[0001] Die Erfindung betrifft ein fahrbares Mehrzweck-Kinderspielzeug nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1, das von einem Fahrersitz aus fahr- und lenkbar ist und zusätzlich
Lasten heben und senken kann.
[0002] Es ist ein fahrbares Mehrzweck-Kinderspielzeug bekannt, an dessen Chassis ein Hubmechanismus
vorhanden ist, an dem eine Greiferschaufel, wie sie bei Baggern üblicherweise Verwendung
findet, hängt. Die Betätigung der Greiferschaufel erfolgt dabei über eine geteilte
Seiltrommel, auf die jeweils ein Hub- und ein Greiferschaufelbetätigungsseil auf-
bzw. abwickelbar sind. Durch Drehung einer Kurbel, die mit der Seiltrommel starr verbunden
ist, kann die Greiferschaufel betätigt, d.h. geöffnet und geschlossen sowie angehoben
und abgesenkt werden. Um einen vertretbaren Kraftaufwand auch für Kinder zu erreichen,
ist an der Greiferschaufel eine lose Rolle vorhanden, mit deren Hilfe eine Übersetzung
des erforderlichen Kraftaufwandes gesichert wird. Die beiden Seiltrommelhälften sind
mittels einer Einklauenkupplung verbunden, so daß es möglich ist, daß das Betätigungsseil
der Greiferschaufel eher auf- bzw. abgewickelt wird und sich die Schaufelbacken bereits
vor dem Anheben schließen bzw. vor dem Absenken bereits öffnen.
[0003] Der zum Heben, Senken bzw. Betätigen der Greiferschaufel erforderliche Kraftaufwand
wird durch den Hebelarm, der durch den Abstand der Kurbel von der Seiltrommelwelle
vorgegeben ist, bestimmt und durch die Verwendung einer losen Rolle an der Greiferschaufel
nochmals halbiert (DE G 91 01 046.2).
[0004] Durch die Verwendung der losen Rolle zur Absenkung des erforderlichen Kraftaufwandes
verlängert sich die jeweilige Seillänge der beiden Seile auf das Doppelte, und es
ist dadurch ein entsprechend großer Platzbedarf für die Seiltrommel erforderlich,
wenn die vollständige Seillänge auf die Seiltrommelhälften gewickelt ist. Außerdem
ist in dieser Form nur ein begrenztes Kraftübersetzungsverhältnis realisierbar.
[0005] Hier setzt die Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, ein fahrbares Mehrzweck-Kinderspielzeug
mit einem Hubmechanismus, an dem eine Greiferschaufel hängt, weiterzubilden, so daß
in kompakter Bauweise ein Heben, Senken bzw. Betätigen der Greiferschaufel mit einem
für Kinder günstigen Kraftaufwand ermöglicht wird.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen
Merkmale erreicht.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Aufgabenlösung ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
[0008] Durch die Gestaltung des Kurbelrades als wesentlicher Bestandteil eines Räderumlaufgetriebes
kann bei sehr geringem Raumbedarf ein günstiges Übersetzungsverhältnis für die Betätigung
der Greiferschaufel erzielt werden. Die Zahnraddurchmesser und Zähnezahlen lassen
sich sehr einfach anpassen.
[0009] Auf eine lose Rolle an der Greiferschaufel kann verzichtet werden, da die erforderliche
Betätigungskraft der Greiferschaufel bereits durch das Räderumlaufgetriebe ausreichend
verringert werden kann und somit nur noch die halbe Seillänge auf die Seiltrommel
auf- bzw. abzuwickeln ist. Dadurch reduziert sich selbstverständlich der erforderliche
Seiltrommeldurchmesser bei aufgewickelten Seilen.
[0010] Bekanntermaßen lassen sich mit Räderumlaufgetrieben sehr einfach verschiedene Übersetzungsverhältnisse
realisieren. Dieser Vorteil kann auch beim Antrieb der Greiferschaufel benutzt werden.
