[0001] Die Erfindung betrifft einen akustoelektrischen Wandler mit einem Spulenwindungen
tragenden Tragkörper, insbesondere einem in sich schwingenden Hohlkörper mit gekrümmter
Oberfläche, wie einer magnetostriktiven Kugel.
[0002] Ein gattungsgemäßer akustischer Wandler ist aus der EP-A-0 177 383 bekannt, auf die
vollinhaltlich verwiesen wird. Die Druckschrift zeigt einen omnidirektionalen, also
in alle Richtungen abstrahlenden elektroakustischen Wandler mit einem in bevorzugter
Ausgestaltung kugelförmigen Körper aus magnetostriktiven Material, der sich in einem
Magnetfeld zusammenziehen und ausdehnen kann und damit in einem geeigneten modulierten
Feld durch seine Bewegung Luftschwingungen erzeugen und damit als Lautsprecher dienen
kann. In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der magnetostriktive als Tragkörper
für eine das modulierte Magnetfeld erzeugende Spulenwicklung in Form von auf dem Tragkörper
eng gewickelten Wicklungen aus Kupferrunddraht. Es hat sich gezeigt, daß diese Ausgestaltung
insofern nicht optimal ist, als der Kupferdraht den magnetostriktiven Körper praktisch
fest einschnürt und damit dessen Verschwingungsverhalten beeinflußt und dämpft. Andere
bekannte Ausgestaltungen, bei denen der magnetostriktive Körper selbst als Leiter
für den das Magnetfeld erzeugenden Strom dient, können nur bei kleinen Körpern eingesetzt
werden, die insbesondere bei tiefen Frequenzen nur schwierig die gewünschte Lautstärke
(Amplitude) erreichen lassen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den bekannten Wandler unter Vermeidung
der genannten Vorteile dahingehend weiterzuentwickeln, daß bei einfacher Aufbringung
der Spulenwindungen eine gleichmäßige Verteilung der Modulationsenergie ohne Beeinträchtigung
des Schwingungsverhaltens des magnetostriktiven Körpers erreicht wird, insbesondere
Wandler großer Dimensionen, und daher geeignet für tiefe Frequenzen, erhältlich sind.
[0004] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe bei einem akustoelektrischen Wandler der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die Spule als ein quer zur Laufrichtung
in sich gewelltes Band aus Flachmaterial auf den Tragkörper aufgelegt ist. Mit dem
zur Laufrichtung gewellten Band ist zunächst gemeint, daß die Wellen und Täler des
gewellten Bandes sich quer zur Laufrichtung desselben erstrecken und in Laufrichtung
miteinander abwechseln. Durch die Erfindung wird insbesondere eine optimal gleichmäßige
Verteilung der Modulationsenergie erreicht. Das leitfähige Bändchen kann leicht mit
dem Tragkörper mitschwingen. Das gewellte Band liegt nur mit seinen Wellentälern auf
dem Tragkörper auf, während es sich zwischen den entsprechenden Auflagelinien frei
erstreckt. Wenn der magnetostriktive Tragkörper sich zusammenzieht, so werden die
Wellenberge leicht erhöht und verschmälert, wenn der Körper expandiert, werden die
Wellenberge flacher, das Band beeinträchtigt aber die Bewegung des magnetostriktiven
Körpers selbst in keiner Weise, da es völlig flexibel nachgibt, ohne größere eigene
Rückstellkräfte auszuüben. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Band aus Kupfermaterial
besteht, was einerseits die geeigneten erwünschten elastomechanischen Eigenschaften
- nämlich flexibel verformbar, aber ohne eigene starke elastische Rückstellkräfte
- aufweist und darüberhinaus auch aufgrund eines geringen spezifischen Widerstandes
in elektrischer Hinsicht das geeignete Material ist. Aluminium weist zwar gegenüber
Kupfer eine etwas geringere aber noch sehr gute Leitfähigkeit auf, es hat aber eine
geringere Masse und ein Bändchen aus diesem Material und beeinflußt daher noch weniger
das Schwingen der magnetostriktiven Kugel als ein Kupferbändchen.
[0005] Das Bändchen kann leicht aufgebracht werden. Es hat sich herausgestellt, daß insbesondere
bei größeren Wandlern mit Durchmessern im Bereich von einigen Dezimetern das Flach-Material
das geeignete Material ist, unter anderem deswegen, weil es sich nicht verdrillt.
