[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ionisationselektrode zur Überwachung und
Regelung des Verbrennungsprozesses eines Brenners, insbesondere eines Gasbrenners,
innerhalb der Brennkammer.
[0002] In der Feuerungstechnik versteht man unter Brennern Misch- und Zuführeinrichtungen
für Brennstoffe und/oder Luft zum geregelten Verbrennen der Brennstoffe, wie beispielsweise
Öl, Gas oder Kohlenstaub.
[0003] Dabei sind hinsichtlich des Brennverhaltens regelungstechnische Probleme gegeben,
die sich u. a. auf eine sichere, zuverlässige und emissionsarme Verbrennung auswirken,
beispielsweise beim Starten des Brenners und dem Betrieb des Brenners bei unterschiedlichen
Leistungen, auch Brennerbelastung genannt.
[0004] So ist es beispielsweise bei Gasbrennern aufgrund von Besonderheiten in der Versorgung
mit Gasen unterschiedlicher und sich ändernder Beschaffenheiten für eine optimale
Verbrennung erforderlich, daß die Brenner diese Änderungen und Unterschiede erfassen
und entsprechend schnell und zuverlässig ausregeln können, zum Beispiel durch Beimischung
von mehr oder weniger Gas und/oder Luft.
[0005] Für die Regelung und Überwachung des Verbrennungsprozesses ist es dabei wichtig,
für die Verbrennung charakteristische Signale zu erhalten. Zu diesem Zweck werden
Ionisationselektroden verwendet, die im Brennerbereich des Brenners angeordnet sind
und während des Verbrennungsprozesses von den Flammen beaufschlagt werden. Dabei entstehen
freie elektrische Ladungsträger, Ionen und Elektronen, von denen überwiegend die Elektronen
aufgrund ihrer größeren Beweglichkeit einen gerichteten Ladungstransport, d.h. einen
elektrischen Strom, von der Ionisationselektrode zu einer elektrischen Masse bewirken.
Der sich so während des Verbrennungsprozesses einstellende elektrische Strom und/oder
die Spannung ist auch ein Maß für die Flammentemperatur und für die Qualität der Verbrennung.
In der DE 44 33 425 A1 ist offenbart, wie eine Ionisationselektrode zur Regelung verwendet
werden kann.
[0006] Für eine optimale Regelung und Überwachung des Verbrennungsprozesses ist ein zuverlässiges
Ionisationssignal bzw. ein zuverlässiger Ionisationsstrom erforderlich. Dazu ist es
notwendig, daß die Ionisationselektrode bei unterschiedlichen Brennerbelastungen gleichmäßig
von den Flammen beaufschlagt wird. Problematisch ist dabei, daß die Höhe der Flammen
von der Brenneroberfläche bei unterschiedlichen Brennerbelastungen variiert, so daß
das Ionisationssignal belastungsabhängig werden kann.
[0007] Aus der DE 195 02 900 A1 ist eine Ionisationselektrode bekannt, die zur Reduzierung
der Abhängigkeit von der Brennerbelastung verschiedene Längenabschnitte aufweist,
die wechselweise näher oder entfernter von der Brenneroberfläche liegen, so daß einige
Längenabschnitte von hohen Flammen und einige von niedrigen Flammen beaufschlagt werden,
je nach Brennerbelastung. Dazu ist die Ionisationelektrode wellenförmig, kammförmig
oder wendelförmig ausgestaltet. Nachteilig bei dieser Ionisationselektrode ist, daß
eine stets gleichmäßige Flammenbeaufschlagung nicht gegeben ist. Darüber hinaus ist
diese Elektrode aufwendig in der Herstellung. Außerdem ist die Justierung schwierig,
ohne daß die gewünschte Lastunabhängigkeit gesichert ist. Damit ist eine Belastungsabhängigkeit
des Ionisationssignals gegeben.
