[0001] Die Erfindung betrifft eine bituminöse Dachbahn mit einer beidseitig mit Bitumen
beschichteten Trägereinlage und einem auf der Oberseite aufgebrachten Kunststoff-Vlies.
[0002] Bituminöse Dachabdichtungsbahnen, im folgenden kurz als Dachbahnen bezeichnet, bestehen
üblicherweise aus einer beidseitig mit Bitumen beschichteten Trägereinlage, die auf
der Oberseite und auf der Unterseite mit einer mineralischen Abstreuung versehen
ist. Auf geneigten Dächern mit einer Holzschalung sind derartige Dachbahnen jedoch
nur bedingt rutschsicher und stellen bei der notwendigen Begehung der Dachfläche
ein Sicherheitsrisiko dar.
[0003] Es sind Dachbahnen bekannt, die einseitig mit einm relativ dicken und schweren Kunststoff-Vlies
als mechanischer Schutzschicht kaschiert sind; die Kunststoff-Vliese weisen dabei
Flächengewichte in der Größenordnung von 200 bis 500 g/m² auf.
[0004] Es ist weiterhin bekannt, bituminöse Abdichtungsbahnen auf ihrer Ober- oder Unterseite
mit Erhebungen oder Vertiefungen zu versehen. Es hat sich jedoch als nachteilig herausgestellt,
daß das Bitumen, welches als Deckschicht für die Abdichtungsbahn Verwendung findet,
einem sehr starken kalten Fluß unterworfen ist. Bei den auf einem Dach vorkommenden
Temperaturen fließen die in die Oberfläche bituminösen Dachbahn eingeprägten Vertiefungen
oder Erhöhungen innerhalb weniger Monate zusammen und gleichen sich aus.
[0005] Es ist weiterhin auch bekannt, hochstandfeste Bitumenmassen herzustellen, die bei
den auf dem Dach vorkommenden Temperaturen, zum Beispiel bei Temperaturen bis 80°C,
auch über längere Zeit keinen Fluß aufweisen; diese Massen sind Mischungen aus Bitumen,
Füllstoffen, Kunstoff-Zusätzen und insbesondere Faserstoffen. Solche hocharmierten
Bitumenmassen lassen sich jedoch auf konventionellen Anlagen zur Dachbahnenerzeugung
nicht herstellen, da die Viskosität dieser Massen für die Verarbeitung auf diesen
Dachbahnenanlagen zu hoch ist.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine rutschsichere bituminöse Dachbahn vorzuschlagen,
die auf herkömmlichen Anlagen hergestellt werden kann und die ihre Rutschfestigkeit
auch über längere Zeit beibehält.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer bituminösen Dachbahn der eingangs beschriebenen Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Bitumenbeschichtung auf der Oberseite unter
Ausbildung wulst- oder noppenförmiger Vorsprünge strukturiert ist und daß das aufgebrachte
Kunststoff-Vlies im Bereich der Vorsprünge in die Bitumenbeschichtung eingebettet
ist, während es im Bereich zwischen den Vorsprüngen im wesentlichen auf der Bitumenschicht
aufliegt.
[0008] Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß eine solche Einbettung eines
Kunststoff-Vlieses nur im Bereich der wulst- oder noppenförmigen Vorsprünge der Bitumenschicht
diese Vorsprünge soweit stabilisiert, daß sie dauerhaft erhalten bleiben, auch bei
den hohen auf Dachoberflächen auftretenden Temperaturen. Die Rutschfestigkeit einer
solchen Dachbahn wird erheblich dadurch erhöht, daß auf der Oberseite der Dachbahn
nebeneinander Bereiche vorliegen, in denen das Kunststoff-Vlies mehr oder weniger
frei auf der Oberfläche des Bitumens aufliegt beziehungsweise in denen das Bitumen
in das Vlies soweit eindringt, daß das Bitumen bis zur Oberseite des Vlieses gelangt.
