[0001] Die Erfindung betrifft einen Schwingungserreger nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1. Die Erfindung betrifft weiterhin einen Schwenkmotor zum Einsatz in einem Schwingungserreger
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 7.
[0002] Im Bauwesen werden Schwingungserzeuger wie Vibratoren, Rüttler oder Vibrationsbären
verwendet, um Profile in den Boden einzubringen oder zu ziehen oder auch um Bodenmaterial
zu verdichten. Der Boden wird durch Vibration angeregt und erreicht so einen "pseudoflüssigen"
Zustand. Durch statische Auflast kann das Rammgut dann in den Baugrund gedrückt werden.
Die Vibration ist gekennzeichnet durch eine lineare Bewegung und wird durch paarweise
gegenläufig rotierende Unwuchten innerhalb eines Vibratorgetriebes generiert. Schwingungserzeuger
werden charakterisiert durch die installierte Unwucht (in Fachkreisen als "statisches
Moment" bezeichnet) und die maximale Drehzahl.
[0003] Um in Abhängigkeit von Rammgut und Bodeneigenschaften einen optimalen Vortrieb bzw.
eine gute Verdichtung zu erreichen, ist es wünschenswert, Amplitude, Frequenz oder
Kraftrichtung des Schwingungserzeugers zu regeln. Die Einstellung der Vibration erfolgt
sinnvollerweise über eine Veränderung des statischen Moments oder der Phasenlage der
Unwuchten. Beim Anfahren des Schwingungserregers wird der Eigenfrequenzbereich des
Bodens durchfahren. Wird der Boden im Resonanzbereich angeregt, wird die Amplitude
der Bodenschwingung sehr groß, was zu Schäden angrenzender Bebauung führen kann. Daher
ist es erforderlich, das beim Anfahren des Schwingungserregers keine Unwuchten wirken.
[0004] Bekannte Lösungen wie Planetengetriebe oder schwenkbare Räderzüge erfordern viel
Platz, sind für hohe Drehzahlen wenig geeignet und erzeugen auf Grund zusätzlicher
Zahnräder einen hohen Lärmpegel.
[0005] Zur Lösung dieser Problematik wurde in der
DE 41 188 069 C2 vorgeschlagen, eine Drehkolben-Verstelleinrichtung zur Ausrichtung von Unwuchtmassen
einzusetzen. Hierbei hat sich jedoch gezeigt, dass derartige Einrichtungen, wie beispielsweise
ein Drehflügelschwenkmotor, bei den erforderlichen hohen Hydraulikdrücken, die über
einen langen Zeitraum zu gewährleisten sind, es bereits nach kurzer Zeit zu Leckagen
kommt, welche aufwendige Steuer- und Regeleinrichtungen erforderlich machen, um die
relative Position der Unwuchtmassen konstant zu halten.
[0006] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde,
einen Schwingungserreger mit einem Drehflügelschwenkmotor zu schaffen, bei dem die
wirksame Unwucht und damit die Vibration einstellbar ist und bei dem darüber hinaus
Leckagen auch über einen längeren Zeitraum vermieden sind. Gemäß der Erfindung wird
diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Mit der Erfindung ist ein Schwingungserreger geschaffen, bei dem die wirksame Unwucht
und damit die Vibration einstellbar ist und bei dem darüber hinaus Leckagen auch über
einen längeren Zeitraum vermieden sind. Der Einsatz des Drehflügelschwenkmotors ermöglicht
eine relative Verstellung der Unwuchtmassen zueinander, ohne das eine Umwandlung einer
linearen Bewegung in eine Drehbewegung erforderlich ist, wodurch eine kompakte Bauweise
erzielt ist. Durch die zwischen Rotorwelle und Statorgehäuse angeordnete wenigstens
eine Wellendichtung, die mit einem Stützelement versehen ist und die hydraulisch vorgespannt
ist, werden externe Undichtigkeiten an den Wellendichtungen unter einem Betriebszustand
mit niedrigem Betriebsdruck vermieden. Durch das Stützelement wird ein Abheben der
Dichtkante der Wellendichtung bei hohen Drehzahlen bzw. Vibrationen mechanisch verhindert.