Es ist in diesem Falle lediglich erforderlich, zusätzliche Schaltkupplungen und Arretierungseinrichtungen
am Hohlrad und am Steg des Räderumlaufgetriebes vorzusehen. Dabei wirkt es sich besonders
günstig aus, wenn Arretierung und Schaltkupplung gleichzeitig betätigt werden, so
daß bei Arretierung des Hohlrades, die günstigerweise direkt am Fahrzeugchassis erfolgt,
gleichzeitig die Schaltkupplung die Verbindung Hohlrad/Seiltrommel löst. In diesem
Zustand erfolgt der Antrieb der Seiltrommel über die Kurbel mit dem nabenförmig ausgebildeten
Sonnenrad über ein bzw. mehrere Planetenräder zum Steg und von diesem über die eingekuppelte
Schaltkupplung zur Seiltrommel. Selbstverständlich ist auch der entgegengesetzte Fall
möglich, bei dem der Steg arretiert und ausgekuppelt ist und die Übertragung der Drehbewegung
von Kurbel über Sonnen-, Planeten- zum Hohlrad und von diesem über die Schaltkupplung
zur Seiltrommel erfolgt. Dadurch lassen sich bei geringem Raumbedarf zwei Übersetzungsverhältnisse
auf einfache Weise realisieren. In besonders günstiger Weise ist es dadurch möglich,
daß zum einen der Steg nur die eine Seiltrommelhälfte antreibt und zum anderen das
Hohlrad mit der zweiten Seiltrommelhälfte verbunden werden kann. In diesem Falle können
die beiden verschiedenen Übersetzungsverhältnisse entsprechend benutzt werden, um
das größere Verhältnis zum Heben bzw. Senken der Greiferschaufel und das kleinere
lediglich zum Betätigen der Greiferschaufel zu verwenden. Dabei sollte der Steg des
Räderumlaufgetriebes hülsenförmig auf der gemeinsamen Welle innerhalb des Seiltrommeldurchmessers
verlaufen und mit der der Kurbel abgewandten Seiltrommelhälfte verbunden sein. Die
Verbindung von Hohlrad mit der anderen Seiltrommelhälfte kann dabei außerhalb des
Innendurchmessers der Seiltrommel erfolgen.
[0011] Um für die Kinder eine überschaubare Bedienung zu gewährleisten, empfiehlt es sich,
die Betätigungseinrichtung für Arretierung und Schaltung der Kupplung zu kombinieren,
so daß außer der Kurbel nur zwei weitere Betätigungselemente erforderlich sind, um
die Greiferschaufel zu bewegen.
[0012] In vereinfachter Ausführungsform kann auf die Schaltkupplungen verzichtet werden,
wenn der Steg mit einer Seiltrommelhälfte und das Hohlrad mit der anderen Seiltrommelhälfte
starr verbunden ist und an beiden Seiltrommelhälften jeweils eine Arretierungseinrichtung
vorhanden ist. Je nach Betätigung dieser Arretierungseinrichtungen kann somit entweder
die Seiltrommelhälfte zur Betätigung der Greiferschaufel oder die Seiltrommelhälfte
zum Anheben bzw. Absenken der Greiferschaufel angetrieben werden. Die Arretierungseinrichtung
kann dabei so ausgeführt werden, daß sie entweder die eine Seiltrommel oder die andere
Seiltrommel arretiert, so daß nur ein Betätigungselement erforderlich ist.
[0013] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert
werden.
- Fig. 1
- zeigt dabei eine Seitenansicht des fahrbaren Mehrzweck-Kinderspielzeuges;
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung durch die Seiltrommelhälften mit dem als Räderumlaufgetriebe
ausgeführten Kurbelantrieb, und
- Fig. 3
- eine Darstellung der zweigeteilten Seiltrommel.
[0014] Mit dem fahrbaren Mehrzweck-Kinderspielzeug, wie es in Fig. 1 dargestellt ist, können
Kinder vom Fahrersitz aus über eine Kurbel 6 eine Greiferschaufel 9 betätigen, indem
über die Kurbel 6 eine Seiltrommel angetrieben wird, die zweigeteilt ist und mit der
das Heben und Senken bzw. das Öffnen und Schließen der Greiferschaufel 9 vom Fahrersitz
aus ausführbar ist.
[0015] In einfachster Ausführungsform kommt dabei ein Räderunlaufgetriebe mit nur einer
Übersetzungsstufe zur Anwendung (Fig. 2). Das Räderumlaufgetriebe wird dabei gehäuseförmig
vom Kurbelgehäuse 6 umschlossen. Beim Drehen der Kurbel 6 treibt das nabenförmige
Sonnenrad 1, das mit der Kurbel 6 starr verbunden ist, über einen Planetenradsatz
8, den drehbar gelagerten Steg 2, der mit mindestens einer Seiltrommelhälfte 4 bzw.
