[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung für eine Kreiselpumpe zur Förderung
heißer Medien, bestehend aus mindestens einer im Bereich einer Wellendurchführung
angeordneten Gleitringdichtung, einem Kühlkreislauf zur Kühlung der Gleitringdichtung,
wobei ein Teilstrom des Fördermediums als Kühlmedium der Gleitringdichtung verwendbar
ist.
[0002] Durch die DE-A- 27 37 294 ist eine Pumpenkonstruktion mehrstufiger Bauart bekannt,
die mit außenliegenden Lagergehäusen ausgestattet ist. Den Lagergehäusen vorangestellt
sind innerhalb der Pumpe befindliche Gleitringdichtungen, die dem Fördermedium ausgesetzt
sind. Den Gleitringdichtungen wiederum sind Drosselstrecken vorangestellt, mit deren
Hilfe ein Druckabbau bezweckt wird. In Strömungsrichtung nachgeordnet sind Rückführleitungen,
mit denen Fördermedium zum Saugstutzen zurückgeführt wird.
[0003] Eine andere Lösung ist durch die DE-A- 26 45 755 bekannt, die eine Kreiselpumpe zur
Förderung giftiger Medien zum Gegenstand hat. Darin sind zwei Dichtungen gezeigt,
wobei die erste nach Art einer Packung unmittelbar hinter einem Laufrad angeordnet
ist und der Packungsdichtung eine Gleitringdichtung nachgeordnet ist. Um den Austritt
giftiger Medien zu verhindern, wird in den Gleitringdichtungsraum von außen ein Medium
mit höherem Druck eingespeist. Damit wird sichergestellt, daß bei eventuellen Undichtigkeiten
das eingespeiste Medium in die Pumpe einströmt und nicht umgekehrt.
[0004] Durch die DE-A- 38 04 183 ist eine Wellendichtung für Kreiselpumpen bekannt, die
im Bereich des Wellenendes und am Gehäuseausgang angeordnet ist. Die Wellendichtung
besteht aus einer atmosphärenseitig angeordneten hydrodynamischen Gleitringdichtung
und einer weiteren pumpenseitig angeordneten Dichtung, wobei in eine zwischen den
beiden Dichtungen befindliche Dichtungskammer ein der Kühlung und der Abführung von
Schmutzteilchen dienender Zirkularstrom eingeleitet wird. Die pumpenseitige Dichtung
ist als hydrodynamische Gleitringdichtung ausgebildet, die durch einen in der Dichtungskammer
angeordneten, diese mit dem Pumpeninnern verbindenden, der gezielten Leckage dienenden
Bypass überbrückt ist. Mit Hilfe dieser Maßnahme soll eine externe Kühleinrichtung
eingespart werden und eine Lebensdauerverbesserung der Dichtung erreicht werden. Der
Dichtungsraum selbst wird vom Druckstutzen der Kreiselpumpe mit Fördermedium beaufschlagt,
um damit einen für die Funktion der Gleitringdichtung notwendigen Druck sicherzustellen.
Dieser Druck wird über die zweite Gleitringdichtung mit Hilfe einer gezielten Leckage
in das Pumpeninnere abgeleitet. Die zweite Gleitringdichtung wirkt damit gewissermaßen
als Drossel zum Druckabbau. Durch deren Einsatz erhöht sich jedoch die Fertigungskosten
des gesamten Pumpenaggregates.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für Kreiselpumpen mit einem Betrieb bis
160 °C Mediumtemperatur eine sichere und wenig aufwendige Kühlung einer Gleitringdichtung
zu verwirklichen. Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Anspruches
1. Zur Kühlung des im Bereich der Gleitringdichtung zirkulierenden Kühlmediums kann
neben anderen auch ein vom Antriebsmotor erzeugter Kühlluftstrom benutzt werden. Das
im Kühlkreislauf zirkulierende Fördermedium wird durch das Dichtungselement vom übrigen
Fördermedium getrennt, so daß im Normalbetrieb eine Vermischung zwischen diesen Bereichen
unterbunden wird. Der bewirkte Druckausgleich zwischen dem Dichtungsraum und dem Pumpeninnenraum
entlastet in einfachster Weise das dazwischen befindliche Dichtungselement. Der Pumpeninnenraum
umfaßt alle Räume, die vor dem Gleitringdichtungsraum angeordnet sind.
[0006] Das Dichtungselement kann nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
als einfacher, berührend wirkender Dichtungsring ausgebildet sein. Dessen Materialeigenschaften
sind so gewählt, daß er gegenüber den vorherrschenden Temperaturen beständig ist.