[0008] Durch die an wenigstens einem Verschlussdeckel aufgebrachte Gleitlegierung zur radialen
und axialen Lagerung des Statorgehäuses gegenüber der Rotorwelle ist eine dünnwandige
Beschichtung erzielt, die gegenüber eingepressten Gleitlagern, die unter starken Vibrationen
zum Lösen neigen, vibrationsbeständig ist. Alternativ oder ergänzend kann zur Erzielung
dieses Vorteils die Rotorwelle zumindest partiell mit einer Gleitlegierung unlösbar
vergossen sein. Vorteilhaft ist die Gleitlegierung eine Blei-Bronze-Legierung.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung ist der Statorflügel des Statorgehäuses an der der
Rotorwelle zugewandten Seite des Zahnrades angeformt. Hierdurch ist eine effektivere
Ausnutzung des Bauraums erzielt. Weiterhin kann unter Ausnutzung des Zahnradkörpers
bei gleichem Achsabstand das Drehmoment des Schwenkmotors gesteigert werden. Eine
vibrationsbelastete Trennstelle wird vermieden, die Anzahl der Einzelteile reduziert.
[0010] In Ausgestaltung der Erfindung weist der Schwenkmotor Mittel zur Arretierung des
Statorgehäuses mit der Rotorwelle auf. Hierdurch wird eine Positionsveränderung durch
interne Leckage vermieden. Da im arretierten Zustand des Statorgehäuses der Hydraulikdruck
gesenkt werden kann, werden die Dichtungen deutlich weniger beansprucht, was einen
geringeren Verschleiß der Dichtungen zur Folge hat, da im drucklosen Zustand die Anpresskräfte
deutlich geringer sind. Weiterhin wird eine Energieeinsparung bewirkt, da über den
Zeitraum des Betriebs des Vibrators keine Verstellung bzw. Nachstellung des Schwenkmotors
erforderlich ist. Weiterhin ist die erforderliche Regelung des Schwenkmotors vereinfacht.
[0011] In vorteilhafter Ausgestaltung ist das Mittel zu Arretierung hydraulisch betätigbar.
Hierdurch ist das Bremssystem an die bestehende Hydraulik anschließbar.
[0012] Bevorzugt ist das Mittel zur Arretierung durch eine Federdruck-Lamellenbremse gebildet.
Derartige Lamellenbremsen beanspruchen lediglich einen geringen Bauraum.
[0013] Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zu Grunde, einen Schwenkmotor zum Einsatz
in einem Schwingungserreger zu schaffen, der im Arbeitsbetrieb des Schwingungserregers
eine konstante Stellung der Unwuchten bei gleichzeitiger Vermeidung von Leckagen des
Hydrauliksystems ermöglicht. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch den kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 7 gelöst.
[0014] Mit der Erfindung ist ein Schwenkmotor zum Einsatz in einem Schwingungserreger geschaffen,
der im Arbeitsbetrieb des Schwingungserregers eine konstante Stellung der Unwuchten
bei gleichzeitiger. Vermeidung von Leckagen des Hydrauliksystems ermöglicht.
[0015] Durch die zwischen Rotorwelle und Statorgehäuse angeordnete wenigstens eine Wellendichtung,
die hydraulisch vorgespannt und mit einem Stützelement versehen ist werden externe
Undichtigkeiten an den Wellendichtungen unter einem Betriebszustand mit niedrigem
Betriebsdruck vermieden. Durch das Stützelement wird ein Abheben der Dichtkante der
Wellendichtung bei hohen Drehzahlen bzw. Vibrationen mechanisch verhindert.
[0016] Durch die an wenigstens einem Verschlussdeckel aufgebrachte Gleitlegierung zur radialen
und axialen Lagerung des Statorgehäuses gegenüber der Rotorwelle ist eine dünnwandige
Beschichtung erzielt, die gegenüber eingepressten Gleitlagern, die unter starken Vibrationen
zum Lösen neigen, vibrationsbeständig ist. Zudem ist die dünnwandige Beschichtung
geeignet, die aus Wellendurchbiegung und Massekräften resultierenden Belastungen auf
Grund der hohen Festigkeit des Grundmaterials des Deckels bei gleichzeitig guten Gleiteigenschaften
aufzunehmen. Die Bearbeitbarkeit der Lagerstelle ermöglicht gegenüber einzupressenden
Lagern ein sehr geringes Lagerspiel, was wiederum eine geringe Relativbewegung zwischen
Welle mit Rotor und Gehäuse mit Stator gewährleistet. Aus dem geringen Lagerspiel
resultieren geringere Massenkräfte, die zwischen Welle mit Rotor und Gehäuse mit Stator
wirken.
