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EP 2 156 903 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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04.12.2013 Patentblatt 2013/49 |
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Anmeldetag: 04.02.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren und Vorrichtung zum Sortieren von Partikeln
Method and device for sorting particles
Procédé et dispositif de tri de particules
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.02.2010 Patentblatt 2010/08 |
| (62) |
Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ: |
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08002067.0 / 2085150 |
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Patentinhaber: Technische Universität Bergakademie Freiberg |
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09599 Freiberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Unland, Georg
09599 Freiberg (DE)
- Folgner, Dr. Thomas
09600 Oberschöna (DE)
- Steuer, Martin
01589 Riesa (DE)
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| (74) |
Vertreter: Grünecker, Kinkeldey,
Stockmair & Schwanhäusser |
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Leopoldstrasse 4 80802 München 80802 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-2005/014788 US-A- 4 254 878
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US-A- 1 955 032
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Sortieren von Partikeln.
[0002] In der Aufbereitungstechnik ebenso wie für die Produktherstellung unter Verwendung
von Partikeln spielt für eine hohe Effizienz ebenso wie für die Erfüllung von Qualitätsanforderungen
der Einsatz sortierten partikulären Materials eine zunehmende Rolle. Überdies können
durch Bereitstellung sortierter partikulärer Produkte höhere Qualitäts- und Preisvorstellungen
realisiert werden. So kann sortierter, höherpreisiger Splitt und Schotter in der Bauindustrie
wie auch im Straßenbau zu wesentlich höhere Lebensdauer und verbesserte Produkteigenschaften
führen.
[0003] Aus der
DE 10 2006 001 043 A1 ist daher bereits ein Verfahren zur Erzeugung von Splitt und Schotter bekannt, bei
dem kubische Körner, deren Anteil in Schotter und Splitt zumindest 50% betragen soll,
nicht in einem späteren Aufbereitungsprozess, wie einem Brechprozess, weiter zerkleinert
werden. Vielmehr sollen bevorzugt nur nicht kubische Körner in weiteren Brechstufen,
die der Kubifizierung dienen, zu kubischen Körnern verarbeitet werden. Zur Sortierung
werden Kornform-Sortiermaschinen eingesetzt, die entweder auf optischen Prinzipien
oder auf dem unterschiedlichen Gleichgewichtsverhalten von kubischen und nichtkubischen
Körnern beruhen.
[0004] Ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Sortieren von Partikeln nach ihrer Partikelform
in einer räumlichen und zeitlichen Abfolge mit zwei Klassierstufen ist aus der
US 1 955 032 bekannt die für den Gegenstand der Ansprüche 1 und 19 als nächstliegender Stand der
Technik angesehen wird. In der ersten Stufe erfolgt hierbei eine Klassierung der Partikel
nach ihrer maximalen Partikelausdehnung.
[0005] Ferner ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kornformsortierung aus der
US 4 254 878 bekannt. Hierbei kommt ein rotatorischer Klassierer (Fig. 2) oder ein Flachdeck-Klassierer
(Fig. 3) zum Einsatz.
[0006] Hierbei wird ebenfalls zuerst nach der maximalen Ausdehnung der Partikel klassiert,
die nicht länger sind als das Doppelte der Öffnungslänge der Durchtrittsöffnungen.
[0007] Durch die Erfindung soll für eine breite, branchenübergreifende Anwendung ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Sortieren von Partikeln geschaffen werden, die in zuverlässiger
und industriell einsetzbarer Weise eine Bereitstellung von Partikeln, wie z.B. von
Splitt oder Schotter oder anderen Schüttungen, in kornformspezifischer Sortierung
gestatten.
[0008] Ein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht also darin, Partikel nach
ihrer Kornform zu sortieren und auf diese Weise Partikel unterschiedlicher Kornform
voneinander zu trennen, um so Partikel.
[0009] Kubizität bzw. Rundheit (Partikel mit einem bestimmten Längen-/Dickenverhältnis)
zu unterscheiden.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches
1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 19 gelöst.
[0011] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden die Begriffe Klassierung und Sortierung
verwendet. Unter Klassierung versteht man dabei die Trennung nach einem geometrischen
Merkmal der Partikelmakrogestalt (z.B. Hauptabmessungen Fig. 1). Eine Sortierung nach
der Kornform wird durch die serielle Klassierung nach mindestens zwei geometrischen
Merkmalen der Partikelmakrogestalt (serielle Klassierung nach mindestens zwei Hauptabmessungen)
beschrieben, wobei eine zweifache serielle Klassierung, nach dem Parameter Kubizität,
erfolgen kann.
[0012] Vorzugsweise ist einer Klassierung nach einem geometrischen Merkmal einer Partikelmakrogestalt
(Hauptabmessung) eine Klassierung nach einem weiteren geometrischen Merkmal einer
Partikelmakrogestalt (Hauptabmessung) zeitlich und/oder räumlich vorgeschaltet.
[0013] Auf diese Weise kann eine Fraktion nach der Kubizität bei einem bestimmten Grenzwert
für diese Kornform getrennt werden.
[0014] Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens, auch im Hinblick auf
die Ausbildung der Durchgangsöffnungen in Abhängigkeit von der Klassierungsaufgabe,
sind Gegenstand der weiteren Unteransprüche.
[0015] Vorzugsweise kann eine zweidimensionale (in der Klassierebene erfolgende) oder auch
dreidimensionale Klassierung unter Verwendung räumlicher dreidimensionaler Siebstrukturen
realisiert werden.
[0016] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt eine serielle Klassierung (Sortierung
nach der Kornform) in zumindest zwei, vorzugsweise zeitlich und/oder räumlich aufeinanderfolgenden
Klassiervorgängen unter Berücksichtigung jeweils einer von drei Hauptabmessungen (Länge
a, Breite b, Dicke c) der Partikel.
[0017] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann die erste und zweite Klassiereinrichtung
durch eine erste und zweite Siebeinrichtung gebildet werden, die vorzugsweise in einem
gemeinsamen Gehäuse angeordnet oder integral in einer Klassierebene ausgebildet sind.
[0018] Vorzugsweise werden die Partikelbewegung in Form der Siebkennziffer und die entsprechende
Partikelausdehnung (z.B. Partikellänge, Partikelbreite und Partikeldicke) nach der
klassiert werden soll als Parameter für die Wahl geeigneter Geometrien der Durchtrittsöffnungen
der Siebeinrichtungen verwendet.
[0019] Durch eine zweifache serielle Klassierung, d.h. Kornformsortierung nach der Partikelgröße
in zumindest zwei Hauptachsenrichtungen des Partikels, die im Wesentlichen zueinander
senkrecht sind (Länge, Breite, Dicke) ist es auf überraschend einfache Weise möglich,
Partikel hinsichtlich ihrer Nadeligkeit (Verhältnis der maximalen Partikelausdehnung
(Längsabmessung) zur maximalen mittleren Hauptabmessung (Partikelbreite)) bzw. nach
ihrer Kubizität oder Rundheit ((Verhältnis der maximalen Partikelausdehnung (Längsabmessung)
zur minimalen Partikelausdehnung (Dicke)) bzw. hinsichtlich ihrer Plattigkeit (Flachheit)
(Verhältnis der mittleren Hauptabmessung (Breite) zur kleinsten Hauptabmessung (Dicke))
zu sortieren, d.h. nach jeweils einer geometrischen Größe des Partikels. Vorzugsweise
sind die Klassiereinrichtungen Siebeinrichtungen wie z.B. Kreis-, Ellipsen-, Linear-
oder Planschwinger, d.h. Schwingsiebe mit vorgenannter Bewegungsgeometrie oder eine
geneigt und vorzugsweise feststehend angeordnete Siebfläche als Klassierebene, über
die die Partikel geführt werden.
[0020] Für eine Klassierung nach der maximalen Partikelausdehnung weist die Klassiereinrichtung,
vorzugsweise Siebeinrichtung, eine Klassierung mittels vorbestimmtem Rundloch, Quadratloch,
Langloch (zweidimensionale Klassierung), 3D-Quadratloch oder einem 3D-Rechteckloch
("3D"=dreidimensionale Klassierung) auf. Hinsichtlich einer zu der vorgenannten Partikelausdehnung
im Wesentlichen senkrechten, mittleren Partikelausdehnung ist die Siebeinrichtung
vorzugsweise mit Durchtrittsöffnungen (Rundloch bzw. Quadratloch) mit einem vorbestimmten
Lochdurchmesser bzw. einer Maschenweite, vorzugsweise in einer Ausbildung als Lochblech
oder Sieb versehen.
[0021] Als Klassiereinrichtung zur Klassierung der Partikel nach der zur maximalen und mittleren
Partikelausdehnung im Wesentlichen senkrechten, minimalen Partikelausdehnung, ist
vorzugsweise eine aus Stäben gebildete Siebeinrichtung mit vorbestimmten Stababstand
oder ein Langmaschengewebe mit vorbestimmten Maschenabstand oder einem 3D-Rechtecklochbelag
vorgesehen.
[0022] Vorzugsweise kann die Klassierung also durch Siebeinrichtungen mit zweidimensionaler
oder aber auch mit dreidimensionaler Wirkungsweise bzw. Klassierebene erfolgen.
[0023] Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird unter dem Klassieren bzw. der zweifache
seriellen Klassierung stets ein Sortieren nach der Kornform verstanden, das ein zeitlich
und/oder räumlich getrenntes Klassieren nach mindestens zwei geometrischen Hauptabmessungen
der Partikel (maximale Länge, maximale Breite oder maximale Dicke) beinhaltet.
[0024] Durch die Erfindung lässt sich z.B. leicht Schüttgut erzeugen, das hinsichtlich einheitlicher
Partikelgeometrien auf ganz bestimmte bevorzugte Anwendungen oder Qualitäten abgestimmt
ist, z.B. bei Erzeugung von hochpreisigem Edelsplitt.
[0025] Die Erfindung beruht auf der überraschenden Erkenntnis, dass eine qualitätvolle Sortierung
von partikulärem Gut nach der Kornform (serielle Klassieren) möglich ist, indem zumindest
zwei Klassierungen in Kombination und zwar auf der Basis der geometrischen Hauptabmessungen
der Partikel (maximale Länge, maximale Breite, maximale Dicke) vorgenommen werden.
