[0001] Die Erfindung betrifft ein Verankerungsteil für Fassadenplattenanker, mit einem in
einer Aussparung einer Fassadenplatte angeordneten, mit einem Ankeroberteil des Fassadenplattenankers
verbindbaren horizontalen Tragbolzen, der aus Baustahl besteht, eine Edelstahlhülse
aufweist und an seinen beiden über die Aussparung hinaus in die Fassadenplatte ragenden
Enden jeweils mit einem im wesentlichen senkrechten Stabanker verbunden ist.
[0002] Fassadenplattenanker dienen dazu, Fassadenplatten in geringem Abstand vor Außenwänden
von Bauwerken abzuhängen. Das Ankeroberteil, das an der Außenwand des Bauwerks befestigt
wird, ist üblicherweise längenverstellbar. Auf diese Weise kann die jeweils an mindestens
zwei Fassadenplattenankern abgehängte Fassadenplatte vertikal ausgerichtet werden.
Eine horizontale Verstellmöglichkeit ist dadurch gegeben, daß das Ankeroberteil, das
üblicherweise eine den Tragbolzen umgreifende Öse aufweist, horizontal auf dem Tragbolzen
verschoben werden kann.
[0003] Bei einem bekannten Verankerungsteil der eingangs genannten Gattung (DE-A- 36 08
953) besteht der Tragbolzen aus Baustahl, der nicht korrosionsbeständig ist. Um die
in der Aussparung der Fassadenplatte freiliegende Oberfläche des Tragbolzens dauerhaft
gegen Korrosion zu schützen, ist der Tragbolzen in diesem Bereich von einer Edelstahlhülse
umgeben, die mit ihren beiden Enden beiderseits der Aussparung in die Fassadenplatte
reicht. Dadurch wird eine erhebliche Einsparung des teuren Materials Edelstahl im
Vergleich zu einer vollständig aus Edelstahl bestehenden Ausführung des Tragbolzens
erreicht.
[0004] Der Tragbolzen dieses bekannten Verankerungsteils für einen Fassadenplattenanker
ragt mit seinen beiden Enden so weit in das beiderseits der Aussparung liegende Material
der Fassadenplatte hinein, daß die beiden Enden des Tragbolzens dort im wesentlichen
biegesteif eingespannt sind. Der bekannte Tragbolzen bildet somit statisch einen an
beiden Enden eingespannten Träger. Damit wird zwar erreicht, daß im Vergleich zu einem
Träger auf zwei Stützen bei der Aufnahme gleicher Kräfte nur eine kleinere Querschnittsfläche
benötigt wird. Senkrechte Stabanker, die die beiden Enden des Tragbolzens umgreifen,
leiten die senkrechten Tragkräfte in die Fassadenplatte ein.
[0005] Es hat sich aber gezeigt, daß bei dem beim bekannten Fassadenplattenanker vorliegenden
Belastungsfall eines an beiden Enden biegesteif eingespannten Trägers am Übergang
in die Fassadenplatten eine so hohe Verformung des Tragbolzens erfolgt, daß dort unzulässig
hohe Spannungsspitzen im Material der Fassadenplatte auftreten. Diese führen zu Rissen
und Ausbrüchen an der Fassadenplatte, so daß an dieser Stelle Feuchtigkeit eindringen
kann, die über die Enden der Edelstahlhülse hinaus bis zu den aus Baustahl bestehenden
und deshalb korrosionsanfälligen Teilen gelangen kann.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verankerungsteil für Fassadenplattenanker
der eingangs genannten Gattung so auszubilden, daß bei geringem Materialbedarf an
korrosionsbeständigem Edelstahl an der Eintrittsstelle des Tragbolzens in das Material
der Fassadenplatte keine unzulässig hohen Verformungen und somit Schäden auftreten.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die senkrechten Stabanker
jeweils an einer Stirnfläche des Tragbolzens angeschweißt sind.
[0008] Der Tragbolzen ist hierbei statisch als Träger auf zwei Stützen ausgeführt, der im
wesentlichen ohne biegesteife Einspannung seiner beiden Enden in der Fassadenplatte
aufgenommen ist. Die hierbei am Eintritt des Tragbolzens in das Material der Fassadenplatte
auftretenden Verformungen sind so gering, daß keine Überbeanspruchung des Materials
der Fassadenplatte erfolgt. Deshalb genügt es, wenn die Edelstahlhülse nur um einen
verhältnismäßig geringen Betrag in das Material der Fassadenplatte hineinragt, da
dann bereits ein ausreichender Korrosionsschutz der aus Baustahl bestehenden Teile
gewährleistet ist.
[0009] Die über den Tragbolzen eingeleitete Tragkraft wird von dessen Enden unmittelbar
nach unten durch die senkrechten Stabanker übernommen und in die Fassadenplatte eingeleitet.
Die seitlichen Abmessungen des Verankerungsteils sind verhältnismäßig gering, so daß
das Verankerungsteil auch nahe an den senkrechten Seitenrändern der Fassadenplatte
eingesetzt werden kann. Da an den Enden des Tragbolzens praktisch keine Biegekräfte
zu übertragen sind, genügt für die Verbindung mit den senkrechten Stabankern eine
einfache und leicht herzustellende Schweißverbindung.
