[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Herstellen von Mauerstücken
oder Wandtafeln aus Mauersteinen entsprechend den Ansprüchen 1 und 22.
[0002] Eine solche Vorrichtung und ein entsprechendes Verfahren ist aus der DE-OS 35 20
788 bekannt. Dort wird eine Reihe von Mauersteinen von Hand in einen Wendetisch gelegt,
wo sie zwischen einer Anschlagleiste und den Klemmbacken von Hubzylindern geklemmmt
und anschließend in einer Schwenkbewegung auf die zuletzt gemauerte Lage der Wandtafel
aufgesetzt werden.
[0003] Bei dieser Vorrichtung und dem entsprechenden Verfahren ist nachteilig, daß es nur
teilautomatisch abläuft, da die Steine von Hand zurechtgelegt werden müssen. Eine
vollautomatische Erstellung einer Mauer, insbesondere die Herstellung einer Mauer
unter Steuerung durch ein CAM-Programm ist daher nicht möglich.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Herstellen von senkrechtstehenden
Wandtafeln aus Mauersteinen anzugeben, die für eine vollautomatische Steuerung unter
Einsatz eines Steuerungscomputers geeignet ist.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gelöst, die erfindungsgemäß die im Kennzeichenteil
des Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale aufweist.
[0006] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung und ein der Arbeitsweise der Vorrichtung
entsprechendes Verfahren sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Erfindungsgemäß wird eine Transportvorrichtung vorgesehen, auf der die Mauersteine
in einer dem Einbau entsprechenden Reihenfolge geordnet nacheinander zu der Stelle
transportiert werden, an der sie in die Mauer eingesetzt werden. Vorzugsweise werden
die Steine auf Paletten abgestellt und auf einem Förderer weitertransportiert. Wenn
ein Stein um eine senkrechte Achse gedreht werden muß, damit er in der richtigen Orientierung
an der Mauerstelle eintrifft, braucht nur die Palette gedreht zu werden; es ist also
nicht notwendig, den Stein von dem Förderer abzuheben um ihn drehen zu können. Ein
wesentlicher Vorteil des Palettenfördersystems für die Einzelsteine liegt darin, daß
die Steine auf dem Transportweg unabhängig voneinander bewegt werden und sich beim
Stauen im Transportweg nicht berühren. Damit wird vermieden, daß die Steine, insbesondere
schräg geschnittene Steine, aneinanderstoßen und dadurch fehlorientiert werden. Nach
einer bevorzugten Weiterbildung werden die Mauersteine von einem in Längsrichtung
der Mauer verfahrbaren Versetzgreifer von der Transportvorrichtung abgenommen und
automatisch an einer vorausbestimmten Stelle der Mauertafel abgesetzt. Die Steuerung
des Versetzgreifers erfolgt mit den Stellmotoren, die wiederum vom Computerprogramm
gesteuert werden. Das Computerprogramm gibt dem Versetzgreifer an, wo der jeweils
von dem Versetzgreifer aufgenommene Stein abgelegt werden muß. Die Mauersteine werden
nacheinander von einem kontinuierlichen Förderer zu dem Versetzgreifer gebracht, und
die Reihenfolge der Steine auf dem Transportband entspricht ihrer späteren Positionierung
durch den Versetzgreifer. Grundsätzlich ist aber auch denkbar, daß die Steine nach
ihrer Aufbereitung von einem ersten Versetzgreifer, beispielsweise auf einem Transportwagen,
nach einem bestimmten Schema abgelegt werden, dieser Transportwagen zu der Mauerstelle
gebracht wird und beim Hochmauern der Versetzgreifer die Steine von dem Wagen nach
einem Schema abnimmt, das der Ablage auf diesem Wagen entspricht.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels
beschrieben und näher erläutert.
Es zeigen:
[0009]
- Figur 1
- einen schematischen Lageplan der einzelnen Elemente der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Figur 2
- eine schematische, perspektivische Darstellung der gesamten Anlage,
- Figur 3
- zeigt die Anlage nach Figur 2 ausschnittweise aus einer anderen Perspektive,
- Figur 4
- die Versetzeinrichtung schematisch im Schnitt,
- Figur 5
- die Versetzeinrichtung in Draufsicht,
- Figur 6
- den Dreh-Wendegreifer, der in der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingesetzt wird.
- Figur 7
- einen der Figur 1 entsprechenden Lageplan einer weiteren Ausführungsform
- Figur 8
- eine Seitenansicht einer Vorrichtung mit einer Hubvorrichtung für die ankommenden
Steinpakete
- Figur 9
- eine alternative Ausführungsform mit einer unmittelbar bei dem hochgemauerten Element
befindliche Säge;
- Figur 10
- eine Klemmvorrichtung für zu schneidende Steine,
- Figur 11
- eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 10,
- Figur 12a u. 12b
- eine Mörtelauftragsvorrichtung
[0010] Zur vollautomatischen Produktion von Wandtafeln, beispielsweise nach DIN 1053, wird
der Architektenplan am CAD-Rechner im technischen Büro eingegeben und vom Programm
automatisch elementiert. Die Geometriedaten der Ziegelwände werden elektronisch, beispielsweise
über Diskette, Datenbus oder Computernetzwerk, auf den Leitrechnerteil des Steuerungsrechners
der Mauerwerksmaschine in der Fertigungshalle übernommen und für die Wandproduktion
aufbereitet. Die gesamte Anlage ist schematisch in den Figuren 1 und 2 dargestellt.
Figur 1 zeigt in Draufsicht den Lageplan der einzelnen Einheiten, Figur 2 eine perspektivische
Darstellung. Am einen Ende der Halle befindet sich die Steinaufbereitungsvorrichtung,
von der in der richtigen Reihenfolge die Ziegel der Transportvorrichtung (10, 16,
15, 29) zugeführt werden, die die Ziegel zu dem Versetzgreifer 22 führt, der sie dem
Plan entsprechend auf der zuletzt gemauerten Ziegelreihe absetzt. Die Steinaufbereitungsvorrichtung
42-44 und der Versetzroboter 22 arbeiten vorteilhafterweise stationär, die fertigen
Mauern werden auf Stahlgestellen abtransportiert. Grundsätzlich ist aber auch möglich,
die fertigen Mauern stehenzulassen und stattdessen ein fahrendes Versetzportal zu
benutzen.
[0011] In der eingangsseitigen Steinaufbereitungsvorrichtung werden die notwendigen Bausteine
nach Typen geordnet auf großen Paletten 40 angeliefert und auf einer Rollenbahn abgestellt.
