[0001] Die Erfindung betrifft wasserlösliche chlorhexidinhaltige Zusammensetzungen und deren
Verwendung. Die Zusammensetzung enthält Chlorhexidin in Form der freien Base oder
in Form eines Chlorhexidin-disalzes.
[0002] Chlorhexidin (CHD), chemisch als 1,1'-Hexamethylen-bis-[5.4.chlorphenyl]-biguanid
anzusprechen, ist eine stark basisch wirkende Substanz mit nur sehr geringer Wasserlöslichkeit.
Durch Umsetzung der Chlorhexidinbase mit Säuren ist eine Vielzahl von ebenfalls schwer
wasserlöslichen Salzen zugänglich; wasserlöslich sind dagegen einige Salze von Chlorhexidin
mit Zuckersäuren. Chlorhexidinbase und vor allem das wasserlösliche Chlorhexidindigluconat,
ein Salz der D(+)-Gluconsäure mit Chlorhexidin stellen bedeutende antibakterielle
Substanzen dar, sowohl für den Einsatz im Human- als auch im Tierbereich. Hervorzuheben
sind die niedrige Toxizität und Verträglichkeit mit kationischen und nichtionischen
Detergentien. Chlorhexidindigluconat (CHD-gluc) ist als 20 gew.-%ige wässrige Lösung
im Handel erhältlich. Flüssige chlorhexidinhaltige Formulierungen werden vielfältig
modifiziert und als antibakterieller Zusatz in Kosmetika, zur Hautdesinfektion, Wundbehandlung,
in der Veterinärmedizin als Euterdesinfektionsmittel und auch zur Oberflächendesinfektion
eingesetzt.
[0003] Die CHD-Gluconatlösungen unterliegen in ihrer Zusammensetzung und Erscheinung den
Anforderungen des Europäischen Arzneibuches bzw. der amerikanischen Pharmakopoe. Eine
der Reinheitsforderungen ist der auf 500 ppm begrenzte Gehalt an p-Chloranilin. In
Umkehrung der Bildung von CHD (= CHD-Base) aus Hexamethylenbiscyanoguanidin und p-Chloranilin
gemäß nachfolgender Gleichung

kann bei der Salzbildung der CHD-Base mit D(+) Gluconsäure-δ-lacton, dem inneren
Ester der D(+)-Gluconsäure, in wässriger Phase sowie beim Stehenlassen, also Lagern
dieser Lösungen, p-Chloranilin reversibel abgespalten werden. Mit zunehmender Lagerzeit
kommt es zur Verfärbung der Lösungen in den gelb bis bräunlichen Bereich. Diese Zersetzung
von Chlorhexidindigluconatlösungen ist abhängig vom pH-Wert der Lösung und vor allem
der Lagertemperatur. Untersuchungen zeigten, dass bei einer Lagerung einer 20 gew.-%igen
Lösung Chlorhexidindigluconat bei 40 °C nach etwa einem Monat die zulässigen p-Chloranilinwerte
überschritten werden. Auch vielfach verwendete Lösungen, welche CHD-digluconat und
andere mikrobiozid wirksame Stoffe enthalten, unterliegen in unterschiedlichem Ausmaß
dieser Hydrolyse.
[0004] Eine vielfach verwendete Kombination enthält Chlorhexidindigluconat und N-Cetyl-N,N,N-trimethylammoniumbromid
(Cetrimide) als Aktivsubstanzen in verdünnten wässrigen oder alkoholischen Lösungen.
Auch solche Lösungen weisen eine ungenügende Lagerstabilität auf. Chlorhexidin oder
ein Salz davon und Cetrimide oder ähnliche Mikrobiozide enthaltende feste Zusammensetzungen,
die in Wasser klar löslich und auch bei höherer Lagertemperatur in sich stabil sind,
sind bislang nicht bekannt. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit die Bereitstellung
derartiger biozider Mischungen, aus denen durch Versetzen mit Wasser gebrauchsfertige
Lösungen gewonnen werden können.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist eine wasserlösliche chlorhexidinhaltige pulver-, granulat-
oder tablettenförmige Zusammensetzung, bestehend im wesentlichen aus
(i) einem Salz von Chlorhexidin mit 2 Mol einer Zuckersäure und einem mikrobiozid
wirksamen quaternären Ammoniumbromid oder aus
(ii) Chlorhexidin, einer Zuckersäure oder Zuckerlacton, wobei pro Mol Chlorhexidin
mindestens 2 Mol Zuckersäure oder Zuckerlacton anwesend sind, und einem mikrobiozid
wirksamen quaternären Ammoniumbromid.
