(19)
(11) EP 2 236 294 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.10.2010  Patentblatt  2010/40

(21) Anmeldenummer: 10168187.2

(22) Anmeldetag:  22.10.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 9/02(2006.01)
B41F 13/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR

(30) Priorität: 27.11.2001 DE 10158093

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
02779170.6 / 1448393

(71) Anmelder: KBA-GIORI S.A.
1000 Lausanne 22 (CH)

(72) Erfinder:
  • Dünninger, Reinhold
    verstorben (DE)
  • Kahl, Georg
    97753 Karlstadt (DE)

(74) Vertreter: Ganguillet, Cyril 
ABREMA Agence Brevets & Marques Ganguillet Avenue du Théâtre 16 P.O. Box 5027
1002 Lausanne
1002 Lausanne (CH)

 
Bemerkungen:
Diese Anmeldung ist am 01-07-2010 als Teilanmeldung zu der unter INID-Code 62 erwähnten Anmeldung eingereicht worden.
 


(54) Tiefdruckmaschine


(57) Eine Tiefdruckmaschine hat ein Gestell (01, 11, 14) mit einem stationären Teil (01) und einem bewegbaren Teil (11, 14). Ein Plattenzylinder (07) ist in dem stationären Teil drehbar montiert; ein Orlof-Zylinder (12) ist in dem bewegbaren Teil montiert. Der bewegbare Teil ist an einer Schiene (04) hängend angeordnet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Tiefdruckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Eine solche Maschine ist z. B. aus EP 08 73 866 B1 bekannt. Diese bekannte Druckmaschine weist vier Schablonenzylinder auf, die jeweils von einem zugeordneten Farbwerk mit Farbe versorgt werden. Dabei nimmt die Oberfläche der Schablonenzylinder nur an lokalen Vertiefungen oder Ausfräsungen Farbe auf. Diese Farbe wird an den Farbsammelzylinder übertragen, der in Kontakt mit allen Schablonenzylindern rotiert. So entsteht auf dem Farbsammelzylinder eine Farbschicht, die sich aus Beiträgen verschiedener Schablonenzylinder zusammensetzen kann und eine von Ort zu Ort variable Zusammensetzung und Färbung aufweisen kann. Mit dieser Farbschicht von variabler Zusammensetzung werden die Platten eines in Kontakt mit dem Orlof-Zylinder rotierenden Plattenzylinders eingefärbt, und das auf den Platten vorhandene Druckbild wird mit einer durch die Zusammensetzung der Farbschicht vorgegebenen Farbverteilung auf einen Bedruckstoff abgedruckt, der zwischen dem Plattenzylinder und einem Gegendruckzylinder durchläuft. So entsteht auf dem Bedruckstoff bei einem einzigen Spaltdurchgang ein mehrfarbiges Druckbild, das, da nur eine einzige Druckplatte verwendet wird, inhärent frei von Passerfehlern ist. Dieses Verfahren wird daher bevorzugt zum Druck von Wertpapieren wie etwa Banknoten eingesetzt.

[0003] Da die Muster der Vertiefungen auf den Schablonenzylindern für jeden einzelnen Druckauftrag spezifisch sind, war es bei älteren Druckmaschinen dieser Art wichtig, dass die Schablonenzylinder leicht ausbaubar waren. Die Entwicklung von Schablonendruckplatten hat es ermöglicht, die Schablonenzylinder nicht mehr ausbauen zu müssen. Wenn aber auf diese Ausbaumöglichkeit verzichtet wird, ist bei einer Tiefdruckmaschine der herkömmlichen, aus EP 08 73 866 B1 bekannten Bauart die Zugänglichkeit des Orlof-Zylinders stark eingeschränkt, was z. B. dessen Reinigung erheblich erschwert.

[0004] Die DE 690 08 941 T1 offenbart eine Tiefdruckmaschine zum Drucken von Wertpapieren. Dabei sind Platten- und Druckzylinder in einem ortsfesten Hauptgestell, der Farbsammelzylinder und die Farbselektionswalzen in einem ersten abfahrbaren Gestell und die Farbwerke in einem zweiten abfahrbaren Gestell angeordnet.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tiefdruckmaschine zu schaffen.

[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

[0007] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass der Orlof-Zylinder zu Wartungszwecken leicht zugänglich ist, ohne dass es dafür erforderlich ist, einen Schablonenzylinder auszubauen. Statt dessen kann bei der Druckmaschine ein Zwischenraum, der einen leichten Zugang zum Orlof-Zylinder garantiert, durch Abrücken des Orlof-Zylinders vom Plattenzylinder geschaffen werden.