[0026] Dabei können zumindest zwei Klassierungen sowohl in enger zeitlicher und/oder räumlicher
Verbindung und Nachbarschaft als auch mit großem zeitlichen und/oder räumlichen Abstand
durchgeführt werden. Es ist auf diese Weise möglich, eine Fraktion nadeliger Partikel
von einer Fraktion runder oder kubischer Partikel und diese wiederum von einer Fraktion
plattiger Partikel zu trennen, wobei durch Hintereinanderschaltung entsprechender
Siebeinrichtungen innerhalb jeder Fraktion weitere Feinfraktionierungen, z.B. Partikel
mit vorbestimmter Nadeligkeit durch Begrenzung der mittleren Partikelabmessung (Partikeldicke)
oder der vorbestimmter Plattigkeit der Partikel (Begrenzung der Kleinstabmessungen
(Dicke) der Partikel) erzeugt werden können.
[0027] Die Erfindung ist z.B. für die Fraktionierung und Qualitätsverbesserung von Splitt
oder Schotter in der Bauindustrie oder bei der Bereitstellung von Kohle für Hochöfen
oder für die Vorbereitung von Schüttungen für Festbettreaktoren wie auch z.B. in der
Prädisposition von Partikeln für Suspensionen von Auftragmaterialien anwendbar.
[0028] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. In diesen zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Partikels, nach seinen Hauptabmessungen,
- Fig. 2
- eine Tabelle der Klassiervarianten,
- Fig. 3
- ein Kräftegleichgewicht an einem Partikel zur Beschreibung möglicher Schwingformen
einer Siebeinrichtung,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Bewegungsverhaltens eines Partikels in Abhängigkeit
von einer Bewegung/Antrieb einer Siebeinrichtung für eine
- Fig. 4a
- Wurfbewegung,
- Fig. 4b
- eine Gleitbewegung des Partikels,
- Fig. 5
- Öffnungsgeometrien einer Siebeinrichtung mit
- Fig. 5a bis 5d
- zweidimensionalen Öffnungsgeometrien der Siebungseinrichtungen für Rundloch (Kreisloch),
Quadratloch, rechteckiger Durchtrittsöffnung und elliptischer Durchtrittsöffnung,
- Fig. 6
- dreidimensionale Öffnungsgeometrien einer Siebeinrichtung mit
- Fig. 6a bis 6d
- Quadratloch und Rechteckloch in Querschnitt und Draufsicht,
- Fig. 7
- Funktionsweisen von Öffnungsgeometrien nach Fig. 6 mit schematische Darstellungen
von dreidimensionalen Öffnungsgeometrien
- Fig. 7a
- für eine Klassierung nach einer maximalen Partikelausdehnung (a), und
- Fig. 7b
- für eine Klassierung nach einer minimalen Partikelausdehnung (c),
- Fig. 8
- Funktionsweisen von Öffnungsgeometrien nach Fig. 7 mit schematische Darstellungen
von dreidimensionalen Öffnungsgeometrien
- Fig. 8a1 und
- für eine Klassierung nach einer maximalen Partikelausdehnung (a)
- Fig. 8a2
- für unterschiedliche Schwerpunktslagen, und
- Fig. 8b
- für eine Klassierung nach einer minimalen Partikelausdehnung (c),
- Fig. 9
- Funktionsweisen von Öffnungsgeometrien für verschiedene Partikelformen bei Gleitbewegung,
- Fig. 10
- Funktionsweisen von Öffnungsgeometrien für verschiedene Partikelformen bei Wurfbewegung,
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung des Wirkprinzips einer zweifache seriellen Klassierung
nach der vorliegenden Erfindung mit
- Fig. 11a
- einer ersten Klassierstufe,
- Fig. 11b
- einer zweiten Klassierstufe.
- Fig. 12
- eine schematische Darstellung einer Siebeinrichtung als Schwingsieb zur Bestimmung
möglicher Schwingformen,
- Fig. 13
- ein Ersatzschaltbild für eine Kombination von Schwingungsanregung, Kreisschwingung
und elliptischer Schwingung für eine integrale Siebeinrichtung,
- Fig. 14
- ein Ausführungsbeispiel einer Siebeinrichtung mit Lochblech und Siebrost gemäß Fig.
11 (Klassierung nach der Nadeligkeit),
- Fig. 15
- ein verfahrenstechnisches Model einer Sortiermaschine mit zweifache serielle Klassierung,
- Fig. 16
- eine Sortiervorrichtung in schematischer Schnittdarstellung (Sortierung nach Nadeligkeit),
- Fig. 17
- eine Austrageinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 16,
- Fig. 18
- eine Siebeinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 16,
- Fig. 19
- eine Sortiervorrichtung in schematischer Schnittdarstellung (Sortierung nach Nadeligkeit)
mit Klassierschritten auf getrennten Siebeinrichtungen,
- Fig. 20
- eine Austrageinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 19,
- Fig. 21
- Siebeinrichtungen der Sortiervorrichtung nach Fig. 19,
- Fig. 22
- eine Sortiervorrichtung in schematischer Schnittdarstellung (Sortierung nach Kubizität),
- Fig. 23
- eine Austrageinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 22,
- Fig. 24
- eine Siebeinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 22,
- Fig. 25
- eine Sortiervorrichtung in schematischer Schnittdarstellung (Sortierung nach Kubizität)
mit den Klassierstufen auf getrennten Siebeinrichtungen,
- Fig. 26
- eine Austrageinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 25,
- Fig. 27
- eine Siebeinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 25,
- Fig. 28
- eine Sortiervorrichtung in schematischer Schnittdarstellung (Sortierung nach Plattigkeit),
- Fig. 29
- eine Austrageinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 28,
- Fig. 30
- eine Siebeinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 28,
- Fig. 31
- eine Sortiervorrichtung in schematischer Schnittdarstellung (Sortierung nach Plattigkeit),
mit Klassierstufen auf separaten Siebeinrichtungen,
- Fig. 32
- eine Austrageinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 31,
- Fig. 33
- eine Siebeinrichtung der Sortiervorrichtung nach Fig. 31.
[0029] Grundlage der nachfolgenden Erläuterung von Ausführungsbeispielen eines Verfahrens
und einer Vorrichtung zum Sortieren von Partikeln nach ihrer Partikelform durch zweifache
serielle Klassierung ist die Geometrie eines Partikels 1, wie in Fig. 1 dargestellt,
mit Hilfe seiner Hauptabmessungen, nämlich seiner maximalen Länge a, seiner mittleren
Abmessung Breite b und seiner kleinsten Abmessung Dicke c, wobei sich diese Abmessungen
in den Hauptachsen x, y, z des Partikel 1 durch einen regelmäßigen Körper, z.B. Quader,
als Einhüllende darstellen lassen, wie dies in Fig. 1 gezeigt ist. Die Hauptabmessungen
a (längste Körperkante des einhüllenden Quaders), b (mittlere Körperkante des einhüllenden
Quaders) und c (kleinste Körperkante des einhüllenden Quaders) mit a > b > c beschreibenden
Partikel 1 geometrisch.
[0030] Die nachfolgend näher erläuterte zweifache serielle Klassierung, d.h. Bestimmung
der Partikelform auf der Grundlage von zumindest zwei geometrischen Hauptabmessungen
des Partikels 1, beruht auf der vorgenannten Erfassung der Hauptabmessungen des Partikels
und deren verfahrens- und vorrichtungstechnischer Umsetzung. Die Form des Partikels
1 kann mittels dieser Erfassung seiner Ausdehnung in den drei Hauptachsen x, z und
y vollständig erfasst werden.
[0031] Mit Hilfe der Hauptabmessungen des Partikels 1 sind drei unterschiedliche Partikelformen
definierbar, bestimmt durch jeweils zwei Längenverhältnisse.
[0032] Das Verhältnis der längsten Hauptabmessung a zur mittleren Hauptabmessung b beschreibt
die Elongation oder Nadeligkeit des Partikels 1:

[0033] Das Verhältnis der längsten Hauptabmessung a zur kleinsten Hauptabmessung c beschreibt
die Kubizität bzw. Rundheit oder Würfeligkeit des Partikels 1:

[0034] Das Verhältnis der mittleren Hauptabmessung b zur kleinsten Hauptabmessung c beschreibt
die Flachheit bzw. Plattigkeit des Partikels 1:

[0035] Mit Hilfe der vorgenannten Beschreibung bzw. Sortierung einer Partikelmenge nach
Kornformen Ψ
(a/b), Ψ
(a/c) und Ψ
(b/c), kann ein aus Partikel 1 bestehendes Aufgabegut in zwei räumlich und/oder zeitlich
abfolgend ablaufenden Klassierschritten nach der Nadeligkeit sortiert (seriell klassiert)
werden, so dass zwei Fraktionen mit zwei signifikant unterschiedlichen Kornformkenngrößen
Ψ
(a/b) entstehen. In entsprechender Weise ist es möglich, dass Partikelgemisch nach der
Kubizität bzw. nach der Plattigkeit zu sortieren.
[0036] Die Klassiervarianten bei einer zweifache seriellen Klassierung, d.h. Sortierung
nach der Kornform entsprechend den Hauptabmessungen a, b oder c sind in Tabelle 1
der Fig. 2 tabellarisch dargestellt. Je nach Kombination der Klassierung nach den
drei Hauptabmessungen in einem ersten und einem zweiten Klassierschritt ergibt sich
eine Sortierung nach den Kornformen: Nadeligkeit, Kubizität oder Plattigkeit, wie
dies Fig. 2 verdeutlicht. Fig. 2 zeigt die Kombination der verschiedenen Klassierschritte,
d.h. einer ersten Klassierung (Klassierschritt 1) und einer anschließenden zweiten
Klassierung (Klassierschritt 2) mit dem entsprechenden Klassierergebnis und der Beschreibung
der Kornform bei jeder dieser Varianten mit einer Abkürzung in der rechten Spalte
der Fig. 2. Wie ersichtlich, wird durch eine Kombination von erster und zweiter Klassierung
nach den Hauptabmessungen a und b sowie b und a (Reihenfolge) eine Sortierung nach
der Nadeligkeit vorgenommen, während bei Sortierung nach anderen Hauptabmessungen
in unterschiedlicher Reihenfolge jeweils eine Sortierung nach Kubizität bzw. Plattigkeit
erfolgt, wie dies aus Fig. 2 ersichtlich ist.