[0017] Alternativ oder ergänzend kann die Rotorwelle zumindest partiell mit einer Gleitlegierung
unlösbar vergossen sein. Vorteilhaft ist die Gleitlegierung eine Blei-Bronze-Legierung.
[0018] In Weiterbildung der Erfindung sind Mittel zur Arretierung des Statorgehäuses relativ
zur Rotorwelle vorgesehen. Hierdurch wird eine Positionsveränderung durch interne
Leckage weiter vermieden. Da im arretierten Zustand des Statorgehäuses der Hydraulikdruck
gesenkt werden kann, werden die Dichtungen deutlich weniger beansprucht, was einen
geringeren Verschleiß der Dichtungen zur Folge hat, da im drucklosen Zustand die Anpresskräfte
deutlich geringer sind.
[0019] Bevorzugt ist das Mittel zur Arretierung hydraulisch betätigbar. Hierdurch ist der
Anschluss des Bremssystems an die bestehende Hydraulik ermöglicht.
[0020] Vorteilhaft ist das Mittel zur Arretierung durch eine Federdruck-Lamellenbremse gebildet.
Hierdurch ist eine kompakte Bauweise ermöglicht.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung ist auf dem Statorgehäuse ein Zahnrad angeordnet,
das auf seiner der Rotorwelle zugewandten Innenseite als Stator mit Statorflügel ausgebildet
ist. Hierdurch wird eine effektive Ausnutzung des Bauraums bewirkt. Darüber hinaus
kann unter Ausnutzung des Zahnradkörpers bei gleichem Achsabstand das Drehmoment des
Schwenkmotors gesteigert werden.
[0022] Eine möglicherweise vibrationsbelastete Trennstelle wird vermieden und die Anzahl
der Einzelteile wird reduziert.
[0023] Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen
angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Darstellung eines Vibratorgetriebes im Längsschnitt;
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung einer schwenkmotorindizierten Unwuchtverstellung mit einer
unwuchtbelasteten Achse;
- Fig. 3
- eine Prinzipdarstellung einer schwenkmotorindizierten Unwuchtverstellung mit zwei
unwuchtbelasteten Achsen zur Einstellung der Kraftrichtung;
- Fig. 4
- die Prinzipdarstellung einer schwenkmotorindizierten Unwuchtverstellung mit paarweise
angeordneten unwuchtbelasteten Wellen;
- Fig. 5
- die Darstellung eines Drehflügelschwenkmotors mit Federdruck-Lamellenbremse im Längsschnitt;
- Fig. 6
- die Darstellung des Schwenkmotors aus Figur 5 im Querschnitt entlang der Linie VI-VI
und
- Fig. 7
- die Detailansicht des Ausschnitts VII aus Figur 5.
[0024] Der als Ausführungsbeispiel gewählte Schwingungserzeuger ist als Vibratorgetriebe
ausgeführt (vgl. Figur 1). Er besteht im Wesentlichen aus einem Gehäuse 1, in dem
zwei mit Zahnrädern 31, 32, 33 bzw. 51, 52, 53 versehene Wellen 3, 5 drehbar gelagert
sind, sowie einem Schwenkmotor 6, dessen Rotorwelle 61 mit Zahnrädern 613, 614 und
dessen Statorgehäuse 62 mit einem Zahnrad 621versehen ist.
[0025] Die Welle 3 ist in Lagern 11 des Gehäuses 1 drehbar gelagert. Auf der Welle 3 ist
ein äußeres Zahnrad 31 drehbar gelagert angeordnet, das gegenüberliegende äußere Zahnrad
33 ist drehfest mit der Welle 3 verbunden. Die Zahnräder 31, 33 sind jeweils mit Unwuchtmassen
311, 331 versehen. Mittig zwischen den Zahnrädern 31, 33 ist weiterhin ein Zahnrad
32 auf der Welle 3 drehbar gelagert angeordnet. Auch das Zahnrad 32 ist mit einer
Unwuchtmasse 321 versehen. Im Ausführungsbeispiel ist die Welle 3 mit einem Antrieb
2 verbunden.
[0026] Der Welle 3 gegenüberliegend ist in dem Gehäuse 1 weiterhin eine Welle 5 mittels
Lagern 12 drehbar gelagert. Die Welle 5 ist in gleicher Weise wie die Welle 3 mit
drei Zahnrädern 51, 52, 53 versehen, an denen Unwuchtmassen 511, 521, 531 befestigt
sind. Im Gegensatz zur Welle 3 sind an der Welle 5 jedoch die äußeren Zahnräder 51,
53 drehbar mit der Welle 5 verbunden; das zwischen den Zahnrädern 51, 53 angeordnete
Zahnrad 52 ist drehfest an der Welle 5 befestigt. Im Ausführungsbeispiel ist die Welle
5 mit einem Antrieb 4 verbunden.