[0006] Die Unteransprüche richten sich auf bevorzugte Ausführungsformen, insbesondere auf
Zusammensetzungen auf der Basis von im wesentlichen Chlorhexidindigluconat und Cetrimide
oder Chlorhexidin, Gluconsäure oder Gluconolacton und Cetrimide.
[0007] Es wurde gefunden, dass sich ein Gemisch aus festem pulverförmigen Chlorhexidindigluconat
und Cetrimide in verschiedenen Verhältnissen, wobei das Gemisch bei Bedarf in eine
für die Anwendung geeignete, z. B. granulierte, tabellierte oder pelletisierte Form,
überführt worden sein kann, überraschenderweise in Wasser rückstandsfrei wieder auflöst
und die Herstellung gebrauchsfertiger oder weiter verdünnbarer Lösungen erlaubt. Dieser
Befund war unerwartet, da es in einer Chlorhexidindigluconatlösung in Gegenwart von
Bromid-Ionen häufig zur Ausfällung von in Wasser schwer löslichem Chlorhexidindibromid
kommt.
[0008] Aus dem Löslichkeitsprodukt für Chlorhexidindibromid von L = 9,3x10
-8 mol/l können Grenzkonzentrationen für die in der Lösung vorliegenden Spezies, diprotoniertes
Chlorhexidin (= CHD-dikation), Bromid-Ion und Chlorhexidindibromid (= CHD-dibromid)
berechnet werden. Eine gesättigte Chlorhexidinbromidlösung sollte danach pro 1 ca.
1400 mg Chlorhexidin-dikation und 450 mg Bromid-Ionen enthalten. Mischungen aus festem
Chlorhexidindigluconat und Bromid-Ionen enthaltenden Stoffen, wie Cetrimide, sollten
sich daher nur beschränkt in Wasser lösen, bzw. bei IonenKonzentrationen, die die
durch das Löslichkeitsprodukt festgelegten Höchstwerte überschreiten, zu Ausfällungen
führen. Überraschend aber wurde gefunden, daß feste Mischungen aus Chlorhexidindigluconat
und Cetrimide sich in Wasser klar auflösen, ohne dass eine zu erwartende Fällung von
CHD-dibromid auftritt, wenn das Löslichkeitsprodukt überschritten wird.
[0009] Erfindungsgemäße Zusammensetzungen enthalten als Chlorhexidinsalz ein Salz einer
Zuckersäure, wobei das Salz aus dem diprotonierten Chlorhexidin-dikation und zwei
Säureanionen der Zuckersäure besteht. Außer dem lange bekannten Chlorhexidindigluconat
sind derartige Salze in der EP 1 018 337 A2, deren Offenbarung in diese Anmeldung
einbezogen wird, beschrieben. Bevorzugte Salze enthalten das Anion der Gluconsäure,
insbesondere der D(+)-Gluconsäure, der Lactobionsäure, D-Galactonsäure, L-Mannonsäure,
D-Galacturonsäure, D-Gulonsäure und α-D-Heptagluconsäure. Alternativ hierzu kann die
zusammensetzung anstelle eines Chlorhexidinsalzes eine Kombination aus Chlorhexidin
(freie Base) und einer Zuckersäure, wie den zuvor genannten, oder Lacton einer solchen,
wie D-Galacton-γ-lacton, L-Mannonsäure-γ-lacton, D-Gulonsäure-γ-lacton, D-Gluconolacton,
α-D-Heptagluconsäure-γ-lacton, enthalten, wobei pro Mol CHD-Base im allgemeinen mindestens
zwei Mol Säure oder Lacton anwesend sind, ein Säure- oder Lactonüberschuss, beispielsweise
bis 100 %, insbesondere bis 20 %, aber möglich ist. Derartige Kombinationen bilden
beim Auflösen in Wasser CHD-Salze.
[0010] Unter den mikrobiozid wirksamen quaternären Ammoniumbromiden sind solche Verbindungen
zu verstehen, welche mindestens einen mittel- bis langkettige Alkyl- oder Alkenylrest
mit 8 bis 18 C-Atomen aufweisen und bis zu drei gleiche oder verschiedene kurzkettige
Alkylreste, die ihrerseits zusätzlich eine Hydroxyl- und/oder Halogengruppe oder/und
eine Epoxidgruppe enthalten können. Insbesondere handelt es sich um (C
10 bis C
16)Alkyl-tri(C
1 bis C
3)alkylammoniumbromid, besonders bevorzugt um N-Cetyl-N,N,N-trimethylammoniumbromid,
das unter der Bezeichnung Cetrimide als mikrobiozide Aktivkomponente breite Anwendung
in Desinfektionsmitteln findet.