[0037] Eine Sortierung nach der Kornform (serielles Klassieren) erfolgt auf der Basis der
Hauptabmessungen in den hier erläuterten Ausführungsbeispielen durch eine oder mehrere
Siebeinrichtungen, wobei die Ausgestaltung der Siebeinrichtungen zur Erfüllung der
jeweiligen Sortieraufgabe der Partikelformsortierung nach zumindest einer der Hauptabmessungen
a, b oder c eine Partikelbewegung und eine Sieböffnungsgeometrie, d.h. eine Geometrie
von Durchtrittsöffnungen der Siebeinrichtung als Parameter betrachtet werden. Die
Partikelbewegung wird dabei mit Hilfe einer Maßzahl beschrieben, die durch das Verhältnis
der senkrecht zu einer Klassierebene der Siebeinrichtung (Siebebene) stehenden Komponenten
der auf einen Partikel 1 wirkenden Beschleunigungskraft F
a und der Gewichtskraft F
g gebildet wird. Diese Maßzahl wird als Sieb- oder Wurfkennziffer S
v bezeichnet. In Fig. 3 ist das auf einen Partikel 1 wirkende Kräftegleichgewicht bei
der Partikelbeschleunigung zur Beschreibung/Ermittlung möglicher Bewegungsformen für
eine Siebeinrichtung 2 dargestellt. Die Siebkennziffer wird wie folgt berechnet:

mit:

mit:

[0038] Dabei sind m
p eine Partikelmasse, α der Anstellwinkel einer Siebebene (Klassierebene) bzw. eines
Klassierbelages der Siebeinrichtung 2 und β ein Anstellwinkel eines Schwingantriebes
der Siebeinrichtung. Zur Beschreibung einer Partikelbewegung entlang der Siebeinrichtung
2 bzw. entlang eines Klassierbelages wird zwischen Wurfbewegung mit S
v > 1 und einer Gleitbewegung S
v ≤ 1 unterschieden.
[0039] In Fig. 4a und 4b sind die Bewegungsverhältnisse eines runden Modellkörpers bei einer
Wurf- bzw. Gleitbewegung dargestellt.
[0040] Als Sortiereinrichtung bzw. Mittel zum Klassieren von Partikeln 1 werden vorzugsweise
Schwingsiebe (Siebeinrichtungen 2 mit einem Schwingantrieb) verwendet oder eine Siebeinrichtung
2, die, schräg gestellt, aufgrund ihrer Neigung eine Gleitbewegung der Partikel 1
entlang der Siebeinrichtung 2 in der Klassierebene bei ruhender Siebeinrichtung 2
herbeiführt, wie dies schematisch in Fig. 4b dargestellt ist. Die Siebeinrichtung
2 kann vorzugsweise eine Kreisschwingung, eine Ellipsenschwingung oder eine Planschwingung
aufweisen. Als Sieböffnungsgeometrien, die die Geometrie der Durchtrittsöffnungen
3 eines Siebbelages 2 beschreiben, sind vorzugsweise Rundloch, Quadratloch, Langloch
(als zweidimensionale Öffnungsgeometrien), 3D-Quadratloch (dreidimensionale Öffnungsgeometrie)
oder 3D-Langloch (dreidimensionale Öffnungsgeometrie) vorgesehen.
[0041] Vorzugsweise ist es also möglich, Siebeinrichtungen bzw. Siebbeläge 2 mit einer zweidimensionalen
Öffnungsgeometrie von Durchtrittsöffnungen (hier als 2D-Siebbeläge bezeichnet) und
Siebbeläge mit dreidimensionaler Geometrie der Durchtrittsöffnungen (hier als 3D-Siebbeläge
bezeichnet) zu unterscheiden. Beide Geometrien können auch in einer (integralen) Siebeinrichtung
verbunden sein.
[0042] Für einen 2D-Siebbelag 2 sind die Öffnungsgeometrien der Durchtrittsöffnungen 3 in
Fig. 5 gezeigt. Unter der Voraussetzung, dass die Abmessungen der Öffnungsgeometrien
in x-und y-Richtung gleich groß sein sollen, kommen als Öffnungsgeometrien ein Kreisloch
bzw. ein Quadratloch in Frage. Für den Fall ungleicher Abmessungen der Öffnungsgeometrie
der Durchtrittsöffnungen 3 in x- und y-Richtung kann zwischen einer rechteckigen bzw.
einer elliptischen Durchtrittsöffnung 3 unterschieden werden (s. Fig. 5a bis 5d).
[0043] In Fig. 6 sind mögliche Öffnungsgeometrien für einen dreidimensionalen Siebbelag
2 ("3D-Siebbelag") gezeigt. Mit Hilfe eines eine dreidimensionale Öffnungsgeometrie
besitzenden Siebbelages 2 kann grundsätzlich nach der Hauptabmessung a (maximale Größtabmessung,
Längsabmessung) oder nach der Hauptabmessung c (maximale Kleinstabmessung, Dicke)
klassiert werden.
[0044] Vorzugsweise wird für eine Klassierung nach der Hauptabmessung a für die Öffnungsgeometrie
in der x-z-Klassierebene eine quadratische Öffnung 3 verwendet, wie dies in Fig. 6a,
6b (Schnittansicht (Fig. 6a) und Draufsicht (Fig. 6b)) dargestellt ist. Für eine Klassierung
nach der Hauptabmessung c (Dicke) wird vorzugsweise eine rechteckige Öffnungsgeometrie
für eine Durchtrittsöffnung 4 in der x-z-Klassierebene vorgesehen. In beiden Fällen
entscheidet ein Abstand w
y über ein Durchtreten des Partikels 1 durch die Siebgeometrie.
[0045] Nachfolgend wird eine Funktionsweise der dreidimensionalen (3D)-Öffnungsgeometrie
des Siebbelages 2 bei einer Klassierung nach der Hauptabmessung a bzw. c in Fig. 7
am Beispiel eines Ellipsoiden (a > b > c) gezeigt.
[0046] Wie Fig. 7a verdeutlicht, kippt bei Verwendung einer quadratischen Öffnungsgeometrie
in der x-z-Ebene zur Klassierung nach der Hauptabmessung a der Partikel 1 über eine
Kante 5 in die x-z-Ebene hinein, da er unter der Voraussetzung, dass a > b ist, gezwungen
wird, mit seiner Hauptabmessung b (Breite) durch die x-z-Ebene (Klassierebene) zu
fallen. Der Partikel 1 trifft anschließend auf eine Ebene 6, die durch dreiseitiges
Einschneiden und Abwinkeln einer die quadratische Öffnung der Durchtrittsöffnung bestimmenden
Lasche bei Herstellung der Siebeinrichtung 2 aus einem Lochblech gebildet ist (vgl.
Fig. 6) und berührt neben dieser Ebene 6 weiterhin die Kante 5. Eine Abmessung w
min als senkrechte Abmessung zwischen der Kante 5 und der Ebene 6 entscheidet über die
Wahrscheinlichkeit des Durchtretens des Partikels 1. Es treten nur diejenigen Partikel
1 durch die gebildete dreidimensionale Durchtrittsöffnung, die die Voraussetzung a
< w
min (vgl. auch Fig. 7b) unter Berücksichtigung des Partikelschwerpunktes S, die Wirkrichtung
der verwendeten Schwingungsform (Kraftwirkungsrichtung) und der herrschenden Reibverhältnisse
erfüllen.
[0047] Eine Funktionsweise der 3D-Siebgeometrie bei einer Klassierung nach der Hauptabmessung
a bzw. nach der Hauptabmessung c ist in Fig. 8 am Beispiel eines Ellipsoiden mit a
> b >c gezeigt.
[0048] Fig. 8 verdeutlicht die Funktion einer Klassierung nach der Hauptabmessung a mit
dreidimensionaler Öffnungsgeometrie der Durchtrittsöffnung 3, wiederum mit einer quadratischen
Öffnungsgeometrie (vgl. Fig. 8a) in der x-z-Ebene (Klassierebene), wobei der Partikel
1 aufgrund einer Position seines Schwerpunktes S über die Kante 5 (w
z) in die x-z-Ebene hineinkippt. Unter der Voraussetzung, dass a > b ist, wird der
Partikel 1 gezwungen, mit der Hauptabmessung b (Breite) durch die x-z-Ebene (Klassierebene)
zu fallen. Der Partikel 1 trifft anschließend auf die abgewinkelte Ebene 6 und berührt
nicht nur diesen partiell ausgeschnittenen und abgewinkelten Teil eines die Klassierebene
bildenden Lochbleches 2, sondern berührt außerdem die in Fig. 6b mit w
z bezeichnete Kante 5 sowie die hierzu 90° versetzt angeordneten Kanten w
x der Durchtrittsöffnung (vgl. Fig. 6b), d.h. der Partikel 1 wird durch drei Berührungspunkte
gestützt.
[0049] Das Maß der Abwinkelung der Ebene 6, d.h. die Abmessung w
min als senkrechter Abstand zwischen der Kante 5 (w
z) und der Ebene 6, die Lage des Schwerpunktes S, ein Reibkoeffizient der Materialpaarung
Partikel 1/Klassier- oder Siebbelag 2 und eine Wirkrichtung der verwendeten Schwingform
des Schwingsiebes entscheiden über das Durchtreten des Partikels 1.
[0050] Für das Durchtrittsverhalten der Partikel 1 gibt es in Abhängigkeit der vorangestellt
genannten Parameter zwei Möglichkeiten. Liegt der Schwerpunkt des Partikels 1 wie
in Fig. 8a dargestellt über der Kante 5, wird der Partikel 1 in Abhängigkeit seiner
Länge, der Kraftwirkungsrichtung der Schwingung und der herrschenden Reibverhältnisse
ausgeworfen. Liegt der Schwerpunkt des Partikels 1 wie in Fig. 8a dargestellt unter
der Kante 5, tritt der Partikel 1 in Abhängigkeit seiner Länge, der Kraftwirkungsrichtung
der Schwingung und der herrschenden Reibverhältnisse durch die 3D-Quadratöffnungsgeometrie.
[0051] Bei Verwendung einer rechteckigen Öffnungsgeometrie in der x-z-Ebenen zur Klassierung
nach der Hauptabmessung c (vgl. Fig. 8b) kippt der Partikel 1 aufgrund einer Lage
seines Schwerpunktes S über die Kante 5 (w
z) in die x-z-Ebene hinein, da sich seine Hauptabmessung a an der Kante 5 (w
z) unter der Voraussetzung w
z > w
x ausrichtet (s. Fig. 6d).
[0052] Auch hier entscheidet eine Abmessung w
min (vgl. Fig. 8b) als senkrechter Abstand zwischen der Kante 5 (w
z) und der Ebene 6, die Lage des Schwerpunktes S, der Reibungskoeffizient der Materialpaarung
Partikel 1/Klassier- bzw. Siebbelag 2 und eine Wirkrichtung der verwendeten Schwingform
(bei Ausführung der Siebeinrichtung als Schwingsieb) über das Durchtreten des Partikels
1 durch die Durchtrittsöffnungen 3 des Siebes. Es treten nur diejenigen Partikel 1
durch die Siebgeometrie, die die Voraussetzung c < w
min erfüllen (vgl.
Fig. 8b).