[0010] Es ist zwar bekannt, den Tragbolzen eines Verankerungsteils eines Fassadenplattenankers
als verhältnismäßig kurzen Träger auf zwei Stützen auszuführen (DE-A- 34 11 003).
Der Tragbolzen wird hierbei an seinen beiden Enden jeweils von einer Öse umgriffen,
die mit einem senkrechten Stabanker in der Fassadenplatte verbunden ist. Hierbei ragen
die Enden des Tragbolzens aber nicht in die seitlichen Wände der Aussparung; die die
Enden des Tragbolzens umgreifenden Ösen liegen vielmehr in der Aussparung frei und
müssen deshalb ebenso wie der gesamte Tragbolzen aus korrosionsbeständigem Edelstahl
ausgeführt werden.
[0011] Es ist auch bekannt (EP 144 784), zur Befestigung eines Fassadenplattenankers in
einer Aussparung der Außenwand eines Bauwerks einen horizontalen Tragbolzen aus Edelstahl
vorzusehen, der als Vollzylinder oder als Rohr ausgebildet sein kann und mit seinen
Enden in die seitlichen Wände der Aussparung ragt. Bei der Ausführung als Vollzylinder
ist der Tragbolzen mit seitlichen Verankerungseisen verbunden, die teilweise freiliegen
und deshalb ebenfalls korrosionsbeständig ausgeführt sein müssen. Bei der Ausführung
als Rohr kann ein Bewehrungsstab in das Rohr eingelegt sein, wobei die Enden dieses
Bewehrungsstabes nach oben und hinten in die Wand abgewinkelt sind. Der Durchmesser
dieses Bewehrungsstabes ist jedoch sehr klein gegenüber dem Durchmesser des Rohres.
Das aus Edelstahl bestehende Rohr muß mit so großer Wanddicke ausgeführt sein, daß
es die aufzunehmenden Belastungen trägt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß der Tragbolzen
und die Edelstahlhülse gleich lang sind. Dadurch wird einerseits eine sehr einfache
Längenfixierung der Edelstahlhülse auf dem Tragbolzen erreicht, weil die sich an beiden
Enden anschließenden senkrechten Stabanker die Edelstahlhülse halten. Andererseits
wird Material gespart, weil der Tragbolzen und die Edelstahlhülse nur um ein verhältnismäßig
geringes Maß in das Material der Fassadenplatte hineinragen. Deshalb können der Tragbolzen
und die Edelstahlhülse mit verhältnismäßig großem Durchmesser ausgeführt werden, ohne
daß dadurch der Materialverbrauch zu groß wird.
[0013] Da die Edelstahlhülse kein tragendes Bauteil darstellt, kann sie mit geringer Wanddicke,
vorzugsweise in der Größenordnung von 0,1 bis 0,02 des Durchmessers des Tragbolzens
ausgeführt werden. Der Verbrauch an teurem Edelstahl ist dadurch sehr gering.
[0014] Besonders günstig ist es, wenn in Weiterbildung des Erfindungsgedankens die an den
Stirnflächen des Tragbolzens angeschweißten Enden abgeplattet sind und dort flächig
anliegen. Dadurch ergibt sich eine günstige, nämlich angenähert rechtwinklige Querschnittsform
der seitlichen Schweißnähte. Der Schweißnahtgrund ist hierbei nicht spitzwinklig wie
bei einem angeschweißten runden Stab. Deshalb wird durch die Abplattung erreicht,
daß auch bei verhältsnismäßig kurzer Schweißnahtlänge eine ausreichend feste und sichere
Schweißverbindung zwischen dem Stabanker und der Stirnfläche des Tragbolzens sichergestellt
ist.
[0015] Die Erfindung betrifft auch eine mit einem solchen Verankerungsteil ausgestattete
Fassadenplatte, die an ihrer Rückseite eine Aussparung aufweist, in deren beide seitliche
Wände der Tragbolzen des Verankerungsteils mit seinen Enden ragt; die Fassadenplatte
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der in die seitlichen Wände
ragenden Enden des Tragbolzens jeweils etwa 1,5 bis 3,0 cm beträgt.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend erläutert und ist in der Zeichnung
dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 einen Fassadenplattenanker in einem senkrechten Schnitt mit einer daran aufgenommenden
Fassadenplatte,
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht eines Verankerungsteils für einen Fassadenplattenanker, wobei
die Edelstahlhülse im Schnitt dargestellt ist, und
Fig. 4 eine Stirnansicht des Verankerungsteils nach Fig. 3.