[0027] Zwischen den Wellen 3, 5 ist eine Welle 61 über Lager 13 in dem Gehäuse 1 drehbar
gelagert. Die Welle 61 ist gleichsam die Rotorwelle.eines mittig auf dieser angeordneten
Schwenkmotors 6. Beidseitig des Schwenkmotors 6 sind auf der Welle 61 Zahnräder 613,
614 drehfest angeordnet. Die Zahnräder 613, 614 sind derart auf der Welle 61 positioniert,
dass sie mit den Zahnrädern 31, 51 bzw. 33, 53 der Wellen 3, 5 im Eingriff sind. Weiterhin
ist an dem Statorgehäuse 62 des Schwenkmotors 6 ein Zahnrad 621 drehfest angeordnet.
Das Zahnrad 621 ist derart auf dem Statorgehäuse 62 positioniert, dass es mit den
Zahnrädern 32, 52 der Wellen 3, 5 im Eingriff steht. Die Welle 61 ist weiterhin mit
einer Drehdurchführung 615 verbunden, die aus dem Gehäuse 1 hinausragt.
[0028] Der Schwenkmotor 6 ist im Wesentlichen gebildet durch die Rotorwelle 61 und ein diese
umgebendes Statorgehäuse 62, sowie zwei beidseitig des Statorgehäuses angeordnete
Verschlussdeckel 63. Zwischen der Rotorwelle 61 und dem Statorgehäuse 62 ist ein Zwischenraum
gebildet, der durch einen an der Rotorwelle 61 angeformten Rotorflügel 611 sowie durch
einen an dem Statorgehäuse 62 angeformten Statorflügel 622 unterteilt ist, so dass
zwei Arbeitsräume 64a, 64b gebildet sind. Im Ausführungsbeispiel ist der Statorflügel
622 direkt auf der Innenseite des Zahnrades 621 angeformt, so dass das Statorgehäuse
62 mit Zahnrad 621 und Statorflügel 622 einstückig ausgebildet sind. Zur Realisierung
einer druckabhängigen Vorspannkraft der inneren Dichtungen 631 des Schwenkmotors 6
ist in dem Statorflügel 622 ein Wechselventil 623 angeordnet, dessen Steuerkanäle
beidseitig des Statorflügels in die Arbeitsräume 64a, 64b münden (vgl. Figur 6). Weiterhin
sind längs in der Welle 61 Kanäle 612 zur Medienversorgung der Arbeitskammern und
der Lamellenbremse 65 durch das Hydrauliksystem eingebracht.
[0029] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5 ist der Schwenkmotor mit einer Lamellenbremse
65 versehen. Die Lamellenbremse 65 besteht aus einem am Deckel 63 des Statorgehäuses
62 befestigten Gehäuse 630, einer an der Welle 61 befestigten Nabe 616 und einem Kupplungsscheibenpaket
65. Werden die mit dem Gehäuse 630 kämmenden Kupplungsscheiben mechanisch durch Federkraft
(oder alternativ hydraulisch) gegen die mit der Rotorwelle 61 verbundenen Nabe kämmenden
Kupplungsscheiben gepresst, so ist eine Arretierung des Statorgehäuses 62 mit der
Rotorwelle 61 bewirkt.
[0030] Das Statorgehäuse 62 ist gegenüber der Rotorwelle 61 mittels Dichtungen 631 abgedichtet.
Die Dichtungen 631 sind hydraulisch sowie mit elastischen Elementen mechanisch vorgespannt
und werden durch das im Schwenkmotor integrierte Wechselventil 623 bei Druckbeaufschlagung
der Arbeitskammern 64a, 64b zusätzlich mit Druck an die entsprechenden Gegenlaufflächen
gepresst. Somit wird über den Zeitraum der Verstellung, das heißt im druckbeaufschlagten
Zustand, eine hohe Dichtheit und somit ein hoher volumetrischer Wirkungsgrad erzielt.
Im drucklosen Zustand entfällt die hydraulische Anpresskraft vollständig mit dem Vorteil
einer Verschleißreduzierung.