[0053] Die Fig. 9 und 10 verdeutlichen in dreidimensionaler, schematischer Darstellung,
das Verhalten der Partikel 1 in Verbindung mit unterschiedlichen Öffnungsgeometrien
der Siebeinrichtung 2 für die beiden Partikelbewegungen "Gleiten" und "Wurf" (vgl.
Fig. 4).
[0054] In den Figuren ist das Durchtrittsverhalten in Abhängigkeit der Öffnungsgeometrie
für nadelförmige Produkte, quaderförmige Produkte und plattenförmige Produkte, d.h.
für die Klassierung nach einer Hauptabmessung a, b, oder c, dargestellt. Basierend
auf den vorerläuterten Ausführungsformen kann mit Hilfe der Parameter, Öffnungsgeometrie
der Siebeinrichtung 2 und Partikelbewegung ("Gleiten" und "Wurf", vgl. Fig. 4) eine
verfahrenstechnische Auswahl für die mögliche Klassierung getroffen werden.
[0055] Fig. 11a,b verdeutlicht in schematischer Darstellung das Wirkprinzip der "zweifachen
seriellen Klassierung" mit einer ersten Klassierstufe (Fig. 11a) für die Klassierung
nach einer maximalen Länge a, wobei als Siebeinrichtung 2 schematisch ein Lochblech
8 mit runder Durchtrittsöffnung 3 dargestellt ist. Der Durchmesser der Durchtrittsöffnung
3 ist mit d
Loch bezeichnet, der die entsprechende maximalen Länge a der Partikel 1, in der ersten
Klassierstufe bestimmt. Das Lochblech 8 kann durch die in Fig. 12 dargestellten Schwingungsformen
Ellipsen-, Linear- und Planschwingung zur Ausbildung eines Schwingsiebes angeregt
sein, wobei dieser ersten Klassierstufe eine zweite Klassierstufe (Fig. 11b) folgt,
in der eine Klassierung nach der Partikeldicke, d.h. in Richtung der kleinsten Ausdehnung
c (hier mit c bezeichnet) erfolgt. Vorzugsweise kann hierbei eine Klassierung durch
einen Stabrost 7 oder ein Langmaschengewebe als Siebeinrichtung 2 verwendet werden.
Ein Stababstand des Stabrostes 7 ist mit Δs bezeichnet, der die entsprechende Hauptabmessung
c der Partikel 1, in der zweiten Klassierstufe bestimmt.
[0056] Mit Bezug auf Fig. 2 (Klassiervarianten) werden für jede der Varianten (s. Fig. 2,
Spalte 5) die verfahrenstechnischen Realisierungsmöglichkeiten, basierend auf den
Parametern "Partikelbewegung" und "Öffnungsgeometrien", wie in Fig. 9 und 10 dargestellt,
ermittelt.
[0057] Die Klassiervarianten betreffen jeweils die zeitliche und/oder räumliche Abfolge
des ersten und zweiten Klassierschrittes für eine bevorzugte zweifache serielle Klassierung
in Abhängigkeit von der jeweiligen Hauptabmessung im ersten und/oder zweiten Klassierschritt.
[0058] Wie dargelegt werden die verfahrenstechnischen Realisierungsmöglichkeiten für Ausführungsbeispiele
der Erfindung in Abhängigkeit von der Partikelbewegung (Wurf oder Gleiten, vgl. Fig.
4, 9, 10) sowie von der Öffnungsgeometrie für zweidimensionale Durchtrittsöffnungen
(Rundloch, Langloch) bzw. für dreidimensionale Öffnungsgeometrien (3D-Quadrat, 3D-Rechteck)
ausgewählt. Die nachfolgend erläuterten Ausführungsbeispiele beziehen sich auf die
Kurzbezeichnung aus Fig. 2 (rechte Spalte 5).
[0059] Für die Variante "NI", d.h. für die serielle Klassierung nach der Nadeligkeit mit
erster Klassierung nach der Hauptabmessung a und zweiter Klassierung nach der Hauptabmessung
b (Länge und Breite) besteht nur für eine Gleitbewegung der Partikel 1 mit S
v1 und einer Rundloch-Siebgeometrie im ersten Klassierschritt und für eine Wurfbewegung
der Partikel 1 mit Rundlochgeometrie und S
v >1 bei Klassierung nach der Breite beim zweiten Klassieren im Bereich zweidimensionaler
Öffnungsgeometrien der Siebeinrichtung 2 eine bevorzugte Verfahrensoption.
[0060] Hinsichtlich einer dreidimensionalen Siebgeometrie bzw. Öffnungsgeometrie der Durchtrittsöffnungen
3 besteht eine bevorzugte verfahrenstechnische Option für die Partikelbewegung "Wurf"
und "Gleiten" jeweils bei quadratischen Sieböffnungen, allerdings nur für den ersten
Klassierschritt.
[0061] Zusammenfassend kommt daher für die Klassiervariante NI nur eine Rund- bzw. Quadratlochgeometrie
der Durchtrittsöffnungen 3 mit einer Gleitbewegung der Partikel 1 im ersten Klassierschritt
und einer Wurfbewegung für den zweiten Klassierschritt (mithin getrennte Siebeinrichtungen
2 mit unterschiedlichen Antriebsbewegungen), oder aber eine Ausführung der Siebeinrichtung
2 mit einer dreidimensionalen Öffnungsgeometrie und quadratischen Durchtrittsöffnungen
3 im ersten Klassierschritt, sowohl für eine Wurf- als auch eine Gleitbewegung der
Partikel 1, in Kombination mit Rund- bzw. Quadratloch-Durchtrittsöffnungen 3 und einer
Wurfbewegung für das Schwingsieb 2, in einem zweiten Klassierschritt als bevorzugte
Ausführungsformen in Betracht. Bei Anwendung einer Wurfbewegung kann in diesem Fall
für die Variante NI also auch eine integrale Siebeinrichtung 2 mit erster Klassierung
nach der Hauptabmessung a und zweiter Klassierung nach der Hauptabmessung b auf einem
Deck verwendet werden.
[0062] In entsprechender Weise besteht für die Variante NII, d.h. wiederum eine serielle
Klassierung nach der Nadeligkeit jedoch mit umgekehrter Reihenfolge der Klassierschritte,
d.h. zunächst Klassierung nach der Breite der Partikel 1 (Hauptabmessung b) und anschließender
Klassierung nach der Hauptabmessung a (Länge), eine bevorzugte Verfahrenskombination
in der Verwendung einer Rundlochgeometrie und einer Wurfbewegung für die Siebeinrichtung
2 in Kombination mit einer Gleitbewegung für die Partikel 1 im zweiten Klassierschritt
mit separater Siebeinrichtung 2 mit Gleitbewegung der Partikel 1 und runde oder rechteckiger
Öffnungsgeometrie der Durchtrittsöffnungen 3. Neben dieser bevorzugten Verfahrenskombination
im Bereich zweidimensionaler Öffnungsgeometrien besteht zusätzlich in Verbindung mit
der zuvor erläuterten Ausführung des Verfahrens im ersten Klassierschritt die Möglichkeit,
die Klassierung im zweiten Klassierschritt (damit nach Hauptabmessung a) mittels dreidimensionaler
Öffnungskonfigurationen der Siebeinrichtung 2 sowohl für Wurf- oder Gleitbewegung
der Partikel 1 zu bewirken.
[0063] Auch hier besteht damit also die Möglichkeit einer integralen Siebeinrichtung 2 für
die erste und zweite Klassierung im Hinblick auf einen Siebantrieb, der den Partikeln
1 eine Wurfbewegung verleiht bzw. bei separater Ausbildung der zweiten Siebeinrichtung
2 und getrennter Durchführung der zweiten Klassierung auch die Möglichkeit, diese
Klassierung auch mittels Gleitbewegung der Partikel 1 zu realisieren.
[0064] Eine weitere Klassiervariante RI klassiert die Partikeln nach der Kubizität der Partikel
1 in der Kombination Klassierung nach der Hauptabmessung a (erste Klassierung) und
anschließender Klassierung nach der Hauptabmessung c (Dicke; vgl. Fig. 1). Hierbei
kann beispielsweise mit einer schräggestellten, feststehenden Siebeinrichtung 2 zur
Einrichtung einer Gleitbewegung der Partikel 1 und Ausbildung der Siebeinrichtung
2 mit einer Rundlochgeometrie für den ersten Klassierschritt und einer Langlochgeometrie
für den zweiten Klassierschritt das Klassieren nach der Kubizität erreicht werden,
alternativ ist die Klassierung nach der Dicke auch in einer Wurfbewegung mit Langlochgeometrie
der Durchtrittsöffnungen 3 bevorzugt zu erreichen.
[0065] Alternativ hierzu ist eine entsprechende Kombination auch bei Ausbildung der Siebeinrichtung
2 für den zweiten Klassierschritt als dreidimensionale Öffnungsgeometrie mit rechteckigen
Durchtrittsöffnungen 4 für eine gemeinsame Gleitbewegung der Partikel 1 im ersten
oder zweiten Klassierschritt möglich. Alternativ ist eine solche Gleitbewegung auch
in dreidimensionaler Öffnungsgeometrie im ersten Klassierschritt (Klassierung nach
Hauptabmessung a) für eine Wurf- oder Gleitbewegung bei quadratischer Durchtrittsöffnung
3 bevorzugt verfahrenstechnisch umsetzbar, wie auch die Kombination dreidimensionaler
Öffnungsgeometrien mit quadratischen Öffnungen 3 in Wurf- oder Gleitbewegung der Partikel
1 mit gleichem Bewegungsregime im zweiten Klassierschritt bei rechteckigen Durchtrittsöffnungen
4 (vgl. Fig. 5 und 6).
[0066] Weitere Klassiervarianten gemäß Fig. 2 für die serielle Klassierung nach der Kubizität
unter Vertauschung der Klassierschritte 1 und 2 sind die Variante RII sowie die beiden
Verfahrensvarianten bei Klassierung nach der Plattigkeit für die Varianten PI und
PII , woraus sich zugleich (wie vorstehend erläutert) entsprechende konstruktive Ausgestaltungen
für die Siebeinrichtungen einerseits, sowie hinsichtlich gemeinsamer oder getrennter
Schwingantriebe andererseits, ergeben.
[0067] Aus einer Kombination aus verfahrenstechnischen Vorzugsvarianten mit konstruktiven
Lösungsvarianten hinsichtlich möglicher Schwingungsformen für die Siebeinrichtung
(vgl. Fig. 12) bzw. zugehöriger Anstellwinkel α, z. B. für feststehend angeordnete,
schräggestellte Siebe und der möglichen Kopplung des ersten und zweiten Klassierschrittes,
sind bevorzugte konstruktive Ausgestaltungen für eine Sortiermaschine bzw. für Sortierabläufe
in Abhängigkeit von dem gewünschten Sortierergebnis (Klassieren nach der Form auf
der Basis von Hauptparametern des Partikels) zu gewinnen.
