[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Anlage zum Öffnen und Reinigen von Fasermaterial,
sowie auf ein entsprechendes Verfahren. Die Erfindung ist insbesondere, aber nicht
ausschliesslich, für eine Anlage zur Verarbeitung von Baumwolle oder Fasern mit einer
ähnlichen Stapellänge konzipiert.
Stand der Technik
[0002] Es ist das allgemeine Ziel der Faserverarbeitung in der Putzerei und Karderie, die
Produktion und den Reinigungsgrad zu erhöhen und das Material schonend, bei minimalem
Gutfaserverlust, zu behandeln. Die damit verbundenen Probleme sind oft in der (Patent-)Literatur
aufgeführt worden, siehe z.B. DE-C-3490510 (US-C-4512060).
[0003] Grundsätzlich wird das Material in der Putzerei in mindestens einem "Reiniger" gereinigt,
bevor es an die Karderie weitergeleitet wird. Über die Gestaltung der Reiniger herrscht
keine Einigkeit, es sind aber Bestrebungen bekannt, die Reinigungsfunktion möglichst
"in einer Maschine" zusammenzufassen - siehe z.B. AT-C-231054, DE-A-2939861 (US-C-4345356)
und DE-A-4039773 (US-C-5146652).
[0004] Eine Reinigungslinie liefert Material an eine vorbestimmte Anzahl (z.B zwölf) Karden.
Die Linie muss dazu ausgelegt werden, die Maximalnachfrage der ihr angeschlossenen
Karden zu erfüllen. Bei zunehmender Leistungsfähigkeit der einzelnen Karde wird angestrebt,
dass die Leistungsfähigkeit der Putzereilinie entsprechend angepasst wird (d.h. eine
Reduktion der Anzahl Karden, die an einer Putzereilinie angeschlossen werden, ist
unerwünscht).
Technologie
[0005] Die folgenden Grundsätze gelten sowohl für den Stand der Technik wie auch für die
Erfindung.
1. Die "Feinreinigung" erfordert einen hohen Öffnungsgrad (anders ausgedruckt - es
ist nicht möglich, Schmutz zu entfernen, der im Inneren von Faserklumpen verdeckt
bleibt).
2. Ein hoher Öffnungsgrad erfordert eine "Klemmspeisung" (wie nachfolgend näher erklärt
wird).
3. Eine Feinreinigung mit Klemmspeisung erfordert bei höherem Durchsatz eine intensivere
Einstellung zur Erzielung guter Reinigungswerte. In der Folge verstärken sich Nissenerzeugung
(Messwert:Nissenzahl) und Faserschädigung (Messwert: Kurzfaseranteil).
4. Sofern man versucht, faserschonender (weniger intensiv - ohne Klemmspeisung) zu
reinigen, riskiert man eine ungenügende Ausreinigung kleiner Schmutzpartikel oder
auch unnötige Gutfaserverluste. Ein System ("Reinigungskennfeld") zur Darstellung
der entsprechenden Kompromisse an der Bedienungsoberfläche der einzelnen Maschinen
(bzw. an der Anlagesteuerung) ist in EP-A-452676 (US-C-5361458) gezeigt und ist von
der Anmelderin unter dem Namen "Varioset" in der Praxis eingeführt worden.
5. Die Klemmspeisung bei relativ niedrigem Durchsatz ist harmlos. Sie bildete z.B.
die Basis der erfolgreichen Feinreiniger der 60'er und 70'er Jahren, wo mit einem
relativ niedrigen Durchsatz in der Putzerei gearbeitet wurde.
Lösungsansatz:
[0006] An einer Rückkehr zu den Arbeitverhältnissen der 60'er und 70'er Jahre kann nicht
ernsthaft gedacht werden (siehe die schon aufgeführten Bemerkungen zur erhöhten Leistungsfähigkeiten
der einzelnen Maschinen), es kann aber daran angeknüpft werden, wenn die Feinreinigung
an einer Stelle erfolgt, wo der Fasermaterialstrom schon (z.B. für das anschliessende
Kardieren) aufgeteilt worden ist, beispielsweise im Kardenfüllschacht.
[0007] DE-A-2532061 befasst sich mit der Entstaubung von Baumwolle, die zur Verwendung in
der Rotorspinnmaschine vorgesehen ist. Dazu ist im Füllschacht eine zusätzliche Reinigung
vorgesehen, d.h. das Material ist schon in den vorgeschalteten Maschinen nach den
bekannten Prinzipien gereinigt worden. Mit anderen Worten es wurde nicht geplant,
den Feinreiniger aufzugeben und dies wurde in der Praxis tatsächlich nicht gemacht.
[0008] Nach DE-A-2532061 sollte die Verarbeitung im Füllschacht intensiv sein - Auflösung
bis zur Einzelfaser - um abzusichern, dass der Staub freigesetzt und entfernt werden
kann. Weiter sind die folgenden Punkte zu vermerken:
1. 1975 (Prioritätsdatum der DE-A-2532061) war die Produktion einer einzelnen Karde
relativ niedrig. Es war damals kaum sinnvoll, die Grundreinigung in die Füllschächte
zu verlagern, da die Gesamtproduktion der Karderie ohne weiteres, effizient in einem
konventionellen Reiniger verarbeitet werden konnten. Es war, hingegen, sinnvoll, die
intensive Öffnung für die Entstaubung nach DE 2532061 in den Schacht zu verlegen (relativ
kleine Fasermengen, wie in der Schrift erwähnt ist).
2. DE-A-2532061 beschreibt keine "Zusammenarbeit" zwischen dem Füllschacht und der
Karde.
[0009] Die Erfindung wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 12 definierte.
[0010] Die abhängigen Ansprüche 2 bis 11 betreffen besondere Ansführungsformen der Erfindung.
Definition:
[0011] Der Begriff "Klemmspeisung", wo er nachfolgend ohne zusätzliche Erklärung verwendet
wird, bedeutet in dieser Beschreibung "Klemmspeisung mit anschliessender Reinigungsfunktion",
wobei die Materialausscheidung als ein wesentliches Merkmal der Reinigungsfunktion
gilt. Diese Definition wird nachfolgend kurz erläutert.
[0012] Die Klemmspeisung ist wichtig für die feinere Auflösung (das feinere Öffnen), welche
die Feinreinigung begünstigt. Die Erfindung hat aber mit dem Öffnen als solches nichts
zu tun. Sofern das intensive Öffnen (Auflösen) für andere Zwecke als das Reinigen
vorgesehen werden muss (z.B. beim Mischen), wird es durch die Erfindung nicht direkt
beeinflusst. Allerdings wird durch die Erfindung die Gesamtbelastung des Materials
reduziert, was allenfalls den Einsatz der Klemmspeisung in Zusammenhang mit anderen
Funktionen als die Reinigung zugute kommt.
[0013] Mehrere Ausführungen der Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren der Zeichnungen
erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Kopie der Figur 1 aus EP-A-399315,
- Fig. 2
- eine Kopie der Figur 1 aus CH 0935/96 vom 12.4.96,
- Fig. 3
- eine Modifikation der Anordnung nach Fig. 2, um eine Vorrichtung nach dieser Erfindung
zu bilden.
- Fig. 4
- schematisch zwei Varianten einer Putzerei-/Karderieanlage nach dieser Erfindung für
die Verarbeitung von Baumwollfasern und/oder Chemiefasern,
- Fig. 5
- schematisch eine Putzerei-/Karderieanlage für die Verarbeitung von Mischungen von
Baumwoll- und Chemiefasern,
- Fig. 6
- diagrammatisch den Reinigungsverlauf einer Putzerei nach dieser Erfindung im Vergleich
mit den Verläufe in konventionellen Putzereien,
- Fig. 7
- die Verläufe der entsprechenden Nissenzahlen,
- Fig. 8
- in Fig. 8A bis 8K verschiedene Formen der Klemmspeisung,
- Fig.9
- schematisch eine erste Möglichkeit zur Realisierung der Reinigungsfunktion in einem
Schacht nach Fig. 3,
- Fig 10
- schematisch eine weitere Möglichkeit, wobei die Figur 10A Einzelheiten zu einem grösseren
Massstab darstellt,
- Fig. 11
- eine dritte Möglichkeit und
- Fig. 12
- die Faserzufuhr einer Karde mit einem Schacht gemäss dieser Erfindung.
[0014] Fig. 1 zeigt schematisch eine Putzerei linie bekannter Bauart. Von einer Ballenabtragvorrichtung
1 werden Faserflocken von Faserballen 2 abgetragen und über einen Förderweg 3 einer
ersten Reinigungsmaschine, beispielsweise einer Grobreinigungsmaschine 4, zugeführt.
Im Förderweg kann die geförderte Flockenmenge pro Zeiteinheit z.B. Kubikmeter/h mittels
einer Messvorrichtung 54 ermittelt werden. Normalerweise in einer Anlage des abgebildeten
Typs wird aber auf diese Messung verzichtet, wobei Vorratsdepots (Füllschächte) an
gewissen Maschinen vorgesehen werden, wie nachfolgend für die Karde anhand der Figur
2 beschrieben wird.
[0015] Der Grobreiniger 4 ist mit keinem Füllschacht versehen, dafür wird er aber derart
ausgelegt, dass er die Maximalproduktion der Ballenabtragvorrichtung 1 aufnehmen,
verarbeiten und weiterleiten kann. Die Maschine 4 umfasst keine Klemmspeisung, ihre
Arbeitsweise kann z.B. EP-A-379726 entnommen werden. Es wird auf jeden Fall Schmutz
ausgeschieden und die vorgereinigten und bereits in ihrer Grösse stark reduzierten
(d.h. mindestens zum Teil geöffneten) Faserflocken werden über einen weiteren Förderweg
5 einer zweiten Reinigungsmaschine, beispielsweise Feinreinigungsmaschine 6 genannt,
zugeführt und in einer gegenüber der ersten Maschine intensiveren Art weiter geöffnet
und gereinigt.
[0016] Anschliessend werden die gereinigten Flocken über einen weiteren Förderweg 7 in eine
Speisevorrichtung (einen Füllschacht) 8 gefördert. Aus dieser Speisevorrichtung 8
gelangt eine Faserwatte 9 über die Rutsche 10 in eine Karde 11. Fig. 1 zeigt nur eine
einzelne Karde 11. Die Gesamtproduktion einer Feinreinigungsmaschine 6 wird aber über
eine geeignete Flockenspeisung (z.B. nach EP-A-311831 und/oder US-A-4940367) auf mehrere
Karden 11 aufgeteilt. Es kann hier aber angenommen werden, dass alle Karden 11 gleich
sind, sodass die Beschreibung einer einzelnen Karde (nachfolgend anhand der Figur
2) für die anderen auch gilt.
[0017] Fig.1 zeigt viele andere Elemente (z.B. die Anlagesteuerung 53), die für die Erfindung
nach EP-A-399315 wichtig aber für die nun vorliegenden Erfindung ohne Bedeutung sind.
Auf eine Beschreibung solcher Elemente wird hierin verzichtet, wobei auf die genannte
EP-Schrift hingewiesen wird. Die nun vorliegende Erfindung ist auf keinen Fall auf
eine Steuerung der abgebildeten Art eingeschränkt - Alternativen sind z.B. in DE-A-3237864
und in EP-A-497535 gezeigt.