[0008] Der Erfindung liegt in Anbetracht dieses Standes der Technik die
Aufgabe zugrunde, eine Ionisationselektrode zur Überwachung des Verbrennungsprozesses eines
Brenners so auszugestalten, daß diese ein lastunabhängiges und zuverlässiges Ionisationssignal
liefert.
[0009] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß wenigstens ein Abschnitt der
Ionisationselektrode in den Brennerbereich der Brennkammer ragt und der Abstand des
Abschnitts von den Brennerdüsen einstellbar ist.
[0010] Durch die Einstellbarkeit des Abstands des in den Brennerbereich ragenden und damit
mit Flammen beaufschlagbaren Abschnitts der Ionisationselektrode ist gewährleistet,
daß die Ionisationselektrode ein lastunabhängiges und zuverlässiges Ionisationssignal
liefert, da die Ionisationselektrode so stets den optimalen Abstand zur Brenneroberfläche
einnehmen kann. Dieser optimale Abstand wird bei der Montage, der Inbetriebnahme oder
bei einer Wartung eingestellt und bleibt dann während des Betriebes des Brenners fixiert.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der in den Brennerbereich
ragende Abschnitt der Ionisationselektrode eine verringerte Oberfläche auf. Damit
ist ein optimaler Wärmefluß zwischen dem flammenbeaufschlagten in den Brennerbereich
ragenden Abschnitt der Ionisationselektrode und einem weiteren, nicht von den Flammen
beaufschlagten Abschnitt der Ionisationselektrode gegeben und Wärmestaus innerhalb
der Ionisationselektrode werden vermieden. Dadurch ist eine noch höhere Zuverlässigkeit
des Ionisationssignals gegeben. Vorteilhafterweise ist das Oberflächenverhältnis des
in den Brennerbereich ragenden Abschnitts der Ionisationselektrode zu einem außerhalb
des Brennerbereichs liegenden Abschnitts der Ionisationselektrode 1 : 2.
[0012] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Ionisationselektrode
drehbar in einer Halterung gelagert und der Abstand durch Drehen der Ionisa-tionselektrode
veränderbar. Dadurch ist eine überaus einfache Möglichkeit geschaffen, den Abstand
des in den Brennerbereich ragenden Abschnitts der Ionisationselektrode von der Brenneroberfläche
einzustellen.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung verläuft der in den Brennerbereich
ragende Abschnitt der Ionisationselektrode um einen Abstand zu der Drehachse der Ionisationselektrode
versetzt. Dadurch läßt sich der Abstand des in den Brennerbereich ragenden Abschnitts
der Ionisationselektrode von der Brenneroberfläche besonders effektiv und genau bereits
durch geringes Drehen der Ionisationselektrode einstellen. Vorteilhafterweise ist
der Abstand zu der Mittellinie durch eine Abwinkelung der Ionisationselektrode ausgebildet.
[0014] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt ist. Dabei zeigt die Figur
in einer schematischen Seitenansicht einen Brenner mit einer erfindungsgemäßen Ionisationselektrode.
[0015] Der in der Figur dargestellte Brenner 1 weist im Brennerbereich 2 eine Vielzahl von
Brennerdüsen 3 auf, von denen die Flammen ausgehen. Oberhalb des Brennerbereichs 2
ist eine Ionisationselektrode 4 befestigt, welche hierzu drehbar in einer Halterung
5 einer sich an den Brenner 1 anschließenden Wandung 6 gelagert ist. Die Ionisationselektrode
4 weist einen in den Brennerbereich 2 ragenden stabförmigen Abschnitt 7 und einen
außerhalb des Brennerbereichs 2 liegenden stabförmigen Abschnitt 9 auf. Die Abschnitte
7, 9 sind in Verlängerung und koaxial zueinander angeordnet. Der in den Brennerbereich
2 ragende Abschnitt 7 ist während des Verbrennungsprozesses von den Flammen 8 beaufschlagbar.