[0068] Grundsätzlich wird hinsichtlich der Schwingungsgeometrien auf die Fig. 12 Bezug genommen.
[0069] Hierbei wird der Parameter "Anstellwinkel α" durch zwei Möglichkeiten definiert.
Entweder ist die Siebebene (Klassierebene) unter einem bestimmten Winkel angestellt
bzw. schräggestellt, dann ist α > 0 oder die Siebebene bzw. Klassierebene ist horizontal
angeordnet, dies wird mit α = 0 bezeichnet. Dabei wird eine Kombination von Anstellwinkel
und Schwingungsform dann als bevorzugt angesehen, wenn durch die Kombination von Schwingung
und/oder Anstellwinkel ein Transport der Partikel 1 als Aufgabegut in der Klassierebene
(entlang der Siebebene) gewährleistet ist.
[0070] Wie bereits erläutert, besteht ein drittes Element für die vorteilhafte Ausgestaltung
des Sortierverfahrens in der Möglichkeit die erste Klassierung und die zweite Klassierung
ggf. mit einer gemeinsamen Siebeinrichtung integral einstückig auszuführen (was den
Bau kompakter Sortiermaschinen zulässt), wobei unter Berücksichtigung der untersuchten
Parameter Öffnungsgeometrie der Durchtrittsöffnungen und Partikelbewegung (Wurf oder
Gleiten) für eine integrale Siebeinrichtung, die abschnittsweise beide Klassierschritte
ausführen kann, grundsätzlich nur solche Konfigurationen in Betracht kommen, die die
Verwendung der gleichen Schwingungsform bzw. Anregungsform für den Partikeltransport
in der Klassierebene zulassen (gleiche Schwingungsform).
[0071] Eine Ausnahme besteht hier nur in der Verwendung einer Kreis- und Teilkreisschwingung
im gekoppelten Betrieb, welche unter Kombination aus zwangsgeführter Kreisschwingung
und Koppelstange realisiert werden kann. Eine solche Ausführungsform ist als mechanisches
Ersatzschaltbild in Fig. 13 dargestellt. Hierbei kann die Siebeinrichtung 2 einerseits
(Anlenkungspunkt A) durch eine Kreisschwingung angeregt werden, während der Siebeinrichtung
21 an ihrem anderen Ende (Anlenkpunkt B) eine Ellipsen- oder Bogenschwingung mittels
entsprechender Anlenkung eines Koppelstabes 10 mit Schwingung in Pfeilrichtung verliehen
wird.
[0072] In einem solchen Fall kann die Siebeinrichtung 2 ebenfalls zwei Klassierbereiche
für eine erste Klassierung im linken Bereich und eine zweite Klassierung im rechten
Bereich der Siebeinrichtung 2 enthalten.
[0073] Die Kombination der konstruktiven Voraussetzungen, verbunden mit verfahrenstechnischen
Lösungsbedingungen, ermöglichen eine bevorzugte Auswahl von Verfahrensführungen und
Konstruktionsvarianten für die verfahrens- und vorrichtungstechnische Auslegung von
Sortiermaschinen nach bevorzugten Ausführungsbeispielen, die zumindest eine erste
und zweite Klassierung, die zum Erhalt von sortierten Fraktionen von Partikeln definierter
Partikelform führen.
[0074] Es wird an dieser Stelle nochmals betont, dass die erste und zweite Klassierung auch
in großem zeitlichen oder räumlichen Abstand durch Einzelaggregate ausgeführt werden
können (bis hin zur manuellen Ausführung in Verbindung mit kleinen Aufgabemengen),
wobei in der Kombination der ersten und zweiten Klassierung stets das gewünschte Sortierergebnis
nach der Kornform und, je nach Wunsch, nach einer der drei Hauptabmessungen der Partikel
erreicht wird.
[0075] An die zweite Klassierung kann sich auch eine dritte Klassierung nach der Kornform
oder eine weitere Sortierung nach anderen Partikeleigenschaften oder Parametern anschließen,
was besonders bei Partikelgemischen aus unterschiedlichen Materialien von Bedeutung
sein kann. Es kann also auch eine Kombination von seriellen Klassieren (= Sortieren
nach der Kornform) mit mindestens zwei Klassierstufen in Kombination mit Sortieren
nach anderen Partikelparametern oder -eigenschaften erfolgen. Vorzugsweise wird zur
Verringerung des Korngrößeneinflusses, der den Kornformeffekt und damit den Sortiereffekt
in negativer Weise überlagert, durch den ersten Klassierschritt eine Fraktionierung
durchgeführt bzw. wird diese Fraktionierung mit dem ersten Klassierschritt kombiniert.
[0076] Die aus der vorgenannten Verbindung der verfahrenstechnisch bevorzugten Lösungswege
mit den konstruktiv möglichen bzw. bevorzugten Lösungswegen, führt zur Bildung von
technisch umsetzbaren Lösungen.
[0077] Auch vor dem ersten Klassieren, ggf. in Einheit mit der Klassierung nach der Partikelgröße
(Fraktionieren), können Sortierungen nach anderen Parametern der Partikel, wie Dichte,
elektrische oder thermische Leitfähigkeit o. dgl. vorgenommen werden. Das zweifache
serielle Klassieren kann also in Prozessführungen anderer Art eingebunden sein, in
kontinuierlichen oder unterbrochenen, abschnittsweisen Verfahrensführungen.
[0078] In Fig. 14 ist nochmals korrespondierend zu der Darstellung des Wirkprinzips der
"zweifache seriellen Klassierung" zur "Fraktionierung" des partikulären Aufgabegutes
1 in eine nadelige, kubische oder plattige "Fraktion" schematisch eine Siebeinrichtung
2 mit einem Lochblech 8 als Siebeinrichtung 2 in der ersten Klassierstufe (Klassierung
in Längenklassen) und daran anschließend ein Stabrost 7 als Siebeinrichtung 2 in der
zweiten Klassierstufe zur Klassierung in Dickenklassen gezeigt, so dass im Ergebnis
eine Sortierung nach der Kubizität erfolgt (Klassierung nach den Hauptabmessungen
a und c), wobei die Siebeinrichtung 2 hier über einen Linearschwinger angeregt wird.
[0079] Fig. 15 verdeutlicht schematisch ein verfahrenstechnisches Modell mit Aufgabe und
Klassierung in Längenklassen in der ersten Klassierstufe sowie Klassierung in Dickenklassen
in der zweiten Klassierstufe zum Erhalt einer nichtkubischen Fraktion im Siebunterlauf,
während im Sieboberlauf eine kubische Fraktion erhalten wird, die ggf. einer weiteren
Klassierung zugeführt wird.
[0080] In diesem Fall dient der erste Klassierschritt auch dazu, den Korngrößeneinfluss,
der den Kornformeffekt und somit den Sortiereffekt häufig in negativer Weise überlagert,
zu minimieren, so dass die erste Klassierstufe zugleich eine Fraktionierung des Aufgabegutes
1 (hier in zwei Fraktionen) wirkt.
[0081] Die nachfolgenden Figuren beschreiben bevorzugte Ausführungsbeispiele für Sortiervorrichtungen
(Sortiermaschinen), jeweils unterschieden in ihrer Sortierung nach der Nadeligkeit,
Kubizität oder Plattigkeit und je nach Bauweise mit Durchführung des ersten und zweiten
Klassierschrittes auf einer Siebeinrichtung 2 oder auf zwei getrennten Siebeinrichtungen
2.
[0082] Fig. 16 bis 18 verdeutlichen eine Sortiermaschine 10 für Sortierung nach der Nadeligkeit,
d.h. nach den Abmessungen a und b, wobei beide Klassierschritte auf einem Deck, d.h.
mit einer integralen Siebeinrichtung 2 durchgeführt werden. Die Siebeinrichtungen
2 in der Sortiermaschine bzw. Sortiervorrichtung 10, die sich in einem Gehäuse 11
befinden, das über Stützfedern 12 federgelagert ist, weisen hierbei 3D-Quadratlöcher
3 in Verbindung mit Rundlöchern 13 eines Lochbleches 8 auf. Es sind drei Fraktionen
im Bereich des ersten Klassierschrittes (3D-Quadratlöcher 3) vorgesehen, wobei eine
Materialaufgabe bei 14 vorgesehen ist.
[0083] Die in Fig. 16 bis 18 dargestellte Sortiermaschine 10 besteht aus drei übereinander
angeordneten Klassierebenen für Grob-, Mittel- und Feingut. Die Siebeinrichtung 2
bildet eine Siebfläche für die Längsabmessung a der Partikel 1. Im zweiten Klassierschritt
wird mit Hilfe der der Rundlöcher 13 nach der Partikelbreite b klassiert.
[0084] Von den entsprechenden Decks 15 bis 17, mit dem nach Nadeligkeit klassierten Grobgut,
Mittelgut und Feingut, gelangt dieses in ein Gehäuse 18 eines Produktaustrages, in
dem sich die Austragschurren 19 bis 21 für das nicht-nadelige Grob-, Mittel- und Feingut
befinden, ebenso wie die entsprechenden Austragschurren 22 bis 24 für das nadelige
Grobgut, Mittelgut und Feingut.
[0085] Mit 25 ist ein Unterkornaustrag bezeichnet.
[0086] In der schematischen Seitenansicht des Gehäuses für den Produktaustrag ist ein Austrag
für nadeliges Material mit 26 und ein Austrag für nicht-nadeliges Material mit 27
bezeichnet. In diesem Fall wird also das nach der Nadeligkeit sortierte Grob-, Mittel-
und Feingut wieder zusammengeführt. Es ist selbstverständlich auch möglich, die Fraktionen
beizubehalten und eine gemeinsame Zusammenführung in dem Austrag 26 (bzw. 27) zu vermeiden.
[0087] In den Fig. 19 bis 21 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Sortiervorrichtung
bzw. Sortiermaschine 10 nach der Nadeligkeit schematisch gezeigt, wobei hier die erste
und zweite Klassierstufe voneinander getrennt sind und auf zwei Decks, d.h. zwei jeweils
für jede Fraktion getrennten Siebeinrichtungen 2 durchgeführt wird.
[0088] In diesem Fall werden jeweils als Lochblech 8 ausgestaltete Siebeinrichtungen 2 in
der ersten und zweiten Klassierstufe verwendet.
[0089] Auch hier sind wieder drei Fraktionen (Grobgut, Mittelgut und Feingut) gebildet.