[0018] In Fig. 2 ist eine an sich bekannte Wanderdeckelkarde, z.B. die Karde C50 der Anmelderin,
schematisch dargestellt. Das von der Flockenspeisung gelieferte Fasermaterial wird
in der Form von Flocken in den Füllschacht 8 eingespeist, von einem Briseur 39 (auch
Vorreisser genannt) als Wattenvorlage übernommen, einem Tambour 40 (auch Trommel genannt)
übergeben und durch die Zusammenarbeit des Tambours mit einem Wanderdeckelsatz 50
weiter aufgelöst und gereinigt. Die Deckel des Wanderdeckelsatzes 50 werden durch
ein geeignetes Antriebssystem des Wanderdeckelaggregates über Umlenkrollen 56 einen
geschbssenen Pfad entlang (gleichläufig oder gegenläufig zur Drehrichtung des Tambours)
geführt. Fasern aus dem auf dem Tambour 40 befindlichen Vlies werden von einem Abnehmer
43 abgenommen und in einer aus verschiedenen Walzen bestehenden Auslaufpartie 80 zu
einem Faserband 90 gebildet. Dieses Kardenband 90 wird von einer Bandablage 13 in
eine Transportkanne 111 in zykloidischen Windungen abgelegt. Die Karde 11 ist mit
einer eigenen, programmierbaren Steuerung 120 versehen, und es ist auch eine geeignete
"Bedienungsoberfläche" (z.B. eine Tastatur bzw. eine Anzeige) 210 für die Eingabe
von Daten und/oder die Herausgabe von Zustandsmeldungen vorgesehen.
[0019] Fig. 3 zeigt nochmals die Karde 11 mit dem ihr zugeordneten Füllschacht 8. Letzterer
umfasst einen oberen Teil (einen Einspeiseschacht) 31 (siehe auch Fig. 1), sowie einen
unteren Schachtteil (Reserveschacht) 34. Faserflocken aus den unteren Schachtteil
34 werden durch zwei Förderwalzen 35 als die vorerwähnte Watte 9 ausgetragen und an
die Speisewalze 37 der Karde 11 weitergeleitet.
[0020] Zwischen dem oberen Schachtteil 31 und dem unteren Schachtteil 34 befindet sich eine
Zuführvorrichtung 32 (vgl. Fig.1), welche die Flocken einer Öffnerwalze 33 zuführt.
Solche Vorrichtungen sind im allgemeinen wohl bekannt. Es ist nun vorgesehen, diese
Vorrichtung anzupassen, um eine Vorrichtung nach der Erfindung zu erzielen, welche
wesentliche Aenderungen in den vorgeschalteten Anlagebereiche ermöglicht. Grundsätzlich
werden die Zuführvorrichtung 32 und Öffnerwalze 33, zusammen mit dem benachbarten
Teil vom Gehäuse des Schachtes, derart umgebildet, dass daraus ein "Feinreiniger"
entsteht.
[0021] Der Arbeitsweise dieses Reinigers können durchaus bekannte Prinzipien zugrunde gelegt
werden, z.B. nach EP-A-419415 (US-A-5123145) und/oder EP-A-481302, welche modernere
Formen des Feinreinigers darstellen. Diese moderneren Maschinen ermöglichen eine intensive
Reinigung auch bei hohem Durchsatz. Es ist aber in einer Anordnung nach Fig. 3 nicht
notwendig, solche modernere Prinzipien anzuwenden, da der Durchsatz im Füllschacht
einer Karde im Vergleich zum Durchsatz in einer modernen Putzerei relativ niedrig
ist z.B. mehr als 70 kg/h, vorzugsweise mehr als 100 kg/h, aber weit unterhalb 500
kg/h (Lieferung eines heute konventionellen Feinreinigers). Fasermengen z.B. zwischen
100 kg/h und 200 kg/h können nach den Prinzipien gereinigt werden, die z.B. in den
älteren Schriften CH-C-464021, EP-A-108229 und/oder EP-A-110017 erläutert wurden.
[0022] Die Anpassung erfordert auf jeden Fall Elemente am Umfang der Öffnerwalze 33, welche
das Ausscheiden von Schmutz ermöglicht. In Fig. 3 sind Roststäbe 102 mit dazwischen
liegenden Freiräume (nicht speziell angedeutet) schematisch dargestellt. Die Freiräume
ermöglichen das Ausscheiden des Abganges in einen Sammelraum 103, der mit einer Absaugung
(nicht gezeigt) zum Abführen des ausgeschiedenen Materials verbunden werden kann.
Die Verbindung kann kontinuierlich oder, vorzugsweise, intermittierend erzeugt werden.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Elemente 102 eingeschränkt. Es sind
z.B. Ausscheideelemente in der Form von "abgesaugten Messern" bekannt, die zusätzlich
oder als Alternativen in der Anordnung nach Fig. 3 verwendet werden können.
[0023] Die Zuführvorrichtung 32 stellt eine "Klemmspeisung" für die Öffnerwalze 33 dar,
wie in der Einleitung erklärt wurde. Diese Klemmspeisung besteht aus einer Speisewalze
321 und einer Mulde 322. Es sind aber viele andere Formen solcher Klemmspeisungen
bekannt, wie z.B. aus EP-A-383246 bzw. EP-A-470577 entnommen werden kann, und die
können ebenfalls in der neuen Reinigungsstelle verwendet werden. In der bevorzugten
Anordnung, die in Fig. 3 schematisch angedeutet ist, wird die Klemmspeisung als eine
Art "Dosierung" nach EP-A-383246 gestaltet. Dies stellt aber kein wesentliches Merkmal
der vorliegenden Erfindung dar.
[0024] Die Anordnung nach Fig. 3 ist konventionell bezüglich der Übergabe der Watte vom
Schacht an die Karde. Die neue Reinigungsstelle ist aber auch in anderen Anordnungen
anwendbar, z.B. wo der Schacht 8 derart mit der Karde 11 verbunden wird, dass auf
die Zwischenwalzen 35 verzichtet werden kann. Solche Anordnungen sind z.B. in DE-A-3733631,
DE-A-3733632 und DE-A-3734140 gezeigt. Es können auch mehrere Vorreisser 39 vorgesehen
werden, wie z.B. in DE-A-4331284 vorgeschlagen wird.
[0025] Die Erfindung ist auch nicht auf die Anwendung in der Wanderdeckelkarde eingeschränkt.
Es sind z.B. Festdeckelkarde bekannt (siehe DE-A-4418377), die ebenfalls je mit einem
Füllschacht nach dieser Erfindung ausgerüstet werden können.Die Erfindung kann auch
in Kombination mit sogenannten Krempeln zur Verarbeitung von Langstapelfasern verwendet
werden.
[0026] Die neue Feinreinigungsstelle wird vorzugsweise in der Schachtsteuerung integriert,
wie auch in Fig. 3 schematisch gezeigt ist. Diese Steuerung umfasst normalerweise
einen Regler 323 für einen drehzahlsteuerbaren Motor 324, welcher die Speisewalze
321 antreibt. Der Regler 323 ist mit einem Füllhöhensensor 325 verbunden, wobei verschiedene
(optische bzw. druckempfindliche) Sensoren bekannt sind, die diese Aufgabe erfüllen
können, sodass auf eine eingehende Beschreibung verzichtet werden kann. Mittels eines
geeigneten Regelalgorithmus kann das Füllniveau im unteren Schachtteil 34 innerhalb
vorgebbarer Toleranzen gehalten werden. Es kann auch ein Sensor S im Auslauf vorgesehen
und mit dem Regler 323 verbunden werden, sodass die Produktion der Reinigungsstelle
der Produktion der Karde angepasst werden kann. Eine solche Anordnung (für einen Füllschacht
ohne Reinigungsstelle) ist aus DE-A-3625311 sowie aus DE-A-3244619 (US-C-4535511)
bekannt.
[0027] Ebenfalls bekannt aus dem Stand der Technik ist eine weitere Variante, die in Fig.
3 angedeutet ist, nämlich das Vorsehen eines Weg- oder Kraftsensors 326, welcher auch
zur Signalübertragung mit dem Regler 323 verbunden ist. Der Sensor 326 misst den durch
die Mulde 322 zurückgelegten Weg, bzw. die auf ihr ausgeübten Kräfte, um eine Art
"Dosierung" (z.B. nach EP-A-383246) zu ermöglichen.
[0028] Es ist nun möglich, die Karde 11 und ihre Speisung (aus dem Schacht 8) als "Einheit"
zu steuern, wozu die Steuerungen der beiden Maschinen zusammengelegt oder miteinander
verknüpft werden können. Eine solche Anordnung ist speziell vorteilhaft in Kombination
mit der nun vorliegenden Erfindung, weil es dadurch möglich wird, die Reinigungswirkungen
der Karde selbst und der ihr zugeordneten Reinigungsstelle aufeinander abzustimmen,
z.B. nach dem "VARIOset"-Prinzip, das in EP-A-452676 erklärt und in der schweizerischen
Patentanmeldung CH 935/96 vom 12. April 1996 ergänzt wurde.
[0029] Grundsätzlich ist die neue Feinreinigungsstelle derart gestaltet, dass sie in der
Lage ist, Fasermaterial zu verarbeiten, das nicht vormals durch eine Klemmspeisung
irgendwelcher Art gelaufen ist. Auf jeden Fall ist sie derart konzipiert, dass sie
Material verarbeiten kann, das nicht vorher durch eine Reinigungsstelle mit einer
Klemmspeisung geliefert worden ist. Ein solches Material (im oberen Schachtteil 31)
sollte eine Nissenzahl aufweisen, die weniger als 50% höher als die Nissenzahl des
der Ballenabtragung 1 vorgelegten Rohmaterials ist. Der Kurzfaseranteil im Schachtteil
31 kann weniger als fünf Prozentpunkte höher liegen als der entsprechende Anteil im
vorerwähnten Rohmaterial (gemessen nach dem bekannten, bewährten Almeter-Messverfahren).
Folgendes Beispiel soll die letzte Aussage verdeutlichen - wenn der Kurzfaseranteil
in der Ballenvorlage X% (z.B. 30%) beträgt, soll der Kurzfaseranteil im oberen Schachtteil
31 weniger als (X+5)% - im gegebenen Fall <35% - betragen.
[0030] Die Feinreingungssteille im Schacht 8 ist nicht spezifisch dazu ausgerichtet lediglich
eine Entstaubung zu gewährleisten, obwohl Staub immer dann (bis zu einem gewissen
Grad) abgeführt wird, wo eine Absaugung vorgesehen ist. Die neue Feinreinigungsstelle
soll auf keinen Fall derart ausgelegt werden, dass die Auflösung in Einzelfasern angestrebt
wird. Ein solcher Auflösungsgrad im Schacht ist nicht wünschenswert.
[0031] Insbesondere wo Chemiefasern verarbeitet werden sollten, ist es nun allenfalls möglich
auch auf eine Grobreinigung (Maschine 4, Fig. 1) zu verzichten. Es ist auf jeden Fall
möglich auf die Feinreinigung vor dem Kardenfüllschacht 8 (d.h.auf die Maschine 6,
Fig 1) zu verzichten.