[0008] Indem der erste bewegliche Teil des Gestells, der den Orlof-Zylinder und zweckmäßigerweise auch die Schablonenzylinder trägt, an einer Schiene hängend angeordnet ist, entfällt die Notwendigkeit, entsprechende Schienen aufwendig am Boden einer Halle oder dergleichen, wo die Tiefdruckmaschine aufgestellt ist, zu verankern oder sie darin einzulassen.

[0009] Ein zweiter beweglicher Teil des Gestells kann als Träger für das Farbwerk des Schablonenzylinders vorgesehen werden. Durch Abdrücken dieses zweiten bewegbaren Teils vom ersten bewegbaren Teil kann auch zwischen Farbwerk und Schablonenzylinder ein Zwischenraum geschaffen werden, über den Farbwerk und Schablonenzylinder für Bedienungspersonal leicht zu erreichen und zu reinigen sind und Schablonendruckplatten leicht ausgetauscht werden können.

[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.

[0011] Es zeigen:
Fig. 1
einen schematischen Längsschnitt durch eine Tiefdruckmaschine in einer Arbeitsstellung,
Fig. 2
einen analogen Schnitt durch die Tiefdruckmaschine in einer Reinigungs- und Wartungsstellung.


[0012] Das Gestell der in Fig. 1 gezeigten Maschine ist aus mehreren Teilen aufgebaut, die jeweils zwei parallele, starr verbundene Platten aufweisen. Ein erstes stationäres Teil 01 ist am Boden 02 einer Halle oder dergleichen verankert; seine zwei Platten tragen zusammen mit ebenfalls am Hallenboden abgestützten Pfosten 03 zwei parallele Schienen 04.

[0013] In dem stationären Teil 01 sind ein Gegendruckzylinder 06 und ein Plattenzylinder 07 drehbar aufgehängt. Ihre Drehrichtung ist durch eingezeichnete Pfeile angegeben. Der Gegendruckzylinder 06 ist mit einer Mehrzahl von Greifern 08 ausgestattet, die in nicht genauer gezeigter Weise von rechts in der Fig. 1 her zugeführte Bogen greifen, durch einen Spalt zwischen Plattenzylinder 07 und Gegendruckzylinder 06 führen, wo sie bedruckt werden, und anschließend an eine Greiferkettenanordnung 09 übergeben, von der sie über die Schiene 04 hinweg einem in der Fig. 1 nicht dargestellten Ausleger zugeführt werden.

[0014] Ein erstes bewegbares Teil 11 des Gestells ist an den Schienen 04 aufgehängt. Das erste bewegbare Teil 11, trägt einen Orlof-Zylinder 12, d. h. ein Sammelzylinder sowie eine Mehrzahl, hier vier Stück, von Schablonenzylindern 13, die in Kontakt mit dem Orlof-Zylinder 12 rotieren.

[0015] Ein zweites bewegbares Teil 14 des Gestells, das ebenfalls an den Schienen 04 aufgehängt ist, trägt vier Farbwerke 16, von denen jedes in der gezeigten Stellung einen der Schablonenzylinder 13 mit Farbe versorgt.

[0016] Während des Betriebs der Druckmaschine sind die Gestellteile 01; 11; 14 in der in Fig. 1 gezeigten Stellung miteinander arretiert.

[0017] Um für einen neuen Druckauftrag die Schablonendruckplatten an den Schablonenzylindern 13 austauschen zu können, ist der zweite bewegbare Teil 14 aus seiner in der Fig. 2 als geschlossener Umriss dargestellten Position entlang der Schiene 04 in eine Wartungsposition verschiebbar, in der das zweite bewegbare Teil 14 als gestrichelter Umriss in der Fig. 1 dargestellt ist. In dieser Position befindet sich das zweite bewegbare Teil 14 nur noch in- einem geringen Abstand (z. B. kleiner als 50 cm) vom Pfosten 03, und eine Bedienungsperson kann einen zwischen dem zweiten bewegbaren Teil 14 und dem ersten bewegbaren Teil 11 entstandenen Gang 17 (breiter als 60 cm) betreten, um Wartungsarbeiten an den Farbwerken und den Schablonenzylindern 13 vorzunehmen.