Dies geschieht vorteilhafterweise direkt vom LKW, damit die Paletten nur einmal manipuliert
werden müssen. Über ein Eingabegerät wird vom Bedienungsmann die Zuordnung der Steintypen
zu den Rollenbahnen festgelegt und dem Zentralrechner mitgeteilt.
[0012] Nachdem die abgestellte Steinpalette automatisch an einen definierten Platz gefahren
worden ist, wird sie dort zentriert, so daß eine Greifzange 17 die Steine je nach
Bedarf reihenweise abheben, gegebenenfalls auch um eine horizontale Achse drehen und
auf einem von vier Entstapelplätzen 42 ablegen kann. Dies geschieht so, daß möglichst
viele Ziegel gleichzeitig gegriffen werden können. Die Anzahl der auf dem Entstapelplatz
befindlichen Ziegel und der jeweilige Steintyp wird im Steuerungsrechner verwaltet
und ggfs. mittels eines Endschalters überprüft.
[0013] Werden Steine mit Greiflöchern verwendet, so kann die Greifzange 17 mit Greifdornen
ausgestattet sein, die unter Steuerung durch ein Bilderkennungssystem die Greiflöcher
eines oder mehrerer Steine anfahren. Da der Greifer hierdurch in der Lage ist, einzelne
Steine aus dem ankommenden Steinpaket zu entnehmen, kann er einzelne Steine direkt
in die Säge 19 oder zu dem Palettenband 10 bzw. 15 überführen. Mit dem Bilderkennungssystem
wird außerdem die Vermessung der Steine ermöglicht, so daß eine Toleranzanpassug und
ein genauer Zuschnitt der Paßsteine erfolgen kann.
[0014] Die Entstapelplätze 42 sind als bidirektionale Bänder ausgebildet, so daß die abgelegten
Steine in beiden Richtungen in einen Steinpuffer gefördert werden können. Die Förderrichtung
dieser bidirektionalen Bänder ist in der Figur 1 durch Pfeile angedeutet. An dieser
Stelle werden die Steine schon danach unterschieden, ob sie als ganze Steine oder
nach Zuschneiden mit einer Steinsäge eingebaut werden sollen. Aus diesem steinepuffer
43 werden die Steine nun einzeln zu der Steinbruchkontrollvorrichtung 44 geführt.
In dieser Steinbruchkontrolle 44 wird der einzelne Stein auf einem kurzen Bandstück
mittels eines Rüttlers so beansprucht, daß angebrochene Teile getrennt und verstreut
werden. Anschließend läuft der Ziegel über zwei schmale Ketten, die ihn möglichst
am Rand so abstützen, daß gebrochene und daher zu kurze Teile durchfallen und ein
Signal auslösen. Ebenso lösen Bruchstücke ein Signal aus, so daß ein Stein, der diese
Förderstrecke trotz Fehlstücken passieren könnte, noch rechtzeitig aussortiert werden
kann. Alternativ kann zum Aussortieren der Steine auch eine Gewichtsmessung durchgeführt
werden. Eine weitere Möglichkeit liegt darin, daß die Greifzange mit Fühlern versehen
ist, die die Form des Steines abtasten, wobei diese Fühler einen Endschalter betätigen,
wenn ein Stein ergriffen wird. Bei der Übergabe in die Steinbruchkontrollvorrichtung
können die Steine beispielsweise mit einer Kippgabel oder mit Hilfe eines Greifers
um 90° gekippt werden, damit sie in eine für die spätere Manipulation günstigere oder
stabilere Lage kommen.
[0015] Die Steinbruchkontrolle kann mit Hilfe eines Bilderkennungssystems durchgeführt werden,
das die Sollform des jeweiligen Steins mit der Ist-Form vergleicht. Auch hier kann
der Einsatz eines Rüttlers vorteilhaft sein.
[0016] Steine, die als ganze Steine eingemauert werden sollen, laufen in der Steinaufbereitungsanlage
entsprechend Figur 1 nach links. Dort werden sie von einem Dreh-Wendegreifer 117 vom
Band abgehoben, je nach Bedarf um 90° oder 180° gedreht und/oder gewendet und dann
in der durch die zentrale Steuerung definierten Position auf einer Palette 36 geeigneter
Größe abgelegt, auf der sie mit der Transportvorrichtung 10 weitertransportiert werden.
[0017] Steine, die eines Zuschnittes bedürfen, werden in der Steinaufbereitungsvorrichtung
entsprechend der Figur 1 nach rechts gefördert, wobei ebenfalls eine Kippeinrichtung
und eine Steinbruchkontrolle vorgesehen sind. Am Ende der Steinbruchkontrolle 44 werden
die Steine von einem Dreh-Wendegreifer 217, der eine frei positionierbare vertikale
Drehachse aufweist, auf dem Einlaufteil der Steinsäge 19 abgelegt. Der Dreh-Wendegreifer
wird dabei ebenfalls von der zentralen Steuerungsanlage gesteuert, so daß der Stein
in der richtigen Schnittposition abgelegt wird. Damit sind auch Schrägschnitte von
Steinen z.B. für Dachgiebel möglich.
[0018] Die Steinsäge 19 ist so ausgebildet, daß ein Vertikal-Sägeblatt 19a, wie bei einer
Tischkreissäge, von unten durch den Längsspalt zwischen zwei Förderbändern ragt, und
entsprechend Figur 3 ist ein zweites Kreissägeblatt 19b horizontal darüber angeordnet,
so daß sich beide Flächen in der gemeinsamen Tangente schneiden. Die Einheit mit den
beiden Sägeblättern ist in vertikaler Richtung positionierbar. Aufgrund der Konstruktion
dieser Säge lassen sich in einem Durchlauf mögliche Eckschnitte, z.B. für Heizkörpernischen,
durchführen. In der Säge dient eine der Transportbahnen als "Abfallband", das jeden
Ziegelteil abtransportiert, der nach dem Schnittvorgang entweder für eine Wiederverwertung
in ein Restelager abgestellt wird, oder der wegen Unbrauchbarkeit in einem Abfallbehälter
abgelegt wird. Die beiden Transportbahnen rechts und links von dem vertikalen Sägeblatt
sind von einer gemeinsamen Welle angetrieben und laufen über Gleitbleche, um die Belastung
durch das Steingewicht und die Klemmvorrichtung aufnehmen zu können. Zum Klemmen der
Steine dient ein zweites Band, das von oben auf die Steine drückt, und damit verhindert,
daß die Steine beim Gegenlaufen gegen die Säge verschoben oder gekippt werden.