[0032] Fig. 4 zeigt drei Putzereimaschinen 1,4,90 in einem "Strang" gefolgt durch eine Karde
11 aus einer Kardengruppe, die mit Fasermaterial vom Putzereistrang beliefert wird.
Die verschiedenen Maschinen sind in unterschiedlichen Massstäben dargestellt, da Fig.
4 nur zur Erläuterung der Verarbeitungsschritte konzipiert ist. Diese Schritte werden
zuerst für die Verarbeitung von einem zu 100% aus Baumwolle bestehenden Fasersortiment
erläutert, anschliessend wird eine Variante zur Verarbeitung von einem zu 100% aus
Chemiefasern bestehenden Fasersortiment erklärt. Die Karde 11 und ihr Füllschacht
8 sind gemäss der in der Fig 3 abgebildeten Ausführung dieser Erfindung gestaltet
und sind deshalb in Fig. 4 nur in Umriss dargestellt.
[0033] Das Bezugszeichen 70 weist auf den Drehturm eines Ballenöffners 1. Der Turm 70 ist
drehbar auf einem fahrbaren Schlitten 72 montiert und trägt ein Abtragarm 73 bekannter
Bauart, womit Faserflocken von Ballen (in Fig. 4 nicht gezeigt, siehe aber Ballen
2 in Fig. 1) abgefräst werden. Der Schlitten 72 ist fahrbar auf Schienen 74 einem
Transportkanal 75 entlang, wobei die vorerwähnten Ballen auf der einen oder der anderen
oder auf beiden Seiten der Schienen 74 zur Ballenabtragung aufgestellt werden und
der Abtragarm 73 auf der nach oben gerichteten Oberfläche der Ballen aufliegt. Im
Kanal 75 wird ein Transportluftstrom durch geeignete Mittel (nicht gezeigt) erzeugt.
Der Arm 73 umfasst mindestens eine drehbare Fräswalze (nicht gezeigt), welche die
Flocken abfräst und über einen Verbindungskanal (in Fig. 4 nicht ersichtlich) im Turm
in den Transportkanal 75 liefert. Der Kanal 75 ist mit einem endlosen Abdeckband 76
versehen, das sich in der Längsrichtung des Kanals 75 zusammen mit dem Schlitten 72
bewegt. An einem Ende des Bewegungspfades für den Schlitten befindet sich ein Steuerungspult
77. Der Ballenöffner 1 nach Fig. 4 ist grundsätzlich konventioneller Bauart, z.B.
eine Maschine des Types "UNIFLOC", die weltweit von der Anmelderin angeboten wird,
wobei ähnliche Maschinen von anderen Maschinenherstellern angeboten und gleich wie
"UNIFLOC" in diesem ersten Verarbeitungsschritt eingesetzt werden können.
[0034] Wie schematisch durch den vollausgezogenen Pfeil angedeutet wird, geht der Transportkanal
75 in den Förderweg 3 (vgl. Fig. 1) über, der zum Eingang 81 eines Grobreinigers 4
führt. Der Luft-/Flockenstrom fliesst dann zuerst durch einen Entstaubungsbereich
82, wo ein Teil 83 des Luftstromes durch eine perforierte Wand 84 abgezogen wird.
Der verbleibende Flocken-/Luftstrom wird spiral um eine Trommel 16 geführt, die mit
Schläger 17 versehen ist, wobei ein Teil der mitgeförderten Verunreinigungen durch
Roste 86 in eine Kammer 21 unterhalb der Roste fallen. Aus dieser Kammer 21 können
sie mittels einer nicht gezeigten Transportabsaugung, über eine Schleuse 88, abgeführt
werden. Der Eingang 81 für den Flocken-/Luftstrom ist an einem axialen Ende der Trommel,
und ein Ausgang 89 ist am anderen Ende der Trommel 84 vorgesehen. Weitere Einzelheiten
dieser Maschine sind z.B. aus EP-C-381860, EP-C-379726, EP-C-447966 und EP-C-455017
entnehmbar, wobei eine derartige Maschine von der Anmelderin unter der Bezeichnung
"UNICLEAN" angeboten wird. Wichtigstes Merkmal dieser Maschine ist, dass in diesem
zweiten Verarbeitungsschritt die Baumwollflocken im freien Flug (ohne Klemmung oder
Zurückhaltung) gereinigt werden. Maschinen anderer Hersteller sind auch dazu konzipiert,
durch Schlagen im freien Flug die Flocken zu reinigen, wobei in einigen Fällen mehrere
Walzen (z.B. "Duowalzen") nebeneinander angeordnet sind. Solche Maschinen können auch
für den zweiten Verarbeitungsschritt beim Verarbeiten von Baumwolle eingesetzt werden.
[0035] Vom Grobreiniger 4 werden die Flocken durch das pneumatische Transportsystem über
den Förderweg 5 (vgl. Fig. 1) an eine Mischmaschine 90 geliefert. Die Maschine 90
umfasst mehrere (im dargestellten Beispiel, sechs) senkrechte Fallschächte 91, wo
die Flocken von der Transportluft getrennt werden. Alle Schächte sind über einen gemeinsamen
Eingang mit dem Förderweg 5 verbunden, sodass jeder Schacht 91 Fasern des gleichen
Sortimentes erhält. Die Fallschächte 91 gehen in eine Mischkammer 92 über, wo die
Faser von einem waagerechten Transportband 93 gegen ein schräggestelltes Fördermittel
(z.B. einen Nadellattentuch) 94 weitergefördert werden. Das Fördermittel 94 entnimmt
Fasern aus der Mischkammer 92 und gibt sie an einen Fallschacht 95 weiter, wobei Walzen
96 mit dem Fördermittel 94 zusammenarbeiten, sodass Faserklumpen in die Mischkammer
92 zurückgeworfen bzw. geöffnet werden. Wegen der unterschiedlichen Wege, welche die
Fasern durch die Schächte 91 und die Kammer 92 bis an das Fördermittel 94 zurücklegen
müssen, findet eine Phasenverschiebung beim Transportieren der verschiedenen "Faserpakete"
statt, wie schematisch in Fig. 4 angedeutet ist. Diese Phasenverschiebung ergibt eine
Durchmischung der Fasern, die sequentiell von verschiedenen Ballen abgefräst wurden.
Das Grundprinzip dieser Maschine ist in CH-C-511951 beschrieben worden, wobei eine
modernere Version der Maschine von der Anmelderin unter dem Namen "UNIMIX" angeboten
wird. Alternativen werden auch in diesem Fall von anderen Hersteller zum Erfüllen
der gleichen Funktion angeboten, wobei die Anordnung derart getroffen werden kann,
dass eine sogenannte Doublierung erzielt wird (z.B. nach DE-A-3151063). Solche Maschinen
sind auch zum Ausführen des dritten Verarbeitungsschritts (des Durchmischens) nach
dieser Erfindung geeignet.
[0036] Die bisher beschriebenen Baugruppen vom Putzerei-Strang nach Fig. 4 sind ausschliesslich
konventioneller Bauart und bleiben in ihren bekannten Wirkungen unverändert. Dem Schacht
95 folgt aber eine Auslaufeinheit 97, die in der dargestellten Anlage nach dieser
Erfindung geändert werden muss, wie nachfolgend erklärt wird.
[0037] In derzeit bekannten Anlagen gibt die Einheit 97 Flocken an ein Rohr 98 weiter, welches
in ein pneumatisches Transportsystem übergeht, um die Flocken an einen Feinreiniger
6 (Fig. 1) weiterzuleiten. Der Feinreiniger 6 dient oft auch als Speisemaschine für
die Flockenspeisung an die Karderie (siehe Leitung 7, Fig. 1). Nach dieser Erfindung
ist aber keine "Feinreinigungsmaschine" mehr als Einzelmaschine vorgesehen. Die Auslaufeinheit
97 muss jetzt die Funktion der Speisemaschine übernehmen und das Auslaufrohr 98 geht
daher in einen Kanal 100 über, welcher die Flocken an alle Karden der der Speisemaschine
zugeordneten Kardengruppe leitet. In Fig. 4 ist nur eine Karde 11 dieser Gruppe dargestellt,
wobei angedeutet wird, dass der Kanal 100 weitergeht, um andere Karden zu beliefern.
[0038] Die Flockenspeisung für die Karden bleibt an und für sich von der Erfindung unbeeinflusst
und wird daher hier nicht in allen Einzelheiten erklärt. Die Flockenspeisung muss
aber gesteuert werden, wozu in Fig. 4 ein Sensor 101 und ein Steuergerät 102 nach
EP-C-303023 gezeigt ist, wobei das Gerät 102 auch Signale von den Karden erhält und
die Speisemaschine (Auslaufeinheit 97) entsprechend steuert, was mit der Leitung 103
schematisch angedeutet und in der vorerwähnten EP-Schrift erklärt ist. Wenn die Speisemaschine
nach dem sogenannten Stop/Go-Verfahren arbeitet, was für die nun vorliegende Erfindung
nicht wesentlich ist, kann die Steuerung auch nach EP-C-311831 gestaltet werden, um
eine "Stop/Go-Optimierung" zu ermöglichen.
[0039] Die Auslaufeinheit 97 (wie sie in Fig. 4 abgebildet ist) stellt selbst eine Öffnungsstufe
dar, weil sie eine Öffnerwalze 104 mit einer Klemmspeisung (in der Form eines Speisewalzenpaares
105) umfasst. In einer weiteren, bekannten Variante besteht die Auslaufeinheit 97
aus einer direkten (Umkehr) Verbindung zwischen dem Schacht 95 und dem Rohr 98, wenn
das zu verarbeitende Sortiment keinen Öffnungsschritt an dieser Stelle erfordert.
Die Auslaufeinheit 97 ist auf jeden Fall vorzugsweise als eine steuerbare Einheit
gestaltet, welche die Flockenspeisungsfunktion übernehmen kann, da sonst eine zusätzliche
Speisemaschine eingesetzt werden muss. Die steuerbare Einheit könnte aber aus dem
Schacht 95 und dem Speisewalzenpaar 105 (ohne Öffnerwalze 104) gebildet werden, wobei
das Speisewalzenpaar 105 Fasern direkt in den Transportluftstrom liefert, der durch
geeignete Mittel (nicht gezeigt) im Rohr 98 bzw. Leitung 100 erzeugt wird. Das heisst,
die Anlage kann nun derart gestaltet werden, dass keine Klemmspeisung (mit oder ohne
Materialausscheidung) vor dem Kardenfüllschacht vorgesehen ist.
[0040] Die Auslaufeinheit die in Fig. 4 im Mischer integriert ist, könnte natürlich als
ein separates Modul gebildet werden, welche die Fasern vom Mischer übernimmt und gesteuert
weitergibt.
Bei der Verarbeitung von Chemiefasern (auch Synthetikfasern genannt) ist es nicht
nötig, das Material dadurch zu reinigen, dass Verunreinigungen ausgeschieden werden,
d.h. der Grobreiniger 4 ist auch nicht erforderlich. In diesem Fall kann direkt von
der Leitung 3 in die Leitung 5 geliefert werden, was mit dem gestrichelten Pfeil 80
in Fig 4 angedeutet ist. Es ist aber allenfalls dann vorteilhaft, die Auslaufstufe
97 als eine Öffnungsstufe zu gestalten.
