[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbessern der Standfestigkeit
von Masten aus chemisch bzw. mikrobiologisch angreifbaren Materialien. Es eignet sich
zum Verbessern der Standfestigkeit von Licht- und Signalmasten, Masten für Verkehrs-
oder Hinweisschilder, Leitungsmasten für die Übertragung von Energie oder Nachrichten,
wie Strommasten, Telefon- oder Telegraphenmasten und dergl.
[0002] Zum Verbessern der Standfestigkiet von Masten ist es bisher üblich, die Masten mit
einem Schutzanstrich zu versehen, der bei Masten aus Eisen bzw. Stahl aus einem korrosionsverhindernden
Material und bei Holzmasten beispielsweise aus einem fäulnisverhütenden Material besteht.
Es hat sich aber gezeigt, daß insbesondere an der Bodenberührungsstelle, aber auch
innerhalb des Erdreichs, Korrosion bzw. Fäulnis zu beobachten ist, wodurch die Standfestigkeit
der Masten beeinträchtigt wird. Sind die Masten erst einmal angegriffen, so läßt sich
die weitere Korrosion bzw. Fäulnis nur noch unter hohem Aufwand beseitigen, sodaß
im allgemeinen eine Erneuerung der Masten erforderlich ist.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, mit dem sowohl
neue als auch bereits bestehende Masten saniert werden können, sodaß ihre Standfestigkeit
wesentlich verbessert wird.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs angegebenen
Merkmale. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich für alle Masten, die durch chemische oder
mikrobiologische Umwelteinflüsse geschädigt werden können, beispielsweise durch Korrosion
von Metallmasten, z. B. aus Eisen oder Stahl, oder durch Fäulnis, Pilzwachstum und
dergl. bei Masten aus Holz. Das Verfahren eignet sich zur Behandlung neuer Masten,
die in den Boden eingebracht werden sollen, aber auch zur Behandlung von bereits
im Boden stehenden Masten, bei denen es lediglich erforderlich ist, den Boden bis
zu der für die Behandlung nötigen Tiefe auszuheben, die im allgemeinen weniger als
etwa 1 m beträgt.
[0006] Durch das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich die Standfestigkeit von Masten erheblich
verbessern. Es hat sich gezeigt, daß bereits bestehende Masten, die durch Korrosion
oder Fäulnis erheblich geschädigt waren, durch das erfindungsgemäße Verfahren in
ihrer Standfestigkeit soweit verbessert werden konnten, daß sie an die Standfestigkeit
neuer Masten heranreichte oder diese sogar übertrafen. Dadurch kann in vielen Fällen
auf eine Erneuerung von Masten verzichtet werden, was eine erhebliche Einsparung bedeutet.
[0007] Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens hat es sich im allgemeinen
als zweckmäßig erwiesen, die Masten zunächst mit einem korrosions- bzw. fäulnishemmenden
Schutzanstrich zu versehen. Aber auch ohne Anbringung eines Schutzanstrichs wird
die Standfestigkeit bereits erheblich verbessert. Der Schutzanstrich kann aus den
hierfür üblichen Materialien bestehen, beispielsweise aus Bleimennige, Zinkchromat
bzw. -phosphat bei Eisen- oder Stahlmasten, oder aus den üblichen Holzschutzmitteln
bei Holzmasten, wie beispielsweise Kresol, Xylamon und dergleichen.
[0008] Die Masten werden in der Umgebung der Bodenberührungsstelle, d. h. in der Umgebung
der Linie, an der der Mast aus dem Boden bzw. der Erde herausragt, mit einer Binde
umwickelt, die aus einer Fasermatte aus einem Fasergeflecht besteht. deren Breite
etwa 5 bis 50 cm, insbesondere etwa 10 bis 30 cm und besonders bevorzugt etwa 10 cm
beträgt. Die Binde wird entweder Windung für Windung aneinander anstoßend oder einander
überlappend um den Mast gewickelt. Dabei wird die Wicklung vorzugsweise von unten
nach oben geführt. Im allgemeinen wird ein Bereich beiderseits der Bodenberührungsstelle
von etwa 50 cm nach oben und unten, von der Bodenberührungsstelle aus gerechnet,
mit der Binde umwickelt, vorzugsweise ein Bereich von etwa 30 cm nach oben und unten.
[0009] Die Binde wird entweder vor dem Umwickeln des Mastes oder danach mit einem härtenden
wasserbeständigen Kunststoff getränkt.
[0010] Bevorzugt wird ein Polyurethan oder ein Steinkohlenteerpechexpoxid verwendet.
[0011] Nach dem Erhärten des Kunststoffs, beispielsweise nach etwa 3 Stunden kann der Mast
an Ort und Stelle eingesetzt werden bzw. falls der Mast bereits an seinem vorgesehenen
Platz steht, kann der vorher teilweise freigelegte Mast wieder im Boden verankert
bzw. mit Erdreich verfüllt und verdichtet werden.