Der Druckausgleich mit Hilfe einer einfachen Druckentlastungsbohrung erfordert keine
besonderen fertigungstechnischen Maßnahmen. Eine Dichtlippe des Dichtungselementes
ist damit keiner Belastung ausgesetzt, so daß eine besondere Behandlung einer Pumpenwelle
bzw. einer darauf befindlichen Wellenschutzhülse entbehrlich ist. Die Förderwirkung
innerhalb des Kühlkreislaufes wird durch die Gleitringdichtung selbst oder damit verbundene
Hilfseinrichtungen erzeugt. Der Kühlkreislauf transportiert diejenige Wärme ab, die
während des Betriebes vom Werkstoff der Pumpe auf das Kühlmedium übertragen wird.
Im übrigen bildet sich innerhalb des Kühlkreislaufes ein Thermosyphonkreislauf aus,
der auch bei einer im warmen Zustand in Bereitschaftsstellung befindlichen Kreiselpumpe
für eine ausreichende Kühlung der Gleitringdichtung sorgt. Der Dichtungsring, welcher
gewissermaßen der Gleitringdichtung vorgeschaltet ist, unterbindet im Normalbetrieb
in einfachster Weise einen Wärmeaustausch mit dem heißen Fördermedium. Eine Zufuhr
von heißen Fördermedium in das Kühlmedium findet nur dann statt, wenn durch eine Dichtungsleckage
der Druck innerhalb des Kühlkreislaufes absinken sollte. Nur in solchen Fällen wird
verlorenes Kühlmedium durch nachströmendes heißes Fördermedium ersetzt. Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben und werden in der Figurenbeschreibung
näher erläutert.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben. Es zeigen hierbei die
- Fig. 1
- das druckseitige Ende einer mehrstufigen Kreiselpumpe und die
- Fig. 2
- einen vergrößerten Ausschnitt im Bereich des Dichtungsringes.
[0008] In der Fig. 1 ist von einer mehrstufigen Kreiselpumpe als Ausschnitt ein Druckgehäuse
1 mit darin befindlichen letzten Laufrad 2 gezeigt. Diesem Laufrad 2 ist eine Axialschubausgleichseinrichtung
3 nachgeordnet, von der aus eine Rückführleitung 4 zum - hier nicht dargestellten
- Saugstutzen der Kreiselpumpe führt. Auf die Axialschubausgleichseinrichtung kann
auch verzichtet werden, wenn der konstruktive Aufbau der Pumpe auf andere Art für
einen Ausgleich sorgt, z. B. durch gegenläufige Anordnung. Hier ist der Axialschubausgleichseinrichtung
ein Dichtungselement 5 nachgeordnet, welches den die Axialschubausgleichseinrichtung
3 enthaltenden Raum 6 von einem eigentlichen, eine Gleitringdichtung 7 enthaltenen
Dichtungsraum 8 trennt. Der Dichtungsraum 8 verfügt über eine Abflußleitung 9, durch
die erwärmtes Medium nach außen strömt, einen - hier nicht dargestellten - Kühler
passiert und als abgekühltes Medium durch die Leitung 10 im Bereich einer Öffnung
11 in den Dichtungsraum 8 des Dichtungsgehäuse 12 eingeführt wird.
[0009] Das hier als Dichtungsring ausgebildete berührende Dichtungselement (5) liegt am
rotierenden Teil der Pumpe an, im gezeigten Ausführungsbeispiel an einer Wellenschutzhülse
(14), die über eine Pumpenwelle (22) geschoben ist. Das Dichtungselement bzw. der
Dichtungsring (5) kann auch direkt auf einer Pumpenwelle (22) oder einem anderen rotierenden
Pumpenteil dichtend anliegen. Er verhindert in wirkungsvoller Weise, daß ein Austausch
zwischen dem heißen Fördermedium und dem eine geringere Temperatur aufweisenden Kühlmedium
stattfindet. Allenfalls in den Situationen, in denen durch Leckage im Bereich der
Gleitringdichtung Kühlmedium durch Fördermedium ersetzt werden muß, erfolgt ein Zustrom
von Fördermedium.
[0010] Das Fördermedium strömt aus dem Bereich des letzten Laufrades (2) durch einen Lagerspalt
(13) zur - gegebenenfalls angeordneten - Axialschubausgleichseinrichtung (3). Aus
deren Raum (6) fließt das heiße Fördermedium vor dem Dichtungsring (5) über die Spalte
(15, 16, 17) in einen Sammelraum (18), von wo aus es durch eine Rückführleitung (4)
dem Saugstutzen bzw. einer Stelle niedrigen Druckes der Kreiselpumpe zugeführt wird.
[0011] Bei dem hier gewählten Ausführungsbeispiel ist eine Druckausgleichseinrichtung (19)
zwischen dem Sammelraum (18) für das Fördermedium und dem Dichtungsraum (8) angeordnet.