Diese abwechselnde Strukturierung erhöht die Rutschfestigkeit besonders, wobei die
wellige Struktur der Bitumenoberseite durch das Vlies auch über eine sehr lange Zeit
stabilisiert und fixiert wird.
[0009] Günstig ist es, wenn das Kunststoff-Vlies ein Polypropylen- oder Polyester-Vlies
mit einem Flächengewicht von 10 bis 50 g/m² ist. Es handelt sich somit um ein sehr
dünnes Vlies, welches der Struktur der Bitumenoberfläche folgen kann, so daß sich
die Struktur der Bitumenoberseite auch durch das dünne Kunststoff-Vlies hindurch zeigt.
[0010] Die Vorsprünge können vorzugsweise eine Höhne von 0,1 bis 1 mm und eine Breite von
1 bis 5 mm aufweisen. Es ist dabei vorteilhaft, wenn die Vorsprünge sich rippen- oder
wulst förmig im wesentlichen in Bahnlängsrichtung erstrecken.
[0011] Beispielsweise können auf eine Bahnbreite von 10 cm mindestens 10 Vorsprünge vorgesehen
sein.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Dicke des Kunststoff-Vlieses
geringer ist als die Höhe der Vorsprünge.
[0013] Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
einer rutschsicheren Dachbahn anzugeben, bei dem man die Trägereinlage beidseitig
mit erhitztem und dadurch fließfähigem Bitumen beschichtet und die Dachbahn abkühlt.
[0014] Diese Aufgabe wird bei dem genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
man vor dem Abkühlen die Oberseite der oberen Bitumenschicht zur Erzeugung der Vorsprünge
strukturiert, auf die strukturierte Oberseite des noch fließfähigen Bitumens einen
Kunststoff-Vlies auflegt und daß man die Dachbahn abkühlt, sobald das Kunststoff-Vlies
im Bereich der Vorsprünge, aber noch nicht dazwischen ins Bitumen eingetaucht ist.
[0015] Obwohl ein Hauptproblem der Strukturierung einer Bitumenoberseite darin liegt, daß
die Struktur verfließt, wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren trotzdem die Struktur
in einem Augenblick in die Oberseite der Bitumenschicht eingebracht, in dem das Bitumen
noch fließfähig ist. Dadurch, daß unmittelbar nach dem Aufbringen der Struktur, also
der Ausbildung der wulst- oder rippenförmigen Vorsprünge, ein dünnes Kunststoff-Vlies
auf die strukturierte Oberfläche des noch fließfähigen Bitumens aufgelegt wird, ergibt
sich eine Stabilisierung der Struktur der Bitumenoberfläche, die wahrscheinlich hauptsächlich
darauf beruht, daß das Kunststoff-Vlies zunächst im Bereich der Vorsprünge in die
Bitumenmasse eintaucht und damit die Vorsprünge im Bereich ihrer Außenfläche armiert.
Dadurch wird die Außenhaut gerade der Vorsprünge stabilisert, so daß beim nachfolgenden
Abkühlen die Außenstruktur des Bitumens erhalten bleibt. Dieses Verfahren ermöglicht
es, zur Herstellung der Dachbahn relativ fließfähiges Bitumen zu verwenden, wie es
üblicherweise auf Dachbahnenanlagen eingesetzt wird, es ist also nicht notwendig,
zur Erhaltung der Oberflächenstruktur besonders vorarmierte Bitumenmassens zu verwenden,
die auf den herkömmlichen Dachbahnenlagen nicht mehr verarbeitet werden könnten.
[0016] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Die Zeichnung zeigt eine
schematische Schnittansicht durch eine Dachbahn mit strukturierter Oberseite und
mit einem auf der Oberseite aufgebrachten Kunststoff-Vlies zur Stabilisierung der
Oberflächenstruktur.