[0019] Die Säge ist so dimensioniert, daß die größte Schnitthöhe gleich der maximalen Ziegelwandstärke
ist (z.B. 400 mm) und der Nutzradius des horizontalen Sägeblattes ist gleich der größten
Schnittiefe bei Eckschnitten (z.B. 250 mm). Der vertikale Positionierbereich der Säge
ist größer als die maximale Schnitthöhe, damit bei anderen als Eckschnitten das horizontale
Blatt noch oberhalb des zu schneidenden Steines stehen kann, also den Stein nicht
berührt.
[0020] Das Kühl- und Reinigungswasser wird vorzugsweise so bereitgestellt, daß das senkrechtstehende
Sägeblatt in einer Wasserwanne läuft und damit durch die eigene Bewegung immer genügend
Wasser in den Schnittbereich transportiert. Das Wasser wird über eine Pumpe und eine
Filteranlage gereinigt und mittels eines Schlauches dem horizontalen Sägeblatt zugeführt.
[0021] Die gesamte Sägeanlage ist aus Gründen der Lärm- und Staubentwicklung vorzugsweise
gekapselt. Nach unten hin dienen dabei die Wasserwanne und die lärmdämmende Blechverkleidung
als Kapselung. Der obere Teil der Kapselung ist als Glocke ausgebildet, die zur Beseitigung
von Störungen, beispielsweise zum Entfernen gebrochener Ziegel, oder auch für Wartungsarbeiten
leicht und schnell abgehoben werden kann. Die Ein- und Austrittsöffnungen für die
Steine sind mit einem Streifenvorhang abgedeckt. Alternativ dazu kann die ganze Sägeanlage
in einem abgeschlossenen Hallenteil oder einem abgeschlossenen Raum untergebracht
sein.
[0022] Während des Sägevorganges müssen die Steine auf dem Förderband definiert geklemmt
werden, damit eine exakte Schnittführung bei großem Schnittdruck gewährleistet ist.
Die Klemmvorrichtung besteht dazu aus einem synchron laufenden Band, das beispielsweise
über einen Zylinder und eine Druckplatte von oben auf die Steine gedrückt wird.
[0023] Wenn kein Eckschnitt durchgeführt wird, so können Steine gleicher Schnitthöhe mit
geringem Abstand durch die Säge geführt werden,so daß ein kontinuierlicher Schneidebetrieb
und damit kurze Taktzeiten möglich werden. Um eine Positionsverschiebung der Steine
beim Einlauf in die Klemmvorrichtung zu vermeiden, kann das Einlaufband vertikal anstellbar
ausgeführt sein und wird erst dann angehoben, wenn der neue Stein vollständig unter
der Klemmvorrichtung zu liegen kommt. Der Stein wird dann in festgeklemmtem Zustand
auf das geteilte Schneidband 33 übergeben. Die zurechtgeschnittenen Steine werden
in der Schnittsteinübergabe 8 von einem ersten Greifer 31 erfaßt und auf einer Palette
auf dem Förderer 16 abgesetzt. Hinsichtlich der Reststeine ist zu unterscheiden, ob
sie in der weiteren Folge noch verwendet werden können oder nicht. Nicht mehr verwendbare
Steine werden über das Ende des Abfallbandes 35 hinaus befördert und fallen in einen
Abfallbehälter, der automatisch verschiebbar sein kann, um eine gleichmäßige Befüllung
und damit hohe Speicherkapazität zu gewährleisten. Wiederverwendbare Reststeine werden
von einem Greifer 32 entsprechend ihrer Klassifikation auf eines der Speicherbänder
34 gesetzt, wo sie nach dem LIFO-Prinzip bereitgehalten werden. Wird ein Stein am
Bandbeginn abgelegt, wird das Band um eine Taktlänge, die größer als eine Ziegelbreite
ist, weitergefahren, um den nächsten Stein aufnehmen zu können. Spezielle Reststeine
können zusätzlich auf einem Rost nach dem Pick-and-Place-Prinzip bereitgehalten werden.
Die wiederverwendbaren Reststeine werden am Übergabeplatz von einem endschaltergesteuerten
Manipulator übernommen und an der vorbestimmten Stelle im Lager abgelegt. Die Klassifikation
des Steines und seine Lagerstelle werden im Zentralcomputer gespeichert, so daß er
bei Bedarf wieder abgeholt und entweder direkt auf eine Palette zum Weitertransport
gestellt wird, oder über ein Zubringerband nochmals zum Sägeeingang geführt wird,
so daß er auf seine endgültige Form zurechtgeschnitten werden kann.
[0024] Geschnittene oder gespaltene Steine 53, die die Sägevorrichtung verlassen und zum
Mauern benötigt werden, laufen auf dem Förderer 16 zu der Weiche 18. Dort werden sie
auf die Transportvorrichtung 15 zu einem Zeitpunkt überführt, der der vom Zentralcomputer
bestimmten Reihenfolge der Steine und damit der vorgesehenen Position im Mauerwerk
entspricht.
[0025] Die gesamte Steinaufbereitungsanlage läßt sich nicht nur in Verbindung mit einer
halb- oder vollautomatischen Mauermaschine einsetzen, sondern auch für Anwendungen,
bei denen die Bausteine entsprechend einem Einbauplan geordnet in Paketen an eine
Baustelle geliefert und dort von Hand verlegt werden. In diesem Fall kann am Ausgang
der Steinaufbereitung bzw. der Steinsäge- oder Steinspaltvorrichtung eine Markierungsvorrichtung
für die Steine vorgesehen werden, z.B. eine Tintenspritzvorrichtung oder Tintenstrahldrucker,
mit der jeder Stein mit einer seinem Lageplan entsprechenden Markierung versehen wird.
[0026] Bei den Förderern 10, 16 und der Transportvorrichtung 15 werden quadratische Paletten
36 geeigneter Größe, z.B. 600 X 600 mm, in zwei Ebenen auf Förderketten bewegt. Die
untere Ebene dient der Rückführung leerer Paletten. An der Weiche (bzw. dem Knoten)
18 werden geschnittene und ungeschnittene Steine in die richtige Produktionsreihenfolge
gebracht und auch die Leerpaletten nach Bedarf auf die zwei Äste 10, 16 aufgeteilt.
An der Versetzstation, wo die Steine von den Paletten abgenommen und auf die Mauer
aufgesetzt werden, werden die entstandenen Leerpaletten seitlich weggeklappt und in
die untere Ebene eingespeist. Die Einspeisung von der unteren in die obere Ebene zur
Neubelegung erfolgt mittels Hubstationen. Wenn der Versetzgreifer 22 nicht auf konstanter
Höhe arbeitet, sondern höhenverstellbar ist, werden die Paletten mittels eines Paternostersystems
auf die nötige Höhe gebracht.
[0027] Da große Nebenzeitenanteile im Produktionsablauf auftreten können, ist es sinnvoll,
für die Paletten 36 eine ausreichende Pufferstrecke vorzusehen, damit Störzeiten oder
Engpaßzeiten der Steinaufbereitungsanlage kompensiert werden können.
