Mitnehmerstege 43 und 44 ausgehend
von der zylindrischen Innenwand der Sackboh rung 42 hineinragen. Die Seitenflächen
45, 46, 47 und 48 der Mitnehmerstege verlaufen gegenuber der Mitteldrehachse 16 geneigt
(vgl. den Winkel 49 in Fig. 6) Dreht die (nicht dargestellte) Mitnehmerwelle im Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 den Federträger 4 im Gegenuhrzeigersinn (vgl. die Pfeile in Fig. 3) so
kommen ebene Mitnehmerflächen der Mitnehmerwelle an den Seitenflächen 46 und 48 zur
Anlage. Da diese "Anlageflächen" von oben gesehen hinterschnitten sind, ist sichergestellt,
daß auch bei einem Mittenversatz zwischen Drehachse 16 und Mittelachse der Mitnehmerwelle
sowie auch bei einer Schrägstellung der Mitnehmerwelle gegenüber der Mittelachse 16
stets eine Linienberührung zwischen der Mitnehmerwelle und den Anlageflächen 46 und
48 vorhanden ist. Hierdurch wird auch bei diesen beiden möglichen Fehlerzuständen
ein Gleichlauf zwischen Drehmitnehmer und Federträger 4 sichergestellt. Der bei Kardangelenken
bekannte Gleichlauffehler zwischen Antriebs- und Abtriebswelle wird hierdurch vermieden.
Betrachtet man die Mitnehmerstege 43 und 44 angenähert als dreiseitige Prismen, so
sind die Kanten des Prismas gegenüber einer der Ebene, die durch eine Grundseite des
Prismas und die Drehachse 16 gebildet wird, unter einem spitzen Winkel 49 (Fig. 6)
geneigt, wobei die Neigungswinkel der Anlageflächen 46 und 48 gegensinnig geneigt
sind. In der Draufsicht der Fig. 3 und 5 sind damit also beide Anlageflächen 46 und
48 "hinterschnitten". Verlängert man die Oberseiten der Anlageflächen 46 und 48 mit
einer gedachten geraden Linie, so sieht man, daß diese beiden Linien nicht durch die
Mittelachse 16 gehen, sondern in einem Abstand an dieser vorbeilaufen. Der Abstand
dieser beiden Linien zueinander entspricht in etwa der Dicke des schraubenzieherartigen
Ansatzes der Mitnehmerwelle. Der genannte Neigungswinkel 49 liegt in der Größenordnung
von 3°. Die den Anlageflächen 46 und 48 gegenüberliegenden Seitenflächen 45 bzw.
47 sind hier ebenfalls in entsprechender Weise geneigt. In der Ansicht der Fig. 3
sind sie also nicht hinterschnitten, d.h. sie sind in der Ansicht der Fig. 3 sichtbar.
[0020] Der in den Fig. 5 bis 8 gezeigte Federträger 4 ist bezogen auf die in Fig. 3 dargestellte
Drehrichtung für die andere Drehrichtung ausgelegt, d.h. er wird in Richtung von der
Betätigungswelle her gesehen im Uhrzeigersinn gedreht. Entsprechend sind die Flächen
45 und 46 bzw. 47 und 48 gegenüber der Fig. 3 vertauscht. In Fig. 5 ist weiterhin
zu entnehmen, daß an der nach innen weisenden Wandung der Sackbohrung 42 unmittelbar
vor den Anlagenflächen 46 bzw. 48 der Mitnehmerstege 43 bzw. 44 Vorsprünge 50 und
51 vorgesehen sind, die als Auflaufflächen für die "Klinge" des Drehmitnehmers dienen.
Diese Vorsprünge 50 und 51 liegen einander unmittelbar gegenüber und sorgen im Ergebnis
dafür, daß der Federträger bei Schrägstellung der Mitnehmerwelle gekippt wird bzw.
in der Lagerbuchse pendelnd ausgelenkt wird. Die radial nach innen weisenden Flächen
der Vorsprünge 50 und 51 sind ebenfalls "hinterschnitten", d.h. die Dicke der Vorsprünge
nimmt von der Öffnungsseite her nach innen zu laufend ab. Der Winkel zwischen diesen
Flächen und der Mittelachse beträgt ebenfalls ca. 3°. Fig. 6 ist auch zu entnehmen,
daß die Sack bohrung 42 zu ihrer Öffnung hin etwas konisch aufgeweitet ist, um die
Taumelbewegung des Federträgers gegenüber der Mitnehmerwelle zu gestatten.