[0017] Die in der Zeichnung dargestellte Dachbahn umfaßt eine Trägereinlage 1, die beispielsweise
als Glasvlies, Glasgewebe, Kunststoff-Vlies, Kunststoff-Gewebe oder Kunststoff-Folie
ausgebildet ist, wie dies bei Dachbahnen an sich üblich ist. Diese Trägereinlage 1
ist beidseitig mit einer Bitumenbeschichtung 2 beziehungsweise 3 versehen. Die dafür
verwendeten Beschichtungsmassen entsprechen denen, die herkömm lich für Dachbahnen
verwendet werden, beispielsweise kann eine der nachfolgend angegebenen Bitumenmassen
verwendet werden:
Rezeptur 1:
[0018] 80 Gewichtsprozent Bitumen 100/40
20 Gewichtsprozent Schiefermehl
Rezeptur 2 :
[0019] 88 Gewichtsprozent Bitumen B 200
12 Gewichtsprozent Styrolbutadien/Styrolkautschuk
Rezeptur 3 :
[0020] 65 Gewichtsprozent Bitumen B 200
15 Gewichtsprozent ataktisches Polypropylen
20 Gewichtsprozent Kalksteinmehl.
[0021] Die Trägereinlage 1 wird auf einer herkömmlichen Anlage zur Herstellung von Dachbahnen
beidseitig mit der Bitumenmasse beschichtet, wobei die Bitumenmasse zu diesem Zweck
soweit erwärmt wird, daß sie gut fließfähig ist.
[0022] Unmittelbar nach der Beschichtung der Trägereinlage wird die Oberseite der Bitumenbeschichtung
3 profiliert, beispielsweise durch geeignete Profilwalzen. Dadurch werden in der
Oberfläche wulst- oder noppenförmige Vorsprünge 4 ausgebildet, die sich beispielsweise
0,1 bis 1 mm über die Oberseite der Bitumenbeschichtung 3 erheben. Diese Vorsprünge
können bei wulst- oder rippenförmiger Ausbildung im wesentlichen parallel zur Bahnrichtung
verlaufen, es ist vorteil haft, wenn mindestens 10 derartige Wülste auf 10 cm Bahnbreite
kommen.
[0023] Unmittelbar nach der Profilierung der Oberseite der Bitumenbeschichtung 3 und der
Ausbildung der Vorsprünge 4 wird auf diese strukturierte Oberfläche ein dünnes Kunststoff-Vlies
5 aufgelegt, beispielsweise ein Polypropylen-Vlies oder ein Polyester-Vlies mit Flächengewichten
von 10 bis 50 g/m². Dieses Vlies hat eine Dicke, die vorzugsweise unter der Dicke
der Vorsprünge liegt. Das Kunststoff-Vlies 5 sinkt zunächst im Bereich der Vorsprünge
4 in die noch fließfähige Bitumenmasse der Bitumenbeschichtung 3 ein, während es
durch die Vorsprünge 4 noch im Abstand von der Oberseite der Bitumenbeschichtung 2
zwischen den Vorsprüngen 4 gehalten wird. Durch das Einsinken des Kunststoff-Vlieses
5 in die Vorsprünge 4 werden diese insbesondere in ihrem oberflächennahen Bereich
armiert und damit stabilisiert, so daß die Neigung des Bitumens zum Zusammenfließen
und damit zur Nivellierung der Strukturierung ganz erheblich herabgesetzt wird.
[0024] Sobald das Kunststoff-Vlies 5 im Bereich der Vorsprünge 4 zumindest teilweise eingebettet
ist, wird die Dachbahn in herkömmlicher Weise abgekühlt, wobei die durch das Kunststoff-Vlies
5 stabilisierte Profilierung der Oberfläche "eingefroren" wird, so daß sie erhalten
bleibt. Das Kunststoff-Vlies ist nach dem Abkühlen im Bereich der Vorsprünge 4 in
die Bitumenmasse eingebettet, und zwar vorzugsweise im Oberfächenbereich, während
das Kunststoff-Vlies in den dazwischenliegenden, tieferen Bereichen im wesentlichen
auf der Bitumenschicht aufliegt oder allenfalls geringfügig in diese eintaucht. In
der Zeichnung ist die Anordnung des Kunststoff-Vlieses 5 sehr schematisch dargestellt,
tatsächlich wird sich das Vlies nicht so genau an die profilierte Oberfläche der
Bitumenmasse halten, wie dies in der Zeichnung wiedergegeben ist.