[0012] Die erfindungsgemäß behandelten Masten weisen eine erhöhte Standfestigkeit auf, insbesondere
nach längeren Standzeiten. Dabei wird die Standfestigkeit wie folgt ermittelt:
[0013] Zunächst wird mittels Ultraschall untersucht, wie groß die mittlere Materialdicke
des Mastes in seinem gefährdeten Bereich ist. Aus der Dicke bezogen auf die ursprüngliche
Materialdicke wird ein Prozentsatz errechnet, der die tatsächliche Standfestigkeit
von kleiner als 100 % angibt. Ein repräsentativer Mast mit diesem relativen Prozentsatz
wird unter definierten Bedingungen in im Boden eingesetzter Lage umgezogen und die
dabei aufgewendete Kraft gemessen.
[0014] Bei einem anderen Masten mit gleicher verringerter Standfestigkeit wird das erfindungsgemäße
Verfahren angewendet. Der solchermaßen bandagierte Mast wird ebenfalls umgezogen (unter
definierten Bedingungen) und die hierbei aufzuwendende Kraft ermittelt. Diese Kraft
kann dann manchmal höher sein, als jene Kraft, die erforderlich ist, einen neu eingesetzten
Mast mit 100 % Standfestigkeit umzuziehen.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend durch Beispiele näher erläutert, wobei alle in den
Beispielen enthaltenen Merkmale als erfindungswesentlich angesehen werden.
Beispiel 1
[0016] Ein Mast, bestehend aus Stahlrohr wird mit einem Schutzanstrich aus passivierenden
Korrosionsschutz vershen. Nach dem Trocknen des Schutzanstrichs wird der Mast an der
vorgesehenen Bodenberührungsstelle von bis 1,0 m vom unteren Ende aus gesehen in einer
Höhe von insgesamt 150 cm mit einer Binde umwickelt, die aus einer Matte aus einem
Glasfasergeflecht mit einem Flächengewicht von bis 250g/m² und einer Breite von bis
20 cm besteht. Die Binde war vor dem Umwickeln mit Steinkohlenteerpechepoxid getränkt
worden, und zwar mit einer Menge von @is 600 g/m².
[0017] Der Mast hatte nach einer Standzeit von 5 Jahren eine Standfestigkeit von 100 %.
während ein nur mit einem Schutzanstrich versehener Vergleichsmast ohne Binde nach
der gleichen Standzeit nur eine Standfestigkeit von 70 % aufwies.
Beispiel 2
[0018] Ein üblicher Stahlrohrmast , der bereits eine Standzeit von 5 Jahren hinter sich
hatte, wurde nach Entfernung der äußerlichen Korrosionsspuren mit einem Schutzanstrich
aus passivierenden Korrosionsschutz versehen und nach dem Trocknen des Schutzanstrichs
mit der gleichen Binde wie in Beispiel 1 in gleicher Weise umwickelt. Nach einer
weiteren Standzeit von 5 Jahren ergab sich eine Standfestigkeit von 100 %, während
ein unbehandelter Vergleichsmast leiglich eine Standfestigkeit von 70 % aufwies.
1. Verfahren zum Verbessern der Standfestigkeit von Masten aus chemisch bzw. mikrobiologisch
angreifbaren Materialien,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) zunächst gegebenenfalls mit einem chemisch bzw. mikropassivierenden Schutzanstrich
versehen werden und nach dem Trocknen des Schutzanstrichs
b) in der Umgebung der Bodenberührungsstelle mit einer aus einer Fasermatte bestehenden
Binde umwickelt werden, die
mit einem härtenden feuchtigkeitsbeständigen Kunststoff getränkt wird.
2. Verfahren nach Anspruchl, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasermatte aus einem
Gewebe aus Glas, Nylon, Perlon,
besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der härtende feuchtigkeitsbeständige
Kunststoff aus einem Zweikomponentensystem mit einer feuchtigkeitshärtenden und/oder
einer wärmehärtenden Komponente besteht.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der härtende feuchtigkeitsbeständige
Kunststoff aus Steinkohlenteerpechepoxid oder Polyurethan besteht.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der Binde etwa
3 bis 30 cm beträgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der Binde etwa
5 bis 15 cm beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Binde im Bereich der
Bodenberührungsstelle von etwa 50 cm unterhalb bis etwa 50 cm oberhalb der Bodenberührungsstelle
um den Mast gewickelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Binde im Bereich der
Bodenberührungsstelle von etwa 30 cm unterhalb bis etwa 30 cm oberhalb der Bodenberührungsstelle
um den Mast gewickelt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Binde im Bereich der
Bodenberührungsstelle von unten nach oben um den Mast gewickelt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Korrosionsschutz aus
einem Anstrich aus Bleimennige, Zinkchromat, Zinkphosphat oder Zinkstaubfarbe besteht.