[0041] Fig. 5 zeigt eine Putzereianlage, die dazu konzipiert ist, Baumwoll-/Synthetik-Mischungen
zu bilden und an eine Karderie nach dieser Erfindung (in Fig. 5 nicht gezeigt) zu
liefern. Die Anlage umfasst einen Ballenöffner 1, einen Grobreiniger 4 und eine Mischmaschine
90, allerdings (gegenüber Fig. 4) in einer anderen Anlagekonfiguration. Die Leitung
3 ist jetzt mit einer Abzweigung A (einer steuerbaren Klappe) versehen, sodass Flocken
selektiv an den Grobreiniger 4 (über den Ast 3X) oder an die Mischmaschine 90 (über
den Ast 3Y) geliefert werden können. Das Arbeitsfeld vom Ballenöffner 1 wird in "Blöcken"
aufgeteilt, wobei jeder Block mit einem "eigenen" Fasersortiment (Baumwolle oder Synthetik,
z.B. Polyester) belegt werden kann (für eine solche Arbeitsweise, siehe z.B. EP-C-221306).
[0042] Die Flocken aus den bzw. den Baumwollsortiment(en) enthalten Verunreinigungen, die
möglichst zu entfernen sind. Sie werden daher an den Grobreiniger 4 geschickt. Die
Flocken aus dem bzw. den Synthetiksortiment(en) enthalten keine Körper, die mittels
einer Ausscheidung von Material entfernt werden können. Sie werden daher an die Mischmaschine
90 geliefert. Um dies (mit einem einzigen Ballenöffner 1) zu ermöglichen, wird die
vorerwähnte Klappe entsprechend der Position des Abtragarmes 73 gegenüber seinem Arbeitsfeld
gesteuert. Die Auslaufeinheit 97 der Maschine 90 umfasst Leitelemente 107, welche
das Fasermaterial aus dem Schacht 95 an das Rohr 98 weiterleiten, wobei dieses Material
durch die Zusammenarbeit der Öffnerwalze 104 mit dem Speisewalzenpaar 105 geöffnet
wird, d.h. es wird die Flockengrösse verkleinert. Die Auslaufeinheit 97 dient aber
in diesem Fall nicht als Speisemaschine für die Karderie, da die Synthetikfaser vor
dem Kardieren mit Baumwollfasern gemischt werden müssen. Letzterer Schritt erfolgt
in der Maschine 110, die nach EP-A-628646 bzw. EP-C-383246 arbeitet.
[0043] Die Maschine 110 umfasst auch mehrere (im Beispiel, fünf) Fallschächte 111,112,113,114,115,
wo die Flocken von der Transportluft getrennt werden. Diese Schächte sind aber nicht
(wie die Schächte 91, Fig. 4) an einen gemeinsamen Eingang angeschlossen, sondern
mit je einem eigenen Eingang 111E, 112E. 113E, 114E bzw 115E versehen. Die Schächte
der Maschine 110 können daher jede für sich, individuell, mit Fasern beliefert werden,
im dargestellten Beispiel mit fünf verschiedenen Sortimenten. Um die Figur zu vereinfachen,
sind darin nur zwei Leitungen 116 bzw. 117 (die Eine 116 für Baumwolle, die andere
117 für Synthetikfasern) gezeigt worden, wobei jedem Schacht 111,112,113,114,115 die
eigene Speiseleitung zugeordnet werden könnte. Sofern diese Leitung, wie die Leitung
117, mit einer Durchmischungsmaschine 90 verbunden ist, muss eine Durchmischungsmaschine
pro Sortiment vorgesehen werden. Eine Variante mit einem Durchmischer 90A an der Leitung
116 ist mittels dem gestrichelten Kasten 90A angedeutet, wobei in der dargestellten
Variante nur ein einziges Baumwollsortiment an alle drei Schächte 111,112,113 geliefert
werden kann. Wenn auf die Durchmischung vor der Maschine 110 verzichtet werden kann,
wäre es möglich mittels einer Klappe an der Abzweigung AZ verschiedene Baumwollsortimente
sequentiell über eine gemeinsame Leitung 5A an je einen Schacht 111,112,113 zu schicken.
In einem solchen Fall ist es aber vorteilhaft, wenn der Grobreiniger 4 zur Verarbeitung
von jedem Sortiment individuell eingestellt werden kann, z.B. nach EP-A-641870. Auch
bei der Verarbeitung von einem einzigen Baumwollsortiment könnte allenfalls auf die
zusätzliche Durchmischungsmaschine 90A verzichtet werden, wenn die drei Schächte 111,112,113
der Maschine 110 zusammen mit der Baugruppe 120,121 für eine ausreichende Durchmischung
(mittels Doublierung) sorgen. Diese Bemerkungen sollen darauf hinweisen, dass die
Anlage sehr flexibel ist, aber trotzdem schlussendlich an die Anforderungen angepasst
werden muss.
[0044] An seinem unteren Ende ist jeder Schacht der Maschine 110 mit einem Dosieraggregat
118 versehen (nur für den Schacht 111 angedeutet, wobei die anderen Aggregate identisch
sind). Die Wirkungsweise dieses Aggregates 118 ist in EP-C-383246 beschrieben und
wird hier nicht wiederholt. Die Dosieraggregate 118 bilden je eine Faserschicht auf
dem gemeinsamen Transportband 119, welches sie einem Verdichter 120 zuführt, wo eine
Watte aus allen fünf Schichten gebildet wird. Die Watte wird einer (schematisch angedeuteten)
Öffnungseinheit 121 abgegeben, wo wieder Flocken gebildet und an ein Rohr 123 zum
Weiterleiten an einen Ventilator 124 geliefert werden. Der Blasluftstrom vom Ventilator
124 kann zum Weitertransportieren der Flocken verwendet werden. Die Auslaufeinheit
120,121,123,124 dient in diesem Beispiel als Speisemaschine für die Karderie.
[0045] Die Erfindung sieht demgemäss eine Anlage vor, worin die Flockenspeisung für die
Karderie durch das Steuern der Lieferung einer Mischmaschine erfolgt, was auch in
EP-C-361276 vorgesehen ist. Die Anlage nach der vorliegenden Erfindung unterscheidet
sich in vielen Merkmalen von der Anlage nach EP-C-361276, z.B. dadurch,
- dass in der Speiseeinheit eine Klemmspeisung ohne anschliessende Materialausscheidung
vorgesehen werden kann,
- dass keine Reinigung im freien Flug zwischen der steuerbaren Speiseeinheit und der
Karderie vorgesehen werden muss,
- dass im Füllschacht der Karde eine Reinigungsfunktion erfüllt werden kann,
- dass es nicht nötig ist, überschüssiges Material aus dem oberen Teil des Füllschachtes
beim Stoppen der Karde zu entfernen.
Reinigungsgrad, Nissenverlauf, Öffnungsgrad
[0046] Fig. 6 umfasst drei Diagramme A,B,C, welche den jeweiligen Verlauf des Reinigungsgrades
für drei verschiedene Putzereikonfigurationen darstellen. Diagramm A (oben) entspricht
einer Putzerei ("Putzerei I"), worin die Reinigungsfunktion insbesondere in einer
einzigen Stufe konzentriert wird. Diagramm B entspricht einer Putzerei ("Putzerei
II"), worin die Reinigungsfunktion unter mehreren Stufen aufgeteilt wird. Diagramm
C entspricht einer Putzerei ("Putzerei lll") nach der vorliegenden Erfindung. Jedes
Diagramm geht von einem Schmutzgehalt in den Ballen (Stufe B) in der Grössenordnung
von 3% aus. Für alle Diagramme sind die Stufen Grobreinigung (G), Mischen (M), Feinreinigung
(F), und Reserveschacht (S, im Kardenfüllschacht) aufgeführt, obwohl in Putzerei I
kein Grobreiniger und in Putzerei III kein Feinreiniger vorhanden sind. Die "Kurven"
verbinden Messwerte, wobei jeder Messwert dem jeweiligen Restschmutzgehalt am Ausgang
der angegeben Stufe darstellt.
[0047] Fig. 7 umfasst zwei Diagramme, die den Nissenverlauf für Putzereien I/II bzw III
entsprechen, wobei jedes Diagramm von einer Nissenzahl in den Ballen in der Grössenordnung
von 250 ausgeht. Da die Nissenverläufe für die heutigen Putzereien I und II ungefähr
gleich sind, ist in Fig. 7 nur ein Durchschnitt der Werte für solche Putzereien gezeigt.
[0048] Der Öffnungsgrad ist hier nicht separt dargelegt. Der Verlauf der Öffnungsgrades
entspricht aber ungefähr dem Verlauf der Nissenzahl. Anders ausgedruckt, die Nissenzahl
steigt tendenziell mit dem Öffnungsgrad, weil es "leichter" ist, gut geöffnete Fasern
zu Nissen zusammenzurollen. Es ist daher ein Vorteil der Anordnung nach der Erfindung,
dass das "Feinöffnen" relativ spät durchgeführt wird. Die Fasern können somit als
relativ grobe Flocken durch die Transportröhren gefördert werden, was die Nissenbildung
in diesen Rohren reduziert.
[0049] Die Nissenzahl hängt aber auch von der Durchflussmenge beim Öffnen ab. Die Aufteilung
der gesamten Fasermenge auf die Kardenschächte vor der Durchführung der Feinöffnung
stellt daher anund für sich einen Vorteil bei der Vermeidung von Nissen dar.
Klemmspeisung
[0050] Nachfolgend werden verschiedene Beispiele einer Klemmspeisung für die Feinreinigung
näher erläutert. Diese Beispiele haben die folgenden Merkmale gemeinsam:
- FR1
- Die Zuführung des Materials erfolgt aus einer Vorlage in der Form einer Watte z.B.
aus einem Flockenteppich.
Diese Watte kann über die ganze Arbeitsbreite gebildet werden. Sie sollte möglichst
gleichmässig sowohl über die Arbeitsbreite als auch in der Längsrichtung gebildet
werden, wobei Dichte-Schwankungen innerhalb vorgegebener Grenzen normalerweise (bei
praktisch vernünftigem Aufwand) unvermeidbar sind, weshalb die Zufuhr an eine Öffnerwalze
erfolgt. Die Vorlage wird meistens aus einem pneumatisch geförderten Flockenstrom
gebildet, was das Trennen der Flocken von der Transportluft erfordert. Füllschächte
haben sich während den letzten dreissig Jahren als die für diese Aufgabe am besten
geeignete Mittel erwiesen.
- FR2
- Die Zuspeisegeschwindigkeit ist relativ gering (z.B. kleiner als 0,5 m/s und typischerweise
weniger als 0,1 m/s für eine Lieferung zwischen 200 und 500 kg/h.)
- FR3
- Die Vorlage wird durch eine Klemmlinie (bzw. eine Klemmzone) geführt, welche auf die
Vorlage eine Rückhaltekraft ausübt. Die Klemmwirkung wird möglichst gleichmässig über
die Arbeitsbreite verteilt. Die Klemmlinie kann durch verschiedene Mittel gebildet
werden, wie nachfolgend anhand der Figur 8 erklärt wird.
- FR4
- Der Faserweg zwischen der Klemmlinie und der ihr folgenden Öffner- bzw. Reinigerwalze
ist kleiner als 100 mm bei der Verarbeitung von Fasern mit einer mittleren Stapellänge
bis ca. 60 mm. Dieser Parameter wird nachfolgend anhand der Fig. 8 näher erläutert.