[0028] Die Paletten 36 mit den darauf befindlichen Steinen werden von der Transportvorrichtung
15 zu dem Versetzgreifer 22 gebracht. Die gesamte Versetzeinrichtung ist in den Figuren
4 und 5 dargestellt. In einer Grube 50 befindet sich ein Hubportal 28, das eine Mauerpalette
27 trägt. Auf der Mauerpalette wird die Ziegelmauer hochgemauert. Entsprechend der
Figur 4 befinden sich in der Grube 50 zwei Hubportale. Das auf der linken Seite befindliche
Hubportal ist in seiner obersten Stellung, in der mit dem Hochmauern begonnen wird.
Im rechten Teil der Grube befindet sich auf dem Hubportal eine Mauer 51. Die Steine
52 werden von dein Palettenförderer 29 mit dem Versetzgreifer 22 abgehoben und auf
die Mauerpalette 27, bzw. den bereits hochgemauerten Teil der Mauer 51 aufgesetzt.
Während eine Reihe von Steinen aufgelegt wird, werden mit einer Mörtelauftragsvorrichtung
23 die Oberseiten der Steine und bei Bedarf die vertikalen Fingen zwischen den Steinen
mit Mörtel belegt. Anschließend wird das Hubportal 28 mittels der Hubspindeln 26 um
eine Steinhöhe abgesenkt, so daß mit dem Versetzgreifer 22 die nächste Steinreihe
aufgelegt werden kann. Der Versetzgreifer 22 ist an dem Mauerportal 21 aufgehängt
und in Längsrichtung und senkrecht zur Mauer verfahrbar. Es kann auch vorgesehen sein,
daß der Versetzgreifer 22 eine Drehbewegung um eine senkrechte Achse ausführen kann,
und weiterhin können Steine, die bei der Übergabe in die Steinbruchkontrolleinrichtung
mit einer Kippgabel umgekippt wurden, mit einem Dreh-Wendegreifer wiederaufgerichtet
werden. Die fertigen Mauern 5 werden mit dem Hubportal wieder nach oben gefahren und
dann auf den Mauerpaletten 27 auf Schienen in ein Lager gefahren.
[0029] Wenn sich keine Möglichkeit bietet, die Hubportale in Gruben anzuordnen, so kann
die Endstelle der Transporteinrichtung, also derjenige Teil der Transportvorrichtung,
an der der Versetzgreifer mit den angelieferten Steinen die Wandtafel hochmauert,
und ebenso der Versetzgreifer in einer Höhe von z.B. drei Metern angeordnet sein,
so daß ebenso wie zuvor das Hubportal mit steigender Mauerhöhe entsprechend abgesenkt
wird, so daß der Versetzgreifer ständig in derselben Ebene arbeitet.
[0030] Der verwendete Mörtel muß relativ schnell abbinden, damit das Gewicht der aufgemauerten
Ziegel nicht dazu führt, daß der Mörtel aus den Fingen der unteren Ziegelreihen herausgedrückt
wird. Aus diesem Grunde wird der Mörtel mittels eines Mischrohres aufbereitet, es
wird also nur soviel Mörtel gemischt, wie wirklich für eine Ziegelreihe benötigt wird.
Die Zuführung zum Mischrohr erfolgt vom Trockenmörtelsilo mit Hilfe von Druckluft
und über einen Vorratstrichter zu einer schneckenförmigen Mischkammer, wo die richtige
Menge Wasser gesteuert beigefügt wird.
[0031] Ein ansteifbeschleunigter Mörtel kann daher ohne Gefahr des Eintrocknens problemlos
verarbeitet werden. Mit der Verwendung eines solchen Mörtels wird verhindert, daß
durch das Gewicht der später aufgemauerten Steinlagen der Mörtel aus den Fingen zwischen
den unteren Steinlagen herausgequetscht wird, denn ein ansteifbeschleunigter Mörtel
ist dann schon soweit fest, daß er nicht mehr unter dem Gewicht der oberen Steinlagen
seitlich aus der Fuge gedrückt wird.
[0032] Alternativ zur Zuführung des Trockenmörtels mittels Druckluft kann auch vorgesehen
sein, daß ein Trockenmörtelsilo direkt an der Versetzvorrichtung angebaut ist und
die pro Ziegelschar benötigte Menge an ein kleines Vorsilo übergibt. Die Mörtelzuführung
zu den Ziegeln erfolgt mit einem Mörtelauftragsrohr, das die horizontale Lagerfuge
unmittelbar vor dem Aufsetzen der Ziegel vermörtelt. Der Mörtel kann bei Bedarf in
die vertikale Stoßfuge zwischen den Steinen einer Lage eingebracht werden. Das Mörtelauftragsrohr
ist auf einem Schlitten befestigt, der horizontal verschieblich ist. Unter der Steuerung
der zentralen Rechenanlage werden automatisch jene Löcher beim Vermörteln ausgelassen,
wo später entsprechend den CAD-Programmdaten Traganker in die Mauer eingeführt werden
müssen. Die Locherkennung erfolgt mittels der CAD-Daten und einer Wegmeßeinrichtung
oder eines mechanischen Tasters. Das Vermörteln der Vertikalfugen kann entweder durch
Anschleudern der Stoßfläche des gerade vorhergesetzten Steines erfolgen, oder aber
der Mörtel wird durch Schlitzdüsen von beiden Seiten der Mauer in die betreffende
Fuge gepreßt. Der für die Vertikalfugen verwendete Mörtel ist von dem für die Horizontalfingen
benutzten Mörtel verschieden. Die Vertikalfugen werden vorzugsweise mit Leichtmörtel
verschlossen.
[0033] Der Versetzgreifer 22 wird von dem Zentralrechner nach einem CAM-Programm gesteuert.
Wenn die Mauersteine so positioniert werden, daß die Steinmitte an einer vorausberechneten
Position zu liegen kommt, werden Unregelmäßigkeiten in den Längen- und Breitenabmessungen
der Steine automatisch durch die Stoßfuge zwischen benachbarten Steinen aufgefangen,
d.h. die Breite dieser Stoßfugen variiert entsprechend den Toleranzen der Steine.
[0034] Der Versetzgreifer 22 arbeitet vorzugsweise derart, daß er mit einem Doppelgreifer
definiert zwei Steine von den Paletten hebt, sie während des Verfahrweges zusammenschiebt
und sie in die von dem Zentralrechner berechnete Soll-Position im Mauerverband versetzt.