[0011] Unter dem Begriff "chlorhexidinhaltig" wird verstanden, dass die Zusammensetzung
Chlorhexidin in Form der freien Base oder in Form eines Chlorhexidinsalzes, das seinerseits
das diprotonierte Chlorhexidindikation aufweist, enthält.
[0012] Der Begriff "im wesentlichen" schließt übliche Hilfsstoffe für mikrobiozide Formulierungen
ein. Beispiele hierfür sind oberflächenaktive Stoffe, Tablettensprengmittel, Granulierhilfsmittel
und Lösungsvermittler. Derartige Hilfsstoffe können in einer Gesamtmenge von bis zu
20 Gew.-%, insbesondere weniger als 10 Gew.-% und vorzugsweise bis zu 5 Gew.-%, jeweils
bezogen auf die Summe der Biozide in der Zusammensetzung, enthalten sein.
[0013] Das Gewichtsverhältnis der mikrobioziden Aktivkomponenten ist hierbei beliebig. Üblicherweise
enthalten die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen Chlorhexidin in Form der freien
Base oder des diprotonierten Dikations und ein mikrobiozid wirksames quaternäres Ammoniumbromid,
wie Cetrimide, im Gewichtsverhältnis im Bereich von 1:2 bis 1:20, insbesondere im
Bereich von 1:5 bis 1:20, jedoch kann auch Chlorhexidin oder ein Salz davon gegenüber
dem Ammoniumbromid im Überschuss vorliegen.
[0014] Ein vollständig wasserlösliches 1:1 Chlorhexidingluconat-Cetrimide-Gemisch kann nach
Auflösung in Wasser bis zu etwa 6 Gew.-% Cetrimide enthalten, da die tolerierbare
Cetrimidekonzentration durch die beschränkte Cetrimide-Wasserlöslichkeit (ca. 67 g/l)
limitiert wird. Bei einem Mischungsverhältnis von CHD bzw. dem Dikation eines Salzes
zu Cetrimide wird mit zunehmendem Cetrimide-Gehalt die in Lösung erreichbare CHD-Konzentration
entsprechend erniedrigt. Bei einem Gewichtsverhältnis von 1:20 lassen sich daher klare
Lösungen nur mit einem Gehalt von etwa 0,6 % CHD-dikation herstellen, da ansonsten
Cetrimide ungelöst verbleibt. Höher konzentrierte Lösungen können aber durch Zusatz
von Alkoholen hergestellt werden.
[0015] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur Herstellung
erfindungsgemäßer Zusammensetzungen. Chlorhexidin und eine Zuckersäure oder Lacton
davon werden in einem zur Disalzbildung ausreichenden Molverhältnis, das heißt, 1
zu mindestens 2, mit dem quaternären Ammoniumbromid, wie insbesondere Cetrimide, gemischt.
Chlorhexidin und das Ammoniumbromid werden vorzugsweise im Gewichtsverhältnis im Bereich
von 1:2 bis 1:20, insbesondere 1:5 bis 1:20, eingesetzt. Zweckmäßigerweise liegen
alle Einsatzstoffe bereits pulverförmig vor. Das Mischen kann auch ein Mahlen umfassen.
Beim oder nach dem Mischen oder Mahlen kann das pulverförmige Gemisch granuliert,
pastilliert oder tablettiert werden, wobei ggf. übliche Granulierhilfsmittel und/oder
Tablettensprengmittel zusätzlich eingesetzt werden. Anstelle der Kombination aus Chlorhexidin
und einer Zuckersäure oder Lacton davon kann ein daraus gebildetes Chlorhexidinsalz
eingesetzt werden. Vorzugsweise werden Chlorhexidindigluconat und Cetrimide im Gewichtsverhältnis
von 1:1 bis 1:10 eingesetzt.
[0016] Ein technisch gangbarer Weg zur Herstellung von pulverfömigem Chlorhexidindigluconat
oder anderen Chlorhexidinsalzen von Zuckersäure besteht in der Abkühlung einer 20
bis 40 gew.%-igen wässrigen Lösung des Salzes, auf Temperaturen von -50 bis -80 °C
und Entfernen des Wassers durch Hochvakuumsublimation.