Durch das Merkmal FR4 wird eine gute Öffnungsfunktion gewährleistet, indem die Öffnerwalze
Faser aus der zugeführten Vorlage herausziehen kann, ohne diese zu reissen.
[0051] Die oben aufgeführten Merkmale FR1 bis FR4 gelten genauso für eine Klemmspeisung,
die in einer Öffnereinheit verwendet wird, wie in einer Reinigungseinheit. Die Klemmspeisung
oder Feinreinigung kann mit den entsprechenden Merkmale der Grobreinigung verglichen
werden:
- GR1
- Zuführung flockenförmig,
- GR2
- Zuführgeschwindigkeit relativ hoch, > 5 m/s,
- GR3
- Reinigung im freien Flug (ohne Rückhaltung d.h. ohne Klemmlinie).
[0052] Die Figuren 8A bis 8J zeigen schematisch verschiedene Ausführungen als Beispiele
einer Zuführvorrichtung 32 mit einer Klemmspeisung. Die Ausführungen sind zusätzlich
als Dosiergeräte nach EP-B-383 246 konzipiert, was aber für die vorliegende Erfindung
nicht wesentlich ist. Falls die Dosierung in einem bestimmten Fall nicht notwendig
ist, kann die Zuführvorrichtung entsprechend vereinfacht werden, da die nach EP-B-383
246 vorgesehene Messung des Abstandes "x" im Klemmspalt dann wegfällt. Auch wenn die
Dosierung vorgesehen ist, reicht es für den Kardenfüllschacht allenfalls aus, einen
Volumenstrom (eher als einen Massenstrom) zu dosieren. In einem solchen Fall ist es
möglich, auf spezielle Massnahmen zum Konstanthalten der Dichte des Materials im Klemmspalt
zu verzichten.
[0053] Die Fig. 8K zeigt schliesslich eine vereinfachte Variante (ohne Dosierung).
[0054] In den Darstellungen der Figuren 8A bis 8K ist die Distanz zwischen der Klemmstelle
und der Faserübernahmestelle (im Sinne der EP-A-419 415) jeweils mit "P" angegeben.
Diese Distanz wird (gemäss dem vorerwähnten Merkmal FR4) beim Verarbeiten von "Kurzstapelfaser"
(Baumwolle und Chemiefaser mit entsprechenden Stapellängen) nicht grösser als 100
mm und vorzugsweise im Bereich 14mm bis 40mm gewählt. Der "Reinigungsparameter" P
kann gemäss EP-A-419 415 einstellbar sein, so dass der Parameter dem zu verarbeitenden
Fasersortiment angepasst werden kann. Der Parameter P kann z.B. mittels einer Steuerung
mit einem Reinigungskennfeld gemäss EP-A-452 676 einstellbar gemacht werden.
[0055] Die Anordnung eines Dosiergerätes 32 mit Speisewalzen 318, 320 und der Öffnerwalze
33 ist in Figur 8A gezeigt.
[0056] Die zwei Seitenwände 156, 158 des Flockenschachtes reichen bis nahe an die Oberflächen
der Speisewalzen 318 bzw. 320 heran und divergieren voneinander geringfügig, damit
keine Flockenstaus entstehen. Die Flocken 160 im Schacht 3 werden von den in Pfeilrichtung
in entgegengesetzten Richtungen drehenden Speisewalzen 318 bzw. 320 erfaßt und zu
einer Flockenwatte 162 komprimiert. Die Öffnerwalze 33 löst dann die Flocken aus dieser
Flockenwatte heraus und bildet eine Flockenströmung 132, die sich in Pfeilrichtung
164 weiterbewegt. Alle von den mit der Drehzahl n umlaufenden Speisewalzen erfaßten
Flocken werden durch einen Förderspalt transportiert, dessen Breite x den kleinsten
Abstand zwischen den beiden Speisewalzen darstellt und dessen Länge der Länge der
Speisewalzen bzw. der Breite der Seitenwände des Schachtes entspricht.
[0057] Die Drehachse der Speisewalze 318 ist mit 166, die Drehachse der Speisewalze 320
mit 168 und die Drehachse der Öffnerwalze 33 mit 170 gekennzeichnet. Die Drehachse
166 der Speisewalze 318 ist ebenso wie die Drehachse 170 der Öffnerwalze 33 im Flockenschacht
fest angeordnet. Die Drehachse 168 der Speisewalze 320 ist jedoch von zwei Armen 172
getragen, von denen in der Figur nur der eine zu sehen ist. Der zweite Arm 172 befindet
sich an der anderen Stirnseite der Speisewalze 320 und ist genauso ausgelegt wie der
gezeigte Arm 172. Dieser Arm 172 ist an der Drehachse der Öffnerwalze 33 gelagert
und kann somit Drehbewegungen um diese Drehachse 170 in Richtung des Doppelpfeils
174 ausführen. Wie ersichtlich führen solche Bewegungen zu einer Veränderung des Abstandes
x.
[0058] Auf der rechten Seite der Figur ist eine Vorspanneinrichtung 176 vorgesehen, und
zwar in Form einer Vorspannfeder 178, welche an ihrem einen Ende gegen eine am Füllschacht
fest angeordneten Anschlag 180 und an ihrem anderen Ende an einem mit dem Arm 172
verbundenen Anschlag 182 anliegt. Zwischen dem Anschlag 180 und dem Anschlag 182 erstreckt
sich eine Stange 184, welche verschiebbar innerhalb des Anschlages 182 angeordnet
ist. Es versteht sich, daß eine zweite Vorspanneinrichtung 176 auf der anderen Stirnseite
der Speisewalze 320 vorgesehen ist und dort ebenso auf den zugeordneten Arm 172 drückt.
Die beiden Federn 178 versuchen daher den Abstand x zu verkleinern. Der minimale Abstand
x wird durch eine Anschlageinrichtung 186 vorgegeben, die mit dem gezeigten Arm 172
zusammenarbeitet. Eine weitere Anschlageinrichtung 186 befindet sich auf dem anderen
Stirnende der Speisewalze 320 und arbeitet in entsprechender Weise mit dem dortigen
Arm 172 zusammen.
[0059] Der Abstand x stellt sich im Betrieb je nach dem im Förderschacht herrschenden Druck,
der Dichte und dem Öffnungsgrad der Flocken und der Kraft der Federn 178 ein, wobei
die Größe des Abstandes x sich durch die Verschiebebewegung der Stange 184 innerhalb
des Anschlages 182 ermitteln läßt. Die Stange 184 und der Anschlag 182 sind als Wegmeßeinrichtung
ausgebildet.
[0060] Das Dosierverfahren und die durchgeführte Regelung sind in EP-C-470 577 erklärt worden.
[0061] Die Figur 8B zeigt nun eine Ausführung, die der Ausführung der Figur 8A sehr ähnlich
ist, wobei aber die Speisewalze 318 nicht mehr extra angetrieben, sondern einfach
frei drehbar angeordnet ist. Diese Ausführung beruht auf der Erkenntnis, daß der aufgrund
der Speisewalze 320 entstandene Flockenstrom beträchtliche Reibungskräfte auf die
Speisewalze 318 ausübt, vor allem dann, wenn die Oberfläche der Speisewalze 318 nicht
glatt ist, sondern eine Oberflächenbeschaffenheit hat, welche zu einem erhöhten Reibungskoeffizienten
führt, wobei diese Reibungskräfte durchaus ausreichen, um die Speisewalze mit einer
Oberflächengeschwindigkeit anzutreiben, welche der Geschwindigkeit des Flockenstromes
bzw. der Oberflächengeschwindigkeit der Speisewalze 320 entspricht.
[0062] Abgesehen von dieser Änderung entspricht die Auslegung der Ausführung gemäß Figur
8B weitestgehend der der Ausführung gemäß Figur 8A, weshalb auch die gleichen Bezugszeichen
für gleiche Teile verwendet werden, so daß eine gesonderte Beschreibung dieser Teile
nicht erforderlich ist. Es genügt, darauf hinzuweisen, daß die Drehachse 166 der Speisewalze
318 fest angeordnet ist, während die Speisewalze 320 in Fahrtrichtung angetrieben
wird. Es wäre aber umgekehrt genauso möglich, nur die Speisewalze 318 anzutreiben
und die weitere Speisewalze 320 frei drehbar auszulegen.
[0063] Bei der Ausführung der Figur 8C ist die Anordnung der Öffnerwalze 33 und der angetriebenen
drehbaren Speisewalze 320 gleichgeblieben, weshalb auch die gleichen Bezugszeichen
für diese Teile beibehalten worden sind. Die Speisewalze 318 ist jedoch durch eine
feststehende Rutsche 300 ersetzt worden, welche zusammen mit der Speisewalze 320 einen
Förderspalt 302 bildet, der an der Stelle 304 seine minimale Breite hat.
[0064] Bei der Ausführung der Figur 8D ist die Rutsche 300 durch ein umlaufendes Band 306
ersetzt worden, welches um zwei Umlenkrollen 308 und 310 geführt ist. Die obere Umlenkrolle
308 wird in diesem Beispiel um die Achse 312 angetrieben, und zwar in Pfeilrichtung
314, mit einer Geschwindigkeit, daß die Oberflächenlaufgeschwindigkeit des Bandes
306 in Pfeilrichtung 316 der Oberflächenlaufgeschwindigkeit der drehbaren Speisewalze
320 gleich ist. Die Anordnung der drehbaren Speisewalze 320 und der Öffnerwalze 33
entspricht der der Figur 8A, was durch die Verwendung gleicher Bezugszahlen zum Ausdruck
gebracht wird. Diese Anordnung wird hier der Kürze halber nicht extra beschrieben.
[0065] Im Falle eines angetriebenen umlaufenden Bandes 306 ist es nicht unbedingt erforderlich,
eine Umlenkrolle 310 im untersten Bereich der durch das Band gebildeten Schleife vorzusehen.
Stattdessen kann das Band beispielsweise über einen dreieckigen Führungskörper 218
geführt werden. Bei diesem Beispiel ist es aber auch möglich, das Band gar nicht anzutreiben,
sondern es kann unter den vom Flockenstrom ausgeübten Reibungskräften durch diesen
Flockenstrom mitbewegt werden. In einem solchen Fall ist es wünschenswert, eine um
die Achse 220 frei drehbare Umlenkrolle 310 vorzusehen, zusätzlich zu der dann ebenfalls
frei drehbaren Umlenkrolle 308, damit die die freie Bewegung des Umlaufbandes verhindernde
Reibung so gering wie möglich gehalten wird. Die minimale Breite 304 des Förderspaltes
302 ist in diesem Beispiel ebenfalls am unteren Ende des umlaufenden Bandes angeordnet.