Das hat den Vorteil, daß die Längs- und Dickentoleranzen nach jedem Stein ausgeglichen
werden und sich nicht aufsummieren können. Für die Ausführung dieses Verfahrens besitzt
der Versetzgreifer zusätzlich eine horizontale Achse mit einer entsprechenden Sensorik.
Weiterhin können mit diesem Doppelgreifer auf der Arbeitsbühne 25 bereitgelegte Fensterstürze
(Unterzüge) gegriffen und automatisch versetzt werden.
[0035] Die Produktivität des Versetzgreifers und die Vermeidung von Stillstandzeiten kann
dadurch verbessert werden, daß an der Arbeitsstelle des Versetzgreifers ein Pufferband
für die Steine vorgesehen wird, von dem der Versetzgreifer ebenfalls Steine abnehmen
kann.
[0036] Die nach den DIN-Normen erforderliche Längsbewehrung der Mauer kann mittels eines
Magazins, das sich an der Horizontalachse des Versetzgreifers befindet, automatisch
in das Mörtelbett abgelegt werden, bevor die Ziegel eingedrückt werden.
[0037] Figur 6 zeigt den Reihengreifer 17, der die Steinreihen von den ankommenden Steinpaketen
aufnimmt. Der Versetzgreifer 22 ist ähnlich aufgebaut, sein prinzipieller Aufbau ist
ebenfalls aus Figur 6 ersichtlich. Auf einer parallel zur Mauer verlaufenden Schiene
6 fährt ein Wagen 61, an dem an einer Stange 62 die Greifzange 63 aufgehängt ist.
Die Greifzange 63 ist an der Innenseite mit Drehtellern 64 versehen, so daß der Stein
im eingeklemmten Zustand noch geschwenkt werden kann. Die Greifzange selbst sitzt
über ein Drehlager 65 an der Stange 62 an, so daß sie in der Vertikalen gedreht werden
kann. Die Stange 62 wiederum ist auf- und absenkbar, so daß die Steine angehoben und
abgesetzt werden können.
[0038] Entsprechend der Figur 4 sind in der Grube 50 zwei Hubportale 28 für die Mauerpaletten
27 angeordnet. Die Hubspindeln 26 sind in der Spindelaufhängung 24 gehalten. Zwischen
den beiden Spindelaufhängungen 24 befindet sich eine Arbeitsbühne 25 für manuell auszuführende
Arbeiten. Solche manuellen Arbeiten sind beispielsweise das schon erwähnte Einsetzen
der Traganker oder beispielsweise das Einsetzen von Deckendämmungen an Kranzsteinen.
Diese manuell auszuführenden Arbeiten nehmen im Vergleich zu den Versetzvorgängen
viel Zeit in Anspruch. Aus diesen Gründen wird die Arbeitsbühne so ausgeführt, daß
der Arbeiter die Arbeiten ausführen kann, während der Versetzroboter bereits die nächste
Mauer hochzieht. Dies wird dadurch erreicht, daß das Mauerportal 21 des
[0039] Versetzroboters zwischen zwei Positionen, nämlich den beiden Positionen der Hubportale
in der Grube 50, verfahren werden kann. Die Arbeitsbühne 25 ist mit einem Handkran
und der nötigen Abstellfläche versehen und auf der dem Versetzroboter abgewandten
Seite der Mauer und in der Ebene des Hallenbodens angeordnet, so daß der Arbeiter
sie leicht mit Werkstoffen beschicken und selbst begehen kann. Sobald der Versetzgreifer
seine Arbeit einstellt, um manuelle Tätigkeiten zu ermöglichen, kann der Arbeiter
auf die Mauer zugreifen und beispielsweise einen Fenstersturz einsetzen. Gleichzeitig
ist es ihm möglich, auf der anderen Seite der Bühne die zuletzt fertiggestellte Mauer
zu bearbeiten, beispielsweise Anker einsetzen, die Deckenabmauerung fertigstellen,
putzen usw. Die zuletzt bearbeitete Mauer wird auf dieser anderen Seite aus der Grube
hochgefördert, um dann in Querrichtung zur Mauerachse während der Trockenzeit langsam
weiterbewegt zu werden. Der Handkran der Arbeitsbühne nimmt dem Arbeiter schwere Hebearbeiten
z.B. für die Stürze ab, und er erhält über ein weiteres Mörtelmischrohr den nötigen
Mörtel. Bei Bedarf kann diese Bühne auch mit einer kleinen Steinsäge ausgerüstet werden,
um den Zuschnitt von Sondersteinen an Ort und Stelle zu ermöglichen. In einer Erweiterung
kann auch eine automatisch gesteuerte Steinfräse vorgesehen sein, mit der Schlitze
z.B. für eine Elektroinstallation in die Mauer gefräst werden.
[0040] Da die Greifer, mit denen die Steine manipuliert und versetzt werden, und ebenso
die Steinsäge, die Weiche für das Einschleusen der Steine, der Versetzgreifer und
die Mörtelzufuhrvorrichtung sämtlich von einer zentralen Rechenanlage gesteuert werden,
ist es möglich, die Position und die Orientierung der Steine auf dem Paletten-Förderweg
automatisch nachzuverfolgen und zu bestimmen, an welche Stelle der zuletzt angekommene
Stein gesetzt werden muß. Steine, die geschnitten werden, werden automatisch der Säge
zugeführt, von den entsprechenden Greifern in der richtigen Position auf der Palette
abgesetzt und dann dem Versetzgreifer zugeführt. Aufgrund der automatischen Datenerfassung
läßt sich leicht vorherbestimmen, ob Reststeine aus der Steinsäge noch für den Bau
einer Mauertafel verwendet werden können, so daß der Abfall verringert wird. Dadurch
daß sämtliche Greifer steuerbar sind, ist es nicht notwendig, daß der Versetzgreifer
mit einer optischen Positionserkennung für die von ihm zu vermauernden Ziegel ausgerüstet
ist.
[0041] Nach einer weiteren, bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung befindet sich entsprechend
den Fig. 7 und 8 vor der Steinaufbereitungsanlage 42,44 eine weitgehend automatisch
ausgestaltete Steinpaketzubringung. Sie besitzt Staubänder 201-204, von denen jedes
mit einer oberen und einer unteren Ebene für die Palettenzu- und -abfuhr versehen
ist. Auf der oberen Ebene werden die vollen Steinpakete auf den Paletten 40 gefördert,
und von den Staubändern 201-204 wird jeweils der Steinstapel auf einer Hubvorrichtung
205 abgesetzt, die mit einem Kettenförderer 206 ausgerüstet ist. Diese Hubvorrichtung,
beispielsweise ein Hubstapler, besitzt selbst ebenfalls einen Kettenförderer für die
Übernahme des Steinpakets. Mit der Hubvorrichtung wird der Stapel nach oben in eine
Entnahmeposition gebracht, wo der Greifer 17 arbeitet. An der Entnahmeposition befindet
sich eine Zentriereinrichtung 210, die das Steinpaket von vier Seiten aus zusammendrückt,
um eine definierte Greifposition zu erzielen. Nach der Entnahme der Steine fährt die
Hubvorrichtung ganz nach unten, wo die leere Palette 40 in den Palettenrückstrom gegeben
wird. Die Greifzange des Reihengreifers 17 ist um eine Vertikalachse drehbar, damit
jede Orientierung des ankommenden Steinpaketes berücksichtigt werden kann.