4a starr verbunden ist, an. Das Hohlrad 3 ist dabei über ein festes Arretierungselement
7 fest mit dem Fahrzeugchassis verbunden und kann sich somit nicht drehen. Die Übersetzung
der Drehbewegung erfolgt dabei über Sonnenrad 1, Planetenräder 8 und Steg 2 auf die
Seiltrommelhälften. Der nabenförmige Sonnenradteil 1 der Kurbel 6, ein Teil des Steges
2 und die beiden Seiltrommelhälften 4, 4a sind auf einer gemeinsamen Welle 5 drehbar
gelagert und gegen axiales Verschieben gesichert. Bei Verwendung durchsichtigen Materials
für das Kurbelgehäuse können die Kinder die Funktionsweise eines solchen Zahnradgetriebes
visuell erfassen und das entsprechende Funktionsprinzip erkennen.
[0016] Aus der Darstellung gemäß Fig.3 ist die Funktionsweise der zweigeteilten Seiltrommel
erkennbar. Dabei erfolgt der Antrieb der Seiltrommeln 20, 21 über die Kurbel 6 und
dem an diese angeschlossenen Räderumlaufgetriebe. Bei Drehung der Kurbel 6 wird zuerst
die Seiltrommelhälfte 20 gedreht und das Greiferschaufelbetätigungsseil 28 auf- bzw.
abgewickelt, bevor nach zirka einer fast vollständigen Umdrehung die zwischen beiden
Seiltrommelhälften befindliche Einklauenkupplung 23, 24 die zweite Seiltrommelhälfte
bewegt und das Anheben bzw. Absenken der Greiferschaufel erfolgt. Zur Selbsthemmung
gegen unbeabsichtigtes Betätigen sind Ratschen 25,26 vorhanden. Diese Ratschen 25,26
können bei entsprechender Gestaltung für die Arretierung des Steges 2 bzw. des Hohlrades
3 bei zweistufiger Ausführung des Räderumlaufgetriebes verwendet und dadurch beide
Funktionen kombiniert werden.
1. Seiltrommelantrieb für ein fahrbares Mehrzweck-Kinderspielzeug nach Art eines Traktors,
das über zwei Achsen, von denen eine lenkbar ist, vier Räder, ein Lenkrad, eine Motorhaube
und einen Fahrersitz verfügt, bei dem ein absenkbarer Hubmechanismus in Fahrtrichtung
vor dem Lenkrad vorhanden ist, an dem eine über zwei Seile betätigbare Greiferschaufel
hängt und die Betätigung der Greiferschaufel über eine aus dem Fahrzeugchassis herausragende
Kurbel, die mit einer zweigeteilten Seiltrommel verbunden ist, erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Nahe des Kurbelrades als Sonnenrad (1) eines Räderumlaufgetriebes ausgebildet
ist und der Steg (2) und/oder das Hohlrad (3) des Räderumlaufgetriebes mit der Seiltrommel
(4) diese antreibbar verbunden sind.
2. Seiltrommelantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (2) und/oder das Hohlrad (3) des Räderumlaufgetriebes
arretierbar sind.
3. Seiltrommelantrieb nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (2) des Räderumlaufgetriebes nabenförmig auf
der gemeinsamen Seiltrommel- und Kurbelwelle (5) drehbar ist und mindestens eine Seiltrommelhälfte
antreibt, wenn das Hohlrad (3) des Räderumlaufgetriebes arretiert und mittels einer
Schaltkupplung von der Seiltrommel (4) entkuppelt ist.
4. Seiltrommelantrieb nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Hohlrad (3) des Räderumlaufgetriebes mindestens eine
Seiltrommelhälfte antreibt, wenn der Steg (2) arretiert und mittels einer Schaltkupplung
von der Seiltrommel (4) entkuppelt ist.
5. Seiltrommelantrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Hohlrad (3) des Räderumlaufgetriebes starr mit dem
Fahrzeugchassis verbunden ist und der Steg (2), der mit der Seiltrommel (4) verbunden
ist, diese bei Drehung der Kurbel antreibt.
6. Seiltrommelantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbel (6) das Räderumlaufgetriebe gehäuseförmig vollständig
überdeckt.
7. Seiltrommelantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Seiltrommelhälften, der Steg (2) des Räderumlaufgetriebes
und die Kurbel (6) mit dem als Nabe ausgebildeten Sonnenrad auf einer gemeinsamen,
am Fahrzeugchassis befestigten Welle (5) drehbar gelagert und gegen axiales Verschieben
gesichert sind.