Diese ist hier als einfache Durchgangsbohrung ausgebildet und kann, wie gezeigt, auch
das Dichtungselement (5) in einer Aussparung (20) durchdringen. Somit herrscht am
berührend wirkenden Dichtungselement (5) Druckausgleich, wodurch eine Dichtungslippe
(21) erheblich geringer belastet ist. Ein berührungslos wirkendes Dichtungselement,
beispielsweise in Form einer Labyrinthdichtung, wäre ungeeignet, da dessen Dichwirkung
nicht ausreicht und eine zu große Wärmeübertragung durch hindurchströmendes heißes
Fördermedium erfolgen würde. Die Aufheizung des Dichtungsgehäuses erfolgt also ausschließlich
durch Wärmeübertragung an den metallischen Teilen. Findet für das Dichtungsgehäuse
(12) zusätzlich ein Werkstoff mit geringem Wärmeübertragungskoffizienten Verwendung,
z. B. ein austenitischer Stahl, ein keramischer Werkstoff oder andere isolierende
Werkstoffe, dann kann die Verwendung findende Gleitringdichtung problemlos bei 160
°C Fördermediumtemperatur oder höher eingesetzt werden.
[0012] Das in Fig. 1 eingekreiste Dichtungselement ist in Fig. 2 in vergrößerter Darstellung
gezeigt. Die hier gewählte Form der Druckausgleichseinrichtung hat den zusätzlichen
Vorteil, daß sie gleichzeitig eine Verdrehsicherung für das Dichtungselement bildet.
Die hier gewählte Ausführungsform einer Druckausgleichseinrichtung (19) besteht aus
einem die Wandfläche des Sammelraumes (18) durchdringenden rohrförmigen Bauteil. Es
erstreckt sich mit einem Teil seiner Länge in eine Aussparung (20) des Dichtelementes
(5) hinein, welches somit in seiner Position verdrehsichernd gehalten ist. Die Aussparung
(20) erlaubt bei U-förmiger Gestaltung während des Einbaues ein einfaches Einschieben
des Dichtungselementes (5) in die Einbaulage. Bei einer kreisförmigen Gestaltung der
Aussparung (20) müßte zwar erst das Dichtungselement (5) und danach die Druckausgleichseinrichtung
(19) montiert werden, aber damit würde sich gleichzeitig eine Lagesicherung für das
Dichtungselement ergeben. Die Druckausgleichseinrichtung (19) kann in einer einfachen
Form als Spannstift ausgebildet sein. Bei einer Anordnung an einer anderen als der
gezeigten Stelle vergrößert sich die axiale Baulänge zwar geringfügig, das System
als solches ist aber unverändert funktionsfähig.
[0013] In denjenigen Betriebssituationen, bei denen aus Verschleißgründen im Dichtungsspalt
der Gleitringdichtung (7) ein Verlust an Kühlmedium entsteht, ergibt sich im Kühlkreislauf
ein Druckabfall. Nun kann durch die Druckausgleichseinrichtung heißes Fördermedium
kurzfristig in den Kühlkreislauf nachströmen, um diesen wieder aufzufüllen. Die Abflußleitung
(9) aus dem Dichtungsraum (8) ist unmittelbar neben der Druckausgleichseinrichtung
(19) angeordnet. Damit ist sichergestellt, daß zuströmendes heißes Medium nicht auf
den Dichtungsspalt der Gleitringdichtung trifft und diesen schädigt. Vielmehr wird
es vom zirkulierenden Kühlmediumstrom mitgerissen und fließt erst einem Kühler zu,
um danach dem Dichtungsraum (8) zuzuströmen.
1. Dichtungsanordnung einer Kreiselpumpe zur Förderung heißer Medien, bestehend aus mindestens
einer im Bereich einer Wellendurchführung angeordneten Gleitringdichtung, einem Kühlkreislauf
zur Kühlung der Gleitringdichtung, wobei das Kühlmedium und das Fördermedium identisch
sind, und der Kühlkreislauf mit einem Kühler versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Gleitringdichtungsraum (8) und einem Pumpeninnenraum ein Dichtungselement
(5) angeordnet und dichtend am rotierenden Teil (14, 22) der Pumpe anliegt, und daß
eine Druckausgleichseinrichtung (19) zwischen Gleitringdichtungsraum (8) und Pumpeninnenraum
angeordnet ist.
2. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtungselement
(5) als berührender Dichtungsring ausgebildet ist.
3. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtungselement
aus einem hochpolymeren Kunststoff hergestellt ist.
4. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Druckausgleichseinrichtung (19) in Form einer Druckausgleichsöffnung zwischen Gleitringdichtungsraum
(8) und Pumpeninnenraum angeordnet ist.
5. Dichtungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckausgleichseinrichtung
(19) in den Dichtungsraum (8) neben einer Abflußleitung (9) einmündet.
6. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Druckausgleichseinrichtung (19) lagesichernd am Dichtungselement (5) anliegt.