[0042] Bei dieser Ausführungsform geschieht dann die Vereinzelung der Steine in folgender
Weise: Der Greifer 17 legt je nachdem, ob der jeweilige Stein geschnitten werden soll
oder nicht, ihn auf einem der Pufferbänder 43 ab, wobei jedes Band nur in einer Richtung
weiterfördert. Dabei ist jedes dieser Bänder 43 mindestens doppelt so lang wie die
einzelne Steinreihe des ankommenden Steinpakets, so daß gleichzeitig an dem einen
Ende der Steinreihe die Steine vereinzelt werden können, während an dem anderen Ende
vom Greifer 17 eine neue Reihe abgelegt wird. An dem Ende des Bandes wird die Vereinzelung
mit den Greifern 117 bzw. auf der Seite der Steinsäge mit dem Greifer 217 vorgenommen.
Beim ersten Takt des Greifers 17 wird eine Steinlage abgesetzt, dann fährt das Band
43 eine Steinreihenlänge weiter.
[0043] Bei der in Figur 7 dargestellten Ausgestaltung der Erfindung ist die Steinsäge nicht,
wie bei der ersten Ausführungsform, als Durchlaufsäge ausgestaltet, sondern besitzt
einen Drehtisch 133 mit vier Positionen, dem ein weiterer Greifer 132 zugeordnet ist.
Mittels des Greifers 217 wird in einem ersten Schritt ein Stein von dem Pufferband
43 aufgenommen und auf dem Drehtisch 133 abgelegt und dort geklemmt. Wenn Schrägschnitte
an dem Stein vorgenommen werden sollen, so wird der Stein mit dem Dreh-Wendegreifer
217 schräg aufgesetzt. Sodann wird der Drehtisch 133 so gedreht, daß der Stein in
die Schnittposition kommt. Die Säge 19 ist so gestaltet, daß die Schnitte des Vertikalsägeblatts
19a und des Horizontalsägeblatts 19b sich tangential berühren können, so daß auf diese
Weise auch Eckschnitte möglich sind. Wird kein Eckschnitt verlangt, so geht das Horizontalsägeblatt
19b aus der Tangential-Berührungsstellung heraus in eine Parkposition. Beide Sägeblätter
können in Horizontal- wie auch in Vertikalrichtung verfahren werden. Die beiden Sägeblätter
befinden sich auf einem Schlitten 130, so daß sie gegenüber dem auf dem Drehtisch
festgeklemmten Stein verfahrbar sind. Zum Schneiden des Steines fährt die Säge aus
ihrer Ruheposition vor und zurück, anschließend wird der Stein aus der Sägestellung
durch Drehen des Drehtisches in die Entnahmeposition gebracht. Der Reststein wird
entweder weggeworfen oder auf einem Reststeinepuffer 34, der über die Datenverarbeitung
mit einer Reststeineverwaltung ausgestattet ist, abgelegt. Dieser Reststeinepuffer
kann als "Pick and Place"-Ablage, als Förderband oder vorzugsweise auch als Drehtisch
(Revolvertisch) 134 ausgestaltet sein. Nachdem der Reststein entnommen worden ist,
wird der Drehtisch 133 weitergedreht, so daß der geschnittene Nutzstein 53 mit dem
Greifer 31 auf das Band 16 abgelegt werden kann. Der Vorteil dieses Sägedrehtisches
liegt darin, daß dann, wenn ein Durchgang durch die Säge nicht ausreicht, um den Stein
auf die gewünschte Form zu schneiden, der Stein nochmals neu geklemmt werden kann,
so daß er für den zweiten Schnitt vorbereitet wird und dann erneut durch die Säge
läuft. Das Lager bzw. der Puffer für die Schnittsteine und die Reststeine von der
Säge 19 geschnittener Steine und die zugeordnete EDV-Erfassung und -Verwaltung des
Lagerbestandes hat den erheblichen Vorteil, daß auf die Verwendung vorgefertigter
Halb- oder Viertelsteine verzichtet werden kann, weil die Säge 19 in der Lage ist,
kontinuierlich Steine schneiden zu können. Da der Bedarf an Schnittsteinen aber diskontinuierlich
ist, kann der Gesamtbedarf an Schnittsteinen von der Säge gedeckt werden. Das erspart
eine Lagerhaltung von vorgefertigten Halb-, Viertel- und Ecksteinen.
[0044] Die Ablage der Reststeine ist, wie schon erwähnt, mit einer computergesteuerten Reststeineverwaltung
versehen. Mit einem Programm wird der Steinebedarf vorausberechnet und geprüft, ob
der Reststein innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, beispielsweise in den nächsten
drei Stunden, benötigt wird. Wenn ja, wird er entsprechend positioniert, und die Position
wird in der Datenverarbeitung gespeichert. Wird innerhalb eines bestimmten Zeitraumes
der Reststein nicht mehr beim Mauern benötigt, oder ist momentan kein Lagerplatz mehr
vorhanden, wird er zum Abfallband gegeben.
[0045] Der Versetzgreifer 22, mit dem die Steine von dem Ende des Transportbandes 29 aufgenommen
und auf der hochzumauernden Mauer 51 abgesetzt werden, ist vorzugsweise mit einem
Annäherungs- oder Berührungswächter oder -schalter versehen. Auf diese Weise kann
beim Absenken auf den Stein der Versetzgreifer feststellen, wo die Oberkante des jeweiligen
Steines ist. Er setzt den Stein auf dem Mörtelbett auf der Mauer 51 dann so ab, daß
die Oberkante sich in der vorausberechneten Position befindet. Auf diese Weise können
Toleranzen in der Höhe der Steine durch das Mörtelbett ausgeglichen werden.
[0046] Dabei wird ein Mörtel verwendet, der so zäh ist, daß der einzelne Stein nicht unter
seinem eigenen Gewicht einsinken kann.
[0047] Bei dem bisher dargestellten Mauerwerksroboter ist zeitlich gesehen das Versetzen
der Steine auf die hochzumauernde Mauer der Engpaß. Die Taktzeit für das Versetzen
der ankommenden Steine kann durch den Einsatz von zwei Versetzgreifern verdoppelt
werden, wobei diese beiden Greifer auch unabhängig voneinander gesteuert sein können.