Das gewellte Flachband paßt sich aufgrund seiner Querwellung optimal dem zweifach
gekrümmten Tragkörper, wie insbesondere einer Kugel, aber auch einem Rotationsellipsoid
mit gekrümmter Erzeugender an. Es kann in der gewellten Form bequem auf größere Körper
mit gekrümmter Oberfläche aufgebracht werden, wie insbesondere einer Kugel, da es
sich an die gekrümmte Form aufgrund der Querwellen anpassen kann. Es beinhaltet bei
derartigen größeren Schwingkörpern mit Dimensionen im Bereich mehrerer Dezimeter und
mehr die einzig praktikable Lösung. Wenn gewellte Leiterbahnen auch auf den Tragkörper,
insbesondere einer Kugel lediglich aufgewickelt oder gegebenenfalls in beliebiger
Weise festgehalten werden können, so sieht eine bevorzugte Ausgestaltung vor, daß
das Band auf dem Tragkörper aufgeklebt ist. Das gewellte Band wird dabei nur im Bereich
seiner Wellentäler mit dem Tragkörper verklebt, während die Wellenberge sich frei
vom Tragkörper abheben, so daß sie der oben erwähnten Verformung ohne weiteres unterliegen
können. Zum Festkleben gibt es verschiedene Möglichkeiten. In bevorzugter Ausgestaltung
ist das gewellte Band selbst rückseitig mit einer Klebstoffschicht, beispielsweise
in Form eines doppelseitigen Klebebandes, also eines Klebebandes, das auf beiden
Seiten mit Klebstoff beschichtet ist, versehen. Stattdessen kann auch vorgesehen sein,
daß der Tragkörper mit Klebstoff versehen ist, ggfls. auch in Form eines doppelseitigen
Klebebandes. Auch könnten das gewellte Leitungsband und/oder der Tragkörper mit einer
thermoplastischen Schicht versehen sein, woraufhin das gewellte Leitungsband unter
Erwärmung auf den Tragkörper aufgebracht wird, so daß es nach Abkühlung und damit
Erstarren der thermoplastischen Schicht fest mit dem Tragkörper verbunden ist. Die
Breite des gewellten Leitungsbandes kann grundsätzlich in breiten Bereichen gewählt
werden und hängt bei vorgegebener Stärke des Materials von Wicklungslänge, gewünschter
Impedanz und gewünschter Windungszahl ab. In bevorzugter Weise ist vorgesehen, daß
die Breite des gewellten Bandes zwischen 0,5 bis 2,0 Prozent des Durchmessers des
Tragkörpers liegt, wobei typische Breiten zwischen 5 und 10 mm liegen können. Der
Abstand der Windungen sollte - ohne gegenseitige Berührung - so gering wie möglich
gewählt werden, um elektromagnetische Kopplungsverluste zu vermeiden oder weitgehend
zu reduzieren. In der Praxis sind je nach Kugelgröße Abstände in der Größenordnung
eines Millimeters und weniger durchaus erreichbar.
[0006] Durch die Erfindung wird erreicht, daß sowohl die induktive magnetische Koppelung
zwischen der Kugel und diesem Modu lationsbändchen maximal ist und gleichmäßig über
die gesamte Oberfläche verteilt werden kann und daß die induktiven Koppelungsverluste
bei den tieferen Frequenzen weitgehend vermieden werden als auch, daß die Impedanz
auf einen gewünschten Wert, beispielsweise 4 Ohm, gebracht werden kann. Diese Ziele
wären durch einen Runddraht nicht verwirklichbar, der entweder zu hohe Impedanz oder
bei starker Ausführung aufgrund eben seiner Stärke - eine schlechte Koppelung und
Verluste bedingen würde. Das Band ist auf der magnetostriktiven Kugel über eine Isolierschicht
(Klebstoff usw.) aufgebracht und schwingt mit dieser mit, ohne ihr Schwingungsverhalten
irgendwie zu beeinträchtigen. Falls ein höherer Widerstand des Spulenbandes gewünscht
wird, kann auch anderes leitfähiges Material als das an sich geeignete Kupfer, beispielsweise
insbesondere Nickel eingesetzt werden.
[0007] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus
der nachfolgenden Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel des akustoelektrischen
Wandlers unter Bezugnahme auf die Zeichnung im einzelnen erläutert ist. Dabei zeigt:
Figur 1 Eine Seitenansicht des gesamten elektroakustischen Wandlers mit schematischer
Darstellung der Leiterführung; und
Figur 2 eine vergrößerte Darstellung des beim erfindungsgemäßen Wandlers verwendeten
gewellten Leiter.