[0066] Die Ausführung der Figur 8E zeigt eine angetriebene Speisewalze 320.2 und eine feststehende
Speisemulde 322. Die Speisewalze 320.2 ist in Pfeilrichtung um die Drehachse 168.2
drehbar, und die Drehachse 168.2 ist an ihren beiden Enden vom jeweiligen Lenker 172.2
getragen, wobei die beiden Lenker 172.2 (von denen nur der eine in Figur 8E ersichtlich
ist) am oberen Ende der feststehenden Speisemulde 322 an der Drehachse 324 angelenkt
sind. Der Förderspalt 302 hat in diesem Beispiel seine minimale Breite an der Stelle
304. Diese Anbringung der Speisewalze 320.2 ermöglicht eine Veränderung der Minimalbreite
304 durch Schwenkbewegungen der Lenker entsprechend den Pfeilen 174.2. Die Vorspanneinrichtung
176.2 ist entsprechend der Figur 8A ausgebildet, greift aber von oben auf das untere
Ende der Lenker 172.2 und drängt damit die Speisewalze in Richtung der Speisemulde
322.
[0067] Bei der Ausführung der Figur 8F sind beide Speisewalzen durch umlaufende Bänder 306
und 326 ersetzt worden. Die Anordnung des umlaufenden Bandes 306 um die beiden Umlenkrollen
308 und 310 entspricht vollständig der Anordnung des entsprechenden umlaufenden Bandes
306 der Figur 8D, weshalb diese Anordnung mit den gleichen Bezugszeichen versehen
ist und hier nicht extra beschrieben wird. Das umlaufende Band 326 ist in etwa gleich
ausgelegt, das heißt es läuft um eine obere Umlenkrolle 328, welche angetrieben wird
und sich um die Achse 330 dreht. Das umlaufende Band 326 wird auch über eine untere
Umlenkwalze 332 geführt, die um die Drehachse 334 frei drehbar angeordnet ist. An
beiden Enden dieser Achse 334 greift eine Vorspanneinrichtung 176.3 an, die im wesentlichen
entsprechend der Vorspanneinrichtung der bisherigen Figuren ausgelegt ist, jedoch
mit der zusätzlichen Maßnahme, daß die Teile 182 an beiden Enden der Drehachse miteinander
über einen stabilen Stab 336 verbunden sind, um sicherzustellen, daß die Spaltbreite
an der engsten Stelle 304 des Förderspaltes 302 über die gesamte Axiallänge der Umlenkwalzen
310 bzw. 332 konstant bleibt. Ein solcher Stab 336 kann aber auch bei den anderen
Ausführungen vorgesehen werden. Die Drehachse 330 der Umlenkwalze 328 ist mit der
Drehachse 334 der Walze 332 auf einem gemeinsamen Trägerkörper (nicht gezeigt) um
die Achse 330 schwenkbar montiert.
[0068] In diesem Beispiel können entweder beide umlaufenden Bänder mit der gleichen Oberflächenlaufgeschwindigkeit
angetrieben werden, oder es kann wahlweise entweder nur das umlaufende Band 306 oder
nur das umlaufende Band 326 angetrieben werden, und das jeweils andere umlaufende
Band kann dann frei umlaufen. Im Falle von frei umlaufenden Bändern ist es bevorzugt
die untere Umlenkstelle als frei drehbare Walze auszuführen. Bei angetriebenen Bändern
können aber Umlenkkörper wie beispielsweise 318 oder 338 vorgesehen werden, wobei
beispielsweise der Umlenkkörper 318 fest und der Umlenkkörper 338 beweglich angeordnet
werden können. Hierbei wird die Beweglichkeit des Umlenkkörpers 338 auf eine Schwenkbewegung
um die Achse 330 beschränkt. Auch bei diesem Beispiel ändert sich die minimale Breite
304 im Betrieb, und die Änderungen dieses Abstandes werden bei der Regelung der Oberflächenumlaufgeschwindigkeit
des angetriebenen umlaufenden Bandes bzw. der angetriebenen umlaufenden Bänder berücksichtigt.
[0069] Die Figur 8G zeigt im Endeffekt eine Weiterbildung der Ausführung gemäß Figur 8C,
wobei die drehbare Speisewalze 320 mit einem umlaufenden Band 326 entsprechend der
Figur 8F ersetzt worden ist. Nachdem die Anordnung des umlaufenden Bandes 326 in bezug
auf die Figur 8F ausführlich beschrieben worden ist, kann hier auf eine weitere Beschreibung
des gleichen Gegenstandes verzichtet werden. Es soll lediglich darauf hingewiesen
werden, daß es sich bei dem umlaufenden Band 326 in diesem Beispiel unbedingt um ein
angetriebenes Band handeln muß. Auch bei diesem Beispiel ändert sich die Breite 304
im Betrieb, und die Änderungen dieser Breite werden bei der Regelung der Oberflächenlaufgeschwindigkeit
des umlaufenden Bandes 326 berücksichtigt. Diese Umlaufgeschwindigkeit ist natürlich
hier vorgegeben, wie bei allen anderen Ausführungsformen, bei denen umlaufende Bänder
zum Einsatz kommen, durch die Drehgeschwindigkeit der zugeordneten angetriebenen Umlenkwalze,
in diesem Beispiel 328.
[0070] Die Figur 8H zeigt eine Ausführungsform, bei der die Speisewalze 320.5 in Pfeilrichtung
um eine feststehende Drehachse 168.5 angetrieben wird. Die Speisewalze 318 wird in
diesem Beispiel durch eine gefederte Platte 370 ersetzt, das heißt die Platte wird
mit einer Vorspanneinrichtung 176.5 in Richtung des Pfeils 372 gegen die Flockenmasse
vorgespannt. Führungen 374 und 376, die unterhalb und oberhalb sowie zu beiden Seiten
der Platte 370 angeordnet sind, sorgen dafür, daß die Platte sich nur längs der Pfeilrichtung
372 bewegen kann. Auch hier wird die Meßeinrichtung, welche ein Signal abgibt, das
die Änderung des Abstandes 304 der minimalen Breite des Förderspaltes 302 wiederspiegelt,
in die Vorspanneinrichtung 176.5 eingebaut. Anstelle die gefederte Platte 370 in dieser
Form zu realisieren, könnte sie auch selbst als Blattfeder ausgebildet werden, wobei
dann ein getrennter Meßfühler erforderlich wäre, um die im Betrieb eintretenden Änderungen
des Abstandes 304 zu ermitteln.
[0071] Die Figur 8J zeigt eine weitere abgewandelte Anordnung der Ausführung gemäß Figur
8A, bei der aber beide Speisewalzen 318.4 bei einer erwünschten Produktion m soll
einen festen Abstand voneinander aufweisen und um fest angeordnete Drehachsen 166.4
und 168.4 drehen, und zwar in den Drehrichtungen, welche durch die Pfeile vorgegeben
sind. Die Öffnerwalze 33 dreht sich dabei um die ebenfalls fest angeordnete Drehachse
170.
[0072] Die Drehachse 168.4 der Speisewalze 320.4 ist an ihren beiden Enden von in Stirnansicht
in etwa dreieckigen Platten 340 getragen (von denen nur eine in Figur 8J ersichtlich
ist), wobei die beiden Platten miteinander über Verbindungsstäbe (nicht gezeigt) verbunden
sind. Die Platten 340 sind wiederum um eine fest angeordnete Drehachse 342 schwenkbar
angeordnet, wie mit dem doppelten Pfeil 344 angedeutet ist. Im Betrieb wird aber eine
feste Lage der Dreiecksplatten 340 und daher auch der Drehachse 168.4 der Speisewalze
320.4 gewählt. Dies erfolgt über eine Gewindespindel 346, welche durch einen massiven
Teil 348 mit Innengewinde hindurchgeführt wird. Der Teil 348 ist maschinenfest angeordnet.
Ein Handrad 350, das auch durch einen Motorantrieb ersetzt werden kann, ermöglicht
das Drehen der Gewindespindel 346, wodurch die Lage der Dreiecksplatten 340 bestimmt
werden kann. Da eine entsprechende Spindelanordnung auch für die zweite nicht gezeigte
Dreiecksplatte vorgesehen ist, sollen die beiden Spindelantriebe miteinander gekoppelt
werden, was beispielsweise über das umlaufende Band 352 erfolgen kann.
[0073] Am Ende jeder Gewindespindel 346 befindet sich ein Joch 354, dessen Schenkel 356
und 358 auf der jeweiligen Seite eines Lappenteils 360 der zugeordneten Dreiecksplatte
340 angeordnet sind. Zwischen jedem Schenkel 356 und 358 und dem Lappen 356 befinden
sich Kraftmeßdosen 362 und 364, welche über nicht gezeigte Leitungen an den Computer
angeschlossen sind. Im Betrieb fördern die beiden Speisewalzen das Flockenmaterial
durch den Förderspalt 302 und durch die Stelle 304 der minimalen Breite hindurch,
und es wirkt eine Kraft P auf die Speisewalze 320.4, welche versucht, die Dreiecksplatten
340 um die Drehachse 342 zu verschwenken. Eine tatsächliche Verschwenkung tritt nicht
ein, weil sie durch die Spindel-Jochanordnung verhindert wird. Die Kraftmeßdosen 362
und 364 ermöglichen aber die Ermittlung der Größe dieser Kraft durch den Rechner,
welcher auch die geometrischen Umstände berücksichtigt.
[0074] Die Schwankungen dieser Kraft entsprechen den Schwankungen der Dichte des Flockenstromes
an der Stelle 304 und werden vom Computer zur Regelung der Drehgeschwindigkeit der
Speisewalze 320.4 und gegebenenfalls der Speisewalze 318.4, sofern diese Walze auch
oder alternativ angetrieben ist, verarbeitet, damit der erwünschte Massenstrom m soll
eingehalten wird.
[0075] Wünscht man die Produktion aus dem Schacht zu verändern, so kann dies allein durch
Änderung der Drehgeschwindigkeit der Speisewalze 320.4 und gegebenenfalls der Speisewalze
318.4 erfolgen. Um aber noch einen breiteren Verstellbereich zu schaffen, kann man
mittels der Spindel 346 die minimale Breite 304 ändern bzw. einstellen, so daß die
Drehzahländerungen der Speisewalzen in vorbestimmten Grenzen gehalten werden können,
unabhängig von der jeweils vorgesehenen Produktion soll.
[0076] Schließlich soll erwähnt werden, daß die Ausführung von Figur 8J, bei der der Abstand
304 konstant gehalten wird, und die Größe der Kraft, welche die Speiseeinrichtungen
auseinanderzudrücken versucht, gemessen wird, sinngemäß bei allen weiteren Ausführungensformen
anstelle der beschriebenen Vorspanneinrichtungen verwendet werden kann.
[0077] Obwohl bei den Figuren 8B bis 8G die Vorspanneinrichtungen 176, 176.3 und 176.4 so
gezeigt sind wie bei der Ausführung der Fig. 8A, versteht sich, daß in der Praxis
diese Vorspanneinrichtungen bevorzugt durch Gasdruckfedern oder hydraulische Anordnungen
realisiert werden sollen, um die Vorspannkraft unabhängig von der Veränderung der
minimalen Breite 304 konstant zu halten. Auch kann bei den neuen Ausführungsbeispielen
die Geometrie teilweise so gewählt werden, daß Ausgleichskräfte eintreten, welche
auch bei Verwendung einer herkömmlichen Druckfeder zu einer Kraft führen, die mit
Verstellung der einen Speiseeinrichtung nicht oder nur in geringem Maße zu einer Veränderung
der Vorspannkraft führt.
[0078] Es versteht sich bei allen Ausführungsformen der Figuren 8A bis 8J, daß an den Stirnenden
der Speiseeinrichtungen bzw. der Öffnerwalze Platten vorgesehen sind, welche die Flockenmasse
bzw. den Flockenstrom an den Seiten des Förderspaltes begrenzen.