Aufgrund dieser unabhängigen Steuerung können Längen- wie Höhentoleranzen, die die
angelieferten Steine besitzen, ausgeglichen werden. Mit zwei Versetzgreifern können
auch Fensterunterzüge, d.h. längere Betonbalken, erfaßt und eingesetzt werden.
[0048] Bei der in Fig. 6 dargestellten Ausführungsform wurden die Mauern an Hubportalen
21 beim Hochmauern in eine Grube 50 abgesenkt. Stattdessen ist es aber entsprechend
Fig. 8 auch möglich, den Versetzgreifer 22 und das Ende der Transportvorrichtung 29
sozusagen "im ersten Stock" anzuordnen, so daß beim Mauern die Hubportale aus der
oberen Position nach und nach auf ebenerdige Position abgesenkt werden, bis das Mauerelement
fertig ist. Dies ist im Hinblick auf den Weitertransport der Mauerelemente vorteilhaft.
[0049] Werden anstelle von normalen Ziegeln Lochziegel verwendet, die in der Mitte mit einem
Loch versehen sind, in die ein Versetzgreifer 322 mittels eines Hebewerkzeugs eingeführt
werden kann, so kann auf die Vereinzelung der Steine auf Paletten verzichtet werden,
weil der einzelne Stein von oben her aus einer Flächenanordnung von Steinen herausgegriffen
werden kann. In diesem Fall ist es auch möglich, die Schneideinrichtung für die Steine,
also die Steinsäge, in der Nähe des Versetzgreifers 322 anzuordnen, so daß auf das
Palettenförderband ganz verzichtet werden kann. In der Figur 9 ist eine solche Vorrichtung
in Draufsicht dargestellt. Die ankommenden Steinpakete, bei denen die Steine alle
so orientiert sind, daß die Löcher nach oben zeigen, werden von der Steinaufnahme
auf Paletten heranbefördert. Der Versetzgreifer 322 fährt mit seinem Greifelement
von oben in das Loch, ergreift den Stein und setzt ihn dann an der vorausberechneten
Position auf der Mauer 51 ab. Soll ein Stein geschnitten werden, wird er aus dem Steinstapel
auf einen Links-Rechts-Schiebetisch 325 aufgesetzt und in einer Klemmvorrichtung 326
geklemmt. Er wird dann mit dem Schiebetisch in die Säge 19 hineingefahren, und das
Horizontal- bzw. das Vertikalsägeblatt 19b bzw. 19a fahren dann aus ihrer Parkposition
heraus und schneiden den Stein an den vorgegebenen Stellen. Anschließend wird der
Stein mit dem Links-Rechts-Schiebetisch 325 wieder aus der Säge herausgebracht, von
dem Lochgreifer 322 aufgenommen und auf der Mauer abgesetzt. Die Säge mit der Klemmvorrichtung
326 für den Stein 52 ist in Seitenansicht in Figur 10 und Draufsicht in Figur 11 schematisch
dargestellt. Die Klemmvorrichtung ist mit Klemmhebeln 327 ausgestattet, die pneumatisch
betätigbar sind. Es können auch Kolben-Zylindervorrichtungen verwendet werden, die
den Stein 52 von den Seiten her fassen.
[0050] Die Mörtelauftragsvorrichtung 23 weist nach einer besonderen, in den Figuren 12a
und 12b dargestellten Ausgestaltung der Erfindung zwei Schläuche 231, 232 auf, durch
die von oben der Mörtel auf der hochgemauerten Mauer aufgetragen wird. Die Schläuche
können in Querrichtung gestaucht oder gedehnt werden, so daß die Vermörtelungsbreite
an die Mauertiefe bzw. Mauerdicke angepaßt wird; dies geschieht beispielsweise mit
Positionierzylindern, die mit einer Wegmessung ausgestattet sind. In Figur 12a ist
mit den ausgezogenen Linien eine Position der Schläuche 231, 232 dargestellt, in der
ihre unteren Enden um einen Abstand d voneinander entfernt sind. Figur 12b ist ein
Schnitt entlang der Linie A-A' in Figur 12a. In Figur 12a ist strichliert eine zweite
Position der Schläuche angedeutet. Berühren sich die Schläuche mittig, so wird auf
der gesamten Ziegelreihe von oben her der Mörtel aufgetragen. Die Schläuche werden
mit einem Schlitten über die gesamte Längsrichtung der Mauer verfahren, so daß alle
Steine auf ihrer Oberseite mit Mörtel versehen werden. Durch Veränderung des Mittelabstandes
der Schläuche verbleibt ein Spalt mörtelfrei, so daß bei Bedarf in den Ziegeln befindliche
Greiflöcher vom Mörtel ausgespart bleiben. Während des Verfahrens über die Steinreihe
kann die Querschnittsform der Schläuche computergesteuert geändert werden, so daß
es möglich ist, jeden auf der obersten Reihe der Mauer befindlichen Stein individuell
mit Mörtel zu bestreichen. Werden die Schlauchwände ganz aneinander gepreßt, so bleibt
die Mörteldüse geschlossen. Der Mörtelstand in den Gummischläuchen wird von einem
Niveauwächter überwacht, der die Mörtelzufuhr steuert.