Wie in der Figur dargestellt, ist der in den Brennerbereich 2 ragende und diesen durchragende
Abschnitt 7 der Ionisationselektrode 4 gegenüber dem Abschnitt 9 der Ionisationselektrode
4 verjüngt und mit geringem Querschnitt ausgebildet, wodurch der Abschnitt 7 eine
geringere Oberfläche aufweist. Ferner verläuft der Abschnitt 7 um einen Abstand a
zu der in der Figur strichpunktiert eingezeichneten Mittellinie M der Ionisationselektrode
4 versetzt. Der Abstand a ergibt sich durch eine Abwinklung 4a der Ionisationselektrode
4 im Bereich des außerhalb des Brennerbereichs 2 liegenden Abschnitts 9.
[0016] Der in den Brennerbereich 2 ragende Abschnitt 7 ist, wie in der Figur dargestellt,
zu den Brenndüsen 3 mit einem Abstand b beabstandet. Der Abstand b läßt sich dabei
durch gezieltes Drehen der Ionisationselektrode in der Halterung 5 stufenlos verändern,
wie anhand der gestrichelt eingezeichneten weiteren Positionen des Abschnitts 7 der
Ionisationselektrode 4 und der entsprechenden Abstände b' und b'' zu erkennen ist.
[0017] So läßt sich durch einfaches Drehen der Ionisationselektrode 4 in ihrer Halterung
5 auf einfache Art und Weise der Abstand b stets so einstellen, daß das von der Ionisationselektrode
4 bei Flammenbeaufschlagung gelieferte Ionisationssignal lastunabhängig und zuverlässig
ist. Das Drehen erfolgt mittels z.B. eines elektrischen Antriebes, der auch prozeßgesteuert
sein kann. Der optimale Abstand b wird in Abhängigkeit von der Konstruktion des Brenners
und dessen konkretem Brennverhalten bei der Montage, der Inbetriebnahme oder bei einer
Wartung eingestellt. Der Abstand ändert sich während des Betriebes des Brenners nicht.
[0018] In dem in der Figur mit 11 gekennzeichneten Bereich schließt sich andererseits der
Brennkammer 10 ein Kessel mit Brauch- und/oder Heizungswasser an, welches mittels
des Brenners 1 erwärmt werden soll.
1. Ionisationselektrode zur Überwachung und Regelung des Verbrennungsprozesses eines
Brenners insbesondere eines Gasbrenners, innerhalb der Brennkammer (10),
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Abschnitt (7) der Ionisationselektrode
(4) in den Brennerbereich (2) der Brennkammer (10) ragt und der Abstand (b, b', b'')
des Abschnitts (7) von den Brennerdüsen (3) einstellbar ist.
2. Ionisationselektrode nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der in den Brennerbereich (2) ragende Abschnitt (7) der
Ionisationselektrode (4) eine verringerte Oberfläche im Vergleich zu mindestens einem
weiteren Abschnitt (9) der Ionisationselektrode (4) aufweist.
3. Ionisationselektrode nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Oberflächenverhältnis des in den Brennerbereich (2)
ragenden Abschnitts (7) der Ionisationselektrode (4) zu dem außerhalb des Brennerbereichs
(2) liegenden Abschnitt (9) der Ionisationselektrode (4) 1 : 2 ist.
4. Ionisationselektrode nach Anspruch 2 oder Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die unterschiedlichen Oberflächen auf unterschiedlichen
Querschnitten der beiden Abschnitte (7, 9) beruhen.
5. Ionisationselektrode nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ionisationselektrode (4) drehbar in einer Halterung
(5) gelagert ist und der Abstand (b, b', b'') durch Drehen der Ionisationselektrode
(4) veränderbar ist.
6. Ionisationseiektrode nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der in den Brennerbereich (2) ragende Abschnitt (7) der
Ionisationselektrode (4) um einen Abstand (a) zu einer Mittellinie (M) der Ionisationselektrode
(4) versetzt verläuft, die durch die Drehachse der Halterung (5) definiert ist.
7. Ionisationselektrode nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand (a) zu der Mittellinie durch eine Abwinkelung
4a) der Ionisationselektrode (4) ausgebildet ist.