[0079] Die Figur 8K zeigt schemätisch eine Anordnung nach EP-A-419 415 mit einer Öffnerwalze
33 und einer Zufuhrvorrichtung 32, die eine Speisewalze 320 und eine Speisemulde 300
umfasst. Die Drehrichtungen der Walzen (mit Pfeilen angegeben) ergeben eine Gleichlaufspeisung,
das heisst das Fasermaterial wird durch die Öffnerwalze 33 von der Speisemulde 300
weggetragen, es wird nicht nach der Übernahme durch die Öffnerwalze 33 zwischen der
Mulde 300 und der Oberfläche der Walze 300 zurückgeführt. Die Speisewalze 320 ist
derart gegenüber der Öffnerwalze 33 angeordnet, dass ein Verdichtungspalt V definiert
wird, wo der Radius R der Öffnerwalze 33 mit dem Radius r der Walze 320 in einer Flucht
liegt. Dieser Verdichtungsspalt V definiert die "Übernahmestelle", wo das Fasermaterial
von der Öffnerwalze 33 übernommen wird.
[0080] Die Speisemulde 300 ist derart gegenüber der Speisewalze 320 angeordnet, dass sie
gemeinsam eine engste Stelle ES definieren. Die Distanz "p" zwischen der Stelle ES
und dem Verdichtungsspalt V sollte nach EP-A-419 415 der Stapellänge des zu verarbeitenden
Materials angepasst werden. Vorzugsweise wird dies dadurch bewirkt, dass die Mulde
300 gegenüber der Walze 320 eingestellt wird, wie durch den Doppelpfeil in Figur 8K
angedeutet wird. Die Position der Mulde 300 ist vorzugsweise um die Drehachse der
Walze 320 einstellbar, um die Winkelstellung vom Radius (gestrichelt angedeutet) durch
die engste Stelle ES gegenüber dem Radius r zu verändern.
Feinreinigen
[0081] Figuren 9, 10 und 11 zeigen je eine Möglichkeit zur Realisierung der Reinigungsfunktion
nach Fig. 3 anhand bekannter Geräte, die schon für die Feinreinigung vorgeschlagen
wurden. In allen diesen Figuren weist das Bezugszeichen 31 auf den oberen Schachtteil
(Einspeiseschacht), das Zeichen 32 auf eine Zuführvorrichtung mit einer Klemmspeisung
und das Zeichen 33 auf eine Öffnerwalze (vgl. Fig. 3).
[0082] Figur 9 ist aus Figur 1 der CH-C-464021 abgeleitet. Letztere Schrift beschreibt einen
Feinreiniger der sechziger Jahre. Danach erhält eine in einem Gehäuse 401 gelagerte
Öffnerwalze 33 mit Sägezahnbeschlag 403 grob geöffnetes Fasermaterial aus einem Schacht
31 über ein Verdichterwalzenpaar 405 und eine Zuführvorrichtung 32 in der Form eines
Speisewalzenpaars 406. Anschliessend in Laufrichtung des Schlägers 33 sind in äquidistanter
Weise über etwa den halben Umfang des Schlägers Stäbe 407 nahe an den Schlagkreis
angestellt, wobei der Winkel α zum Radius etwa 60° + 10° beträgt. Die andere, die
Vorderkante mitbildende Fläche schliesst mit der Tangente einen kleinen Winkel von
etwa 0 bis 2° ein. Sämtliche den Rost bildenden Stäbe 407 sitzen auf einem um Drehachse
411 abklappbaren Rahmen 412 der nach Abklappung in die strichpunktierte Stellung gestattet,
den Öffnerwalze 33 nach Öffnen der Gehäusewand 413 annähernd in horizontaler Richtung
nach links auszufahren und durch einen anderen gewünschten Öffnerwalze, z.B. mit neuer
oder verschiedener Garnitur, auszutauschen. An jedem Roststab 407 ist ein Leitblech
angebracht, das eine in tangentialer Richtung nahe des Schlagkreises verlaufende Leitfläche
besitzt. Sie bedeckt den Öffnerwalze 33 etwa über die halbe Distanz bis zur nächstfolgenden
Vorderkante. Jedes Blech ist längs seines Stabes 407 verstellbar. Durch eine Erhöhung
der Distanz des Bleches vom Öffnerwalzekreis wird erreicht, dass sich das Material
durch die wirkenden Zentrifugalkräfte etwas stärker aus dem Beschlag des Öffnerwalzes
heraushebt und somit stärker an die nächstfolgende Kante anschlägt. Der Angriff dieser
Kante wird somit durch die Leitblecheinstellung direkt beeinflusst und als Folge davon
auch der Grad der Ausscheidung von Unreinigkeiten, ohne dass die gefundene optimale
Lage der Messer gegenüber dem Öffnerwalzekreis verändert werden muss.
[0083] Für die Anwendung als Element der nun vorliegenden Erfindung musste die Anordnung
nach CH-C-464021 geändert werden, indem der Öffnerwalze an seiner dem Rost diametral
gegenüberliegenden Seite mit einer Verschalung 415 versehen ist, welche sich der Wand
416 des unteren Schachtteils anschliesst, wobei eine Abschlagkante 417 zwischen diesen
Wandteilen vorgesehen ist. Die Kante 417 kann aus den Wandteilen 415, 416 gebildet
werden, oder sie kann separat gebildet und an den Wandteilen montiert werden. Sie
dient dazu, das Fasermaterial von der Öffnerwalze 33 zu trennen und in den unteren
Schachtteil umzulenken.
[0084] Die aus EP-A-481302 abgeleitete Fig. 10 zeigt eine modernere Ausführung nach dem
gleichen Prinzip mit einem Speiseschacht 31, welcher Flockenmaterial in einem konvergierenden
Spalt zwischen einer Blindtrommel 502 und einer Siebtrommel 503 abgibt, wobei letztere
Luft aus der eingespeisten Baumwolle absaugt. Diese entlüftete Baumwolle wird als
Fasermatte an eine Abnehmerwalze 504 und von dort in einen weiteren konvergierenden
Spalt zwischen einer Speisemulde 322 und einer Speisewalze 321 geführt und mittels
dieser Speisewalze 321 einer Öffnerwalze 33 zugespeist.
[0085] Diese Öffnerwalze 33 übernimmt mit den an ihrer Oberfläche versehenen Zähnen 508
(auch Zahngarnitur genannt) die eingespeisten Fasern, wodurch in an sich bekannter
Weise an ihrer Oberfläche eine von den Zähnen 508 geführte Faserschicht in Form eines
Faservlieses entsteht. Dieses Faservlies hat jedoch infolge der relativ hohen Umfangsgeschwindigkeit
der Öffnerwalze und der daraus resultierenden Zentrifugalkraft, die Tendenz von den
Zähnen weggetragen zu werden, weshalb diese Faserschicht, bevor sie zu einem ersten
Roststabmodul M1 geführt wird, je nach Abstand zwischen Speisewalze 321 und dem ersten
Modul M1, mittels einer sich vor dem ersten Reinigungsmodul M1 (in Laufrichtung D
der Öffnerwalze 33 gesehen) befindliche Führungsgfläche 541 geführt und dadurch am
weggeschleudert werden verhindert wird.
[0086] Die Faserschicht wird anschliessend an eine Reihe von Reinigungselementen bzw. Roststabmodule
vorbeigeführt, welche mit M1, M2 bezeichnet sind. Die Roststabmodule M1 sind mit Hilfe
der Figur 10A in vergrösserten Massstab gezeigt. Es handelt sich um einen mit stirnseitigen
Flanschen versehenen Roststab 548 mit einer Trennkante 577 und einer Leitfläche 576,
während das Roststabmodul M2 ein, mit stirnseitigen Flanschen 579 versehenen Garniturstab
mit einer Zahngarnitur 549 (Fig. 10) ist. Die Roststäbe M1, M2 sind in einem Rost
509 aufgenommen, wie nachfolgend näher erläutert wird.
[0087] Nach dem letzten Roststabmodul M1 gelangt die sich auf den Zähnen 508 der Öffnerwalze
33 befindliche Faserschicht aufgrund der Zentrifugalkraft in eine Mündung 545 des
unteren Schachtteils. An dieser Mündung 545 fehlt es an Leitelementen, welche die
Bewegung der Fasern radial nach aussen begrenzen würden. Die Neigung des Materials,
sich (gegenüber der Öffnerwalze 33) radial nach unten zu bewegen, wird durch eine
Abschlagkante 547 ähnlich der Kante 417 (Fig.9) unterstützt. Diese Kante kann durch
die Wandteile 540, 546 gebildet oder sie kann an diesen Teilen fest montiert werden.
Die ausgeschiedenen Verunreinigungen fallen in eine Sammelkammer 103.
[0088] Der Rost 509 weist zwei Rostrahmen 509a auf (nur ein Rahmen ersichtlich in Fig. 10)
zwischen welchen die Roststabmodule M1,M2 befestigt sind, wobei die Flansche der Roststabmodule
an der Innenfläche der Rostrahmen anliegen. Die Rostrahmen 509a, und damit der Rost
509, sind mittels einer Schwenkachse 510 schwenkbar gelagert. Der Rost kann auch in
den Richtungen X bzw Y verstellbar sein, indem die Lager für die Schwenkachse 510
verstellbar ausgeführt wird, z.B. mittels Verstellmotoren 521 und 522. Jeder Rostrahmen
509a weist einen Führungsnocken 511 mit einer Führungsfläche 512 auf, an welcher eine
Führungsrolle 513 anliegt, die Bestandteil eines Vertsellmechanismus 514 ist.
[0089] In Figur 10 soll ein mit 533 gekennzeichneter ausgefüllter Kreis (oder kreisförmiger
Punkt) eine fixe Verbindung eines Schwenkhebels 542 (in Figur 10 nur einmal gekennzeichnet)
mit einem Roststabmodul M1 und gleichzeitig eine Schwenkachse des Schwenkhebels 542
und des Roststabmodules darstellen, so dass bei Schwenken dieses Schwenkhebels 542
das Roststabmodul M1 um diese Schwenkachse 533 geschwenkt wird. Die Fixierung der
Lage des Modules M1 auf der Schwenkachse 533 geschieht mittels einer Fixierschraube
575 (Figur 10A). Das andere Ende jedes Schwenkhebels 542 ist je mittels einer Gelenkstelle
535 mit einem Kraftübertragungshebel 536 schwenkbar verbunden. Die letzte der Gelenkstellen
535, in Drehrichtung der Oeffnerwalze 33 gesehen, verbindet den vorangehenden Kraftübertragungshebel
536 schwenkbar mit einem Stössel 537, eines Verstellmotores 538 der seinerseits schwenkbar
mit einem stationären Trägerelement 539 verbunden ist. Da alle Kraftübertragungshebel
536 mittels genannter Gelenkstellen 535 miteinander verbunden sind, machen alle Kraftübertragungshebel
536 die Bewegung des Stössels 537 gleichzeitig mit, so dass alle Roststabmodule, welche
eine fixe Verbindung 533 mit dem Schwenkhebel 542 aufweisen, geschwenkt werden.