[0017] Cetrimide ist als Feststoff käuflich zu erwerben. Die Vermischung beider Komponenten
erfolgt durch Homogenisieren in geeigneten Apparaturen.
[0018] Bei Verwendung von Chlorhexidinbase (a), einem Zuckersäurelacton (b), wie δ-Gluconolacton,
und Cetrimide, ist eine Vormischung oder Salzbildung der Komponenten a und b nicht
notwendig. Im richtigen Verhältnis eingesetzt, wird auch hier ein Pulver, das sich
in Wasser löst, erhalten. Wegen der notwendigen Reaktionszeit der Base und der Dauer
der Hydrolyse des Lactons zur freien Säure, benötigen derartige Systeme aber eine
längere Lösezeit.
[0019] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen lassen sich zur Herstellung wässriger oder
wässrig-organischer Desinfektionsmittellösungen verwenden. Solche Lösungen können
die fertige Anwendungskonzentration an beiden biozid wirksamen Komponenten enthalten
oder vor der Anwendung noch weiter verdünnt werden.
[0020] Wesentliche Vorteile der erfindungsgemäßen Zusammensetzung sind:

Die hohe Lagerstabilität, da das die Stabilität beeinträchtigende Wasser erst vor
der Anwendung zugesetzt wird.

Die leichte Zugänglichkeit und Variationsfähigkeit der Zusammensetzungen.

Die leichte Verfügbarkeit von Desinfektionsmittellösungen mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt.
[0021] Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher beschreiben:
Beispiel 1
Herstellung von festem Chlorhexidindigluconat
[0022] 200 g einer 20 %igen (100 g einer 40 %igen) Chlorhexidindigluconatlösung werden in
einem 1 1 Kolben vorgelegt und in einem Gemisch aus festem Kohlendioxid in Ethanol
ausgefroren. Die ca. -78 °C kalte, kristalline Masse wird anschließend an einer Hochvakuumsublimationsapparatur
vom Wasser befreit. Chlorhexidingluconat hinterbleibt als völlig farbloses, pulverförmiges
Produkt. Restwassergehalt < 1 %. Beim Erwärmen beginnt es ab ca. 60 °C stark zu sintern,
eine klare Schmelze liegt bei 85 bis 90 °C vor.
Beispiele 2 bis 4
[0023] Gemäß den Beispielen 2a bis 4a wurden aus Chlorhexidindigluconat und Cetrimide Chorhexidindigluconat
(= CHD-gluc) / Cetrimide Mischungen in den Verhältnissen 1:1, 1:5 und 1:10 hergestellt.
Die Feststoffe wurden in Schraubgläser eingewogen und anschließend 30 Minuten homogenisiert.
[0024] Anstelle von festem CHD-digluconat wurde in den Beispielen 2b bis 4b eine Mischung
aus CHD-Base und δ-Gluconolacton verwendet.
| Beispiel |
CHD-gluc
[g] |
Cetrimide
[g] |
CHD-Base
[g] |
δ-Glucolacton
[g] |
| 2a |
15 |
15 |
- |
- |
| 2b |
- |
15 |
10.9 |
4.1 |
| 3a |
15 |
75 |
- |
- |
| 3b |
- |
75 |
10.9 |
4.1 |
| 4a |
15 |
150 |
- |
- |
| 4b |
- |
150 |
10.9 |
4.1 |
Beispiel 5
[0025] Lösungen der Mischungen der Zusammensetzungen der Beispiele 2b bis 4b wurden durch
Einbringen der gewünschten Menge an Aktivsubstanz in Wasser hergestellt. Die nachfolgende
Tabelle gibt die Lösezeiten zur Herstellung von Lösungen mit verschiedenen Konzentrationen
wieder.

[0026] Bei Verwendung von festem, durch Gefriertrocknung gewonnenem, CHD-digluconat verkürzen
sich die Lösezeiten wesentlich. Sie liegen bei Raumtemperatur im Bereich von etwa
5 Minuten, wobei die Lösezeit durch die Lösegeschwindigkeit der Cetrimide-Komponente
bedingt ist.