[0025] Nach Abschluß des Herstellungsverfahrens zeigt die Oberfläche der Dachbahn nebeneinander
Bereiche, die im wesentlichen aus kunststoffarmiertem Bitumen beziehungsweise aus
einem nur leicht an die darunterliegende Bitumenschicht gebundenen, sonst völlig
freiliegenden Kunststoff-Vlies bestehen. Dadurch wird insgesamt die Rutschfestigkeit
einer solchen Bahn erheblich erhölt. Besonders vorteilhaft ist bei diesem Aufbau,
daß die Profilstruktur der Oberfläche auch dann erhalten bleibt, wenn die Bitumenmasse
durch Erhöhung der Temperatur aufgeweicht wird, da die Kunststoffarmierung im Bereich
der Vorsprünge insgesamt zu einer Viskositätserhöhung führt und damit einem Zerfließen
der Vorsprünge entgegenwirkt.
[0026] Im Gegensatz zu Dachbahnen, die mit relativ dicken Kunststoff-Vliesen kaschiert
sind, ist für die beschreibene Dachbahn wesentlich, daß das Kunststoff-Vlies so dünn
ausgebildet ist, daß es sich an die Struktur der profilierten Bitumenoberfläche anpaßt
und es dem Bitumen ermöglicht, im Bereich der Vorsprünge das Vlies soweit zu durchdringen,
daß and der Oberfläche faserarmierte Bitumenbereiche hervortreten, die durch die
nicht in das Bitumen entauchende Zwischenbereiche des Kunststoff-Vlieses voneinander
getrennt sind.
1. Bituminöse Dachbahn mit einer beidseitig mit Bitumen beschichteten Trägereinlage
und einem auf der Oberseite aufgebrachten Kunststoffvlies,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bitumenbeschichtung (3) auf der Oberseite unter Ausbildung wulst- oder
noppenförmiger Vorsprünge (4) strukturiert ist und daß das aufgebrachte Kunststoffvlies
(5) im Bereich der Vorsprünge (4) in die Bitumenbeschichtung (3) eingebettet ist,
während es im Bereich zwischen den Vorsprüngen (4) im wesentlichen auf der Bitumenbeschichtung
(3) aufliegt.
2. Dachbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffvlies (5) ein
Polypropylen-Vlies oder ein Polyester-Vlies mit einem Flächengewicht von 10 bis 50
g/m² ist.
3. Dachbahn nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge
(4) eine Höhe von 0,1 bis 1 mm und eine Breite von 1 bis 5 mm aufweisen.
4. Dachbahn nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge (4) sich rippen-
oder wulstförmig im wesentlichen in Bahnlängsrichtung erstrecken.
5. Dachbahn nach einem voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
10 Vorsprünge (4) auf 10 cm Bahnbreite vorgesehen sind.
6. Dachbahn nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dicke des Kunststoff-Vlieses (5) geringer ist als die Höhe der Vorsprünge (4).
7. Verfahren zur Herstellung einer Dachbahn gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, bei
dem man die Trägereinlage beidseitig mit erhitztem und dadurch fließfähigem Bitumen
beschichtet und die Dachbahn abkühlt, dadurch gekennzeichnet, daß man vor dem Abkühlen
die Oberseite der oberen Bitumenbeschichtung zur Erzeugung der Vorsprünge strukturiert,
auf die strukturierte Oberseite des noch fließfähigen Bitumens ein Kunststoff-Vlies
auflegt und daß man die Dachbahn abkühlt, sobald das Kunststoff-Vlies im Bereich der
Vorsprünge, aber noch nicht dazwischen in das Bitumen eingetaucht ist.