[0031] Zur Vermeidung von externen Undichtigkeiten an den Wellendichtungen 631 unter einem
Betriebszustand mit niedrigem Betriebsdruck sind diese zusätzlich mit einem Stützelement
632 versehen. Das Stützelement 632 verhindert ein Abheben der Dichtkante bei hohen
Drehzahlen. Zur Unterstützung der Dichtwirkung der Dichtungen 631 sind in dem Deckel
63 Hydraulikkanäle 634 eingebracht.
[0032] Zur axialen und radialen Lagerung der Rotorwelle in den Deckeln 63 des Statorgehäuses
62 ist an den Deckeln 63 eine Gleitlegierung 633 angebracht, die mit den Deckeln 63
unlösbar vergossen ist. Hierdurch ist eine dünnwandige, vibrationsbeständige Beschichtung
gebildet, die geeignet ist, die aus Wellendurchbiegung und Massenkräften resultierenden
Belastungen bei gleichzeitig guten Gleiteigenschaften aufzunehmen. Im Ausführungsbeispiel
ist die Gleitlegierung 633 eine Blei-Bronze-Legierung, die aufgrund der dünnwandigen
Ausführung die hohen mechanischen Eigenschaften des Grundmaterials des Deckels 63
mit der hervorragenden Gleitfähigkeit der Legierungskomponenten vereint.
[0033] In der Anlaufphase des Vibrators sind die Unwuchtmassen 311 und 331 gegenüber der
Unwuchtmasse 321 derart ausgerichtet, dass die resultierende Unwucht gleich Null ist.
Das Zahnrad 33 wird über die Welle 3, die mit dem Antrieb 2 in Verbindung steht, angetrieben
und treibt das Zahnrad 614 der Welle 61 an, wodurch der mit der Welle 61 verbundene
Schwenkmotor 6 rotiert wird. Über die Welle 61 wird das Zahnrad 613 und gleichermaßen
das Zahnrad 31 angetrieben.
[0034] Über den - synchrongesteuerten - Antrieb 4 wird die Welle 5 mit dem auf dieser drehfest
angeordneten Zahnrad 52 in Rotation versetzt, welches wiederum mit dem Zahnrad 621
des Statorgehäuses 62 im Eingriff steht. Über das Zahnrad 621 des Statorgehäuses 62
wird das Zahnrad 32 der Welle 3 rotiert, welches auf der Welle 3 drehbar gelagert
ist. Am Ende der Anlaufphase wird eine der Arbeitskammern 64a, 64b über die Hydraulikkanäle
612, geregelt über ein externes Wegeventil mit Überdruck beaufschlagt, so dass das
Zahnrad 621 relativ zur Rotorwelle 61 und somit auch zu den mit der Rotorwelle 61
drehfest verbundenen Zahnrädern 613, 614 verdreht wird.
[0035] Gleichermaßen werden die mit dem Zahnrad 621 des Statorgehäuses 62 im Eingriff stehenden
Zahnräder 32, 52 in ihrer Drehposition verändert, so dass die Unwuchtmassen 321, 521
gegenüber den Unwuchtmassen 311, 331, 511, 531 außer Gleichgewicht gebracht werden,
wodurch eine resultierende Unwucht bewirkt ist. Durch den Grad der Verdrehung des
Zahnrads 621 gegenüber den Zahnrädern 613, 614 der Rotorwelle 61 ist der Grad der
Vibration stufenlos einstellbar.
[0036] Ist der gewünschte Vibrationsgrad erreicht, wird die Lamellenbremse 65 bei hydraulischer
Druckentlastung mechanisch durch Federkraft aktiviert, wodurch das Statorgehäuse 62
mit der Rotorwelle 61 arretiert wird. Nach Arretierung ist die weitere Regelung der
Position des Schwenkmotors über die Hydraulik nicht mehr erforderlich, so dass die
Druckbeaufschlagung nunmehr abgeschaltet werden kann, wodurch die Dichtungen entlastet
werden. Nachfolgend kann der eigentliche Rammvorgang durchgeführt werden.
[0037] Da der Schwenkmotor 6 nunmehr nur noch im lastfreien Zustand des Vibrators betrieben
wird und durch die Arretierung mittels der Lamellenbremse 65 während des Rammprozesses
entlastet ist, ist eine deutlich geringere Baugröße des Schwenkmotors ermöglicht.