[0027] Bei Konzentrationen von 1.0 % CHD-digluconat in der Lösung und einem CHD-digluconat/Cetrimide-Verhältnis
von 1:1 liegen in der Lösung 10 g CHD-gluconat bzw. 5630 mg CHD-Base sowie 2090 mg
Bromid-Ionen vor. Trotzdem tritt keine Ausfällung von CHD-dibromid ein. Ein Zusatz
von Alkoholen (n-Propanol; Isopropanol; Ethanol) im Bereich von 1 bis 2 % wirkt stabilisierend.
Eine solche Stabilisierung ist bei höheren Wirkstoffkonzentrationen und tiefer Lagertemperatur
zweckmäßig. Die erfindungsgemäßen festen, vorzugsweise pulver-, tabletten- oder granulatförmigen
Mischungen sind lagerstabil und spalten auch bei höheren Temperaturen kein p-Chloranilin
ab.
Beispiel 6
[0028] Die Tabelle gibt einen Vergleich der p-Chloranilin-Abspaltung in der erfindungsgemäßen
festen Mischung aus CHD-digluconat und Cetrimide im Gewichtsverhältnis 1:1 bei 40
°C Lagertemperatur und einer 4 %igen wässrigen Lösung hiervon.
| Lagerdauer |
Pulver |
Lösung |
| Start |
< 10 |
< 10 |
| 1 Monat |
< 10 |
23 |
| 3 Monate |
< 10 |
38 |
| 6 Monate |
< 10 |
55 |
1. Wasserlösliche chlorhexidinhaltige pulver-, granulatoder tablettenförmige Zusammensetzung,
bestehend im wesentlichen aus
(i) einem Salz von Chlorhexidin mit einer Zuckersäure, wobei das Salz aus dem diprotonierten
Chlorhexidindikation und zwei Säureanionen der Zuckersäure besteht, und einem mikrobiozid
wirksamen quaternären Ammoniumbromid oder aus
(ii) Chlorhexidin, einer Zuckersäure oder Zuckerlacton, wobei pro Mol Chlorhexidin
mindestens 2 Mol Zuckersäure oder Zuckerlacton anwesend sind, und einem mikrobiozid
wirksamen quaternären Ammoniumbromid.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie als mikrobiozid wirksames quaternäres Ammoniumbromid N-Cetyl-N,N,N-trimethylammoniumbromid
(Cetrimide) enthält.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie Chlorhexidin in Form der Base oder des diprotonierten Dikations eines Chlorhexidinsalzes
und Cetrimide im Gewichtsverhältnis im Bereich von 1 zu 2 bis 1 zu 20, insbesondere
1 zu 5 bis 1 zu 20, enthält.
4. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie im wesentlichen aus Chlorhexidindigluconat als Chlorhexidinsalz und Cetrimide
als mikrobiozid wirksames quaternäres Ammoniumbromid besteht.
5. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie im wesentlichen aus Chlorhexidin und δ-Gluconolacton, welche im Molverhältnis
von 1 zu 2 bis 1 zu 2,2 anwesend sind, und Cetrimide besteht.
6. Verfahren zur Herstellung einer chlorhexidinhaltigen Zusammensetzung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass man Chlorhexidin und eine Zuckersäure oder Zuckerlacton in zur Disalzbildung ausreichenden
Menge oder ein Disalz von Chlorhexidin mit einer Zuckersäure und ein mikrobiozid wirksames
quaternäres Ammoniumbromid, jeweils in Pulverform, in einer Menge bis zu 10 Gewichtsteilen,
bezogen auf 1 Gewichtsteil Chlorhexidin mischt und/oder miteinander vermahlt und,
sofern erwünscht, das Pulvergemisch granuliert oder tablettiert.
7. Verwendung einer chlorhexidinhaltigen Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1
bis 5 oder hergestellt nach dem Verfahren gemäß Anspruch 6 zur Herstellung einer wässrigen
oder wässrig-organischen, ein Salz von Chlorhexidin mit einer Zuckersäure und ein
mikrobiozid wirksames quaternäres Ammoniumbromid enthaltenden Desinfektionsmittellösung.
1. Water-soluble, chlorhexidine-containing composition, in the form of a powder, granules
or tablets, substantially consisting of
(i) a salt of chlorhexidine with a sugar acid, wherein the salt consists of the diprotonated
chlorhexidine dication and two acid anions of the sugar acid, and a microbicidally
active quaternary ammonium bromide, or of
(ii) chlorhexidine, a sugar acid or sugar lactone, with at least 2 moles of sugar
acid or sugar lactone being present per mole of chlorhexidine, and a microbicidally
active quaternary ammonium bromide.