1. Vorrichtung zum Herstellen von Mauerstücken oder Wandtafeln aus Mauersteinen,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Transportvorrichtung (15, 29) vorgesehen ist, auf der die Mauersteine in einer
dem Einbau in die Mauer entsprechenden Reihenfolge geordnet nacheinander zur Mauerstelle
transportiert werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Transporteinrichtung (15, 29) einen kontinuierlich arbeitenden Förderer aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Transporteinrichtung (15, 29) Förderbänder, Förderketten oder Rollenbahnen aufweist,
auf denen Mauersteine auf Paletten (36) transportiert werden.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Transporteinrichtung (15, 29) eine Weiche (18) aufweist, über die der Transporteinrichtung
Mauersteine von zwei oder mehr zufuhrseitig angeordneten Förderern (10, 16) zugeführt
werden.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Steinaufbereitungsvorrichtung (20) zum Puffern und/oder zum Vereinzeln der Steine
vorgesehen ist, die eine Transportbahn (1, 201-204) für ankommende Steinpakete, eine
oder mehrere verfahrbare und mindestens eine drehbare Greifzange (17, 117, 217) und
einen oder mehrere Vereinzelungsplätze mit Bändern (42-44) aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Steinaufbereitung (20) eine Vorrichtung zum Erkennen der Dimensionen, der Form oder
der Abweichung von der Sollform der Mauersteine beinhaltet.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Greifzange (17, 117, 217) mit Sensoren oder einem Bilderkennungssystem zum Abtasten
der Mauersteine versehen ist, welche mittels Endschaltern Signale an eine zentrale
Steuervorrichtung abgibt, in der ein Vergleich mit gespeicherten Sollwerten vorgenommen
wird.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Steinbruchkontrollvorrichtung (44) vorgesehen ist, die einen Rüttler und eine
hinter dem Rüttler angeordnete Steinmeßvorrichtung oder eine Bruchstückerkennungsvorrichtung
aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens ein steuerbarer Dreh-Wendegreifer (117, 217) vorgesehen ist, mit dem Mauersteine
von der Transportbahn (1, 201-204) der Steinaufbereitungsvorrichtung (20) abgenommen
und auf Paletten (36) gelegt werden, die mit den Förderern (10, 16) weitertransportiert
werden.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Dreh-Wendegreifer (17) mit Greifdornen zum Ergreifen von Lochziegeln oder Lochsteinen
ausgestattet ist, wobei die Greiflöcher mit Hilfe eines Bilderkennungssystems gefunden
werden.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine steuerbare Säge- oder Spaltvorrichtung (19) zum Teilen der Steine vorhanden ist,
der mit einem Förderer die von einem Dreh-Wendegreifer (217) abgelegten Mauersteine
zugeführt werden.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steinsäge- oder Steinspaltvorrichtung (19) den Stein horizontal und vertikal teilen
kann.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steinsäge (19) zwei zueinander im Winkel, insbesondere von 90°, angeordnete Kreissägeblätter
(19a, 19b) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steinsäge (19) zwei übereinanderlaufende Bänder aufweist, zwischen denen die zu
schneidenden Mauersteine gehalten und mit denen sie durch die Säge geführt werden.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steinsäge mehrere Plätze aufweist, die durch einen Drehtisch (133) verbunden sind
und vom zu schneidenden Stein zyklisch durchlaufen werden können, wobei der Stein
mit einer am Drehtisch angeordneten Klemmvorrichtung festgeklemmt wird.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Versetzeinrichtung (13), mit der die Mauersteine an die jeweils vorgesehene Stelle
der Mauerscheibe (51) gesetzt werden, und eine Mörtelauftragsvorrichtung (23) zum
Aufbringen von Mörtel auf die Mauersteinlagen und in die Fugen zwischen den Mauersteinen
vorgesehen sind, wobei die Versetzeinrichtung einen mittels Stellmotoren steuerbaren,
in Längsrichtung der Mauer verfahrbaren Versetzgreifer (22, 322) aufweist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Versetzeinrichtung (13), der Versetzgreifer (22, 322), die Transporteinrichtung
(15, 29), die Weiche (18), die Steinsäge (19), der steuerbare Dreh-Wendegreifer (17)
und das Hubportal (28) mit einer programmierbaren Steuerung verbunden sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Lager oder Pufferspeicher (34) für Schnittsteine und/oder Reststeine geschnittener
Steine vorgesehen ist, dessen Bestand von der zentralen Datenverwaltung und Steuerung
erfaßt und verwaltet wird.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 18,
dadurch gekennzeichnet, daß
auf der dem Transportband (29) abgewandten Seite des Versetzgreifers (22, 322) und
zwischen der Position der zu erstellenden Mauer (51) und der zuletzt fertiggestellten
Mauer (55) eine Arbeitsbühne (25) angeordnet ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 19,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine oder mehrere der Transportvorrichtungen (10, 15, 16, 29) als Pufferbänder ausgebildet
sind.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 20,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Mörtelauftragsvorrichtung (23) einen in Längsrichtung der Mauer verfahrbaren Schlitten
(230) aufweist, auf dem zwei nach unten führende Schläuche (231, 232) aus elastischem
Material benachbart so angeordnet sind, daß zwischen ihrer Unterkante und der obersten
Steinlage der Mauer (51) ein Spalt in Breite der gewünschten Mörteldicke entsteht,
und daß an beiden Gummischläuchen Positionierzylinder (233, 234) angreifen, mit denen
die Querschnittsfläche der Schläuche (231, 232) an deren unteren Ende verändert werden
kann, wobei Mörtel in die Schläuche (231, 232) bis zu einer bestimmten Füllhöhe entweder
kontinuierlich oder an einer definierten Füllstation eingebracht wird.
22. Verfahren zur Herstellung von Mauerstücken oder Wandtafeln aus Mauersteinen,
dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Mauerstein (52, 53) auf einer Palette (36) so abgelegt wird, wie es seinem späteren
Einbau entspricht, daß die Paletten (36) in der der Einbaureihenfolge der Steine (52,
53) entsprechenden Weise auf einer kontinuierlichen Fördervorrichtung abgesetzt und
von ihr zu einem Mauerportal (28) transportiert werden, wo sie mit einem in Längsrichtung
der Mauer verfahrbaren, computergesteuerten Versetzgreifer (22, 322) erfaßt und an
eine vorausberechnete Position gebracht werden.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 oder 22,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein mit einer Einrichtung zum Ergreifen von Lochsteinen versehener Dreh-Wendegreifer
(322) aus ankommenden Steinpaketen Lochsteine entnimmt und von einer zentralen Steuerung
gesteuert die Steine auf eine Palette (36) und/oder unmittelbar an vorbestimmte Positionen
der Mauer setzt, wobei er im Bedarfsfall einen Stein zuerst in eine benachbart angeordnete
Steinsäge (19) setzt um ihn nach dem Zurechtschneiden wieder zu entnehmen und auf
einer Palette (36) oder unmittelbar an vorgegebener Position auf die Mauer zu setzen.
24. Verfahren nach Anspruch 22 oder Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet, daß
mit dem Versetzgreifer (22, 322) zwei aneinanderliegende Steine ergriffen und aufgemauert
werden.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 - 24,
dadurch gekennzeichnet, daß
Schnittsteine und/oder deren Reststeine in ein Steinlager (34; 134) abgesetzt werden,
von dem sie nach Bedarf der Transporteinrichtung (16, 15), erneut der Säge zugeführt
(19) oder unmittelbar in die Mauer (51) gesetzt werden.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 - 25,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steine von einem mittels Stellmotoren steuerbaren, in Längsrichtung der Mauer
verfahrbaren Versetzgreifer (22, 322) jeweils soweit in den vorher aufgebrachten Mörtel
eingedrückt werden, daß allfällige Ziegeltoleranzen durch die Eindringtiefe des Steins
in den Mörtel aufgenommen werden und sich die Steinoberkante an der vorgesehenen Sollposition
befindet.