[0008] Der erfindungsgemäße akustische Wandler 1 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel
einen kugelförmigen Tragkörper 2 auf, der aus magnetostriktivem Material, wie einer
Nickel-Kobalt-Legierung mit einem hohen Nickelanteil besteht oder aber eine Schicht
aus solchem Material auf einem isolierenden elastischen Träger aufweist. Auf diesem
Trag körper 2 ist elektrisch isoliert ein Leiter in Form eines quer gewellten leitenden
Bandes 3 aufgebracht. Insofern zeigt die Fig.1 eine schematische Darstellung der Führung
und Wellung des Bändchens, das als solches ausschnittsweise in der Fig.2 dargestellt
ist. Die Isolierung kann durch eine auf der Rückseite des gewellten leitenden Bandes
3 aufgebrachten Befestigungsschicht 4 gebildet sein. Die Schicht 4 kann eine Klebstoffschicht,
beispielsweise in Form eines doppelseitig klebenden Klebebandes sein. Es kann sich
auch um eine Thermoplastschicht handeln, mittels der das gewellte Band 3 unter erhöhter
Temperatur auf dem Tragkörper 2 befestigt wird.
[0009] Alternativ kann der Tragkörper 2 auch direkt mit einer isolierenden Schicht, ebenfalls
in Form einer Thermoplastschicht oder einer Klebschicht, ggfls. in Form eines aufgewickelten
beidseitig klebenden Klebebandes versehen sein, worauf dann ein gewelltes Leitungsband
3 ohne eigene rückwärtige Befestigungsschicht aufgebracht und derart festgelegt
wird. Das Leitungsband 3 besteht bevorzugt aus Kupfer. Das Leitungsband 3 wird auf
dem Tragkörper 2 in der aus Fig.1 ersichtlichen Weise aufgewickelt, wobei es aufgrund
seiner gewellten Ausgestaltung sich an die Kontur des Tragkörpers 2, die grundsätzlich
beliebig sein kann, leicht und einfach anpaßt. Darüberhinaus ist das gewellte Band
3 nachgiebig, so daß es sich bei den Schwingungen des Tragkörpers 2, die aus einer
Radiusvergrößerung bzw. Verkleinerung bestehen, flexibel anpaßt, so daß keine Spannungen
auftreten und insbesondere das Schwingungsverhalten des Körpers 2 durch die durch
den elektrischen Leiter 3 gebildete Spule in keiner Weise beeinträchtigt wird. Bei
Einsatz des erfindungsgemäßen akustischen Wandlers als Lautsprecher werden die Enden
6,7 des gewellten Bandes 3 an einer die geeignete modulierte Spannung liefernde Spannungsquelle
8 angeschlossen, ggfls. über Impedanzwandler und unter Vorsehung sonstiger geeigneter
elektronischer Komponenten, wie sie in der EP-A-0 177 383 erörtert sind.
[0010] Das gewellte Band weist eine derartige Breite auf, daß es mit einer genügenden Anzahl
voneinander elektrisch ge trennter, also einen Abstand zueinander aufweisender Windungen
auf dem Träger 2 aufgebracht werden kann. Demgemäß liegt die Breite des Bandes vorzugsweise
im Bereich von 0,5 bis 2 Prozent des Durchmessers eines Rotationskörpers, vorzugsweise
einer Kugel, beispielsweise bei einem Tragkörper für einen den üblichen Frequenzbereich
von tiefen bis zu hohen Tönen abdeckenden Lautsprecher mit einem Tragkörperdurchmesser
in der Größenordnung von einigen Dezimetern im Bereich von 5 bis 10 mm.
1. Akustoelektrischer Wandler mit einem Spulenwindungen tragenden Tragkörper, insbesondere
einem in sich schwingenden Hohlkörper mit gekrümmter Oberfläche, wie einer magnetostriktiven
Kugel, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule als ein quer zur Laufrichtung in sich
gewelltes Band (3) aus Flachmaterial auf den Tragkörper (2) aufgelegt ist.
2.Wandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Band (3) auf dem Tragkörper
(2) aufgeklebt ist.
3. Wandler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das gewellte Band (3) rückseitig
eine Klebstoffschicht (4) aufweist.
4. Wandler nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragkörper (2)
mit Klebstoff versehen ist.
5. Wandler nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufkleben
des Spulenbandes ein doppelseitiges Klebeband vorgesehen ist.
6. Wandler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschicht
des gewellten Spulenbandes (3) aus Kupfer besteht.
7. Wandler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschicht
des gewellten Spulenbandes (3) aus Nickel besteht.
8. Wandler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitschicht
des gewellten Spulenbandes (3) aus Aluminium besteht.
9. Wandler nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das gewellte
Band (3) eine Breite von 5 bis 10 mm aufweist.
10. Wandler nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite
des gewellten Bandes (3) zwischen 0,5 bis 2,0 Prozent des Durchmessers des Tragkörpers
(2) liegt.