[0021] In der vergrößerten Schnittdarstellung der Fig. 8 ist zu erkennen, daß die Vorsprünge
51 (bzw. 50) in Richtung zur Öffnung der Sackbohrung 42 abgerundet sind (Bezugszeichen
53) um ein Einführen der Mitnehmerwelle erleichtern.
[0022] Schließlich läßt sich den Fig. 6 und 7 noch entnehmen, daß der Federträger parallel
zum Lagerzapfen 17 verlaufende Befestigungsvorsprünge 54 für die Befestigung der
Schleiferfeder 7 aufweist. Wie aus den Fig. 4 und 14 zu erkennen ist, hat die Schleiferfeder
entsprechende Öffnungen, durch welche die Befestigungsvorsprünge 54 hindurch ragen.
Mit einem Schnappring 55, der hinter einen Bund der Befestigungsvorsprünge 54 greift,
wird dann die Schleiferfeder am Federträger gehalten.
[0023] Sämtliche in den Patentansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung dargestellten
technischen Einzelheiten können sich sowohl für sich als von beliebiger Kombination
miteinander erfindungswesentlich sein.
1. Drehpotentiometer, insbesondere zur Verwendung als Drehstellungsmeßfühler für die
Drehstellung einer Welle mit
- einem Gehäuse
- einem darin gehaltenen Widerstandsträger
- einem im Gehäuse drehbar gelagerten Federträger,
- einer am Federträger befestigten Schleiferfeder, die mit einer Widerstandsschicht
des Widerstandsträgers in schleifendem elektrischem Kontakt steht und
- Einrichtungen zur Koppelung der Welle mit dem Federträger, dadurch gekennzeichnet, daß der Federträger (4) zusätzlich gegenüber dem Widerstandsträger (3) pendelnd
gelagert ist, derart, daß seine Drehachse (16) gegenüber einer Senkrechten auf dem
Widerstandsträger einen spitzen Winkel einnehmen kann.
2. Drehpotentiometer nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der Federträger
(4) einen zentrisch zu seiner Drehachse (16) angeordneten, flexiblen Lagerzapfen (17)
aufweist.
3. Drehpotentiometer nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß der flexible Lagerzapfen
(17) in einer starren Lagerbuchse (5) gehalten ist, welche ihrerseits an dem Widerstandsträger
(3) befestigt ist.
4. Drehpotentiometer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerzapfen
(17) in axialer Richtung unverschiebar (mit geringem Spiel) in der Lagerbuchse (5)
gehalten ist.
5. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Lagerzapfen (17) axial verlaufende Schlitze (18) aufweist.
6. Drehpotentiometer nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerzapfen
(17) an seinem freien Ende einen radial abstehenden Vorsprung (19) aufweist, der an
der Stirnseite der Lagerbuchse (5) eingerastet ist.
7. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Federträger (4) an seiner dem Drehzapfen (17) gegenüberliegenden Seite eine Sackbohrung
(42) aufweist, in welche Mitnehmerstege (43, 44) hineinragen, wobei die Mitnehmerstege
(43, 44) derart hinterschnittene Anlageflächen (46, 48) haben, daß Mitnehmerflächen
der Welle auch bei einem Mittenversatz der Welle gegenüber der Drehachse (16) des
Federträgers (4) und/oder bei einer gegenüber der Drehachse gekippten Achse der Welle
an den Anlageflächen (46, 48) anliegen.
8. Drehpotentiometer nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmerstege
(43, 44) in etwa die Form eines dreiseitigen Prismas haben und daß die Kanten des
Prismas gegenüber einer eine Grundseite des Prismas und die Drehachse (16) einschließenden
Ebene unter einem spitzen Winkel geneigt sind.
9. Drehpotentiometer nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar anschließend
an die Anlageflächen (46, 48) der Mitnehmerstege (43, 44) die Sackbohrung radial
nach innen ragende Vorsprünge (50, 51) aufweist, deren radiale Ausdehnung kleiner
ist als die der Mitnehmerstege und daß diese Vorsprünge (50, 51) ebenfalls hinterschnitten
sind.
10. Drehpotentiometer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der spitze Winkel
der Kanten der Prismen in der Größenordnung von 3° liegt.
11. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der die Lagerbuchse (5) für den Federträger (4) haltende Widerstandsträger (3) in
einem Gehäuseeinsatz (Käfig 8) gehalten ist, welcher mit Federarmen (29), die beim
Einschieben des Käfigs (8) in das Gehäuse (1) gebogen werden, verspannt ist.
12. Drehpotentiometer nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
der Federträger (4) eine radiusförmige Fase (56) aufweist, deren Radius vom theoretischen
Zentrierpunkt bzw. Pendelpunkt des Lagerzapfens (17) ausgeht.