[0090] In Figur 10 ist im weiteren ein, mit 534 gekennzeichneter leerer Kreis gezeigt, welcher
lediglich kennzeichnet, dass an dieser Stelle das Roststabmodul M2, nicht mit der
Schwenkachse 533 und damit auch nicht mit dem Schwenkhebel 542 verbunden ist und,
dass die Schwenkachsen 533 und die Schwenkhebel 542 nur benötigt werden, damit die
Kraftübertragung über sämtliche Kraftübertragungshebel 536 funktionieren kann. Das
fest angeordnete Roststabmodul M2 ist mittels einer Schraube 543 mit dem Rostrahmen
509a verbunden. Die Schraube 543 ist dabei in einem im Rostrahmen 509a vorgesehenen,
radial zur Drehachse der Oeffnerwalze 33 gerichteten Führungsschlitz geführt, so dass
die Lage dieser Roststabmodule innerhalb dieses Schlitzes veränderbar ist.
[0091] Die Figur 10A zeigt zwei Roststabmodule M1 vergrössert dargestellt mit einem Anstellwinkel
α1 und Freiwinkel µ1. Der Anstellwinkel α1 wird durch eine Führungsfläche 574 und
dem in diesen Figuren als Gerade dargestellten Schlagkreis 544, während der Freiwinkel
µ1 durch den Schlagkreis 544 und der in der Figur 10A vereinfacht als Gerade dargestellten
Leitfläche 576 gebildet wird. Die Führungsfläche 574 dient der Führung des sich vom
Faservlies losgelösten Schmutzes. Weiter ist aus der Figur 10A erkenntlich, dass sich
die Schwenkwelle 533 im Bereich der gezeigten linken Ecke des Roststabmodules, mit
Blick auf die Figur gesehen, befindet, dass heisst, im wesentlichen auf der Seite
des Roststabmodules welche die Messerschneide (oder Trennkannte) 577 beinhaltet. Dadurch
ändern sich beim Schwenken des Roststabmodules um die Drehachse der Schwenkwelle 533
der Freiwinkel p und der Abstand B1, während der Abstand A.1 praktisch nicht verändert
wird, so dass der mit Hilfe der Verstellung des Rostes 509 eingestellte Abstand A1,
durch das genannte Schwenken, nur vernachlässigbar wenig verändert wird.
[0092] Figur 11 zeigt eine Ausführung, die aus der Figur 4.1 von EP-A-419 415 abgeleitet
ist, mit zwei Trennklingen und drei Leitelementen anstelle von Roststabmodulen. Auf
dem äussersten Umfang einer Öffnerwalze 33 mit gezähnter Oberfläche dem sogenannten
Schlagkreis S wird die zu reinigende Faserwatte in der Richtung der fetten Pfeile
durch die Reinigungsstufe bewegt. In Transportrichtung wird die Watte, die schon vor
dieser Reinigungsstufe der Zentrifugalkraft ausgesetzt war und in der sich dadurch
die Verschmutzungspartikel in der äusseren Zone aufkonzentriert haben, zuerst unter
einem Leitelement 580 durchgeführt. Das Leitelement ragt in den Transportweg und lenkt
die Watte gegen innen, das heisst gegen die Zentrifugalkraft, ab und verstärkt dadurch
noch die radiale Auftrennung der Watte in Verschmutzung und Fasern. Auf das Leitelement
folgt in Transportrichtung der Fasern eine Trennklinge 581. Die Watte wird unter dieser
Trennklinge durchgeführt und dadurch in einen Faser- und einen Verschmutzungsanteil
aufgetrennt. Auf die Trennklinge 581 folgt in Transportrichtung ein zweites Leitelement
582, eine zweite Trennklinge 583 und dann ein drittes Leitelement 584.
[0093] Damit die Gruppe von Leitelementen und Trennklingen für Fasern verschiedener Provenienzen
oder Provenienzmischungen eingestellt werden kann, sind die folgenden Grössen einstellbar:
- der Abstand p1 zwischen den Trennklingen 581 und 583 und dem Schlagkreis S,
- der Abstand p5 zwischen den Leitelementen 580, 582 und 584 und dem Schlagkreis S,
- der Abstand p6 je zwischen einem Leitelement 580 resp. 582 und einer Trennklinge 581 resp. 583.
[0094] Aus Figur 11 sind auch drei Hebel 42, 46 und 44 ersichtlich, mit deren Hilfe durch
motorischen Antrieb die drei Abstände eingestellt werden können. Wenn der Hebel 42
um einen Drehpunkt B, wie im Schema strichpunktiert angegeben, bewegt wird, bewegt
sich die ganze Vorrichtung vom Schlagkreis weg, das heisst p
1 und p
5 werden in gleichem Masse grösser. Die gezeichnete Position des Hebels 42 und der
Trennklingen 581 und 583 ist die dem Schlagkreis am nächsten stehende Position.
[0095] Wenn der Hebel 44 um einen Drehpunkt C, wie in der Figur strich/punktiert angegeben,
bewegt wird, bewegen sich die Leitelemente 580, 582 und 584 vom Schlagkreis weg, während
die Trennklingen 581 und 583 ihre Position beibehalten, das heisst p
5 wird grösser, während p
1 gleich bleibt. Die gezeichnete Position des Hebels 44 und der Leitelemente 580, 582
und 584 ist die relativ zu den Trennklingen dem Schlagkreis am nächsten liegende Position.
[0096] Wenn Hebel 46 um einen Drehpunkt G, wie in der Figur strich-punktiert angegeben,
bewegt wird, bewegen sich alle Leitelemente 580, 582 und 584 in Transportrichtung
der Watte, ohne dass sie oder die Trennklingen 581 und 583 ihre radiale Position relativ
zum Schlagkreis S verändern. Mit anderen Worten die Leitelemente 580 rsp. 582 bewegen
sich gegen die Trennklingen 581 rsp. 583 und damit wird p
6 kleiner. In der gezeichneten Position von Hebel 46, den Leitelementen 580, 582 und
584 und den Trennklingen 581 und 583 hat P
6 den grösstmöglichen Wert.
[0097] Ausführungsvarianten zum Ausführungsbeispiel der erfindungsgemessen Vorrichtung,
die in Figur 11 dargestellt ist, können darin bestehen, dass
- das erste Leitelement 580 fehlt,
- hinter dem dritten Leitelement 584 eine dritte Trennklinge folgt, das heisst, dass
die Trennvorrichtung aus drei Paaren von je einem Leitelement und einer Trennklinge
besteht.
- die gesamte Reinigungsstufe aus mehr als drei Paaren von je einer Trennklinge und
einem Leitelement besteht.
[0098] Die Öffnerwalze 33 kann mit einer Sägezahngarnitur versehen sein, könnte aber als
Nadelwalze ausgeführt werden. Der Fasermaterialstrom verlässt die Öffnerwalze 33 in
der gleichen Art und Weise, die für die Ausführungen nach Figuren 9 und 10 beschrieben
wurde, und fällt in den unteren Schachtteil hinein, der sich nach unten von der Unterseite
der Öffnerwalze 33 erstreckt. Der Umfang der Öffnerwalze 33 in der eigenen Drehrichtung
zwischen dem Schachtteil 31 und dem unteren Schachtteil ist von Elementen besetzt,
wovon jedes die eine oder andere der folgenden Funktionen ausübt:
- Faserstrom gegenüber der Öffnerwalze begrenzen
- Material (insbesondere Verunreinigungen) aus dem Materialstrom wegleiten)
- Öffnungswirkung erhöhen, wobei Öffnungen zwischen diesen Elementen das Ausscheiden
von Verunreinigungen ermöglicht.
[0099] Die Ausführungen nach den Figuren 9 bis 11 arbeiten alle gemäss dem bekannten Prinzip,
wonach der Faserstrom einem gekrümmten Pfad entlang bewegt wird, während Material
aus den (radial) äusseren Schichten zum Ausscheiden abgetrennt wird. Der Öffnungsgrad
kann der Reinigungsfunktion angepasst werden, so dass die Verunreinigungen radial
nach aussen "auswandern" können, so dass tendenziell eher Verunreinigungen als Gutfasern
abgetrennt werden.
[0100] Nachdem der Faserstrom diese Trennelemente verlassen hat, wird er direkt in den unteren
Schacht abgegeben. Es ist nicht nötig, ihn weiter zu verarbeiten (z.B. an eine Siebtrommel)
oder zu transportieren - solche Schritte (bei dem durch den Feinreiniger bewirkten
erhöhten Öffnungsgrad) würden zu Nissenbildung führen.
[0101] In einer Anlage nach der Erfindung kann das Entstauben überall stattfinden, wo Transportluft
aus dem System ausscheidet, z.B. am Eingang des Grobreinigers 4, wie in Zusammenhang
mit Figur 4 beschrieben wurde, aber auch im oberen Schachtteil 31 (vgl. Siebtrommel
405, Fig. 9, bzw. 503, Fig. 10. Es ist daher nicht notwendig, einen Entstaubungsschritt
nach der Öffnerwalze 33 vorzusehen, d.h. der Faserstrom wird, wie vorher gesagt, direkt
von der Öffnerwalze 33 an den unteren Schachtteil weitergeleitet. Diese Aussage gilt
auch für die Anwendung der Vorbereitungsanlage in Zusammenhang mit einem Spinnverfahren
(z.B. dem Rotorspinnen), das besonders empfindlich auf Staub bzw. feinere Trashpartikel
reagiert. Es ist auch bekannt, eine Spinnereivorbereitungsanlage mit einer Entstaubungsmaschine
vorzusehen (vgl. US-B-4637096) - eine solche Anordnung kann auch in Kombination mit
der nun vorliegenden Erfindung verwendet werden.
[0102] Fig. 12 zeigt schematisch einen Speiseschacht 8 mit einem Reinigermodul RM nach dieser
Erfindung, z.B. nach einer der Figuren 9,10 und 11. Der Unterteil 34 des Schachts
bildet eine Faserwatte W, woraus Fasern mittels einer Speisewalze SW und Speisemulde
SM an einen Vorreisser V befördert werden. Es können mehrere Vorreisser vorgesehen
werden, wie mit gestrichelten Kreisen V2 und V3 angedeutet wird. Das Bezugszeichen
VM deutet auf einen Antriebsmotor, der für den Vorreisser V (und allenfalls für die
zusätzlichen Vorreisser V2, V3) vorgesehen ist. Das Zeichen VA deutet auf ein Ausscheideelement
im Vorreissermodul und der Kasten VAS stellt schematisch eine Aktorik zum Einstellen
des Elementes VA gegenüber dem Vorreisser dar.
[0103] Der Vorreisser V samt Ausscheideelement bildet auch eine Öffnungs- und Reinigungsvorrichtung
bzw. ein Reinigungsaggregat. Es sind verschiedene Aggregate bekannt, welche die erforderliche
Funktion erfüllen können, siehe z.B. DE 40 39 773 bzw.
EP 618 318. Das Feinreinigungsmodul RM im Schacht 8 und das Reinigungsaggregat im
Kardeneinlauf können nun beide mit der Kardensteuerung 120 (siehe auch Fig. 1) verknüpft
werden, so dass sie gemeinsam oder einzeln eingestellt werden können.
[0104] Die Einstellung kann z. B. nach EP-B-452 676 (bzw. US-5,181,195) erfolgen.