[0038] Zur Verdeutlichung der Unwuchtregelung mittels Drehflügelschwenkmotor gemäß vorliegender
Erfindung sind in den Figuren 2 bis 4 unterschiedliche Wellen- und Unwuchtmasseanordnungen
schematisch dargestellt. Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf
die beispielhaft dargestellte Anordnung beschränkt.
[0039] Figur 3 zeigt eine Möglichkeit der Verstellung der Kraftrichtung. Bei Bodenverdichtern,
beispielsweise Rüttelplatten, kann auf diese Weise eine Bewegungsrichtung erzielt
werden. Dabei verändert der Schwenkmotor 6 über die Zahnräder 613 und 621 die Winkelstellung
der Unwuchten zueinander.
1. Schwingungserreger, insbesondere für eine Vibrationsramme, umfassend wenigstens zwei
parallel zueinander angeordnete Achsen, sowie wenigstens zwei Unwuchtmassen, die auf
einer oder auf mehreren der Achsen befestigt sind, wobei Mittel zur Verstellung der
relativen Drehposition der Unwuchtmassen zueinander vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel mindestens einen Drehflügelschwenkmotor (6) mit einer Rotorwelle (61)
und einem Statorgehäuse (62) umfassen, wobei die Rotorwelle (61) Bestandteil einer
der Achsen ist und die Drehstellung des Statorgehäuses (62) relativ zur Rotorwelle
(61) veränderbar ist, dass das Statorgehäuse (62) wenigstens einen Verschlussdeckel
(63) aufweist, der zur radialen und axialen Lagerung der Rotorwelle (61) zumindest
partiell mit einer Gleitlegierung (633) unlösbar beschichtet ist und dass zwischen
Rotorwelle (61) und Statorgehäuse (62) wenigstens eine Wellendichtung (631) angeordnet
ist, die hydraulisch vorgespannt und mit einem Stützelement versehen ist.
2. Schwingungserreger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotorwelle (61) zusätzlich zu oder anstelle der Beschichtung des wenigstens einen
Verschlussdeckels zumindest partiell mit einer Gleitlegierung (633) unlösbar beschichtet
ist.
3. Schwingungserreger nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Statorgehäuse 62 ein Zahnrad 621 angeordnet ist, das auf seiner der Rotorwelle
(61) zugewandten Innenseite als Stator mit mindestens einem Statorflügel (622) ausgebildet
ist.
4. Schwingungserreger nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkmotor (6) Mittel (65) zur Arretierung des Statorgehäuses (62) mit der
Rotorwelle (61) aufweist.
5. Schwingungserreger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel (65) zur Arretierung hydraulisch betätigbar ist.
6. Schwingungserreger nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zur Arretierung durch eine Federdruck-Lamellenbremse (65, 616, 630) gebildet
ist.
7. Schwenkmotor, geeignet zum Einsatz in einem Schwingungserreger nach einem der vorgenannten
Ansprüche, umfassend eine Rotorwelle (61) und ein Statorgehäuse (62), zwischen denen
Arbeitskammern (64a, 64b) gebildet sind, wobei das Statorgehäuse (62) um die Rotorachse
(61) drehbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Statorgehäuse (62) wenigstens einen Verschlussdeckel (63) aufweist, der zur radialen
und axialen Lagerung der Rotorwelle (61) zumindest partiell mit einer Gleitlegierung
(633) unlösbar beschichtet ist und dass zwischen Rotorwelle (61) und Statorgehäuse
(62) wenigstens eine Wellendichtung (631) angeordnet ist, die hydraulisch vorgespannt
und mit einem Stützelement versehen ist.
8. Schwenkmotor nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotorwelle (61) zur radialen und axialen Lagerung des Statorgehäuses (62) gegenüber
der Rotorwelle (61) zusätzlich zu oder anstelle der Beschichtung des wenigstens einen
Verschlussdeckels zumindest partiell mit einer Gleitlegierung (633) unlösbar vergossen
ist.
9. Schwenkmotor nach einem der Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (65) zur Arretierung des Statorgehäuses (62) relativ zur Rotorwelle (61) vorgesehen
sind.
10. Schwenkmotor nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zur Arretierung hydraulisch betätigbar ist.
11. Schwenkmotor nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zur Arretierung durch eine Federdruck-Lamellenbremse (65, 616, 630) gebildet
ist.
12. Schwenkmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Statorgehäuse (62) eine Zahnrad (621) angeordnet ist, das auf seiner der
Rotorwelle (61) zugewandten Innenseite als Stator mit Statorflügeln (622) ausgebildet
ist.