[0090] Im übrigen wird auf die Beschreibung zu der Ausführung mit integraler Siebeinrichtung
verwiesen.
[0091] In den Fig. 22 bis 24 ist eine Sortiermaschine 10 bzw. Sortiervorrichtung 10 für
eine Sortierung nach der Kubizität in schematischer Darstellung gezeigt.
[0092] Die integrale Siebeinrichtung 2 ist hierbei als Lochblech 8 in Verbindung mit einem
Stabrost 7 ausgebildet. Auch hier sind wieder drei Fraktionen gebildet und es erfolgt
zunächst eine Sortierung in Grob-, Mittel- und Feingut nach der Kubizität, so dass
Austrag 26 nichtkubisches Material, in dem Austrag 27 kubisches Material in Zusammenführung
der drei Fraktionen gebildet und abgeführt werden kann.
[0093] Auch hier kann selbstverständlich auf eine Zusammenführung der Fraktionen Grob-,
Mittel- und Feingut verzichtet werden und jeweils das nach der Kubizität und nach
der Partikelgröße sortierte Material aus der Sortiervorrichtung abgeführt werden.
[0094] In entsprechender Weise wie für die Sortiervorrichtung bzw. Sortiermaschine 10 nach
der Nadeligkeit gemäß den Fig. 19 bis 21 ist auch in den Fig. 25 bis 27 eine Sortierung
nach der Kubizität auf zwei Decks, d.h. unter Auftrennung des ersten und zweiten Klassierschrittes
auf zwei Siebeinrichtungen 2 dargestellt. Im Übrigen bezeichnen gleiche Bezugszeichen
die gleichen Elemente wie in den vorangegangenen Ausführungsbeispielen ab Fig. 16.
[0095] Schließlich ist eine entsprechende Darstellung in den Fig. 28 bis 30 für eine Sortierung
in drei Größenfraktionen nach der Plattigkeit mit einem Lochblech und 3D-Rechtecköffnungen
im ersten und zweiten Klassierschritt mittels einer integralen einheitlich Siebeinrichtung
2 gebildet, während in den Figuren 31 bis 33 eine Sortierung nach der Plattigkeit
unter Verteilung des ersten und zweiten Klassierschrittes auf zwei getrennte Siebeinrichtungen
2 gezeigt ist. Auch hier wird wieder hinsichtlich der einzelnen Elemente auf die vorangegangenen
Erläuterungen mit den entsprechenden Bezugszeichen verwiesen.
[0096] Durch die Erfindung ist eine vorteilhafte Sortierung von Partikeln nach der Partikelform
möglich, die zu wesentlich effizienteren Sortierprozessen und optimierten oder vollkommen
neuen Materialeigenschaften führt. So kann etwa eine deutlich verbesserte Packungsdichte
als auch Isotropie oder Anisotropie bei Verwendung von geeigneten vorsortierten Partikeln
erzielt werden. Die Verarbeitbarkeit oder Reaktionsfähigkeit von Partikeln lässt sich
ebenso modifizieren. Darüber hinaus kann die Förderfähigkeit von Materialien deutlich
verbessert werden, wenn vorher eine vorteilhafte Sortierung von Partikeln gemäß der
Erfindung vorausgegangen ist.
[0097] Die Erfindung kommt zum Einsatz unter anderem, aber nicht ausschließlich, für Sortierprozesse
in der Landwirtschaft wie etwa bei der Ernte und Weiterverarbeitung von Obst, Gemüse,
Beeren und Getreide, bei Saatgut, Düngemitteln, Futtermitteln, Gewürzen, Kaffeebohnen,
Nüssen, Tabak, Tee, Eiern oder anderen tierischen Produkten, sowie Fisch, Fleisch
oder (Zwischen)Produkten daraus, sowie anfallenden Abfall- oder Nebenprodukten; in
der Industrie für die Reinigung bzw. Verarbeitung von Rohstoffen wie Splitt, Schotter,
Erzen, Kohlen, Salze, Holzwerkstoffen sowie Halbzeugen oder Zwischenprodukten, natürlichen
oder synthetischen Schüttgüter oder Pulver wie etwa Kalk, Zement, Fasern, Koks, Naturgraphit,
synthetischer Graphit, Kunststoffe sowie deren Zuschlagsstoffe, Verbundwerkstoffe,
Keramik, Glas, Metall, Holzspäne, Zuschlagsstoffe für industrielle Prozesse, Strahl-
oder Poliermittel, Schrauben, Nägel, Münzen, Edelsteine, Halbedelsteine, Schrott,
Recyclate oder andere Abfallströme, Schüttgüter oder Pulver in der Chemie- oder Pharmaindustrie,
wie etwa Waschpulver, Pigmente, Schüttungen für Reaktoren, Katalysatoren, medizinische
oder kosmetische Wirk- und Hilfsstoffe oder Tabletten.
1. Verfahren zum Sortieren von Partikeln (1), wobei in einer zeitlichen und/oder räumlichen
Abfolge Partikel in zumindest zwei Klassierstufen nach ihrer Partikelgeometrie sortiert
werden,
wobei zur Sortierung der Partikel (1) nach ihren Parameter Kubizität:
Längen/Dickenverhältnis, während der ersten Stufe eine Klassierung der Partikel nach
einer maximalen Partikelausdehnung (a) erfolgt, und
während der zweiten Stufe eine Klassierung der Partikel nach einer zur maximalen Partikelausdehnung
senkrechten, minimalen Partikelausdehnung (c) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sortierung nach der Kubizität einer Sortierung nach zumindest einem weiteren
der Parameter Nadeligkeit (Längen/Breitenverhältnis)und/oder Plattigkeit (Breiten/Dickenverhältnis)
zeitlich und/oder räumlich vorgeordnet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sortierung durch zwei- oder dreidimensionale Klassierung, und in einer schwingenden
oder nicht schwingenden, vorzugsweise geneigten Klassierebene erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierung in einer geneigten Klassierebene erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierebene rechteckförmige und/oder elliptische Durchtrittsöffnungen (3; 4)
als zweidimensionale Öffnungsgeometrien aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierebene 3D-Quadratloch, 3D-Rundloch, 3D-Ellipsenloch, oder 3D-Langloch
als dreidimensionale Öffnungsgeometrien aufweist, und/oder die Partikel (1) im Bereich
der Durchtrittsöffnungen (3) mit dreidimensionaler Öffnungsgeometrie entlang einer
geneigten Ebene (6) geführt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierebene quadratische oder kreisförmige Durchtrittsöffnungen (3; 4) aufweist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Durchtrittsöffnung (3; 4) durch einen vertikalen Abstand der Ebene (6) von einer
gegenüberliegenden, die Durchtrittsöffnung begrenzenden Kante (5) in der Klassierebene
bestimmt wird.
9. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend eine Klassierung der Partikel (1) nach einer maximalen Partikelausdehnung
(a) und dann eine Klassierung der Partikel nach der zur maximalen Partikelausdehnung
im Wesentlichen senkrechten, mittleren Partikelausdehnung (b) erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Reihenfolge einer Sortierung der Partikel (1) nach ihrer Nadeligkeit und/oder
Plattigkeit frei gewählt wird.
11. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Klassierung der Partikel (1) jeweils durch Siebung erfolgt, und/oder ein Sortieren
der Partikel (1) durch Klassieren in zumindest einer Klassierebene mit einem bewegten
oder unbewegten Siebeinrichtung (2) und vorbestimmten Öffnungsgeometrien von Durchtrittsöffnungen
erfolgt, und/ oder das Sortieren durch Klassieren der Partikel (1) mit einem bewegten
Sieb durch Kreis-, Ellipsen-, Linear-oder Planschwingung oder mit einem unbewegten
Sieb mit einer geneigten Siebebene erfolgt, und/oder eine Schwingfrequenz und/oder
eine Amplitude eines Schwingsiebes partikelspezifisch zur Einstellung einer vorbestimmten
Partikelbewegung eingestellt werden.
12. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Klassierung der Partikel (1) mittels Sieben mit Durchtrittsöffnungen vorbestimmter
Öffnungsgeometrien, insbesondere Rundloch, Quadratloch, Langloch, Ellipsenloch, 3D-Quadratloch,
3D-Rundloch, 3D-Ellipsenloch oder 3D-Langloch, insbesondere auch in Kombination miteinander,
erfolgt.
13. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Sortieren durch Klassieren der Partikel (1) nach der maximalen Partikelausdehnung
(a) mit einem vorbestimmten Rundloch, Quadratloch, Langloch, 3D-Quadratloch, 3D-Ellipsenloch
oder einem 3D-Rechteckloch durchgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Sortieren durch Klassieren der Partikel (1) nach der zur maximalen Partikelausdehnung
(a) im Wesentlichen senkrechten, mittleren Partikelausdehnung (b) mit einem vorbestimmten
Rundloch, Quadratloch, 3D-Kreisloch, 3D-Quadratloch durchgeführt wird.
15. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Sortieren durch Klassieren der Partikel (1) nach der zur maximalen Partikelausdehnung
(a) im Wesentlichen senkrechten, minimalen Partikelausdehnung (c) mit einem vorbestimmten
Langloch, Ellipsenloch oder 3D-Rechteckloch oder 3D-Ellipsenloch durchgeführt wird.
16. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass dem Sortieren der Partikel (1) ein Fraktionieren vorausgeht, und/oder dass Partikel
(1) unterschiedlicher Fraktionen parallel in einer gemeinsamen Einrichtung durch Klassierung
sortiert werden, und/oder ein Fraktionieren der Partikel (1) gemeinsam mit einem ersten
Sortieren durch Klassieren erfolgt.
17. Verfahren nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Sortieren in zumindest zwei Klassierstufen einer gemeinsamen Sortiereinrichtung
(2) erfolgt, und/oder das Sortieren für beide Klassierstufen mit einem, insbesondere
gemeinsamem Lochblech erfolgt, oder das Sortieren in zumindest zwei Klassierstufen
mit separaten Sortiereinrichtungen (2) in separaten Gehäusen (11) erfolgt.
18. Verfahren nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Sortieren durch Klassieren der Partikel (1) nach der zur maximalen Partikelausdehnung
(a) im Wesentlichen senkrechten minimalen Partikelausdehnung (c) mit einem Stabrost
mit einem vorbestimmten Stababstand (As) oder einem Langmaschengewebe mit einem vorbestimmten
Maschenabstand (As) als Siebeinrichtung (2) durchgeführt wird.
19. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach zumindest einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 18 ,mit einer ersten Klassierungseinrichtung zum Klassieren der Partikel
(1) nach einer maximalen Partikelausdehnung (a), und einer zweiten Klassierungseinrichtung,
wobei die zweite Klassiereinrichtung eine Klassierungseinrichtung zur Klassierung
der Partikel nach einer zur maximalen Partikelausdehnung (a) im Wesentlichen senkrechten
minimalen Partikelausdehnung (c) ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder zweite Klassierungseinrichtung eine Siebeinrichtung (2) ist.
21. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Klassierungseinrichtungen integral ausgeführt sind.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassiereinrichtung durch eine integrierte Siebeinrichtung mit Durchtrittsöffnungen
unterschiedlicher Öffnungsgeometrie gebildet sind.
23. Vorrichtung nach zumindest einem der vorherigen Ansprüche 19 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Klassierungseinrichtungen getrennt voneinander ausgeführt sind.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassiereinrichtungen durch separate Siebeinrichtungen (2) mit Durchtrittsöffnungen
(13) gleicher oder unterschiedlicher Öffnungsgeometrie gebildet sind.
25. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierungseinrichtungen als Siebeinrichtungen Kreis-, Ellipsen-, Linear- oder
Planschwinger sind oder eine feststehende Klassierungsebene durch eine geneigt angeordnete
Siebeinrichtung gebildet ist, und/oder zumindest eine Klassierungseinrichtung eine
Siebeinrichtung (2) mit Durchtrittsöffnungen vorbestimmter Öffnungsgeometrien ist,
und/oder zumindest eine Klassierungseinrichtung eine als Schwingsieb ausgebildete
Siebeinrichtung (2) ist, mit einer Schwingfrequenz und/oder Amplitude, die produktspezifisch
zur Einstellung einer vorbestimmten Partikelbewegung einstellbar sind.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebeinrichtung (2) der zumindest einen Klassiereinrichtung Durchtrittsöffnungen
als Rundloch, Quadratloch, Langloch, Ellipsenloch, 3D-Quadratloch, 3D-Rundloch, 3D-Ellipsenloch
oder 3D-Langloch ggf. in Kombination miteinander, aufweist.
27. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierungseinrichtung zur Klassierung der Partikel nach einer maximalen Partikelausdehnung
(a) eine Siebeinrichtung (2) mit einem Lochmuster mit einem vorbestimmten Rundloch,
Quadratloch, Langloch, Ellipsenloch, 3D-Rundloch, 3D-Quadratloch oder 3D-Langloch,
3D-Ellipsenloch, insbesondere in Kombination miteinander, aufweist.
28. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Klassierungseinrichtung zur Klassierung der Partikel nach der zur maximalen und
mittleren Partikelausdehnung (a, b) im Wesentlichen senkrechten, minimalen Partikelausdehnung
(c) eine Siebeinrichtung (2) ist, die aus Stäben gebildet oder ein Langmaschengewebe
ist, mit einem vorbestimmten Stab-oder Maschenabstand (As) oder einem Ellipsenlochbelag,
3D-Rechteckloch-belag oder 3D-Ellipsenlochbelag.
29. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 28, gekennzeichnet durch eine erste und zweite als erste und zweite Siebeinrichtung ausgebildete Klassierungseinrichtung
in einem gemeinsamen Gehäuse und/oder mit einer gemeinsamen Antriebseinrichtung und/oder
mit einer die Partikel über die Klassierungseinrichtungen führenden Fördereinrichtung.
30. Vorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche 19 bis 29, gekennzeichnet durch eine Fraktioniereinheit und eine Sortiereinheit in einem gemeinsamen Gehäuse und/oder
wobei die Fraktioniereinheit zugleich die erste Klassierungseinrichtung ist.
31. Verwendung einer Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 19 bis 30 zur Durchführung
eines Verfahrens nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 18 oder zur Sortierung von
Kohle für Hochöfen oder zur Sortierung von Schotter/Splitt oder zur Pulververarbeitung
oder zur Sortierung von Schüttungen für Festbettreaktoren oder zur Sortierung von
Abfall, Schrott, Produktionsabfällen in Recyclingprozessen, oder zur Sortierung von
Nahrungs- und Genussmitteln oder pharmazeutischer, kosmetischer oder keramischer Produkte
nach ihrer Partikelform.
1. Method for sorting particles (1), whereby particles are sorted in at least two classification
stages according to their particle geometry in a chronological and/or spatial sequence,
and in order to sort the particles (1) according to their parameter cubicity, length/thickness
ratio, the particles are classified according to a maximum particle dimension (a)
during the first stage, and the particles are classified according to a minimum particle
dimension (c) perpendicular to the maximum particle dimension during the second stage.
2. Method as claimed in claim 1, characterised in that sorting by cubicity takes place before, chronologically and/or spatially, sorting
on the basis of at least one other parameter, acicularity (length/width ratio), and/or
flatness (width/thickness ratio).
3. Method as claimed in claim 1 or 2, characterised in that sorting takes place by two- or three-dimensional classification and in a vibrating
or non-vibrating, preferably inclined, classification plane.
4. Method as claimed in claim 3, characterised in that the classification takes place in an inclined classification plane.
5. Method as claimed in claim 3 or 4, characterised in that the classification plane has rectangular and/or elliptical apertures (3; 4) constituting
two-dimensional aperture geometries.
6. Method as claimed in claim 3 or 4, characterised in that the classification plane has a 3D square hole, 3D round hole, 3D elliptical hole
or 3D oblong hole constituting three-dimensional aperture geometries and/or the particles
(1) are guided along an inclined plane (6) in the region of the apertures (3) with
a three-dimensional aperture geometry.
7. Method as claimed in claim 5, characterised in that the classification plane has square or circular apertures (3; 4).
8. Method as claimed in one of the preceding claims 5 to 7, characterised in that an aperture (3; 4) is determined by a vertical distance of the plane (6) from an
opposite edge (5) defining the aperture in the classification plane.
9. Method as claimed in at least one of the preceding claims 2 to 5, characterised in that the particles (1) are subsequently classified according to a maximum particle dimension
(a) and the particles are then classified according to the mean particle dimension
(b) essentially perpendicular to the maximum particle dimension.
10. Method as claimed in claim 2, characterised in that a sequence for sorting the particles (1) according to their acicularity and/or flatness
is freely selected.
11. Method as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 10, characterised in that a classification of the particles (1) is performed respectively by screening, and/or
the particles (1) are sorted by classification in at least one classification plane
with a moved or unmoved screen means (2) and predetermined aperture geometries of
apertures, and/or sorting is performed by classifying the particles (1) with a moved
screen by circular, elliptical, linear or flat vibration or with an unmoved screen
with an inclined screen plane, and/or a vibration frequency and/or an amplitude of
a vibrating screen is adjusted specifically to the particles for adjusting a predefined
particle movement.
12. Method as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 11, characterised in that a classification of the particles (1) is performed by means of screens with apertures
of predetermined aperture geometries, in particular a round hole, square hole, oblong
hole, elliptical hole, 3D square hole, 3D round hole, 3D elliptical hole or 3D oblong
hole, in particular also in combination with each other.
13. Method as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 12, characterised in that sorting is performed by classifying the particles (1) according to the maximum particle
dimension (a) with a predetermined round hole, square hole, oblong hole, 3D square
hole, 3D elliptical hole or a 3D rectangular hole.
14. Method as claimed in claim 9, characterised in that sorting is performed by classifying the particles (1) according to the mean particle
dimension (b) essentially perpendicular to the maximum particle dimension (a) with
a predetermined round hole, square hole, 3D circular hole, 3D square hole.
15. Method as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 14, characterised in that sorting is performed by classifying the particles (1) according to the minimum particle
dimension (c) essentially perpendicular to the maximum particle dimension (a) with
a predetermined oblong hole, elliptical hole or 3D rectangular hole or 3D elliptical
hole.
16. Method as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 15, characterised in that sorting of the particles (1) is preceded by fractioning, and/or particles (1) of
different fractions are sorted in parallel in a common means by classification, and/or
a fractioning of the particles (1) is performed together with a first sorting by classification.
17. Method as claimed in at least one of the preceding claims 1 to 16, characterised in that sorting is performed in at least two classification stages of a common sorting means
(2), and/or sorting is performed for both classification stages with one, in particular
common, perforated plate, or sorting is performed in at least two classification stages
with separate sorting means (2) in separate housings (11).
18. Method as claimed in one of the preceding claims 1 to 17, characterised in that the sorting of the particles (1) by classification according to the minimum particle
dimension (c) essentially perpendicular to the maximum particle dimension (a) is performed
with a bar grate with a predetermined bar distance (As) or a long mesh with a predetermined
mesh distance (As) as screen means (2).
19. Apparatus for implementing the method as claimed in at least one of the preceding
claims 1 to 18, with a first classification means for classifying the particles (1)
according to a maximum particle dimension (a), and a second classification means,
and the second classification means is a classification means for classifying the
particles according to a minimum particle dimension (c) essentially perpendicular
to the maximum particle dimension (a).
20. Apparatus as claimed in claim 19, characterised in that the first and/or second classification means is a screen means (2).
21. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 20, characterised in that the two classification means are designed integrally.
22. Apparatus as claimed in claim 21, characterised in that the classification means are provided in the form of an integrated screen means with
apertures of different aperture geometries.
23. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 20, characterised in that the two classification means are designed separately from one another.
24. Apparatus as claimed in claim 23, characterised in that the classification means are provided in the form of separate screen means (2) with
apertures (13) of the same or a different aperture geometry.
25. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 24, characterised in that the classification means as screen means are circular, elliptical, linear or flat
vibrators, or a fixed classification plane is formed by an inclined screen means,
and/or at least one classification means is a screen means (2) with apertures of predetermined
aperture geometries, and/or at least one classification means is a screen means (2)
designed as a vibrating screen with a vibration frequency and/or amplitude which can
be adjusted product-specifically for adjusting a predetermined particle movement.
26. Apparatus as claimed in claim 25, characterised in that the screen means (2) of the at least one classification means has apertures in the
form of a round hole, square hole, oblong hole, elliptical hole, 3D square hole, 3D
round hole, 3D elliptical hole or 3D oblong hole, optionally in combination with one
another.
27. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 25, characterised in that the classification means for classifying the particles according to a maximum particle
dimension (a) comprises a screen means (2) with a perforation pattern with a predetermined
round hole, square hole, oblong hole, elliptical hole, 3D round hole, 3D square hole
or 3D oblong hole, 3D elliptical hole, in particular in combination with one another.
28. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 27, characterised in that the classification means for classifying the particles according to the minimum particle
dimension (c) essentially perpendicular to the maximum and mean particle dimension
(a, b) comprises a screen means (2) which is formed of bars or is a long mesh, with
a predetermined bar or mesh distance (As) or an elliptical hole lining, 3D rectangular
hole lining or 3D elliptical hole lining.
29. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 28, characterised by a first and second classification means embodied as first and second screen means
in a common housing and/or with a common drive means and/or with a conveyor means
guiding the particles over the classification means.
30. Apparatus as claimed in at least one of the preceding claims 19 to 29, characterised by a fractioning unit and a sorting unit in a common housing and/or the fractioning
unit is at the same time the first classification means.
31. Use of an apparatus as claimed in at least one of claims 19 to 30 for performing a
method as claimed in at least one of claims 1 to 18, or for sorting coal for blast
furnaces or for sorting broken stone/stone chippings, or for processing powder or
for sorting beds for fixed bed reactors, or for sorting refuse, scrap, production
waste in recycling processes, or for sorting food and edible products or pharmaceutical,
cosmetic or ceramic products according to their particle shape.
1. Procédé de tri de particules (1), dans lequel des particules sont triées selon une
séquence temporelle et/ou spatiale dans au moins deux étapes de criblage en fonction
de leur géométrie de particule,
dans lequel, pour trier les particules (1) en fonction de leur paramètre de cubicité,
soit leur ratio longueur/épaisseur, un criblage des particules est effectué au cours
de la première étape en fonction d'une extension de particule maximale (a), et
un criblage des particules est effectué au cours de la deuxième étape en fonction
d'une extension de particule minimale (c) perpendiculaire à l'extension de particule
maximale.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un tri en fonction de la cubicité est précédé dans le temps et/ou dans l'espace par
un tri selon au moins un autre paramètre parmi l'allongement (ratio longueur/largeur)
et/ou la planéité (ratio largeur/épaisseur).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'un tri est effectué par criblage bidimensionnel ou tridimensionnel et dans un plan
de criblage oscillant ou non oscillant, préférablement incliné.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le criblage s'effectue dans un plan de criblage incliné.
5. Procédé selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que le plan de criblage comporte des orifices de passage (3 ; 4) rectangulaires et/ou
elliptiques comme géométries d'orifice bidimensionnelles.
6. Procédé selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que le plan de criblage comporte comme géométries d'orifice tridimensionnelles des géométries
tridimensionnelles carrées, rondes, ellipsoïdales ou oblongues, et/ou en ce que les particules (1) sont conduites dans la zone des orifices de passage (3) avec des
géométries d'orifice tridimensionnelles le long d'un plan incliné (6).
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le plan de criblage comporte des orifices de passage (3 ; 4) carrés ou circulaires.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes 5 à 7, caractérisé en ce qu'un orifice de passage (3 ; 4) est défini dans le plan de criblage par une distance
verticale du plan (6) par rapport à un bord (5) opposé délimitant l'orifice de passage.
9. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 2 à 5, caractérisé en ce que se produit ensuite un criblage des particules (1) d'après une extension de particule
maximale (a), puis un criblage des particules d'après l'extension de particule moyenne
(b), qui est essentiellement perpendiculaire à l'extension de particule maximale.
10. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'une séquence d'un tri des particules (1) en fonction de leur allongement et/ou de
leur planéité est sélectionnée librement.
11. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 10, caractérisé en ce qu'un criblage des particules (1) s'effectue chaque fois par tamisage, et/ou en ce qu'un tri des particules (1) s'effectue par criblage dans au moins un plan de criblage
avec un dispositif de tamisage mobile ou immobile (2) et des géométries d'orifice
prédéterminées pour les orifices de passage, et/ou en ce que le tri des particules (1) par criblage s'effectue avec un tamis mobile par oscillation
circulaire, ellipsoïdale, linéaire ou plane, ou avec un tamis immobile avec un plan
de tamisage incliné, et/ou en ce qu'une fréquence d'oscillation et/ou une amplitude
d'un tamis oscillant spécifique à un type de particules est réglée pour le réglage
d'un mouvement de particule prédéterminé.
12. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 11, caractérisé en ce qu'un criblage des particules (1) est effectué à l'aide de tamis avec des orifices de
passage à géométries d'orifice prédéterminées, en particulier à trous ronds, carrés,
oblongs, ellipsoïdaux, carrés tridimensionnels, ronds tridimensionnels, ellipsoïdaux
tridimensionnels ou oblongs tridimensionnels, en particulier aussi combinés entre
eux.
13. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 12, caractérisé en ce que le tri par criblage des particules (1) est effectué en fonction de l'extension de
particule maximale (a) avec un trou prédéterminé rond, carré, oblong, tridimensionnel
carré, tridimensionnel ellipsoïdal ou tridimensionnel rectangulaire.
14. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que le tri par criblage des particules (1) est effectué en fonction de l'extension de
particule moyenne (b), qui est essentiellement perpendiculaire à l'extension de particule
maximale (a), avec un trou prédéterminé rond, carré, tridimensionnel circulaire ou
tridimensionnel carré.
15. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 14, caractérisé en ce que le tri par criblage des particules (1) est effectué en fonction de l'extension de
particule minimale (c), qui est essentiellement perpendiculaire à l'extension de particule
maximale (a), avec un trou prédéterminé oblong, ellipsoïdal, tridimensionnel rectangulaire
ou tridimensionnel ellipsoïdal.
16. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 15, caractérisé en ce que le tri des particules (1) est précédé par un fractionnement, et/ou en ce que les
particules (1) de différentes fractions sont triées en parallèle par criblage dans
un dispositif commun, et/ou en ce qu'un fractionnement des particules (1) s'effectue conjointement à un premier tri par
criblage.
17. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 16, caractérisé en ce que le tri s'effectue en au moins deux étapes de criblage dans un dispositif de tri commun
(2), et/ou en ce que le tri des deux étapes de criblage s'effectue avec une tôle percée, en particulier
une tôle percée commune, ou en ce que le tri s'effectue en au moins deux étapes de criblage avec des dispositifs de tri
séparés (2) dans des enceintes séparées (11).
18. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes 1 à 17, caractérisé en ce que le tri est effectué par criblage des particules (1) en fonction de l'extension de
particule minimale (c) essentiellement perpendiculaire à l'extension de particule
maximale (a), avec comme dispositif de tamisage (2) une grille à barres présentant
un espacement de barres prédéterminé (As) ou un tissu à larges mailles présentant
un espacement de mailles prédéterminé (As).
19. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon au moins l'une des revendications
précédentes 1 à 18, avec un premier dispositif de criblage pour le criblage des particules
(1) d'après une extension de particule maximale (a) et un deuxième dispositif de criblage,
dans lequel le deuxième dispositif de criblage est un dispositif de criblage pour
le criblage des particules d'après une extension de particule minimale (c), qui est
essentiellement perpendiculaire à l'extension de particule maximale (a).
20. Dispositif selon la revendication 19, caractérisé en ce que le premier et/ou le deuxième dispositif de criblage est un dispositif de tamisage
(2).
21. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 20, caractérisé en ce que les deux dispositifs de criblage sont réalisés de façon à être intégrés ensemble.
22. Dispositif selon la revendication 21, caractérisé en ce que le dispositif de criblage est constitué par un dispositif de tamisage intégré avec
des orifices de passage à différentes géométries d'orifice.
23. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 20, caractérisé en ce que les deux dispositifs de criblage sont réalisés de façon à être séparés.
24. Dispositif selon la revendication 23, caractérisé en ce que les dispositifs de criblage sont constitués de dispositifs de tamisage séparés (2)
avec des orifices de passage (13) à géométries d'orifice identiques ou différentes.
25. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 24, caractérisé en ce que les dispositifs de criblage sont réalisés sous forme de dispositifs de tamisage à
oscillation circulaire, ellipsoïdale, linéaire ou plane, ou en ce qu'un plan de criblage fixe est constitué par un dispositif de tamisage incliné, et/ou
en ce qu'au moins un dispositif de criblage est un dispositif de tamisage (2) avec des orifices
de passage à géométries d'orifice prédéterminées, et/ou en ce qu'au moins un dispositif de criblage est un dispositif de tamisage (2) réalisé sous
forme d'un tamis oscillant, avec une amplitude et/ou une fréquence d'oscillation qui
peuvent être réglées spécifiquement pour un produit pour le réglage d'un mouvement
de particule prédéterminé.
26. Dispositif selon la revendication 25, caractérisé en ce que le dispositif de tamisage (2) de l'au moins un dispositif de criblage comporte des
orifices de passage sous forme de trous rond, carrés, oblongs, ellipsoïdaux, tridimensionnels
carrés, tridimensionnels ronds, tridimensionnels ellipsoïdaux ou tridimensionnels
oblongs, éventuellement combinés entre eux.
27. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 25, caractérisé en ce que le dispositif de criblage pour le criblage des particules d'après une extension de
particule maximale (a) comporte un dispositif de tamisage (2) avec un motif perforé
présentant un trou prédéterminé rond, carré, oblong, ellipsoïdal, rond tridimensionnel,
carré tridimensionnel, oblong tridimensionnel ou ellipsoïdal tridimensionnel, en particulier
combinés entre eux.
28. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 27, caractérisé en ce que le dispositif de criblage pour le criblage des particules d'après l'extension de
particule minimale (c), qui est essentiellement perpendiculaire aux extensions de
particule maximale et moyenne (a), est un dispositif de tamisage (2) réalisé à partir
de barres ou d'un tissu à larges mailles, avec un espacement de mailles ou de barres
prédéterminé (As) ou un revêtement ellipsoïdal, rectangulaire tridimensionnel ou ellipsoïdal
tridimensionnel.
29. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 28, caractérisé par un premier et un deuxième dispositifs de criblage réalisés sous forme d'un premier
et d'un deuxième dispositifs de tamisage dans une enceinte commune, et/ou avec un
dispositif d'entraînement commun, et/ou avec un dispositif d'alimentation qui conduit
les particules sur les dispositifs de criblage.
30. Dispositif selon au moins l'une des revendications précédentes 19 à 29, caractérisé par une unité de fractionnement et une unité de tri dans une enceinte commune, et/ou
dans lequel l'unité de fractionnement est également le premier dispositif de criblage.
31. Utilisation d'un dispositif selon au moins l'une des revendications 19 à 30 pour la
mise en oeuvre d'un procédé selon au moins l'une des revendications 1 à 18, ou pour
le tri de charbon pour hauts fourneaux, le tri de sable ou de gravier, le traitement
de poudres, le tri de charges pour des réacteurs à lit fixe, le tri de déchets, de
rebus ou de restes de production dans des procédés de recyclage, ou pour le tri de
produits alimentaires et stimulants ou de produits pharmaceutiques, cosmétiques ou
céramiques en fonction de leur forme de particule.
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