[0018] Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Fassadenplattenanker weist ein Ankeroberteil
1 auf, das als ein aus Blech bestehender Rahmen ausgeführt ist, der eine Aussparung
2 aufweist. Die Aussparung 2 greift an ihrem oberen Ende über eine Dübelschraube 3,
die zur Befestigung des Fassadenplattenankers an einer Außenwand 4 eines Bauwerks
dient. Der untere Abschnitt des Ankeroberteils 1 bildet eine Hülse 5, durch die ein
als Gewindestab ausgebildetes Spannteil 6 gesteckt ist. Mittels einer Mutter 7 kann
das Spannteil gegenüber dem Ankeroberteil 1 verstellt werden. Am unteren Ende des
Spannteils 6 ist eine Öse 8 angeordnet, die sich in einer Aussparung 9 an der Rückseite
einer Fassadenplatte 10 befindet, die im Abstand vor der Außenwand 4 abgehängt ist.
[0019] Ein Tragbolzen 11, der aus Baustahl besteht, trägt eine Edelstahlhülse 12 von gleicher
Länge. Auf der Edelstahlhülse 12 sind Seitenscheiben 13 in solchem Abstand zueinander
befestigt, daß sie in den Seitenwänden 14 der Aussparung 9 liegen, in die die Enden
des Tragbolzens 11 ragen.
[0020] Wie man besonders deutlich aus Fig. 3 erkennt, ist der Tragbolzen 11 an seinen beiden
Stirnflächen 16 jeweils mit einem senkrechten Stabanker 17 verschweißt. Die senkrechten
Stabanker 17 sind jeweils an ihrem oberen, mit dem Tragbolzen 11 verschweißten Ende
in einem spitzen Winkel gegenüber der Senkrechten abgewinkelt. Sie bestehen vorzugsweise
aus Betonrippenstahl und dienen zur Einleitung der vom Tragbolzen 11 aufgenommenen
Abhängekräfte in die Fassadenplatte 10.
[0021] Die an den Stirnflächen 16 des Tragbolzens 11 angeschweißten Enden 18 der Stabanker
17 sind abgeplattet und verbreitert. Dadurch wird nicht nur eine flächige Anlage an
der Stirnfläche 16 erreicht, sondern auch eine für die Schweißung günstige Querschnittsform
der seitlichen Schweißnähte 19.
[0022] Man erkennt, daß der Durchmesser des Tragbolzens 11 ein Mehrfaches des Durchmessers
der senkrechten Stabanker 17 beträgt. Die Stabanker 17 werden ausschließlich auf Zug
beansprucht, während der Tragbolzen 11 als Träger auf zwei Stützen im wesentlichen
auf Biegung beansprucht wird. Die Edelstahlhülse 12, deren Wanddicke in der Größenordnung
von 0,1 bis 0,05 des Durchmessers des Tragbolzens 11 liegt, dient nur dem Korrosionsschutz
und überträgt praktisch keine Kräfte. Der Materialbedarf an teurem Edelstahl ist deshalb
für die Edelstahlhülse 12 sehr gering. Für alle anderen Teile wird wesentlich billigerer
Baustahl verwendet.
[0023] Die Länge der in die seitlichen Wände 14 der Aussparung 9 ragenden Enden des Tragbolzens
11 beträgt etwa 1,5 bis 3,0 cm, nämlich nur soviel, wie für eine ausreichende Betonüberdeckung
der Stabanker 17 im Bereich der Aussparung 9 erforderlich ist. Dadurch kann der Fassadenplattenanker
auch sehr dicht an den seitlichen senkrechten Rändern der Fassadenplatte 10 angebracht
werden.
1. Verankerungsteil für Fassadenplattenanker, mit einem in einer Aussparung (9) einer
Fassadenplatte (10) angeordneten, mit einem Ankeroberteil (1) des Fassadenplattenankers
verbindbaren horizontalen Tragbolzen (11) der aus Baustahl besteht, eine Edelstahlhülse
(12) aufweist und an seinen beiden über die Aussparung (9) hinaus in die Fassadenplatte
(10) ragenden Enden jeweils mit einem im wesentlichen senkrechten Stabanker (17) verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die senkrechten Stabanker (17) jeweils an einer Stirnfläche
(16) des Tragbolzens (11) angeschweißt sind.
2. Verankerungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die senkrechten Stabanker
(17) jeweils an ihrem oberen, mit dem Tragbolzen (11) verschweißten Ende in einem
spitzen Winkel gegenüber der Senkrechten abgewinkelt sind.
3. Verankerungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragbolzen (11)
und die Edelstahlhülse (12) gleich lang sind.
4. Verankerungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des
Tragbolzens (11) ein Mehrfaches des Durchmessers der Stabanker (17) beträgt.
5. Verankerungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanddicke der
Edelstahlhülse (12) in der Größenordnung von 0,1 bis 0,02 des Durchmessers des Tragbolzens
(11) liegt.
6. Verankerungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden (18) der
Stabanker (17) abgeplattet sind und flächig an den Stirnflächen (16) des Tragbolzens
(11) anliegen.
7. Mit einem Verankerungsteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6 ausgestattete Fassadenplatte,
die an ihrer Rückseite eine Aussparung aufweist, in deren beide seitliche Wände der
Tragbolzen des Verankerungsteils mit seinen Enden ragt, dadurch gekennzeichnet, daß
die Länge der in die seitlichen Wände (14) ragenden Enden des Tragbolzens (11) jeweils
etwa 1,5 bis 3,0 cm beträgt.