2. Composition according to claim 1,
characterised in that
it contains N-cetyl-N,N,N-trimethylammonium bromide (cetrimide) as the microbicidally
active quaternary ammonium bromide.
3. Composition according to claim 1 or 2,
characterised in that
it contains chlorhexidine in the form of the base or the diprotonated dication of
a chlorhexidine salt and cetrimide in a weight ratio in the range of 1:2 to 1:20,
particularly 1:5 to 1:20.
4. Composition according to one of claims 1 to 3,
characterised in that
it consists substantially of chlorhexidine digluconate as the chlorhexidine salt and
cetrimide as the microbicidally active quaternary ammonium bromide.
5. Composition according to one of claims 1 to 3,
characterised in that
it consists substantially of chlorhexidine and δ-gluconolactone, which are present
in a molar ratio of 1:2 to 1:2.2, and cetrimide.
6. Process for the production of a chlorhexidine-containing composition according to
one of claims 1 to 5,
characterised in that
chlorhexidine and a sugar acid or sugar lactone, in a quantity adequate for the formation
of a disalt, or a disalt of chlorhexidine with a sugar acid and a microbicidally active
quaternary ammonium bromide, each in the form of a powder, in a quantity of up to
10 parts by weight, based on 1 part by weight of chlorhexidine, are mixed and/or ground
together and, if desired, the powder mixture is granulated or tableted.
7. Use of a chlorhexidine-containing composition according to one of claims 1 to 5 or
produced by the process according to claim 6 for the production of an aqueous or aqueous-organic
disinfectant solution containing a salt of chlorhexidine with a sugar acid and a microbicidally
active quaternary ammonium bromide.
1. Compositions solubles dans l'eau contenant de la chlorhexidine. sous forme de poudre,
de granulés ou de comprimés, constituées pour l'essentiel
(i) d'un sel de chlorhexidine avec un acide saccharique, ledit sel étant constitué
d'un dication de chlorhexidine diprotoné et de deux anions acides de l'acide saccharique,
et d'un bromure d'ammonium quaternaire à activité microbiocide ou
(ii) de chlorhexidine, d'un acide saccharique ou d'une lactone d'acide saccharique,
en ayant, pour une mole de chlorhexidine au moins deux moles d'acide saccharique ou
de lactone d'acide saccharique. et d'un bromure d'ammonium quaternaire à activité
microbiocide.
2. Composition selon la revendication 1.
caractérisée en ce qu'
elle contient du bromure de N-cétyl-N,N,N-triméthylamtnonium (cetrimide) à titre de
bromure d'ammonium quaternaire à activité microbiocide.
3. Composition selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce qu'
elle contient de la chlorhexidine sous forme de base ou de dication diprotoné d'un
sel de chlorhexidine et de la cetrimide dans un rapport pondéral allant de 1 : 2 à
1 : 20, plus particulièrement de 1 : 5 à 1 : 20.
4. Composition selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce qu'
elle est constituée pour l'essentiel de digluconate de chlorhexidine à titre de sel
de chlorhexidine et de cetrimide à titre de bromure d'ammonium quaternaire à activité
microbiocide.
5. Composition selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisée en ce qu'
elle est constituée pour l'essentiel de chlorhexidine et de δ-gluconolactone présentes
dans un rapport molaire allant de 1 : 2 à 1 : 2,2 et de cetrimide.
6. Procédé de préparation d'une composition contenant de la chlorhexidine suivant l'une
des revendications 1 à 5.
caractérisé en ce qu'
on mélange et/ou on moud intimement de la chlorhexidine et un acide saccharique ou
une lactone d'acide saccharique dans une quantité suffisante pour la di-saliflcation
ou bien on mélange et/ou on moud intimement un di-sel de chlorhexidine avec un acide
saccharique et un bromure d'ammonium quaternaire à activité microbiocide, chacun étant
sous forme de poudre, dans une quantité allant jusqu'à 10 parties en poids par rapport
à 1 partie en poids de chlorhexidine et, si on le souhaite, on transforme ce mélange
pulvérulent en granulés ou comprimés.
7. Utilisation d'une composition contenant de la chlorhexidine suivant l'une des revendications
1 à 5 ou bien préparée selon le procédé suivant la revendication 6 destinée à la préparation
d'une solution désinfectante aqueuse ou organique aqueuse contenant un sel de chlorhexidine
avec un acide saccharique et un bromure d'ammonium quaternaire à activité microbiocide.