[0018] Um auch den Orlof-Zylinder 12 bequem reinigen zu können, ohne hierfür die Schablonenzylinder 13 ausbauen zu müssen, ist der erste bewegbare Teil 11 wie in Fig. 2 gezeigt, ebenfalls in Richtung des Pfostens 03 verschiebbar. Während sich beim Verschieben des ersten beweglichen Teils 11 ein neuer Gang 18 (breiter als 60 cm) zwischen dem ersten beweglichen Teil 11 und dem stationären Teil 01 des Gestells auftut, schließt sich der Gang 17 (kleiner als 40 cm, insbesondere kleiner als 30 cm). Der Platzbedarf der Druckmaschine ist daher nicht größer als bei der Druckmaschine gemäß der bereits zitierten EP 08 73 866 B1; die Zugriffs- und Wartungsmöglichkeiten sind jedoch deutlich verbessert.

[0019] Die Bewegung des ersten Teils 11 und des zweiten Teils 14 erfolgt jeweils mittels mindestens einem eigenen Stellantrieb, z. B. eines Elektromotors oder druckmittelbetätigten Arbeitszylinders. Der erste Teil 11 und der zweite Teil 14 können unabhängig voneinander verfahren werden. So wird z. B. der erste Teil 11 bewegt, während sich der zweite Teil 14 bereits ortsfest in seiner Wartungsposition befindet.

[0020] Vorzugsweise sind für jedes Teil 11, 14 zwei miteinander synchronisierte Stellantriebe vorgesehen.

Bezugszeichenliste



[0021] 
01
Teil, stationär
02
Boden
03
Pfosten
04
Schiene
05
-
06
Gegendruckzylinder
07
Plattenzylinder
08
Greifer
09
Greiferkettenanordnung
10
-
11
Teil, erstes, beweglich
12
Orlof-Zylinder
13
Schablonenzylinder
14
Teil, zweites, beweglich
15
-
16
Farbwerk
17
Gang
18
Gang



Ansprüche

1. Tiefdruckmaschine mit einem Gestell (01, 11, 14), in dem ein Orlof-Zylinder (12), ein Plattenzylinder (07) und wenigstens ein Schablonenzylinder (13) drehbar montiert sind, wobei das Gestell (01,11, 14) einen stationären Teil (01), der den Plattenzylinder (07) trägt, einen ersten gegen den stationären Teil (01) bewegbaren Teil (11) mit dem Orlof-Zylinder (12), und einen zweiten gegen den ersten bewegbaren Teil (11) bewegbaren Teil (14) umfasst, wobei ein Farbwerk (16) des wenigstens einen Schablonenzylinders (13) in dem zweiten bewegbaren Teil (14) des Gestells montiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der erste bewegbare Teil (11) und der zweite bewegbare Teil (14) an einer Schiene (04) hängend angeordnet sind und dass der Orlof-Zylinder (12), der erste bewegbare Teil (11) und die Schiene (04) so angeordnet sind, dass die Rotationsachse des Orlof-Zylinder (12) vertikal unterhalb der Schiene (04) angeordnet ist, wenn der erste bewegbare Teil (11) während des Betriebs der Tiefdruckmaschine im Kontakt mit dem stationären Teil (01) liegt.
 
2. Tiefdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass während des Betriebes der Tiefdruckmaschine die Teile (01 ; 11 ; 14) des Gestelles arretiert sind.
 
3. Tiefdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das stationäre Teil (01) und ein Pfosten (03) die Schiene (04) tragen und dass in einer Wartungsposition der zweite bewegbare Teil (14) in einem geringen Abstand vom Pfosten (03) angeordnet ist.
 
4. Tiefdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedem bewegbaren Teil (11 ; 14) mindestens ein eigener Stellantrieb zugeordnet ist.
 
5. Tiefdruckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb ein Elektromotor oder ein druckmittelbetätigter Arbeitszylinder ist.
 
6. Tiefdruckmaschine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass für jedes bewegbare Teil (11, 14) zwei miteinander synchronisierte Stellantriebe vorgesehen sind.
 
7. Tiefdruckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Teil (11) verfahrbar ist während das zweite Teil (14) ortsfest ist.
 
8. Tiefdruckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass, wenn der zweite bewegbare Teil (14) oder wenn beide bewegbare Teile (11, 14) in eine Wartungsposition verschoben ist oder sind, eine Bedienungsperson einen zwischen dem zweiten bewegbaren Teil (14) und dem ersten bewegbaren Teil (11) entstandenen ersten Gang (17) oder zwischen dem ersten bewegbaren Teil (11) und dem stationären Teil (01) entstandenen zweiten Gang (18) betreten kann, welcher Gang (17, 18) breiter als 60 cm ist.
 
9. Tiefdruckmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Orlof-Zylinder (12) drei Sammelabschnitte aufweist, die mit dem wenigstens einen Schablonenzylinder (13) in Kontakt kommen.
 




Zeichnung








Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente